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Block 1: Ein zusammenfassender Überblick über die Welt der Greifvögel und Eulen
02.01. Die Greifvögel und Eulen, aus der Evolution, vom Beginn und dem Ende der Ersten
02.02. Die Greifvögel und Eulen, zum Klima und Klimawechsel
02.03. Die Greifvögel und Eulen, über Parasiten und Infektionen
02.04. Die Greifvögel und Eulen, vom Feindverhalten
02.05. Die Greifvögel und Eulen, die (Neu-)Entdeckungen

Um Wiederholungen bei den einzelnen Abschnitten meiner wissenschaftlichen Ausführungen / Ausarbeitungen zu vermeiden, verweise ich auf das Literaturverzeichnis, das sich auf der Seite “Greifvögel / Eulen 1” befindet. Hiermit untersage ich (Jens Wolf, www kaiseradler.de) jede weitere Verbreitung, Vervielfältigung, Verwertung meiner Fotos in welcher und / oder durch welche Art und / oder Weise auch immer. Genauso untersage ich hiermit jede weitere Verarbeitung, Vervielfältigung, Verwertung meiner wissenschaftlichen Ausführungen / Ausarbeitungen oder Teilen daraus. Das Inhaltsverzeichnis befindet sich auf der Seite “Greifvögel / Eulen A”. Es sei darauf hingewiesen, dass die Möglichkeit besteht, dass im Lauf der Zeit aufgrund von Veränderungen im Bestand der in den Falknereien und/oder (zoologischen) Einrichtungen gehaltenen Arten, die fotografierten Arten nicht mehr gezeigt werden oder nun andere Arten zu sehen sind.

02.01. Die Greifvögel und Eulen, aus der Evolution, vom Beginn und dem Ende der Ersten
Laut der Zeitschrift PM (07/2012) benötigten Forscher der Universität Oslo 20 Jahre, um festzustellen, um sicher zu sein, dass ein im norwegischen See As gefundenes lebendes 40 Mikrometer kleines Wesen mit dem Namen Collodyction, welches sich von noch kleineren Wesen ernährt, eine Milliarde Jahre alt ist.

Im Jahre 1972 verbreitete der britische Paläontologe Dr. Alick D. Walker die These (Norman: „Dinosaurier“ (1991)), „dass die Vögel aus einem Stamm leicht gebauter Krokodilier-Vorläufer hervorgegangen seien“ (Ross/Dr. Garnett: „Krokodile und Alligatoren“ (2002)). Einige der Krokodilier-Vorläufer begannen nach der Auffassung von Dr. Alick D. Walker auf Bäume zu klettern, andere passten sich der amphibischen Lebensweise an und wurden zu den echten Krokodiliern (Ross/Dr. Garnett: „Krokodile und Alligatoren“ (2002)). Des weiteren besteht die Thesen, dass sich die Vögel von „kleinen fleischfressenden Coelurosaurier wie den Dinosaurier Compsognathus“ abstammen oder „dass sich die Vögel direkt aus den Vorfahren der Dinosaurier, den Pseudosuchier-Thecodontiern wie Euparkeria“, entwickelten (Lambert: "Alles über das Leben der Vorzeit" (1990)). Inzwischen „stimmen jedoch die meisten Experten heute darin überein, dass die Vögel heute möglicherweise von kleinen fleischfressenden Dinosauriern abstammen“ (Ross/Dr. Garnett: „Krokodile und Alligatoren“ (2002)) oder man findet auch, dass „die Vorfahren der Vögel“ offenbar Reptilien, die sich in „drei große evolutionäre Entwicklungslinien“, den Schildkröten, den Schlangen und Eidechsen und den Krokodilen unterscheiden und dass „die heute lebenden Vögel“ zusammen „mit den Krokodilen eine Schwestergruppe“ bilden („ORDEN DEUTSCHER FALKONIERE“ (2010)). Die Krokodil- und Vogelvorfahren entwickelten vor 300 Millionen Jahren auseinander (Ross/Dr. Garnett: „Krokodile und Alligatoren“ (2002)).

Es bleiben jedoch die Gemeinsamkeiten aus der Entwicklungsgeschichte der Herrschenden Reptilien, dass Krokodile und Vögel einerseits „einen länglichen äusseren Gehörgang, einen Muskelmagen“, vollständig getrennte Herzkammern besitzen und andererseits Nester bauen und eine Brutfürsorge betreiben (Ross/Dr. Garnett: „Krokodile und Alligatoren“ (2002)) oder vollständig getrennte Herzkammern besitzen und „an den Hinterfüssen nur vier Zehen“ haben (Schmitt: "Wie sich das Leben entwickelte" (1994)). Als „Stammgruppe aller zu den Archosauriern gehörenden Reptilien und“ Vögel gilt wahrscheinlich eine Gruppe der Thecodontier (Ross/Dr. Garnett: „Krokodile und Alligatoren“ (2002)) oder man nimmt an, „dass die Vögel sich aus einer Dinosauriergruppe, den Maniraptora entwickelt haben, die ihrerseits eine Untergruppe der Theropoden darstellen, zu der auch bekannte Dinosaurier wie Tyrannosaurus rex gehören (Übersicht in Storch et al., 2007). Während die ursprünglichen Coelurosauria schon einfache Federn aufwiesen, zeigen die Manoraptora bereits ein komplex aufgebautes Federkleid, wie man es bei Archaeopteryx gefunden hat“ („ORDEN DEUTSCHER FALKONIERE“ (2010)).

Vor 265 bis 65 Millionen Jahren traten „erstmals Krokodile“ auf (Ross/Dr. Garnett: „Krokodile und Alligatoren“ (2002)), vor 249 bis 200 Millionen Jahren wird als ältester Ahn Rauisuchia, ein 4 bis 6m langes Reptil, angegeben („Wunder der Tierwelt“ 05/2016), vor 230 bis 200 Millionen Jahren lebten die Aetosauria, eine 1 bis 3m grosse Reptiliengruppe („Wunder der Tierwelt“ 05/2016), „vor 136 bis 65 Millionen Jahren gab es bereits zahlreiche Echte Krokodile“ (Dossenbach: „Das Lexikon der Tiere“ (1997)) oder vor 130 bis 65 Millionen Jahren „entstanden die Vollkrokodile oder Eusuchier, die zu den heutigen Gruppen führten“ („Lebendige Wildnis, Tiere der Seen und Sümpfe“ (1994)) oder „die Linie der Krokodile trat schon vor 240 Millionen Jahren in Erscheinung“ (Spektrum der Wissenschaft: Spezial: Tierische Tricks).

Es werden 22 Krokodilarten in den 3 Familien der echten Krokodile, der Alligatoren und der Gaviale („Lebendige Wildnis, Tiere der Seen und Sümpfe“ (1994)) oder „acht Gattungen und 22 Arten“ (Ross/Dr. Garnett: „Krokodile und Alligatoren“ (2002)) oder 23 Arten in den 3 Familien der Alligatoren und Kaimane, lat. Alligatoridae mit „4 Gattungen, 8 Arten“, der echten Krokodilen, lat. Crocodylidae mit „3 Gattungen, 12 Arten“ und der Gavialen, lat. Gavialidae mit einer Art (Spektrum der Wissenschaft: Spezial: Tierische Tricks) oder 21 Krokodilarten in den 3 Familien der echten Krokodile, der Alligatoren und Kaimane und der Gaviale (Dossenbach: „Das Lexikon der Tiere“ (1997)) unterschieden. Genaugenommen zählen zu den echten Krokodilen, lat. Crocodylidae die Gattungen Crocodylus, Osteolaemus, Tomistoma, zu den Alligatoren, lat. Alligatoridae die Gattungen Alligator, Caiman, Melanosuchus, Paleosuchus und zu den Gavialen, lat. Gavialidae die Gattung Gavialis („Grzimeks Tierleben, Enzyklopädie des Tierreichs“, Band 6 (Kriechtiere).

Die nachfolgenden Bilder zeigen Nil-Krokodile, lat. Crocodylus niloticus (aufgenommen im Zoo Köln (links) und im Zoo Halle (Unterart: Crocodylus niloticus cowici; mitte), Leistenkrokodile, lat. Crocodylus porosus (aufgenommen im Zoo Stuttgart (Wilhelma; rechts oben) und Siam-Krokodile, lat. Crocodylus moreletii (aufgenommen in der „Welt der Reptilien: Der Zoo“ in Beilrode/OT Döbrichau; rechts unten).

Die nachfolgenden Bilder zeigen das Australische Süsswasserkrokodil, lat. Crocodylus johnsoni und dessen Eier (aufgenommen im Zoo Frankfurt (Main; links), ein Sumpfkrokodil, lat. Osteolaemus tetraspis (?; aufgenommen im Zoo Leipzig; mitte), ein Neuguinea-Krokodil, lat. Crocodylus novaeguineae (aufgenommen in der „Welt der Reptilien: Der Zoo“ in Beilrode/OT Döbrichau; rechts oben) und ein Beulenkrokodil, lat. Crocodylus moreletii (aufgenommen in der „Welt der Reptilien: Der Zoo“ in Beilrode/OT Döbrichau; rechts unten).

Die nachfolgenden Bilder zeigen Breitschnautzenkaimane, lat. Caiman latriostris (aufgenommen im Zoo Stuttgart (Wilhelma; links), einen Brillenkaiman, lat. Caiman crocodilus (aufgenommen im Tiergarten Nürnberg; mitte oben; aufgenommen im Zoo Rostock; mitte unten), einen Brauen-Glattstirnkaiman, lat Paleosuchus palpebrosus (aufgenommen im Tierpark Chemnitz; rechts oben) und einen Geilkopf-Glattstirnkaiman, lat Paleosuchus trigonatus (aufgenommen in der „Welt der Reptilien: Der Zoo“ in Beilrode/OT Döbrichau; rechts unten).

Die nachfolgenden Bilder zeigen einen Hechtalligator, lat. Alligator mississippiensis (aufgenommen im Tiergarten Berlin (Friedrichsfelde); links), einen China-Alligator, lat. Alligator sinensis (aufgenommen im Tiergarten Berlin (Friedrichsfelde); mitte) und einen Sunda-Gavial, lat. Tomistoma schlegeli (aufgenommen im Tiergarten Berlin (Friedrichsfelde): rechts oben und aufgenommen im Zoo Dresden: rechten unten).

Vor 220 Millionen Jahren lebten in Zentralasien Reptilien (Longisquama insignis), die Federn besessen haben (FALKE 10/2000). In der Mongolei (Falke 12/2008) wurde ein ca. 150 Millionen Jahre alter nicht flugfähiger mit Federn bedeckter Dinosaurier (Epidexipteryx hui aus der Gruppe Theropoda) mit 4 langen Schwanzfedern (zur Balz benutzend?) gefunden. Forscher der Chinesischen Akademie der Wissenschaften (FALKE 06/2010) fanden beim ältesten Federsaurier Sinosauropteryx Überreste von Pigmenten, die Rückschlüsse auf Farbe und Federkleidzusammensetzung zulassen. Des Weiteren wird die Annahme (FALKE 06/2010) unterstützt, da die Flaumfedern nicht den gesamten Körper bedeckten, dass die Federn Signalfunktion, jedoch keine Kälteschutzfunktion hatten und auch nicht zum fliegen verwendet wurden.

Man findet, dass die „hypothetische bisher noch nicht gefundene UrvogelformProavis im Zeitraum „vor etwa 250 Millionen Jahren“ einzuordnen ist und zu „Beginn der Entwicklungslinie der Vögel bei der ausgestorbenen kleinen Reptilien-Gruppe Pseudosuchia zu suchen sei(Benes/Burian: „Tiere der Urzeit“ (1980)), dass Proavis, der „hypothetische Vorvogel zeitlich vor vor 200 Mill. Jahren eingeordnet” wird (Deutschen Greifenwarte Bernolph Frhr. von Gemmingen, Burg Guttenberg (früher: Deutsche Greifenwarte Claus Fentzloff, Burg Guttenberg: Hinweis), dass der hypothetische „Vor-VogelProavis „war ein zweifüssiges rennendes Reptil, dessen Vordergliedmassen zunächst nur luftrudernd gebraucht wurden“ und später „zu Flügeln wurden, mit denen sich das Tier in die Luft schwingen konnte“ (Krösche: „Die Moa-Strausse“ (2006)), dass der „Proavis, die Vorstufe des Archaeopteryx“, war nach einer Hypothese „ein arborealer primitiver Klammerkletterer, der den Gleitflug erwarb“ oder „ein zweifüssiger Renner, der mit den Vorderextremitäten lebende Beute niederschlug“ (Kuhn-Schnyder, Rieber: "Paläozoologie" (1984)), dass Überreste einer solchen Übergangsform „zwar nicht entdeckt worden“ sind, „aber man hat diese als Proavis bezeichnet“ (Krösche: „Die Moa-Strausse“ (2006)).

Dieses Foto des Proavis wurde in der Deutschen Greifenwarte Bernolph Frhr. von Gemmingen, Burg Guttenberg (früher: Deutsche Greifenwarte Claus Fentzloff, Burg Guttenberg) gemacht.

Zum Protoavis findet man, dass Protoavis im Zeitalter Trias lebte, eine Grösse von etwa 60cm und eine Flügelspannweite von 70cm hatte (Czerkas/Czerkas: „Dinosaurier“ (1990)), dass ein „kleiner, vogelähnlicher Fleischfresser“ in Texas gefunden wurde, der im Zeitalter Oberes Trias lebte und als Protoavis 1991 beschrieben wurde (Lambert: "Dinosaurier" (2002)), dass Dr. Sankar Chatterjee von der texanischen Universität in Lubbok den Protoavis entdeckte, auch eine Pressemeldung veröffentlichte (Norman: „Dinosaurier“ (1991), Seiten 137, 142), dass „im damaligen Tropenwald von Texas“ der krähengrosse „Ururvogel (Protoavis texensis)“ lebte und „vor etwa 215 Millionen Jahren“ ausstarb („Urania Tierreich, Band Vögel“ (2000)) oder dass vor rund 225 Millionen Jahren in Texas Ablagerungen des „etwa fasanengrossen Protoavis“ gefunden wurden, jedoch noch immer noch nicht ausreichend dokumentiert bzw. publiziert wurden (FALKE 09/1995), dass zum „Erstvogel“, lat Protoavis, „bislang nicht zweifelsfrei geklärt werden“ konnte, „ob Protoavis überhaupt ein Vogel war“, weil die „Knochen derart unvollständig erhalten“ geblieben sind und die „Federn und andere wesentliche Merkmale eines fliegenden Vogels“ fehlen, so dass man zur Schlussfolgerung kommt, dass Protoavis vermutlich kein Vogel, sondern „ein am Boden lebendes Reptil“ war (FALKE 07/1997).

Die Vögel benutzen fast alle „das linke Exemplar des paarig angelegten Eierstocks zur Eiablage“, was zurückreicht bis zu den Protovögeln von denen man zwei Exemplare der Gattung Enantiornithes und ein Exemplar der Gattung Jehornis untersuchte und feststellte, dass auch „nur einer der Eierstöcke aktiv“ war (FALKE 07/2013).

 

Der Urvogel, lat. Archaeopteryx hatte die „Grösse eine Elster“ ("Das grosse Buch des Allgemeinwissens", 1992; Perrins: „Vögel“) oder „war nicht grösser als eine Elster“ (Ackroyd: "Die Entstehung des Lebens, die Geschichte der Welt“ (2004)) oder „hatte etwa die Grösse einer Krähe oder einer Taube“ (Forshaw: "Enzyklopädie der Tierwelt", Band Vögel (1991)) oder war ca. 30cm gross (Richardson: "Dinosaurier und andere Tiere der Urzeit" (2004)), lebte in Europa (Forshaw: "Enzyklopädie der Tierwelt", Band Vögel (1991)), oder lebte „an den Gestaden eines Meeres in Deutschland“ (Zillmer: "Dinosaurier-Handbuch" (2002)) oder lebte am Seeufer und den offenen Waldlandschaften (Richardson: "Dinosaurier und andere Tiere der Urzeit" (2004)) im Zeitraum von vor „etwas mehr als 146“ Millionen von Jahren („1000 Fragen, 1000 Antworten: Wunderbare Tierwelt“, Readers Digest Wissenswelt (2006)) oder vor 200 bis 145 Millionen Jahren (Forshaw: "Enzyklopädie der Tierwelt", Band Vögel (1991)) oder „vor etwa 160 Millionen Jahren“ (Everett: „Raubvögel der Welt“ (1978)) oder vor ca. 150 Millionen von Jahren (Benes/Burian: „Tiere der Urzeit“ (1980); Ivanov, Hrdolickova, Gregorova: „Illustrierte Fossilien Enzyklopädie“; Ackroyd: "Die Entstehung des Lebens, die Geschichte der Welt“ (2004); „Greifvögel und Falknerei“ (1989)) oder vor 156 bis 150 Millionen von Jahren (Zillmer: "Dinosaurier-Handbuch" (2002); Lambert: "Dinosaurier" (2002)) oder vor 140 Millionen von Jahren (Nachtigal: „Vogelflug und Vogelzug“ (1987); Archaeopteryx lithographica: „Urania Tierreich, Band Vögel“ (2000)) oder „im Jura vor ungefähr 140 Millionen Jahren“ (Perrins: „Vögel“).

Archaeopteryx heisst übersetzt „griech. Archaios, >uralt< und pteryx, >Flügel<“ ("GEOkompakt: Die Urzeit" Nr. 8) oder „sehr alter Flügel“ (Lambert: "Dinosaurier" (2002)) oder „alter Flügel“ (Lambert: "Alles über das Leben der Vorzeit" (1990); FALKE 07/1997).

Die erste versteinerte 8 cm lange Feder fand man im Jahre 1860 („Urania Tierreich, Band Vögel“ (2000)) oder man fand als ersten Fund den „Abdruck einer Feder“ eines Archaeopteryx (Stephan: "Urvögel", NBB 465, 2.Aufl. (1979), 4.Aufl. (2005)) oder man fand „bereits 1860 eine einzelne Feder“, die „einen Hinweis auf die Existenz von Vögeln in der Jurazeit“ lieferte (FALKE 07/1997), die von Hermann von Meyer im Jahre „1861 als Archaeopteryx lithographica beschrieb“ (Kuhn: "Die vorzeitlichen Vögel" (1971)) oder die den Namen Archaeopteryx lithographica von Meyer im Jahr 1861 bekam (Stephan: "Urvögel", NBB 465, 2.Aufl. (1979)).

Im Jahr 1861 entdeckte man als zweiten Fund einen Archaeopteryx, der an das Britische Museum in London verkauft wurde (Werner: „1000 Dinosaurier“; Norman: „Dinosaurier“ (1991)), das sogenannte Londoner Exemplar (Stephan: "Urvögel", NBB 465, 2.Aufl. (1979), 4.Aufl. (2005)). Den Namen Archaeopteryx macrura bekam der zweite Fund von Owen im Jahr 1864 (Stephan: "Urvögel", NBB 465, 2.Aufl. (1979)). Der zweite Fund wurde früher mit Archaeopteryx macrura (im nach hinein nur ein Synonyom für Archaeopteryx lithographica aufgrund der Klassifizierungsregeln, weil unterstellt wurde, dass die Feder und der zweite Fund von ein und derselben Art abstammen) bezeichnet.

Im Jahr 1877 entdeckte man Archaeopteryx siemensi, der an das Berliner Museum für Naturkunde verkauft wurde (Werner: „1000 Dinosaurier“), das sogenannte Berliner Exemplar ist der dritte Fund (Stephan: "Urvögel", NBB 465, 2.Aufl. (1979), 4.Aufl. (2005); Norman: „Dinosaurier“ (1991)). Archaeopteryx siemensi ist kleiner und entweder ein nicht voll erwachsener Archaeopteryx oder ein Weibchen (Werner: „1000 Dinosaurier“). Den Namen Archaeopteryx siemensi bekam der dritte Fund von Damen im Jahr 1897 (Stephan: "Urvögel", NBB 465, 2.Aufl. (1979)), ursprünglich wählte man den Namen Archaeornis siemensi, weil man diesen Fund für eine andere Art und Gattung hielt („Urania Tierreich, Band Vögel“ (2000)).

Im Jahr 1956 entdeckte man als vierten Fund das Maxberger Exemplar (Stephan: "Urvögel", NBB 465, 2.Aufl. (1979), 4.Aufl. (2005)).

Im Jahr 1957 entdeckte man als fünften Fund ein Exemplar, welches sich im Teyler Museum, Haarlem befindet (Stephan: "Urvögel", NBB 465, 2.Aufl. (1979), 4.Aufl. (2005)).

Im Jahr 1951 entdeckte man als sechsten Fund das Eichstädter Exemplar (Stephan: "Urvögel", NBB 465, 2.Aufl. (1979), 4.Aufl. (2005)).

Ivanov, Hrdolickova, Gregorova („Illustrierte Fossilien Enzyklopädie“), Kuhn-Schnyder, Rieber ("Paläozoologie" (1984)) und FALKE (09/1995) geben an, dass bereits 7 Funde des Archaeopteryx beschrieben wurden.

In FALKE (03/2006, 02/2007) wird angegeben, dass man ein zehntes Exemplar des Archaeopteryx untersuchen konnte, welches in schweizer Privatbesitz gewesen ist und dass keinerlei Angaben zum „wer“ und „wann“ das zehnte Exemplar fand, gemacht werden konnten.

Die nachfolgenden Fotos zeigen Modelle des Urvogels, lat. Archaeopteryx (aufgenommen im Greizeitpark Geiselwind).

Das nachfolgende Foto zeigt ein Modell des Urvogels, lat. Archaeopteryx (aufgenommen im Forschungsinstitut und Naturmuseum Senckenberg (Frankfurt).

Auf den nachfolgenden Fotos sind Versteinerungen des Urvogels, lat. Archaeopteryx: “Solnhofener Exemplar” (links; aufgenommen im Bürgermeister-Müller-Museum in Solnhofen), “Londoner Exemplar” (mitte; aufgenommen im Bürgermeister-Müller-Museum in Solnhofen) und dem “Berliner Exempar” (rechts: als Art Wellnhofia grandis eingeordnet; im Naturhistorischen Museum Mainz) aufgenommen.

Die vorderen Extremitäten des Archaeopteryx sind mit Federn bedeckt und haben 3 freie Finger (Benes/Burian: „Tiere der Urzeit“ (1980)) oder „die drei Finger besitzen kräftige, gekrümmte Krallen, die dem Archaeopteryx vor allem das Erklettern der Bäume ermöglichten“ (Werner: „1000 Dinosaurier“) oder die Hand ist „mit Krallen“ versehen (Lambert: "Dinosaurier" (2002)) oder „an jedem Flügel“ befinden sich „dreiklauige >Finger<“ (Lambert: "Alles über das Leben der Vorzeit" (1990)) oder die vorderen Flügelkanten haben „3 freie Greiffinger“ (Richardson: "Dinosaurier und andere Tiere der Urzeit" (2004)).

Der Schnabel des Archaeopteryx enthält „kleine, scharfe Zähne“ (Werner: „1000 Dinosaurier“) oder „kleine Zähne“ (Lambert: "Alles über das Leben der Vorzeit" (1990)) oder einen „Kiefer mit Zähnen“ (Perrins: „Vögel“; Kuhn-Schnyder, Rieber: "Paläozoologie" (1984)) oder „bezahnte Kiefer“ (Ivanov, Hrdolickova, Gregorova: „Illustrierte Fossilien Enzyklopädie“) oder „scharfe, spitze Zähne“ (Lambert: "Dinosaurier" (2002)) oder „spitze Zähne“ ("GEOkompakt: Die Urzeit" Nr. 8; Richardson: "Dinosaurier und andere Tiere der Urzeit" (2004)).

Zur Nahrung zählen Kleintiere (Ivanov, Hrdolickova, Gregorova: „Illustrierte Fossilien Enzyklopädie“) oder Insekten (Perrins: „Vögel“; Ackroyd: "Die Entstehung des Lebens, die Geschichte der Welt“ (2004); Richardson: "Dinosaurier und andere Tiere der Urzeit" (2004)) oder Insekten, wie Libellen (Norman: „Dinosaurier“ (1991)) oder Fische, Krabben, Ammoniten, Würmer, Libellen, Falter, Fliegen (Lambert: "Dinosaurier" (2002)).

Die Grösse des Archaeopteryx wird mit 60cm (Archaeopteryx lithographica: Werner: „1000 Dinosaurier“; Lambert: "Dinosaurier" (2002); Zillmer: "Dinosaurier-Handbuch" (2002)) oder 100cm (Lambert: "Alles über das Leben der Vorzeit" (1990)) angegeben.

Archaeopteryx hatte ein flaches Brustbein, einen schweren Schwanz und die „vorderen Extremitäten (Flügel) gestatteten nur Segelflug oder höchstens Flatterflug auf kurze Entfernung“, so dass der Archaeopteryx „anscheinend ein schlechter Flieger“ war (Benes/Burian: „Tiere der Urzeit“ (1980)) oder Archaeopteryx besass vermutlich „nur eine äusserst eingeschränkte Flugfähigkeit“ (Werner: „1000 Dinosaurier“) oder Archaeopteryx war mangels fehlender starker Flugmuskeln nicht „zu einem ausdauernden Flug“ fähig (Perrins: „Vögel“) oder Archaeopteryx „kletterte auf Bäume, um von dort hinabzugleiten“ ("GEOkompakt: Die Urzeit" Nr. 8) oder Archaeopteryx kletterte entweder die Bäume hoch, flatterte herab oder hob „bei der schnellen Jagd nach Insekten vom Boden“ ab (Lambert: "Alles über das Leben der Vorzeit" (1990)) oder Archaeopteryx kletterte entweder die Baumstämme hoch, „um dann hinterzugleiten und kleine Tiere wie Insekten zu fangen“ oder hob „ab indem er über den Boden rannte“ (Ackroyd: "Die Entstehung des Lebens, die Geschichte der Welt“ (2004)) oder Archaeopteryx zog sich „mit Hilfe seiner Fingerkrallen an den Baumstämmen hoch, um dann von oben im Gleitflug nach unten zu fliegen“ (Lambert: "Dinosaurier" (2002)) oder Archaeopteryx war „nur zu kurzen Flügen imstande“ (Ivanov, Hrdolickova, Gregorova: „Illustrierte Fossilien Enzyklopädie“) oder Archaeopteryx konnte „wahrscheinlich nicht nur gleiten, sondern auch schon fliegen“ („Greifvögel und Falknerei“ (1989)) oder Archaeopteryx segelte „im Ruder- und Gleitflug von Baum zu Baum“, sofern auf dem Boden gelandet, kletterte Archaeopteryx „mit seinen scharfen, bekrallten Fingern wieder die Bäume hoch“ (Zillmer: "Dinosaurier-Handbuch" (2002)) oder Archaeopteryx war allenfalls „ein Baumkletterer“, der „sich von den Bäumen mittels ausgebreiteter Schwingen herabgleiten liess“ (FALKE 07/1997) oder Untersuchungen ergaben, dass „Archaeopteryx vermutlich wirklich fliegen konnte, obwohl er offensichtlich kein sehr eleganter Flieger war“ (Richardson: "Dinosaurier und andere Tiere der Urzeit" (2004)) oder aufgrund durchgeführte Analysen und Berechnungen stellte man fest, dass der Archaeopteryx und seine Verwandten nur Gleitflüge durchführen konnten bzw. nur flattern konnten, da der Schaft der Federn zu dünn war bzw. dann mangels Stabilität die Federn zu weich waren (FALKE 07/2010) oder in einem neuen „Analyseverfahren hat ein internationales Forscherteam“ einen weiteren Hinweis finden können, dass der „Archaeopteryx fliegen konnte“ und „dass die Federn mit Melanosomen, schwarzen Pigmenten ähnlich denen der heutigen Vögel, besetzt waren“, was auf „eine stabile Federstruktur schließen“ lässt (FALKE 07/2012).

Forscher der Universität Manchester fanden mit einer speziellen Rötgentechnik heraus, dass das Federkleid des Archaeopteryx gemustert war (FALKE 09/2013). Nach dem kanadischen Paläontologen, Nick Longrich, hatten die kleinen Federn an den Hinterbeinen des Archaeopteryx lithographica nicht die Aufgabe des Kälteschutzes, sondern dienten der Stabilisierung der Flugphase (FALKE 02/2007).

Der Schwanz des Archaeopteryx ist lang (Perrins: „Vögel“; Ivanov, Hrdolickova, Gregorova: „Illustrierte Fossilien Enzyklopädie“) oder lang und die Federn sind, die wie an ein Palmblatt angeordnet (Benes/Burian: „Tiere der Urzeit“ (1980)) oder hat an der Schwanzwirbelsäule seitlich ansetzende Federn (Richardson: "Dinosaurier und andere Tiere der Urzeit" (2004)) oder hat 23 Wirbel (Werner: „1000 Dinosaurier“) oder hat 21 Wirbel „und an beiden Seiten noch eine Reihe langer Federn“ (Zillmer: "Dinosaurier-Handbuch" (2002)) oder hat „22 Wirbel“ (Kuhn-Schnyder, Rieber: "Paläozoologie" (1984)).

Auf den nachfolgenden Fotos sind Versteinerungen des Urvogels, lat. Archaeopteryx: “Eichstätter Expemplar” (links; aufgenommen im Stadtmuseum Schwabach), dem 9. Fund des Urvogels, lat. Archaeopteryx: (mitte; aufgenommen im Bürgermeister-Müller-Museum in Solnhofen) und dem 11. Fund des Urvogels, lat. Archaeopteryx: (rechts; aufgenommen im Bürgermeister-Müller-Museum in Solnhofen) abgebildet.

Auf dem nachfolgenden Fotos sind Versteinerungen des Urvogels, lat. Archaeopteryx, dem 12. Fund (links; aufgenommen im Dinosaurier Freiluftmuseum Altmühltal) abgebildet.

In einem breiten evolutionären „Übergangsfeld während der Jurazeit … haben sich aus den ersten befiederten Sauriern vermutlich auf verschlungenen Pfaden und in verschiedenen Weltregionen in unterschiedlicher Weise allmählich fliegende oder gleitende Wesen entwickelt, aus denen dann später während der Erdneuzeit und nach dem Ende der eigentlichen Dinosaurier die modernen, heute noch lebenden Vögel entstanden“ (FALKE 05/2012). Nach der Evolutionslinie (FALKE 05/2012) stammen die heutigen eigentlichen Vögel möglicherweise vom Epidexipteryx, in China entdeckt, und nicht vom Archaeopteryx ab.

In China wurde ein 160 Millionen Jahre alter weiterer Vorläufer der Vögel (Aurornis xui) mit einem vollständig erhaltenen Skelett gefunden (FALKE 12/2013). Man findet des Weiteren, dass in China der 11. Archaeopteryx(?) versteinert gefunden, der Federhosen hatte und 10 bis 11,5cm lange Schwanzfedern besass (FALKE 12/2014). Des Weiteren gaben die Forscher an, dass die Federn der ersten Urvögel nicht dem Flug, sondern „eher als Schmuck und Zierde“ (FALKE 12/2014) dienten.

Ende Januar 2003 wurden in China sechs Urvögel-Versteinerungen (aus der Kreidezeit) gefunden, die zum einen auf die Jahre 125 bis 128 Millionen Jahren datieren und zum anderen ein wichtiges Bindeglied in der Entwicklungsgeschichte darstellen. Alle sechs Urvögel, lat. Microraptor, hatten 4 Flügel bzw. befiederte Vorder- und Hintergliedmassen (FALKE 08/2003). Die Art Microrapto zhaoianus, die zuerst (FALKE 08/2003) gefunden wurde, ist ca. 47 cm lang. Die andere Art Microraptor gui lebte „vor 125 Millionen Jahren im heutigen Nordchina“ (www.sueddeutsche.de: 17.05.2010: „Fliegende Dinosaurier, Fossiler Doppeldecker“) oder vor 120 Millionen Jahren (Sonntagsblitz vom 05.02.2012) und war 70 bis 80cm lang (FALKE 08/2003). Microraptor gui war 77cm gross ("GEOkompakt: Die Urzeit" Nr. 8), hatte „eine Art zweites Flügelpaar, bestehend aus langen Federn an den Hinterbeinen“, um besser gleiten zu können (www.sueddeutsche.de: 17.05.2010: „Fliegende Dinosaurier, Fossiler Doppeldecker“). Des Weiteren heisst es, dass ein Microraptor gui gefunden wurde, welches in der Bauchhöhle einen ca. 60 bis 70g leichten unverdauten Urvogel beinhaltete (Sonntagsblitz vom 05.02.2012).

Man fand 11 Fossilien verschiedener Arten und Gattungen in China von Urvögeln mit 4 Flügeln (VÖGEL 03/2013). Die 3 bis 5cm langen Federn an den Beinen werden als „steife Exemplare mit einem langen Schaft“ und dieses „mit aerodynamischen Fähigkeiten“ beschrieben, die ein besseres Gleiten oder Steuern gefördert haben könnten (VÖGEL 03/2013).

Vor 120 Millionen Jahren lebten die krähengrossen Vögel der Gattung Confuciusornis ("GEOkompakt: Die Urzeit" Nr. 8) oder
vor 150 bis 120 Millionen Jahren lebten die ca. 31cm grossen Vögel der Gattung Confuciusornis, die ersten Vögel „mit einem richtigen Hornschnabel in den Waldgebieten (Richardson: "Dinosaurier und andere Tiere der Urzeit" (2004)). In der Region Liaoning in Nordostchina wurden einige Tausend Vögel der Gattung Confuciusornis, die vermutlich durch einen Vulkanausbruch sehr schnell durch Vulkanasche begraben wurden, gefunden. Confuciusornis war krähengross, zahnlos, „liess sich auf Bäumen nieder, frass Pflanzen und brütete zu Hunderten in Kolonien“ (Ackroyd: "Die Entstehung des Lebens, die Geschichte der Welt“ (2004)). Der Schwanz von Confuciusornis war kurz und die Männchen von Confuciusornis hatten „zwei lange, auffällige Schwanzfedern“ (Ackroyd: "Die Entstehung des Lebens, die Geschichte der Welt“ (2004)). „In“ Peking wurde einer von ihnen dann mit Confuciusornis sanctus bezeichnet. Ein weiterer ist Confuciusornis dui.

Confuciusornis sanctus lebte vor ca. 125 Millionen Jahren und einige „Vertreter hatten Federschleppen beinahe so groß wie der übrige Körper“, wobei noch nicht belegt werden konnte, ob es sich dabei um Männchen handelt (FALKE 05/2013). Confuciusornis sanctus ist 31,7cm gross (Ivanov, Hrdolickova, Gregorova: „Illustrierte Fossilien Enzyklopädie“). Andererseits konnte aus Knochenfossilien Hunderter Confuciusornis-Exemplare „aus Ablagerungen ehemaliger Seen im Nordosten Chinas“ „ohne Federschmuck eine spezielle Gewebeformation“ ausgemacht werden, „die offenbar nur den Weibchen zu eigen war“ (FALKE 05/2013).

Auf dem nachfolgenden Foto ist der „in“ Peking gefundene Urvogel Confuciusornis sanctus (aufgenommen im Forschungsmuseum Alexander König) abgebildet.

Im Zeitraum von 136 bis 65 Millionen von Jahren (Kreide-Periode) entwickelten sich „etwa 12 verschiedene Vogelgruppen (Dosselbach/Dosselbach: “Das wundervolle Leben der Vögel”). Der Chinavogel, lat. Sinoris santensis, ursprünglich auf 135 Millionen Jahre datiert, wurde mit einem Alter von weniger als 121 Millionen Jahre neu datiert (Falke 08/1997). Ein ausdauerndes Fliegen (Falke 08/1997) wird dem Chinavogel, lat. Sinoris santensis, unterstellt. Im Nordosten Chinas wurde ein ca. 125 Millionen Jahre alter 1,5m grosser Dinosaurier, der den Namen Zhenyuanlong suni bekam, der zwar Flügel hatte, die aber „vermutlich zu kurz“ zum fliegen waren, entdeckt (Süddeutsche Zeitung: 17.07.2015 „Vogelwesen“). In einem ca. 100 Millionen Jahre alten Bernstein wurden eingeschlossene 2,3 Millimeter lange Federn bei Charente-Maritim in Frankreich (Falke 06/2008) gefunden. Vor ca. 90 Millionen Jahren entwickelten sich die Kranichvögel. Der etwa 65 bis 70 Millionen Jahre Madagaskar-Urvogel, lat. Rahonavis ostromi (Falke 07+08/1998) konnte vermutlich (auch) fliegen. Vor 65 Millionen Jahren starben 17 Urvogelarten im Westen Nordamerikas „als Folge eines Meteoriteneinschlages“, dem „Einschlag des Chicxulub-Asteroiden“ aus (FALKE 06/2012).

Aufgrund molekularbiologischer Untersuchungen ("Lebendige Wildnis, Tiere der Meeresküsten", 1993) stammen die Greifvögel nicht von einer, sondern von verschiedenen Stammformen ab. Nach den neusten molekularbiologischen Untersuchungen („owls of the world, 2008, 2.Aufl.) gibt es einen gemeinsamen Vorfahren der Eulen, der Greifvögel, der Neuweltgeier, der Spechte und anderer Vögel. Die Falken (zusammen mit den Papageien und den Singvögeln) haben einen anderen Vorfahren.

Im Zeitraum von vor 65 bis 38 Millionen von Jahren (Kreide-Periode, genau: Paläozän- und Eozänepoche) kann man „insgesamt 16 Vogelordnungen“, auch die Geier, zurückverfolgen (Dosselbach/Dosselbach: “Das wundervolle Leben der Vögel”). Die Greifvögel entwickelten sich vor 63 bis 36 Millionen Jahren („Lebendige Wildnis, Tiere der Taiga“ (1993)) oder bis zu 54 Millionen Jahre können Geier zurückdatiert werden und wurden „in den Bodenschichten aus dem unteren Eozän“ gefunden (Perrins: „Vögel“) oder bis auf 50 Millionen Jahre können Greifvogel-Fossilien zurückdatiert werden („Lebendige Wildnis, Tiere der Taiga“ (1993)) oder die „Habichte, Adler, Falken und Geier“, sowie die Eulen existieren „seit mindestens 50 Millionen Jahren“, die Fischadler und Sekretäre sind „beinahe ebenso alt“ (Forshaw: "Enzyklopädie der Tierwelt", Band Vögel (1991)). Auch die Ursprünge der „Ziegenmelker und ihrer Verwandten (Caprimulgiformes)“ reichen „weiter als 50 Millionen Jahre“ zurück (Forshaw: "Enzyklopädie der Tierwelt", Band Vögel (1991)). Die ersten Neuweltgeier entwickelten sich vor ca. 40 Millionen Jahren (spätes Eozän). Den ersten und ältesten Neuweltgeier (Lithornis) entdeckte man in England. In den folgenden 40 bis 35 Millionen Jahren (Eozän und Oligozänepoche) entwickelten sich in Europa die Familien der Habichtsartigen, lat. Accipitridae und die Familien der Falken, lat. Falconidae (Oder entwickelten sich die Falken im Zeitraum von vor 38 bis 26 Millionen Jahren (Oligozänepoche)?). Die ersten Bussarde (lat. Buteo) existieren schon vor ca. 32 Millionen von Jahren. Die ersten Milane flogen vor ca. 28 Millionen von Jahren. Aus dem "Zweig" der Habichtsartigen, lat. Accipitridae entwickelten sich vor 25 Millionen Jahren (Miozänepoche) die Familie der Sekretäre, lat. Sagittariidae. Vor 11 bis 2 Millionen Jahren entstanden die heutigen Greifvogelarten („Lebendige Wildnis, Tiere der Taiga“ (1993)). Ein versteinertes 70.000 Jahre bis 23 Millionen Jahre altes und mit einem maximalen Durchmesser von 11,5cm versehenes Vogelnest mit 4 Singvogeleiern fand man bei Sulzbach am Main (“Fossilien” 2/05).

Im Pleistozän entwickelten sich in Nordamerika die ersten zwei Kondorarten und 7 Adlerarten, wobei heute nur noch zwei Adlerarten existieren („Urania Tierreich, Band Vögel“ (2000)). Die Merriam-Riesengeier(?), lat. Teratornis merriami hatten eine 3,3 bis 3,6m grosse Flügelspannweite („Greifvögel und Falknerei“ (1989)) oder ca. 3,8 bis 4m grosse Flügelspannweite, wogen ca. 22 kg, waren im westlichen Nordamerika (Florida bis Kalifornien) verbreitet. Die Riesengeier der Art Teratornis incredibilis lebten in Nevada und Kalifornien („Greifvögel und Falknerei“ (1989)), hatten eine bis zu 5m grosse Flügelspannweite („Greifvögel und Falknerei“ (1989); Kugi, Kassin: „Das grosse Vogelbuch...“ (1991)) oder eine 3,6 bis 4,2m grosse Flügelspannweite (Everett: „Raubvögel der Welt“ (1978)) oder eine über 6m grosse Flügelspannweite (Gilliard/Steinbacher: "Knaurs Tierreich in Farben", Band "Vögel" (1969)), wogen 22,5kg (Everett: „Raubvögel der Welt“ (1978)). Die kondorähnlichen Geier (Teratornis) wurden zum Teil auch Opfer der „Teerbecken von Los Angeles“, welches „reich an Fossilien von Vögeln des Pleistozän: Kondore, Adler, Falken, Eulen, Enten, Gänse, Störche, Kraniche, Tauben Raben, Truthühner“ ist (Lambert: "Alles über das Leben der Vorzeit" (1990)). Als weitere Beispiele findet man den La Brea Kondor, lat. Gymnogyps amplus (Deutschen Greifenwarte Bernolph Frhr. von Gemmingen, Burg Guttenberg (früher: Deutsche Greifenwarte Claus Fentzloff, Burg Guttenberg: Hinweis) oder den La Brea Kondor, lat. Breagyps clarki („Greifvögel und Falknerei“ (1989)) oder Greifvögel, wie Brea Kondor, lat. ?, Westlicher Rabengeier, lat. ?, Willett-Adler, lat. Spizaetus willetti, Woodward-Adler, lat. Morphnus woodwardi, Loye-Miller-Bussard, lat. ?, Amerika-Schmutzgeier, lat. ?, Loye-Miller-Geier, lat. ? und Brea-Karakara, lat. ? und Eulen wie Brea-Eule, lat. ?, Santa-Rosa-Eule, lat. ?, eine Uhu-Art (?, welche), lat. ? (Fisher, Peterson: "Das Bunte Buch der Vögel", 1979). In La Brea konnten 12 Vogelordnungen mit „125 Arten“, „über die Hälfte davon sind Taggreifvögel“, dokumentiert werden („Greifvögel und Falknerei“ (1989)). Man vermutet die Ursache an den Wasserlöchern bzw. die „toten und sterbenden Beutetiere“, „die der Sumpf gefangenhielt“ („Greifvögel und Falknerei“ (1989)).

 

Die nachfolgenden Fotos (links: La Brea Kondor, lat. Gymnogyps amplus; mitte: Riesenadler, lat Aquila sp.) wurden in der Deutschen Greifenwarte Bernolph Frhr. von Gemmingen, Burg Guttenberg (früher: Deutsche Greifenwarte Claus Fentzloff, Burg Guttenberg) gemacht.

versteinertes Urvogelnest (aufgenommen im Stadtmuseum Schwabach)

Ein amerikanischer kaum flugfähiger Geier (Neocathartes gratator) wird bis in das Eozän zurückdatiert (Everett: „Raubvögel der Welt“ (1978)) oder der langbeinige, „wenig flugtüchtige Geier (Neocathartes gratator)“ lebte in Europa und Nordamerika und zählt zu den heutigen Neuweltgeiern, lat. Cathartidae („Urania Tierreich, Band Vögel“ (2000)) oder der Laufgeier, lat. Neocathartes grallator wurde von A. Wetmore im Jahre 1944 beschrieben und lebte im späten Eozän in Wyoming („Greifvögel und Falknerei“ (1989)) oder der wenig flugfähige Sekretärgeier, lat. Neocathartes grallator ist mit den heutigen Neuweltgeiern, lat. Cathartidae verwandt. Die europäischen Neuweltgeier aus der Familie der Cathartidae starben vor 25 Millionen Jahren aus.

Aus der Familie Teratornithidae findet man allgemein Argentavis (Richardson: "Dinosaurier und andere Tiere der Urzeit" (2004)) mit dem Verbreitungsgebiet Argentinien (Lambert: "Alles über das Leben der Vorzeit" (1990)). Argentavis lebte vor ca. 8 - 6 Millionen Jahren (Richardson: "Dinosaurier und andere Tiere der Urzeit" (2004)) oder im späten Eozän (Lambert: "Alles über das Leben der Vorzeit" (1990)). Man findet, dass es „noch immer umstritten“ ist, „ob Argentavis ein aktiver Flieger war oder eher warme Luftströmungen (Thermik) nutzte, um als Thermik-Gleitflieger grosse Distanzen zu überwinden“ (Richardson: "Dinosaurier und andere Tiere der Urzeit" (2004)). Die Spannweite des Argentavis wird mit 7,6m (Lambert: "Alles über das Leben der Vorzeit" (1990)) oder 7m (Richardson: "Dinosaurier und andere Tiere der Urzeit" (2004); Kostak: "Der KOSMOS-Fosilienführer" (2004)), die Höhe mit 1,5m (Richardson: "Dinosaurier und andere Tiere der Urzeit" (2004)), das Gewicht des Argentavis wird mit 120kg (Lambert: "Alles über das Leben der Vorzeit" (1990)) oder 70kg (Kostak: "Der KOSMOS-Fosilienführer" (2004)) oder 80kg (Richardson: "Dinosaurier und andere Tiere der Urzeit" (2004)) angegeben. Zur Beute des Argentavis zählten Säugetiere und Aas (Richardson: "Dinosaurier und andere Tiere der Urzeit" (2004)).

Genaugenommen findet man auch, dass die Miozän-Neuweltgeier Argentavis magnificens („Urania Tierreich, Band Vögel“ (2000)) oder Riesenneuweltgeier („1000 Fragen, 1000 Antworten: Wunderbare Tierwelt“ (2006)) oder Riesengeier (König: "Auf Darwins Spuren" (1983)) im Zeitalter Miozän (Forshaw: "Enzyklopädie der Tierwelt" (1991)) oder vor 6 Millionen Jahren (www.sueddeutsche.de: 17.05.2010: „Argentavis magnificens, Geheimnis um Urzeit-Vogel gelüftet“) oder vor 5 bis 6 Millionen Jahren (König: "Auf Darwins Spuren" (1983)) oder vor 2 Millionen Jahren bis vor 18.000 Jahren („1000 Fragen, 1000 Antworten: Wunderbare Tierwelt“ (2006)) lebten und „über die Pampas Südamerikas“ verbreitet waren („1000 Fragen, 1000 Antworten: Wunderbare Tierwelt“ (2006)). Um Gleitflüge von bis zu 300km durchführen zu können, nutzte Argentavis magnificens laut den Forschern „um den Geologen Sankar Chatterjee vom Museum der Texas Tech University“ die „Aufwinde über den südamerikanischen Anden, um kilometerweit durch die Luft zu gleiten“ (www.sueddeutsche.de: 17.05.2010: „Argentavis magnificens, Geheimnis um Urzeit-Vogel gelüftet“). Argentavis magnificens erreichte „Geschwindigkeiten von mehr als 100 Stundenkilometern“ auf den Gleitflügen (www.sueddeutsche.de: 17.05.2010: „Argentavis magnificens, Geheimnis um Urzeit-Vogel gelüftet“). Argentavis magnificens war der „grösste bekannte fliegende Vogel“ („Greifvögel und Falknerei“ (1989)) und hatte eine Flügelspannweite von 6m („1000 Fragen, 1000 Antworten: Wunderbare Tierwelt“ (2006)) oder von 7,2m („Greifvögel und Falknerei“ (1989)) oder von 7,5m (Forshaw: "Enzyklopädie der Tierwelt" (1991)) oder 7 bis 7,6m ("Die BLV Enzyklopädie, Vögel der Welt", 2004; „Urania Tierreich, Band Vögel“ (2000)) oder von 6,5m (www.sueddeutsche.de: 17.05.2010: „Argentavis magnificens, Geheimnis um Urzeit-Vogel gelüftet“). Argentavis magnificens wog 80kg (Forshaw: "Enzyklopädie der Tierwelt", Band Vögel (1991); „1000 Fragen, 1000 Antworten: Wunderbare Tierwelt“ (2006)) oder 120 kg (Lambert: "Alles über das Leben der Vorzeit" (1990); „Urania Tierreich, Band Vögel“ (2000)) oder wog 60kg www.sueddeutsche.de: 17.05.2010: „Argentavis magnificens, Geheimnis um Urzeit-Vogel gelüftet“). Argentavis magnificens hatte „einen Storchenschnabel“ (König: "Auf Darwins Spuren" (1983)).

Es wird angegeben, dass „Altweltgeier überraschenderweise aber auch im nordamerikanischen Tertiär- und Quartier-Zeitalter vertreten“ („Greifvögel und Falknerei“ (1989)) sind. So wurden Verwandte der heutigen „modernen Schmutzgeiers“, die Art Neophrontops americanus, aber auch die Art Neogyps errans, in den eiszeitlichen Asphaltsümpfen in Südkalifornien als Fossilien gefunden („Greifvögel und Falknerei“ (1989)).

Dieses Foto des Schädels des Amerika-Schmutzgeiers oder Amerikanischen Schmutzgeiers oder Nordamerikanischen Schmutzgeiers, lat. Neophrontops americanus wurde in der Deutschen Greifenwarte Bernolph Frhr. von Gemmingen, Burg Guttenberg (früher: Deutsche Greifenwarte Claus Fentzloff, Burg Guttenberg) gemacht.

Als ein „früher Greifvogel“ wird Messelastur gratulator (Koenigswald, Habersetzer, Thorbecke: „Messel“, (1998)) angegeben. Von diesem etwa sperberweibchengrossen Messelastur gratulator sind „bisher lediglich“ zwei isolierte Köpfe bekannt (Gruber, Micklich: “Messel, Schätze der Uhrzeit” (2007)).

Ein Ei eines Geiers der Gattung Eocathartes, Illiger, 1811, aus dem Zeitalter Oligozän wurde im Jahre 1988 von der Naturwissenschaftlichen Arbeitsgemeinschaft Oberhausen-Mosbach e.V. (NAOM) erworben („Greifvögel und Falknerei“ (1989)).

Vor rund einer Million Jahren haben sich Schreiadler und Schelladler „auseinander entwickelt“ („Greifvögel und Falknerei“ (2016)).

Der Breitflügelbussard oder Breitschwingenbussard, lat. Buteo platypterus, existiert schon seit mittlerweile 30 Millionen Jahren. Die ersten Wanderfalken in Europa gab es bereits ca. 11.630 bis 12.090 v. Chr., was aus einer entsprechenden Untersuchungen hervorgeht.

Die Riesen- oder Haast-Adler, lat. Harpagornis moorei lebten mindestens 30.000 Jahre auf den neuseeländischen Inseln (Mebs/Schmitt „Die Greifvögel Europas, Nordafrikas und Vorderasiens“ (2006)) oder auf Neuseeland („Wunder der Tierwelt“ 02/2017) oder in den Wäldern der Südinsel (Schautafel „Neuseeland“ im Zoopark Erfurt (2014)) oder auf Neuseeland und „im ganzen Südseeraum“ („ORDEN DEUTSCHER FALKONIERE“ (2014-2015)). Aus Zeitpunkt des Aussterbens findet man das 13. Jahrhundert (Mebs/Schmitt „Die Greifvögel Europas, Nordafrikas und Vorderasiens“ (2006)) oder „um das Jahr 1400 herum“ (Schautafel „Neuseeland“ im Zoopark Erfurt (2014)) oder das letzte Lebenszeichen gab es „1400, Südinsel, Neuseeland“ („Wunder der Tierwelt“ 02/2017) aus. Zum Riesen- oder Haast-Adler, lat. Harpagornis moorei findet man, dass er eine Spannweite von „knapp 3m“ hatte und „bis zu 15kg“ schwer war (Schautafel „Neuseeland“ im Zoopark Erfurt (2014)), oder dass er eine Spannweite von „bis zu drei metern“ hatte und „um die 18kg“ wog („ORDEN DEUTSCHER FALKONIERE“ (2014-2015)) oder dass eine durchschnittliche Flügelspannweite von 2,6m hatte, eine Grösse von 1,4m hatte, die Weibchen 10 bis 15kg schwer waren, die Männchen 9 bis 12kg schwer waren („Wunder der Tierwelt“ 02/2017). Die Flügelknochen des Riesen- oder Haast-Adlers, lat. Harpagornis moorei werden als verkürzt beschrieben (Krösche: „Die Moa-Strausse“ (2006)). Zur Beute des Riesen- oder Haast-Adlers, lat. Harpagornis moorei zählten Moas (Schautafel „Neuseeland“ im Zoopark Erfurt (2014); „Wunder der Tierwelt“ 02/2017) oder der einzige natürliche Fressfeind der Moas war der Riesen- oder Haast-Adlers, lat. Harpagornis moorei (Hessisches Landesmuseum Darmstadt: Infoschild). Man findet, dass mit der Besiedelung Neuseelands durch die Polynesier um das Jahr 1250 die Moas entdeckt und als leichte, vor dem Menschen keine Scheu zeigende, Beute bejagt und ausgerottet wurden (Zoo Darmstadt: Infotafel) oder „dass im 14 Jahrhundert weniger als 1.500 Polynesier in Neuseeland siedelten“ (VÖGEL 02/2015) oder dass „nach der Ankunft der polynesischen Siedler“ dann alle Moas „bis Ende des 15. Jhd. Durch Bejagung vollständig ausgerottet“ wurden (Hessisches Landesmuseum Darmstadt: Infoschild) oder dass auch die Maori die Moas jagten, was dazu führte, dass der Bestand der Moas abnahm (Schautafel „Neuseeland“ im Zoopark Erfurt (2014)) oder aufgrund der zu starken „Bejagung der damaligen Menschen“ die Moas ausstarben („ORDEN DEUTSCHER FALKONIERE“ (2014-2015)) oder dass die Moas auf „den leicht zugänglichen Ebenen der Südinsel, wo sie bereits 70 Jahre nach der Anlandung der Polynesier ausgerottet waren“, verschwanden (VÖGEL 02/2015) oder die Moas ausgerottet wurden („Wunder der Tierwelt“ 02/2017). Dieses führte dazu, dass die Riesen- oder Haast-Adler, lat. Harpagornis moorei die Nahrungsgrundlage „mit dem Aussterben der Moas“ verloren („ORDEN DEUTSCHER FALKONIERE“ (2014-2015)). Anderseits sollen die Riesen- oder Haast-Adler, lat. Harpagornis moorei dann auch die Kinder und Frauen der Menschen, lat Homo sapiens sapiens als Beute angesehen haben (Schautafel „Neuseeland“ im Zoopark Erfurt (2014)) oder ob „die damalige Bevölkerung als Nahrung“ angesehen wurde, „ist unbekannt“ („ORDEN DEUTSCHER FALKONIERE“ (2014-2015)) oder andererseits soll das töten von Menschen und das verschleppen von Kindern zu den Legenden zählen („Wunder der Tierwelt“ 02/2017). Zum Riesen- oder Haast-Adler, lat. Harpagornis moorei (Krösche: „Die Moa-Strausse“ (2006)) findet man, dass im Jahre 1982 in der Provinz Otago, der Südinsel Neuseelands, in einer fast senkrechten Spalte neben dem Riesen- oder Haast-Adler, lat. Harpagornis moorei zahlreiche fossile Knochenarten, unter anderem von einer ?-Weihe, lat. Circus gouldi und einer ?-Eule, lat. Sceloglaux albifacies, vom Forscher Hamilton entdeckt wurden. Aufgrund der zahlreichen fossilen Knochenarten vermutete der Forscher Hamilton einerseits, dass oberhalb der senkrechten Spalte möglicherweise das Nest des Riesen- oder Haast-Adlers, lat. Harpagornis moorei gewesen ist oder andererseits, dass ein Riesen- oder Haast-Adler, lat. Harpagornis moorei „einen hineingestürzten Moa erbeuten wollte und dabei selbst nicht mehr aus der engen Spalte entrinnen konnte“ oder aber das ein Riesen- oder Haast-Adler, lat. Harpagornis moorei einfach nur gestorben und die Spalte gefallen ist (Krösche: „Die Moa-Strausse“ (2006)). Im Rahmen von Untersuchungen von im Moas, die im Moor versanken, stellte man fest, dass häufig Schädel und Halswirbel fehlten, die nicht im Moor mitversanken und „auf der Mooroberfläche liegen blieben und von Raubvögeln verschleppt wurden“ (Krösche: „Die Moa-Strausse“ (2006)). Vom Riesen- oder Haast-Adler, lat. Harpagornis moorei (Krösche: „Die Moa-Strausse“ (2006)) selbst fand man „im Wairau-Lager“ drei hergestellte Ahlen (Vorläufer der Näh-Nadeln) und auch eine Klaue des Adlers. Auch der Forscher Julius von Haast, von dem der Riesen- oder Haast-Adler, lat. Harpagornis moorei seinen Namen hat, fand „in der Moaknochen-Höhle bei Sumner“ eine Ahle (Krösche: „Die Moa-Strausse“ (2006)). Julius von Haast führte „vor ca. 130 Jahren“ die Erstbeschreibung durch („ORDEN DEUTSCHER FALKONIERE“ (2014-2015)). Der Riesen- oder Haast-Adler wurde von den Ureinwohnern „Hokioi genannt“, da die „Bezeichnung Hokioi“ „wohl den Ruf des Riesenadlers“ nachahmt („ORDEN DEUTSCHER FALKONIERE“ (2014-2015)).

 

Es werden die 2 Riesenmoa-Arten Dinornis novaezelandiae, auf der Nordinsel damals verbreitet, und Dinornis robustus, auf der Südinsel damals verbreitet, unterschieden (Hessisches Landesmuseum Darmstadt: Infoschild). Nur aber „das hier gezeigte Dinornis-Skelett konnte bisher keiner der beiden Arten sicher zugeordnet werden“ (Hessisches Landesmuseum Darmstadt: Infoschild). Im Hessischen Landesmuseum Darmstadt aufgenommen.

In Neuseeland lebten Moa-Strausse in „7 Gattungen und 29 Arten” (Luther: „Die ausgestorbenen Vögel der Welt“, NBB 424, 1986) oder 6 Moa-Arten (Perrins: "Die BLV Enzyklopädie, Vögel der Welt" (2004)) oder „10 Moa-Arten“ (Schautafel „Neuseeland“ im Zoopark Erfurt (2014)) oder 11 Moa-Arten (Hessisches Landesmuseum Darmstadt: Infoschild) oder „etwa ein Dutzend Arten“ (Forshaw: "Enzyklopädie der Tierwelt", Band Vögel (1991)) oder „etwa ein Dutzend verschiedene Moa-Arten“ (Semel: „Bestiarium, Zeugnisse ausgestorbener Tierarten“ (2014)). Zu den grössten Moas gehören die 2 Riesenmoa-Arten Dinornis novaezelandiae und Dinornis robustus (Hessisches Landesmuseum Darmstadt: Infoschild) oder mit „etwa 160cm (Dinornis gazella und D. novaezelandiae) bis etwa 310cm (D. maximus) (Krösche: „Die Moa-Strausse“ (2006)) oder Dinornis maximus mit einer Höhe von 2,1m (Kuhn: „Die vorzeitlichen Vögel“ (1971)) oder Dinornis maximus „aufgerichtet rund drei Meter“ (Forshaw: "Enzyklopädie der Tierwelt", Band Vögel (1991)) oder die Diornithidae mit einer Höhe von 3,6m und einem Gewicht von 300kg (Kostak: "Der KOSMOS-Fosilienführer" (2004)) oder Riesenmoa, lat. Dinornis maximus mit einer Höhe von 3,7m („1000 Fragen, 1000 Antworten: Wunderbare Tierwelt“, Readers Digest Wissenswelt; 2006, S. 69) oder die Moas „wurden bis zu drei metern groß und 200 kg schwer“ („ORDEN DEUTSCHER FALKONIERE“ (2014-2015)) oder Dinornis giganteus, der als der „grösste“ der Moas gilt (Perrins: "Die BLV Enzyklopädie, Vögel der Welt" (2004)). Die kleinsten Moas werden laut dem Forscher Archey als Pachyornis oweni oder laut dem Forscher Oliver als Anomalopteryx oweni bezeichnet (Krösche: „Die Moa-Strausse“ (2006)). Die Grösse selbst wird mit 1 bis 3m angegeben (Semel: „Bestiarium, Zeugnisse ausgestorbener Tierarten“ (2014)) oder mit 0,8 bis 3,1m (Krösche: „Die Moa-Strausse“ (2006)) oder mit 3,5m (Zoo Darmstadt: Infotafel) oder mit 3,6m, wobei die Männchen kleiner waren (Hessisches Landesmuseum Darmstadt: Infoschild). Krösche („Die Moa-Strausse“ (2006)) listet die Klassifizierung des Forschers Oliver mit den 7 Gattungen und den 29 Arten auf. Andererseits findet man auch, dass die Moas „vermutlich vom Pleistozän an noch bis vor 200 oder 300 Jahren lebten“ (Forshaw: "Enzyklopädie der Tierwelt", Band Vögel (1991)) oder dass „alle 10 Moa-Arten“ „um 1500“ ausgerottet wurden (Schautafel „Neuseeland“ im Zoopark Erfurt (2014)) oder dass die 11 Moa-Arten „bis Ende des 15. Jhd. Durch Bejagung vollständig ausgerottet“ wurden (Hessisches Landesmuseum Darmstadt: Infoschild) oder dass die Moas „etwa um 1450“ ausgerottet wurden (Zoo Darmstadt: Infotafel) oder „dass etwa ein Dutzend verschiedene Moa-Arten existierten“, die „wahrscheinlich zwischen 1400 und 1500“ ausgerottet wurden (Semel: „Bestiarium, Zeugnisse ausgestorbener Tierarten“ (2014)) oder dass in den Jahren „zwischen 1415 und 1435“ die letzten Moas „im Gebirge der Region Nelson im nordwestlichen Teil der Südinsel“ starben (VÖGEL 02/2015).

Die nachfolgenden Fotos zeigen einen Grössenvergleich zwischen einem Moa und einem Strauss (aufgenommen im Vogelpark Marlow (links), im Zoo Darmstadt (mitte) und im Zoo Berlin (Friedrichsfelde; rechts)).

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vögelverschiedenS08MoaDarmstadt

Vor 60 Millionen Jahren entwickelten sich in Nordamerika die ersten Eulenarten ("Lebendige Wildnis, Tiere der Heide und Mischwälder", 1995 und Mebs/Schmitt „Die Greifvögel Europas, Nordafrikas und Vorderasiens“ (2006)). Bis zurück in das „Tertiär (Paläozän 66-56 Millionen Jahre)“ können „die ersten Fossilfunde von Eulen“ zurückdatiert werden (FALKE 01/2017) oder die ältesten Eulen der Form Ogygoptynx lebten im Zeitalter Paläozän („Greifvögel und Falknerei“ (1989)).

Von den sieben Eulenfamilien, die im „folgenden Eozän (56-34 Millionen Jahre)“ entstanden und „nachgewiesen“ wurden, existieren „nur noch zwei“ (FALKE 01/2017) und „eine davon, die Eigentlichen Eulen (Strigidae), betreten mit den Gattungen Bubo und Strix erst im Oligozän (34-23 Millionen Jahre) die Weltbühne“ (FALKE 01/2017). Die Art Bubo incertus wird mit einem Alter von 40 Millionen Jahren (Mebs/Schmitt „Die Greifvögel Europas, Nordafrikas und Vorderasiens“ (2006)) angegeben.

Die ältesten Eulenfunde aus Europa gehen bis auf 24 Millionen Jahre (Mebs/Schmitt „Die Greifvögel Europas, Nordafrikas und Vorderasiens“, 2006) zurück.

Zu „den älteren Eulenfamilien gehören die Schleiereulen (Tytonidae)“ (FALKE 01/2017). Vor rund 10 Millionen Jahren trennten sich in der Entwicklung die Familie der Schleier- und Maskeneulen in die Unterfamilie der Schleiereulen, lat. Tytoninae und in die Unterfamilie der Maskeneulen, lat. Phodilinae auf (S.C.R.O.-Deutschland: „Jahresbericht 2015“). Die Art Tyto ignota wird mit einem Alter von 20 Millionen Jahren (Mebs/Schmitt „Die Greifvögel Europas, Nordafrikas und Vorderasiens“, 2006) angegeben. Vor 10 Millionen Jahren gab es die erste Schleiereule in Kalifornien. Von den damaligen 36 Unterarten der Schleiereule überlebten bis heute 30 Unterarten oder es heisst, dass bis ins Zeitalter Eozän festgestellt werden konnte, dass sich mehrere Eulenarten entwickelt haben und „von denen die Schleiereulen (Tytonidae) noch heute mit einem Dutzend Arten vertreten sind“ („Greifvögel und Falknerei“ (1989)).

Vor rund 8 Millionen Jahren trennten sich in der Entwicklung die altweltlichen Sperlingskäuze (Taenioglaux) und die neuweltlichen Sperlingskäuze (Glaucidium) vom gemeinsamen Vorfahren (S.C.R.O.-Deutschland: „Jahresbericht 2015“) und vor rund 5 bis 6 Millionen Jahren trennten sich in der Entwicklung die altweltlichen Käuze und die neuweltlichen Käuze Rotfuss-Waldkauz oder Rostfusskauz, lat. Strix rufipes und Streifenkauz, lat. Strix varia vom gemeinsamen Vorfahren (Eulenrundblick 66; S.C.R.O.-Deutschland: „Jahresbericht 2015“) und vor rund 6 bis 7 Millionen Jahren trennten sich in der Entwicklung die altweltlichen Sperlingskäuze und die neuweltlichen Sperlingskäuze vom gemeinsamen Vorfahren (Eulenrundblick 66) und vor rund 6 Millionen Jahren trennten sich in der Entwicklung die Steinkäuze der Alten Welt und der Kanincheneulen (früher Speotyto) der Neuen Welt vom gemeinsamen Vorfahren (Eulenrundblick 66) und vor rund 6 Millionen Jahren trennten sich in der Entwicklung die altweltlichen Rauhfusskäuze und die neuweltlichen Raufusskäuze vom gemeinsamen Vorfahren (Eulenrundblick 66).

Die Zwergohreulen entwickelten sich „in Afrika und Asien“ (FALKE 01/2017) und vor rund 6 bis 8 Millionen Jahren trennten sich in der Entwicklung die altweltlichen Zwergohreulen oder Kreischeulen und die neuweltlichen Kreischeulen vom gemeinsamen Vorfahren (S.C.R.O.-Deutschland: „Jahresbericht 2015“).

Die Waldohreule, lat. Asio otus, die Sumpfohreule, lat. Asio flammeus, die Kapohreule oder Kap-Ohreule, lat. Asio capensis und die Streifenohreule oder Streifen-Waldohreule oder Schreieule, lat. Asio clamator entwickelten sich vor ca. 5 Millionen Jahre (Eulenrundblick 66).

Der mögliche Vorfahre Strix intermedia von Waldkauz und Habichtskauz lebte in Zentraleuropa im Pleistozän (FALKE 01/2017). Vor rund 4 Millionen Jahren trennten sich in der Entwicklung der Waldkauz, lat. Strix aluco und der Habichtskauz oder Uralkauz, lat. Strix uralensis voneinander (S.C.R.O.-Deutschland: „Jahresbericht 2015“) und vor rund 4 Millionen Jahren trennten sich in der Entwicklung der Virginia-Uhu, lat. Bubo virginianus und die Schnee-Eule, Bubo scandiaca vom gemeinsamen Vorfahren (Eulenrundblick 66).

Im heutigen Kuba lebten im Zeitalter Pleistozän (2 Millionen Jahre bis vor ca. 10.000 Jahre) die 160 cm grosse Eulenart Ornimegalonyx oteroi.

Vor ca. 38 Millionen von Jahren entwickelten sich die Schwälme, die man als Fossilien im heutigen Frankreich entdeckte.

Einen 14 Millionen Jahre alten und 72 cm grossen Vogelschädel (über die Hälfte der Grösse geht auf den langen gebogenen Schnabel) eines flugunfähigen Terrorvogels (Phorusrhacidae) fand man in Argentinien (Falke 01/2007).

Im späten Pleistozän gab es ca. 10.600 verschiedene Vogelarten. Andererseits, so eine andere These, wird eine Spanne von 11.000 bis 12.000 verschiedenen Vogelarten mit der Zeitangabe von "vor 7,2 Millionen Jahren" angegeben. Viele haben sich verändert, viele weiterentwickelt und andere sind ausgestorben.

Aristoteles erhob die Geschichte der Tiere im 4 Jahrhundert v. Ch. zur Wissenschaft und beschrieb 140 Vögel. Der frühere Sekretär der Zoologischen Gesellschaft London Philip Lutley Sclater teilte die Welt in Regionen oder Faunen auf. So gibt es die Nearktische oder holarktische Region (Nordamerika), die Neotropische Region (Mittel- und Südamerika, Feuerland, Falklandinseln), die Paläarktische Region (Island in Europa bis Japan in Asien und im Süden bis Nordafrika), die Äthiopische Region (Afrika ohne Nordafrika, ohne Sahara), die Orientalische Region (Südostasien), die Australische Region (Australien, Neuguinea, Tasmanien, Neuseeland) und die Antarktische Region (Antarktis). Charles Darwin fand 1835 den Beweis für die Evolutionstheorie. Er fand Variationen von Vögeln, die sich auf den Galapagos-Inseln anders entwickelten als die auf dem Festland. Ernst Mayr (FALKE 03/2006) entdeckte, dass neue Populationen entstehen, wenn sie durch Raum (Gebirge, Ozeane, Wüsten, Wälder etc.) und über längere Zeiträume ohne Kontakt zur Ursprungspopulation entstehen können. Aufgrund der auftretenden Mutationen (FALKE 03/2006) werden die Populationen so verschiedenen, dass auch bei einem späteren Zusammentreffen sich nicht mehr miteinander verpaaren. Heute gibt es ca. 10.000 Vogelarten nach neusten wissenschaftlichen molekularbiologischen (PCR- und DNA-) Untersuchungen oder „11.121 Vogelarten, von denen 10.965 noch existieren“ (VÖGEL 02/2017). Es gibt ca. 50 Milliarden Zugvögel. Von den 2 Milliarden Zugvögeln, die die Sahara überfliegen, überleben 50 Millionen Vögel nicht. Bei den gleich aussehenden Brasilkäuzen oder Brasilianische Waldkäuzen oder Rostkäuzen, lat. Strix hylophila ist es erstmals dem Institut für Molekulare Diagnostik in Bielefeld gelungen, Männchen und Weibchen zu unterscheiden. Genügt haben hierfür Federn, die auf der Suche nach dem W-Chromosom, welches nur die Weibchen haben, untersucht wurden.

Das Avian Phylogenomics Consortium, „200 Wissenschaftler an 80 Instituten in 20 Ländern“ untersuchte in einer Studie die Entwicklung der Vögel und bekam heraus, dass sich erst nach dem Aussterben der Dinosaurier vor rund 66 Millionen Jahren rund 95% der Vögel entwickelten (Gefiederte Welt 03/2015). Die heutige Artenvielfalt entwickelte sich aus wenigen Spezies „explosionsartig“ bereits nach 15 Millionen Jahren (Gefiederte Welt 03/2015).

Ein Ergebnis der Evolution (FALKE 06/2010) ist, dass die Individuen einer Vogelart zum Äquator hin immer kleiner werden und vom Äquator weg immer grösser werden. Vergleicht man Vogel-Museumspräparate mit heutigen Individuen (FALKE 06/2010) stellt man fest, dass die heutigen Individuen kleiner sind.

Forscher der Universität Melbourne haben durch eine „genetische Analyse mit moderner Methodik“ für den „Habicht, Adler und Ziegenmelker“ bestätigt bekommen, dass „Arten mit verschiedenen Farbvarianten wie Waldkauz (Strix aluco) oder die in Amerika verbreitete Ostkreischeule (Megascops asio)“ evolutionsbiologisch „schneller“ sind „als solche, die nur einfarbig auftreten“ (FALKE 01/2013).

Ein anderes Ergebnis der Evolution (Sonntagsblitz vom 14.09.2014) ist der im Wasser lebende und aufgrund der Verschmutzung des Lebensraums vom Aussterben bedrohte mexikanische Axolotl, lat. Ambystoma mexicanum. Der mexikanische Axolotl hat die Fähigkeit, geschädigte Organe, wie zum Beispiel die Augen oder das Gehirn, zu regenerieren (Sonntagsblitz vom 14.09.2014).

Die nachfolgenden Fotos zeigen Axolotl (aufgenommen im Zoo Rostock).

02.02. Die Greifvögel und Eulen, zum Klima und Klimawechsel
Aufgrund der Erderwärmung werden sich die Wüsten „in Afrika, Zentralasien, Nordindien und Südamerika“ ausbreiten und der Meeresspiegel steigen, die Hitzeperioden führten bereits „im August 2000 in den USA zu den schlimmsten Waldbränden seit 50 Jahren“, „rund 30 Prozent der Gletscher-Fläche in Europa sind schon geschmolzen“ und „die Arktis-Eisfläche schmilzt – alle 10 Jahre um neun Prozent“ (Greenpeace: "Klimakollaps und Wetterextreme …", (04/2004)).

In einer amerikanischen Untersuchung zum Fleckenkauz, lat. Strix occidentalis, bezüglich der Klimaerwärmung kam heraus, dass „in trockenen Gebieten“ in Arizona und New Mexico die Fleckenkäuze „selbst in Kernzonen ihrer Verbreitung extrem anfällig“ sind, „weil dort ihre Überlebensrate (Vitalität) eingeschränkt ist, während kältere und feuchtere Frühjahrstemperaturen den Fortpflanzungserfolg in Südkalifornien schmälern“ (FALKE 05/2012).

Im verheerenden Waldbrand im nordöstlichen Kalifornien von September bis Oktober 2014 wurden „fast 40.000ha Wald“, darunter auch „eine zusammenhängende Fläche von 13.683ha“ zerstört (S.C.R.O.-Deutschland: „Jahresbericht 2016“). Man entdeckte anschliessend auch „verbrandte Eulenkadaver“ und stellte fest, dass die verbrandte Fläche ein Langzeitstudien-Areal („Eldorado Density Study Area EDSA“) überlappt, was zur Folge hatte, dass der Bestand der dort verbreiteten Kalifornischen Fleckenkäuze, lat. Strix occidentalis occidentalis, um 22% zurückging (S.C.R.O.-Deutschland: „Jahresbericht 2016“).

Zu den Hauptverlierern des Klimawandels zählt unter anderem der Gerfalke laut dem „Ergebnis einer Modellierung für 54 Vogelarten“ der amerikanischen Wildlife Conservation Society (WCS) „im arktischen Alaska bis zum Jahr 2050“ (FALKE 07/2013).

Eine weitere Folge des Klimawandels ist, dass Schwarzmilane nicht mehr in Afrika, sondern „bereits in grosser Anzahl im Mittelmeerraum beziehungsweise in Südspanien“ überwintern (VÖGEL 02/2016). Ebenso werden die Schlangenadler „voraussichtlich fortwährende Brutvögel“, die bisher nur den Sommer in Deutschland gelegentlich verbrachten (VÖGEL 02/2016). Die Fischadler werden möglicherweise die „deutschen Brutgebiete gänzlich räumen“ (VÖGEL 02/2016).

Aufgrund des Märzwinters im Jahre 2013 stellte man fest, dass „sich viele Greifvogelarten, wie Rotmilan, Rohrweihe oder Fischadler“ vom „Schnee und kaltem Ostwind“ wenig beeindrucken liessen (FALKE 05/2013). Festgestellen konnte man jedoch auch, dass die Rotmilane mit dem Nestbau und der Brut „um gut zwei Wochen“ später begannen (FALKE 05/2013).

In den Jahren 1989 bis 2011 wurden im östlichen Westfalen „die Überlebensrate von 670 Männchen und 669 Weibchen des Mäusebussards untersucht“ (FALKE 03/2014). Aufgrund der unmittelbaren Ursache, einer wahrscheinlich einer höheren „Überlebensrate von Feldmäusen bei trockeneren Wintern unter der Schneedecke“ „vervierfachte sich die untersuchte Population“ (FALKE 03/2014).

Es wird angegeben, dass aufgrund des Klimawandels sich das Verbreitungsgebiet des Adlerbussards, lat. Buteo rufinus cirtensis in den Norden verschiebt, so dass man seit 2009 erstmals eine Brut in Südspanien dokumentieren konnte (FALKE 03/2017). Die Adlerbussarde der Unterart Buteo rufinus rufinus breiten ihr „Verbreitungsgebiet nach Nordwesten aus“ (FALKE 03/2017).

Überschwemmungen bringen andere Probleme. Die nachfolgenden Fotos zeigen das Elbe-Hochwassers 2013 in Riesa (links) am Tierpark Riesa und (mitte) im überfluteten Tierpark Riesa.

Bei Überschwemmungen haben auch Feldmäuse keine Überlebenschance mehr, was wiederum laut LBV auch bei Mäusebussarden zu Brutausfällen mangels Beute führt (Sonntagsblitz vom 23.06.2013).

Aufgrund von starken Regenfällen (FALKE 06/2014) sterben aufgrund der Durchnässung des Gefieders und dem Verlust der Wärmeisolierung über ein Drittel junger Wanderfalken im kanadischen Teil der Arktis.

In einer Untersuchung der „Auswirkungen von Temperatur- und Niederschlagsveränderungen aus acht Klimaszenarien auf die Eignung als Brut- und Überwinterungsgebiet für Rötelfalken anhand der derzeitigen Verbreitung und klimatischen Bedingungen“ kam heraus, dass „für pessimistische bis sehr pessimistische Klimaszenarien bis 2050 einen Verlust von 42% der geeigneten Brutgebiete in Italien“ prognostiziert wird, dass „66% der derzeitigen Kolonien“ davon betroffen wären, dass alle Szenarios bis auf ein Szenario „eine Verschiebung der Brutgebiete um rund 40 Kilometer nach Norden bis zum Jahr 2050“ vorhersagen (voegel-magazin.de vom 30.06.2017: Klimaerwärmung: Einfluss auf Rötelfalken“).

In einer Untersuchung des Einflusses der Erderwärmung auf die Ausbreitung der Bartkäuze kam heraus, dass die Bartkäuze, die „gut an das Leben in kalter Umgebung angepasst“ sind, trotz steigender Temperaturen nicht „in der Häufigkeit“ abnehmen, sondern sich weiter in den Süden und den Westen seit dem Jahr 2007 ausbreiten (Kauzbrief 26 (2014)). „Die globale Erderwärmung im Norden“ zwingt die Bartkäuze „sich den immer wärmeren Frühlingen und Sommern anzupassen“ (Kauzbrief 26 (2014)).

Der Klimawandel mit seinen „Auswirkungen auf die Lemmingpopulationenen“ wird als Ursache für den „dramatischen Rückgang der Schnee-Eulenpopulation in Skandinavien“ angesehen (S.C.R.O.-Deutschland: „Jahresbericht 2016“).

Aufgrund des steigenden Meeresspiegels und der zunehmenden Küstenerosion sind bereits „fünf Inseln der Salomonen im Südpazifik ... im Meer versunken“ (Sonntagsblitz 08.05.2016: „Inseln gehen unter“). Die unbewohnten bis zu 5ha grossen Inseln der Salomonen waren „bewachsene Korallenatolle“ (Sonntagsblitz 08.05.2016: „Inseln gehen unter“). Weitere 6 Inseln der Salomonen sind nach einer Australischen Studie „akut von Erosionen bedroht“ (Sonntagsblitz 08.05.2016: „Inseln gehen unter“). Auf den Salomonen sind die Salomonen-Seeadler, lat. Haliaeetus sanfordi, die Salomonenkäuze oder Salomonen-Eulen, lat. Nesasio solomonensis und die Salomonen-Buschkäuze oder Salomonensperbereulen (oder Salomonenkäuze?), lat. Ninox jacquinoti verbreitet.

Am Nachmittags des 15.11.2013 „verdichtete sich der Nebel nach einem dunstigen Tag immer mehr“ und reichte bis zum Boden in Brandenburg und auch im Havelland, so dass viele Vögel „offenbar irritiert über dem Nebel flogen“ und „völlig orientierungslos waren“ (FALKE 02/2013). Man dokumentierte notgelandete Vögel auf Strassen, weil das Licht der Autos „offenbar eine gewisse Orientierung“ gab und nasse Oberflächen als Gewässer interpretiert wurden, was zu zahlreichen Kollisionen führte (FALKE 02/2013). Kollisionen erfolgten daher auch durch Freileitungen, Pappelreihen und an Windkraftanlagen (FALKE 02/2013). In den Ausführungen findet man keine Opfer von Greifvögeln und Eulen, andererseits waren viele andere Vögel bereits „schon nach kurzer Zeit an- oder aufgefressen sowie zum Teil mehr oder weniger verscharrt wurden – ein Hinweis auf die hohe Dichte an Beutegreifern, vor allem Raubsäugern“ (FALKE 02/2013).

 

 

02.03. Die Greifvögel und Eulen, über Parasiten und Infektionen
Die Parasiten werden in Ektoparasiten, wie Flöhe, Läuse, Milben etc., die den Vogel von Aussen auf dem Gefieder und auf der Haut befallen und in Endoparasiten, die den Vogel von Innen in den Eingeweiden und den Körperhöhlen angreifen, unterteilt. Bei einer stichprobenartigen Überprüfung im Rahmen eines Beringungsprogramms des Sperlingskauzes im Zeitraum 1986 bis 2003 bezüglich Ektoparasiten in Thüringen (“Eulenrundblick” 58) stellte man 9 verschiedene Schmarotzerarten (Zecken, Federmilpen, Flöhe, Lausfliegen, Bindegewebsmilpen, Federlinge) fest. Beim Rauhfusskauz („Eulenrundblick“ 59) entdeckte man den neuen Endoparasiten Sarcocystis thuringiensis.

Schleiereulen können „verschiedene Ektoparasiten beherbergen“ und dieses können mehrere „Arten von Federlingen, Lausfliegen, Gefiederfliegen, Flöhen und Milben“ sein, aber es können „auch mehrere Zeckenarten aus der Familie der Schildzecken (Ixodiae)“oder Lederzecken der Art Argas reflexus sein (Eulenrundblick 47).

Ein Uhu, der tot im Naturschutzgebiet bei Marsberg-Padberg im Hochsauerlandkreis gefunden wurde, wurde untersucht und man entdeckte als Todesursache die Vogelkrankheit Trichomonadose. „Beutegreifer wie Uhus infizieren sich durch das Fressen von erkrankten Beutevögeln“ (ageulen.de; am 19.06.2014: Lindner; Peters: „Uhu-Tod durch Vogelkrankheit Trichomonadose“).

Aufgrund einer Untersuchnung des dunenjungen Wanderfalken-Nachwuchses in eine Voliere bezüglich Ektoparasiten wurden Lausfliegen festgestellt, die nach einer entsprechenden Behandlung abgetötet werden konnten („Greifvögel und Falknerei“ (1992)).

Durch verschiedene Untersuchungen stellte man fest, dass Milben zum Beispiel Wanderfalken befallen können. Lausfliegen wurden bei Baumfalken, Turmfalken und Sperbern gefunden und bei Turmfalken und Rotmilanen entdeckte man auch Gefiederfliegen. Ein Befall mit Zecken, so Feststellungen, kann für Wanderfalken tödlich enden. Zu den Endoparasiten zählen Saug-, Band- Spul-, Haar-, Faden-, Rachen- und Luftröhrenwürmer sowie Darmegel. Die Trichomonadenseuche hat ihre Ursache bei den Endoparasiten. Zu den Infektionskrankheiten zählen die Wunden, die sich der Vogel durch Verletzungen zuzieht (zum Beispiel durch "Blutvergiftungen"), Vogeltuberkulose, beim fressen aufgenommene Salmonellen (zum Beispiel sorgen diese für Darmstörungen bei Wanderfalken), Erkrankungen im Schnabelbereich und in der Rachenhöhle und bei unsauberer und feuchter Umgebung Schimmelpilzerkrankungen in der Nase, in den Lungen und den Luftsäcken. Zu den Infektionskrankheiten zählen beispielsweise des Weiteren die Herpesinfektionen und Newcastledisease.

Die Ursache für den Tod einer der Harpyien des Nürnberger Zoos im Jahre 2006 (Dr. med. vet. Neurohr per Mail am 08.11.2006)) war die Infektionskrankheit Mycobacterium avium. Im Zoo Köln starben im Juni 2015 in einer Woche 3 Bartkäuze und eine Sperbereule am Usutu-Virus (Tagungsbroschüre 2016 der AG Eulen).

In einer bundesweiten Untersuchung von 410 jungen Turmfalken (Falke 07/2004) kam heraus, dass junge Turmfalken, die in einem Nistkästen aufwachsen, häufiger mit der Gefiederfliege Carnus hemapterus befallen werden, als in der freien Natur aufgezogene junge Turmfalken.

Die Vogelgrippe (FALKE 02/2006) ist seit 1901 bekannt. Einerseits kam zwar der Vogelzug als möglicher Übertragungsweg ins Gespräch, andererseits wurde aber noch kein „Killervirus“ (kein einziger Fall von Mensch-zu-Mensch-Übertragung) entdeckt (FALKE 02/2006). Um mehr um die Ausbreitung der Vogelgrippe bzw. des H5N1-Virus (Falke 06/2007) zu erfahren, wurden 45 Individuen (Gelbbrustpfeifgänse, Glanzenten, Witwenpfeifgänse und Knäkenten) aus drei Gebieten in Afrika mit Satellitensendern bestückt, um mehr über den Zugweg, inkl. der Rast- und Aufenthaltsgebiete, zu erfahren. Aufgrund der gesammelten Fakten (Falke 06/2007) wird die Hypothese bestätigt, dass das Wirtschaftsgeflügel (besonders Wasservögel) die Hauptursache für die Ausbreitung der Vogelgrippe bzw. des H5N1-Virus ist. Auch stimmten die Ausbreitungswege der Vogelgrippe bzw. des H5N1-Virus (Falke 06/2007) nicht mit den langen Hauptzugrouten der Wildvögeln bzw. Zugvögel überein. Nur über kurze Entfernungen (Falke 06/2007) vom Schwarzen Meer bis nach Westeuropa im Jahre 2006 fand eine Ausbreitung über Wildvögel statt. Bei 500 aufgrund der Vogelgrippe untersuchten Hauskatzen an vier verschiedenen Plätzen in Java und Sumatra hatten 20% H5N1-Antikörper in ihrem Blut (Falke 07/2007).

Im Ergebnis eines dreijährigen Forschungsprojekts des Instituts für experimentelle Ökologie der Universität Ulm bezüglich der Untersuchung der Übertragung des Vogelgrippe-Virus durch Greifvögel („Rachen- und Kloakenabstriche sowie Blutproben auf den H5N1 Erreger“ wurden bei „280 Rot- und Schwarzmilanen, Habichten, Sperbern, Mäusebussarden, Baumfalken, Uhus und Schleiereulen“ gemacht bzw. genommen) kam heraus, dass Greifvögel praktisch keine Rolle spielen bzw. kein Befund festgestellt werden konnte (FALKE 06/2010).

Über 600 Menschen (FALKE 11/2012) wurden von der Vogelgrippe vom Vogel infiziert. Eine Übertragung vom Menschen zum Menschen ist nicht oder erst durch „fünf Mutationen im Erbgut des Erregers“ laut den Ergebnissen einer internationalen Forschergruppe möglich (FALKE 11/2012).

Andererseits (gefiederte-welt.de am 01.12.2014 „Die Vogelgrippe ist zurück!“) wurde 2014 erstmals der H5N8 Virus an einem Wildvogel, einer Krickente, lat. Anas crecca, in Europa festgestellt. Eine umfangreiche Analyse (voegel-magazin.de: Nachricht vom 20.12.2014 (NABU zur Vogelgrippe)) bezüglich der Einschleppung des Virus durch Wildvögel ist laut dem NABU nicht haltbar. Der H5N8-Virus wurde „bei tausenden von Proben in Europa nur dreimal in Wildvögeln nachgewiesen“, nämlich „Mitte November in einer abgeschossenen Krickente auf Rügen und Anfang Dezember in zwei Kotproben von Pfeifenten in den Niederlanden. In beiden Fällen erfolgte der Nachweis einige Zeit nach Ausbrüchen des Virus in nahegelegenen Geflügelhaltungen“ (voegel-magazin.de: Nachricht vom 20.12.2014 (NABU zur Vogelgrippe)). Des Weiteren ist es eine „Tatsache, dass das Virus bisher ausschliesslich in geschlossenen Grosshaltungen auftritt, aber noch niemals in artgerechteren Freilandhaltungen, die eher Kontakt mit Wildvögeln haben könnten, spricht auch eindeutig gegen eine Verbreitung des Virus durch Wildvögel“ (voegel-magazin.de: Nachricht vom 20.12.2014 (NABU zur Vogelgrippe)). Des Weiteren heisst es, dass die Vogelgrippe eigentlich „Geflügelgrippe heissen“ müsste, „denn der Virus befällt in der Regel nur Enten- und Hühnervögel“, wobei andererseits davon auszugehen ist, „dass bei hohem Infektionsdruck, also engem Kontakt von Ziervögeln mit befallenen Tieren oder deren Exkrementen, eine Übertragung zumindest nicht unmöglich ist“ („Ein Herz für Tiere“ 01/2017).

Mittlerweile wird die Vogelgrippe aufgrund der Verbreitung auf den 3 Kontinenten Europa, Asien und Afrika auch als Pandemie bezeichnet (PIRSCH 01/2017). Dokumentiert wurden auch erstmals Greifvögel, „die auch verendete Vögel fressen, wie Mäusebussarde“ und „in Schleswig-Holstein zwei Seeadler“ (PIRSCH 01/2017).

02.04. Die Greifvögel und Eulen, vom Feindverhalten
Von vielen Greifvögel und Eulen fallen deren Jungvögel und Eier den Baum- und Steinmardern zum Opfer. Der Uhu jagt mitunter auch Greifvögel (junge Habichte, Habichte, Mäusebussarde, Sperber, Schwarzmilane, junge Wanderfalken, Turmfalken, seltener Rotmilane, Wespenbussarde) und Eulen (Waldohreulen, Sumpfohreulen, Habichtskäuze, Schleiereulen, Waldkäuze, Steinkäuze). Junge Uhus, so Beobachtungen, die auf dem Boden ausgebrütet wurden und dort aufwachsen müssen, werden von Wildscheinen als Nahrung angesehen. Ansonsten besteht auch Gefahr bezüglich der Jungenaufzucht durch Mufflons, die die Uhus bei der Aufzucht stören bzw. vom wettergeschützten Brutort vertreiben, so dass der Nachwuchs umkommt. Der Habicht erbeutet wiederum junge Falken und auch junge Seeadler. Nach Beobachtungen (Falke 04/1998) können bis zu 10% des Baumfalkennachwuchses Habichten zum Opfer fallen. Auch Krähen und Raben erbeuten die jungen Seeadler. Die Seeadler bekämpfen die europäischen Uhus und die Weisskopfseeadler bekämpfen die amerikanischen Uhus oder Virginia-Uhus. Die Virginia-Uhus oder amerikanischen Uhus erbeuten wiederum auch andere Eulen (zum Beispiel: amerikanische Bartkäuze) und Greifvögel. Auch Streifenkäuze und dem Fleckenkäuze erbeuten amerikanische Bartkäuze. Die Seeadler wiederum jagen dann auch den Fischadlern, den Wanderfalken und den Milanen die Beute ab. Andererseits ist auch beobachtet worden, dass eine Schleiereule einen Steinkauz erbeutete. Auch muss sich der Steinkauz vor dem Waldkauz, (er kann den Steinkauz auch vom Revier vertreiben), vorsehen. Der Marder frisst auch Schleiereulen und Sperbereulen. Der Baummarder erbeutet und frisst Baumfalken. Der Sperlingskauz muss sich vor den Wanderfalken, den Habichten, Uhus, den Waldkäuzen und den Schwarzspechten in Acht nehmen, da sie ihn als Beute ansehen. Raubmöwen, Eismöwen, Kohlraben, Polarfüchsen jagen mitunter auch Schnee-Eulen. Von allen europäischen Eulen werden die Waldohreulen am meisten von Habichten und Uhus erbeutet. Der Kaiseradler erbeutet auch Sumpfohreulen und Rohrweihen. Zur Beute des Steinadlers zählen auch Greifvögel, wie zum Beispiel Mäusebussarde und auch Eulen, wie zum Beispiel: Bartkauz, Habichtskauz. Wanderfalken jagen mitunter auch Sperber, kleine Falken und Bussarde. Habichte erbeuten junge noch flugunfähige Fischadler. Der Prachthaubenadler jagt als Beute auch Truthahngeier. Der Mäusebussard und der Habicht sehen den Baumfalken auch als Beute an. Mäusebussarde erbeuten des Weiteren (ermattete) Sumpfohreulen (wie z.B. im Winter 1991 laut Falke 01/1997). Bezüglich des Rauhfusskauzes stellte man fest, dass der Baummarder bis zur Hälfte aller Jungvögel frisst, auch als Beute von Waldkauz und Habicht angesehen wird und dass bei akutem Nahrungsmangel vorkommt, dass die oder der älteren Jungvögel den jüngsten Jungvogel auffressen. Bei den Sperbereulen werden bei Nahrungsmangel nur die ältesten Jungvögel gefüttert, so dass die jüngsten Jungvögel verhungern müssen. Der Mähnenwolf und die Iltisse erbeuten oder jagen Kanincheneulen, die sich nur durch das nachmachen der Laute der Klapperschlange, was auch schon die jungen Kanincheneulen beherrschen, schützen können. Auf den Sperber macht der Habicht und der Waldkauz jagt und auch die jungen Sperber oder dessen Eier werden von den Eichelhähern als Beute angesehen. Auch besteht die Möglichkeit, dass die Jungvögel (bei Sperbern beispielsweise) bei andauerndem Regen mangels eventuell noch nicht vorhandener (Voll-)Befiederung an Unterkühlung sterben. Zu den natürlichen Feinden des Steinkauzes zählt auch der Mäusebussard.

Der Kampf ums Überleben beginnt bei einigen Jungvögeln bereits als Kücken. Bei den Adlern legen in der Regel die Weibchen mehrere Eier. Die Jungvögel schlüpfen dann an unterschiedlichen Tagen nacheinander. Bei den Steppenadlern, lat. Aquila rapax nipalensis oder(!) Aquila nipalensis stirbt oft ein Kücken und bei den Steinadlern, lat. Aquila chrysaetos überlebt das zweitgeborene Kücken nur zu 30 bis 50%, weil der ältere Jungvogel, sobald er sehen kann, auf diesen einhackt. Bei den Keilschwanzadlern, lat. Aquila audax oder (!) Uraetus audax tötet oft der erstgeborene Jungvogel den jüngsten / kleinsten Jungvogel. Auch bei den Kaffernadlern oder Verreaux-Adlern, lat. Aquila verreauxii tötet der stärkere Jungvogel das Schwächere oder soll auch heissen: von 3 jungen Kaffernadlern überleben meist nur 2 Jungvögel. Bei den Schreiadlern, lat. Aquila pomarina überlebt meist nur der erste und stärkere Jungvogel, weil er den zweiten attackiert, verletzt, erdrückt und tötet. Der ältere Schreiadler-Jungvogel unterdrückt zum Beispiel den jüngeren Jungvogel, in dem er auf ihn hinaufklettert, das Füttern verhindert, ihn einschüchtert und bekämpft. In seltenen Fällen wurde auch bei jungen Weisskopfseeadlern beobachtet, dass ältere Jungvögel den jüngsten Jungvogel töteten. Bei den Uhus töten der oder die Elternvögel den schwächsten Jungvogel in Ausnahmen bei Nahrungsmangel, um diesen den stärkeren jungen Uhus als Futter anzubieten bzw. ihn zu verfüttern. Auch bei einer Schleiereule wurde beobachtet, dass ein Jungvogel, der sich nicht mehr äusserte vom Altvogel zerteilt und an einen anderen Jungvogel verfüttert wurde.

Andererseits setzt sich der Mensch, die Naturschützer, auch für die bedrohten Tierarten (so auch die Greifvögel und Eulen) ein. So vermass man einen in der freien Natur geborenen jungen Kalifornischen Kondor in seinem Nest im Jahre 1980 (mit Genehmigung). Im Resultat verstarb der vermessene junge Kalifornische Kondor, weil die Naturschützer zu spät herausbekamen, dass Neuweltgeier in einem bestimmten Stadium der Entwicklung besonders störungsempfindlich bezüglich des Stresses sind.

Im Buch „Vogelleben“ (von Nicolai, 1973) wird das Verhältnis von Jäger und Beute anhand von zwei Beispielen oder Untersuchungsergebnissen verdeutlicht: Ein Paar Kaffernadler verbraucht 0,3% der im Gebiet vorkommenden Klippschliefer (die Hauptnahrung). Die Fischadler benötigen täglich einen Fisch von ca. 400g, was in überhaupt keinem Verhältnis zum Schaden, den der Mensch verursacht, steht.

Der Überlebenskampf geht weiter bei der Verteidigung des Reviers vor eigenen Artgenossen. Von den Gattungen der Echthabichten, lat. Accipiter, der Adler, lat. Aquila, und von der Bussarde, lat. Buteo, verteidigen 75% ihr Revier.

In diesem Zusammenhang gibt es auch die Alarm- oder Warnrufe der Elternvögel. Hier verfallen die Kücken der Rotmilane und Fischadler in eine Schreck- oder Körperstarre in der Hoffnung durch das Todstellen übersehen zu werden.

Vollgefressene Gänsegeier würgen gefressenes Aas wieder hervor, um die Feinde ablenken zu können oder um wieder fliegen (und damit fliehen) zu können.

Ein Streit unter zwei jungen Schneegeier (im Tiergarten Nürnberg aufgenommen).

Kämpfe unter Mäusebussarden können in kalten Wintern, auch wenn es nur „um eine Larve” geht, tödlich enden („Die faszinierende Welt der Tiere“ (1993); Seite 253). Ein aufplustern und ein Aufstellen der Kopf- und Nackenfedern dienen der Drohung und der Angriff erfolgt mit „gespreizten Flügel- und Schwanzfedern“ („Die faszinierende Welt der Tiere“ (1993); Seite 253). Ein im Streit unterlegener Mäusebussard legt sich reglos „zum Zeichen der Unterwerfung” auf die „Seite und hebt einen Flügel an” („Faszination Tier & Natur“ (Loseblatt-Sammelwerk)) bzw. ein im Streit unterlegener Mäusebussard legt sich mit dem Rücken auf den Boden und breitet die Flügel aus (Haseder, Stinglwagner: „Knaurs Grosses Jagdlexikon“, 2000; Foto: Seite 143).

Auch im Sommer konnte ein Streit zweier Mäusebussarde, die sich um ein Ei streiteten (FALKE 08/2015), dokumentiert werden. Beide Mäusebussarde haben sich zuerst „mit gesträubten Nackengefieder und ausgebreiteten Flügeln“ gegenseitig bedroht (FALKE 08/2015). Nachdem einer der Mäusebussarde den anderen Mäusebussard mit einer Schwinge niederschlug, streckte der unterlegene auf dem Rücken liegende Mäusebussard die Fänge zur Abwehr entgegen, hob den linken Flügel und kapitulierte durch Bewegungslosigkeit (FALKE 08/2015).

Ein Streit um die Beute.

Mit freundlicher Genehmigung von Herbert Henderkes, www.taxidermy-natureart.de , wurde das Foto verwendet. Ein Streit zwischen einem Mäusebussard (links) und einem Rauhfussbussard (rechts).

Andererseits ist auch bei der Beuteübergabe einmal beobachtet worden, dass sich das Mäusebussard-Männchen „mit gespreizten Flügeln” auf den Rücken legt, „um zu zeigen, dass es sein Futter dem überlegenen Weibchen abtritt” („Die faszinierende Welt der Tiere“ (1993); Seite 253).

Mit den Verteidigungs- oder Drohgebärden (Drohstellungen) wollen die Greifvögel (dass heisst die Adler, Habichte und Geier) und Eulen grösser und gefährlicher wirken, um den Gegner abzuschrecken oder einzuschüchtern. Die Greifvögel spreizen die Flügel, (die dann es Boden berühren,) stellen die Nackenfedern auf, strecken die Krallen aus und sträuben das Gefieder (besonders des Kopfes). Der Kopf wird nach vorn oben gestreckt. Der Schnabel wird aufgerissen. Als Steigerung ist ein schlagen mit den Füssen neben Schreien oder Rufen beobachtet worden.

 

Die nachfolgenden Fotos wurden im Tiergarten Nürnberg aufgenommen und zeigen die Harpyie in drohender Stellung, so dass alles grösser, mächtiger und bedrohlicher ausschaut.

Die nachfolgenden Fotos wurden links im Greifvogelpark Grafenwiesen (Rotschwanzbussard mit gesträubten Gefieder) und mittig im Bayerischen Jagdfalkenhof Schloss Tambach (junger Kaiseradler mit aufgestellten Kopffedern) aufgenommen.

Die Fotos des Gauklers unterhalb dieser Zeilen wurden in der La Volerie des Aigles, Château de Kintzheim (Greifvogelwarte Burg Kintzheim) gemacht und zeigen den Gaukler, wie er sich steckt und die Kopffedern aufstellt.

Die Fotos unterhalb dieser Zeilen wurden im Tierpark Berlin Friedrichsfelde gemacht. Ein Gaukler, der sich aufplustert, faucht und mit dem Füssen stampft.

Die nachfolgenden Fotos des drohenden Gänsegeiers wurden im Falkenhof Schloss Rosenburg (Riedenburg) gemacht.

Die Eulen drohen indem sie die Flügel ausbreiten, sich aufplustern, den Kopf senken und dabei fauchen, zischen und ggf. züngeln (die Zunge rausstecken). Das Knappen gilt auch als Abwehrlaut. Bei den Eulen wurde bezüglich der Verteidigung des Reviers und des Nachwuchses auch beobachtet, dass diese das Gefieder aufplustern, die Flügel spreizen und die Federbüschel auf dem Kopf aufstellen. Die Beine und Krallen strecken nur Jungvögel zusätzlich aus.

In Extremsituationen drohen Rauhfusskäuze mit nur einem Flügel (als „Flügelschild“) und Sperbereulen mit einem Flügel und einem gefächerten Schwanz. Die Fischuhus, lat. Bubo Ketupu, lassen die Flügel auf beiden Seiten runterhängen und strecken sich in die Höhe.

Zur Drohung plustert sich die Streifenohreule auf und streckt den Kopf vor und faucht.

Dieses Foto wurde im Vogelpark Niendorf (Timmendorfer Strand) gemacht.

Mit freundlicher Genehmigung von Claudia von Valtier wurde das linke Foto des Uhus (in Drohstellung) verwendet.

Mit freundlicher Genehmigung von Birgit Block wurde das rechte Foto einer jungen Waldohreule in Drohstellung (von der Internetseite www.ageulen.de ) verwendet.

Der Steinkauz führt knicksende Bewegungen, ein fixieren mit ruckartigen Bewegungen und die Streckung bei Erregung (Schön, Scherzinger, Exo, Ille: „Der Steinkauz“, NBB, Band 606), durch. Bei dieser Fixierung, dem “Vertikalknicksen”, verbleibt der Steinkauz Augenblicke jeweils in den geduckten und gestreckten Stellungen (aufgenommen im Greifvogelpark / Falknerei Konzenberg).

Eine weitere Stellung ist die „Fahlstellung“, wobei der Körper zwecks Tarnung „gestreckt“ und „schlank gemacht“ wird.

Die “Fahlstellung” wird auf dem linken (Weissgesichtseule; aufgenommen im Vogelpark Abensberg) und dem mittleren (Waldohreule aufgenommen im Greifvogelpark / Falknerei Konzenberg) Foto gezeigt. Das rechte Foto (Waldohreule aufgenommen im Greifvogelpark / Falknerei Konzenberg) zeigt dagegen eine aufgeplusterte Waldohreule.

In einer Untersuchung (FALKE 08/2006) zum Uhu bezüglich der Erbeutung von Wanderfalken wurden 218 Greifvögel(reste) unter Uhunestern festgestellt und davon stammen 65 von Wanderfalken. Des Weiteren (FALKE 08/2006) gab man an, dass in Baden-Württemberg etwa 1.000 junge Wanderfalken aufgrund der Uhus in den letzten zehn Jahren weniger aufgezogen wurden, jedoch im selben Zeitraum über 7.300 Wanderfalken ausflogen.

Die Population des Wüstenuhus, lat. Bubo ascalaphus hat im israelischen Arava-Tal den Fahlkauz, lat Strix butleri bereits verdrängt oder ersetzt (FALKE 05/2012). Nur in der israelischen Negev-Wüste wird ein stabiler Bestand von rund 70 Fahlkauzpaaren derzeit angegeben (FALKE 05/2012).

In einer 20-jährigen Studie („Eulenrundblick“ 59) von 1988 bis 2008 in der Tundra in Nordost-Grönland stellte man in einem Untersuchungsgebiet fest, dass Schnee-Eulen nur in 6 von 21 Jahren vorkamen. Da Lemminge zu 98% die Hauptnahrung sind, musste für das Vorhandensein von Schnee-Eulen eine Lemmingdichte von 2 Lemmingen je Hektar vorliegen. Schnee-Eulen erbeuteten in 6 Stunden durchschnittlich 0 bis 16 Lemminge. Auch aufgrund der Vielzahl der anderen Raubfeinde der Lemminge, wie Polarfuchs, Hermelin und Raubmöwe wird "automatisch" für einen Populationsrückgang im Sommer "gesorgt".

Die männliche Falkennachtschwalbe oder Nachtfalke, lat. Chordeiles minor, plustert sich zur Verteidigung der Jungvögel auf, zischt und schlägt mit den Flügeln auf den Boden. Der Poor-Will oder die Winternachtschwalbe, lat. Phalaenoptilus nuttallii versucht Nesträuber vom Nest wegzulocken, indem sie Angreifer durch ein auf dem Bauch rutschen und mit einem Flügel auf den Boden schlagen täuscht oder ablenkt.

 

 

02.05. Die Greifvögel und Eulen, die (Neu-) Entdeckungen
Eine weibliche Kongomaskeneule wurde im Mai 1996 „im Rahmen einer mehrwöchigen Feldforschung im Itombwe Forst (Zaire), die hauptsächlich den darin lebenden Primaten galt, mittels Japannetz“ gefangen (Gefiederte Welt 10/2003). Die Kongomaskeneule wurde fotografiert, gewogen, gemessen und wieder freigelassen (Gefiederte Welt 10/2003).

Die Bergwald-Kreischeule oder Hoyeule, lat. Megascops hoyi (früher lat. Otus hoyi) wurde 1987 entdeckt, 1989 erstmals beschrieben und im Jahre 2000 erstmals in den Wäldern Nordargentiniens und Südboliviens in 1000 bis 2800 m Höhe gefilmt („Gefiederte Welt“ 07/2003; “Stuttgarter Beiträge zur Naturkunde (Serie A; Biologie): 428 (Bergwald-Kreischeule)).

Der Amazonas-Sperlingkauz, lat. Glaucidium hardyi wurde 1989 (Gefiederte Welt 10/2004), die Bergwald-Kreischeule oder Hoyeule, lat. Megascops hoyi (oder früher lat. Otus hoyi) wurde 1989 (Gefiederte Welt 07/2003; “Stuttgarter Beiträge zur Naturkunde (Serie A; Biologie): 428 (Bergwald-Kreischeule)), der Yungas-Sperlingskauz oder Bolivienzwergkauz, lat. Glaucidium bolivianum wurde 1991 (Gefiederte Welt 07/2003), der Peru-Sperlingskauz, lat. Glaucidium peruanum wurde 1991 (Gefiederte Welt 07/2003), der Zamora-Sperlingskauz, lat. Glaucidium parkeri wurde 1995 (Gefiederte Welt 10/2004), die Moheli-Zwergohreule, lat. Otus moheliensis wurde 1998 (Gefiederte Welt 10/2004), der Nebelwald-Sperlingskauz, lat. Glaucidium nubicola wurde 1999 (Gefiederte Welt 01/2005), der Zinnober-Falkenkauz oder Zinnoberkauz, lat. Ninox ios wurde 1999 (Gefiederte Welt 01/2005), der Kleine Sumbakauz, lat. Ninox sumbaensis wurde 2002 (Gefiederte Welt 01/2005) erstmalig beschrieben. Ebenso folgten die Erstbeschreibungen des Sick-Sperlingskauzes oder Sickzwergkauzes, lat. Glaucidium sicki, der Zimtkreischeule oder Zimt-Kreischeule, lat. Megascops petersoni (oder früher: Otus petersoni), der Nebelwald-Kreischeule, lat. Megascops marshalli (oder früher: Otus marshalli) und die Serendib-Zwergohreule, lat. Otus thilohoffmanni.

Auf Madagaskar definierte man aufgrund der Gesänge, der Morphologie und des unterschiedlich voneinander getrennten Verbreitungsgebietes 2 eigenständige Arten; die Madagaskar-Zwergohreule oder Inseleule, lat. Otus rutilus und die Torotoroka-Zwergohreule, lat. Otus madagascariensis (Gefiederte Welt 01/2004).

Der Gesang der auf der Insel Sangihe lebenden Zwergohreulen unterschied sich derart von den Zwergohreulen, die auf den benachbarten Inseln leben, so dass man 1998 die Zwergohreulen auf Sangihe zur eigenständigen Art Sangihe-Zwergohreule oder Sangiheeule, lat. Otus collari erhob (Gefiederte Welt 04/2004).

In den Jahren 1966 und 1977 sammelte man 2 Zwergohreulen von der Grossen Nikobaren Insel ein und stellte nach entsprechenden Analysen fest, dass die gefundenen 2 Zwergohreulen sich von den bisher beschriebenen Arten so sehr unterscheiden, so dass man die gefundenen Individuen als Nicobaren-Zwergohreule oder Nicobareneule, lat. Otus alius beschrieb und definierte (Gefiederte Welt 04/2004).

Im Oktober 1994 wurde eine Malegasseneule, lat. Tyto Soumagnei, auf der Masoala-Halbinsel (Verbreitungsgebiet: Nordost- und Ostmadagaskar) gefangen, mit einem Radiosender versehen und „bis Dezember 1995 ständig geortet“ (Gefiederte Welt 07/2003). Es konnte dokumentiert werden, dass die besenderte Malegasseneule 2 Jungvögel, die flügge wurden, grosszog, wovon einer besendert wurde und bis zum März 1996 kontrolliert wurde (Gefiederte Welt 07/2003).

Eine bereits 1994 auf West-Flores eingefangene Floreseule oder Floresohreule oder Everetts Zwergohreule oder Everett-Eule oder Flores-Zwergohreule, lat. Otus alfredi, die 1997 wieder gefunden wurde, auch fotografiert wurde, war die Ursache für die nachfolgende Erhebung in den Artstatus (Gefiederte Welt 01/2004).

Im November 1997 starteten die Ornithologen Rasmussen, King, Abbott zu einer Suche in Indien und fanden 2 Exemplare des Blewittkauzes oder Bänder-Steinkauzes oder Waldfleckenkauzes, lat. Athene blewitti im westlichen Teil in Nordwest-Maharashtra, die sie auch mit einer Videokamera filmten (Gefiederte Welt 10/2003).

Im Jahre 1992 wurden auf der Komoreninsel Anjouan 2 Anjouan-Zwergohreulen oder Anjouaneulen, lat. Otus capnodes gefunden, deren Rufe aufgenommen wurden, eine mittels Japannetz eingefangen wurde, fotografiert wurde und nach einer Blutentnahme für eine DNA-Analyse wieder freigelassen wurde (Gefiederte Welt 01/2004).

Im Jahr 2003 entdeckte man die „erste endemische Vogelart der indonesischen Insel Lombok“, die Rinjani-Zwergohreule, lat. Otus jolandae (FALKE 06/2013). Auf den Philippinen wurden der auf der Insel „Camiguin Sur“ lebende Camiguin-Falkenkauz, lat. Ninox leventisi und der auf der Insel Cebu lebende Cebu-Falkenkauz, lat. Ninox rumseyi („S.C.R.O.-Deutschland: Jahresberichte 2012 und 2013“) wiederentdeckt bzw. genaugenommen waren beide Arten zuvor der Unterart des Philippinenkauzes, lat. Ninox philippensis spilonota zugeordnet.

Im Jahre 2013 entdeckte man im Al Hajdar Gebirge in Oman die als Omanfahlkauz, lat. Strix omanensis, beschriebene neue Eulenart (FALKE-Sonderheft Eulen (2014)). Die Beschreibung erfolgte mit Hilfe von Tonaufnahmen der Rufe und von Fotos schnell, um die omanischen Behörden beim Schutz der Art zu unterstützen (FALKE-Sonderheft Eulen (2014)). Bezüglich eines Holotypus heisst es im FALKE-Sonderheft Eulen (2014): „Von einer Sammlung eines Eulenexemplars wurde -trotz der Restzweifel an der Existenz eines bislang nicht entdeckten Taxons, bei dem die Einstufung als eigene Art gerechtfertigt ist- abgesehen, da derzeit immer noch keine Informationen über die Populationsgrösse der Eulenart vorliegen und man den womöglich kleinen Bestand nicht gefährden wollte.“ Eine Suche nach einer Feder zwecks molekularischer Absicherung des Omanfahlkauzes, lat. Strix omanensis als neu definierte Art wurde nicht vorgenommen bzw. vergessen (FALKE 08/2015). Weitergehende molekularbiologische Untersuchungen der Fahlkäuze führten dann aber einerseits zum Ergebnis, dass die „als Fahlkauz bestimmte Eule mit Vorkommen in Israel, Saudi-Arabien, Ost-Ägypten, dem Sinai, Jordanien und Teilen der arabischen Halbinsel“ nun zur eigenständigen Art „Wüstenfahlkauz“, lat. Strix hudorami definiert wurde und andererseits, dass mangels Material (zum Beispiel eine Feder) zur molekularbiologischen Genanalyse des Omanfahlkauzes, lat. Strix omanensis (eigenständige Art? Unterart von Strix butleri?) nur die wissenschaftlich wahrscheinlichste Schlussfolgerung zulässt, dass der als neue Art definierte Omanfahlkauz, lat. Strix omanensis ein Fahlkauz, lat. Strix butleri ist (FALKE 08/2015) und damit wird der Omanfahlkauz zum Synonym des Fahlkauzes (FALKE 08/2015). Am Ende wurde die Neuentdeckung des Omanfahlkauzes, lat. Strix omanensis als neu definierte Art aufgrund weiterer Untersuchungen von den Entdeckern selbst widerrufen (FALKE 10/2015).

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