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Block 1: Ein zusammenfassender Überblick über die Welt der Greifvögel und Eulen
03.01. Die Greifvögel und Eulen, das Gefieder
03.02. Die Greifvögel und Eulen, die Albinos
und andere Farbabweichungen
03.02. Die Greifvögel und Eulen, die „Schwärzlinge“
03.04. Die Greifvögel und Eulen, zur Fortbewegung: vom Gehen und Fliegen

Um Wiederholungen bei den einzelnen Abschnitten meiner wissenschaftlichen Ausführungen / Ausarbeitungen zu vermeiden, verweise ich auf das Literaturverzeichnis, das sich auf der Seite “Greifvögel / Eulen 1” befindet. Hiermit untersage ich (Jens Wolf, www kaiseradler.de) jede weitere Verbreitung, Vervielfältigung, Verwertung meiner Fotos in welcher und / oder durch welche Art und / oder Weise auch immer. Genauso untersage ich hiermit jede weitere Verarbeitung, Vervielfältigung, Verwertung meiner wissenschaftlichen Ausführungen / Ausarbeitungen oder Teilen daraus. Das Inhaltsverzeichnis befindet sich auf der Seite “Greifvögel / Eulen A”

03.01. Die Greifvögel und Eulen, das Gefieder
Vögel sind Warmblütler, die „ihre Körpertemperatur auf ca. 42°C halten“ (“Der Falkner” (2013)) oder man findet die durchschnittliche Körpertemperatur von 38 bis 42°C (VÖGEL 04/2015). Das Gefieder „ist so aufgebaut, dass zwischen Haut und den Federn nach aussen hin eine warme Luftschicht bildet, welche die Körpertemperatur selbst bei widrigsten Wetterbedingungen konstant hält“ (“Der Falkner” (2013)) oder das Gefieder hat die Aufgabe die Körpertemperatur durch Wärmeisolierung zu sichern, den Körper vor Witterung und mechanischen Einflüssen zu schützen, die Fortbewegung bzw. das Fliegen zu sichern bzw. zu ermöglichen (VÖGEL 04/2015). Durch „das Sträuben der Federn bei Kälte“ können so verschiedene Vogelarten „über viele Stunden eine andauernde Umgebungstemperatur von bis zu minus“ 70°C überstehen (VÖGEL 04/2015). Aufgrund der dachziegelartigen Anordnung der Federn können die Vögel „lange Zeit im Regen aushalten, ohne bis auf die Haut nass zu werden“ (VÖGEL 04/2015).

Für das äussere Erscheinungsbild sorgen die Konturfedern (“Der Falkner” (2013)), die dem Vogel auch das Fliegen ermöglichen (“Der Falkner” (2013)), die aber auch für den Wärmeschutz sorgen. Die Konturfedern (Bezzel, Prinzinger: „Ornithologie“, 1990) unterteilen sich einerseits in das Fluggefieder, das Grossgefieder, inkl. der Schwungfedern und der Schwanzfedern und andererseits in das körperbedeckende Kleingefieder, die Deckfedern. Die Konturfedern besitzen am Federschaft links und rechts die Fahnen, die Federäste.

In einer Untersuchung (Bezzel, Prinzinger: „Ornithologie“, 1990) zählte man beim Weisskopfseeadler 7182 Konturfedern und bei einer Kreischeule 6458 Konturfedern. Die Handschwingen (bei den Eulen sind es 10 Handschwingen, die sich an den Mittel- und Fingerknochen befinden) sorgen für den Vortrieb. Zum Fliegen sind ebenso (neben diesen Handschwingen) die (sich am Arm(knochen) befindenden) Armschwingen wichtig. Die Schwung- und Steuerfedern an den Flügeln und dem Schwanz sind kräftig, lang, steif und unterstützen die Flugstabilität und haben beim Landen dann eine Bremsfunktion.

In einer Untersuchung (FALKE 07/2014) der „Strömungsmechanik an Steuerfedern des Wanderfalken“ durch das Institut für Mechanik und Fluiddynamik der TU Freiberg konnte man dokumentiert werden, dass die Feder „hoch flexibel auf die jeweiligen Strömungsbelastungen, ohne dabei zu Bruch zu gehen“, reagiert.

Die Eulen haben unregelmässig zwischen den Konturfedern Pelzdunen. Die Pelzdunen (Bezzel, Prinzinger: „Ornithologie“, 1990) haben einen schlafen Schaft (stärker jedoch als bei den Dunenfedern), lockere Äste und weiche Strahlen und dienen der Isolation. Die Pelzdunen treten zwischen dem Dunenkleid und dem Alterskleid auf.

Die Unterfedern oder Daunen oder Dunen, „dienen der Wärmeisolierung(“Der Falkner” (2013)) oder dienen der Isolierung und der Erhaltung der Körpertemperatur. Die Dunenfedern haben entweder keinen Schafft oder dieser ist kürzer als die Äste. Die Dunenfedern (Bezzel, Prinzinger: „Ornithologie“, 1990), reine Wärmefedern, füllen die Hohlräume und verhindern die Luftbewegungen. Im Laufe der Zeit zerfallen die Dunenfedern bei den Greifvögeln und Eulen zu weissem Puder (Brown, Ferguson, Lawrence: "Federn, Spuren & Zeichen, der Vögel Europas", 2003). Ein Puder, dass man auch als Gesichts- und Flügelabdrücke an Scheiben findet, wenn zuvor nachts gegen die entsprechende Scheibe eine Eule flog (Brown, Ferguson, Lawrence: "Federn, Spuren & Zeichen, der Vögel Europas", 2003).

Andererseits sind die Dunenfedern (FALKE 06/2007) im feuchten Ei der schlüpfenden Jungvögel noch in Hornverpackungen geschützt. Die Hornverpackungen (FALKE 06/2007) öffnen sich, wenn der Altvogel den frisch geschlüpften Jungvogel mit seinem Gefieder wärmt bzw. wenn die Hornverpackungen untereinander/aneinander gerieben werden.

Bei Eulen gibt es des weiteren Borstenfedern oder Tastborsten oder Schnabelborsten, die jeweils einen versteiften Schafft haben und am Schnabel sitzen. Die Spezialfedern, wie Gitterfedern, die „den vorderen Bereich des Schleiers bei Eulen“ bilden, wie Reflektorfedern, die „hinter den Gitterfedern“ liegen und „mit diesen einen idealen Schalltrichter und leiten die Geräusche zum Ohr“ bilden und Bodenfedern, die „den Abschluss des Gesichtsschleiers bei Eulen“ bilden (“Der Falkner” (2013)).

Das Gefieder der Eulen ist insgesamt flauschig, seidig, locker und ausserordentlich weich. Die äusserste oder die beiden äussersten Handschwingenkanten der Eulen sind kammartig gezähnt oder anders formuliert sie besitzen eine borstig geformte Sägekante oder eine bewimperte Aussenkante oder es sind daunige Fasern am Federrand. Die feinen Ästchen am Aussenrand der Federfahne sind franzenartig verlängert. Der Sunda-Fischuhu oder Roter Fischuhu, lat. Bubo Ketupu, (oder früher: lat. Ketupa Ketupu) hat diese Zähnelung nicht. Auf der Oberseite der Schwingen befindet sich ein dichtes Samtpolster oder anders formuliert ist die Oberfläche der Federfahnen samtartig flaumig und aufgeraut. All dieses unterstützt den lautlosen Flug, unterdrückt Fluggeräusche, sorgt für einen geglätteten Luftfluss, so dass selbst im Ultraschallbereich keine Laute zu vernehmen sind. Eine weitere Rolle spielt, dass die Flügelbelastung gering ist, was ebenso der Vermeidung von Fluggeräuschen dienlich ist. Des weiteren haben die Federn eine sehr breite duhnige Basis und täuschen durch Länge und Menge einen grösseren Körper vor. Die Federstrahlen sind sehr lang und haben mehrere Federäste am Ende. Somit werden die Eulen nicht von ihren Beutetieren, wie Mäusen, Wühlmäusen etc. wahrgenommen. Auch beim Aufsetzen auf einen Ast, den Boden oder einen Felsen ist kein Geräusch wahrzunehmen. Selbst die Zehen sind mit Flaumfedern, nur der Riesenfischuhu oder Mandschurenfischuhu oder Mandschurischer Fischuhu, lat. Bubo Blakistoni (oder früher: lat. Ketupa Blakistoni) hat keine, bewachsen.

Die Schleiereulenflügel hat an den äussersten Handschwingen „kleine Häkchen“, „ist samtig weich“ und hat „an der Hinterkante der Schwungfedern und somit an der Hinterkante des Flügels“ Fransen (Kauzbrief 24 (2012)). Durch „die samtige Oberfläche“ werden Reibgeräusche der Federn verhindert (Kauzbrief 24 (2012)). Die Fransen verhindern laut einer These, dass „kleine Verwirbelungen an der Hinterkante“ entstehen „und die Feder somit nicht vibriert“ (Kauzbrief 24 (2012)).

Die Oberseite der Schwingen des Waldkauzes ist zusätzlich „mit einem weichen Flaum bedeckt“ oder „einer samtweichen Auflage auf den Federfahnen“ versehen (FALKE 03/2017). Auch die Schwingen des Uhus haben „eine samtweiche Auflage“ (FALKE 03/2017). Die Rauhfusskäuze und die Waldohreulen haben „ebenso weiche Flügel“ (FALKE 03/2017).

Die Waldkäuze fliegen „so gut wie gräuschlos“ und es werden auch „Ultraschallkomponenten, die von den Nagern wahr genommen werden könnten“, weggedämpft (FALKE 03/2017). Die Uhus fliegen „überraschend leise“ (FALKE 03/2017).

Die tagaktiven Sperlingskäuze, Steinkäuze und die Zwergohreulen fliegen „nicht geräuschlos“ (FALKE 03/2017). Die Schnee-Eulen haben „ein schwaches Fluggeräusch“ und bei der Sumpfohreule ist die Schalldämpfung „gering entwickelt“ (FALKE 03/2017). Die Kanincheneulen rauschen beim auffliegen.

Experimente oder Untersuchungen (Spektrum der Wissenschaft 01/2007), die durchgeführt wurden, ergaben, dass 9 von 10 Arten von insgesamt 139 verschiedenen Vogelarten, wo Männchen und Weibchen die gleiche Gefiederfärbung besitzen, aufgrund der UV-Reflexion des Gefieders wissen, ob der angeschaute Vertreter der Art Weibchen oder Männchen ist. Zusätzlich wurde festgestellt, dass Weibchen in der Paarungszeit den Gesundheitszustand des Männchens aufgrund der UV-Reflexion des Gefieders erkennen. Ebenso präsentiert in der Balzzeit das Männchen die Federn, die das ultraviolette Licht am besten brechen, am besten. Eine weitere Untersuchung („Stuttgarter Beiträge zur Naturkunde“; Nr. 62) ergab, dass bei den Jungvögeln die Dunenfedern (beim Wachstum der Federn) und bei den Altvögeln die Konturfedern (bei der Mauser), die sich entwickelnden Federn vor der UV-Strahlung schützen, und so Federmissbildungen (ohne diesen Schutz der anderen Federn kann es sogar bis zur vollständigen Unterdrückung der Federbildung kommen) vermieden werden.

In einer Untersuchung (FALKE 07/2009) kam heraus, dass auffällig gefärbte Geschlechtspartnern bei 21 bis 22 Studien die Qualität des Territoriums besser war, bei 4 von 6 Studien die Nahrungsressourcen besser waren, „die Versorgung der Brut durch das Männchen ... bei 12 Studien besser, bei 5 schlechter, und bei 11 Studien“ gleich waren und „das Immunsystem ... bei 10 Studien besser, bei 19 Studien schlechter; bei 17“ gleich waren.

Die Federn nutzen sich im Laufe der Zeit ab oder verschleissen durch Reibung am Nest, in den Zweigen oder am Boden. Des Weiteren leider die Federn am Licht und am Regen. Aus diesem Grund werden sie auch im Laufe der Zeit ersetzt. So schiebt die jeweils neue Feder die alte Feder aus der Haut. Dieses Auswechseln der Federn wird auch als Mauser bezeichnet und geschieht in regelmässigen Abständen. Gefundene Federn halten Jahrzehnte. Die Federn sind aus Keratin, einem Stoff, den selbst Greifvögel und Eulen nicht verdauen können und die ihn wieder in Form von Gewöllen herauswürgen müssen.

Durch Beutegreifer ausgerissene Federn wachsen wenige Tage nach dem ausreisen nach, Nur abgerissene Federn werden erst mit der normalen Mauser ausgetauscht.

Bei der Mauser „schiebt die neue Feder“ nach und nach die alte Feder „aus ihrer Verankerung und drückt sie ab“ (VÖGEL 04/2015). Auch wenn die meisten Vogelarten das Gefieder jährlich erneuern, einige Vogelarten das Gefieder alle 2 Jahre erneuern, erneuern „vor allem grössere Greifvögel“ das Gefieder „in noch grösseren Abständen“ (VÖGEL 04/2015)

Die Mauser des Kleingefieders beginnt von hinten über den Bauch und die Flanken zum Kopf. Bei den Schwungfedern wird mit der innersten Handschwinge begonnen. Der Austausch der Schwanzfedern beginnt in der Mitte nach aussen fortsetzend.

Die meisten Kaffernadler mausern sich beispielsweise von Mai bis September in der Brutzeit. Die Mauser der Schreiadler beginnt im Mai. Die Seeadler mausern im Zeitraum Februar bis November. Die Riesenseeadler benötigen ca. 4,5 Monate für die Mauser (Mai bis September). Die Schreiseeadler mausern sich Februar bis April. Bei den Steinadlern ist die Mauser in 2 Jahren mit dem vollständigen Gefiederwechsel abgeschlossen. Die Baumfalken mausern sich als Altvögel über den Winter und die Jungvögel das erste mal im Sommer des folgenden Jahres. Die Rotmilane mausern sich von Mai bis zum Herbst. Die in der Arktis lebenden Wanderfalken beginnen mit der Mauser während der Brut, unterbrechen diese dann und ziehen in das Winterquartier und setzen dort angekommen, die Mauser fort.

Unverpaarte Habichte mausern sich ab April, Jungvögel ab Mai. Ansonsten tauschen bei den Habichten die Weibchen im Zeitraum Dezember bis Januar die Pelzduhnen aus und beginnen mit der Mauser mit der Ei-Ablage, wobei dann die Mauser nach ca. Monaten beendet ist. Die Männchen unter den Habichten folgen mit der Mauser ca. 14 Tage später. Bei den Sperbern werden Februar / März die Pelzduhnen getauscht. Die Grossmauser beginnt bei den Sperber-Weibchen mit der Ei-Ablage im Mai und endet im September/Oktober (110 bis 130 Tage). Die männlichen Sperber beginnen mit der Mauser 2 bis 3 Wochen später im Juni und schliessen sie im Oktober (100 bis 120 Tage) ab.

Die Mauser der europäischen Geier erstreckt sich über einen Zeitraum von 2 bis 3 Jahren bezüglich des Grossgefieders und über 4 Jahren bezüglich des Kleingefieders. Der Grossteil des Grossgefieders wird jedoch in den Monaten Juni bis September ausgetauscht oder erneuert.

Die Steinkäuze führen die Grossgefiedermauser in 98 bis 115 Tagen im Zeitraum Juni/Juli bis Oktober/November durch und die Rumpffedern des Kleingefieders werden das ganze Jahr beim Steinkauz ausgetauscht. In einer Untersuchung (Ornithologische Mitteilungen Nr.: 1-2/2014) von 2004 bis 2013 bezüglich des Steinkauzes „sind Brut- und Grossgefieder-Mauser meist voneinander getrennt. In seltenen, aber fast jedes Jahr vorkommenden Fällen von Ersatzbruten (etwa 5 bis 20 Prozent an der Zahl aller Bruten), können sich Brut und Mauser überlappen (etwa 80 Tage).

Als postnuptiale Mauser (Bezzel, Prinzinger: „Ornithologie“, 1990) bezeichnet man die Mauser der Habichte, Sperber, Wanderfalken, Schnee-Eulen und Sperbereulen, weil bei diesen die Mauser der Weibchen mit der Brut und Ei-Ablage des ersten Ei's erfolgt. In all diesen Fällen fängt das Männchen später mit der Mauser an, weil es "zuvor" noch die Beute für das Weibchen und die Jungvögel beschaffen muss.

Bis zum Altvogel kann es mehrere Gefiederkleider geben. So sind dieses beim Bindenseeadler 5, beim Schmutzgeier 6, beim Ohrengeier 4, beim Steppenadler 6, beim Raubadler 5 und beim Kaiseradler 7 verschiedene Kleider, wobei das letzte dann das Kleid oder Gefieder des Altvogels ist. Aufgrund des Jugendkleides werden diese Jungvögel auch in fremden Revieren, die ansonsten durch die Altvögel verteidigt werden, in Ruhe gelassen und geduldet.

Die europäischen Eulen haben ein plüschartig weiches in der Regel weisses bis weissliches Duhnenkleid, welches im zweiten Lebensjahr durch das Alterskleid ersetzt ist.

 

Einige Beispiele für die unterschiedlichen Gefieder zwischen Jungvogel und Altvogel:

Tastborsten bei der Schnee-Eule (aufgenommen im Zoo Heidelberg)

Tastborsten bei der Weissgesichtseule oder Büscheleule oder Schwarzbüscheleule oder Temminck-Weissgesichtseule oder Nordbüscheleule, lat. Ptilopsis leucotis (frührer Weissgesichtseule, lat. Otus leucotis); (aufgenommen im Zoo Neunkirchen)

Tastborsten beim Eulenschwalm (aufgenommen im Zoo Berlin Tiergarten)

kammartige Zähnung der Federränder der Schleiereule (aufgenommen im Wildpark Lüneburger Heide Nindorf-Hanstedt

kammartige Zähnung der Federränder (Schwanzfedern) des Sibirischen Uhus (aufgenommen im Vogelpark Niendorf (Timmendorfer Strand

Schreiseeadler (aufgenommen in der Adlerwarte Berlebek (links: Jungvogel) und in der Adlerwarte Niederwald (rechts: Altvogel)

 

 

 

Weisskopfseeadler (aufgenommen im Tiergarten Nürnberg (Altvogel mit weissem Kopf))

 

 

 

Riesenseeadler (aufgenommen Tiergarten Berlin Friedrichsfelde (links: Jungvogel) und im Tiergarten Nürnberg (rechts: Altvogel))

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Gaukler (aufgenommen in der Adlerwarte Berlebek (links) und im Vogelpark Walsrode (heute: Weltvogelpark; rechts); links: Jungvogel; rechts: Altvögel)

 

 

Aguja (aufgenommen in der Adlerwarte Berlebeck; links: Jungvogel; rechts: Altvögel)

 

 

 

 

Habicht (aufgenommen in der Greifvogelwarte Burg Landskron (links: Jungvogel) und im Falkenhof auf dem Grossen Feldberg (rechts: Altvogel)

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Bergkarkara (aufgenommen im Tierpark Berlin Friedrichsfelde (links: Jungvogel) und im Zoo Wuppertal (rechts: Altvogel))

 

 

 

 

Schmutzgeier (aufgenommen im Zoo Dresden (links; Jungvogel) und im Zoo Darmstadt (rechts; Altvogel)

 

 

 

 

 

Bartgeier (aufgenommen im Tiergarten Nürnberg; links: Jungvogel; rechts: Altvögel))

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Gänsegeier (aufgenommen im Zoo Zoo Stuttgart (Wilhelma): links jeweils Altvogel: weisse Halskrause und rechts jeweils Jungvogel: braune Halskrause

 

 

 

Königsgeier (aufgenommen im Zoo Berlin Tiergarten (links: Jungvogel) und im Tierpark Berlin Friedrichsfelde (rechts: Altvogel))

 

 

 

 

Brillenkauz (aufgenommen im Zoo Berlin Tiergarten und im Vogelpark Walsrode (heute: Weltvogelpark); links: Jungvogel; rechts: Altvögel))

Bei einigen Greifvögeln sind die Männchen und Weibchen verschieden gefiedert. Beispiele hierfür sind die Turmfalken (links; aufgenommen im Zoo Halle: jeweils Links: Männchen; Rechts: Weibchen), die Rotfussfalken (mitte; aufgenommen auf der Vogelausstellung Ornika: oberes Bild: Männchen; unteres Bild: Weibchen) und die Buntfalken (rechts; aufgenommen auf der Vogelausstellung Ornithea: oberes Bild: Männchen; unteres Bild: Weibchen).

Das auffällige Unterscheidungsmerkmal bei den Gauklern sind die Flügel. Das Weibchen (rechts) hat weisse bis graue Armschwingen mit eine schwarzen Spitze. Das Männchen (links) hat schwarze Armschwingen. Das Foto wurde im Zoo Schmiding aufgenommen.

Das Gefieder der Weisskopfseeadler ist gleich. Das Weibchen ist jedoch grösser / breiter. (linkes Bild: Weibchen ist rechts; rechtes Bild: Weibchen ist links)

Die Fotos wurden im Tiergarten Nürnberg aufgenommen.

 

 

 

 

Das Gefieder der Mäusebussarde ist sehr variabel. Das Weibchen ist jedoch etwas grösser / breiter. (Weibchen ist links; Männchen ist rechts)

Das Foto wurde in der Falknerei Herrmann (Plauen) aufgenommen.

Das Gefieder der männlichen Schnee-Eule ist im Gegensatz zum Weibchen fast reinweiss. Das Foto wurde im Tiergarten Nürnberg aufgenommen.

Bei den Andenkondoren ist zwar das Gefieder gleich, jedoch hat das grössere Männchen einen Kamm auf seinem Schnabel als weiteres Unterscheidungsmerkmal.

Links: Männchen
Rechts: Weibchen

Aufgenommen im Zoo Wuppertal.

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Verschiedene Farbmorphen (Bezzel, Prinzinger: „Ornithologie“, 1990), verschiedene Farbtypen kann man bei Gerfalken oder Gerfalk oder Jagdfalken, lat. Falco rusticolus, Eleonorenfalken, lat. Falco eleonorae, Zwergadlern, lat. Hieraaetus pennatus und Ostkreischeulen oder Kreischeulen oder Schreieulen oder Pfeifeulen, lat. Otus asia feststellen. Das Gefieder der jungen Mäusebussarde (Unterseite: kurze Längsstreifen, Tupfer) ist andererseits zum Teil sehr variabel. (Die linken Fotos wurden im Greifvogelpark / Falknerei Katharinenberg, die mittleren Fotos in der Falknerei Obernberg und die rechten Fotos in der Falknerei im Wisentgehege Springe aufgenommen.)

Die Färbung des Gefieders bezeichnet man als kryptisch (Bezzel, Prinzinger: „Ornithologie“, 1990), wenn beispielsweise das Gefieder an die Umgebung bestens angepasst ist, wie beispielsweise die Schnee-Eulen an den weissen Schnee "angepasst wurden".

Links: Uhu
Rechts: Schnee-Eule
Aufgenommen im Tiergarten Nürnberg

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Die Schleiereule, einmal mit weisser Unterseite und einmal mir goldgelbbrauner Unterseite (aufgenommen in der Falknerei Lindl (in Oberfrauenau (bei Zwiesel); (links) und im Jura-Zoo Neumarkt (rechts)).

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Die zwei 2 Farbmorphen des Virginia-Uhus entweder mit rötlichbraunen bis rotbraunen oder weissen Gesicht mit dunkelbraunem Rand (aufgenommen im Vogelpark Niendorf (Timmendorfer Strand; links) und in der Deutschen Greifenwarte Claus Fentzloff, Burg Guttenberg (heute: Deutsche Greifenwarte Bernolph Frhr. von Gemmingen, Burg Guttenberg) (rechts)).

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Die zwei 2 Farbmorphen des Waldkauzes entweder mit rotbrauner oder mit gräulicher Grundfiederung (aufgenommen im Jura-Zoo Neumarkt (links) und im Vogelpark Irgenöd (rechts).

 

Laut der Zeitschrift „Ein Herz für Tiere“ (05/2011) bekommt das Gefieder der finnischen gräulichen Waldkäuze immer mehr Brauntöne aufgrund der Klimaerwärmung und der Schneearmut.

Die zwei 2 Farbmorphen des Riesenseeadlers. Die seltene braune Morphe“ (Dr. Blaszkiewitz: „Tierpark Berlin; Wegweiser durch den Tierpark“ 2013 (49.Auflage)) hat einen weissen Schwanz, eine braune Stirn, braune Schultern und braune Hosen hat. (aufgenommen im Tiergarten Berlin (Friedrichsfelde)

Die zwei 2 Farbmorphen des Königsrauhfussbussards (aufgenommen in der Falknerei Adlerhorst)

Die zwei 2 Farbmorphen des Gerfalken (aufgenommen in der hellen Morphe auf dem Grossen Feldberg bei Schmitten und in der dunklen Morphe auf der Vogelausstellung Ornika)

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Melanin (bedeutet schwarz) ist die Hauptfarbe der Vogelfeder, das auch eine braune, rotbraune, gelbbraune und hellgelbe Tönung annehmen kann. Durch Beutetiere werden Carotinoide (ein Begleitstoff von Chlorophyll in grünen Pflanzen) aufgenommen, so dass leuchtendes rot und gelb erzeugt werden kann. Eulen erzeugen mittels Porphyrine rote und grüne Farben.

 

Um Hintergründe zur Variation der Gefiederfärbungen beim Waldkauz zu erfahren, die Grundfärbung liegt zwischen „grau und rostrot“ oder „rot und hellgrau“ oder hellgrau, mischfarben und rotbraun (Eulenrundblick 66; Seiten 96, 97) oder grau und braun (FALKE 08/2011) oder in der Schweiz rötlich und grau (S.C.R.O.-Deutschland: „Jahresbericht 2015“) oder in Finnland hellgrau und braun (S.C.R.O.-Deutschland: „Jahresbericht 2015“), ging man im 18 Jahrhundert noch von verschiedenen Arten aus, gehen die Forschungen heute in Richtung klimatische und geographische Gegebenheiten (Eulenrundblick 66). So stellte man in einer Untersuchung fest, dass „braune Eulen eine erhöhte Sterblichkeit in kühlen, trockenen Jahren, dunkelgraue Käuze in warmen, feuchten Jahren“ hatten (Eulenrundblick 66). In einer anderen Untersuchung kam heraus, „dass rotbraune Weibchen in der Regel alljährlich brüten, die grauen aber nicht, sondern vermehrt in Jahren mit kühlem Winter“ (Eulenrundblick 66). In einer anderen Untersuchung kam heraus, dass in strengen Wintern helle Waldkäuze in Finnland „besser überlebten als dunkle“, da die hellen Waldkäuze einen wesentlich grösseren daunenartigen Teil der Federn hatten, der für eine verbesserte Wärmeisolierung sorgte (S.C.R.O.-Deutschland: „Jahresbericht 2015“). In einer von 1981 bis 2008 durchgeführten Untersuchung (FALKE 08/2011) bezüglich der Gefiederfärbung von grauen und braunen Waldkäuzenvarianten, die mit Museumsbälgen aus den Jahren 1915 bis 1980 verglichen wurde, stellte man fest, dass früher etwa 30% und später fast die Hälfte zur braunen Waldkäuzenvariante gehörten. In einer 7 jährigen schweizer Untersuchung kam einerseits heraus, „dass die Nachkommen rötlicher Mütter in guten Zeiten im Vorteil sind, in schlechten Zeiten dagegen kommen die Nachkommen grauer Mütter besser zurecht“ und andererseits rote Väter „unabhängig von den äusseren Bedingungen und unabhängig von der Gelegegrösse einen konstanten Aufwand bei der Jungenaufzucht betreiben. Hellgraue Väter dagegen sind flexibler und können so unter guten Bedingungen mehr Nachkommen produzieren“ (S.C.R.O.-Deutschland: „Jahresbericht 2015“).

In einer 15 jährigen schweizer Untersuchung wurden dunklere und hellere Schleiereulen mit ihrem Nachwuchs miteinander verglichen und es kam raus, dass dunklere Mütter „ihre Reaktion auf Stresssituationen besser regulieren können und sie ein leistungsfähigeres Immunsystem haben“ (S.C.R.O.-Deutschland: „Jahresbericht 2015“).

 

Der Riesenseeadler hat als einzige Seeadlerart „14 Schwanzfedern“ („Washingtoner Artenschutzabkommen, Erkennungsbuch“ (Band 2 (1993))) oder „14 Steuerfedern“ („Grzimeks Tierleben, Enzyklopädie des Tierreichs“, Band 7 (Vögel 1); Fischer: „Die Seeadler“, NBB221, 2005 (Nachdruck von 1984)). Die anderen Seeadlerarten haben nur 12 Schwanzfedern (Fischer: „Die Seeadler“, NBB221, 2005 (Nachdruck von 1984)).

Die nachfolgenden Fotos zeigen die Schwanzfedern des Riesenseeadlers zu verschiedenen Zeiten (links: 14 Schwanzfedern; mitte 12 Schwanzfedern (Mauser?). Aufgenommen im Tiergarten Nürnberg.

Die nachfolgenden Fotos zeigen die Schwanzfedern des Weisskopfseeadlers mit 12 Schwanzfedern. Aufgenommen im Tiergarten Nürnberg.

Die nachfolgenden Fotos zeigen die Schwanzfedern des Seeadlers mit 12 Schwanzfedern. Aufgenommen im Zoo Stuttgart (Wilhelma).

Der Gänsegeier hat ebenso „14 Steuerfedern“ (Fischer: „Die Seeadler“, NBB221, 2005 (Nachdruck von 1984)).

 

Die Federn machen einerseits 5% bis 10% (FALKE 06/2007) des Vogelgewichts aus, andererseits wiegt das Vogelskelett nur ein Drittel bis zur Hälfte der Federn. Bei den Eulen macht das Gefieder einen Volumenanteil von bis zu 90% („Buch der Vogelwelt, Mitteleuropas“, 1973) aus. Eine Messung („Buch der Vogelwelt, Mitteleuropas“, 1973) bei einem Weisskopfseeadler ergab, dass sein Skelett 142 g wog, die Konturfedern jedoch 581 g und die Dunenfedern 91 g wogen. 677 g wogen die Federn eines weiteren Weisskopfseeadlers bei einer anderen Messung. Bezüglich des Gänsegeiers kam man auf 475 g bezüglich des Skelettes und auf 633 g bezüglich aller Federn. Bei einer weiteren Untersuchung kam man auf folgende Ergebnisse; so dass einem 5 kg schweren Weisskopfseeadler 7.182 Konturfedern und einer 110 g schweren Kreischeule 6.458 Konturfedern gegenüberstehen.

Waldohreulen besetzen ca. 10.000 einzelne Federn

Einige Federbeispiele:

Ordnung Greifvögel, lat. Accipitriformes
Familie 1: Habichtartige, lat. Accipitridae

Beim Gaukler sind auch 2 verschiedene Farbvarianten bei den Männchen bekannt. Der Rücken ist bei der einen Variante braun bis kastanienbraun (linke Bilder: aufgenommen in der Adlerwarte Berlebeck) und bei der anderen Variante weiss bis cremefarben bis hellbraun (rechte Bilder: aufgenommen im Vogelpark Niendorf (Timmendorfer Strand)) gefiedert.

Die nachfolgenden Federn einer Harpyie wurden im Tiergarten Nürnberg aufgenommen.

Die nachfolgenden Federn eines Riesenseeadlers wurden im Tiergarten Nürnberg aufgenommen.

Die nachfolgenden Federn eines Weisskopfseeadlers wurden im Tiergarten Nürnberg aufgenommen.

Die nachfolgenden Federn gehören einem Gänsegeier (links; aufgenommen in der Greifvogelwarte Landskron), einem Sperbergeier (mitte; aufgenommen im Vogelpark Abensberg) und einem Kuttengeier (rechts; aufgenommen im Falkenhof Schütz (Kranichfeld).

Das linke Foto zeigt Federn des Schopfadlers (aufgenommen im Stadtmuseum Schwabach).

 

Das rechte Foto zeigt eine Feder des Brahminenweihs (aufgenommen im Zoo Berlin Tiergarten).

Familie 2: Fischadler, lat. Pandionidae
Familie 3: Sekretäre, lat. Sagittariidae

Diese Federn eines Sekretärs wurden im Tierpark Berlin (Friedrichsfelde) gemacht.

Familie 7: Neuweltgeier, lat. Cathartidae

Die nachfolgenden Federn eines Andenkondors wurden im Tierpark Nürnberg aufgenommen.

Ordnung Falken, lat. Falconiformes
Familie 13: Falken, lat. Falconidae

Diese Fotos der Federn des Schopfkarakaras wurden im Vogelpark Irgenöd (links) und im Zoo Berlin (Tiergarten) aufgenommen.

Ordnung Eulen, lat. Strigiformes
Familie 1: Schleier- und Maskeneulen, lat. Tytonidae

Die Feder einer Schleiereule wurde im Greifvogelpark Telfes aufgenommen.

Familie 2: Eulen, lat. Strigidae

Die linke Feder ist die eines Uhus und die rechte Feder ist die eines Bartkauzes. (aufgenommen im Tiergarten Nürnberg)

Dieses sind Federn der Uhus (aufgenommen im Tierpark Riesa)

Dieses sind Federn der Uhus (aufgenommen im Erlebnis-Wildpark “Alte Fasanerie” in Klein-Auhein (bei Hanau))

Dieses sind Federn des Keniauhus (aufgenommen im Tierpark Berlin (Friedrichsfelde); links), des Sunda-Fischuhus oder Roten Fischuhus oder Malaien-Fischuhus oder Malayischen Fischeule oder Malayienfischeule (aufgenommen im Vogelpark Niendorf (Timmendorfer Strand); mitte).

Dieses sind Federn der Schnee-Eulen (aufgenommen im Vogelpark Abensberg (links), in der Falknerei im Erlebnis-Wildpark “Alte Fasanerie” in Klein-Auhein (bei Hanau (mitte)) und im Tierpark Berlin (Friedrichsfelde; rechts)

FederKauz019SchneeeuleTierpBlnFriedrichsfelde

Dieses sind Federn des Bartkauzes (aufgenommen im Tiergarten Nürnberg)

Dieses sind Federn der Weissgesichteulen (aufgenommen im Vogelpark Abensberg)

03.02. Die Greifvögel und Eulen, die Albinos und andere Farbabweichungen
In der freiten Natur gibt es natürlich weisse Greifvögel, wie die Weissbussarde der Gattung Leucopternis und die weisse Morphe des Grauhabichts oder Weissbrauenhabichts oder weissen Habichts, lat Accipiter novaehollandiae.

Unter den Eulen sind als natürlich weisse Vertreter in der freien Natur die Schnee-Eulen, lat. Bubo scandiacus (früher: lat. Nyctea scandiacus) zu erwähnen. Die Fotos unterhalb dieser Zeilen wurden im Zoo Augsburg aufgenommen.

Andererseits sind Farbabweichungen „fast alle genetisch bedingt, also angeboren. Eine Ausnahme ist das fortschreitende Ausbleichen“ (VÖGEL 04/2014).

Die Albinos („Knaurs Grosses Jagdlexikon“; VÖGEL 04/2014), die einen erblich bedingten Farbstoffmangel haben, haben keine Pigmente (Eumelanin (für die Farben schwarz, grau und dunkelbraun zuständig) und Phaeomelanin (für die Farben mittel- und gelbbraun zuständig). Aus dem Grund sind die Albinos hellhäutig, meist mit komplett weissem Gefieder, rosafarbenen Schnabel, rosafarbenen Füssen und roten Augen bzw. rotem Augenhintergrund versehen (FALKE 09/2012; VÖGEL 04/2014).

„Knaurs Grosses Jagdlexikon“ unterteilt die Albinos in die vollständigen oder totalen Albinos und die partiellen Albinos. Die vollständigen oder totalen Albinos sind aufgrund der vollständigen Pigmentlosigkeit vollständig weiss. Die partiellen Albinos („Knaurs Grosses Jagdlexikon“), nicht überall fehlen ihnen die Pigmente, erscheinen somit "gescheckt" und nicht vollständig weiss. Andererseits gibt es laut neusten Forschungsergebnissen keinen „Teilabinismus“ (FALKE 09/2012; VÖGEL 04/2014), „da per Definition ein komplettes Fehlen der Melanine gefordert wird“. Man geht von daher meist von einem Leuzismus oder einem „Braunen Typus“ (FALKE 09/2012; VÖGEL 04/2014) oder von einem nicht genetisch bzw. erblich bedingten fortschreitenden Ausbleichen (VÖGEL 04/2014) aus. Laut FALKE (05/2011) sind Scheckungen „das Erscheinungsbild einer abgeschwächten Form des Leuzismus“.

Beim Leuzismus (VÖGEL 04/2014) fehlen ganz oder teilweise Eumelanin (für die Farben schwarz, grau und dunkelbraun zuständig) und ganz oder teilweise Phaeomelanin (für die Farben mittel- und gelbbraun zuständig), so dass das Individuum entweder vollständig weiss gefiedert ist oder nur weisse Federn hat, einen rosafarbenen oder normalen Schnabel hat, rosafarbene oder normale Füsse hat und normale Augen hat (FALKE 09/2012; VÖGEL 04/2014). Als Beispiele für leuzistische Vertreter findet man in FALKE (11/2005) einen Zügelpinguin und einen Star und in FALKE (08/2015) einen leuzistischen Turmfalken. Als teilleuzistische Beispiele werden in FALKE (11/2005) ein Austernfischer, eine Blässgans und eine Rabenkrähe genannt. Weitere leuzistische Vertreter, wie „Amsel, Blässhuhn, Rabenkrähe oder Dohle“ werden in FALKE (05/2011) angegeben. Zwei leuzistische Schleiereulen werden im Eulenrundblick 62 vorgestellt. „Bei Leuzismus ist nur ein Teil der Pigmente ausgefallen der nur einzelne Farben betrifft. Die Feder ist dann nicht ganz weiss sondern weicht von der Normalfärbung ab. Einzelne Bereiche sind dann auch hell, während die dunklen Bereiche völlig normal sind. Diese Fehlfärbungen können den ganzen Vogel ... oder auch nur partiell sein z.B. Krähen mit hellen Schlieren in den Federn …“ (Graef per Mail am 01.11.2012). Einen teilleukistischen Star findet man im „Rundschreiben des Vereins Sächsischer Ornithologen: Ornithologische Beobachtungen 2010 in Sachsen“ (Nr. 36/2013).

Mikkola führt in seinen Büchern „Owls of the World“ (2012) und „Handbuch Eulen der Welt“(2013) aus, dass bei fünf Eulenarten (Ostkreischeule, Malaienkauz, Streifenkauz, Waldkauz und Sumpfohreule) nachweisslich Albinos feststellt worden und bei 17 Eulenarten leuzistische Vertreter festgestellt worden.

Die nachfolgenden Fotos eines vollständigen oder totalen Albino-Waldkauzes wurden im Vogelpark Steinen aufgenommen.

Die nachfolgenden Fotos eines Bartkauzes (“Farbabweichung”: “fortschreitendes Ausbleichen”) wurden auf der Vogelausstellung Ornika in Bad Schönborn aufgenommen.

Im Buch „Die Greifvögel Europas, Nordafrikas und Vorderasiens“ (von Mebs/Schmitt, von 2006) findet man einen vollständigen oder totalen Albino (einem Mäusebussard) und mehrere partielle Albinos (Wiesenweihen). Einen partiellen Albino eines Rotschwanzbussards findet man bei Wheeler/Clark („A Photographic Guide to North American Raptors“ (1995)). Im FALKEN 03/2002 wird eine junge Schleiereule (partieller Albino) beschrieben, die normale Augen und einen ca. 5cm grossen normal befiederten Fleck auf dem Kopf besass.

Auch unter den sonstigen Wildvögeln findet man totale Albinos, wie zum Beispiel einen Alpenstrandläufer (Stiefel/Scheuffler: „Der Alpenstandläufer“, Seite 127, NBB 592, 1989), mehrerer Bachstelzen (Ölschlegel: „Die Bachstelze“, NBB 571, Seiten 48-49, 1985), mehrerer Rauchschwalben (Brombach: "Die Rauchschwalbe", NBB 649, Seiten 23-24, 2004), einen Rotkehlchen (Pätzold: „Das Rotkehlchen“, NBB 520, Seite 34, 1995) und mehrerer Mehlschwalben (Menzel: „Die Mehlschwalbe“, Seiten 15-17, NBB 548, 1996). Einen Albino-Rotschwanz findet man jeweils in FALKE (05/2000, 01/2009) einen Albino-Teichrohrsänger und eine Albino-Amsel findet man in FALKE (11/2005) und eine Albino-Rauchschwalbe findet man in FALKE (09/2014).

Ansonsten findet man bei den Wildvögeln partielle Albinos, wie zum Beispiel Amseln (Bezzel: „BLV-Handbuch“, Seite 407, 3.Aufl, 2006), mehrerer Bachstelzen (Ölschlegel: „Die Bachstelze“, NBB 571, Seiten 48-49, 1985), mehrerer Rauchschwalben (Brombach: "Die Rauchschwalbe", NBB 649, Seiten 23-24, 2004), mehrerer Mehlschwalben (Menzel: „Die Mehlschwalbe“, Seiten 15-17, NBB 548, 1996), einen Rotkehlchen (Pätzold: „Das Rotkehlchen“, NBB 520, Seite 34, 1995) und einem Schwarzspecht (Blume: „Schwarzspecht, Grauspecht, Grünspecht“, Seite 21, NBB 300, 1996). Weitere partielle Albinos findet man in Falke 05/2003 (Elster) und in Falke 04/2004 (Mauersegler).

Eine fünfjährige Dokumentation zu einem (teil)albinotisches Buchfink-Männchen, welches „fünfmal nacheinander denselben Ort als Winterquartier in einem eng begrenzten Zeitfenster aufgesucht hat“ findet man im ORNITHOLOGISCHER ANZEIGER (Band 50, Heft 1 (2011)).

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Bezüglich vollständiger oder totaler Albinos des Pfaus wurden die Fotos im Vogelpark Steinen (links, mitte: Männchen) und im Affen- und Vogelpark Eckenhagen (rechts: Weibchen) gemacht.

Auf den nachfolgenden Fotos sind ein totaler Albino-Rehbock (aufgenommen im Bayerwald-Tierpark Lohberg) und zwei Vertreter des Dammwilds (mittleres und rechtes Foto, je ein weiblicher und ein männlicher Vertreter im Wildtierpark Heidenheim aufgenommen) vorhanden.

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Die Fotos der Amseln, lat. Turdus merula, unterhalb dieser Zeilen wurden in freier Natur/Wildbahn links in Nürnberg und mitte und rechts in Nürnberg (Dutzendteich / Volkspark) aufgenommen.:
“Farbabweichung”: links: “fortschreitendes Ausbleichen”; mitte und rechts Leuzismus

Die Fotos der Rabenkrähe, lat. Corvus corone, (“Farbabweichung”: “umweltbedingtes Ausbleichen”) unterhalb dieser Zeilen wurden in freier Natur/Wildbahn in Nürnberg (Colleggarten) aufgenommen.

Die Fotos der Amsel, lat. Turdus merula, (“Farbabweichung”: “umweltbedingtes Ausbleichen”) unterhalb dieser Zeilen wurden in freier Natur/Wildbahn in Nürnberg (Dutzendteich / Flachweiher) aufgenommen.

Die Fotos der Amsel, lat. Turdus merula, (“Farbabweichung”: “umweltbedingtes Ausbleichen”) unterhalb dieser Zeilen wurden in freier Natur/Wildbahn in Nürnberg (Stadtpark) aufgenommen.

Zur abweichenden Gefiederfärbung (Eulenrundblick 62) heisst es, dass neben der Weissfärbung (Albinismus/Leuzismus), die seltene Gelbfärbung (bezeichnet als Flavismus) und die seltene Rotfärbung (bezeichnet als Rutilismus) gibt. Ergänzend sei erwähnt, dass man in der englischen Grafschaft Norfolk zwei pinke/rosarote Heuschrecken („Ein Herz für Tiere“ 09/2011) entdeckte.

Des Weiteren findet man noch die seltenen Farbtypen „Schizochrom“ (FALKE 09/2012; in VÖGEL 04/2014 nicht mehr aufgeführt) und „Ino“, bei dem das Schwarz im Gefieder „sehr blass oder braun/cremefarben“ erscheint (FALKE 09/2012; VÖGEL 04/2014).

Beim fortschreitenden Ausbleichen (VÖGEL 04/2014) kommen die weissen Federn erst im Laufe des Lebens dazu. Beim „Braunen Typus“ (FALKE 09/2012; VÖGEL 04/2014) werden schwarze Federn braun und dann bis zu weiss. Beim „Verblassten Typus (Diluation)“ ist das Gefieder silbergrau statt schwarz und bei der Untergliederung „Pastell“ sind die Federn des Weiteren blassgelb, cremefarben statt rötlichbraun und bei der Untergliederung „Isabell“ sind die Federn des Weiteren normal gelbbraun und kaum sichtbar rötlichbraun und „später ganz weiss“ (VÖGEL 04/2014).

Als Sekundäre Effekte (FALKE 11/2005) werden für Farbabweichungen auch „ausgefallene oder verkümmerte Deckfedern oder Farbabweichung unter dem bleichenden Einfluss einer Chemikalie“ aufgeführt.

Etwas völlig anderes ist das Baden der Bartgeier in eisenoxidhaltigen Wasser oder Schlamm bzw. der Aufenthalt in eisenoxidhaltigen Lebensräumen (Felshöhlen, Felsspalten). Die helle bis weissliche Unterseite der Bartgeier wird durch (instinktives Baden wollen; ein natürlicher Instinkt (Müller: „Der Bartgeier“, 1995)) eisenoxidhaltigem Wasser bzw. Schlamm oder Staub rötlich oder rostrot (, was allerdings bei den meisten Zootieren fehlt). Auf Kreta und Korsika (FALKE 01/2009 ) fehlt der Schlamm oder Staub, so dass das Gefieder in diesen Fällen hell bis weisslich bleibt. Diese natürliche Erregung auf das Eisenoxid sorgt dafür, dass sich der Bartgeier in den Schlamm von der Kehle bis zur Kloake hineinpresst. Nach anderen Beobachtungen gibt es auch Bartgeier, die ihre als Bart wirkenden Federn in den Schlamm tauchen und so dann anschliessend die rostfarbene Erde auf der Unterseite verschmieren. Auch der Aufenthalt (Bezzel, Prinzinger: „Ornithologie“, 1990) in eisenoxidhaltigen Lebensräumen (Felshöhlen, Felsspalten) kann die Einfärbung aufgrund der Struktur der weissen Unterseitenfedern begünstigen. Das Eisenoxid ist so fein, dass es an den Federn haftet und zum bald Bestandteil der Federn wird und nicht mehr vollständig entfernt werden kann (Müller: „Der Bartgeier“, 1995; FALKE 01/2009). Über die Hintergrunde (FALKE 01/2009) wird noch spekuliert von der Abwehr von Parasiten und Bakterien bis hin zum Statussignal und der Hilfe bei der Partnerwahl. So stellte man fest, dass ältere Bartgeier „meist kräftiger rot als jüngere, und Weibchen stärker gefärbt als Männchen“ (FALKE 01/2009), sind.

Bartgeier mit weisser (im Tiergarten Nürnberg aufgenommen) und eingefärbter (im Tiergarten Schönbrunn (Wien) aufgenommen) Unterseite.

03.03. Die Greifvögel und Eulen, die „Schwärzlinge“
In der freiten Natur gibt es natürlich schwarze Greifvögel, wie z.B. den Rabengeier oder Schwarzgeier, lat. Coragyps atratus. Die nachfolgenden Fotos wurden im Vogelpark Abenberg aufgenommen.

Auf der anderen Seite gibt es Ausnahmeerscheinigungen im Tierreich mit schwarzen Vertretern. Die Ursache der schwarzen Färbung liegt in der massenhaften Ablagerung von Melaninen (Pigmente), die für ein schwärzliches bis vollständig schwarzes Aussehen („Melanismus“) verantwortlich sind. Die Ursachen hierfür liegen entweder in eine Vererbung (rezessive Gene) oder in einer biologischen Schutzfunktion (Sonnenschutz, Luftfeuchtigkeit, Temperatur etc.). Je nachdem wie weit die Schwarzfärbung geht, unterscheidet man Migrismus (die schwarzen Elemente werden grösser ausgebildet), Abundismus (weitere dunkle Zeichnungselemente) und Skotasmus (vollständig verdunkelt). Bei echtem Melanismus bleibt das normale Zeichnungsmuster erhalten (Hentschel, Wagner: „Zoologisches Wörterbuch“, 6.Aufl.; Hentschel, Wagner: Wörterbuch der Zoologie“, 7.Aufl., 2004). Beim Melanismus (FALKE 09/2012; VÖGEL 04/2014) unterschiedet man den „schwarzen Typ“ (Eumelanin wird übermässig produziert) und den „rotbraunen Typ“ (Phaeomelanin wird übermässig produziert), so dass der Vogel teilweise oder vollständig schwarz oder rotbraun ist (FALKE 09/2012; VÖGEL 04/2014).

Am bekanntesten aus dem Tierreich sind die „Schwarzen Panther“. Der Grundfärbung des Felles der „Schwarzen Panther“ ist dunkelkastanienbraun bis schwarz auf dem dann Flecke (nur bei hellem günstigen Licht erkennbar) enthalten sind. Das Fell kann aber auch bis zu vollkommen schwarz sein. Als „Schwarzen Panther“ gelten die „Schwärzlinge“ der Jaguare, lat. Panthera onca, wobei die meisten in den tropischen dichten Regenwäldern vorkommen und weniger in den offenen Gebieten anzutreffen sind. Andererseits werden auch die „Schwärzlinge“ der Leoparden, lat. Panthera pardus als „Schwarze Panther“ bezeichnet. Bis zur Hälfte der auf der Halbinsel Malakka vorkommenden Leoparden sind schwarz. Auch unter den Servalen, lat. Leptailuris serval, sind „Schwärzlinge“ bekannt. Als weitere Beispiele für den den Melanismus („Lexikon der Biologie“; Lyo bis Bau; Band 9) werden die Kreuzottern und Schmetterlinge genannt, bei denen man „Schwärzlinge“ entdeckte.

Das linke Foto wurde im Zoo Leipzig (Jaguar, lat. Panthera onca oder Leopard, lat. Panthera pardus) und das rechte Foto im Tierpark München (Hellabrunn; Jaguar, lat. Panthera onca) aufgenommen. Die Fotos zeigen “Schwarze Panther”.

Die nachfolgenden Fotos der Stockente, lat. Anas platyrhynchos (Schwärzling) unterhalb dieser Zeilen wurden in freier Natur/Wildbahn in Nürnberg (Wöhrder See) aufgenommen.

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Die nachfolgenden Fotos der Stockenten, lat. Anas platyrhynchos, (links: „Dunkler Wildtyp (eine Melanismusform) kombiniert mit Leuzismus“; mitte: Farbtyp: “Dilution”; verblasster Typus) wurden in freier Natur/Wildbahn in Nürnberg (Wöhrder See) 2012 aufgenommen. Das nachfolgende rechte Foto der Stockente, lat. Anas platyrhynchos, („Dunkler Wildtyp (eine Melanismusform) kombiniert mit Leuzismus“ wurde in freier Natur/Wildbahn in Nürnberg (Dutzendteich / Flachweiher) 2013 aufgenommen. „Einige Schnäbel sind deshalb schwarz, da sie melanistisch sind (die einzige Form, wo die Anhangsgebilde dunkler werden können.“ (Dr. Zedler per Mail am 09.10.2014))

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Mikkola führt in seinen Büchern „Owls of the World“ (2012) und „Handbuch Eulen der Welt“(2013) aus, dass es weltweit nur 10 Fälle (3 Schleiereulen, 1 Steinkauz, 1 Brahmakauz, 1 Bartkauz, 2 Waldkäuze, 1 Uhu, 1 Virginiauhu) von schwarzem Melanismus unter den Eulen festgestellt worden sind.

Ein weiteres Beispiel eines schwarzen Schleiereulenpaares (Tyto alba) wird im S.C.R.O.-Deutschland: „Eulenbestand 2011“ gezeigt.

Dieses Foto wurde in der Quarantänestation Eulenhof-Zoo (weiterer junger Schwärzling der Schleiereule) gemacht.

Das Foto der Werbetafel vom Hochwildschutzpark Hunsrück Rheinböllen wurde auf dem Parkplatz zum Hochwildschutzpark aufgenommen und zeigt zwei Schleiereulen (rechts: Schwärzling). In den Flugvorführungen der Falknerei-Rheinböllen im Hochwildschutzpark Hunsrück Rheinböllen wird der Schwärzling gezeigt.

03.04. Die Greifvögel und Eulen, zur Fortbewegung: vom Gehen und Fliegen
Die nachfolgenden Fotos zeigen das Trainieren der Flugmuskulatur:
Beispiel: Weisskopfseeadler
(aufgenommen im Tiergarten Nürnberg)

Beispiel: Riesenseeadler (aufgenommen im Tiergarten Nürnberg)                                                    .

Beispiel: Sakerfalke, lat. Falco cherrug cherrug (aufgenommen im Wildgehege Hundshaupten in der Falknerei Kolitsch)   

Die nachfolgenden Fotos zeigen den Flugstart:                                                               .

Beispiel: Harpyie
(aufgenommen im Tiergarten Nürnberg)

 

 

 

 

Beispiel: Sekretär (links)
(aufgenommen im Tiergarten Berlin Friedrichsfelde)
Beispiel Rotrückenbussard (rechts)
(aufgenommen in der Greifvogelstation Hellenthal)

 

 

Beispiel: Rotmilan (links)
(aufgenommen im
Harzfalkenhof Bad Sachsa)

 

 

 

 

 

Beispiel: Schreiseeadler
(aufgenomme
n im Wildpark / Falknerei Potzberg)

Beim Fliegen werden in der Regel die Füsse angezogen und in das Gefieder gesteckt. 
Die nachfolgenden Fotos zeigen den Flug mit hängenden Füssen:
Beispiele: Harpyie (links; mitte: im Tiergarten Nürnberg fotografiert) und Kampfadler (im Zoo Schmiding aufgenommen)

Die nachfolgenden Fotos zeigen den Flug mit eingezogenen Füssen:
Die Fotos unterhalb dieser Zeilen (links) wurden im Renaissancefalkenhof Rosenburg (am Kamp; Kaiseradler, Riesenseeadler), im Zoo Neunkirchen (Schreiseeadler) und in der Deutschen Greifenwarte Bernolph Frhr. von Gemmingen, Burg Guttenberg, früher: Deutsche Greifenwarte Claus Fentzloff, Burg Guttenberg (Seeadler) gemacht. Die mittleren Fotos wurden in der Greifenwarte Riegersburg (Gaukler, Schopfkarakara), in der Greifvogelwarte Landskron (Turmfalke) und im Vogelpark Abensberg (2x Rotmilan) gemacht. Die rechten Fotos wurden im Tiergarten Nürnberg (Harpyie), im Renaissancefalkenhof Rosenburg (am Kamp; Kuttengeier oder Mönchsgeier), in der Sächsischen Jagdfalknerei Schloss Augustusburg (Schneegeier) gemacht.

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Die nachfolgenden Fotos wurden (links) im Vogelpark Steinen (Sibirischer Uhu), (mitte oben) im Tiergarten Nürnberg (Schnee-Eule), (mitte mitte) in der Falknerei Ronneburg (Europäischer Uhu), (mitte unten) in der Deutschen Greifenwarte Bernolph Frhr. von Gemmingen, Burg Guttenberg, früher: Deutsche Greifenwarte Claus Fentzloff, Burg Guttenberg (Europäischer Uhu) und (rechts) in der Adlerwarte Kreuzenstein (Schleiereule) aufgenommen.

Aufgrund der Tatsache, dass Warme Luft nach oben steigt, sei es an Berghängen oder Ebenen, wo sich die warme Luft in "Thermiksäulen" nach oben "dreht" oder an Berghängen / Gebirgshängen nach oben gleitet oder steigt, wird dieses auch in der Natur von den Vögeln benutzt, um einfach und leicht in die Höhe zu kommen. Auf diese Art und Weise gelangen die Geier, Adler und Bussarde im Segelflug mit ihren breiten Flügeln in die Höhe, um dort zu gleiten oder zu segeln. Im Gleitflug geht es ohne einen Flügelschlag nach unten. Aufgrund der Vorwärtsbewegung des Fliegens und durch das Ausnutzen der (warmen) Luftbewegungen nach oben, (ein Druckunterschied zwischen den Ober- und Unterseiten der Flügel entsteht dadurch), steigt der Vogel nach oben. Auf der gewölbten Flügeloberseite entsteht ein Teilvakuum, ein Sog oder Unterdruck, der den Vogel senkrecht nach oben zieht (Stern, Thielcke, Vester, Schreiber: "Rettet die Vögel", 1978). Die Flügelunterseite sorgt für den Überdruck oder Staudruck, der den Vogel ebenso nach oben drückt (Stern, Thielcke, Vester, Schreiber: "Rettet die Vögel", 1978). Das Kräftezehrende und energieverbrauchende Flügel schlagen, das zwar auch für die Geier, Adler und Bussarde zu trifft, jedoch vor allem für die anderen Arten gilt, hilft ebenso, um nach oben zu kommen. So gleiten dann die Bussarde und Milane in der Luft in grossere Höhe und die Weihen in geringer Höhe auf der Suche nach ihrer Beute.

Der Steinadler nutzt beim fliegen die Aufwinde und kann so stundenlang ohne eine Flügelschlag mit bis zu 160 km/h (, Thielcke, Vester, Schreiber: „Rettet die Vögel … wir brachen sie“, 1978) oder mit „bis zu 190 km/h“ ("Lebendige Wildnis, Tiere der Taiga", 1993) segeln oder gleiten. Der Steinadler ist, je nachdem welches Buch man wählt, im Sturzflug „bis zu 150“ km/h („Buch der Vogelwelt: Mitteleuropas“, 1973; „Faszination Tier & Natur“, Loseblatt-Sammelwerk) oder „100 bis 200“ km/h („Bunte Wissenswelt für Kinder: Greifvögel“ oder „bis zu 300“ km/h ("Das grosse Buch des Allgemeinwissens", 1992; Stern, Thielcke, Vester, Schreiber: „Rettet die Vögel … wir brachen sie“, 1978) schnell.

Die gemessenen Fluggeschwindigkeiten aufgrund des Satellitensenders (FALKE 07/2009) eines Schreiadlerweibchens ins Überwinterungsgebiet betrugen durchschnittlich 58 km/h, einmal auch aktuell 114 km/h.

Der Kampfadler segelt ebenso stundenlang in der Luft. Der Gaukler sucht im Gleitflug mit 50 bis 80 km/h (Olsen: „Adler und Geier“, 1991) bzw. mit 55 bis 80 km/h („Lebendiges Tierreich, Die neue Enzyklopädie in Farbe“, Band 54; 1988) nach der Beute. Die Geier lassen sich von der warmen aufsteigenden Luft tragen, nutzen also diese "Thermik" ebenso aus.

Der Kalifornische Kondor (Fischer: „Die Geier“, NBB 311, 2005) schafft es bei geeigneten Aufwind ohne einen Flügelschlag 12 bis 15 km weit und über eine Stunde zu segeln. Es wurde sogar berechnet, dass der Kalifornische Kondor 45 bis 60 km/h schnell fliegen kann (Fischer: „Die Geier“, NBB 311, 2005). Der witterungsabhängige Suchflug der Kalifornischen Kondore (Fischer: „Die Geier“, NBB 311, 2005) kann im Sommer 7 bis 8 Stunden und im Winter 5 bis 6 Stunden andauern. Andenkondore können stundenlang segeln und brauchen nur gelegentlich mit den Flügeln zu schlagen (Zooschild Tiergarten Nürnberg).

Der Gleit- oder Segelflug ist energiesparend, sorgt für ein langsames vorankommen, so dass die Umgebung nach der Beute oder dem Aas abgesucht werden kann. Die Aufwinde, Windströmungen an den Hängen, das aufströmen der sich erwärmenden Luft hilft den Geiern und Adlern ohne grossen Kraftaufwand, zum Teil auch ohne Flügelschlag, in die Höhe zu gelangen oder zu kommen oder sich so hoch zu schrauben. Andererseits sind die Geier bei fehlender Thermik nicht in der Luft, wie beispielsweise am Morgen. In den Wüsten sieht man die Greifvögel besonders in der Mittagszeit in der Luft, weil dann die Luft ca. 40°C kühler als am Boden, die Bodentemperatur kann bis zu ca. 70°C betragen, ist.

Die meisten Vögel fliegen in einer V-Stellung, dass heisst: würde man den Vogel auf sich zu fliegen sehen, würde man ein weit geöffnetes V „erkennen“ können. Diese V-Stellung (Rüppell: “Vogelflug”, 1975) dient der Stabilisierung, da der Vogel in der Luft in der Regel auch mit verschiedenen Luftströmungen zu kämpfen hat. So erzeugt die nach unten geneigte Flügelseite einen stärkeren Auftrieb als die andere Flügelseite, so dass sich eine entsprechende Korrektur in die waagerechte Lage einstellt. Nur bei grösseren oder stärkeren Windbewegungen steuert der Vogel dagegen. „Der meiste Auftrieb wird beim Abschlag erzeugt ...“ und mit „jedem Flügelschlag wird der Körper ruckartig gehoben“ (Rüppell: “Vogelflug”, 1975).

Den Rüttelflug beherrschen Turmfalken, Rötelfalken, Gleitaare und Bussarde. Diese fliegen beim Rüttelflug mit gleicher Geschwindigkeit gegen den Wind, um so den gewünschten Stillstand in der Luft zu erreichen. Der Turmfalke beherrscht dieses vollkommen. 2,5 Stunden rüttelt der Amerikanischer Gleitaar oder Weissschwanzgleitaar oder Weissschwarzaar, lat. Elanus leucurus täglich und verbraucht dabei seinen halben Energievorrat. Die vielleicht absolute Perfektion („Der Taschen Brockhaus: Tiere“, 2000) schafft nur der Kolibri, der mit bis zu 80 Flügelschlägen je Sekunde rückwärts, senkrecht nach oben und aus vollem Flug plötzlich in der Luft „anhalten“ kann.

In den 80er Jahren untersuchte man (“Das grosse Buch der Naturwunder”, 2008) das Fliegen der Adler und Kondore. Es wurde festgestellt, dass diese die Federn an den Flügel-Enden spreizen, so dass diese kleine Luftwirbel entstehen lassen und so für einen zusätzlichen Anschub sorgen. Eine Untersuchung, die in Flugzeug-Industrie zu eckig nach oben geknickten Tragflächenspitzen, wie bei der Boeing 747 und der Boeing 800 führte, da dieses die grossen Luftwirbel verhindert und so am Ende der Treibstoffverbrauch gesenkt, der CO2-Ausstoss reduziert, für einen schnellen Aufstieg gesorgt und die Turbulenzen ausgeschaltet werden konnten.

Die Spitzengeschwindigkeiten des Wanderfalken im Sturzflug variieren je Fachbuch. Die Geschwindigkeiten werden mit „über 150 km/h“ und im Sturzflug mit „über 160 km/h“ (Bright: „Tiere auf Jagd, Fressen und gefressen werden“, Seite 82 und Seite 100), „mit über 160“ km/h ("Lebendiges Tierreich, die neue Enzyklopädie in Farbe“, Band 19, 1988), „130 und 184“ km/h (Falke 01/2000: gemessen mit Zielfolgeradar an 2 Wanderfalken), „mit über 150 km/h“ und mit „von über 160 km/h im Sturzflug“ (Michael Bright: „Tiere auf Jagd; Fressen und gefressen werden“: Seiten 82 und 100, 101), „bis über 180“ km/h (Coomber: "Vögel; Enzyklopädie der Familien und Unterarten", 1992), „an die 200“ km/h („Das grosse Buch des Allgemeinwissens Natur“, 1992), „von 200“ km/h (Hanzak, „Das grosse Bilderlexikon der Vögel“, 1965), „bis über 200“ km/h („Buch der Vogelwelt Mitteleuropas“, 1973), „von mehr als 200“ km/h (Heinzel, Fitter, Parslow, „Pareys Vogelbuch“, 1988), „bis zu 250“ km/h („Vögel, Die grosse Bild-Enzyklopadie“, 2007), „bis 280“ km/h („Veselovsky; „Illustriertes Lexikon der Vögel“, 1998), mit „290“ km/h („Biologie in Zahlen“, 2002), „an die 200“ UND „360“ km/h (Druckfehler?; Seiten 386 und 758, „Das grosse Buch des Allgemeinwissens: Natur“, 1992), „mehr als 200“ km/h UND „350“ km/h (Druckfehler?; Seiten 40 und 105, „1000 Fragen, 1000 Antworten: Wunderbare Tierwelt“, Readers Digest Wissenswelt; 2006), „von bis zu 300“ km/h (Brichetti; „Vögel, in Garten, Park und freier Natur“, 2002), „bis zu 300“ km/h (Lloyd/Lloyd; „Greifvögel und Eulen“), „über 300“ km/h (Hayman, Burton; „Das goldene Kosmos-Vogelhandbuch“; „Parkguide“ (des Weltvogelparks), 36. Auflage; Erlbeck, Haseder, Stinglwagner; „Das Kosmos Wald- und Forstlexikon“; 1998; „Wanderfalke, 20 Jahre Artenhilfsprogramm", Landesbund für Vogelschutz Bayern e.V.; „Bunte Wissenswelt für Kinder: Greifvögel“; Burger: „Wissen neu erleben: Vögel“, 2007), „von 270 bis 320“ km/h (“Das Leben im Gebirge”, Weltbild-Buchverlag, 2006 und auch das Buch “Vögel in Wald und Flur”, Christian-Verlag, 1980), “bis 320” km/h (Dosselbach: “Das wundervolle Leben der Vögel”), „mehr als 320km/h“ während eines Sturzfluges („Greifvögel und Falknerei“ (2015), Seite 76) oder „bis zu 390km/h“ „im senkrechten Sturzflug“ („Greifvögel und Falknerei“ (2015), Seite 81), “bis zu 350” km/h (“Der Taschen-Brockhaus Tiere, 2000), “von 350” km/h (Stern, Thielcke, Vester, Schreiber”,„Rettet die Vögel, wir brauchen sie“, Herbig-Verlag, 1978), „270 km/h bei einem Fallwinkel von 30° und 350 km/h bei einem Fallwinkel von 45°“ und „bis zu 380 km/h“ im „fast senkrechten Sturzflug“ ("Lebendige Wildnis, Tiere der Nadelwälder", 1994), “bis zu 380” km/h (Thiede; „Greifvögel und Eulen“, 3.Aufl., 2005), „von 400“ km/h (Handrinos, Demetropoulus; „Greifvögel in Griechenland“, 1983) angegeben. Differenzierter wird es mit “über 320” km/h in verschiedenen Gelegenheiten und Höchstgeschwindigkeiten von “450” km/h (de la Fuente, "fauna Das grosse Buch über das Leben der Tiere", Band 5 Eurasien und Nordamerika, 1971) und mit der Aussage, dass die „meisten Ornithologen“ von „zwischen 240 bis 320“ km/h (Tennesen; „Falken“) einerseits ausgehen, andererseits wird von Tennesen im Buch „Falken“ ein Wert „von 440“ km/h, gemessen von der Naval Research Laboratory während des 2. Weltkrieges angegeben. Auf konkret durchgeführte Messungen beziehen sich jedoch nur Falke 01/2000 („130 und 184“ km/h gemessen mit Zielfolgeradar an 2 Wanderfalken) und Tennesen in seinem Buch „Falken“ (440“ km/h, gemessen von der Naval Research Laboratory während des 2. Weltkrieges).

Der Gerfalke fliegt bis zu 360 km/h schnell bei einer Verfolgung / Jagd. Wüstenfalken, lat. Falco pelegrinoides, können 150 bzw. 158km (Falke 01/2000: gemessen mit Zielfolgeradar an 2 Wüstenfalken) schnell fliegen. Tauben jagt der Habicht mit einer Geschwindigkeit von bis zu 90 km/h. Fischadler können bis zu 130 km/h schnell fliegen. Gaukler fliegen 50 bis 80 km/h (Olsen: „Adler und Geier“, 1991) bzw. 55 bis 80 km/h („Lebendiges Tierreich, Die neue Enzyklopädie in Farbe“, Band 54; 1988) schnell. Die Reisegeschwindigkeit beim Fischadler ist 38 km/h. Der Schreiadler fliegt mit einer Reisegeschwindigkeit von ca. 77 km/h. Befinden sich die Greifvögel im Zug so werden andere Resultate gemessen, wie 41,4 km/h beim Sperber, 45 km/h beim Wespenbussard und 59,2 km/h beim Wanderfalken. Bussarde haben eine Fluggeschwindigkeit von 42 bis 47 km/h.

Die Harpyie stürzt mit bis zu 80 km/h (Green: „Der Regenwald“, 2004) auf das Opfer zu.

In einer Untersuchung der Universität Harvard bezüglich des Habichts auf „der Jagd nach Beute“ kann ein Habicht im Walddickicht seine „Höchstgeschwindigkeit nicht überschreiten, weil er sonst die auf ihn einwirkenden Informationen nicht mehr schnell genug verarbeiten kann und mit den Hindernissen kollidiert, statt ihnen auszuweichen“ (FALKE 09/2012).

Aufgrund von Untersuchungen (Flindt: „Biologie in Zahlen“, 2002) stellte man fest, dass Wanderfalken 4,3 Flügelschläge je Sekunde, Mäusebussarde 3 Flügelschläge je Sekunde und Eulen 4 Flügelschläge je Sekunde schaffen können und dabei Geschwindigkeiten von 79 km/h bei den Falken, 42 km/h bei Habichten, 45 km/h bei Mäusebussarden und 58 km/h bei Sperbern erreicht werden können.

Die Sperbergeier können in Höhen bis über 10.000 m („Der Taschen Brockhaus: Tiere“, 2000) fliegen. Im Buch „Vögel – Die grosse Bild-Enzyklopädie“ von 2007 gibt es die Aussage, dass ein Sperbergeier mit einem Flugzeug in der Höhe von 11.000 m (Kapitel: Greifvögel: Einführung des Buches) bzw. in einer Höhe von 11.300 m (Kapitel: Sperbergeier des Buches) zusammenstiess. Im „Guinessbuch der Tierrekorde“ (Ullstein-Verlag; von 1994) und im Buch „1000 Fragen, 1000 Antworten: Wunderbare Tierwelt“ (Readers Digest Wissenswelt; von 2006) findet man, dass ein Sperbergeier in 11.277 m Höhe mit einem Verkehrsflugzeug zusammenstiess und eines der Triebwerke so stark beschädigte, dass dieses abgeschalten werden musste. Mit einem Jet stiess ein Sperbergeier in einer Höhe von 11.212 zusammen (Penny Olsen: "Adler und Geier, Grosstiere der Welt", 1991).
Gleiten können die Bartgeier bei einem 12°-Gefälle 130 km/h (Fischer: „Die Geier“, NBB 311, 2005) schnell, höchstens geschätzt, weil einem Flugzeug ausweichend, 170 km/h (Fischer: „Die Geier“, NBB 311, 2005) schnell.

In einer Höhe von 3.800 m wurde in Sekretär fliegend aus einem Flugzeug beobachtet (Penny Olsen: "Adler und Geier, Grosstiere der Welt", 1991).

Im Rahmen der Evolution, also im Zeitrahmen beginnend von 200 bis 300 Millionen Vogelgenerationen vor ca. 200 Millionen von Jahren gab es nur einen Kontinent „Pangaea“ (Nachtigal: „Vogelflug und Vogelzug“, 1987). Im Vergleich dazu entwickelte sich vor ca. 215 Millionen von Jahren der krähengrosse Ururvogel, lat. Protoavis texensis, im Tropenwald von Texas. Vor ca. 180 Millionen von Jahren bildeten sich die ersten Kontinente (Nachtigal: „Vogelflug und Vogelzug“, 1987). Die Wegstrecken zwischen Brutgebieten (Sommergebieten) und Überwinterungsgebieten wurden so grösser (Nachtigal: „Vogelflug und Vogelzug“, 1987) und zum Teil auch durch Meere unterbrochen. Es folgten Spitzenleistungen in der Vogelwelt, wie die arktische Seeschwalbe, die in der Arktis brütet und in der Antarktis überwintert und damit zweimal jährlich die Strecken von je 15.000 km fliegt. Andererseits (Goetz Rheinwald: "Atlas der Vogelwelt", 1994) wurde der Flug zum Überwinterungsgebiet für viele Arten notwendig, um Nahrung zu finden, die ansonsten aufgrund der kalten winterlichen Witterungsbedingungen sonst nicht mehr vorhanden oder unzugänglich ist.

Der Vogelzug von Singvögeln (Experimentes mit Catharus-Drosseln) wurde näher untersucht, so dass man herausbekam, dass Singvögel einen magnetischen Kompass benutzen, “der während der Dämmerung geeicht wird, und zwar in Abhängigkeit vom Sonnenuntergang täglich neu” (Falke 07/2004, Seite 205). „Mindestens 192 (65 Prozent) der 294 Greifvogelarten der Welt ziehen, unter ihnen sind 69 (23 Prozent) in unterschiedlichem Grad bedroht. 19 Arten (6 Prozent) sind ausschließlich Zugvögel.“ so Falke (02/1999, Seite 41).

Ein griechischer Physiker (Falke 09/2008) gibt zum Flugweg zum bzw. vom Überwinterungsgebiet die Hypothese, dass die Vögel die Magnetfelder aufgrund des quantenmechanischen Effekts („Quanten-Zeno-Effekt“) sehen können. Demnach (Falke 09/2008) trifft das Licht (das heisst die Photonen) auf die Netzhaut des Vogels und dieses führt zu einer chemischen Reaktion (Lichtteilchen trifft auf lichtempfindliches Protein, so dass ein Paar gegensätzlich geladener Teilchen für Sekundenbruchteile entsteht).

Zur Funktionsweise des Navigationssystem der Vögel heisst es in FALKE (08/2010): „Zugvögel nutzen dabei das Erdmagnetfeld zur Orientierung und nehmen dieses nicht nur mit dem Sehzentrum, sondern zusätzlich über einen zweiten Magnetsensor im oberen Teil des Schnabels wahr. Zwei Regionen im Hirnstamm von Rotkehlchen sind aktiv, wenn die Vögel einem sich ändernden Magnetfeld ausgesetzt sind. Im Oberschnabel befindliche eisenmineralhaltige Kristallstrukturen, die über Nervenbahnen mit dem Hirnstamm verbunden sind, verursachen diese Aktivierung. Die Eisenkristalle fungieren dabei offenbar als Magnetfeldsensor – wie eine „Karte“, mit der die Zugvögel ihren Standort bestimmen, während das visuelle System höchstwahrscheinlich als Kompass dient, der die Richtung vorgibt.

Die Zugvögel, „rund zwei Drittel aller Zugvögel ziehen nachts“, sehen „das Erdmagnetfeld und zwar über die Moleküle in der Netzhaut, den sogenannten Cryptochromen, die sensitiv gegenüber kurzwelligem Licht und dem Magnetfeld sind“ (LBV-Vogelschutz 02/2015). Bei vielen der nächtlich ziehenden Zugvögeln werden „beleuchtete Hochhäuser, Brücken und Funktürme“ zur Todesfalle (LBV-Vogelschutz 02/2015). Bis zu 9 Millionen Zugvögel kommen in der kanadischen Stadt Toronto „an den beleuchteten Glasfasaden der Hochhäuser“ um und die Spitze des New Yorkers Empire-State-Bilding wird nur noch ausserhalb der Zugzeiten beleuchtet, um die Verlust zu verringern (LBV-Vogelschutz 02/2015).

Die nördlichsten europäischen Populationen der Mäusebussarde, Rauhfussbussarde, Schelladler, Schwarzmilane, Rotmilane, Sperber, Kornweihen, Wanderfalken, Turmfalken, Merline, Sumpfohreulen und Waldohreulen ziehen zur Überwinterung nach Mittel- und Südeuropa (Curry-Lindahl: „Das grosse Buch vom Vogelzug“, 1982).

Es gibt mehrere eurasische Vogelzugstrassen (Nachtigal: „Vogelflug und Vogelzug“, 1987) für die Westpopulationen über die Meerenge von Gibraltar, für die Ostpopulationen über den Bosporus, dann gibt es die Vogelzugstrasse über die Landenge von Suez und in Asien einerseits die Vogelzugstrasse von Sibirien „um“ den Himalaya nach Indien und Sri Lanka und andererseits die Pazifik-Route von Ostsibirien und Japan nach Borneo, Sumatra und Java. Es wird auch unterschieden zwischen dem eurasisch-afrikanischen und dem ostasiatisch-australischen Zugsystem (Goetz Rheinwald: "Atlas der Vogelwelt", 1994).

Vogelzugforschung an der Strasse von Gibraltar: www.fundacionmigres.org

Die Vogelstrasse um Gibraltar (genau genommen über die Meerenge zwischen dem Mittelmeer und dem Atlantik, die zwischen Spanien (Europa) und Marokko (Afrika) liegt und dann an der Westküste Nordafrikas entlang bis zum Ziel: West- und Zentralafrika) ist die erste grosse Vogelzugstrasse. Die Vogelstrasse um Gibraltar (Curry-Lindahl: „Das grosse Buch vom Vogelzug“, 1982) verwenden Rohrweihen, Wiesenweihen, Kornweihen, Wespenbussarde, Fischadler, (östlichen) Kaiseradler, Steinadler, Schwarzmilane, Rotmilane, Zwergadler, Schlangenadler, Habichte, Sperber, Schmutzgeier, Baumfalken, Rötelfalken, Turmfalken, um ins Überwinterungsgebiet zu kommen.

Die zweite grosse Flugstrasse ist die Vogelstrasse am Bosporus (eine Wasserstrasse zwischen dem Schwarzen Meer und dem Marmarameer; also auch die „Grenze“ zwischen Europa und Asien (Klein- oder auch Vorderasien genannt) und die Landenge von Suez über die Ostseite Afrikas bis zum Ziel im Süden).

In der Frühjahrszugerfassung am Bosporus im Jahre 2006 (FALKE 08/2010) zählte der Istanbul Birdwatching Club 100.3052 Greifvögel beim Überfliegen. Dieses waren 16.185 Falkenbussarde, 15.232 Schreiadler, 9.144 Wespenbussarde, 1.701 Sperber, 473 Schlangenadler, 223 Schwarzmilane, 161 Zwergadler, 138 Rohrweihen, 92 Kornweihen, 64 Baumfalken, 55 Turmfalken, 50 Rotfussfalken, 32 Kaiseradler, 28 Adlerbussarde, 28 Kurzfangsperber, 12 Wiesenweihen, 11 Schmutzgeier, 10 Steppenweihen und einzelne Individuen anderer Greifvogelarten und eine Vielzahl unbestimmter Greifvogelarten. In der Frühjahrszugerfassung am Bosporus im Jahre 2010 (FALKE 08/2010) zählte der Istanbul Birdwatching Club 188.396 Greifvögel beim Überfliegen. Dieses waren 41.564 Falkenbussarde, 18.988 Schreiadler, 11.170 Wespenbussarde, 3.477 Sperber, 651 Schlangenadler, 378 Schwarzmilane, 333 Zwergadler, 186 Rohrweihen, 119 Kornweihen, 43 Adlerbussarde, 27 Kaiseradler, 56 Turmfalken, 45 Baumfalken, 44 Rotfussfalken, 19 Kurzfangsperber, 18 Habichte, 14 Fischadler, 10 Wanderfalken und einzelne Individuen anderer Greifvogelarten und eine Vielzahl unbestimmter Greifvogelarten.

Einer der bedeutendsten Knotenpunkte geht über Israel über das Hula-Tal (FALKE 07/2011). Nach einigen Schätzungen (FALKE 07/2011) nutzen zweimal jährlich rund 500 Millionen Zugvögel in 530 Arten diese Vogelzuglinie. Im Zeitraum zwischen August und Oktober 2010 (FALKE 07/2011) überflog der halbe Wespenbussard-Weltbestand (412.000 Individuen), 68.000 Kurzfangsperber, 124.000 Schreiadler (allein am 6. Oktober 2010 waren es 25.460 Schreiadler; jeweils 15.000 Schreiadler zwischen dem 28. und 30.09.2010) das Hula-Tal. Im Hula-Tal (in Israel) selbst überwintern von November bis März jährlich rund 40 Schelladler, im Januar 2011 waren es 46 Schelladler und beim Einbezug der benachbarten Region waren es weitere 126 Schelladler (FALKE 07/2011). Im gleichen Zeitraum (November bis März) überwintern jährlich 10 bis 15 östliche Kaiseradler, im Januar 2011 waren es 12 östliche Kaiseradler und beim Einbezug der benachbarten Region waren es weitere 19 östliche Kaiseradler (FALKE 07/2011).

In der Region um Eilat werden „zwischen Ende Februar und Mai mehr als 1,1 Millionen“ Greifvögel, am konzentriertesten in Frühjahr und am häufigsten Wespenbussarde, dann Falkenbussarde, Steppenadler, Kurzfangsperber und von kleiner Anzahl Schreiadler, Kaiseradler, Schelladler, Fischadler, Zwergadler, Wiesenweihen, Kornweihen, Rohrweihen und Steppenweihen (FALKE 05/2012) gezählt. Die Erforschung des Vogelzugs über Israel (FALKE 05/2012), der zum Großteil „nachts und in großer Höhe“ in einer „Größenordnung von 500 Millionen Zugvögeln“ in 280 Arten, „darunter 35 Greifvogelarten“, der an der „Schnittstelle zwischen Europa, Asien und Afrika“ stattfindet, erfolgt mit militärischen Drohnen, „Langzeitbeobachtungen, Radar- und Infraroterfassung und Ergebnisse von Beringung“. In der seit 31 Jahren laufenden Langzeitstudie des Großvogelzugs im Herbst überfliegt „annähernd der gesamte Weltbestand“ der Schreiadler und der Kurzfangsperber Israel (FALKE 12/2013). Im „Erfassungszeitraums vom 24. August bis einschließlich 15. Oktober“ 2013 „wurden 100.746 Schreiadler“ (2012: 100.517 Schreiadler; 2011: 71.500 Schreiadler; 2010: 124.000 Schreiadler; 2009: 103.994 Schreiadler) und 47.549 Kurzfangsperber (2003: 78.934 Kurzfangsperber; 2002: 35.496 Kurzfangsperber; 1982: 46.392 Kurzfangsperber) gezählt (FALKE 12/2013). Die Israelische Ornithologenvereinigung zählte im Jahr 2014 in der „Zugsaison zwischen Anfang September und Mitte Oktober“ 109.200 Schreiadler im Jahr 2014 (FALKE 11/2014).

Eine der Zugstrassen der Greifvögel führt in Südgeorgien an der Ostküste des Schwarzen Meeres bei Batumi vorbei (FALKE 10/2011; LBV-Vogelschutz 02/2013). Die Zugstrasse nutzen russische Greifvögel, wie Wespenbussarde, Falkenbussarde, Steppenadler, Schreiadler, Schelladler, Rohrweihen, Wiesenweihen, Steppenweihen, „um ins Überwinterungsgebiet nach Afrika zu gelangen“ (LBV-Vogelschutz 02/2013). Man begann mit „sporadischen Zugvogelzählungen“ in den 1970ern und setzte die Zugvogelzählungen jährlich und standardisiert 2008 mit der Gründung des Batumi Raptor Count fort (FALKE 03/2016). Es wird angegeben, dass „in den ersten Septembertagen 300.000 Wespenbussarde erfasst“ wurden, „maximal waren es an einem Tag allein etwa 90.000“ Wespenbussarde und „am 7. September zogen zudem 1.200 Wiesenweihen“ durch (FALKE 10/2011). In einer Saison werden bei intensiveren Zählungen bis zu 1.350.000 Greifvögel und „Rekorde für Tageshöchstwerte“ von 176.000 Wespenbussarden, 250.000 Falkenbussarden angegeben (FALKE 03/2016).

Die Vogelstrasse über Malta (Insel; südlich von Italien / Sizilien im Mittelmeer liegend) läuft dann über die Sahara bis zum Ziel. Über Malta (Curry-Lindahl: „Das grosse Buch vom Vogelzug“, 1982) fliegen Rohrweihen, Wespenbussarde, Turmfalken, Baumfalken und Rotfussfalken zum Überwinterungsgebiet.

Die Insel Malta ist aufgrund der Vogelstrasse ein reines Jäger-Paradies. Jährlich werden so 50.000 bis 100.000 ungeschützte und geschützte Greifvogelarten einfach so von lizenzierten Vogeljägern (jede 20. Person ist laut dem "Guinness-Buch der Tierrekorde" (von Carwardine: 2000) lizenzierter Vogeljäger) abgeschossen. In Malta werden über 16.000 lizensierte Vogeljäger und Fallensteller (FALKE 11/2010) oder 16.000 „Waidmänner“ (VÖGEL 02/2010) oder 15.000 „Flintenträger“ (“Der Falkner” ( 2013)) oder 15.000 „Jäger und Vogelfänger samt Familien” („artenschutzbrief“ 18 vom April 2014) angegeben. Auch die einheimische Greifvögel und Eulen (FALKE 08/2010) werden von nicht verschont, denn so wurden im Jahre 1982 wurden die letzten Wanderfalken, 1988 die letzten Schleiereulen und auch die Turmfalken abgeschossen und ausgerottet. Im Rahmen des EU-Beitritts im Mai 2004 (FALKE 11/2010) passte Malta die nationale Gesetzgebung an die EG-Vogelschutzrichtlinie bzw. die „Vogelschutzrichtlinie 79/409/EWG über die Erhaltung der wildlebenden Vogelarten“ an. Zur Anpassung heisst es in der Ausgabe „Aktionen für Tier und Artenschutz“ (Herbst 2014): „Das Verbot des Finkenfangs auf Malta im Jahr 2009 war eine der Bedingungen, die im Beitrittsvertrag des Landes mit der EU ausgehandelt wurden. Auf Druck der Jagdverbände und der Fängerlobby will die neue Regierung diese Entscheidung wieder aufheben...“ Birdlife Malta beziffert den jährlichen Abschuss von jährlich 2 Millionen Vögel, unter anderem auch Greifvögel. Um die Zugvogeljagd in Malta zum Ende zu bringen (Falke 06/2008), begann die Europäische Kommission im Juni 2006 ein Vertragsverletzungsverfahren gegen Malta, verschickte im Oktober 2007 ein letztes Warnschreiben und leitete im Januar 2008 ein Klageverfahren vor dem Europäischen Gerichtshof in Luxemburg ein, das zum Ergebnis führte, dass der Regierung Maltas am 25. April 2008 die Jagd auf heimwärts ziehende Vögel untersagt wurde. Von September und Oktober 2009 (FALKE 01/2010) wurden im Jäger-Paradies Malta mehr als 900 Fälle von illegaler Jagd auf Fischadler, Wespenbussarde, Rohrweihen, Baumfalken und einem Schreiadler festgestellt. Nachdem zum Beispiel der Abschuss mehrere Rohrweihen gemeldet wurde, wurde das betreffende Gebiet abgesucht und man fand 213 tote Vögel, „darunter 38 Rohrweihen, 14 Wespenbussarde, sechs Baumfalken, fünf Turmfalken, eine Wiesen- oder Steppenweihe, 24 nicht näher bestimmbare Falken sowie 47 grössere Greifvögel“ (FALKE 01/2010). Daraufhin gab es „eine Protestversammlung gegen die Präsenz ausländischer Vogelschützer“ (FALKE 01/2010). Am 04.10.2010 wurde ein beringter aus Deutschland stammender Fischadler „auf seinem ersten Flug ins afrikanische Winterquartier“ (FALKE 11/2010) in Malta abgeschossen. Nach einer Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs stellte man zwar fest, dass die vergangenen Frühjahrsjagden nicht im Einklang mit der Vogelschutzrichtlinie waren (FALKE 06/2010), aber in einem Jäger-Paradies, wo die Regierung sich richtig für die Jägerschaft einsetzt, konnte man dann auch die Frühjahrsjagd auf Turteltauben und Wachteln wieder erlauben. In FALKE (11/2010) steht dazu: „Die Regierung Maltas setzte sich über die Proteste der Naturschutzverbände hinweg und erlaubte nach zweijähriger Unterbrechung einer auf 2.500 begrenzten Zahl von Vogeljägern den Abschuss von 3900 Turteltauben und 3600 Wachteln in der Zeit vom 24. bis 30. April 2010. … Die Vogelschützer registrierten in dieser Zeit mehr als 1.000 Verstösse gegen geltende Bestimmungen zum Schutz der Zugvögel.“ Innerhalb von 3 Wochen Frühjahrsjagd (FALKE 06/2010) registrierten Mitarbeiter des von BirdLife Malta 1.300 Gesetzwidrigkeiten. Die Beschreibung der rücksichtslosen Zustände sprengen alles: „Es wird geballert, was das Zeug hält. Sogar ausserhalb der zugelassenen Zeiten der „Jagdsaison“ knallt es auf Malta“ (“Der Falkner” ( 2013)). Es scheint für Malta ohne jede Bedeutung zu sein, dass „viele europäische Staaten grosse Summen in Rettungs- und Forschungsprojekte” investieren, um gefährdete Arten zu retten, denn „bislang zeigte die EU wenig Interesse, die skandalösen Zustände auf Malta ernsthaft anzugehen“ (“Der Falkner” ( 2013)). Im Herbst 2013 wurden in Malta 39 „Ab- oder Beschüsse geschützter Arten -meist Greifvögel- dokumentiert und insgesamt 21 Vögel mit Schussverletzungen geborgen oder beobachtet“ („artenschutzbrief“ 18 vom April 2014). „Anfang September 2014“ wurden wieder „zahlreiche geschützte Greifvögel, Reiher, Flamingos und Störche getötet“ (“Der Falkner” ( 2015)).

In einem 45-jährigen Rückblick bezüglich des herbstlichen Vogelzuges am Randecker Maar „am steil aufragenden Nordrand der Schwäbischen Alb“ zeigt sich, „dass die Vogelbestände in Mitteleuropa damals einen Tiefpunkt“ nach dem Jahr 1960 aufgrund von Pestizideinsatz, „Dürre im Sahel, Bejagung und die Intensivierung der Landwirtschaft“ erreicht hatten (FALKE 11/2013). Auch konnte man zum Mäusebussard dokumentieren, dass im Zeitraum von 1970 bis 1979 im Vergleich zum Zeitraum 2000 bis 2009 der Zug 11 Tage später aufgrund der vielen mitziehenden Jungvögel erfolgte (FALKE 11/2013).

Eine andere (kleine) Flugstrasse geht über die westliche Schweiz über Défilé de l'Ecluse (VÖGEL 02/2010). Es „wurden in den letzten 16 Jahren knapp 430.000 Greifvögel gezählt“, „allein über 40.000 im Jahre 2008“, allein 117 Fischadler im Jahr 1995, allein 1.700 Sperber im Jahr 1996, allein 1.028 Rohrweihen im Jahr 2001, allein 19.418 Mäusebussarde im Jahr 2003, allein 5.580 Rotmilane in Jahr 2008, allein 7.066 Schwarzmilane im Jahr 2008, „bis zu 3.000 Wespenbussarde am Tag“ gezählt (VÖGEL 02/2010). Es wurden bisher 24 Greifvogelarten am Fort l'Ecluse beobachtet, wobei „die drei häufigsten Arten, Mäusebussard, Wespenbussard und Schwarzmilan“ sind (VÖGEL 02/2010).

In Kärnten (Arnoldstein-Wurzenpass) ziehen im Zeitraum der „Augusthälfte und den ersten Septembertagen rund 4000 Wespenbussarde“ (FALKE 09/2009) im stärksten inneralpinen Zug dieser Art durch die Ostalpen. In einer Untersuchung (FALKE 09/2009) bezüglich der Zugvögel über Kärnten fand man regelmässige Durchzügler (Fischadler, Wiesenweihen, Rohrweihen, Kornweihen, Merline, Rotfussfalken), vereinzelte Durchzügler (Rotmilane), seltene Durchzügler (Rauhfussbussarde, Seeadler) und Ausnahmeerscheinungen (Schmutzgeier, Mönchsgeier, Schelladler, Schreiadler, Habichtsadler, Steppenweihen, Schlangenadler, Adlerbussard, Sakerfalken, Rötelfalke). In Westkärnten (FALKE 09/2009) verbringen Gänsegeier regelmässig den Sommer.

Als Flughöhe werden im Mittel 1.000m, als Maximalwert 1.500m und über Berge 8.200m („Wissen neu erleben: Vögel“, 2007) angegeben. Eine mittlere Fluggeschwindigkeit (Nachtigal: „Vogelflug und Vogelzug“, 1987) wird mit 130 km/h bei Adlern, 160 km/h bei Wanderfalken und 65 km/h bei Eulen angegebe

Die Sumpfohreulen können jedoch auch, wie die Zwergohreulen, ins tropische Afrika zur Überwinterung (Curry-Lindahl: „Das grosse Buch vom Vogelzug“, 1982) fliegen. Die Mönchsgeier, die Gänsegeier, die Schmutzgeier, die Baumfalken, die Rotfussfalken, die Rötelfalken, die Turmfalken, (auch) die Wanderfalken, die Schwarzmilane, die Wespenbussarde, (auch) die Falkenbussarde, (auch) die Adlerbussarde, (auch) die Habichtsadler, (auch) die europäischen Fischadler, (auch) die Östliche Kaiseradler, (auch) die Steppenadler, (auch) die Schelladler, die Schreiadler, die Schlangenadler, (auch) die Sperber, die Kurzfangsperber, (auch) die Wiesenweihen, (auch) die Steppenweihen, (auch) die Rohrweihen, die Ziegenmelker, die Rothalsziegenmelker und die Pharaonenziegenmelker überwintern in Afrika (Curry-Lindahl: „Das grosse Buch vom Vogelzug“, 1982).

Zwischen dem 10. August und 30. Oktober ziehen durchschnittlich 65.020 Individuen, darunter viele Mäusebussarde und Schreiadler (Falke 02/1999) in den Süden über die südliche bulgarische Schwarzmeerküste. Zählungen bezüglich des Greifvogelzugs über dem Kaukasus (zwischen Schwarzem Meer und Kaspischen Meer) gaben im FALKE-Sonderheft Greifvögel 2011 an, dass im Herbst 2008 394.425 Wespenbussarde, 269.440 Falkenbussarde, 57.999 Schwarzmilane unter anderem das Gebiet überflogen. Im Herbst des Jahres 2009 waren es 446.017 Wespenbussarde, 167.635 Falkenbussarde, 71108 Schwarzmilane unter anderem. Die grösste Gefahr bei diesem Vogelzug geht -wie immer- vom Menschen aus, der stets die Chance bekommt, die Greifvögel an diesen Stellen gnadenlos und rücksichtlos abzuschiessen.

Die Flugstecke der Wespenbussarde wird mit 4.000 bis 10.000 km (Elphick: „Atlas des Vogelzugs, Die Wanderungen der Vögel auf unserer Erde“, 2008) und mit 9.000 km (Goetz Rheinwald: "Atlas der Vogelwelt", 1994) angegeben. In einer Untersuchung (FALKE-Sonderheft Vogelzug 2013) kam heraus, dass finnische Fischadler und finnische Rohrweihen, die in Westafrika überwintern, im Frühjahr eine westlichere Route über die Sahara nehmen.

In Europa und Afrika findet man des Weiteren die Zugrouten von „Island nach Nordeuropa“, „Sibirien nach Nordeuropa“, die ostatlantische Zugroute, die Mittelmeer-Schwarzmeer-Zugroute, die Asien-Afrika-Zugroute (Mackay: „Atlas der bedrohten Arten“ (2009)).

Die Eleonorenfalken, die im Mittelmeergebiet oder in Nordwestafrika brüten, fliegen, so Beobachtungen, östlich um den afrikanischen Kontinent (und überqueren diesen in der Regel nicht) bis zum Überwinterungsgebiet Madagaskar (Berthold: “Vogelzug”, 2000). Für eine Studie (Falke 10/2008) wurden 6 alte und 7 junge Eleonorenfalken in den Jahren 2003 bis 2005 auf Sardinien mit Sendern versehen. Im Ergebnis kam heraus, dass die Altvögel (Falke 10/2008) auf direktem Kurs über Sudan oder Tschad nach Madagaskar flogen und die Jungvögel einen Zwischenstopp in Niger, Kamerun und der Elfenbeinküste machten. Im Zeitraum zwischen 2007 und 2008 stattete man 11 Eleonorenfalken und danach zwischen 2008 und 2009 stattete man weitere 5 Eleonorenfalken mit Satelittensendern aus (FALKE 02/2010). Die Eleonorenfalken (FALKE 02/2010) flogen im Herbst von den Balearen „quer über den afrikanischen Kontinent“ über die Sahara, den Äquator und „über das offene Meer im Indischen Ozean“ am Tage und in der Nacht, „um auf ihrer zweimonatigen Reise in Madagaskar zu überwintern“. Die Rückreise (FALKE 02/2010) erfolgte auf „einer völlig anderen Route … über 1500 Kilometer non-stop über den Indischen Ozean von Madagaskar nach Somalia“ über den afrikanischen Kontinent. Die Flugstecke der Eleonorenfalken wird mit 6.000 bis 9.500 km angegeben (Elphick: „Atlas des Vogelzugs, Die Wanderungen der Vögel auf unserer Erde“, 2008).

Zum Überwinterungsgebiet nach Ost- und Südafrika (FALKE 02/2011) flogen die Baumfalken (Falco subbuteo subbuteo) im Jahre 2008 die durchschnittlich tägliche Strecke von 174 km im Herbst (Ende September) und vom Überwinterungsgebiet flogen die Baumfalken im Jahre 2009 die durchschnittlich tägliche Strecke von 218 km im Frühjahr (Anfang April) zurück. Im Folgejahr 2009 flogen die Baumfalken (Falco subbuteo subbuteo) zum Überwinterungsgebiet nach Ost- und Südafrika (FALKE 02/2011) die durchschnittlich tägliche Strecke von 185 km im Herbst (Ende September) und vom Überwinterungsgebiet flogen die Baumfalken im Jahre 2010 die durchschnittlich tägliche Strecke von 228 km im Frühjahr (Anfang April) zurück. In einer anderen Untersuchung (FALKE 03/2010) des Zugverhaltens von Baumfalken kam heraus, dass die Fluggeschwindigkeit deutlich über der Sahara höher war, als auf dem restlichen Zugweg. Auch wurde festgestellt, dass Baumfalken (FALKE 03/2010) nicht nachts über die Sahara fliegen und dass Baumfalken ihre Tagesausflüge im tropischen Afrika vor Sonnenaufgang beginnen und dabei „etwa zehn Prozent der Flugzeiten ... in völlige Dunkelheit“ absolviert werden.

Die Rotfussfalken fliegen Wegstrecken von 7.200 bis 12.000 km und die Rötelfalken fliegen Wegstrecken von 3.000 bis 9.5000 km (Elphick: „Atlas des Vogelzugs, Die Wanderungen der Vögel auf unserer Erde“, 2008). 8 Rotfussfalkenweibchen (FALKE 03/2010) wurden 2009 mit Satellitenfunksendern in Ungarn versehen und man stellte fest, dass die 8 Rotfussfalkenweibchen „innerhalb eines Monats nach ihrem Abflug in Afrika“ ankamen und dass beim Überfliegen des Mittelmeers und der Sahara „manchmal Tag und Nacht“ geflogen wurde.

Von den asiatischen Greifvögeln (Curry-Lindahl: „Das grosse Buch vom Vogelzug“, 1982) sind die Unterart des Dreifarbenweihs (Aviceda leuphotes sayama), die Unterart des Wespenbussards (Pernis apivorus ptilorhynchus), die Unterart des Schwarzmilans (Milvus migrans lineatus), die Unterarten des Besrasperbers (Accipiter virgatus gularis, teilweise auch Accipiter virgatus affinis), die Falkenbussarde (Buteo buteo vulpinus), die Mongolenbussarde, die Bergadler, (auch) die Bindenseeadler, die Elsterweihen, die asiatischen Kornweihen, die asiatischen Sakerfalken und die asiatischen Wanderfalken ebenso Zugvögel, die ins südliche Überwinterungsgebiet ziehen.

Von den afrikanischen Greifvögeln unternehmen die Schmutzgeier Wanderungen (Curry-Lindahl: „Das grosse Buch vom Vogelzug“, 1982). Als Zugvögel unter den afrikanischen Greifvögeln gelten (Curry-Lindahl: „Das grosse Buch vom Vogelzug“, 1982) die Unterart des Turmfalken (Falco tinnunculus rupicolaeformis), die Schieferfalken, die afrikanischen Baumfalken, die Unterarten des Schwarzmilans (Milvus migrans tenebrosus und Milvus migrans parasitus und teilweise auch Milvus migrans aegyptius), die Wahlbergadler oder Silberadler, die Heuschreckenteesas oder Heuschreckenbussarde, die Felsenbussarde oder Schakalbussard, die Schikras oder Shikras oder Kurzfangsperber oder Schikrasperber und die Graubürzel-Singhabichte oder Kleine Singhabichte oder Dunkle Singhabichte oder Dunkle Grauflügel-Singhabichte oder Heuschreckenhabichte.

Es gibt die 4 amerikanische Vogelzugstrassen von Westen nach Osten, die Pazifik-, die Zentral-, die Mississippi- und die Atlantikzugstrasse (Nachtigal: „Vogelflug und Vogelzug“ (1987); Mackay: „Atlas der bedrohten Arten“ (2009)). Die Pazifikzugstrasse (beginnt in Alaska) und die Zentralzugstrasse (verläuft östlich der Rocky Mountains) verlaufen nur über das Festland nach Südamerika. Die Mississippizugstrasse geht über die Flussmündung des Mississippi über den Golf von Mexiko in den wärmeren Süden nach Mittel- und Südamerika. Die Atlantikzugstrasse (in Kanada, Grönland beginnend) geht über Florida und Kuba nach Mittel- und Südamerika. Die Wanderung von Nordamerika nach Südamerika wird auch als nearktisch-neotropisches Zugsystem (Goetz Rheinwald: "Atlas der Vogelwelt" (1994)) bezeichnet.

Im Herbst ziehen 15 Greifvogelarten, ab September ziehen beispielsweise die Breitflügelbussarde, ab Oktober die Truhthahngeier, die Fischadler, ab November die Weisskopfseeadler, Steinadler, Eckschwanzsperber, Rotschwanzbussarde, Rotschulterbussarde, Rauhfussbussarde und Kornweihen über die Appalachen („Grosser Atlas des Tierlebens“ (1993)). Von den amerikanischen Greifvögeln (Curry-Lindahl: „Das grosse Buch vom Vogelzug“, 1982) sind die Schwalbenweihen oder Schwalbenschwarzmilane, die Mississippiweihen oder Mississippi-Schwebeweihen oder Schwebeweihen, die Präriebussarde, die Breitflügelbussarde oder Breitschwingenbussarde, die (amerikanischen) Fischadler, die Unterart des Wanderfalken (Falco peregrinus anatum) Zugvögel, die in den Süden ins Überwintergebiet ziehen. „Fast 3,3 Millionen Vögel in 19 Arten, darunter 1.453.568 Breitflügelbussarde (Buteo platypterus), 510.943 Präriebussarde (B. swainsoni) und 1.204 263 Truthahngeier (Cathartes aura)“ so Falke (02/1999, Seite 41) ziehen durchschnittlich je Season von Nordamerika nach Südamerika über die Gegend um Veracruz in Mexiko. Die Flugstecke der Präriebussarde wird mit 6.000 bis 12.000km angegeben (Elphick: „Atlas des Vogelzugs, Die Wanderungen der Vögel auf unserer Erde“, 2008).

Man findet auch in Asien und Ozeanien die zentralasiatisch-südasiatische Zugroute, die ostasiatisch-indopazifische Zugroute und die westpazifische Zugroute (Mackay: „Atlas der bedrohten Arten“ (2009)).

Durch eine Auswertungen von „Langzeitberingungsprogrammen von zwei Gebieten“ der Zeiträume von 1971 bis 2010 und von 1983 bis 2009 aufgrund von „Daten von 14.735 bzw. 18.052 Vögeln aus der Coyote Creek Field Station“ kam heraus, dass in Zentralkalifornien „die Vögel größer und kräftiger“ werden (FALKE 06/2012). In Nordamerika sterben jährlich fast 7 Millionen Tiere, darunter viele Zugvögel an den zur Flugsicherheit benötigten mit Beleuchtung ausgestatteten Funktürmen, von denen es 64.000 Anlagen gibt, weil das Licht die Zugvögel anzieht (FALKE 11/2012).

Aufgrund des Klimawandels verkürzen die Greifvögel ihre Zugstrecken ins Winterquartier „um sieben oder acht Kilometer“ (FALKE 08/2014), so die Beobachtungen bei Rotschwanzbussarden, Steinadlern, Kornweihen, Buntfalken und Präriefalken aus 20 Jahren der Forscher der Boise State University.

Die Schnee-Eulen „verlassen bei Nahrungsverknappung bisher bewohnte Gebiete und unternehmen auf der Suche nach geeigneten Brutplätzen auch regulär weite Wanderungen“ („Greifvögel und Falknerei“ 2014). Die Wanderungen „erfolgen räumlich und zeitlich verteilt an unterschiedlichen Plätzen um den Polarkreis und, um die entsprechenden Gebiete zu finden, führen die Eulen weite zirkumpolare Wanderungen aus“ („Greifvögel und Falknerei“ 2014). Im Winter sind die Schnee-Eulen dann auch auf Feldern, Wiesen und Sumpfgebiete anzutreffen. Als Ursache für die Invasion wird eine „Lemming-Gradation in den nördlich vorgelagerten Arktisbereichen vermutet“ („Greifvögel und Falknerei“ 2014). Als Zugvögel gelangen die Schnee-Eulen im Ruderflug so auch nach Mitteleuropa. In Nordamerika und besonders Kanada finden, aufgezeichnet wird seit den Jahren 1933 / 1934, regelrechte Invasionen von Schnee-Eulen statt. Um dieses Phänomen näher zu untersuchen, wurde eigens ein „Snowy Owl Committee“ (Portenko: „Die Schnee-Eule“, NBB, Band 454) gegründet. Die einzige Aufzeichnungslücke besteht zwischen 1839 bis 1853. Angezogen werden die vielen Schnee-Eulen von der Nahrung (tote Fische, Wasservögel), die ans Ufer geschwemmt wird. So wurden beispielsweise 1877 (im Jahre 1882 / 1883 war es ähnlich) mindestens 500 Schnee-Eulen in Südkanada gezählt (Portenko: „Die Schnee-Eule“, NBB, Band 454), wovon 150 Schnee-Eulen geschossen und weitere 40 Schnee-Eulen präpariert wurden. Eine weitere grössere Invasion (Portenko: „Die Schnee-Eule“, NBB, Band 454) fand in den Jahren 1901 / 1902 statt, wobei laut Annahmen zu Folge runde 1.000 Schnee-Eulen auch in die nördlichen Teile der USA eindrangen und zu grossen Teilen abgeschossen und ausgestopft wurden. Die grösste Massenwanderung ("Lebendiges Tierreich, die neue Enzyklopädie in Farbe“, Band 20, 1988) gab es 1945 bis 1946, denn damals wanderten ca. 13.500 Schnee-Eulen aus Kanada in die USA ein. Die Schnee-Eulen fliegen „aus Westkanda (Quebec und Ontario), dem Nordosten der USA und dem Gebiet der Grossen Seen“ ein („Greifvögel und Falknerei“ 2014). Die Überwinterung an der Atlantik-Küste, der Ostküste der USA, in den küstennahen Neuengland-Staaten gilt nicht als Besonderheit, da es „in der Regel alle vier Jahre“ Einflüge gibt und einige Schnee-Eulen fliegen sogar bis „North Carolina und auf die Bermudas“ („Greifvögel und Falknerei“ 2014). Im Winter 2013/2004 gab es die grösste Massenwanderung, auch Irruption genannt, „seit 40 oder 50 Jahren“, so dass man Schnee-Eulen „in Wisconsin, Minnesota, den Grossen Seen, New England, und entlang der Atlantikküste in New Jersey, Maryland, South Carolina und anderen Bundesstaaten gesichtet“, hat „einige Tiere erreichten sogar Florida, Arkansas und die Bermudas“ (S.C.R.O.-Deutschland: „Jahresbericht 2014“). Die Schnee-Eulen „bleiben in der Regel bis Ende Februar im Winterquartier“ („Greifvögel und Falknerei“ 2014). Im Ergebnis einer im Zeitraum von 2007-2010 durchgeführten Untersuchung an 12 besenderten Schnee-Eulen stand andererseits fest, dass die Schnee-Eulen „generell Ende März“ das Überwinterungsgebiet verlassen und „Anfang bis Ende Mai“ im Brutgebiet ankommen (S.C.R.O.-Deutschland: „Jahresbericht 2014“). Genaugenommen sind die Schnee-Eulen in „nur ca. 10“ Tagen bereits da, suchen aber als nicht standorttreue Vögel noch „1-2 Monate“ nach dem geeigneten Brutgebiet (S.C.R.O.-Deutschland: „Jahresbericht 2014“). Invasionen oder Irruption der Schnee-Eulen geschehen „nur alle fünf oder sogar nur alle zehn Jahre“, nun sind es ">genau genommen fünf aufeinanderfolgende Jahre<“, in denen die Schnee-Eulen „ihre angestammte Heimat nördlich des Polarkreises verlassen haben“ (www.sueddeutsche.de: 28.04.2015: „Rätselhafte Reise der Schnee-Eulen“). Die Schnee-Eulen wandern in den „mittleren Westen und Osten der USA sowie in“ die „kanadischen Provinzen Ontario und Quebec“, nach Toronto, Vancouver, aber auch nach „Florida und Bermuda“ (www.sueddeutsche.de: 28.04.2015: „Rätselhafte Reise der Schnee-Eulen“). Um über die Schnee-Eulen mehr zu erfahren, wurde das Projekt Projekt Snowstorm ins Leben gerufen, wurden 22 Schnee-Eulen im Jahr 2014 und 8 Schnee-Eulen im Jahr 2015 mit Sendern versehen (www.sueddeutsche.de: 28.04.2015: „Rätselhafte Reise der Schnee-Eulen“).

Auch die Carolinanachtschwalben und die Falkennachtschwalben oder Nachtfalken sind Zugvögel und ziehen zur Überwinterung in den Süden (Curry-Lindahl: „Das grosse Buch vom Vogelzug“, 1982). Bezüglich der Falkennachtschwalbe oder des Nachtfalken wird eine Wegstrecken von 4.000 bis 11.000 km (Elphick: „Atlas des Vogelzugs, Die Wanderungen der Vögel auf unserer Erde“, 2008) angegeben. Die Flugstecke der Schwarzkehl-Nachtschwalbe oder Whip-Poor-Will wird mit 500 bis 6.000 km angegeben (Elphick: „Atlas des Vogelzugs, Die Wanderungen der Vögel auf unserer Erde“, 2008).

Ein weiteres Unterscheidungsmerkmal der Zugvögel (Vögel die jedes Jahr ins Überwinterungsgebiet fliegen) unter den Greifvögeln ist die Art des Fluges. Es gibt die Breitfronten- und die Gleitzieher. Die Breitfrontenzieher, z.B. die Weihen und Falken, überqueren das offene Meer. Die Gleitzieher, z.B. die Adler und Bussarde, gelangen aufgrund der Aufwinde (Thermik) durch Segeln über dem Festland in die Höhe und gleiten in Flugrichtung in Küstennähe abwärts.

 

Beim Bremsen werden die Flügel im 90° Winkel zur Flugrichtung gestellt. Dieses Bremsen (Bremsrütteln) geschieht durch mehrere Flügelschläge. Der Daumenfittich („Buch der Vogelwelt, Mitteleuropas“, 1973; Rheinwald: "Atlas der Vogelwelt", 1994) wird so gespreizt, dass keine gefährlichen Luftwirbel entstehen. Der Schwanz wird nach vorn gestreckt, so dass der Vogel bald senkrecht "steht", um die Geschwindigkeit abzubremsen. Die Beine werden nach vorn mit ausgestreckten Zehen gestreckt, um ein optimales Landen, sei es auf einem Ast, am Boden oder um die Beute zu packen, zu ermöglichen (Rheinwald: "Atlas der Vogelwelt", 1994).

Steinadler bremsen im Flug in dem sie „die Flügel nach vorn“ drehen „und den Schwanz“ absenken, „um gegen den Wind den Horizontalflug beizubehalten“ („Das Leben im Gebirge” (2006)).

Flügelspannweiten im Vergleich:
Blau: Andenkondor
Rot: Weisskopfseeadler
Im Tiergarten Nürnberg aufgenommen.

Flügelspannweiten im Vergleich:
Vom Andenkondor bis zum Falken
Im Tierpark Chemnitz aufgenommen.

FlügelspannweitenHeidelberg

Flügelspannweiten im Vergleich:
Vom Uhu, Seeadler, Bussard und Falken
Im Zoo Heidelberg aufgenommen.

Die nachfolgenden Fotos zeigen den Lande- und Bremsvorgang:                                                  .

Beispiel Harpyie
Die Harpyie fächert beim bremsen „den Schwanz auf und drückt ihn nach unten, so dass er gleichzeitig als Bremse und als Ruder dient; sie stellt die Flügel steiler an und senkt deren Hinterkante, um zusätzliche Bremswirkung zu erzielen“ (Attenborough: „Das geheime Leben der Vögel“). Die Daumenfittiche werden angehoben und sorgen „für eine bessere Anströmung der Flügeloberseite“ beim „kritischen Anstellwinkel der Flügel“ (Attenborough: „Das geheime Leben der Vögel“). Die Fänge umgreifen dann beispielsweise den anvisierten Ast und damit wird dann „die restliche Flugbewegung“ abgefangen (Attenborough: „Das geheime Leben der Vögel“). Oder die Harpyie landet punktgenau auf der Beute. Oder die Harpyie landet auf dem Boden und läuft noch einige Schritte mit ausgebreiteten Flügeln.

Die Fotos (oben, mitte) wurden im Tiergarten Nürnberg gemacht.

Das Foto (unten) wurde im Vogelpark Walsrode, heute Weltvogelpark, aufgenommen.

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Beispiel Turmfalke
(aufgenommen im Adler- und Wolfspark Kasselburg)

 

 

 

 

 

Beispiel Schneegeier
(aufgenommen im Tiergarten Nürnberg)

 

 

 

 

Beispiel Steppenadler (links)
(aufgenommen in der Greifvogelstation Heidenheim)
Beispiel Schreiseeadler (rechts)
(im Falkenhof Schloss Rosenburg (Riedenburg)

 

 

 

Rabengeier (links)
(aufgenommen Falknerei Wörlitzer Park)
Truthahngeier (rechts)
(aufgenommen im Falkenhof Ravensberge)

Die wenigsten Greifvögel und Eulen sieht man laufen, gehen oder rennen. Eine Ausnahme ist der Sekretär. (Aufgenommen im Tiergarten Berlin Friedrichsfelde).

Ansonsten wurde hier ein Sunda-Fischuhu oder Roter Fischuhu oder Malaien-Fischuhu oder eine Malayische Fischeule oder Malayienfischeule (links; aufgenommen im Vogelpark Niendorf (Timmendorfer Strand)), ein Kaffernadler (mitte; aufgenommen in der Greifenwarte Landskron) und eine Harpyie (rechts; aufgenommen im Tiergarten Nürnberg) aufgenommen.

Die Geier landen oft in der Nähe des Aases und laufen dann die letzten Meter zum Aas.

Die nachfolgenden Fotos zeigen einen Zwerggänsegeier und einen Rabengeier (aufgenommen in der Falknerei Wörlitzer Park).

Nach Oben

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