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Block 1: Ein zusammenfassender Überblick über die Welt der Greifvögel und Eulen
03.05. Die Greifvögel und Eulen, zum Wohlbefinden
03.05.01. Gefieder putzen
03.05.02. Kopf reiben
03.05.03. Kopf und Hals kratzen
03.05.04. gegenseitiges Gefieder putzen
03.05.05. Wasserbad
03.05.06. Sonnenbad
03.05.07. Staub- und Sandbad
03.05.08. Regenbad
03.05.09. Schneebad
03.05.10. Gefieder aufschütteln
03.05.11. Hecheln
03.05.12. Aufplustern
03.05.13. Gähnen
03.05.14. Strecken

03.06. Die Greifvögel und Eulen, die Ruhe und der Schlaf
03.07. Die Greifvögel und Eulen, die Körperhaltungen

Um Wiederholungen bei den einzelnen Abschnitten meiner wissenschaftlichen Ausführungen / Ausarbeitungen zu vermeiden, verweise ich auf das Literaturverzeichnis, das sich auf der Seite “Greifvögel / Eulen 1” befindet. Hiermit untersage ich (Jens Wolf, www kaiseradler.de) jede weitere Verbreitung, Vervielfältigung, Verwertung meiner Fotos in welcher und / oder durch welche Art und / oder Weise auch immer. Genauso untersage ich hiermit jede weitere Verarbeitung, Vervielfältigung, Verwertung meiner wissenschaftlichen Ausführungen / Ausarbeitungen oder Teilen daraus. Das Inhaltsverzeichnis befindet sich auf der Seite “Greifvögel / Eulen A”. Es sei darauf hingewiesen, dass die Möglichkeit besteht, dass im Lauf der Zeit aufgrund von Veränderungen im Bestand der in den Falknereien und/oder (zoologischen) Einrichtungen gehaltenen Arten, die fotografierten Arten nicht mehr gezeigt werden oder nun andere Arten zu sehen sind.

03.05. Die Greifvögel und Eulen, zum Wohlbefinden
Man unterscheidet zwischen Aktivitätsphasen und Inaktivitätsphasen (VÖGEL 01/2015). Zu den Aktivitätsphasen zählen „Nahrungssuche, Balzverhalten, Aufzucht der Jungen, Revierverteidigung oder Flucht“ (VÖGEL 01/2015). Zu den Inaktivitätsphasen oder dem Komfortverhalten zählen „Putzen des Gefieders, Schütteln, Flügel- und Beinstrecken, Dehnungen, Gähnen, Kratzen, Kraulen des Partners, Baden Sonnenbaden, Sand- oder Staubbaden, oder sie nehmen einfach eine Ruhestellung ein“ (VÖGEL 01/2015) oder zum Komfortverhalten zählen die Verhaltensweisen, die dem Wohlbefinden dienen (VÖGEL 04/2009) oder zum Komfortverhalten zählt die Körperpflege, wie das „Putzen, Schütteln, Strecken, Gähnen, Baden”, die Temperaturregulierung, wie das Hecheln und die Körperpflegehandlungen zwischen Artgenossen (Schön, Scherzinger, Exo, Ille: „Der Steinkauz“, NBB 606).

03.05.01. Gefieder putzen
Zur Gefiederpflege wurde einerseits nachgewiesen, dass die vorhandenen Parasiten etwas dezimiert werden, aber auch andererseits parasitenfreie Vögel eine Gefiederpflege betreiben (VÖGEL 01/2015). Zur Lockerung und zur Ordnung der Federn wird ebenso geputzt (VÖGEL 04/2009). Beim Gefieder putzen werden einerseits die einzelnen aufgeplusterten Körperfedern „zwischen den Schnabelspitzen beknabbert“, wobei an der Kielbasis begonnen wird und „die Feder mit einer Reihe kleiner und präzis pickender Bewegungen bis zur Spitze“ durchgearbeitet werden und andererseits werden besonders die Flügel- und Schwanzfedern, eine Feder „nach der anderen, mit einem einzigen schnellen Ruck des Kopfes durch den Schnabel“ gezogen („Buch der Vogelwelt, Mitteleuropas“ (1973)) oder beim Putzen wird jede einzelne Feder „durch die Schnabelspitze gezogen und dabei vorsichtig beknabbert“ (Burton: "Das Leben der Vögel" (1985)). Mit der Gefieder- und Körperpflege wird sich „täglich oft mehrere Stunden“ beschäftigt und dieses zu jeder Tageszeit (VÖGEL 01/2015).

 

 

 

Hier am Beispiel
einer Harpyie (aufgenommen im Tiergarten Nürnberg)
 

 


eines jungen Gauklers (aufgenommen im Vogelpark Walsrode (heute Weltvogelpark)),
 

 

 

 


einer Schleier-Eule (aufgenommen im Wildpark Lüneburger Heide Nindorf-Hanstedt)
eines Riesenseeadlers (aufgenommen im Tiergarten Nürnberg)

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eines Bartkauzes (aufgenommen im Tiergarten Nürnberg)
eines Bartgeiers (aufgenommen im Tiergarten Nürnberg)

 

 

 

 

eines Rotschwanzbussards (aufgenommen in der Falknerei Rabenstein (Ahorntal / Fränkische Schweiz))

 

 

eines Weiskopfseeadlers (aufgenommen im Tiergarten Nürnberg)

 

 

 

 

eines Königsrauhfussbussards (aufgenommen im Falkenhof auf dem Grossen Feldberg bei Schmitten)

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Das Putzen der Zehen, der Krallen, mit dem Schnabel gehört ebenso zur Körperpflege.

Zehen putzend: Bartkauz (aufgenommen im Wildgehege Moritzburg)

 

 

 

 

das Bein putzend: Sumatra-Uhu (aufgenommen im Zoo Berlin Tiergarten)

 

 

 

das Bein putzend: Bengalen-Uhu oder Bengal-Uhu oder Indischer Uhu (aufgenommen in der Greifvogelwarte Feldatal)

 

 

Der Kopf ist “weg”, wenn das Rückengefieder gepflegt wird ...
links: Bartgeier
rechts: Harpyie
(aufgenommen im Tiergarten Nürnberg)

Unter den Deckfedern des Oberschwanzes befindet sich die Bürzeldrüse, „mit deren Absonderungen das Gefieder eingefettet wird“, wasserdicht wird, geschmeidig wird (Burton: "Das Leben der Vögel" (1985)).

Der Fischadler erreicht durch dieses Einfetten der Federn mit seiner Bürzeldrüse sein wasserabweisendes oder wasserabstossendes Gefieder. Zur Gruppe der acht Seeadler findet man, dass „die Federn der flüggen Seeadler … wasserresistent durch Fett” sind und dass diese Eigenschaft für die Seeadler lebenswichtig ist und „ein direktes hubschraubermässiges Hochfliegen vom Wasser hinaus, es kann sogar rückwärts passieren” ermöglicht (“Der Falkner” (2017)).

Schopfalken, lat. Aethia cristatella (Falke 05/2008) produzieren einen Duft, der nach Zitrusfrüchten riecht. Dieser Duft (Falke 05/2008), ein Sekret aus Aldehyden, welches von den dochtähnlichen Federn zwischen den Schulterblättern abgesondert wird, hält Parasiten (die aufgrund des Sekrets gelähmt werden) fern und hilft bei der Partnerwerbung (in einer Einehe lebend). Das Sekret (Falke 05/2008) wird über das Putzen am eigenem Gefieder und an den nicht erreichbaren Stellen mit Hilfe des Partner aufgetragen.

Die Steinkäuze fetten „das Gefieder etwa alle 2 bis 3 Tage” ein (Schön, Scherzinger, Exo, Ille: „Der Steinkauz“, NBB 606).

Ein Habichtskauz bei der Gefiederpflege nach dem Baden. Die Bürzeldrüse ist auf dem mittleren zu sehen. (aufgenommen im Tiergarten Nürnberg) 

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03.05.02. Kopf reiben
Auch das reiben des Kopfes zählt zur Gefiederpflege (Mebs/Scherzinger „Die Eulen Europas“ (2000)) oder das reiben des Hinter- und Oberkopfes und des oberen Halsteiles am Rückengefieder zählt ebenso zur Gefiederpflege. Es ist eine Reinigungsoption, weil die Greifvögel und Eulen nicht an alle Stellen mit dem Schnabel hinkommen.

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Beispiel: Andenkondor
(aufgenommen im Tiergarten Nürnberg).

 

Beispiel: Königsrauhfussbussard
(aufgenommen im Falkenhof auf dem Grossen Feldberg bei Schmitten)

Beispiel: Sekretär (rechtes Bild)
(aufgenommen in der Adlerwarte Berlebeck)

 

 

 

Beispiel: Steppenadler
(aufgenommen im Harzfalkenhof Bad Sachsa)

 

 

 

Beispiel: Sperbergeier
(aufgenommen im Tierpark Gotha)

 

03.05.03. Kopf und Hals kratzen
Das Kopfgefieder wird durch Kratzen gereinigt („Buch der Vogelwelt, Mitteleuropas“ (1973)) oder mit den Zehen werden „hauptsächlich der Kopfbereich und der Hals“, also Bereiche bei denen der Schnabel im Gefieder und der Haut nicht hinkommt, mittels Kratzen bearbeitet (VÖGEL 01/2015).

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kratzend: Harpyie (links; aufgenommen im Tiergarten Nürnberg).
kratzend: Schreiseeadler (rechts; aufgenommen im Falkenhof Schütz (Kranichfeld)).

 

 

 

kratzend: Riesenseeadler (aufgenommen im Tiergarten Nürnberg).

 

 

 

 

kratzend: junger Schneegeier (aufgenommen im Tiergarten Nürnberg).

 

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kratzend: Milchuhu (aufgenommen im Zoo Heidelberg).

 

 

 

 

kratzend: Raufusskauz (aufgenommen im Harzfalkenhof Bad Sachsa).

03.05.04. gegenseitiges Gefieder putzen
Zur Verbesserung der Paarbindung kommt es auch vor, dass sich die Paare gegenseitig an den mit dem eigenen Schnabel nicht erreichbaren Stellen putzen.

Während der Balzzeit gehört auch das gegenseitige Kraulen des Partners zur Gefieder- und Körperpflege (VÖGEL 01/2015).

Hier am Beispiel eines Habichtskauzpaares (aufgenommen im Tiergarten Nürnberg).

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Hier am Beispiel eines Bartkauzpaares (aufgenommen im Tiergarten Nürnberg).

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Hier am Beispiel von Halsband-Zwergfalken (aufgenommen auf der Vogelausstellung Ornika)

 

 

 

 

 

 

Hier am Beispiel von Bartgeiern (aufgenommen im Tiergarten Nürnberg)

03.05.05. Wasserbad
Beim Baden werden Kopf, Brust und Flügelgelenke ins Wasser getaucht, der „Schnabel heftig von Seite zu Seite“ gedreht, die Flügel nach vorn geschlagen, „mit Schwanz und Bauch ins Wasser“ gehockt, mit den Flügeln nach oben geschlagen, „um das Wasser aufspritzen und über sich laufen zu lassen“ („Buch der Vogelwelt, Mitteleuropas“ (1973)) oder beim Baden steht der Vogel mit gesträubten Gefieder im seichten Wasser, „bis der Bauch eintaucht, und schwingt den Schnabel im Wasser kräftig hin und her“, auch wird gleichzeitig mit den Flügelspitzen geschlagen, so „dass der Rumpf vollgespritzt wird“ ("Zum Fliegen geboren; Das Weltreich der Vögel" (1988)) oder beim Baden wird häufig der Kopf und der Körper ins Wasser eingetaucht, der Kopf gedreht und mit den Flügeln geschlagen (VÖGEL 01/2015).

Kalifornische Kondore baden beispielsweise häufig in den Flüssen. Junge Schopfkarakaras wurde schon mit 6 Wochen baden beobachtet.

Die Eulen und Nachtschwalben „nehmen Tauchbäder, d.h., sie nehmen auf ihrem Flug kurz ins Wasser, fliegen aber sofort wieder weiter“ (Burton: "Das Leben der Vögel" (1985)). Selbst bei frostigen Temperaturen wurden Streifenohreulen bei einem Züchter badend beobachtet.

 

Beispiel: Weisskopfseeadler (aufgenommen im Bayerischen Jagdfalkenhof Schloss Tambach)

Beispiel: Riesenseeadler (Weltvogelpark (früher: Vogelpark Walsrode))                                  .

Beispiel: Kaffernadler (aufgenommen in der Greifvogelwarte Landskron)                                    .

Beispiel: Harpyie (aufgenommen im Tiergarten Nürnberg)                                                 .

Beispiel: Zwerggänsegeier (aufgenommen in der Adlerwarte Berlebeck)

Beispiel: Habichtskauz (aufgenommen im Alpenzoo Innsbruck).

Die nachfolgenden Fotos zeigen einen Habichtskauz (Altvogel: rechts oben jeweils) und zwei Jungvögel (links vorn und später rechts vorn). Der Altvogel begann zuerst mit dem Baden. Dann kam der erste Jungvogel und dann der zweite Jungvogel zur Badegelegenheit. Der erste Jungvogel begann gleich mitzubaden und der zweite Jungvogel badete, nach dem die beiden anderen Platz gemacht hatten. (Aufgenommen im Tiergarten Nürnberg)

Nach dem Baden wird das Wasser aus den Federn geschüttelt („Buch der Vogelwelt, Mitteleuropas“ (1973)) oder nach dem Baden wird sich kräftig geschüttelt (VÖGEL 01/2015) oder ein sicherer Platz zum Putzen gesucht (Burton: "Das Leben der Vögel" (1985)).

03.05.06. Sonnenbad
Das Sonnenbaden wurde bei über 180 Vogelarten aus fast allen Ordnungen bereits beschrieben und dauert von einigen Sekunden bis zu zwei Stunden (FALKE 08/2008) oder gerne werden Sonnenbäder genommen (VÖGEL 01/2015). Des Weiteren baden grössere Vögel länger, mausernde Vögel öfters, aber auch Nestlinge baden bereits mit einigen Tagen in der Sonne und möglicherweise nehmen jüngere Vögel öfter ein Sonnenbad (FALKE 08/2008). Meist ist die Körperstellung so (FALKE 08/2008), dass die Sonnenstrahlen möglichst senkrecht auftreffen, das Gefieder wird ggf. aufgeplustert und abgespreizt. Durch das Freilegen der Hautpartien, aber vor allem da im kurzwelligen Ultraviolett-Bereich Sonnenstrahlen eine „photobiologische Synthese von Vitamin D aus inaktiven Vorstufen in der Haut“ bewirken und Wärme im langwelligen Infrarot-Bereich erzeugen (FALKE 08/2008). Das Vitamin D (FALKE 10/2009) ist des Weiteren „für eine generelle Gesundheit sowie beim Aufbau der Federn sehr wichtig“ und man nimmt an, dass die wärmende Sonne hilft, die Parasiten loszuwerden. Beim Sonnen wird der Schwanz, ein oder beide Flügel ausgebreitet („Buch der Vogelwelt, Mitteleuropas“ (1973)) oder das Gefieder wird gesträubt, die Flügel hängen gelassen oder es wird sich „mit ausgebreiteten Flügeln flach auf“ den Bauch gelegt (Burton: "Das Leben der Vögel" (1985)).

Ausgelöst (FALKE 08/2008) wird das Sonnenbaden vermutlich durch die Intensität der Lichtstrahlen und führt zu einer Steigerung des Wohlbefindens. Über das Sonnen wird Hitze abgeleitet, indem „wenig gefiederte Flächen Luft und Wind ausgesetzt“ werden („Buch der Vogelwelt, Mitteleuropas“ (1973)).

Man findet, dass „Gaukler- und Wappenadler“ „mit ausgebreiteten Flügeln in der Sonne“ sitzen und Geier Sonnenbäder nehmen (Burton: "Das Leben der Vögel" (1985)).

Ein in die Sonne gerichtetes Gesicht des linken Bartkauzes (aufgenommen in der Falknerei Adlerhorst).

 

 

 

 

Mit ausgebreiteten Flügeln "baden" in der Sonne zum Beispiel:
Truthahngeier
(aufgenommen in der Greifvogelstation Hellenthal)

 

 

Gaukler (Jungvogel; aufgenommen im Vogelpark Walsrode (heute: Weltvogelpark)

Schreiseeadler (aufgenommen im Zoo Neunkirchen): Die Flügel zum Sonnen ausbreitend

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Auf dem Boden liegend und sonnend zum Beispiel:
Schopfkarakara (
aufgenommen im Jura-Zoo Neumarkt).

 

 

 


Harpyie (aufgenommen im Tiergarten Nürnberg).

 

 

 

 

 

Pharaonen-Uhu oder Wüstenuhu (aufgenommen im Vogelpark Niendorf (Timmendorfer Strand); gezeigt wird eine eine Kreuzung zwischen Wüstenuhu und Bengaluhu (Vogelpark Niendorf: Zooschild))

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Virginia-Uhu (aufgenommen in der Burgfalknerei Hohenbeilstein)

 

 

 

 

Uhu (aufgenommen im Vogelpark Irgenöd)

 

 

 

Oder es werden die Flügel ausgebreitet und der Schwanz gespreizt. Beispiele:

Steppenadler (aufgenommen in der Greifvogelstation Heidenheim)

 

 

 

 

Schwarzmilan (aufgenommen im Zoo Schmiding)

Auch Streifenohreulen wurden beim Sonnenbad beobachtet.

03.05.07. Staub- und Sandbad
Das Baden im Staub ist eine Alternative zum Sonnenbad oder die Körperpflege wird mit den Sonnenbad ergänzend abgeschlossen (FALKE 10/2009) oder beim Baden in Staub oder Sand wird sich „mit trockener, feiner Erde und gröberen oder feineren Sand“ bestäubt („Buch der Vogelwelt, Mitteleuropas“ (1973)) oder mit den Füssen in der Erde gescharrt, die Flügel geschüttelt, „so dass der aufgewirbelte Staub in das gesträubte Gefieder eindringt“ (Burton: "Das Leben der Vögel" (1985)). Die Federn werden mit Staub bestäubt, um Milben und abgestorbene Hautschuppen loszuwerden (FALKE 10/2009) oder bei den Sand- und Staubbädern wird „sich ziemlich schnell“ im „lockerem, feinen Sand oder Staub“ gedreht, so dass Ektoparasiten reduziert werden (VÖGEL 01/2015).

Beim Baumfalken wurden bereits Staub- und Sandbäder beobachtet.

 

Das nachfolgende Foto zeigt einen Falklandkarakara (aufgenommen im Tiergarten Berlin (Friedrichsfelde)), der sein Gefieder im Staub bzw. auf dem Boden reinigt / pflegt.

Die nachfolgenden Fotos zeigen einen Andenkondor (aufgenommen im Tiergarten Nürnberg), der seinen Schnabel, seinen Kopf und Hals auf dem Boden reinigt / pflegt.

Eulen bevorzugen Sandbäder, da diese effektiv Ektoparasiten reduzieren (VÖGEL 01/2015). Beim Steinkauz sind „Staub- und Sandbäder häufig“ (Schön, Scherzinger, Exo, Ille: „Der Steinkauz“, NBB 606) oder Steinkäuze und Schleiereulen „bevorzugen Staub- sowie Sandbäder“ (Mebs/Scherzinger „Die Eulen Europas“ (2000)). Auch Brahmakäuze wurden badend im Sand bereits beobachtet.

03.05.08. Regenbad
Aufgrund der dachziegelartigen Anordnung der Federn können die Vögel „lange Zeit im Regen aushalten, ohne bis auf die Haut nass zu werden“ (VÖGEL 04/2015).

Die nachfolgenden (stark vergrösserten) Fotos (aufgenommen auf der Vogelausstellung Ornika) zeigen die zum Teil abperlenden Wassertropfen auf dem Gefieder eines Wanderfalken im Regen.

Die Harpyie im Regen: Das Wasser perlt zum Teil ab. Ab und zu schüttelt die Harpyie den Kopf, um die durchnässten Federn vom Wasser zu befreien. Der Kopf ist in der Regel “eingezogen”. Das Bauchgefieder wird ab und zu aufgeplustert. Ein Schütteln des Gefieders wurde auch beobachtet. (Aufgenommen im Tiergarten Nürnberg).

Die Harpyie, im “tagelangen” Regen, das durchnässte Kopfgefieder ... (aufgenommen im Tiergarten Nürnberg)

Die Harpyie, nach dem “tagelangen” Regen, mit Sonne und Wind sieht das Kopfgefieder bald wieder “wie neu” aus ... (aufgenommen im Tiergarten Nürnberg)

Riesenseeadler im strömenden Regen, das Rückengefieder ist “verschlossen”, das Wasser fliesst/perlt ab ... (aufgenommen im Tiergarten Nürnberg)

Die meisten Eulen lassen sich im Regenbad mit ausgebreiteten Flügeln vom Regen berieseln (Mebs/Scherzinger „Die Eulen Europas“ (2000)).

Im Regen breitete der Habichtskauz mitunter auch das Gefieder zum “Regenbad” aus. (aufgenommen im Tiergarten Nürnberg).

Schnee-Eule im Regen (mittleres Bild: Bildausschnittsvergösserung) die Wasserperlen. (Aufgenommen im Tiergarten Nürnberg)

Uhu im Regen (mittlere Bilder: Bildausschnittsvergösserung) die Wasserperlen. (Aufgenommen im Tierpark Riesa)

03.05.09. Schneebad
Sperbereulen baden im lockeren Schnee (Mebs/Scherzinger „Die Eulen Europas“ (2000)).

03.05.10. Gefieder aufschütteln
Ab und zu wird das Gefieder aufgeschüttelt. Das Aufschütteln geschieht entweder ohne einen besonderen Grund (VÖGEL 01/2015) oder in der Regel als Beendigung einer Gefiederpflege, einem Wasserbad oder einem Sandbad (VÖGEL 01/2015).

 

Kampfadler (aufgenommen im Zoo Schmiding)

 

 

 

 

Harpyie (aufgenommen im Tiergarten Nürnberg)

 

 

 

 

 

Raubadler (aufgenommen im Greifvogelzoo Bayerischer Jagdfalkenhof Schloss Schillingsfürst

)

 

 

 

 

Wollkopfgeier, bei dem sogar eine “Staubwolke” erscheint (rechts unten: aufgenommen im Zoo Schmiding)

 

 

 

 

Rotrückenbussard (aufgenommen in der Greifvogelanlage Wüstenrot)

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Aguja (aufgenommen im Tierpark Hofgeismar-Sababurg)

 

 

 

 

Turmfalke (aufgenommen im Bayerwald-Tierpark Lohberg)

 

 

 

 

Sibirischer Uhu (aufgenommen in der Falknerei im Erlebnis-Wildpark Klein-Auhein)

 

 

 

Uhu (aufgenommen im Bayerwald-Tierpark Lohberg): links

Schneeeule (aufgenommen im Tiergarten Nürnberg): rechts

 

 

 

Waldohreule (aufgenommen im Wildpark Lüneburger Heide Nindorf-Hanstedt)

 

 

 

 

 

Schneeeule, die sich zuerst aufplustert und dann aufschüttelt (aufgenommen im Tiergarten Nürnberg)

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Steinkäuze schütteln sich „meist in Verbindung mit dem Putzen”, „bei und nach der Gewölleabgabe, nach Regen- und Sandbädern sowie nach dem Schlucken grosser Beutetiere” (Schön, Scherzinger, Exo, Ille: „Der Steinkauz“, NBB 606).

03.04.11. Hecheln
Durch Hecheln wird für Abkühlung gesorgt. Aufgrund der Tatsache, dass Vögel keine Schweissdrüsen haben, daher nicht schwitzen können, verdunstet das Wasser durch nackte Hautstellen und sorgt die für die gewünschte Kühlung.

Eulen hecheln bei Hitze mit einem weit geöffneten Schnabel, um sich abzukühlen (Mebs/Scherzinger „Die Eulen Europas“ (2000)).

Steinkäuze hecheln zur Temperaturregulierung bei Hitze „mit weit geöffneten Schnabel und eng an den Körper gelegten Gefieder” (Schön, Scherzinger, Exo, Ille: „Der Steinkauz“, NBB 606).

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hechelnder Kaiseradler (aufgenommen in der Greifvogelwarte Landskron)

 

 

 

 

hechelnder Steppenadler (aufgenommen im Wildparadies Tripsdrill)

 

 

 

 

hechelnder Rotmilan (aufgenommen im Heimattierpark Riesa)

 

 

 

 

 

hechelnde Harpyie (aufgenommen im Tiergarten Nürnberg)

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03.05.12. Aufplustern
Durch ein Aufplustern des Gefieders verschafft man sich eine "Warmluftdecke" zwischen dem äusseren und inneren Federkleid. Zur Vermeidung von Wärmeverlust bzw. zum Kälteschutz wird der Kopf beim schlafen in das Gefieder gesteckt. Das Gefieder wird leicht gesträubt. Die körpernächsten Federn werden aufgestellt und die Deckfedern bleiben dicht geschlossen, so dass das ganze wie ein "Pullover" wirkt.

Steinkäuze plustern bei Kälte „besonders das Kleingefieder an Brust und Seiten stark auf” (Schön, Scherzinger, Exo, Ille: „Der Steinkauz“, NBB 606).

aufgeplusterter Rauhfusskauz (aufgenommen im Vogelpark Niendorf (Timmendorfer Strand))

 

 

 

 

Kanincheneule mit “normalem” Gefieder (links) und mit “aufgeplustertem” Gefieder (rechts) aufgenommen auf der Vogelausstellung Ornika)

03.05.13. Gähnen                                                                          

Das Gähnen ist ein Reflex (VÖGEL 04/2009) und zum „Gähnen wird der Schnabel geöffnet und in verschiedenen Stellungen unterschiedlich weit offen gehalten“ (VÖGEL 01/2015).

Beim Steinkauz leitet das Gähnen „oft auch die Würgphase vor der Gewälleabgabe ein” (Schön, Scherzinger, Exo, Ille: „Der Steinkauz“, NBB 606).

Gähnende Harpyie (jeweils linker Vogel)
aufgenommen im Tiergarten Nürnberg

 

 

 


Gähnender Riesenseeadler
aufgenommen im Tiergarten Nürnberg

 

 

 

 

Gähender Steppenadler, der sein Kopf beim Gähnen verdreht (links)
aufgenommen im Wildgehege Hundshaupten in der Falknerei Kolitsch

Gähnender Wespenbussard (rechts)
aufgenommen in der Falknerei im Wisentgehege Springe

 

 

Gähnender Gaukler
aufgenommen im Harzfalkenhof Bad Sachsa

 

 

 


Gähnende Schnee-Eule (links; linker Jungvogel)
Gähnende Bartkauz (rechts)
aufgenommen im Tiergarten Nürnberg

03.05.14. Strecken
Das Strecken dient der „Erholung und Entspannung“ der Skelettmuskulatur (VÖGEL 04/2009), wobei die Flügel und die Beine gleichzeitig oder einzeln „weit nach aussen und unten gestreckt“ werden, oft zuerst die eine Seite, dann die andere Seite (VÖGEL 01/2015) oder gestreckt wird sich mit einem Flügel und „dem Bein derselben Seite” (Mebs/Scherzinger „Die Eulen Europas“ (2000)) oder mit beiden Flügeln „in flach vorgestreckter Haltung” (Mebs/Scherzinger „Die Eulen Europas“ (2000)). Beim Dehnen werden „Hals, Schnabel, Beine, Füsse oder das Durchdrücken der Beine, was den Ganzen Körper aufrichtet“, gedehnt (VÖGEL 01/2015).

Beim Strecken werden die Flügel nacheinander -jeder einzeln- und dann als Abschluss werden die beiden Flügel zusammen nach oben gestreckt
Beispiel: Harpyie (aufgenommen im Tiergarten Nürnberg)

Beispiel: Milchuhu (aufgenommen im Zoo Heidelberg)

Manchmal wird auch nur ein Flügel gestreckt.
Beispiel: Schopfkarakara (aufgenommen im Greifvogelpark / Falknerei Katharinenberg)

Beispiel: Sekretär (aufgenommen im Vogelpark Niendorf (Timmendorfer Strand))

Manchmal wird auch ein Bein gestreckt.
Beispiele: Weisskopfseeadler (links; aufgenommen im Tiergarten Nürnberg) und Harpyie (mitte und rechts; aufgenommen im Tiergarten Nürnberg)

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03.06. Die Greifvögel und Eulen, die Ruhe und der Schlaf
Wissenschaftler der Ruhr-Universität Bochum haben nach einer fünfjährigen Forschung herausbekommen, dass Vögel neben dem Gleichgewichtsorgan im Innenohr, welches für die „Bewegung beim Fliegen“ zuständig ist, noch ein zweites Gleichgewichtsorgan im Beckenbereich besitzen, welches „für die Beinmotorik zuständig“ ist (“Der Falkner” (2016)). Aufgrund von Experimenten kam heraus, „dass Versuchstiere, bei denen dieses Organ verletzt wurde, zwar noch fliegen konnten, aber beim Stehen oder Sitzen von der Stange kippten”, was damit auch erklärt, warum „schlafende Greifvögel nicht vom Baum” fallen (“Der Falkner” (2016)).

Die „Schlafgewohnheiten und Ruheverhalten der Vögel beschäftigen die Menschen seit Uhrzeiten. Massenschlafplätze von Zugvögeln bieten häufig einen einmaligen Eindruck –z.B. 15.000 Kraniche auf einer 1 ha grossen Wasseroberfläche, 50.000 Stare in wenigen Bäumen, deren Äste unter deren Last bersten. Noch interessanter sind die Übernachtungseigentümlichkeiten mancher Einzelgänger, z.B. von Eisvögeln im Nadelwald. Ungünstige Witterungsbedingungen lassen andere Vögel zu Schwarmverhalten übergehen – mehr als 60 Zaunkönige suchten eine gemeinsame Schlafhöhle auf, Hunderte Schwalben nächtigen in dichten Trauben, um die Wärmeabstrahlung gering zuhalten“ (Stiefel: „Ruhe und Schlaf bei Vögeln“, NBB 487 (1976)). Das Ruhen wird auch als Dösen bzw. Herumdösen bezeichnet (VÖGEL 01/2015).

Beispiel eines schlafenden Eisvogels, lat. Alcedo atthis (aufgenommen im Vogelpark Marlow).

Einzeln hingegen schlafen dazu eigentlich die Greifvögel und Eulen.

Ab dem Juni bilden die Rotmilane sogar "Schlafgemeinschaften" von bis zu 180 Vögeln und im Überwinterungsgebiet im Mittelmeerraum von bis 100 Vögeln (Stiefel: „Ruhe und Schlaf bei Vögeln“, NBB487, 1976). Schlafgemeinschaften (FALKE 06/2014) von etwa 250 Rotmilanen im Harzvorland und bis zu 500 Rotmilanen wurden in Spanien beobachtet. Der Amerikanische Gleitaar oder Weissschwanzgleitaar bildet mitunter auch Übernachtungsgemeinschaften von bis zu 40 Gleitaaren. Die Rotfussfalken überwintern in Gruppen von 4.000 bis 5.000 Individuen und die Rötelfalken überwintern in Gruppen von bis zu 6.000 Individuen (Stiefel: „Ruhe und Schlaf bei Vögeln“, NBB487, 1976). Aufgrund einer Vogelzählung (Falke 07/2007) in Senegal wurden an einem einzigen Schlafplatz durch den französischen BirdLife Partners LPO über 28.600 Rötelfalken, lat. Falco naumanni und rund 16.000 Schwalbenschwanzaare, lat. Chelictinia riocouri, gezählt. Greifvögel-Schlafplätze von mehreren Tausend Individuen (Falke 07/2007) sind auch aus Mali, Burkina Faso und Nigeria bekannt.

Für eine Untersuchung der Schlafplätze wurden „seit Anfang 2002“ in den Monaten „Oktober bis April monatliche Synchronzählungen an den Schlafplätzen am Ammersee durchgeführt“, wobei herauskam, dass „am Hauptschlafplatz im Ampermoos, dessen Bedeutung für die Überwinterer der Ammersee-Region im Zeitraum von acht Wintern stetig stieg und welcher aktuell von knapp 90% der Vögel genutzt wird“, „ungewöhnlich hohe Zahlen mit einem Tagesmaximum von 110 Ind. im Ampermoos und 119 Ind. im Ammerseegebiet“ dokumentiert wurden und dass die Anwesenheit der Kornweihen witterungsabhängig ist und dass „bei mehrtägiger geschlossener Schneelage“ die Kornweihen in ein noch unbekanntes Gebiet abwandern und „bei Tauwetter sofort“ zurückkehren und dass „die Schlafplätze am Ammersee“ „in lockerer Schilf- und Streuwiesenvegetation“ liegen (ORNITHOLOGISCHER ANZEIGER: Band 50, Heft 1 (2011)).

In den Alpen werden jährlich Mitte August alle bekannten Schlafplätze der Gänsegeier kontrolliert, so dass man im Jahr 2011 550 Gänsegeier zählen konnte, so dass man im Jahr 2015 1732 Gänsegeier zählen konnte, wobei sich am grössten Schlafplatz 2015 über 400 Gänsegeier versammelten (FALKE Sonderheft: „Geier“ (2016)).

Die Greifvögel haben eine einheitliche Schlafhaltung. Sie schlafen im Nest oder auf dem Boden liegend oder auf den Ästen sitzend. Den Kopf drehen die Greifvögel um 180 Grad nach hinten und stecken ihn in die Schulterfedern, genau genommen wird der Schnabel zwischen Flügelansatz und Körper geschoben. In der Ruhestellung sinkt der Kopf nach vorn ab und sinkt unter Umständen bis auf den Boden.

Ein Bartgeier, der seinen Kopf ins Gefieder gesteckt, um zu schlafen (aufgenommen im Tiergarten Nürnberg)

Die nachfolgenden Fotos zeigen im Zoopark Erfurt zwei ruhende (schalfende?) Gänsegeier: Der Kopf geht nach unten und die Augenlieder werden einzeln und/oder beide geschlossen werden. Die Augenlieder gehen wieder auf und der Kopf geht nach oben, wenn es wieder etwas zu beobachten gibt.

Bezüglich der Schmutzgeier wurde beobachtet, dass diese sich in Schlafgemeinschaften von 20 bis 50 Einzelvögeln zusammengesellen. Grosse gemischte Schlafgemeinschaften von Hunderten von Truthahngeiern und Rabengeiern wurden ebenso beobachtet.

Die Falklandkarakaras sind gesellig und ruhen sich an windgeschützten Plätzen aus. Die Falklandkarakaras schlafen „auf beiden Läufen oder auf einem Bein stehend, wobei“, das andere Bein ins Bauchgefieder gezogen wird oder die Falklandkarakaras „schlafen aufgebaumt oder aufgeblockt(Seger: „Der Falklandkarakara“, NBB 644 (1997)). Der Kopf und der Hals werden ins Gefieder gesteckt, um Wärmeverluste zu vermeiden (Seger: „Der Falklandkarakara“, NBB 644 (1997)). Im Schlaf wird das Gefieder „leicht gesträubt(Seger: „Der Falklandkarakara“, NBB 644 (1997)).

Diese Fotos wurden im Tiergarten Nürnberg aufgenommen:

ruhende Harpyie

 

 

 

 

ruhender Andenkondor

 

 

 

 

ruhender Riesenseeadler

Die nachtaktiven Eulen schlafen am Tage. Bei den Eulen kann man die Ruhe- und Schlafstellung –auch aufgrund des grossen Kopfes- kaum auseinander halten. Möglicherweise ruhen sie auch nur tagsüber. Aber ob sie nun wirklich ruhen oder schlafen konnte bisher noch nicht festgestellt werden. Der Grund hiefür ist, dass die Eulen schon beim kleinsten Geräusch „sofort munter“ sind.

In der Ruhestellung werden die Augen geschlossen und ab und zu wird geblinzelt (VÖGEL 01/2015). Die Eulen bleiben in der Ruhestellung aufrecht stehen oder „lehnen sich sogar an“ (VÖGEL 01/2015).

Ausserhalb der Brutzeit sind die Waldohreulen auch im baumlosen Gelände, an Stranddünen, in Wüsten und Halbwüsten anzutreffen. Die nördlichsten Vertreter sind Zugvögel und diese ziehen nach (Zentral-) Mexiko, in die Golfstaaten, Nordägypten und Indien, um dort zu überwintern. Diese Zugvögel versammeln sich ausserhalb der Brutzeit mitunter in Gruppen von bis zu 10 (ab und zu auch schon in richtigen „Sammelstätten“ von bis zu 200) Waldohreulen an den Schlafplätzen. In einer im Bundesland Sachsen-Anhalt durchgeführten Studie (Eulenrundblick 61) bezüglich der Schlafplätze von Waldohreulen beginnend vom Winter 2001-2002 bis zum Winter 2009-2010 und der Auswertung von 365 Meldungen kam heraus, dass an den beobachteten Schlafplätzen durchschnittlich 34,5 Waldohreulen zusammen übernachteten. Als „Extreme“ wurden an einem Übernachtungsort 19 Waldohreulen im Jahreswechsel 2006-2007 und 70 Waldohreulen im Jahreswechsel 2009-2010 gezählt. Allert und Göring geben in der Broschüre „Eulen im Landkreis Gotha“ (2001) bis zu 100 Individuen an den Winterschlafplätzen an.

Die Sumpfohreulen bilden an den Winterschlafplätzen Ansammlungen von bis zu 100 Individuen (Gooders: „Vögel Europas“, 1999; Allert, Göring: „Eulen im Landkreis Gotha“, 2001). Andererseits werden auch normalerweise 14-20 Individuen, ausnahmsweise viele Hundert Individuen bis über Tausend Individuen (Mebs/Scherzinger „Die Eulen Europas“, 2000) angegeben.

Es konnte dokumentiert werden, dass sich im Winter 2007/2008 eine Sumpfohreule mit einer Schlafgemeinschaft von Waldohreulen zusammenschloss (Kauzbrief 20 (2008)). Gezählt konnten so neben der Sumpfohreule am 30.12.2007 10 Waldohreulen und am 01.01.2007 „nicht weniger als 32 Waldohreulen“ (Kauzbrief 20 (2008)).

Beim Schlafen plustert sich der Steinkauz, das heisst sein Gefieder, auf. Den Kopf zieht an seinen Körper. Ein Bein wird oft ins Gefieder gezogen.

Die Ostkreischeulen schlafen „mit zusammengekniffenen Augen und aufgestellten Federohren, wobei ihr Kopf leicht zur Seite gedreht ist und der Schnabel im Gefieder steckt(S.C.R.O.-Deutschland: „Eulenbestand 2010“).

Diese Fotos wurden im Tiergarten Nürnberg aufgenommen:
schlafende junge Schnee-Eule

 

 

 

 

 

 

 

 


ruhender Uhu

Mit freundlicher Genehmigung von Dani Studler, www.dpi-grafics.ch / www.strixaluco.ch konnte das Foto des jungen Waldkauzes, der ca. 15 Minuten kopfüber am Ast schlief bis er von einem Zug geweckt wurde, verwendet werden.

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03.07. Die Greifvögel und Eulen, die Körperhaltungen
Die meisten Greifvögel und Eulen sitzen oder stehen in der Regel auf einem Ast oder befinden sich wie die Sekretäre und Geier auf dem Boden.

Befinden sich die Greifvögel und Eulen auf einem Ast, stehen sie entweder mit beiden Beinen auf dem Ast oder nur mit einem Bein, weil das zweite Bein unter das Gefieder gesteckt wird.

Auf dem linken Foto steht die Harpyie mit beiden Beinen und auf dem rechten Bild nur mit einem Bein auf dem Ast (aufgenommen im Tiergarten Nürnberg)

Auf dem linken Foto steht eine Schleiereule auf 2 Beinen (aufgenommen in der Falknerei Lindl (in Oberfrauenau (bei Zwiesel)) und auf dem rechten Foto steht ein Nördlicher Fleckenuhu oder(?) Wellenuhu oder Grau-Uhu auf einem Bein (aufgenommen im Vogelpark Niendorf (Timmendorfer Strand)).

Die Fotos der Kanincheneule wurden im Adler- und Wolfspark Kasselburg gemacht. (links: auf zwei Beinen stehend; rechts: auf einem Bein stehend).

Der Sekretär kann eines seiner langen Beine nicht ins Gefieder ziehen. Der Sekretär steht zum Beispiel (linkes Foto: aufgenommen im Allwetterzoo Münster) oder kniet (mittleres Foto: aufgenommen im Tierpark Berlin Friedrichsfelde) oder liegt (rechtes Foto: aufgenommen im Tierpark Berlin Friedrichsfelde).

Greifvögel und Eulen kann man andererseits auch liegend beobachten.

Links: Raubadler (aufgenommen im Greifvogelzoo Bayerischer Jagdfalkenhof Schloss Schillingsfürst)
Mitte: Pharaonen-Uhu oder Wüstenuhu (aufgenommen im Vogelpark Niendorf (Timmendorfer Strand); gezeigt wird eine eine Kreuzung zwischen Wüstenuhu und Bengaluhu (Vogelpark Niendorf: Zooschild))

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