meine rein persönlich private Internetseite

Block 1: Ein zusammenfassender Überblick über die Welt der Greifvögel und Eulen
03.01. Die Greifvögel und Eulen, das Gefieder
03.02. Die Greifvögel und Eulen, die Albinos
und andere Farbabweichungen
03.02. Die Greifvögel und Eulen, die „Schwärzlinge“
03.04. Die Greifvögel und Eulen, zur Fortbewegung: vom Gehen und Fliegen

Um Wiederholungen bei den einzelnen Abschnitten meiner wissenschaftlichen Ausführungen / Ausarbeitungen zu vermeiden, verweise ich auf das Literaturverzeichnis, das sich auf der Seite “Greifvögel / Eulen 1” befindet. Hiermit untersage ich (Jens Wolf, www kaiseradler.de) jede weitere Verbreitung, Vervielfältigung, Verwertung meiner Fotos in welcher und / oder durch welche Art und / oder Weise auch immer. Genauso untersage ich hiermit jede weitere Verarbeitung, Vervielfältigung, Verwertung meiner wissenschaftlichen Ausführungen / Ausarbeitungen oder Teilen daraus. Das Inhaltsverzeichnis befindet sich auf der Seite “Greifvögel / Eulen A”. Es sei darauf hingewiesen, dass die Möglichkeit besteht, dass im Lauf der Zeit aufgrund von Veränderungen im Bestand der in den Falknereien und/oder (zoologischen) Einrichtungen gehaltenen Arten, die fotografierten Arten nicht mehr gezeigt werden oder nun andere Arten zu sehen sind..

03.01. Die Greifvögel und Eulen, das Gefieder
Vögel sind Warmblütler, die „ihre Körpertemperatur auf ca. 42°C halten“ (“Der Falkner” (2013)) oder man findet die durchschnittliche Körpertemperatur von 38 bis 42°C (VÖGEL 04/2015). Das Gefieder „ist so aufgebaut, dass zwischen Haut und den Federn nach aussen hin eine warme Luftschicht bildet, welche die Körpertemperatur selbst bei widrigsten Wetterbedingungen konstant hält“ (“Der Falkner” (2013)) oder das Gefieder hat die Aufgabe die Körpertemperatur durch Wärmeisolierung zu sichern, den Körper vor Witterung und mechanischen Einflüssen zu schützen, die Fortbewegung bzw. das Fliegen zu sichern bzw. zu ermöglichen (VÖGEL 04/2015). Durch „das Sträuben der Federn bei Kälte“ können so verschiedene Vogelarten „über viele Stunden eine andauernde Umgebungstemperatur von bis zu minus“ 70°C überstehen (VÖGEL 04/2015). Aufgrund der dachziegelartigen Anordnung der Federn können die Vögel „lange Zeit im Regen aushalten, ohne bis auf die Haut nass zu werden“ (VÖGEL 04/2015).

Die Konturfedern bilden die Oberfläche und schützen den Körper (Dosselbach/Dosselbach: “Das wundervolle Leben der Vögel”) oder für das äussere Erscheinungsbild sorgen die Konturfedern (“Der Falkner” (2013)) oder das sichtbare Gefieder bilden die Konturfedern (Brown, Ferguson, Lawrence: "Federn, Spuren & Zeichen, der Vögel Europas" (2003)), die dem Vogel auch das Fliegen ermöglichen (“Der Falkner” (2013)) oder „die Konturfedern bilden die äussersten Umrisse des befiederten Körpers und haben deutlich ausgebildete Kiele und Fahnen“ (Busching: „Einführung in die Gefieder- und Rupfungskunde“ (2005)). Die Konturfedern unterteilen sich einerseits in das Fluggefieder (Grossgefieder, inkl. der „Schwungfedern der Flügel“, „Steuerfedern des Schwanzes“) „und dem den Körper bedeckenden Kleingefieder“ (Bezzel, Prinzinger: „Ornithologie“ (1990)) oder die Konturfedern werden in das Grossgefieder, die „Handschwingen, Armschwingen, Daumen-, Steuerfedern“ und das Kleingefieder, die Körperbedeckung unterteilt (Busching: „Einführung in die Gefieder- und Rupfungskunde“ (2005)). Zum Gefieder des Weisskopfseeadler findet man 7.182 Konturfedern und zur Kreischeule 6.458 Konturfedern (Bezzel, Prinzinger: „Ornithologie“ (1990)). Allgemein zu den Eulen findet man , dass diese „10 voll ausgebildete Handschwingen“ besitzen (Brown, Ferguson, Lawrence: "Federn, Spuren & Zeichen, der Vögel Europas" (2003)).

Die Konturfedern bestehen aus einem „hohlen, sehr stabilen Schaft“, an dem „einander gegenüberstehend die zwei Reihen Federäste angeordnet“ sind, „die parallel zueinander verlaufen“, die wiederum „auf zwei Seiten die Federstrahlen oder Radien“ haben (Dosselbach/Dosselbach: “Das wundervolle Leben der Vögel”) oder die Konturfedern bestehen aus einem zentralen Mittelschaft oder >Rachis< und der Fahne auf jeder Seite, wobei sich an jedem Seitenast „Strahlen mit Häckchen“ befinden, „die sich mit den benachbarten Ästen verhaken und so der Feder ihre Formbeständigkeit geben“ ("Die Enzyklopädie der Tiere", Karl Müller Verlag, 2003).

In einer Untersuchung (FALKE 07/2014) der „Strömungsmechanik an Steuerfedern des Wanderfalken“ durch das Institut für Mechanik und Fluiddynamik der TU Freiberg konnte man dokumentiert werden, dass die Feder „hoch flexibel auf die jeweiligen Strömungsbelastungen, ohne dabei zu Bruch zu gehen“, reagiert.

Die Unterfedern oder Daunen oder Dunen, „dienen der Wärmeisolierung“ (“Der Falkner” (2013)) oder erzeugen „eine isolierende Luftschicht unter den Konturfedern“ (Busching: „Einführung in die Gefieder- und Rupfungskunde“ (2005)). Die Dunenfedern, reine Wärmefedern, füllen die Hohlräume und verhindern die Luftbewegungen (Bezzel, Prinzinger: „Ornithologie“ (1990)). Die Dunen haben „einen sehr kurzen Schaft“ und „alle Äste sind weiche, flaumige Gebilde mit ausserordentlich gut isolierender Wirkung“ (Dosselbach/Dosselbach: “Das wundervolle Leben der Vögel”).

Bei den Eulen sitzen „unregelmässig zwischen den Konturfedern“ Pelzdunen, „mit schlaffem Schaft, lockeren Ästen und weichen Strahlen“ (Bezzel, Prinzinger: „Ornithologie“ (1990)). Die Pelzdunen haben einen schlafen Schaft (stärker jedoch als bei den Dunenfedern), lockere Äste und weiche Strahlen und dienen der Isolation (Bezzel, Prinzinger: „Ornithologie“ (1990)).

Andererseits sind die Dunenfedern (FALKE 06/2007) im feuchten Ei der schlüpfenden Jungvögel noch in Hornverpackungen geschützt. Die Hornverpackungen (FALKE 06/2007) öffnen sich, wenn der Altvogel den frisch geschlüpften Jungvogel mit seinem Gefieder wärmt bzw. wenn die Hornverpackungen untereinander/aneinander gerieben werden.

Weihen und Gleitaare haben „Puderdunen in der Lendengegend und auf dem Unterrücken in Zweckform angeordnet“, wobei Puderdunen „einen ähnlichen Zweck wie die Bürzeldrüse“ haben und beim „Zerfall der distalen Federäste bzw. der Zellen, die die Federstrahlen während des Wachstums umgeben“, „ein feiner Puder“ entsteht, „welcher beim Putzen in die Konturfedern eingebracht wird und so deren wasserabstossende Wirkung und Geschmeidigkeit erhält“ (Busching: „Einführung in die Gefieder- und Rupfungskunde“ (2005)) oder das vom Wasser nicht benetzbare und wasserabstossende Puder „besteht aus winzigen Partikeln“ mit denen das Gefieder eingestäubt wird und dadurch „auch die Geschmeidigkeit der Konturfedern“ erhöht (Bezzel, Prinzinger: „Ornithologie“ (1990)). Man findet aber auch, dass „im Gefieder der Eulen und Greifvögel“ sich besonders viele solcher Puderdunen befinden und nicht selten „Eulen nachts gegen grosse Fensterscheiben“ fliegen und „dabei einen Puderabdruck von Gesicht und Flügeln auf dem Glas“ hinterlassen (Brown, Ferguson, Lawrence: "Federn, Spuren & Zeichen, der Vögel Europas" (2003)).

Die Spezialfedern, wie Gitterfedern, die „den vorderen Bereich des Schleiers bei Eulen“ bilden, wie Reflektorfedern, die „hinter den Gitterfedern“ liegen und „mit diesen einen idealen Schalltrichter und leiten die Geräusche zum Ohr“ bilden und Bodenfedern, die „den Abschluss des Gesichtsschleiers bei Eulen“ bilden (“Der Falkner” (2013)).

Die Borstenfedern „sitzen zumeist am Schnabelgrund und haben einen zumindestens im oberen Teil versteiften und kahlen Schaft“ (Busching: „Einführung in die Gefieder- und Rupfungskunde“ (2005)) oder die Borstenfedern oder Tastborsten sind besonders bei Eulen und Schwalmen auffällig (Bezzel, Prinzinger: „Ornithologie“ (1990)) oder die „Borsten findet man besonders im Bereich der Augen und in den Schnabelwinkeln“ bei den Nachtschwalben (Brown, Ferguson, Lawrence: "Federn, Spuren & Zeichen, der Vögel Europas" (2003)).

Man findet, dass das Gefieder der Eulen weich und dicht ist (Veselovsky: „Illustriertes Lexikon der Vögel“ (1998)) oder dass die „weichen, pelzigen Oberflächen“ die Fluggeräusche dämpfen (Brown, Ferguson, Lawrence: "Federn, Spuren & Zeichen, der Vögel Europas" (2003)) oder dass das dichte, samtartig-weiche Gefieder „durch besondere Anpassungen der Federstruktur, einen lautlosen Flug gestattet“ („Parkguide“ des Vogelparks Walsrode, 37. Auflage) oder dass „ein Fransenkamm am Aussenrand der äusseren Schwungfedern“ „einen lautlosen Flug“ gewährleistet (de la Fuente: „fauna Das grosse Buch über das Leben der Tiere“, Band 5 Eurasien und Nordamerika (1971)) oder dass die Eulen „fast lautlos“ fliegen („Geheimnis Tier – Die Bildbände über das Wissen und die Welt“ (1978)) oder dass die Federn weich sind, „um geräuschlos fliegen zu können“ („aussereuropäische Vögel“ (1973)) oder dass die Eulen „nahezu lautlos“ fliegen und die Eulenfedern „einen ausgefransten Rand“ durch den „die Luft geräuschlos durchs Gefieder“ strömt („Wildparkführer: Wildpark Lüneburger Heide“) oder dass „die äusseren Schwungfedern der Eulen“ „am Rand einen feinen Fransenkamm, der ihnen ein absolut geräuschloses Fliegen ermöglicht“, haben (Veselovsky: „Illustriertes Lexikon der Vögel“ (1998)) oder dass „die Aussenränder der vordersten Handschwingen (Flügelfedern)“ sind gefranst, wodurch „ein fast lautloser Flug erreicht“ wird (Allert, Göring: "Eulen und Landkreis Gotha" (2001)) oder dass die Federn der lautlosen Jäger „eine flaumige Oberfläche und ausgefranste Ränder haben“, was „jedes Fluggeräusch“ schluckt („Von Alpen bis Zoo; Faszination Alpenzoo“) oder dass die Eulen „am Rand der äußersten Schwungfeder einen Fransenkamm und auch sonst ein weiches Gefieder“ für einen „fast“ lautlosen Flug haben, wobei „die Geräusche, die eine Eule verursacht“ „größtenteils unter tausend Schwingungen in der Sekunde (ein Kilohertz)“ liegen und die Laute, die eine Eule „für die Ortung ihrer Beutetiere nutzt, im Bereich von sechs- bis neuntausend Schwingungen liegen“, stört die Eule „ihr eigenes Fluggeräusch offensichtlich nicht“ (DIE ZEIT: „Nachts sind auch Eulen blind“, 16.11.1977) oder die äusserste Schwinge nachtaktiver Eulen hat „an ihrer Vorderkante einen ausgeprägten Kamm“, die nächste, „die neunte von innen“ gerechnete Schwinge hat ebenso an ihrer Spitze einem Kamm und die Alulaschwinge ist genauso mit einem Kamm versehen (FALKE 03/2017) oder „die Oberfläche der Federn selbst ist sehr weich und vermeidet so Reibungsgeräusche, ausserdem weisen die Federn der Flügelkanten, insbesondere an den Handschwingen, feine und kammartige Zähnungen auf“ („Das moderne Tierlexikon (in zwölf Bänden)“ Band 3 (Els-Gaz)). Dieses führt vielen kleinen Luftwirbeln und leisen Einzelturbulenzen („Das moderne Tierlexikon (in zwölf Bänden)“ Band 3 (Els-Gaz)).

Die Schleiereulenflügel hat an den äussersten Handschwingen „kleine Häkchen“, „ist samtig weich“ und hat „an der Hinterkante der Schwungfedern und somit an der Hinterkante des Flügels“ Fransen (Kauzbrief 24 (2012)). Durch „die samtige Oberfläche“ werden Reibgeräusche der Federn verhindert (Kauzbrief 24 (2012)). Die Fransen verhindern laut einer These, dass „kleine Verwirbelungen an der Hinterkante“ entstehen „und die Feder somit nicht vibriert“ (Kauzbrief 24 (2012)).

Die Oberseite der Schwingen des Waldkauzes ist zusätzlich „mit einem weichen Flaum bedeckt“ oder „einer samtweichen Auflage auf den Federfahnen“ versehen (FALKE 03/2017). Auch die Schwingen des Uhus haben „eine samtweiche Auflage“ (FALKE 03/2017). Die Rauhfusskäuze und die Waldohreulen haben „ebenso weiche Flügel“ (FALKE 03/2017).

Die Waldkäuze fliegen „so gut wie gräuschlos“ und es werden auch „Ultraschallkomponenten, die von den Nagern wahr genommen werden könnten“, weggedämpft (FALKE 03/2017). Die Uhus fliegen „überraschend leise“ (FALKE 03/2017).

Die Ostkreischeulen haben ein weiches und lockeres Gefieder, dessen Schwungfedern „ausgefranste Ränder“ haben, „die den Luftstrom über die Flügel verlangsamen und den Flug lautlos machen“ („Die Enzyklopädie der Tiere“ (2006)).

Die tagaktiven Sperlingskäuze, Steinkäuze und die Zwergohreulen fliegen „nicht geräuschlos“ (FALKE 03/2017). Die Schnee-Eulen haben „ein schwaches Fluggeräusch“ und bei der Sumpfohreule ist die Schalldämpfung „gering entwickelt“ (FALKE 03/2017). Die Kanincheneulen rauschen beim auffliegen.

Experimente oder Untersuchungen (Spektrum der Wissenschaft 01/2007), die durchgeführt wurden, ergaben, dass 9 von 10 Arten von insgesamt 139 verschiedenen Vogelarten, wo Männchen und Weibchen die gleiche Gefiederfärbung besitzen, aufgrund der UV-Reflexion des Gefieders wissen, ob der angeschaute Vertreter der Art Weibchen oder Männchen ist. Zusätzlich wurde festgestellt, dass Weibchen in der Paarungszeit den Gesundheitszustand des Männchens aufgrund der UV-Reflexion des Gefieders erkennen. Ebenso präsentiert in der Balzzeit das Männchen die Federn, die das ultraviolette Licht am besten brechen, am besten. Eine weitere Untersuchung („Stuttgarter Beiträge zur Naturkunde“; Nr. 62) ergab, dass bei den Jungvögeln die Dunenfedern (beim Wachstum der Federn) und bei den Altvögeln die Konturfedern (bei der Mauser), die sich entwickelnden Federn vor der UV-Strahlung schützen, und so Federmissbildungen (ohne diesen Schutz der anderen Federn kann es sogar bis zur vollständigen Unterdrückung der Federbildung kommen) vermieden werden.

In einer Untersuchung (FALKE 07/2009) kam heraus, dass auffällig gefärbte Geschlechtspartnern bei 21 bis 22 Studien die Qualität des Territoriums besser war, bei 4 von 6 Studien die Nahrungsressourcen besser waren, „die Versorgung der Brut durch das Männchen ... bei 12 Studien besser, bei 5 schlechter, und bei 11 Studien“ gleich waren und „das Immunsystem ... bei 10 Studien besser, bei 19 Studien schlechter; bei 17“ gleich waren.

Die Federn sind „einer Reihe von Umwelteinflüssen und -veränderungen ausgesetzt“ (Brown, Ferguson, Lawrence: "Federn, Spuren & Zeichen, der Vögel Europas" (2003)) und unterliegen „einer ständigen Abnutzung“, dem natürlichen „Federverschleiss, der die Gefiederfunktion beeinträchtigt und“ dem biologisch notwendig periodischen Kleiderwechsel, „der für die Partnerwerbung und damit für die Arterhaltung wichtig ist“ (Busching: „Einführung in die Gefieder- und Rupfungskunde“ (2005)). Zur Gefiederabnutzung findet man, dass auch „die stärkste Abnutzung“ „nicht beim Fliegen, sondern während der Brutzeit und Jungenaufzucht“ erfolgt, die Verschleissstärke vom Neststandort, auch von der Art des Nahrungserwerbs abhängig ist und die Gefiederabnutzung durchaus zwischen Männchen und Weibchen unterschiedlich sein kann (Busching: „Einführung in die Gefieder- und Rupfungskunde“ (2005)).

Die Männchen der Flaggenflügel oder Fahnennachtschwalben, lat. Macrodipteryx longipennis bekommen zur Balzzeit zwei „extrem bis auf 50cm verlängerte Handschwingen“ (Dierschke: „1000 Vögel“) oder zwei „verlängerte Schwungfedern, die 23cm lang werden können“ (Whitfield: „Das grosse Weltreich der Tiere“) oder zwei „bis zu 47cm“ lange Wimpel („Lebendiges Tierreich, die neue Enzyklopädie in Farbe“, Band 21 (1988)) oder 45cm lange Schwungfedern, die jeweils einen dünnen Schaft haben und „kurz vor der Spitze“ eine 15cm lange Fahne haben („Grzimeks Tierleben, Enzyklopädie des Tierreichs“, Band 8 (Vögel 2)) oder „knapp 50cm“ lange Federn, die einen „etwa 30cm langen dünnen Schaft, der sich erst am Ende in einer rund 15cm lange Fahne verbreitert“ („Brehms Neue Tierenzyklopädie“, Band 6 (Vögel 2)) oder im Prachtkleid wird dann die zweite Handschwinge um 45 bis 53cm „verlängert und trägt eine Fahne“ (Perrins: „Die grosse Enzyklopädie der Vögel“) oder die inneren Armschwingen werden bis zu 54cm lang, „wobei der Schaft bis auf die zur Fahne verbreitete Spitze unbefiedert ist“ („Vögel, Die grosse Bild-Enzyklopadie“ (2007)) oder die „neunte Schwinge wird über 50cm lang“, wobei am „Ende nur eine 15cm lange und fast 5cm breite, schwarze Flagge sitzt“ („Urania Tierreich, Band Vögel“ (1995)) oder die neunte Handschwinge ist „bis knapp 50cm lang“ und „auf den letzten 15cm“ mit einer Fahne versehen (Rheinwald: "Atlas der Vogelwelt" (1994)) oder die Handschwinge ist „bis 73cm lang“ (Coomber: "Vögel" oder "Vögel; Enzyklopädie der Familien und Arten" (1992)).

Durch Beutegreifer ausgerissene Federn wachsen wenige Tage nach dem ausreisen nach, Nur abgerissene Federn werden erst mit der normalen Mauser ausgetauscht.

Zum Mauservorgang bzw. zum Wechsel der Feder findet man, „dass eine Feder nach bestimmter Nutzungsdauer von ihrer wachsenden Nachfolgerin ausgestossen wird“ (Busching: „Einführung in die Gefieder- und Rupfungskunde“ (2005)) oder bei der Mauser „schiebt die neue Feder“ nach und nach die alte Feder „aus ihrer Verankerung und drückt sie ab“ (VÖGEL 04/2015). Auch wenn die meisten Vogelarten das Gefieder jährlich erneuern, einige Vogelarten das Gefieder alle 2 Jahre erneuern, erneuern „vor allem grössere Greifvögel“ das Gefieder „in noch grösseren Abständen“ (VÖGEL 04/2015).

Die Grossgefiedermauser beginnt bei den „Weibchen der Habichtsartigen – Gattung Accipiter und mancher Falken – Falconidae“ während der Brutzeit (Busching: „Einführung in die Gefieder- und Rupfungskunde“ (2005)) oder die Grossgefiedermauser beginnt bei manchen Habichtartigen, Falken, manchen Bussarden, „nordischen Eulen“, wie Schnee-Eulen, Sperbereulen „schon während der Bebrütung“ (Bezzel, Prinzinger: „Ornithologie“ (1990)), was möglich ist, weil das Männchen die Beute für das Weibchen und dann auch für den Nachwuchs beschafft (Busching: „Einführung in die Gefieder- und Rupfungskunde“ (2005); Bezzel, Prinzinger: „Ornithologie“ (1990)).

Bei den Habichten beginnt Mauser der Pelzdunen „im Dezember und Januar“, die Grossgefiedermauser beginnt „mit dem Beginn der Eiablage“ und bei unverpaarten Habichten beginnt die Grossgefiedermauser „meist im April“ (Fischer: “Die Habichte” (NBB 158)). Man findet auch, dass bei den Sperbern „Ende Februar und März“ die Mauser der Pelzdunen, die Grossgefiedermauser der Weibchen „in der Zeit kurz vor Ablage des ersten bis zur Ablage des zweiten Eies“ einsetzt (Ortlieb “Die Sperber” (NBB 523)). Des Weiteren wird angegeben, dass „die Weibchen von Habicht und Sperber“ die „Schwingen während sie brüten oder kleine Junge füttern“ mausern (Bezzel: "Vogelfedern" (2003)). Erst nach der Nestlingszeit der Jungvögel mausert sich das Männchen (Busching: „Einführung in die Gefieder- und Rupfungskunde“ (2005); Bezzel, Prinzinger: „Ornithologie“ (1990)).

Die Seeadler erneuern das Grossgefieder „überwiegend im Sommer“, „aber im Allgemeinen über mehr als ein Jahr hin“ vollständig, wobei im Winter „eine Mauserpause eingehalten“ wird (Bergmann: „Vogelfedern an Flüssen und Seen“ (2012)) oder Februar bis November (Fischer: „Die Seeadler“, NBB221, 2005 (Nachdruck von 1984)).

Die Schreiseeadler mausern im Sudan von „Februar bis April“ oder Dezember/Januar bis Mai/Juni (Fischer: „Die Seeadler“, NBB221, 2005 (Nachdruck von 1984)).

Die Jahresvollmauser der Mäusebussarde findet „von April bis Oktober“ durch (Melde: „Der Mäusebussard“, NBB185 (1983/2013)).

Die Weibchen der Rotmilane beginnen mit der Vollmauser „im April oder Mai“ und bei den Männchen der Rotmilane beginnt die Vollmauser „etwas später“ (Bergmann: „Vogelfedern an Flüssen und Seen“ (2012)).

Die Rohrweihen-Weibchen beginnen mit der Vollmauser „schon während der Brutzeit im Mai“ und „bei den Männchen“ beginnt die Vollmauser „etwas später“ (Bergmann: „Vogelfedern an Flüssen und Seen“ (2012)). Die Vollmauser „endet im Oktober“ (Bergmann: „Vogelfedern an Flüssen und Seen“ (2012)).

Die Fischadler mausern das Grossgefieder verteilt „auf das Jahr“, wobei die Mauser zu den „Zugzeiten unterbrochen“ wird (Bergmann: „Vogelfedern an Flüssen und Seen“ (2012)) oder Jahresmauser erfolgt „hauptsächlich im Sommer“ (Moll: „Die Fischadler“, 2004 (1962)).

Man findet, dass man Mauserfolgen bezüglich der Armschwingen bei den Habichtartigen, den Falken und den Nachtschwalben nachgewiesen hat (Bezzel, Prinzinger: „Ornithologie“ (1990)).

Die Mauser adulter Sperlingskäuze findet „nach der Brutzeit im Juli/August“ statt (Schönn: „Der Sperlingskauz“; (1980 (2014))).

Die Sumpfohreulen beginnen mit der Vollmauser im Mai und beenden die Vollmauser im September (Bergmann: „Vogelfedern an Flüssen und Seen“ (2012)). Bei den Brutvögel verschiebt sich der Mauserbeginn (Bergmann: „Vogelfedern an Flüssen und Seen“ (2012)).

Die Steinkäuze führen die Grossgefiedermauser in 98 bis 115 Tagen im Zeitraum Juni/Juli bis Oktober/November durch und die Rumpffedern des Kleingefieders werden das ganze Jahr beim Steinkauz ausgetauscht. In einer Untersuchung (Ornithologische Mitteilungen Nr.: 1-2/2014) von 2004 bis 2013 bezüglich des Steinkauzes „sind Brut- und Grossgefieder-Mauser meist voneinander getrennt. In seltenen, aber fast jedes Jahr vorkommenden Fällen von Ersatzbruten (etwa 5 bis 20 Prozent an der Zahl aller Bruten), können sich Brut und Mauser überlappen (etwa 80 Tage).

Bis zum Altvogel kann es mehrere Gefiederkleider geben. So sind dieses beim Bindenseeadler 5, beim Schmutzgeier 6, beim Ohrengeier 4, beim Steppenadler 6, beim Raubadler 5 und beim Kaiseradler 7 verschiedene Kleider, wobei das letzte dann das Kleid oder Gefieder des Altvogels ist. Aufgrund des Jugendkleides werden diese Jungvögel auch in fremden Revieren, die ansonsten durch die Altvögel verteidigt werden, in Ruhe gelassen und geduldet.

Die Ordnung der Eulen, lat Strigiformes bilden „zwischen dem ersten Dunenkleid und dem endgültigen Gefieder noch eine Dunengeneration aus Zwischenfedern (Mesoptile)“ aus, „die aus etwas stärkeren Schäften und dunenartigen Strahlen bestehen“ (Bezzel, Prinzinger: „Ornithologie“ (1990)) oder „bilden zwischen dem Nestkleid und dem Jugendkleid noch ein zusätzliches Dunenkleid aus, welches aus Zwischenfedern (Mesoptile) besteht“ und wobei die Zwischenfedern „stärkere Schäfte und dunenartige Strahlen“ aufweisen (Busching: „Einführung in die Gefieder- und Rupfungskunde“ (2005)).

 

Einige Beispiele für die unterschiedlichen Gefieder zwischen Jungvogel und Altvogel:

Tastborsten bei der Schnee-Eule (aufgenommen im Zoo Heidelberg)

Tastborsten bei der Weissgesichtseule oder Büscheleule oder Schwarzbüscheleule oder Temminck-Weissgesichtseule oder Nordbüscheleule, lat. Ptilopsis leucotis (frührer Weissgesichtseule, lat. Otus leucotis); (aufgenommen im Zoo Neunkirchen)

Tastborsten beim Eulenschwalm (aufgenommen im Zoo Berlin Tiergarten)

kammartige Zähnung der Federränder der Schleiereule (aufgenommen im Wildpark Lüneburger Heide Nindorf-Hanstedt

kammartige Zähnung der Federränder (Schwanzfedern) des Sibirischen Uhus (aufgenommen im Vogelpark Niendorf (Timmendorfer Strand

Schreiseeadler (aufgenommen in der Adlerwarte Berlebek (links: Jungvogel) und in der Adlerwarte Niederwald (rechts: Altvogel)

 

 

 

Weisskopfseeadler (aufgenommen im Tiergarten Nürnberg (Altvogel mit weissem Kopf))

 

 

 

Riesenseeadler (aufgenommen Tiergarten Berlin Friedrichsfelde (links: Jungvogel) und im Tiergarten Nürnberg (rechts: Altvogel))

.                                                                                   .

Gaukler (aufgenommen in der Adlerwarte Berlebek (links) und im Vogelpark Walsrode (heute: Weltvogelpark; rechts); links: Jungvogel; rechts: Altvögel)

 

 

Aguja (aufgenommen in der Adlerwarte Berlebeck; links: Jungvogel; rechts: Altvögel)

 

 

 

 

Habicht (aufgenommen in der Greifvogelwarte Burg Landskron (links: Jungvogel) und im Falkenhof auf dem Grossen Feldberg (rechts: Altvogel)

.                                                                                   .

Bergkarkara (aufgenommen im Tierpark Berlin Friedrichsfelde (links: Jungvogel) und im Zoo Wuppertal (rechts: Altvogel))

 

 

 

 

Schmutzgeier (aufgenommen im Zoo Dresden (links; Jungvogel) und im Zoo Darmstadt (rechts; Altvogel)

 

 

 

 

 

Bartgeier (aufgenommen im Tiergarten Nürnberg; links: Jungvogel; rechts: Altvögel))

.                                                                                   .

Gänsegeier (aufgenommen im Zoo Zoo Stuttgart (Wilhelma): links jeweils Altvogel: weisse Halskrause und rechts jeweils Jungvogel: braune Halskrause

 

 

 

Königsgeier (aufgenommen im Zoo Berlin Tiergarten (links: Jungvogel) und im Tierpark Berlin Friedrichsfelde (rechts: Altvogel))

 

 

 

 

Brillenkauz (aufgenommen im Zoo Berlin Tiergarten und im Vogelpark Walsrode (heute: Weltvogelpark); links: Jungvogel; rechts: Altvögel))

Bei einigen Greifvögeln sind die Männchen und Weibchen verschieden gefiedert. Beispiele hierfür sind die Turmfalken (links; aufgenommen im Zoo Halle: jeweils Links: Männchen; Rechts: Weibchen), die Rotfussfalken (mitte; aufgenommen auf der Vogelausstellung Ornika: oberes Bild: Männchen; unteres Bild: Weibchen) und die Buntfalken (rechts; aufgenommen auf der Vogelausstellung Ornithea: oberes Bild: Männchen; unteres Bild: Weibchen).

Das auffällige Unterscheidungsmerkmal bei den Gauklern sind die Flügel. Das Weibchen (rechts) hat weisse bis graue Armschwingen mit eine schwarzen Spitze. Das Männchen (links) hat schwarze Armschwingen. Das Foto wurde im Zoo Schmiding aufgenommen.

Das Gefieder der Weisskopfseeadler ist gleich. Das Weibchen ist jedoch grösser / breiter. (linkes Bild: Weibchen ist rechts; rechtes Bild: Weibchen ist links)

Die Fotos wurden im Tiergarten Nürnberg aufgenommen.

 

 

 

 

Das Gefieder der Mäusebussarde ist sehr variabel. Das Weibchen ist jedoch etwas grösser / breiter. (Weibchen ist links; Männchen ist rechts)

Das Foto wurde in der Falknerei Herrmann (Plauen) aufgenommen.

Das Gefieder der männlichen Schnee-Eule ist im Gegensatz zum Weibchen fast reinweiss. Das Foto wurde im Tiergarten Nürnberg aufgenommen.

Bei den Andenkondoren ist zwar das Gefieder gleich, jedoch hat das grössere Männchen einen Kamm auf seinem Schnabel als weiteres Unterscheidungsmerkmal.

Links: Männchen
Rechts: Weibchen

Aufgenommen im Zoo Wuppertal.

Das Federkleid kann auch die Aufgabe der Feindabschreckung und Täuschung übernehmen, weshalb „z.B. viele Arten der Sperlingskäuze – Glaucidium spec. auf der Rückseite des Kopfes eine eigentümliche Zeichnung, die wie ein zweites Gesicht aussieht“ haben (Busching: „Einführung in die Gefieder- und Rupfungskunde“ (2005)). Das zweite Gesicht wird auch als Occipitalgesicht bezeichnet.

Federkleider, die unscheinbar sind, dienen der Tarnung, „die dem räuberischen Vogel die Jagd erleichtern soll, oder sie dienen dem eigenen Schutz vor Feinden (kryptische Färbungen)“ (Busching: „Einführung in die Gefieder- und Rupfungskunde“ (2005)) oder erleichtern die Jagd und schützen besser vor Feinden (Bezzel, Prinzinger: „Ornithologie“ (1990)). Andererseits ist es „umstritten“, ob das weisse Gefieder tarnt, weil die Schnee-Eulen „vor allem in der schneefreien Jahreszeit“ brüten und dann besonders auffallen („Zoo to go: Erlebniswelt Zoo Rostock“ (2015 (1.Aufl.)))

.                                                                                               .

Der Europäischer Ziegenmelker oder Ziegenmelker, lat. Caprimulgus europaeus wird aufgrund seines rindenfarbenen Gefieders „im Nadelstreu der Heiden unsichtbar“ (Busching: „Einführung in die Gefieder- und Rupfungskunde“ (2005)).

Auch findet man, dass die kryptische Färbung „durch entsprechende Verhaltensweisen in ihrer Wirkung enorm gesteigert“ wird, wie dem bewegungslosen Verharren, dem sich auf den Boden oder das Gelege drücken oder der Pfahlstellung (Bezzel, Prinzinger: „Ornithologie“ (1990)). Auch das Sitzen „der Länge nach auf dem Ast“ der Ziegenmelker, die dann zusätzlich noch die Augen schliessen „oder die einen Aststumpf imitierende Haltung mancher Eulenschwälme“ (Bezzel, Prinzinger: „Ornithologie“ (1990)).

Verschiedene Farbvarianten oder Farbmorphen kann man bei Gerfalken oder Gerfalk oder Jagdfalken, lat. Falco rusticolus, Eleonorenfalken, lat. Falco eleonorae, Zwergadlern, lat. Hieraaetus pennatus und Ostkreischeulen oder Kreischeulen oder Schreieulen oder Pfeifeulen, lat. Otus asia feststellen (Bezzel, Prinzinger: „Ornithologie“ (1990)).

Das Gefieder der jungen Mäusebussarde (Unterseite: kurze Längsstreifen, Tupfer) ist andererseits zum Teil sehr variabel. (Die linken Fotos wurden im Greifvogelpark / Falknerei Katharinenberg, die mittleren Fotos in der Falknerei Obernberg und die rechten Fotos in der Falknerei im Wisentgehege Springe aufgenommen.)

Links: Uhu
Rechts: Schnee-Eule
Aufgenommen im Tiergarten Nürnberg

.                                                                                                  .

Die Schleiereule, einmal mit weisser Unterseite und einmal mir goldgelbbrauner Unterseite (aufgenommen in der Falknerei Lindl (in Oberfrauenau (bei Zwiesel); (links) und im Jura-Zoo Neumarkt (rechts)).

.                                                                                             .

Die zwei 2 Farbmorphen des Virginia-Uhus entweder mit rötlichbraunen bis rotbraunen oder weissen Gesicht mit dunkelbraunem Rand (aufgenommen im Vogelpark Niendorf (Timmendorfer Strand; links) und in der Deutschen Greifenwarte Claus Fentzloff, Burg Guttenberg (heute: Deutsche Greifenwarte Bernolph Frhr. von Gemmingen, Burg Guttenberg) (rechts)).

.                                                                                             .

Die zwei 2 Farbmorphen des Waldkauzes entweder mit rotbrauner oder mit gräulicher Grundfiederung (aufgenommen im Jura-Zoo Neumarkt (links) und im Vogelpark Irgenöd (rechts).

 

Laut der Zeitschrift „Ein Herz für Tiere“ (05/2011) bekommt das Gefieder der finnischen gräulichen Waldkäuze immer mehr Brauntöne aufgrund der Klimaerwärmung und der Schneearmut.

Die zwei 2 Farbmorphen des Riesenseeadlers. Die seltene braune Morphe“ (Dr. Blaszkiewitz: „Tierpark Berlin; Wegweiser durch den Tierpark“ 2013 (49.Auflage)) hat einen weissen Schwanz, eine braune Stirn, braune Schultern und braune Hosen hat. (aufgenommen im Tiergarten Berlin (Friedrichsfelde)

Die zwei 2 Farbmorphen des Königsrauhfussbussards (aufgenommen in der Falknerei Adlerhorst)

Die zwei 2 Farbmorphen des Gerfalken (aufgenommen in der hellen Morphe auf dem Grossen Feldberg bei Schmitten und in der dunklen Morphe auf der Vogelausstellung Ornika)

.                                                                                             .

Melanin (bedeutet schwarz) ist die Hauptfarbe der Vogelfeder, das auch eine braune, rotbraune, gelbbraune und hellgelbe Tönung annehmen kann. Durch Beutetiere werden Carotinoide (ein Begleitstoff von Chlorophyll in grünen Pflanzen) aufgenommen, so dass leuchtendes rot und gelb erzeugt werden kann. Eulen erzeugen mittels Porphyrine rote und grüne Farben.

 

Um Hintergründe zur Variation der Gefiederfärbungen beim Waldkauz zu erfahren, die Grundfärbung liegt zwischen „grau und rostrot“ oder „rot und hellgrau“ oder hellgrau, mischfarben und rotbraun (Eulenrundblick 66; Seiten 96, 97) oder grau und braun (FALKE 08/2011) oder in der Schweiz rötlich und grau (S.C.R.O.-Deutschland: „Jahresbericht 2015“) oder in Finnland hellgrau und braun (S.C.R.O.-Deutschland: „Jahresbericht 2015“), ging man im 18 Jahrhundert noch von verschiedenen Arten aus, gehen die Forschungen heute in Richtung klimatische und geographische Gegebenheiten (Eulenrundblick 66). So stellte man in einer Untersuchung fest, dass „braune Eulen eine erhöhte Sterblichkeit in kühlen, trockenen Jahren, dunkelgraue Käuze in warmen, feuchten Jahren“ hatten (Eulenrundblick 66). In einer anderen Untersuchung kam heraus, „dass rotbraune Weibchen in der Regel alljährlich brüten, die grauen aber nicht, sondern vermehrt in Jahren mit kühlem Winter“ (Eulenrundblick 66). In einer anderen Untersuchung kam heraus, dass in strengen Wintern helle Waldkäuze in Finnland „besser überlebten als dunkle“, da die hellen Waldkäuze einen wesentlich grösseren daunenartigen Teil der Federn hatten, der für eine verbesserte Wärmeisolierung sorgte (S.C.R.O.-Deutschland: „Jahresbericht 2015“). In einer von 1981 bis 2008 durchgeführten Untersuchung (FALKE 08/2011) bezüglich der Gefiederfärbung von grauen und braunen Waldkäuzenvarianten, die mit Museumsbälgen aus den Jahren 1915 bis 1980 verglichen wurde, stellte man fest, dass früher etwa 30% und später fast die Hälfte zur braunen Waldkäuzenvariante gehörten. In einer 7 jährigen schweizer Untersuchung kam einerseits heraus, „dass die Nachkommen rötlicher Mütter in guten Zeiten im Vorteil sind, in schlechten Zeiten dagegen kommen die Nachkommen grauer Mütter besser zurecht“ und andererseits rote Väter „unabhängig von den äusseren Bedingungen und unabhängig von der Gelegegrösse einen konstanten Aufwand bei der Jungenaufzucht betreiben. Hellgraue Väter dagegen sind flexibler und können so unter guten Bedingungen mehr Nachkommen produzieren“ (S.C.R.O.-Deutschland: „Jahresbericht 2015“).

In einer 15 jährigen schweizer Untersuchung wurden dunklere und hellere Schleiereulen mit ihrem Nachwuchs miteinander verglichen und es kam raus, dass dunklere Mütter „ihre Reaktion auf Stresssituationen besser regulieren können und sie ein leistungsfähigeres Immunsystem haben“ (S.C.R.O.-Deutschland: „Jahresbericht 2015“).

 

Der Riesenseeadler hat als einzige Seeadlerart „14 Schwanzfedern“ („Washingtoner Artenschutzabkommen, Erkennungsbuch“ (Band 2 (1993))) oder „14 Steuerfedern“ („Grzimeks Tierleben, Enzyklopädie des Tierreichs“, Band 7 (Vögel 1); Fischer: „Die Seeadler“, NBB221, 2005 (Nachdruck von 1984)). Die anderen Seeadlerarten haben nur 12 Schwanzfedern (Fischer: „Die Seeadler“, NBB221, 2005 (Nachdruck von 1984)).

Die nachfolgenden Fotos zeigen die Schwanzfedern des Riesenseeadlers zu verschiedenen Zeiten (links: 14 Schwanzfedern; mitte 12 Schwanzfedern (Mauser?). Aufgenommen im Tiergarten Nürnberg.

Die nachfolgenden Fotos zeigen die Schwanzfedern des Weisskopfseeadlers mit 12 Schwanzfedern. Aufgenommen im Tiergarten Nürnberg.

Die nachfolgenden Fotos zeigen die Schwanzfedern des Seeadlers mit 12 Schwanzfedern. Aufgenommen im Zoo Stuttgart (Wilhelma).

Der Gänsegeier hat ebenso „14 Steuerfedern“ (Fischer: „Die Seeadler“, NBB221, 2005 (Nachdruck von 1984)).

 

Die Federn machen einerseits 5% bis 10% (FALKE 06/2007) des Vogelgewichts aus, andererseits wiegt das Vogelskelett nur ein Drittel bis zur Hälfte der Federn. Bei den Eulen macht das Gefieder einen Volumenanteil von bis zu 90% („Buch der Vogelwelt, Mitteleuropas“, 1973) aus. Eine Messung („Buch der Vogelwelt, Mitteleuropas“, 1973) bei einem Weisskopfseeadler ergab, dass sein Skelett 142 g wog, die Konturfedern jedoch 581 g und die Dunenfedern 91 g wogen. 677 g wogen die Federn eines weiteren Weisskopfseeadlers bei einer anderen Messung. Bezüglich des Gänsegeiers kam man auf 475 g bezüglich des Skelettes und auf 633 g bezüglich aller Federn. Bei einer weiteren Untersuchung kam man auf folgende Ergebnisse; so dass einem 5 kg schweren Weisskopfseeadler 7.182 Konturfedern und einer 110 g schweren Kreischeule 6.458 Konturfedern gegenüberstehen.

Waldohreulen besetzen ca. 10.000 einzelne Federn

Einige Federbeispiele:

Ordnung Greifvögel, lat. Accipitriformes
Familie 1: Habichtartige, lat. Accipitridae

Beim Gaukler sind auch 2 verschiedene Farbvarianten bei den Männchen bekannt. Der Rücken ist bei der einen Variante braun bis kastanienbraun (linke Bilder: aufgenommen in der Adlerwarte Berlebeck) und bei der anderen Variante weiss bis cremefarben bis hellbraun (rechte Bilder: aufgenommen im Vogelpark Niendorf (Timmendorfer Strand)) gefiedert.

Die nachfolgenden Federn einer Harpyie wurden im Tiergarten Nürnberg aufgenommen.

Die nachfolgenden Federn eines Riesenseeadlers wurden im Tiergarten Nürnberg aufgenommen.

Die nachfolgenden Federn eines Weisskopfseeadlers wurden im Tiergarten Nürnberg aufgenommen.

Die nachfolgenden Federn gehören einem Gänsegeier (links; aufgenommen in der Greifvogelwarte Landskron), einem Sperbergeier (mitte; aufgenommen im Vogelpark Abensberg) und einem Kuttengeier (rechts; aufgenommen im Falkenhof Schütz (Kranichfeld).

Das linke Foto zeigt Federn des Schopfadlers (aufgenommen im Stadtmuseum Schwabach).

 

Das rechte Foto zeigt eine Feder des Brahminenweihs (aufgenommen im Zoo Berlin Tiergarten).

Familie 2: Fischadler, lat. Pandionidae
Familie 3: Sekretäre, lat. Sagittariidae

Diese Federn eines Sekretärs wurden im Tierpark Berlin (Friedrichsfelde) gemacht.

Familie 7: Neuweltgeier, lat. Cathartidae

Die nachfolgenden Federn eines Andenkondors wurden im Tierpark Nürnberg aufgenommen.

Ordnung Falken, lat. Falconiformes
Familie 13: Falken, lat. Falconidae

Diese Fotos der Federn des Schopfkarakaras wurden im Vogelpark Irgenöd (links) und im Zoo Berlin (Tiergarten) aufgenommen.

Ordnung Eulen, lat. Strigiformes
Familie 1: Schleier- und Maskeneulen, lat. Tytonidae

Die Feder einer Schleiereule wurde im Greifvogelpark Telfes aufgenommen.

Familie 2: Eulen, lat. Strigidae

Die linke Feder ist die eines Uhus und die rechte Feder ist die eines Bartkauzes. (aufgenommen im Tiergarten Nürnberg)

Dieses sind Federn der Uhus (aufgenommen im Tierpark Riesa)

Dieses sind Federn der Uhus (aufgenommen im Erlebnis-Wildpark “Alte Fasanerie” in Klein-Auhein (bei Hanau))

Dieses sind Federn des Keniauhus (aufgenommen im Tierpark Berlin (Friedrichsfelde); links), des Sunda-Fischuhus oder Roten Fischuhus oder Malaien-Fischuhus oder Malayischen Fischeule oder Malayienfischeule (aufgenommen im Vogelpark Niendorf (Timmendorfer Strand); mitte).

Dieses sind Federn der Schnee-Eulen (aufgenommen im Vogelpark Abensberg (links), in der Falknerei im Erlebnis-Wildpark “Alte Fasanerie” in Klein-Auhein (bei Hanau (mitte)) und im Tierpark Berlin (Friedrichsfelde; rechts)

FederKauz019SchneeeuleTierpBlnFriedrichsfelde

Dieses sind Federn des Bartkauzes (aufgenommen im Tiergarten Nürnberg)

Dieses sind Federn der Weissgesichteulen (aufgenommen im Vogelpark Abensberg)

03.02. Die Greifvögel und Eulen, die Albinos und andere Farbabweichungen
In der freiten Natur gibt es natürlich weisse Greifvögel, wie die Weissbussarde der Gattung Leucopternis und die weisse Morphe des Grauhabichts oder Weissbrauenhabichts oder weissen Habichts, lat Accipiter novaehollandiae.

Unter den Eulen sind als natürlich weisse Vertreter in der freien Natur die Schnee-Eulen, lat. Bubo scandiacus (früher: lat. Nyctea scandiacus) zu erwähnen. Die Fotos unterhalb dieser Zeilen wurden im Zoo Augsburg aufgenommen.

Andererseits sind Farbabweichungen „fast alle genetisch bedingt, also angeboren. Eine Ausnahme ist das fortschreitende Ausbleichen“ (VÖGEL 04/2014).

Die Albinos („Knaurs Grosses Jagdlexikon“; VÖGEL 04/2014), die einen erblich bedingten Farbstoffmangel haben, haben keine Pigmente (Eumelanin (für die Farben schwarz, grau und dunkelbraun zuständig) und Phaeomelanin (für die Farben mittel- und gelbbraun zuständig). Aus dem Grund sind die Albinos hellhäutig, meist mit komplett weissem Gefieder, rosafarbenen Schnabel, rosafarbenen Füssen und roten Augen bzw. rotem Augenhintergrund versehen (FALKE 09/2012; VÖGEL 04/2014).

Man findet einerseits die vollständigen oder totalen Albinos, die aufgrund der vollständigen Pigmentlosigkeit vollständig weiss sind („Knaurs Grosses Jagdlexikon“) oder bei denen die Pigmente in den Federn, den Augen und der Haut fehlen, so dass die Augen rot werden und der Schnabel und die Beine blassrosa werden (Bezzel, Prinzinger: „Ornithologie“ (1990)).

Man findet andererseits die partiellen Albinos, die Pigmente fehlen nur bei bestimmten Körperteilen, so dass diese "gescheckt" sind („Knaurs Grosses Jagdlexikon“) oder gesprenkelt und gescheckt sind (Bezzel, Prinzinger: „Ornithologie“ (1990)). Laut FALKE (05/2011) sind Scheckungen andererseits „das Erscheinungsbild einer abgeschwächten Form des Leuzismus“.

Andererseits gibt es laut neusten Forschungsergebnissen keinen „Teilabinismus“ (FALKE 09/2012; VÖGEL 04/2014), „da per Definition ein komplettes Fehlen der Melanine gefordert wird“. Man geht von daher meist von einem Leuzismus oder einem „Braunen Typus“ (FALKE 09/2012; VÖGEL 04/2014) oder von einem nicht genetisch bzw. erblich bedingten fortschreitenden Ausbleichen (VÖGEL 04/2014) aus.

Beim „Leuzismus ist nur ein Teil der Pigmente ausgefallen der nur einzelne Farben betrifft. Die Feder ist dann nicht ganz weiss sondern weicht von der Normalfärbung ab. Einzelne Bereiche sind dann auch hell, während die dunklen Bereiche völlig normal sind. Diese Fehlfärbungen können den ganzen Vogel ... oder auch nur partiell sein z.B. Krähen mit hellen Schlieren in den Federn …“ (Graef per Mail am 01.11.2012) oder beim Leuzismus fehlen ganz oder teilweise Eumelanin (für die Farben schwarz, grau und dunkelbraun zuständig) und ganz oder teilweise Phaeomelanin (für die Farben mittel- und gelbbraun zuständig), so dass das Individuum entweder vollständig weiss gefiedert ist oder nur weisse Federn hat, einen rosafarbenen oder normalen Schnabel hat, rosafarbene oder normale Füsse hat und normale Augen hat (FALKE 09/2012; VÖGEL 04/2014).

Als Beispiele für leuzistische Vertreter findet man einen Zügelpinguin und einen Star (FALKE 11/2005), leuzistische Vertreter, wie „Amsel, Blässhuhn, Rabenkrähe oder Dohle“ (FALKE 05/2011), einen leuzistischen Turmfalken (FALKE 08/2015), zwei leuzistische Schleiereulen (Eulenrundblick 62), einen leuzistischen Neuntöter, lat. Lanius collurio, der am 19.06.2010 im Noswendeler Bruch bei Noswendel dokumentiert werden konnte (Lanius Nr. 35 (2014)).

Als Beispiele für teilleuzistische Vertreter findet man einen Austernfischer, eine Blässgans und eine Rabenkrähe (FALKE 11/2005).

Einen teilleukistischen Star findet man im „Rundschreiben des Vereins Sächsischer Ornithologen: Ornithologische Beobachtungen 2010 in Sachsen“ (Nr. 36/2013).

Mikkola führt in seinen Büchern „Owls of the World“ (2012) und „Handbuch Eulen der Welt“(2013) aus, dass bei fünf Eulenarten (Ostkreischeule, Malaienkauz, Streifenkauz, Waldkauz und Sumpfohreule) nachweisslich Albinos feststellt worden und bei 17 Eulenarten leuzistische Vertreter festgestellt worden.

 

Die nachfolgenden Fotos eines vollständigen oder totalen Albino-Waldkauzes wurden im Vogelpark Steinen aufgenommen.

Die nachfolgenden Fotos eines Bartkauzes (“Farbabweichung”: “fortschreitendes Ausbleichen”) wurden auf der Vogelausstellung Ornika in Bad Schönborn aufgenommen.

Einen vollständigen oder totalen Mäusebussardalbino und die Aussage, dass 20 bis 30% der Wiesenweihen in Nordportugal und Nordwestspanien aus „melanistischen Vögeln zusammengesetzt“ ist, findet man bei Mebs/Schmitt („Die Greifvögel Europas, Nordafrikas und Vorderasiens“ (2006)). Einen partiellen Albino eines Rotschwanzbussards findet man bei Wheeler/Clark („A Photographic Guide to North American Raptors“ (1995)). Im FALKEN 03/2002 wird eine junge Schleiereule (partieller Albino) beschrieben, die normale Augen und einen ca. 5cm grossen normal befiederten Fleck auf dem Kopf besass.

Auch unter den sonstigen Wildvögeln findet man totale Albinos, wie zum Beispiel einen Alpenstrandläufer (Stiefel/Scheuffler: „Der Alpenstandläufer“, Seite 127, NBB 592, 1989), mehrerer Bachstelzen (Ölschlegel: „Die Bachstelze“, NBB 571, Seiten 48-49, 1985), mehrerer Rauchschwalben (Brombach: "Die Rauchschwalbe", NBB 649, Seiten 23-24, 2004), einen Rotkehlchen (Pätzold: „Das Rotkehlchen“, NBB 520, Seite 34, 1995), mehrerer Mehlschwalben (Menzel: „Die Mehlschwalbe“, Seiten 15-17, NBB 548, 1996), einen Albino-Rotschwanz (jeweils in FALKE 05/2000, 01/2009), einen Albino-Teichrohrsänger und eine Albino-Amsel (FALKE 11/2005), eine Albino-Rauchschwalbe (FALKE 09/2014), einen albinotischen Neuntöter, lat. Lanius collurio konnte am 14.08.2012 bei Louny/Tschechien dokumentieren (Lanius Nr. 35 (2014)).

Ansonsten findet man bei den Wildvögeln partielle Albinos, wie zum Beispiel Amseln (Bezzel: „BLV-Handbuch“, Seite 407, 3.Aufl, 2006), mehrerer Bachstelzen (Ölschlegel: „Die Bachstelze“, NBB 571, Seiten 48-49, 1985), mehrerer Rauchschwalben (Brombach: "Die Rauchschwalbe", NBB 649, Seiten 23-24, 2004), mehrerer Mehlschwalben (Menzel: „Die Mehlschwalbe“, Seiten 15-17, NBB 548, 1996), einen Rotkehlchen (Pätzold: „Das Rotkehlchen“, NBB 520, Seite 34, 1995) und einem Schwarzspecht (Blume: „Schwarzspecht, Grauspecht, Grünspecht“, Seite 21, NBB 300, 1996). Weitere partielle Albinos findet man in Falke 05/2003 (Elster) und in Falke 04/2004 (Mauersegler).

Eine fünfjährige Dokumentation zu einem (teil)albinotisches Buchfink-Männchen, welches „fünfmal nacheinander denselben Ort als Winterquartier in einem eng begrenzten Zeitfenster aufgesucht hat“ findet man im ORNITHOLOGISCHER ANZEIGER (Band 50, Heft 1 (2011)).

Im Zeitraum von 1950 bis 2012 entdeckte man in der Westpaläarktis 15 albinotische und leuzistische Neuntöter, wobei „nur drei albinotisch“ waren (Lanius Nr. 35 (2014)).

.                                                                                               .

Bezüglich vollständiger oder totaler Albinos des Pfaus wurden die Fotos im Vogelpark Steinen (links, mitte: Männchen) und im Affen- und Vogelpark Eckenhagen (rechts: Weibchen) gemacht.

Auf den nachfolgenden Fotos sind ein totaler Albino-Rehbock (aufgenommen im Bayerwald-Tierpark Lohberg) und zwei Vertreter des Dammwilds (mittleres und rechtes Foto, je ein weiblicher und ein männlicher Vertreter im Wildtierpark Heidenheim aufgenommen) vorhanden.

.                                                                                               .

Die Fotos der Amseln, lat. Turdus merula, unterhalb dieser Zeilen wurden in freier Natur/Wildbahn links in Nürnberg und mitte und rechts in Nürnberg (Dutzendteich / Volkspark) aufgenommen.:
“Farbabweichung”: links: “fortschreitendes Ausbleichen”; mitte und rechts Leuzismus

Die Fotos der Rabenkrähe, lat. Corvus corone, (“Farbabweichung”: “umweltbedingtes Ausbleichen”) unterhalb dieser Zeilen wurden in freier Natur/Wildbahn in Nürnberg (Colleggarten) aufgenommen.

Die Fotos der Amsel, lat. Turdus merula, (“Farbabweichung”: “umweltbedingtes Ausbleichen”) unterhalb dieser Zeilen wurden in freier Natur/Wildbahn in Nürnberg (Dutzendteich / Flachweiher) aufgenommen.

Die Fotos der Amsel, lat. Turdus merula, (“Farbabweichung”: “umweltbedingtes Ausbleichen”) unterhalb dieser Zeilen wurden in freier Natur/Wildbahn in Nürnberg (Stadtpark) aufgenommen.

Zur abweichenden Gefiederfärbung heisst es, dass neben der Weissfärbung, dem Albinismus/Leuzismus, die seltene Gelbfärbung, als Flavismus bezeichnet (Bezzel, Prinzinger: „Ornithologie“ (1990); Eulenrundblick 62) und die seltene Rotfärbung, als Rutilismus bezeichnet (Eulenrundblick 62), gibt. Ergänzend sei erwähnt, dass man in der englischen Grafschaft Norfolk zwei pinke/rosarote Heuschrecken („Ein Herz für Tiere“ 09/2011) entdeckte.

Man findet auch den Schizochroismus, wo ein oder mehrere Pigmente fehlen, bei dem das Gefieder blasser wird oder weisse Flecke vorhanden sind (Bezzel, Prinzinger: „Ornithologie“ (1990)). Des Weiteren findet man noch die seltenen Farbtypen „Schizochrom“ (FALKE 09/2012; in VÖGEL 04/2014 nicht mehr aufgeführt) und „Ino“, bei dem das Schwarz im Gefieder „sehr blass oder braun/cremefarben“ erscheint (FALKE 09/2012; VÖGEL 04/2014).

Beim fortschreitenden Ausbleichen (VÖGEL 04/2014) kommen die weissen Federn erst im Laufe des Lebens dazu. Beim „Braunen Typus“ (FALKE 09/2012; VÖGEL 04/2014) werden schwarze Federn braun und dann bis zu weiss. Beim „Verblassten Typus (Diluation)“ ist das Gefieder silbergrau statt schwarz und bei der Untergliederung „Pastell“ sind die Federn des Weiteren blassgelb, cremefarben statt rötlichbraun und bei der Untergliederung „Isabell“ sind die Federn des Weiteren normal gelbbraun und kaum sichtbar rötlichbraun und „später ganz weiss“ (VÖGEL 04/2014).

Als Sekundäre Effekte (FALKE 11/2005) werden für Farbabweichungen auch „ausgefallene oder verkümmerte Deckfedern oder Farbabweichung unter dem bleichenden Einfluss einer Chemikalie“ aufgeführt.

Etwas völlig anderes ist das Baden der Bartgeier in eisenoxidhaltigen Wasser oder Schlamm bzw. der Aufenthalt in eisenoxidhaltigen Lebensräumen (Felshöhlen, Felsspalten). Die helle bis weissliche Unterseite der Bartgeier wird durch (instinktives Baden wollen; ein natürlicher Instinkt (Müller: „Der Bartgeier“, 1995)) eisenoxidhaltigem Wasser bzw. Schlamm oder Staub rötlich oder rostrot (, was allerdings bei den meisten Zootieren fehlt). Auf Kreta und Korsika (FALKE 01/2009 ) fehlt der Schlamm oder Staub, so dass das Gefieder in diesen Fällen hell bis weisslich bleibt. Diese natürliche Erregung auf das Eisenoxid sorgt dafür, dass sich der Bartgeier in den Schlamm von der Kehle bis zur Kloake hineinpresst. Nach anderen Beobachtungen gibt es auch Bartgeier, die ihre als Bart wirkenden Federn in den Schlamm tauchen und so dann anschliessend die rostfarbene Erde auf der Unterseite verschmieren. Auch der Aufenthalt (Bezzel, Prinzinger: „Ornithologie“, 1990) in eisenoxidhaltigen Lebensräumen (Felshöhlen, Felsspalten) kann die Einfärbung aufgrund der Struktur der weissen Unterseitenfedern begünstigen. Das Eisenoxid ist so fein, dass es an den Federn haftet und zum bald Bestandteil der Federn wird und nicht mehr vollständig entfernt werden kann (Müller: „Der Bartgeier“, 1995; FALKE 01/2009). Über die Hintergrunde (FALKE 01/2009) wird noch spekuliert von der Abwehr von Parasiten und Bakterien bis hin zum Statussignal und der Hilfe bei der Partnerwahl. So stellte man fest, dass ältere Bartgeier „meist kräftiger rot als jüngere, und Weibchen stärker gefärbt als Männchen“ (FALKE 01/2009), sind.

Bartgeier mit weisser (im Tiergarten Nürnberg aufgenommen) und eingefärbter (im Tiergarten Schönbrunn (Wien) aufgenommen) Unterseite.

03.03. Die Greifvögel und Eulen, die „Schwärzlinge“
Das Gefieder mancher Greifvögel, wie den Rabengeiern oder Schwarzgeiern, lat. Coragyps atratus, ist in der freien Natur schwarz. Auch die männlichen Schneckenweihen oder Schneckenmilane, lat. Rostrhamus sociabilis haben ein (fast) schwarzes Gefieder. Ebenso ist das Gefieder der Malaienadler oder Malayenadler oder Schwarzadler, lat. Ictinaetus malayensis (fast) schwarz.

Die nachfolgenden Fotos wurden im Vogelpark Abenberg aufgenommen.

Man findet, dass „die häufigste Form des Hyperchroismus“ durch die „Vermehrung der Melanine bewirkt“ wird und als Melanismus bezeichnet wird (Bezzel, Prinzinger: „Ornithologie“ (1990)) oder man findet auch zur „Farbstoffvermehrung (Hyperchromatismus)“ durch die „Vermehrung der Melanine“ den Melanismus (Busching: „Einführung in die Gefieder- und Rupfungskunde“ (2005)), so dass die Vögel „teilweise schwarz oder ganz dunkelbraun“ erscheinen (Bezzel, Prinzinger: „Ornithologie“ (1990)) oder man findet auch, dass beim Melanismus man den „schwarzen Typ“ (Eumelanin wird übermässig produziert) und den „rotbraunen Typ“ (Phaeomelanin wird übermässig produziert) unterscheidet (FALKE 09/2012; VÖGEL 04/2014), so dass der Vogel teilweise oder vollständig schwarz oder rotbraun ist (FALKE 09/2012; VÖGEL 04/2014). Als Beispiele findet man in der Literatur Wiesenweihen (Bezzel, Prinzinger: „Ornithologie“ (1990)). Die Ursachen hierfür liegen entweder in eine Vererbung (rezessive Gene) oder in einer biologischen Schutzfunktion (Sonnenschutz, Luftfeuchtigkeit, Temperatur etc.). Je nachdem wie weit die Schwarzfärbung geht, unterscheidet man Migrismus (die schwarzen Elemente werden grösser ausgebildet), Abundismus (weitere dunkle Zeichnungselemente) und Skotasmus (vollständig verdunkelt). Bei echtem Melanismus bleibt das normale Zeichnungsmuster erhalten (Hentschel, Wagner: „Zoologisches Wörterbuch“, 6.Aufl.; Hentschel, Wagner: Wörterbuch der Zoologie“, 7.Aufl., 2004). Beim Melanismus (FALKE 09/2012; VÖGEL 04/2014) unterschiedet man den „schwarzen Typ“ (Eumelanin wird übermässig produziert) und den „rotbraunen Typ“ (Phaeomelanin wird übermässig produziert), so dass der Vogel teilweise oder vollständig schwarz oder rotbraun ist (FALKE 09/2012; VÖGEL 04/2014).

Die Schwärzlinge der der Jaguare, lat. Panthera onca, wobei die meisten in den tropischen dichten Regenwäldern vorkommen und weniger in den offenen Gebieten anzutreffen sind, werden als „Schwarzen Panther“ bezeichnet (Kothe: „Raubkatzen, Arten, Lebensraum, Verhalten“). Auch die „Schwärzlinge“ der Leoparden, lat. Panthera pardus werden als „Schwarze Panther“ bezeichnet (Kothe: „Raubkatzen, Arten, Lebensraum, Verhalten“; Briggs/Briggs: „Raubkatzen, Wild und Faszinierend“). Bis zur Hälfte der auf der Halbinsel Malakka vorkommenden Leoparden sind schwarz (Macdonald: „Die grosse Enzyklopädie der Säugetiere“ (2004)). Im Allgemeinen heisst es einerseits, dass beim vorkommenden Melanismus die Tiere „vollkommen schwarz gefärbt“ sind (Macdonald: „Die grosse Enzyklopädie der Säugetiere“ (2004)), andererseits ist das Fell „nicht wirklich schwarz, sondern man sieht bei günstigen Lichtverhältnissen“ die typische Zeichnung (Kothe: „Raubkatzen, Arten, Lebensraum, Verhalten“) oder das Fell ist dunkelkastanienbraun bis schwarz, wobei man die Flecken „nur bei hellem Sonnenlicht sehen kann“ (Briggs/Briggs: „Raubkatzen, Wild und Faszinierend“). Des Weiteren konnten unter den Servalen, lat. Leptailuris serval, auch „Schwärzlinge“ dokumentiert werden (Macdonald: „Die grosse Enzyklopädie der Säugetiere“ (2004)).

Das linke Foto wurde im Zoo Leipzig (Jaguar, lat. Panthera onca oder Leopard, lat. Panthera pardus) und das rechte Foto im Tierpark München (Hellabrunn; Jaguar, lat. Panthera onca) aufgenommen. Die Fotos zeigen “Schwarze Panther”.

Ebenso wird angegeben, dass man den Melanismus auch von Kreuzottern und Schmetterlinge kennt („Lexikon der Biologie“, Band 9 (Lyo bis Nau) (2002)).

Die nachfolgenden Fotos der Stockente, lat. Anas platyrhynchos (Schwärzling) unterhalb dieser Zeilen wurden in freier Natur/Wildbahn in Nürnberg (Wöhrder See) aufgenommen.

.                                                                                                 .

Die nachfolgenden Fotos der Stockenten, lat. Anas platyrhynchos, (links: „Dunkler Wildtyp (eine Melanismusform) kombiniert mit Leuzismus“; mitte: Farbtyp: “Dilution”; verblasster Typus) wurden in freier Natur/Wildbahn in Nürnberg (Wöhrder See) 2012 aufgenommen. Das nachfolgende rechte Foto der Stockente, lat. Anas platyrhynchos, („Dunkler Wildtyp (eine Melanismusform) kombiniert mit Leuzismus“ wurde in freier Natur/Wildbahn in Nürnberg (Dutzendteich / Flachweiher) 2013 aufgenommen. „Einige Schnäbel sind deshalb schwarz, da sie melanistisch sind (die einzige Form, wo die Anhangsgebilde dunkler werden können.“ (Dr. Zedler per Mail am 09.10.2014))

.                                                                                                 .

Mikkola führt in seinen Büchern „Owls of the World“ (2012) und „Handbuch Eulen der Welt“(2013) aus, dass es weltweit nur 10 Fälle (3 Schleiereulen, 1 Steinkauz, 1 Brahmakauz, 1 Bartkauz, 2 Waldkäuze, 1 Uhu, 1 Virginiauhu) von schwarzem Melanismus unter den Eulen festgestellt worden sind.

Ein weiteres Beispiel eines schwarzen Schleiereulenpaares (Tyto alba) wird im S.C.R.O.-Deutschland: „Eulenbestand 2011“ gezeigt.

Dieses Foto wurde in der Quarantänestation Eulenhof-Zoo (weiterer junger Schwärzling der Schleiereule) gemacht.

Das Foto der Werbetafel vom Hochwildschutzpark Hunsrück Rheinböllen wurde auf dem Parkplatz zum Hochwildschutzpark aufgenommen und zeigt zwei Schleiereulen (rechts: Schwärzling). In den Flugvorführungen der Falknerei-Rheinböllen im Hochwildschutzpark Hunsrück Rheinböllen wird der Schwärzling gezeigt.

Ansonsten findet man bei den Wildvögeln beispielsweise einen melanistischen Gimpel, lat. Pyrrhula pyrrhula, der bei Riegelsberg im April 2013 dokumentiert werden konnte (Lanius Nr. 35 (2014)).

03.04. Die Greifvögel und Eulen, zur Fortbewegung: vom Gehen und Fliegen
Die nachfolgenden Fotos zeigen das Trainieren der Flugmuskulatur:
Beispiel: Weisskopfseeadler
(aufgenommen im Tiergarten Nürnberg)

Beispiel: Riesenseeadler (aufgenommen im Tiergarten Nürnberg)                                                    .

Beispiel: Sakerfalke, lat. Falco cherrug cherrug (aufgenommen im Wildgehege Hundshaupten in der Falknerei Kolitsch)   

Die nachfolgenden Fotos zeigen den Flugstart:                                                               .

Beispiel: Harpyie
(aufgenommen im Tiergarten Nürnberg)

 

 

 

 

Beispiel: Sekretär (links)
(aufgenommen im Tiergarten Berlin Friedrichsfelde)
Beispiel Rotrückenbussard (rechts)
(aufgenommen in der Greifvogelstation Hellenthal)

 

 

Beispiel: Rotmilan (links)
(aufgenommen im
Harzfalkenhof Bad Sachsa)

 

 

 

 

 

Beispiel: Schreiseeadler
(aufgenomme
n im Wildpark & Greifvogelzoo Potzberg)

Beim Fliegen werden in der Regel die Füsse angezogen und in das Gefieder gesteckt. 
Die nachfolgenden Fotos zeigen den Flug mit hängenden Füssen:
Beispiele: Harpyie (links; mitte: im Tiergarten Nürnberg fotografiert) und Kampfadler (im Zoo Schmiding aufgenommen)

Die nachfolgenden Fotos zeigen den Flug mit eingezogenen Füssen:
Die Fotos unterhalb dieser Zeilen (links) wurden im Renaissancefalkenhof Rosenburg (am Kamp; Kaiseradler, Riesenseeadler), im Zoo Neunkirchen (Schreiseeadler) und in der Deutschen Greifenwarte Bernolph Frhr. von Gemmingen, Burg Guttenberg, früher: Deutsche Greifenwarte Claus Fentzloff, Burg Guttenberg (Seeadler) gemacht. Die mittleren Fotos wurden in der Greifenwarte Riegersburg (Gaukler, Schopfkarakara), in der Greifvogelwarte Landskron (Turmfalke) und im Vogelpark Abensberg (2x Rotmilan) gemacht. Die rechten Fotos wurden im Tiergarten Nürnberg (Harpyie), im Renaissancefalkenhof Rosenburg (am Kamp; Kuttengeier oder Mönchsgeier), in der Sächsischen Jagdfalknerei Schloss Augustusburg (Schneegeier) gemacht.

greifgreifL88HarpyieNbg

Die nachfolgenden Fotos wurden (links) im Vogelpark Steinen (Sibirischer Uhu), (mitte oben) im Tiergarten Nürnberg (Schnee-Eule), (mitte mitte) in der Falknerei Ronneburg (Europäischer Uhu), (mitte unten) in der Deutschen Greifenwarte Bernolph Frhr. von Gemmingen, Burg Guttenberg, früher: Deutsche Greifenwarte Claus Fentzloff, Burg Guttenberg (Europäischer Uhu) und (rechts) in der Adlerwarte Kreuzenstein (Schleiereule) aufgenommen.

Die Flügel sind so abgerundet, dass die Luft oberhalb des Flügels schneller als die Luft unterhalb des Flügels strömt, so dass aufgrund des Druckluftunterschieds ein Auftrieb erzeugt wird („Der Taschen Brockhaus: Tiere“ (2000)) oder die „Oberfläche.ist konkav gebogen und daher länger als die Unterseite, so dass die darüber streichende Luft einen längeren Weg hat als auf der Unterseite“, was „zu einem Druckunterschied, der den Flügel nach oben drückt“ führt (Hume: „Vögel beobachten und bestimmen“ (2014)) oder auf der gewölbten Flügeloberseite entsteht ein Teilvakuum, ein Sog oder Unterdruck, der den Vogel senkrecht nach oben zieht und die Flügelunterseite sorgt für den Überdruck oder Staudruck, der den Vogel ebenso nach oben drückt (Stern, Thielcke, Vester, Schreiber: "Rettet die Vögel" (1978)).

Aufgrund der Tatsache, dass Warme Luft nach oben steigt, sei es an Berghängen oder Ebenen, wo sich die warme Luft in "Thermiksäulen" nach oben "dreht" oder an Berghängen / Gebirgshängen nach oben gleitet oder steigt, wird dieses auch in der Natur von den Vögeln benutzt, um einfach und leicht in die Höhe zu kommen. Auf diese Art und Weise gelangen die Geier, Adler und Bussarde im Segelflug mit ihren breiten Flügeln in die Höhe, um dort zu gleiten oder zu segeln. Im Gleitflug geht es ohne einen Flügelschlag nach unten. Aufgrund der Vorwärtsbewegung des Fliegens und durch das Ausnutzen der (warmen) Luftbewegungen nach oben, (ein Druckunterschied zwischen den Ober- und Unterseiten der Flügel entsteht dadurch), steigt der Vogel nach oben. Das Kräftezehrende und energieverbrauchende Flügel schlagen, das zwar auch für die Geier, Adler und Bussarde zu trifft, jedoch vor allem für die anderen Arten gilt, hilft ebenso, um nach oben zu kommen. So gleiten dann die Bussarde und Milane in der Luft in grossere Höhe und die Weihen in geringer Höhe auf der Suche nach ihrer Beute.

Der Steinadler nutzt beim fliegen die Aufwinde und kann so stundenlang ohne eine Flügelschlag mit bis zu 160 km/h (, Thielcke, Vester, Schreiber: „Rettet die Vögel … wir brachen sie“, 1978) oder mit „bis zu 190 km/h“ ("Lebendige Wildnis, Tiere der Taiga", 1993) segeln oder gleiten. Der Steinadler ist, je nachdem welches Buch man wählt, im Sturzflug „bis zu 150“ km/h („Buch der Vogelwelt: Mitteleuropas“, 1973; „Faszination Tier & Natur“, Loseblatt-Sammelwerk) oder „100 bis 200“ km/h („Bunte Wissenswelt für Kinder: Greifvögel“ oder „bis zu 300“ km/h ("Das grosse Buch des Allgemeinwissens", 1992; Stern, Thielcke, Vester, Schreiber: „Rettet die Vögel … wir brachen sie“, 1978) schnell.

Die gemessenen Fluggeschwindigkeiten aufgrund des Satellitensenders (FALKE 07/2009) eines Schreiadlerweibchens ins Überwinterungsgebiet betrugen durchschnittlich 58 km/h, einmal auch aktuell 114 km/h.

Der Kampfadler segelt ebenso stundenlang in der Luft. Der Gaukler sucht im Gleitflug mit 50 bis 80 km/h (Olsen: „Adler und Geier“, 1991) bzw. mit 55 bis 80 km/h („Lebendiges Tierreich, Die neue Enzyklopädie in Farbe“, Band 54; 1988) nach der Beute. Die Geier lassen sich von der warmen aufsteigenden Luft tragen, nutzen also diese "Thermik" ebenso aus.

Der Kalifornische Kondor (Fischer: „Die Geier“, NBB 311, 2005) schafft es bei geeigneten Aufwind ohne einen Flügelschlag 12 bis 15 km weit und über eine Stunde zu segeln. Es wurde sogar berechnet, dass der Kalifornische Kondor 45 bis 60 km/h schnell fliegen kann (Fischer: „Die Geier“, NBB 311, 2005). Der witterungsabhängige Suchflug der Kalifornischen Kondore (Fischer: „Die Geier“, NBB 311, 2005) kann im Sommer 7 bis 8 Stunden und im Winter 5 bis 6 Stunden andauern. Andenkondore können stundenlang segeln und brauchen nur gelegentlich mit den Flügeln zu schlagen (Zooschild Tiergarten Nürnberg).

Der Gleit- oder Segelflug ist energiesparend, sorgt für ein langsames vorankommen, so dass die Umgebung nach der Beute oder dem Aas abgesucht werden kann. Die Aufwinde, Windströmungen an den Hängen, das aufströmen der sich erwärmenden Luft hilft den Geiern und Adlern ohne grossen Kraftaufwand, zum Teil auch ohne Flügelschlag, in die Höhe zu gelangen oder zu kommen oder sich so hoch zu schrauben. Andererseits sind die Geier bei fehlender Thermik nicht in der Luft, wie beispielsweise am Morgen. In den Wüsten sieht man die Greifvögel besonders in der Mittagszeit in der Luft, weil dann die Luft ca. 40°C kühler als am Boden, die Bodentemperatur kann bis zu ca. 70°C betragen, ist.

Vögel lassen sich nicht durch plötzliche Änderungen der Windrichtungen oder Windstärken „aus der Fluglage bringen“ und ergreifen nur bei plötzlichen starken Böen Gegenmassnahmen (Rüppell: “Vogelflug” (1975)). Weihen fliegen sehr sicher in ihren Suchflügen mit einer starken V-Stellung, denn neigt sich ein „Flügel nach links oder rechts, dann erzeugt die untere Tragfläche mehr Auftrieb als die obere, und der Vogel dreht sich automatisch wieder in die Waagerechte“ (Rüppell: “Vogelflug” (1975)) oder „der Geier ist ein hervorragender Gleitflieger“, denn „seine Flügel sind v-förmig über seinen schweren und tief gehaltenen Körper angehoben und können dadurch seitliche Strömungen in der Luft abfangen“ und dabei werden die „Handschwingenspitzen am Vorderrand“ nach oben gebogen und „die hinteren nach unten“ gebogen (Hume: „Vögel beobachten und bestimmen“ (2014)).

Die Adler und andere grosse Vögel bekommen den meisten Auftrieb beim Abschlag, so dass „bei jedem Flügelschlag“ „der Körper ruckartig gehoben“ wird (Rüppell: “Vogelflug” (1975)).

Den Rüttelflug beherrschen Turmfalken, Rötelfalken, Gleitaare und Bussarde. Diese fliegen beim Rüttelflug mit gleicher Geschwindigkeit gegen den Wind, um so den gewünschten Stillstand in der Luft zu erreichen. Der Turmfalke beherrscht dieses vollkommen. 2,5 Stunden rüttelt der Amerikanischer Gleitaar oder Weissschwanzgleitaar oder Weissschwarzaar, lat. Elanus leucurus täglich und verbraucht dabei seinen halben Energievorrat. Die vielleicht absolute Perfektion in Fliegen schafft nur der Kolibri mit bis zu 80 Flügelschlägen je Sekunde (Rüppell: “Vogelflug” (1975); „Der Taschen Brockhaus: Tiere“ (2000)), der rückwärts, senkrecht nach oben und aus vollem Flug plötzlich in der Luft >anhalten< kann („Der Taschen Brockhaus: Tiere“ (2000)).

Flügelspannweiten im Vergleich:
Blau: Andenkondor
Rot: Weisskopfseeadler
Im Tiergarten Nürnberg aufgenommen.

Flügelspannweiten im Vergleich:
Vom Andenkondor bis zum Falken
Im Tierpark Chemnitz aufgenommen.

FlügelspannweitenHeidelberg

Flügelspannweiten im Vergleich:
Vom Uhu, Seeadler, Bussard und Falken
Im Zoo Heidelberg aufgenommen.

In den 80er Jahren untersuchte man das Flugverhalten der Adler und Kondore und stellte fest, dass die „Wirbelschleppen an den Schwingen grosser Vögel wie Adler oder Kondor nur stark reduziert auftreten und den Flug kaum behindern“, dass die Vögel „die Federn an ihren Flügelenden“ aufspreizen und so „eine Vielzahl von kleinen Wirbeln“ erzeugen und so „einen zusätzlichen Schub erzeugen” (“Das grosse Buch der Naturwunder” (2008)). Die Tragflächenspitze der meisten Airbusflugzeuge sind daher „senkrecht nach oben und unten ausgerichtet“ oder bei anderen Flugzeugen ist „die Flügelspitze eckig nach oben abgeknickt” (“Das grosse Buch der Naturwunder” (2008)). Durch diese Veränderungen sank der Kerosinverbrauch um ca. 5%, ist ein schnellerer Aufstieg möglich, was wiederum den Fluglärm reduziert (“Das grosse Buch der Naturwunder” (2008)).

Die Spitzengeschwindigkeiten des Wanderfalken im Sturzflug variieren je Fachbuch. Die Geschwindigkeiten werden mit „über 150 km/h“ und im Sturzflug mit „über 160 km/h“ (Bright: „Tiere auf Jagd, Fressen und gefressen werden“, Seite 82 und Seite 100), „mit über 160“ km/h ("Lebendiges Tierreich, die neue Enzyklopädie in Farbe“, Band 19, 1988), „130 und 184“ km/h (Falke 01/2000: gemessen mit Zielfolgeradar an 2 Wanderfalken), „mit über 150 km/h“ und mit „von über 160 km/h im Sturzflug“ (Michael Bright: „Tiere auf Jagd; Fressen und gefressen werden“: Seiten 82 und 100, 101), 180km/h im Sturzflug (Forshaw: "Enzyklopädie der Tierwelt", Band Vögel (1991)) , im Sturzflug „bis zu 180km/h“ (Breiter: „Tier- und Pflanzenführer Westkanada, Alaska“, (2006)), im „fast im Senkrechten Sturzflug“ 180km/h („Abenteuer Erde: Unbekannte Tierwelt“, 1977), „bis über 180“ km/h (Coomber: "Vögel" oder "Vögel; Enzyklopädie der Familien und Arten" (1992), „bis zu 200km/h“ auf die Beute zustossend (Hayman, Hume: „Die Küstenvögel Europas“ (2006)), „an die 200“ km/h („Die grosse Larousse Natur Enzyklopädie“, (2002)), „von 200“ km/h (Hanzak: "Das große Bilderlexikon der Vögel" (1965)), „bis über 200“ km/h („Buch der Vogelwelt Mitteleuropas“, 1973), „von mehr als 200“ km/h (Heinzel, Fitter, Parslow: „Pareys Vogelbuch“ (1988)), „über 200km/h“ (WWF-Österreich: „Artenreiches Österreich: Buch der Arten“), „bis zu 250“ km/h („Vögel, Die grosse Bild-Enzyklopadie“, 2007), „bis 280“ km/h („Veselovsky; „Illustriertes Lexikon der Vögel“, 1998), „auf 200km/h“ („Urania Tierreich: die grosse farbige Enzyklopädie, Band Vögel“ (1995)), mit „290“ km/h („Biologie in Zahlen“, 2002), „an die 200“ UND „360“ km/h (Druckfehler?; Seiten 386 und 758, „Das grosse Buch des Allgemeinwissens: Natur“, 1992), „mehr als 200“ km/h UND „350“ km/h (Druckfehler?; Seiten 40 und 105, „1000 Fragen, 1000 Antworten: Wunderbare Tierwelt“, Readers Digest Wissenswelt; 2006), von „rund 300km/h“ beim Sturzflug (Wildpark / Falknerei: Infotafel: Jagdfalken), „von bis zu 300“ km/h (Brichetti; „Vögel, in Garten, Park und freier Natur“, 2002), „bis zu 300 km/h“ (Lloyd/Lloyd; „Greifvögel und Eulen“), „über 300“ km/h (Hayman, Burton; „Das goldene Kosmos-Vogelhandbuch“; Blase: „Die Jägerprüfung“ (2007); „Parkguide“ des Vogelparks Walsrode, 36.+37. Auflage; Erlbeck, Haseder, Stinglwagner; „Das Kosmos Wald- und Forstlexikon“; 1998; „Wanderfalke, 20 Jahre Artenhilfsprogramm", Bayerisches Landesamt für Umweltschutz & LBV e.V.; „Bunte Wissenswelt für Kinder: Greifvögel“; Burger: „Wissen neu erleben: Vögel“, 2007; Mebs: „Greifvögel Europas“ (2012); Pielowski: „Die Greifvögel“ (1993)), „von 270 bis 320“ km/h (“Vögel in Wald und Flur”, Christian-Verlag, 1980; "Wegweiser durch den Tiergarten der Stadt Nürnberg" (1989)), „von 270 bis 320“km/h oder „fast 300“km/h („Das Leben im Gebirge” (2006), Seiten 82, 85), bis zu 320 km/h (Dosselbach/Dosselbach: “Das wundervolle Leben der Vögel”; Dossenbach: „Das Lexikon der Tiere“ (1997)), im Sturzflug „bis nahezu 300km/h“ oder mit „bis zu 320km/h“ (Everett: „Raubvögel der Welt“ (1978), Seiten 46, 67), „im Sturzflug bis 320km/h“ (Fehling: „Australien; Natur-Reiseführer“, (2003)), im Steilstoss „324km/h“ (Trommer: „Greifvögel“) „mehr als 320km/h“ während eines Sturzfluges („Greifvögel und Falknerei“ (2015), Seite 76) oder „bis zu 390km/h“ „im senkrechten Sturzflug“ („Greifvögel und Falknerei“ (2015), Seite 81), „bis zu 350” km/h (“Der Taschen-Brockhaus Tiere, 2000), „von 350” km/h (Stern, Thielcke, Vester, Schreiber”,„Rettet die Vögel, wir brauchen sie“, Herbig-Verlag, 1978), 350km/h im Sturzflug (Pott: „Das grosse Ravensburger Tierlexikon von A-Z“ (2002)), „270 km/h bei einem Fallwinkel von 30° und 350 km/h bei einem Fallwinkel von 45°“ und „bis zu 380 km/h“ im „fast senkrechten Sturzflug“ ("Lebendige Wildnis, Tiere der Nadelwälder", 1994), bis 380 km/h (Thiede „Greifvögel und Eulen“ (3.Aufl., 2005); Gensböl/Thiede: „Greifvögel“ (2005)), im Sturzflug „knapp 400km/h“ („De Agostini: Falcons & Co. Maxxi Edition“: Wanderfalke (2017)), 400 km/h (Handrinos, Demetropoulus; „Greifvögel in Griechenland“, (1983), “Der Falkner” (2016)) angegeben. Differenzierter wird es mit „über 320” km/h in verschiedenen Gelegenheiten und Höchstgeschwindigkeiten von „450” km/h (de la Fuente, "fauna Das grosse Buch über das Leben der Tiere", Band 5 Eurasien und Nordamerika, 1971) und mit der Aussage, dass die „meisten Ornithologen“ von „zwischen 240 bis 320“ km/h (Tennesen; „Falken“) einerseits ausgehen, andererseits wird von Tennesen im Buch „Falken“ ein Wert „von 440“ km/h, gemessen von der Naval Research Laboratory während des 2. Weltkrieges angegeben. Auf konkret durchgeführte Messungen beziehen sich jedoch nur Falke 01/2000 („130 und 184“ km/h gemessen mit Zielfolgeradar an 2 Wanderfalken), Nill, Pröhl, Lohmann („Falken“ (2012): mit „von über 150km/h“ laut Radarmessungen) und Tennesen („Falken“: „440“ km/h, gemessen von der Naval Research Laboratory während des 2. Weltkrieges).

Der Gerfalke fliegt bis zu 360 km/h schnell bei einer Verfolgung / Jagd. Wüstenfalken, lat. Falco pelegrinoides, können 150 bzw. 158km (Falke 01/2000: gemessen mit Zielfolgeradar an 2 Wüstenfalken) schnell fliegen. Tauben jagt der Habicht mit einer Geschwindigkeit von bis zu 90 km/h. Fischadler können bis zu 130 km/h schnell fliegen. Gaukler fliegen 50 bis 80 km/h (Olsen: „Adler und Geier“, 1991) bzw. 55 bis 80 km/h („Lebendiges Tierreich, Die neue Enzyklopädie in Farbe“, Band 54; 1988) schnell. Die Reisegeschwindigkeit beim Fischadler ist 38 km/h. Der Schreiadler fliegt mit einer Reisegeschwindigkeit von ca. 77 km/h. Befinden sich die Greifvögel im Zug so werden andere Resultate gemessen, wie 41,4 km/h beim Sperber, 45 km/h beim Wespenbussard und 59,2 km/h beim Wanderfalken. Bussarde haben eine Fluggeschwindigkeit von 42 bis 47 km/h.

Die Harpyie stürzt mit bis zu 80 km/h (Green: „Der Regenwald“, 2004) auf das Opfer zu.

In einer Untersuchung der Universität Harvard bezüglich des Habichts auf „der Jagd nach Beute“ kann ein Habicht im Walddickicht seine „Höchstgeschwindigkeit nicht überschreiten, weil er sonst die auf ihn einwirkenden Informationen nicht mehr schnell genug verarbeiten kann und mit den Hindernissen kollidiert, statt ihnen auszuweichen“ (FALKE 09/2012).

Aufgrund von Untersuchungen (Flindt: „Biologie in Zahlen“, 2002) stellte man fest, dass Wanderfalken 4,3 Flügelschläge je Sekunde, Mäusebussarde 3 Flügelschläge je Sekunde und Eulen 4 Flügelschläge je Sekunde schaffen können und dabei Geschwindigkeiten von 79 km/h bei den Falken, 42 km/h bei Habichten, 45 km/h bei Mäusebussarden und 58 km/h bei Sperbern erreicht werden können.

Die Sperbergeier können in Höhen bis über 10.000m fliegen („Der Taschen Brockhaus: Tiere“, 2000) oder in der Höhe von 11.000m stiess ein Sperbergeier („Vögel – Die grosse Bild-Enzyklopädie“ (2007): Kapitel: Greifvögel: Einführung) oder in einer Höhe von 11.300m tiess ein Sperbergeier („Vögel – Die grosse Bild-Enzyklopädie“ (2007): Kapitel: Sperbergeier) mit einem Flugzeug zusammen oder mit einem Jet stiess ein Sperbergeier in einer Höhe von 11.212 zusammen (Penny Olsen: "Adler und Geier, Grosstiere der Welt" (1991)) oder in 11.277m Höhe stiess ein Sperbergeier mit einem Verkehrsflugzeug zusammen, wobei dann eines der Triebwerke so stark beschädigte, dass dieses abgeschalten werden musste („Guinessbuch der Tierrekorde“ (Ullstein-Verlag (1994); „1000 Fragen, 1000 Antworten: Wunderbare Tierwelt“ (Readers Digest Wissenswelt (2006)) oder in 11.280m kollidierte ein Sperbergeier an der Elfenbeinküste im einem Flugzeug (Baumgart: „Europas Geier“) oder in 11.274m oder 11.278m Höhe fliegen (VÖGEL 03/2017, Seiten 66, 67) oder „am 29. November 1973 wurde in Afrika ein Sperbergeier (Gyps rueppellii) in 11.274 Meter Höhe in das Triebwerk eines Verkehrsflugzeugs gesaugt ...“ (VÖGEL 03/2017).

Den Gleitflug findet man auch bei Bussarden, Weihen und Adlern, die die Flügel so halten, „dass deren Fläche möglichst klein wird und sie bei wenig Höhenverlust schnell dahinsausen“ (Moss: "Vogelverhalten" (2004)). Um jedoch in grosse Höhe zu kommen, segeln Bussarde effizient durch die „maximale Vergrösserung der Flügelfläche“ mit wenig Energie und lassen sich so „von warmen, aufsteigenden Luftströmungen (Thermik) emportragen“ (Moss: "Vogelverhalten" (2004)).

Gleiten können die Bartgeier bei einem 12°-Gefälle 130 km/h (Fischer: „Die Geier“, NBB 311, 2005) schnell, höchstens geschätzt, weil einem Flugzeug ausweichend, 170 km/h (Fischer: „Die Geier“, NBB 311, 2005) schnell.

In einer Höhe von 3.800 m wurde in Sekretär fliegend aus einem Flugzeug beobachtet (Penny Olsen: "Adler und Geier, Grosstiere der Welt", 1991).

Der Urkontinent Pangaea war „vor rund 200 Millionen Jahren“ „eine einzige riesige zusammenhängende Landmasse“ und aufgrund des Auseinanderdriftens entstanden daraus vor ca. 180 Millionen Jahren der nördliche Grosskontinent Laurasia und der südliche Grosskontinent Gondwanaland (Nachtigal: „Vogelflug und Vogelzug“ (1987)). Im Zeitraum „vor 135 bis 60 Millionen Jahren hatten sich die Vögel in viele Gruppen gespalten und weltweit ausgedehnt“ (Nachtigal: „Vogelflug und Vogelzug“ (1987)). Mit grob geschätzten „200 bis 300 Millionen Vogelgenerationen“ konnten sich die Vögel im Rahmen der Evolution „mit dem Auseinanderdriften der Kontinente“ und der Überwindung der immer länger werdenden Wegstrecken „zwischen Sommer- und Winterquartieren“ von Null bis zu „mehreren tausend Kilometern“ einstellen (Nachtigal: „Vogelflug und Vogelzug“ (1987)). Der Flug zum Überwinterungsgebiet ist für viele Arten notwendig, um Nahrung zu finden, die ansonsten aufgrund der kalten winterlichen Witterungsbedingungen sonst nicht mehr vorhanden oder unzugänglich ist (Goetz Rheinwald: "Atlas der Vogelwelt", 1994). So fliegen beispielsweise die ostsibirischen Uferschnepfen 15.000km „weit übers Meer nach Neuseeland“ zur Überwinterung (Nachtigal: „Vogelflug und Vogelzug“ (1987)) oder die Amurfalken haben eine Zugstrecke von 10.000km ins Überwinterungsgebiet (Flindt: „Biologie in Zahlen“, 2002) oder die arktische Seeschwalbe, die in der Arktis brütet und in der Antarktis überwintert und damit zweimal jährlich die Strecken von je 15.000 km fliegt.

Es wird angegeben, dass „200 der rund 300 Greifvogelarten der Welt, darunter 38 Arten, die mindestens über 3000 km jährlich „pendeln““ („Greifvögel und Falknerei“ (2013)).

Der Vogelzug von Singvögeln (Experimentes mit Catharus-Drosseln) wurde näher untersucht, so dass man herausbekam, dass Singvögel einen magnetischen Kompass benutzen, “der während der Dämmerung geeicht wird, und zwar in Abhängigkeit vom Sonnenuntergang täglich neu” (Falke 07/2004, Seite 205). „Mindestens 192 (65 Prozent) der 294 Greifvogelarten der Welt ziehen, unter ihnen sind 69 (23 Prozent) in unterschiedlichem Grad bedroht. 19 Arten (6 Prozent) sind ausschließlich Zugvögel.“ so Falke (02/1999, Seite 41).

Ein griechischer Physiker (Falke 09/2008) gibt zum Flugweg zum bzw. vom Überwinterungsgebiet die Hypothese, dass die Vögel die Magnetfelder aufgrund des quantenmechanischen Effekts („Quanten-Zeno-Effekt“) sehen können. Demnach (Falke 09/2008) trifft das Licht (das heisst die Photonen) auf die Netzhaut des Vogels und dieses führt zu einer chemischen Reaktion (Lichtteilchen trifft auf lichtempfindliches Protein, so dass ein Paar gegensätzlich geladener Teilchen für Sekundenbruchteile entsteht).

Zur Funktionsweise des Navigationssystem der Vögel heisst es in FALKE (08/2010): „Zugvögel nutzen dabei das Erdmagnetfeld zur Orientierung und nehmen dieses nicht nur mit dem Sehzentrum, sondern zusätzlich über einen zweiten Magnetsensor im oberen Teil des Schnabels wahr. Zwei Regionen im Hirnstamm von Rotkehlchen sind aktiv, wenn die Vögel einem sich ändernden Magnetfeld ausgesetzt sind. Im Oberschnabel befindliche eisenmineralhaltige Kristallstrukturen, die über Nervenbahnen mit dem Hirnstamm verbunden sind, verursachen diese Aktivierung. Die Eisenkristalle fungieren dabei offenbar als Magnetfeldsensor – wie eine „Karte“, mit der die Zugvögel ihren Standort bestimmen, während das visuelle System höchstwahrscheinlich als Kompass dient, der die Richtung vorgibt.

Die Zugvögel, „rund zwei Drittel aller Zugvögel ziehen nachts“, sehen „das Erdmagnetfeld und zwar über die Moleküle in der Netzhaut, den sogenannten Cryptochromen, die sensitiv gegenüber kurzwelligem Licht und dem Magnetfeld sind“ (LBV-Vogelschutz 02/2015). Bei vielen der nächtlich ziehenden Zugvögeln werden „beleuchtete Hochhäuser, Brücken und Funktürme“ zur Todesfalle (LBV-Vogelschutz 02/2015). Bis zu 9 Millionen Zugvögel kommen in der kanadischen Stadt Toronto „an den beleuchteten Glasfasaden der Hochhäuser“ um und die Spitze des New Yorkers Empire-State-Bilding wird nur noch ausserhalb der Zugzeiten beleuchtet, um die Verlust zu verringern (LBV-Vogelschutz 02/2015).

Die nördlichsten europäischen Populationen der Mäusebussarde, Rauhfussbussarde, Schelladler, Schwarzmilane, Rotmilane, Sperber, Kornweihen, Wanderfalken, Turmfalken, Merline, Sumpfohreulen und Waldohreulen ziehen zur Überwinterung nach Mittel- und Südeuropa (Curry-Lindahl: „Das grosse Buch vom Vogelzug“, 1982).

Es gibt mehrere eurasische Vogelzugstrassen (Nachtigal: „Vogelflug und Vogelzug“, 1987) für die Westpopulationen über die Meerenge von Gibraltar, für die Ostpopulationen über den Bosporus, dann gibt es die Vogelzugstrasse über die Landenge von Suez und in Asien einerseits die Vogelzugstrasse von Sibirien „um“ den Himalaya nach Indien und Sri Lanka und andererseits die Pazifik-Route von Ostsibirien und Japan nach Borneo, Sumatra und Java. Es wird auch unterschieden zwischen dem eurasisch-afrikanischen und dem ostasiatisch-australischen Zugsystem (Goetz Rheinwald: "Atlas der Vogelwelt", 1994).

Vogelzugforschung an der Strasse von Gibraltar: www.fundacionmigres.org

Die Vogelstrasse um Gibraltar (genau genommen über die Meerenge zwischen dem Mittelmeer und dem Atlantik, die zwischen Spanien (Europa) und Marokko (Afrika) liegt und dann an der Westküste Nordafrikas entlang bis zum Ziel: West- und Zentralafrika) ist die erste grosse Vogelzugstrasse. Die Vogelstrasse um Gibraltar (Curry-Lindahl: „Das grosse Buch vom Vogelzug“, 1982) verwenden Rohrweihen, Wiesenweihen, Kornweihen, Wespenbussarde, Fischadler, (östlichen) Kaiseradler, Steinadler, Schwarzmilane, Rotmilane, Zwergadler, Schlangenadler, Habichte, Sperber, Schmutzgeier, Baumfalken, Rötelfalken, Turmfalken, um ins Überwinterungsgebiet zu kommen.

Die zweite grosse Flugstrasse ist die Vogelstrasse am Bosporus (eine Wasserstrasse zwischen dem Schwarzen Meer und dem Marmarameer; also auch die „Grenze“ zwischen Europa und Asien (Klein- oder auch Vorderasien genannt) und die Landenge von Suez über die Ostseite Afrikas bis zum Ziel im Süden).

In der Frühjahrszugerfassung am Bosporus im Jahre 2006 (FALKE 08/2010) zählte der Istanbul Birdwatching Club 100.3052 Greifvögel beim Überfliegen. Dieses waren 16.185 Falkenbussarde, 15.232 Schreiadler, 9.144 Wespenbussarde, 1.701 Sperber, 473 Schlangenadler, 223 Schwarzmilane, 161 Zwergadler, 138 Rohrweihen, 92 Kornweihen, 64 Baumfalken, 55 Turmfalken, 50 Rotfussfalken, 32 Kaiseradler, 28 Adlerbussarde, 28 Kurzfangsperber, 12 Wiesenweihen, 11 Schmutzgeier, 10 Steppenweihen und einzelne Individuen anderer Greifvogelarten und eine Vielzahl unbestimmter Greifvogelarten. In der Frühjahrszugerfassung am Bosporus im Jahre 2010 (FALKE 08/2010) zählte der Istanbul Birdwatching Club 188.396 Greifvögel beim Überfliegen. Dieses waren 41.564 Falkenbussarde, 18.988 Schreiadler, 11.170 Wespenbussarde, 3.477 Sperber, 651 Schlangenadler, 378 Schwarzmilane, 333 Zwergadler, 186 Rohrweihen, 119 Kornweihen, 43 Adlerbussarde, 27 Kaiseradler, 56 Turmfalken, 45 Baumfalken, 44 Rotfussfalken, 19 Kurzfangsperber, 18 Habichte, 14 Fischadler, 10 Wanderfalken und einzelne Individuen anderer Greifvogelarten und eine Vielzahl unbestimmter Greifvogelarten.

Einer der bedeutendsten Knotenpunkte geht über Israel über das Hula-Tal (FALKE 07/2011). Nach einigen Schätzungen (FALKE 07/2011) nutzen zweimal jährlich rund 500 Millionen Zugvögel in 530 Arten diese Vogelzuglinie. Im Zeitraum zwischen August und Oktober 2010 (FALKE 07/2011) überflog der halbe Wespenbussard-Weltbestand (412.000 Individuen), 68.000 Kurzfangsperber, 124.000 Schreiadler (allein am 6. Oktober 2010 waren es 25.460 Schreiadler; jeweils 15.000 Schreiadler zwischen dem 28. und 30.09.2010) das Hula-Tal. Im Hula-Tal (in Israel) selbst überwintern von November bis März jährlich rund 40 Schelladler, im Januar 2011 waren es 46 Schelladler und beim Einbezug der benachbarten Region waren es weitere 126 Schelladler (FALKE 07/2011). Im gleichen Zeitraum (November bis März) überwintern jährlich 10 bis 15 östliche Kaiseradler, im Januar 2011 waren es 12 östliche Kaiseradler und beim Einbezug der benachbarten Region waren es weitere 19 östliche Kaiseradler (FALKE 07/2011).

In der Region um Eilat werden „zwischen Ende Februar und Mai mehr als 1,1 Millionen“ Greifvögel, am konzentriertesten in Frühjahr und am häufigsten Wespenbussarde, dann Falkenbussarde, Steppenadler, Kurzfangsperber und von kleiner Anzahl Schreiadler, Kaiseradler, Schelladler, Fischadler, Zwergadler, Wiesenweihen, Kornweihen, Rohrweihen und Steppenweihen (FALKE 05/2012) gezählt. Die Erforschung des Vogelzugs über Israel (FALKE 05/2012), der zum Großteil „nachts und in großer Höhe“ in einer „Größenordnung von 500 Millionen Zugvögeln“ in 280 Arten, „darunter 35 Greifvogelarten“, der an der „Schnittstelle zwischen Europa, Asien und Afrika“ stattfindet, erfolgt mit militärischen Drohnen, „Langzeitbeobachtungen, Radar- und Infraroterfassung und Ergebnisse von Beringung“. In der seit 31 Jahren laufenden Langzeitstudie des Großvogelzugs im Herbst überfliegt „annähernd der gesamte Weltbestand“ der Schreiadler und der Kurzfangsperber Israel (FALKE 12/2013). Im „Erfassungszeitraums vom 24. August bis einschließlich 15. Oktober“ 2013 „wurden 100.746 Schreiadler“ (2012: 100.517 Schreiadler; 2011: 71.500 Schreiadler; 2010: 124.000 Schreiadler; 2009: 103.994 Schreiadler) und 47.549 Kurzfangsperber (2003: 78.934 Kurzfangsperber; 2002: 35.496 Kurzfangsperber; 1982: 46.392 Kurzfangsperber) gezählt (FALKE 12/2013). Die Israelische Ornithologenvereinigung zählte im Jahr 2014 in der „Zugsaison zwischen Anfang September und Mitte Oktober“ 109.200 Schreiadler im Jahr 2014 (FALKE 11/2014).

Eine der Zugstrassen der Greifvögel führt in Südgeorgien an der Ostküste des Schwarzen Meeres bei Batumi vorbei (FALKE 10/2011; LBV-Vogelschutz 02/2013). Die Zugstrasse nutzen russische Greifvögel, wie Wespenbussarde, Falkenbussarde, Steppenadler, Schreiadler, Schelladler, Rohrweihen, Wiesenweihen, Steppenweihen, „um ins Überwinterungsgebiet nach Afrika zu gelangen“ (LBV-Vogelschutz 02/2013). Man begann mit „sporadischen Zugvogelzählungen“ in den 1970ern und setzte die Zugvogelzählungen jährlich und standardisiert 2008 mit der Gründung des Batumi Raptor Count fort (FALKE 03/2016). Es wird angegeben, dass „in den ersten Septembertagen 300.000 Wespenbussarde erfasst“ wurden, „maximal waren es an einem Tag allein etwa 90.000“ Wespenbussarde und „am 7. September zogen zudem 1.200 Wiesenweihen“ durch (FALKE 10/2011). In einer Saison werden bei intensiveren Zählungen bis zu 1.350.000 Greifvögel und „Rekorde für Tageshöchstwerte“ von 176.000 Wespenbussarden, 250.000 Falkenbussarden angegeben (FALKE 03/2016).

Die Vogelstrasse über Malta (Insel; südlich von Italien / Sizilien im Mittelmeer liegend) läuft dann über die Sahara bis zum Ziel. Über Malta (Curry-Lindahl: „Das grosse Buch vom Vogelzug“, 1982) fliegen Rohrweihen, Wespenbussarde, Turmfalken, Baumfalken und Rotfussfalken zum Überwinterungsgebiet.

Auf der Insel Malta, aufgrund der Vogelstrasse ein reines Jäger-Paradies, werden jährlich 50.000 bis 100.000 ungeschützte und geschützte Greifvögel einfach so von lizenzierten Vogeljägern (jede 20. Person ist lizenzierter Vogeljäger) abgeschossen (Carwardine: "Guinness-Buch der Tierrekorde" (2000)). In Malta werden über 16.000 lizensierte Vogeljäger und Fallensteller (FALKE 11/2010) oder 16.000 „Waidmänner“ (VÖGEL 02/2010) oder 15.000 „Flintenträger“ (“Der Falkner” ( 2013)) oder 15.000 „Jäger und Vogelfänger samt Familien” („artenschutzbrief“ 18 vom April 2014) angegeben. Zum „Beginn der 1990er-Jahre“ starben „jährlich drei Millionen Finken, je 500.000 Drosseln und Schwalben, 80.000 Pirole und 50.000 Greifvögel im Bleihagel“ (VÖGEL 02/2010). Auch die einheimische Greifvögel und Eulen (FALKE 08/2010) werden von nicht verschont, denn so wurden im Jahre 1982 wurden die letzten Wanderfalken, 1988 die letzten Schleiereulen und auch die Turmfalken abgeschossen und ausgerottet. Im Rahmen des EU-Beitritts im Mai 2004 (FALKE 11/2010) passte Malta die nationale Gesetzgebung an die EG-Vogelschutzrichtlinie bzw. die „Vogelschutzrichtlinie 79/409/EWG über die Erhaltung der wildlebenden Vogelarten“ an. Es wurden „zahlreiche Gesetze“, welche „die Jagd einschränken sollen“ von Malta erlassen, dessen ungeachtet wurden weiter „rund zwei Millionen Vögel“ abgeschossen, auf einem Vogelfriedhof fand man „mindestens 200 geschützte Tiere verscharrt”, „darunter 38 Rohrweihen, 18 Wespenbussarde, 36 Falken und die Skelette von 49 weiteren Greifvögeln“, so dass „Graham Madge von der britischen Royal Society for the Protection Birds“ angab: „>Ein schukischer Teil der maltesischen Jägerschaft ballert auf alles, was fliegt – Reiher, Schwarzstörche, Bienenfresser und viele Greifvögel. Das Ausmass des Abschlachtens spottet jeder Beschreibung<“ (VÖGEL 02/2010). Es heisst: „Das Verbot des Finkenfangs auf Malta im Jahr 2009 war eine der Bedingungen, die im Beitrittsvertrag des Landes mit der EU ausgehandelt wurden. Auf Druck der Jagdverbände und der Fängerlobby will die neue Regierung diese Entscheidung wieder aufheben...“ (Komitee gegen den Vogelmord e.V.: „Aktionen für Tier und Artenschutz“ (Herbst 2014)). Birdlife Malta beziffert den jährlichen Abschuss von jährlich 2 Millionen Vögel, unter anderem auch Greifvögel. Um die Zugvogeljagd in Malta zum Ende zu bringen (Falke 06/2008), begann die Europäische Kommission im Juni 2006 ein Vertragsverletzungsverfahren gegen Malta, verschickte im Oktober 2007 ein letztes Warnschreiben und leitete im Januar 2008 ein Klageverfahren vor dem Europäischen Gerichtshof in Luxemburg ein, das zum Ergebnis führte, dass der Regierung Maltas am 25. April 2008 die Jagd auf heimwärts ziehende Vögel untersagt wurde. Von September und Oktober 2009 (FALKE 01/2010) wurden im Jäger-Paradies Malta mehr als 900 Fälle von illegaler Jagd auf Fischadler, Wespenbussarde, Rohrweihen, Baumfalken und einem Schreiadler festgestellt. Nachdem zum Beispiel der Abschuss mehrere Rohrweihen gemeldet wurde, wurde das betreffende Gebiet abgesucht und man fand 213 tote Vögel, „darunter 38 Rohrweihen, 14 Wespenbussarde, sechs Baumfalken, fünf Turmfalken, eine Wiesen- oder Steppenweihe, 24 nicht näher bestimmbare Falken sowie 47 grössere Greifvögel“ (FALKE 01/2010). Daraufhin gab es „eine Protestversammlung gegen die Präsenz ausländischer Vogelschützer“ (FALKE 01/2010). Am 04.10.2010 wurde ein beringter aus Deutschland stammender Fischadler „auf seinem ersten Flug ins afrikanische Winterquartier“ (FALKE 11/2010) in Malta abgeschossen. Nach einer Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs stellte man zwar fest, dass die vergangenen Frühjahrsjagden nicht im Einklang mit der Vogelschutzrichtlinie waren (FALKE 06/2010), aber in einem Jäger-Paradies, wo die Regierung sich richtig für die Jägerschaft einsetzt, konnte man dann auch die Frühjahrsjagd auf Turteltauben und Wachteln wieder erlauben. In FALKE (11/2010) steht dazu: „Die Regierung Maltas setzte sich über die Proteste der Naturschutzverbände hinweg und erlaubte nach zweijähriger Unterbrechung einer auf 2.500 begrenzten Zahl von Vogeljägern den Abschuss von 3900 Turteltauben und 3600 Wachteln in der Zeit vom 24. bis 30. April 2010. … Die Vogelschützer registrierten in dieser Zeit mehr als 1.000 Verstösse gegen geltende Bestimmungen zum Schutz der Zugvögel.“ Innerhalb von 3 Wochen Frühjahrsjagd (FALKE 06/2010) registrierten Mitarbeiter des von BirdLife Malta 1.300 Gesetzwidrigkeiten. Im Zeitraum vom 22 bis 30. 04.2012 „wurden mehr als 530 Verstösse gegen die Vogelschutzgesetze registriert und an die Polizei gemeldet“ (Komitee gegen den Vogelmord e.V.: „Aktionen für Tier und Artenschutz“ (Herbst 2012)). Es sind 32 Arten, die in Deutschland geschützt sind, zur Jagd freigegeben (LBV-Prospekt: „Gejagd, vergiftet, verspeist?“ (2016))! Die Beschreibung der rücksichtslosen Zustände sprengen alles: „Es wird geballert, was das Zeug hält. Sogar ausserhalb der zugelassenen Zeiten der „Jagdsaison“ knallt es auf Malta“ (“Der Falkner” ( 2013)). Es scheint für Malta ohne jede Bedeutung zu sein, dass „viele europäische Staaten grosse Summen in Rettungs- und Forschungsprojekte” investieren, um gefährdete Arten zu retten, denn „bislang zeigte die EU wenig Interesse, die skandalösen Zustände auf Malta ernsthaft anzugehen“ (“Der Falkner” ( 2013)). Im Herbst 2013 wurden in Malta 39 „Ab- oder Beschüsse geschützter Arten -meist Greifvögel- dokumentiert und insgesamt 21 Vögel mit Schussverletzungen geborgen oder beobachtet“ („artenschutzbrief“ 18 vom April 2014). „Anfang September 2014“ wurden wieder „zahlreiche geschützte Greifvögel, Reiher, Flamingos und Störche getötet“ (“Der Falkner” ( 2015)).

In einem 45-jährigen Rückblick bezüglich des herbstlichen Vogelzuges am Randecker Maar „am steil aufragenden Nordrand der Schwäbischen Alb“ zeigt sich, „dass die Vogelbestände in Mitteleuropa damals einen Tiefpunkt“ nach dem Jahr 1960 aufgrund von Pestizideinsatz, „Dürre im Sahel, Bejagung und die Intensivierung der Landwirtschaft“ erreicht hatten (FALKE 11/2013). Auch konnte man zum Mäusebussard dokumentieren, dass im Zeitraum von 1970 bis 1979 im Vergleich zum Zeitraum 2000 bis 2009 der Zug 11 Tage später aufgrund der vielen mitziehenden Jungvögel erfolgte (FALKE 11/2013).

Eine andere (kleine) Flugstrasse geht über die westliche Schweiz über Défilé de l'Ecluse (VÖGEL 02/2010). Es „wurden in den letzten 16 Jahren knapp 430.000 Greifvögel gezählt“, „allein über 40.000 im Jahre 2008“, allein 117 Fischadler im Jahr 1995, allein 1.700 Sperber im Jahr 1996, allein 1.028 Rohrweihen im Jahr 2001, allein 19.418 Mäusebussarde im Jahr 2003, allein 5.580 Rotmilane in Jahr 2008, allein 7.066 Schwarzmilane im Jahr 2008, „bis zu 3.000 Wespenbussarde am Tag“ gezählt (VÖGEL 02/2010). Es wurden bisher 24 Greifvogelarten am Fort l'Ecluse beobachtet, wobei „die drei häufigsten Arten, Mäusebussard, Wespenbussard und Schwarzmilan“ sind (VÖGEL 02/2010).

In Kärnten (Arnoldstein-Wurzenpass) ziehen im Zeitraum der „Augusthälfte und den ersten Septembertagen rund 4000 Wespenbussarde“ (FALKE 09/2009) im stärksten inneralpinen Zug dieser Art durch die Ostalpen. In einer Untersuchung (FALKE 09/2009) bezüglich der Zugvögel über Kärnten fand man regelmässige Durchzügler (Fischadler, Wiesenweihen, Rohrweihen, Kornweihen, Merline, Rotfussfalken), vereinzelte Durchzügler (Rotmilane), seltene Durchzügler (Rauhfussbussarde, Seeadler) und Ausnahmeerscheinungen (Schmutzgeier, Mönchsgeier, Schelladler, Schreiadler, Habichtsadler, Steppenweihen, Schlangenadler, Adlerbussard, Sakerfalken, Rötelfalke). In Westkärnten (FALKE 09/2009) verbringen Gänsegeier regelmässig den Sommer.

Als Flughöhe oder Zughöhe der Greifvögel werden 1.000m bis 1.500m angegeben und zur Überwindung von Bergen 8.200m („Wissen neu erleben: Vögel“ (2007)). Eine mittlere Fluggeschwindigkeit wird mit 130km/h bei Adlern, 160km/h bei Wanderfalken und 65 km/h bei Eulen angegeben (Nachtigal: „Vogelflug und Vogelzug“ (1987)).

Die Sumpfohreulen können jedoch auch, wie die Zwergohreulen, ins tropische Afrika zur Überwinterung (Curry-Lindahl: „Das grosse Buch vom Vogelzug“, 1982) fliegen. Die Mönchsgeier, die Gänsegeier, die Schmutzgeier, die Baumfalken, die Rotfussfalken, die Rötelfalken, die Turmfalken, (auch) die Wanderfalken, die Schwarzmilane, die Wespenbussarde, (auch) die Falkenbussarde, (auch) die Adlerbussarde, (auch) die Habichtsadler, (auch) die europäischen Fischadler, (auch) die Östliche Kaiseradler, (auch) die Steppenadler, (auch) die Schelladler, die Schreiadler, die Schlangenadler, (auch) die Sperber, die Kurzfangsperber, (auch) die Wiesenweihen, (auch) die Steppenweihen, (auch) die Rohrweihen, die Ziegenmelker, die Rothalsziegenmelker und die Pharaonenziegenmelker überwintern in Afrika (Curry-Lindahl: „Das grosse Buch vom Vogelzug“, 1982).

Zwischen dem 10. August und 30. Oktober ziehen durchschnittlich 65.020 Individuen, darunter viele Mäusebussarde und Schreiadler (Falke 02/1999) in den Süden über die südliche bulgarische Schwarzmeerküste. Zählungen bezüglich des Greifvogelzugs über dem Kaukasus (zwischen Schwarzem Meer und Kaspischen Meer) gaben im FALKE-Sonderheft Greifvögel 2011 an, dass im Herbst 2008 394.425 Wespenbussarde, 269.440 Falkenbussarde, 57.999 Schwarzmilane unter anderem das Gebiet überflogen. Im Herbst des Jahres 2009 waren es 446.017 Wespenbussarde, 167.635 Falkenbussarde, 71108 Schwarzmilane unter anderem. Die grösste Gefahr bei diesem Vogelzug geht -wie immer- vom Menschen aus, der stets die Chance bekommt, die Greifvögel an diesen Stellen gnadenlos und rücksichtlos abzuschiessen.

Die Flugstecke der Wespenbussarde wird mit 4.000 bis 10.000 km (Elphick: „Atlas des Vogelzugs, Die Wanderungen der Vögel auf unserer Erde“, 2008) und mit 9.000 km (Goetz Rheinwald: "Atlas der Vogelwelt", 1994) angegeben. In einer Untersuchung (FALKE-Sonderheft Vogelzug 2013) kam heraus, dass finnische Fischadler und finnische Rohrweihen, die in Westafrika überwintern, im Frühjahr eine westlichere Route über die Sahara nehmen.

In Europa und Afrika findet man des Weiteren die Zugrouten von „Island nach Nordeuropa“, „Sibirien nach Nordeuropa“, die ostatlantische Zugroute, die Mittelmeer-Schwarzmeer-Zugroute, die Asien-Afrika-Zugroute (Mackay: „Atlas der bedrohten Arten“ (2009)).

Die Eleonorenfalken, „die im nordwestafrikanischen Küstenbereich und dem Mittelmeergebiet“ brüten, „ziehen in den Bereich von Madagaskar“ zur Überwinterung (Berthold: „Vogelzug, eine aktuelle Gesamtübersicht“ (2000)). Für eine Studie (Falke 10/2008) wurden 6 alte und 7 junge Eleonorenfalken in den Jahren 2003 bis 2005 auf Sardinien mit Sendern versehen. Im Ergebnis kam heraus, dass die Altvögel (Falke 10/2008) auf direktem Kurs über Sudan oder Tschad nach Madagaskar flogen und die Jungvögel einen Zwischenstopp in Niger, Kamerun und der Elfenbeinküste machten. Im Zeitraum zwischen 2007 und 2008 stattete man 11 Eleonorenfalken und danach zwischen 2008 und 2009 stattete man weitere 5 Eleonorenfalken mit Satelittensendern aus (FALKE 02/2010). Die Eleonorenfalken (FALKE 02/2010) flogen im Herbst von den Balearen „quer über den afrikanischen Kontinent“ über die Sahara, den Äquator und „über das offene Meer im Indischen Ozean“ am Tage und in der Nacht, „um auf ihrer zweimonatigen Reise in Madagaskar zu überwintern“. Die Rückreise (FALKE 02/2010) erfolgte auf „einer völlig anderen Route … über 1500 Kilometer non-stop über den Indischen Ozean von Madagaskar nach Somalia“ über den afrikanischen Kontinent. Die Flugstecke der Eleonorenfalken wird mit 6.000 bis 9.500 km angegeben (Elphick: „Atlas des Vogelzugs, Die Wanderungen der Vögel auf unserer Erde“ (2008)).

Zum Überwinterungsgebiet nach Ost- und Südafrika (FALKE 02/2011) flogen die Baumfalken (Falco subbuteo subbuteo) im Jahre 2008 die durchschnittlich tägliche Strecke von 174 km im Herbst (Ende September) und vom Überwinterungsgebiet flogen die Baumfalken im Jahre 2009 die durchschnittlich tägliche Strecke von 218 km im Frühjahr (Anfang April) zurück. Im Folgejahr 2009 flogen die Baumfalken (Falco subbuteo subbuteo) zum Überwinterungsgebiet nach Ost- und Südafrika (FALKE 02/2011) die durchschnittlich tägliche Strecke von 185 km im Herbst (Ende September) und vom Überwinterungsgebiet flogen die Baumfalken im Jahre 2010 die durchschnittlich tägliche Strecke von 228 km im Frühjahr (Anfang April) zurück. In einer anderen Untersuchung (FALKE 03/2010) des Zugverhaltens von Baumfalken kam heraus, dass die Fluggeschwindigkeit deutlich über der Sahara höher war, als auf dem restlichen Zugweg. Auch wurde festgestellt, dass Baumfalken (FALKE 03/2010) nicht nachts über die Sahara fliegen und dass Baumfalken ihre Tagesausflüge im tropischen Afrika vor Sonnenaufgang beginnen und dabei „etwa zehn Prozent der Flugzeiten ... in völlige Dunkelheit“ absolviert werden.

Die Rotfussfalken fliegen Wegstrecken von 7.200 bis 12.000 km und die Rötelfalken fliegen Wegstrecken von 3.000 bis 9.5000 km (Elphick: „Atlas des Vogelzugs, Die Wanderungen der Vögel auf unserer Erde“, 2008). 8 Rotfussfalkenweibchen (FALKE 03/2010) wurden 2009 mit Satellitenfunksendern in Ungarn versehen und man stellte fest, dass die 8 Rotfussfalkenweibchen „innerhalb eines Monats nach ihrem Abflug in Afrika“ ankamen und dass beim Überfliegen des Mittelmeers und der Sahara „manchmal Tag und Nacht“ geflogen wurde.

Von den asiatischen Greifvögeln (Curry-Lindahl: „Das grosse Buch vom Vogelzug“, 1982) sind die Unterart des Dreifarbenweihs (Aviceda leuphotes sayama), die Unterart des Wespenbussards (Pernis apivorus ptilorhynchus), die Unterart des Schwarzmilans (Milvus migrans lineatus), die Unterarten des Besrasperbers (Accipiter virgatus gularis, teilweise auch Accipiter virgatus affinis), die Falkenbussarde (Buteo buteo vulpinus), die Mongolenbussarde, die Bergadler, (auch) die Bindenseeadler, die Elsterweihen, die asiatischen Kornweihen, die asiatischen Sakerfalken und die asiatischen Wanderfalken ebenso Zugvögel, die ins südliche Überwinterungsgebiet ziehen.

Von den afrikanischen Greifvögeln unternehmen die Schmutzgeier Wanderungen (Curry-Lindahl: „Das grosse Buch vom Vogelzug“, 1982). Als Zugvögel unter den afrikanischen Greifvögeln gelten (Curry-Lindahl: „Das grosse Buch vom Vogelzug“, 1982) die Unterart des Turmfalken (Falco tinnunculus rupicolaeformis), die Schieferfalken, die afrikanischen Baumfalken, die Unterarten des Schwarzmilans (Milvus migrans tenebrosus und Milvus migrans parasitus und teilweise auch Milvus migrans aegyptius), die Wahlbergadler oder Silberadler, die Heuschreckenteesas oder Heuschreckenbussarde, die Felsenbussarde oder Schakalbussard, die Schikras oder Shikras oder Kurzfangsperber oder Schikrasperber und die Graubürzel-Singhabichte oder Kleine Singhabichte oder Dunkle Singhabichte oder Dunkle Grauflügel-Singhabichte oder Heuschreckenhabichte.

Es gibt die 4 amerikanische Vogelzugstrassen von Westen nach Osten, die Pazifik-, die Zentral-, die Mississippi- und die Atlantikzugstrasse (Nachtigal: „Vogelflug und Vogelzug“ (1987); Mackay: „Atlas der bedrohten Arten“ (2009)). Die in Alaska beginnende westliche Pazifikzugstrasse endet in Südamerika (Nachtigal: „Vogelflug und Vogelzug“ (1987)). Die östlich der Rocky Mountains verlaufende Zentralzugstrasse verläuft ebenso über Mittelamerika nach Südamerika (Nachtigal: „Vogelflug und Vogelzug“ (1987)). Die Mississippizugstrasse geht von der Flussmündung des Mississippi über den Golf von Mexiko, über Mittelamerika nach Südamerika (Nachtigal: „Vogelflug und Vogelzug“ (1987)). Die Atlantikzugstrasse beginnt in Kanada und Grönland und geht über das westliche Nordamerika, über Florida und Kuba nach Südamerika (Nachtigal: „Vogelflug und Vogelzug“ (1987)). Die Wanderung von Nordamerika nach Südamerika wird auch als nearktisch-neotropisches Zugsystem (Goetz Rheinwald: "Atlas der Vogelwelt" (1994)) bezeichnet.

Im Herbst ziehen 15 Greifvogelarten, ab September ziehen beispielsweise die Breitflügelbussarde, ab Oktober die Truhthahngeier, die Fischadler, ab November die Weisskopfseeadler, Steinadler, Eckschwanzsperber, Rotschwanzbussarde, Rotschulterbussarde, Rauhfussbussarde und Kornweihen über die Appalachen („Grosser Atlas des Tierlebens“ (1993)). Von den amerikanischen Greifvögeln (Curry-Lindahl: „Das grosse Buch vom Vogelzug“, 1982) sind die Schwalbenweihen oder Schwalbenschwarzmilane, die Mississippiweihen oder Mississippi-Schwebeweihen oder Schwebeweihen, die Präriebussarde, die Breitflügelbussarde oder Breitschwingenbussarde, die (amerikanischen) Fischadler, die Unterart des Wanderfalken (Falco peregrinus anatum) Zugvögel, die in den Süden ins Überwintergebiet ziehen. „Fast 3,3 Millionen Vögel in 19 Arten, darunter 1.453.568 Breitflügelbussarde (Buteo platypterus), 510.943 Präriebussarde (B. swainsoni) und 1.204 263 Truthahngeier (Cathartes aura)“ so Falke (02/1999, Seite 41) ziehen durchschnittlich je Season von Nordamerika nach Südamerika über die Gegend um Veracruz in Mexiko. Die Flugstecke der Präriebussarde wird mit 6.000 bis 12.000km angegeben (Elphick: „Atlas des Vogelzugs, Die Wanderungen der Vögel auf unserer Erde“, 2008).

Man findet auch in Asien und Ozeanien die zentralasiatisch-südasiatische Zugroute, die ostasiatisch-indopazifische Zugroute und die westpazifische Zugroute (Mackay: „Atlas der bedrohten Arten“ (2009)).

Durch eine Auswertungen von „Langzeitberingungsprogrammen von zwei Gebieten“ der Zeiträume von 1971 bis 2010 und von 1983 bis 2009 aufgrund von „Daten von 14.735 bzw. 18.052 Vögeln aus der Coyote Creek Field Station“ kam heraus, dass in Zentralkalifornien „die Vögel größer und kräftiger“ werden (FALKE 06/2012). In Nordamerika sterben jährlich fast 7 Millionen Tiere, darunter viele Zugvögel an den zur Flugsicherheit benötigten mit Beleuchtung ausgestatteten Funktürmen, von denen es 64.000 Anlagen gibt, weil das Licht die Zugvögel anzieht (FALKE 11/2012).

Aufgrund des Klimawandels verkürzen die Greifvögel ihre Zugstrecken ins Winterquartier „um sieben oder acht Kilometer“ (FALKE 08/2014), so die Beobachtungen bei Rotschwanzbussarden, Steinadlern, Kornweihen, Buntfalken und Präriefalken aus 20 Jahren der Forscher der Boise State University.

Die Schnee-Eulen „verlassen bei Nahrungsverknappung bisher bewohnte Gebiete und unternehmen auf der Suche nach geeigneten Brutplätzen auch regulär weite Wanderungen“ („Greifvögel und Falknerei“ 2014). Die Wanderungen „erfolgen räumlich und zeitlich verteilt an unterschiedlichen Plätzen um den Polarkreis und, um die entsprechenden Gebiete zu finden, führen die Eulen weite zirkumpolare Wanderungen aus“ („Greifvögel und Falknerei“ 2014). Im Winter sind die Schnee-Eulen dann auch auf Feldern, Wiesen und Sumpfgebiete anzutreffen. Als Ursache für die Invasion wird eine „Lemming-Gradation in den nördlich vorgelagerten Arktisbereichen vermutet“ („Greifvögel und Falknerei“ 2014). Als Zugvögel gelangen die Schnee-Eulen im Ruderflug so auch nach Mitteleuropa. In Nordamerika und besonders Kanada finden, aufgezeichnet wird seit den Jahren 1933 / 1934, regelrechte Invasionen von Schnee-Eulen statt. Um dieses Phänomen näher zu untersuchen, wurde eigens ein „Snowy Owl Committee“ (Portenko: „Die Schnee-Eule“, NBB, Band 454) gegründet. Die einzige Aufzeichnungslücke besteht zwischen 1839 bis 1853. Angezogen werden die vielen Schnee-Eulen von der Nahrung (tote Fische, Wasservögel), die ans Ufer geschwemmt wird. So wurden beispielsweise 1877 (im Jahre 1882 / 1883 war es ähnlich) mindestens 500 Schnee-Eulen in Südkanada gezählt (Portenko: „Die Schnee-Eule“, NBB, Band 454), wovon 150 Schnee-Eulen geschossen und weitere 40 Schnee-Eulen präpariert wurden. Eine weitere grössere Invasion (Portenko: „Die Schnee-Eule“, NBB, Band 454) fand in den Jahren 1901 / 1902 statt, wobei laut Annahmen zu Folge runde 1.000 Schnee-Eulen auch in die nördlichen Teile der USA eindrangen und zu grossen Teilen abgeschossen und ausgestopft wurden. Die grösste Massenwanderung ("Lebendiges Tierreich, die neue Enzyklopädie in Farbe“, Band 20, 1988) gab es 1945 bis 1946, denn damals wanderten ca. 13.500 Schnee-Eulen aus Kanada in die USA ein. Die Schnee-Eulen fliegen „aus Westkanda (Quebec und Ontario), dem Nordosten der USA und dem Gebiet der Grossen Seen“ ein („Greifvögel und Falknerei“ 2014). Die Überwinterung an der Atlantik-Küste, der Ostküste der USA, in den küstennahen Neuengland-Staaten gilt nicht als Besonderheit, da es „in der Regel alle vier Jahre“ Einflüge gibt und einige Schnee-Eulen fliegen sogar bis „North Carolina und auf die Bermudas“ („Greifvögel und Falknerei“ 2014). Im Winter 2013/2004 gab es die grösste Massenwanderung, auch Irruption genannt, „seit 40 oder 50 Jahren“, so dass man Schnee-Eulen „in Wisconsin, Minnesota, den Grossen Seen, New England, und entlang der Atlantikküste in New Jersey, Maryland, South Carolina und anderen Bundesstaaten gesichtet“, hat „einige Tiere erreichten sogar Florida, Arkansas und die Bermudas“ (S.C.R.O.-Deutschland: „Jahresbericht 2014“). Die Schnee-Eulen „bleiben in der Regel bis Ende Februar im Winterquartier“ („Greifvögel und Falknerei“ 2014). Im Ergebnis einer im Zeitraum von 2007-2010 durchgeführten Untersuchung an 12 besenderten Schnee-Eulen stand andererseits fest, dass die Schnee-Eulen „generell Ende März“ das Überwinterungsgebiet verlassen und „Anfang bis Ende Mai“ im Brutgebiet ankommen (S.C.R.O.-Deutschland: „Jahresbericht 2014“). Genaugenommen sind die Schnee-Eulen in „nur ca. 10“ Tagen bereits da, suchen aber als nicht standorttreue Vögel noch „1-2 Monate“ nach dem geeigneten Brutgebiet (S.C.R.O.-Deutschland: „Jahresbericht 2014“). Invasionen oder Irruption der Schnee-Eulen geschehen „nur alle fünf oder sogar nur alle zehn Jahre“, nun sind es ">genau genommen fünf aufeinanderfolgende Jahre<“, in denen die Schnee-Eulen „ihre angestammte Heimat nördlich des Polarkreises verlassen haben“ (www.sueddeutsche.de: 28.04.2015: „Rätselhafte Reise der Schnee-Eulen“). Die Schnee-Eulen wandern in den „mittleren Westen und Osten der USA sowie in“ die „kanadischen Provinzen Ontario und Quebec“, nach Toronto, Vancouver, aber auch nach „Florida und Bermuda“ (www.sueddeutsche.de: 28.04.2015: „Rätselhafte Reise der Schnee-Eulen“). Um über die Schnee-Eulen mehr zu erfahren, wurde das Projekt Projekt Snowstorm ins Leben gerufen, wurden 22 Schnee-Eulen im Jahr 2014 und 8 Schnee-Eulen im Jahr 2015 mit Sendern versehen (www.sueddeutsche.de: 28.04.2015: „Rätselhafte Reise der Schnee-Eulen“).

Auch die Carolinanachtschwalben und die Falkennachtschwalben oder Nachtfalken sind Zugvögel und ziehen zur Überwinterung in den Süden (Curry-Lindahl: „Das grosse Buch vom Vogelzug“, 1982). Bezüglich der Falkennachtschwalbe oder des Nachtfalken wird eine Wegstrecken von 4.000 bis 11.000 km (Elphick: „Atlas des Vogelzugs, Die Wanderungen der Vögel auf unserer Erde“, 2008) angegeben. Die Flugstecke der Schwarzkehl-Nachtschwalbe oder Whip-Poor-Will wird mit 500 bis 6.000 km angegeben (Elphick: „Atlas des Vogelzugs, Die Wanderungen der Vögel auf unserer Erde“, 2008).

Die Greifvögel unterscheiden sich bezüglich des Zugverhaltens in Gleitzieher und Breitfrontenzieher (Landesamt für Umweltschutz Baden-Württemberg: „Schützen wir unsere Greifvögel“ (1991)). Zu den Gleitzieher zählen „Bussarde und Adler“, die die aufwärts gerichteten Luftströme mit denen sie sich mehrere hundert Meter in die Höhe schrauben, um „im Gleitflug in Zugrichtung vorwärts“ zu kommen (Landesamt für Umweltschutz Baden-Württemberg: „Schützen wir unsere Greifvögel“ (1991)). Zu den Breitfrontenziehern zählen „Fischadler, Weihen und Falken“, die „hauptsächlich im Breitfrontenzug über“ das Land und das offene Meer ziehen (Landesamt für Umweltschutz Baden-Württemberg: „Schützen wir unsere Greifvögel“ (1991)).

Die Schwanzfedern werden zum steuern und bremsen verwendet (Dosselbach/Dosselbach: “Das wundervolle Leben der Vögel”). Beim Bremsen werden die Flügel im 90° Winkel zur Flugrichtung gestellt. Dieses Bremsen (Bremsrütteln) geschieht durch mehrere Flügelschläge. Der Daumenfittich („Buch der Vogelwelt, Mitteleuropas“, 1973; Rheinwald: "Atlas der Vogelwelt", 1994) wird so gespreizt, dass keine gefährlichen Luftwirbel entstehen. Der Schwanz wird nach vorn gestreckt, so dass der Vogel bald senkrecht "steht", um die Geschwindigkeit abzubremsen. Die Beine werden nach vorn mit ausgestreckten Zehen gestreckt, um ein optimales Landen, sei es auf einem Ast, am Boden oder um die Beute zu packen, zu ermöglichen (Rheinwald: "Atlas der Vogelwelt", 1994).

Steinadler bremsen im Flug in dem sie „die Flügel nach vorn“ drehen „und den Schwanz“ absenken, „um gegen den Wind den Horizontalflug beizubehalten“ („Das Leben im Gebirge” (2006)).

Die nachfolgenden Fotos zeigen den Lande- und Bremsvorgang:                                                  .

Beispiel Harpyie
Die Harpyie fächert beim bremsen „den Schwanz auf und drückt ihn nach unten, so dass er gleichzeitig als Bremse und als Ruder dient; sie stellt die Flügel steiler an und senkt deren Hinterkante, um zusätzliche Bremswirkung zu erzielen“ (Attenborough: „Das geheime Leben der Vögel“). Die Daumenfittiche werden angehoben und sorgen „für eine bessere Anströmung der Flügeloberseite“ beim „kritischen Anstellwinkel der Flügel“ (Attenborough: „Das geheime Leben der Vögel“). Die Fänge umgreifen dann beispielsweise den anvisierten Ast und damit wird dann „die restliche Flugbewegung“ abgefangen (Attenborough: „Das geheime Leben der Vögel“). Oder die Harpyie landet punktgenau auf der Beute. Oder die Harpyie landet auf dem Boden und läuft noch einige Schritte mit ausgebreiteten Flügeln.

Die Fotos (oben, mitte) wurden im Tiergarten Nürnberg gemacht.

Das Foto (unten) wurde im Vogelpark Walsrode, heute Weltvogelpark, aufgenommen.

.                                                                                                  .

Beispiel Turmfalke
(aufgenommen im Adler- und Wolfspark Kasselburg)

 

 

 

 

 

Beispiel Schneegeier
(aufgenommen im Tiergarten Nürnberg)

 

 

 

 

Beispiel Steppenadler (links)
(aufgenommen in der Greifvogelstation Heidenheim)
Beispiel Schreiseeadler (rechts)
(im Falkenhof Schloss Rosenburg (Riedenburg)

 

 

 

Rabengeier (links)
(aufgenommen Falknerei Wörlitzer Park)
Truthahngeier (rechts)
(aufgenommen im Falkenhof Ravensberge)

Die wenigsten Greifvögel und Eulen sieht man laufen, gehen oder rennen. Eine Ausnahme ist der Sekretär. (Aufgenommen im Tiergarten Berlin Friedrichsfelde).

Ansonsten wurde hier ein Sunda-Fischuhu oder Roter Fischuhu oder Malaien-Fischuhu oder eine Malayische Fischeule oder Malayienfischeule (links; aufgenommen im Vogelpark Niendorf (Timmendorfer Strand)), ein Kaffernadler (mitte; aufgenommen in der Greifenwarte Landskron) und eine Harpyie (rechts; aufgenommen im Tiergarten Nürnberg) aufgenommen.

Die Geier landen oft in der Nähe des Aases und laufen dann die letzten Meter zum Aas.

Die nachfolgenden Fotos zeigen einen Zwerggänsegeier und einen Rabengeier (aufgenommen in der Falknerei Wörlitzer Park).

Nach Oben

.                                                                                                                 .

Klick zum externen Fotoalbum
Klick ...
Klick zum Leser-E-Mail-Archiv