meine rein persönlich private Internetseite

Block 1: Ein zusammenfassender Überblick über die Welt der Greifvögel und Eulen
02.06. Die Greifvögel und Eulen, dem Menschen ausgeliefert
02.06.01. zum Menschen, lat Homo sapiens sapiens
02.06.02. des Menschen Begleiter Katze, Hund, Ratte
02.06.03. des Menschen Jagd
02.06.04. des Menschen Handel
02.06.05. des Menschen chemische Erfindungen
02.06.06. des Menschen Bauwerke
02.06.07. des Menschen Lärm
02.06.08. des Menschen Sport, Freizeitvergnügen
02.06.09. des Menschen mittelalterliche Traditionen

Um Wiederholungen bei den einzelnen Abschnitten meiner wissenschaftlichen Ausführungen / Ausarbeitungen zu vermeiden, verweise ich auf das Literaturverzeichnis, das sich auf der Seite “Greifvögel / Eulen 1” befindet. Hiermit untersage ich (Jens Wolf, www kaiseradler.de) jede weitere Verbreitung, Vervielfältigung, Verwertung meiner Fotos in welcher und / oder durch welche Art und / oder Weise auch immer. Genauso untersage ich hiermit jede weitere Verarbeitung, Vervielfältigung, Verwertung meiner wissenschaftlichen Ausführungen / Ausarbeitungen oder Teilen daraus. Das Inhaltsverzeichnis befindet sich auf der Seite “Greifvögel / Eulen A”. Es sei darauf hingewiesen, dass die Möglichkeit besteht, dass im Lauf der Zeit aufgrund von Veränderungen im Bestand der in den Falknereien und/oder (zoologischen) Einrichtungen gehaltenen Arten, die fotografierten Arten nicht mehr gezeigt werden oder nun andere Arten zu sehen sind.

02.06. Die Greifvögel und Eulen, dem Menschen ausgeliefert
02.06.01. zum Menschen, lat Homo sapiens sapiens
Vor 18 Millionen Jahren trennten sich in der Entwicklung die Menschen, Schimpansen, Gorillas, Orang-Utans von den Gibbons, vor 12 Millionen Jahren trennten sich in der Entwicklung „die Linie der Menschen, Schimpansen und Gorillas“ von den Orang-Utans, vor 7 bis 8 Millionen Jahren trennten sich in der Entwicklung die „Menschen und Schimpansen von den Gorillas“ und vor 5 bis 7 Millionen Jahren trennten sich in der Entwicklung die Menschen und die Schimpansen (National Geographic: „Die Evolution des Menschen“ (2010)) oder vor 5 Millionen Jahren trennten sich die „afrikanischen Menschenaffen (Schimpansen und Gorillas)“ von den Menschen (Junker: „Die Evolution des Menschen“ (2006)). Frühe Homininen der Art Australopithecus afarensis waren in Ostafrika vor 3,7 bis 3 Millionen Jahren verbreitet (Roberts: „Die Anfänge der Menschheit“ (2011)).

Die ersten Menschen der Art Homo rudolfensis lebten im Osten Afrikas vor 2,5 Millionen Jahren (GEOkompakt: „Wie der Mensch ...“). Die Menschen der Art Homo habilis lebten in den Savannen Afrikas vor 2,1 Millionen Jahren (GEOkompakt: „Wie der Mensch ...“). Die Menschen der Art Homo ergaster, eine von 4 Menschenarten, die Afrika vor 1,9 Millionen Jahren verliessen, gingen aus Homo rudolfensis oder Homo habilis hervor (GEOkompakt: „Wie der Mensch ...“). Man findet auch, dass die erste Ausbreitungswelle „vor zwei bis vor einer Million Jahren“ erfolgte (Foley: „Menschen vor Homo sapiens“ (2000)) oder vor rund 1,8 Millionen Jahren erfolgte (PIRSCH 07/2016).

Die Menschen der Art Homo ergaster entwickelten sich im Kaukasus zur Art Homo georgicus und dann in Asien zur Art Homo erectus, die bis nach Zentralasien vor 800.000 Jahren zogen (GEOkompakt: „Wie der Mensch ...“). Man findet auch, dass die Menschen der Art Homo erectus vor 1,2 Millionen Jahren nach Asien zogen (PIRSCH 07/2016) und dass sich vor 1,2 Millionen Jahren „nach Ansicht mancher Forscher“ die Menschen der Art Homo ergaster in Spanien zur Art Homo antecessor entwickelten (GEOkompakt: „Wie der Mensch ...“). In Afrika selbst entwickelten sich die Menschen der Art Homo ergaster zur Art Homo heidelbergensis, die vor 600.000 Jahren nach Europa wanderten und dort sich vor 200.000 Jahren zum Neandertaler, lat. Homo neanderthalensis entwickelten (GEOkompakt: „Wie der Mensch ...“).

Die Menschen der Art Homo heidelbergensis entwickelten sich in Afrika weiter vor 200.000 Jahren zur Art Homo sapiens (GEOkompakt: „Wie der Mensch ...“; National Geographic: „Die Evolution des Menschen“ (2010); Roberts: „Die Anfänge der Menschheit“ (2011)), die dann vor 100.000 Jahren „von Afrika aus nach Europa, Australien und in die Neue Welt“ zieht (Foley: „Menschen vor Homo sapiens“ (2000)) oder die dann vor 100.000 Jahren „ins westliche Asien“ zieht (Roberts: „Die Anfänge der Menschheit“ (2011)) oder die dann vor rund 200.000 bis 150.000 Jahren nach Europa zieht (PIRSCH 07/2016) oder die dann vor 100.000 Jahren in den Nahen Osten zieht, jedoch vor 80.000 Jahren wieder nach Afrika zurückkehrt, dann wieder vor 60.000 Jahren bis nach Südostasien zieht, vor 50.000 Jahren nach Australien zieht, vor 45.000 Jahren nach Europa zieht und vor 20.000 bis 15.000 Jahren auf den amerikanischen Doppelkontinent zieht (GEOkompakt: „Wie der Mensch ...“). Das wichtigste Kennzeichen der biologischen Art ist, dass „sämtliche Menschen dieser Erde“ miteinander Nachkommen zeugen können (National Geographic: „Die Evolution des Menschen“ (2010)).

Die Menschen der Art Homo sapiens verdrängten die Neandertaler, lat. Homo neanderthalensis, die dann vor 27.000 Jahren ausstarben (GEOkompakt: „Wie der Mensch ...“) oder „vor etwa 25.000 Jahren“ ausstarben (PIRSCH 07/2016). Man findet des Weiteren zum Neandertaler die Bezeichnung Homo sapiens neanderthalensis (PIRSCH 07/2016) und dass nur der Homo sapiens sapiens überlebte (PIRSCH 07/2016). Zum erweiterten Familienkreis der Menschen zählen „mindestens 20 Arten“, die alle ausgestorben sind (National Geographic: „Die Evolution des Menschen“ (2010)). Man findet auch, dass von den „17 Spezies“ oder „Hominidenarten“ 12 „ihren Ursprung in Afrika, drei in Asien und zwei in Europa“ haben (Foley: „Menschen vor Homo sapiens“ (2000)).

Das Paradoxon ist, dass einerseits die immense „Populationsausdehnung, dem einzigen objektiven Mass für den Evolutionserfolg“ spricht (Foley: „Menschen vor Homo sapiens“ (2000)), nämlich über einer Milliarde Menschen im Jahr 1804, zwei Milliarden Menschen im Jahr 1927, drei Milliarden Menschen im Jahr 1960, vier Milliarden Menschen im Jahr 1974, fünf Milliarden Menschen im Jahr 1987, sechs Milliarden Menschen im Jahr 1999, sieben Milliarden Menschen im Jahr 2011 (laut WIKIPEDIA). Andererseits steht dann die Frage; Warum gelang dieses keiner zweiten Art?

Zum Homo sapiens findet man in der Übersetzung „der weise Mensch“ (GEOkompakt: „Wie der Mensch ...“) oder „wissender Mensch“ (Roberts: „Die Anfänge der Menschheit“ (2011)) oder „vernunftbegabter Mensch“ (Windried, Rothe: „Menschwerdung“ (2003)) und zu Homo sapiens sapiens „anat. Moderner Mensch“ (Windried, Rothe: „Menschwerdung“ (2003)).

Die Menschen haben „es fertiggebracht, allein in den letzten 400 Jahren 151 Arten höherer Wirbeltiere zu vernichten“ ("Das grosse Buch des Allgemeinwissens" (1992)). Des Weiteren geht man aufgrund der Zerstörung der Regenwälder davon aus, dass in den nächsten 20 Jahren 500.000 Tier- und Pflanzenarten ausgerottet werden und Experten sagen sogar voraus, dass in den kommenden 50 Jahren „30% aller bis heute bekannten Arten von Lebewesen“ ausgerottet sind ("Das grosse Buch des Allgemeinwissens" (1992)).

Wissenschaftliche Berechnungen ergaben, dass „die durchschnittliche Existenzdauer-Erwartung für eine Vogelart im Jahre 1680 noch 40.000 Jahre“ und im Jahre 1964 bereits nur noch 16.000 Jahre (60%ige Reduzierung) betrug (Luther: „Die ausgestorbenen Vögel der Welt“, NBB 424, 1986). Die Ursachen hierfür liegen ausschliesslich bei den Menschen, die aufgrund des massiven Anstiegs der Bevölkerung, die ganzen Probleme („anhaltende Besiedelung und Urbanisierung bisher unbewohnter oder dünn besiedelter Gebiete“, dem „Raubbau an der Natur“ und dieses „bis zur völligen Zerstörung des Lebensraums vieler Tier- und Pflanzenarten“) verursachen. Seit dem Jahr 1800 starben „127 Vogelarten und -unterarten“ aus und dieses geschah im „starken Masse um die Jahrhunderte“ mit der „einsetzenden Industrialisierung und wirtschaftlichen Erschliessung weiterer Gebiete der Erde“ (Luther: „Die ausgestorbenen Vögel der Welt“, NBB 424, 1986). Seit dem Jahr 1600 sind 135 Vogelformen ausgestorben (Luther: „Die ausgestorbenen Vögel der Welt“, NBB 424, 1986). Ein Forscherteam ermittelte (FALKE 08/2013), dass durch die menschliche Besiedelung der „Inselwelt Polynesiens mindestens 1000“ Vogelarten (ohne die Sperlingsvögel, ohne die Wasservögel) oder einschliesslich der Sperlingsvögel und einschliesslich der Wasservögel 1300 Vogelarten ausstarben.

Die nachfolgenden Fotos zeigen den Weltbevölkerungszähler (aufgenommen vor dem Zoo Hannover; links), das Zooschild zum Menschen, lat Homo sapiens sapiens (aufgenommen im Sächsischen Jagdfalkenhof Schloss Augustusburg; mitte) und den einsehbaren Teil des Quartiers der Menschen, lat. Homo sapiens..... (aufgenommen im Zoo Vivarium Darmstadt; rechts)

Die nachfolgenden Fotos zeigen Hinweisschilder für den Menschen, lat Homo sapiens (aufgenommen im Tiergarten Nürnberg)

Hinweisschild für den Menschen, lat Homo sapiens (aufgenommen am Wöhrder See in Nürnberg)

.                                                                                                  .

Durch den Menschen ausgerottet: Dronte oder Dodo, lat. Raphus cucullatus, um 1680 ausgestorben (Luther:„Die ausgestorbenen Vögel der Welt“, NBB424 (1986)), aufgenommen im Naumann-Museum Köthen (links) und im Museum für Naturkunde Berlin (mitte), Dünnschnabel-Nestorpapagei oder Dünnschnabel-Nestor, lat. Nestor meridionalis productus oder Plyctolophus productus, 1851 ausgestorben (Luther:„Die ausgestorbenen Vögel der Welt“, NBB424 (1986)), aufgenommen im Zoologischen Museum Göttingen (rechts).

Durch den Menschen ausgerottet: Riesenalk, lat. Alca impennis, 1844 ausgestorben (Luther:„Die ausgestorbenen Vögel der Welt“, NBB424 (1986)), aufgenommen im Naturmuseum Gotha (links), Wandertaube, lat. Ectopistes migratoius, 1914 ausgestorben (Luther:„Die ausgestorbenen Vögel der Welt“, NBB424 (1986)), aufgenommen im Tiergarten Nürnberg im Bionicum (mitte) und Lappenhopfe, lat. Heteralocha acutirostris (links: Männchen; rechts Weibchen), 1907 ausgestorben bzw. noch einmal „nach Gerüchten 1952 festgestellt (Luther:„Die ausgestorbenen Vögel der Welt“, NBB424 (1986)), aufgenommen im Museum für Naturkunde Berlin (rechts).

Im „WWF Report 2014“ heisst es direkt: „Die Tierpopulationen haben sich seit 1970 um bis zu 52 Prozent verkleinert. … Daraus lässt sich schliessen, dass die untersuchten Wirbeltierpopulationen 2010 im Durchschnitt halb so gross waren wie 40 Jahre zuvor. Diese Zahlen beruhen auf der Entwicklung von 10.380 Populationen einer Anzahl von 3.038 Säugetier-, Vogel-, Reptilien-, Amphibien- und Fischarten.“ Bezüglich der Populationen, der auf dem Land lebenden Arten, stellte man eine Verkleinerung im Zeitraum „zwischen 1970 und 2010 um durchschnittlich 39 Prozent“ fest. „Der Lebensraumverlust aufgrund der Nutzung von Flächen durch den Menschen – vor allem für die Landwirtschaft, den Städtebau und die Energiegewinnung – ist weiterhin die grösste Bedrohung.“

Der Planet Erde hatte einmal „63 Millionen“ Quadratkilometer unberührten Urwaldes und von diesen sind „nur noch sieben grosse, zusammenhängende Gebiete“, „die Urwälder Nordamerikas“, der „Regenwald am Amazonas, die Bergwälder Chiles, die letzten Urwälder Europas“, der „Regenwald Zentralafrikas, die Schneewälder Sibiriens und die Regenwälder Südostasiens“ übrig geblieben (Greenpeace: "Die Fantastischen Sieben - Die letzten Urwälder der Erde", (07/2003)). In den Urwäldern Nordamerikas kommen „rund zwei Drittel der in Kanada vorkommenden 140.000 Arten von Pflanzen, Tieren und Mikroorganismen“ vor, im Amazonas-Regenwald kommen „über 60.000 Pflanzen, 1.000 Vogel- und mehr als 300 Säugetierarten“, über 2.000 Fischarten in den dazugehörenden Flussläufen vor, in den Bergwäldern Chiles kommen „50 Baum- und 700 höhere Pflanzenarten“ vor, in den Regenwäldern Südostasiens kommen 2000 Orchideenarten, Tausende bunt schillernder Schmetterlinge und Käfer, „mehr als 500 Säugetier- und 1.600“ verschiedene Vogelarten vor (Greenpeace: "Die Fantastischen Sieben - Die letzten Urwälder der Erde", (07/2003)). Es werden jährlich 120.000 bis 150.000km² Urwald von der „Fläche rund drei Mal so gross wie die Schweiz“ abgeholzt, „alle zwei Sekunden wird ein Urwaldgebiet von der Grösse eines Fussballfeldes zerstört“ und insgesamt gesehen wurden bereits „rund 80 Prozent“ zerstört (Greenpeace: "Die Fantastischen Sieben - Die letzten Urwälder der Erde", (07/2003)). Laut einem Filmkommentar werden 85% der Waldbrände gelegt (TVmovie 8/05). Laut der S.C.R.O.-Deutschland „Jahresbericht 2013“ findet man zu „Regenwaldzerstörung Indonesiens“, dass 90% der Regenwälder Sumatras abgeholzt wurden. In Indonesien wurden 840.000 Hektar Regenwald und in Brasilien 460.000 Hektar Regenwald im Jahre 2012 abgeholzt (JÄGER 09/2014). Auf den Philippinen wurden „nahezu 90 % des Urwaldes abgeholzt“, um Ackerflächen zu schaffen („ORDEN DEUTSCHER FALKONIERE“ (2011)).

In den letzten 30 Jahren gab es unter den Geiern aufgrund von Nahrungsverknappung, Lebensraumverlust, Vergiftungen, Zusammenstössen mit Strommasten und Elektroleitungen, Verfolgungen für den Handel hohe Verluste, was dazu führte, dass die Geier „aus Teilen ihres historischen Verbreitungsgebietes völlig verschwunden“ sind (FALKE 12/2013).

In einer weiteren Untersuchung (FALKE 04/2006) stellte man fest, dass auf einer 7.000 km langen Strecke die Bestände der Geier im Zeitrahmen 1969/1979 bis 2003/2004 um 45% beim Kappengeier und um mehr als 95% beim Sperber- und beim Weissrückengeier zurückgingen. Die Ohrengeier und die Wollkopfgeier (FALKE 04/2006) sind nur noch in den Schutzgebieten bzw. einzelnen Reservaten vorhanden. In Nigeria, Kamerun, Niger, Mali und Tschad? sind alle Geierarten durch den Menschen (laut FALKE 09/2011) bereits ausgerottet. Die irrelevante Folge einerseits waren ca. 50.000 tote Menschen aufgrund von Tollwut und andererseits aufgrund der dadurch angestiegenen Zahl der verwilderten Hunde (5,5 Millionen wurden es mehr), die das Aas nun frassen, gab es auch satte 38,5 Millionen Bissverletzungen und davon endeten 47.300 mit dem menschlichen Tode (FALKE 11/2008).

Aufgrund der fehlenden Scheu vorm Menschen wurden tausende von Galapagos-Bussarden in der Vergangenheit erschlagen. Das Verhängnis begann mit den ersten Siedlern, die gleichzeitig ihre Katzen und Hunde mitbrachten. Für die Galapagos-Bussarde war es einfach das Geflügel der Menschen zu erbeuten, was aufgrund der fehlenden Scheu vorm Menschen einerseits und andererseits durch die Wut der Menschen bald zur Ausrottung des Galapagos-Bussards führte.

Der Bestand der Haitibussarde oder Ridgway-Bussarde oder Hispaniolabussarde, lat. Buteo ridgwayi wird mit weniger als 250 Individuen (Falke 02/2007) angegeben.

Der Kapverdenbussard, lat. Buteo buteo bannermani wird mit einem Bestand „im Zeitraum von 1990-1995“ mit „ca. zehn“ Paaren (Mebs/Schmitt „Die Greifvögel Europas, Nordafrikas und Vorderasiens“, 2006) und der Kanarenbussard, lat. Buteo buteo insularum wird mit einem Bestand von „etwa 450 bis 500 Brutpaaren“ (FALKE 08/2014) angegeben.

Der Bestand der auf der Reuniun-Inseln lebenden Reuniun-Weihen beträgt „250 bis 560“ Individuen (FALKE 08/2014, S.18) bzw. rund 200 Brutpaare (FALKE 10/2014, S.24).

Der Bestand des Gundlachsperbers oder Gundlach-Habichts oder Kubasperbers, lat. Accipiter gundlachii wird „in einer Zahl von höchstens 200 Expemplaren“ (Andera/Zadrazil: "Bedrohte Tiere" (1998)) angegeben.

Die auf der Insel Nias verbreitete Unterart Spizaetus nanus stresemanni des Dschungeladlers oder Zwerghaubenadlers oder Hauben-Zwergadlers oder Wallace-Haubenadlers konnte nur bezüglich eines Jungvogels, jedoch noch nie bezüglich eines Altvogels (Weick, Brown: „Die Greifvögel der Welt“ (1980); Ferguson-Lees, Christie: „Die Greifvögel der Welt“ (2009) beschrieben wurde.

Die Guadalupe-Karakaras frassen einerseits „hauptsächlich Aas, … kleine Vögel, Mäuse, Fische, Würmer sowie Insekten und deren Larven“ und andererseits sollen die Guadalupe-Karakaras nach Auskünften der Inselbewohner Lämmer der Ziegen in Gruppen angegriffen und getötet haben, was dazu führte, dass die Guadalupe-Karakaras zum „Beispiel für die Vernichtung eines Vogels durch direkte und bewusste menschliche Verfolgung“ wurden (Luther:„Die ausgestorbenen Vögel der Welt“, NBB424 (1986)).

Falkt ist, von der Existenz der „sehr versteckt“ lebenden Madagaskar-Schlangenadler gibt es „seit den dreissiger Jahren keine authentischen Meldungen mehr“ („Greifvögel und Falknerei“ (1992)). Aufgrund von Federn und Knochenresten konnte ein am 23.02.1990 im Ambatovaky-Reservat gefundener Greifvogel als Madagaskar-Schlangenadler eindeutig bestimmt werden („Greifvögel und Falknerei“ (1992)). Vom Madagakar-Schlangenadler existieren „weltweit in Museumssammlungen nur elf Belegstücke“ („Greifvögel und Falknerei“ (1992)).

Fakt ist, dass vom Kapverdenmilan, lat. Milvus fasciicauda (früher: Unterart des Rotmilans, Milvus milvus fasciicauda), die auf den Kapverdischen Inseln vorkommen (oder inzwischen „vorkamen“?) und zum Ende der 80er mit einem Bestand von 50-100 Individuen (Falke 01/1996) angegeben wurde, nur noch 2 Individuen im Jahre 1999 (Falke 06/2001) aufgrund von menschlicher Verfolgung, Verwendung von Pestiziden in einer sich geänderten Landwirtschaft existierten.

Die Inselpopulation des Schwarzmilans auf den Kapverdischen Inseln betrug im Jahre 1999 nur noch ein Individuum (Falke 06/2001) betrug.

Fakt ist, dass dass Lizenzierte Vogeljäger in Malta im Jahre 1982 die Wanderfalken und 1988 die Schleiereulen ausgerottet haben.

Im Jahr 1889 wurde das letzte Mal ein Lachkauz beobachtet (Luther: „Die ausgestorbenen Vögel der Welt“, NBB 424 (1986)). Die Lachkäuze galten zuerst bis 1890 als ausgestorben (Luther: „Die ausgestorbenen Vögel der Welt“, NBB 424 (1986)) oder genaugenommen die Unterart Rotwangenkauz oder nördlicher Lachkauz oder nördlicher Weisswangenkauz, lat. Sceloglaux albifacies rufifacies galt seit dem Jahr 1890 als ausgestorben (Eck/Busse: „Eulen“, NBB Band 469 (1977)) oder genaugenommen die Unterart Rotwangenkauz oder nördlicher Lachkauz oder nördlicher Weisswangenkauz, lat. Sceloglaux albifacies rufifacies galt „aufgrund von Katzen, Wiesel und Ratten“ seit dem Jahr 1890 als ausgestorben (S.C.R.O.-Deutschland: „Eulenbestand 2009“). Die Unterart Sceloglaux albifacies rufifacies gilt als Synonym und ist dem Südlichen Weisswangenkauz oder südlichen Lachkauz, lat. Sceloglaux albifacies albifacies zugeschrieben (Luther: „Die ausgestorbenen Vögel der Welt“, NBB 424 (1986); König/Weick: „Owls of the World“ (2008)). Die Ursachen waren die „Zunahme der menschlichen Bevölkerung“ (Luther: „Die ausgestorbenen Vögel der Welt“, NBB 424 (1986)), die zunehmende Störung durch den Menschen („Washingtoner Artenschutzabkommen, Erkennungsbuch“ Band 3 (1993)), die Lebensraumzerstörung (Semel: „Bestiarium, Zeugnisse ausgestorbener Tierarten“ (2014)). Des Weiteren kamen die eingeführten Fressfeinde „Katzen und Hermeline“ (Semel: „Bestiarium, Zeugnisse ausgestorbener Tierarten“ (2014)) oder „Katzen, Wiesel und Frettchen“ („Wunder der Tierwelt“ 01/2017) hinzu. Die eingeschleppten Ratten rotteten die einheimischen Maori-Ratten, die Hauptnahrung, aus und die eingeschleppten Katzen, Hermeline, Wiesel gingen auf die am Boden brütenden Lachkäuze, vielmehr dessen Nachwuchs, los (Luther: „Die ausgestorbenen Vögel der Welt“, NBB 424 (1986)).

Die Unterart Lord-Howe-Boobook, lat. Ninox novaeseelandiae albaria hatte als Verbreitungsgebiet die Lord Howe Insel (Eck/Busse: „Eulen“, NBB Band 469 (1977); Mikkola: „Handbuch Eulen der Welt“ (2013); Mikkola: „Owls of the World“ (2012); König/Weick: „Owls of the World“ (2008); S.C.R.O.-Deutschland: „Jahresbericht 2012“). Im Jahre 1918 ermöglichte ein Schiffbruch eines Dampfschiffes Schiffsratten auf die Insel zu kommen (S.C.R.O.-Deutschland: „Jahresbericht 2012“). Um die Rattenplage zu bekämpfen, führte man 1922 bis 1930 (Luther: „Die ausgestorbenen Vögel der Welt“, NBB 424 (1986); S.C.R.O.-Deutschland: „Jahresbericht 2012“) auch Kuckuckskäuze, lat. Ninox novaeseelandiae, Tasmanien-Schleiereulen, lat. Tyto novaeseelandiae castanops und Schleiereulen, lat. Tyto alba ssp ein (Luther: „Die ausgestorbenen Vögel der Welt“, NBB 424 (1986)) oder auch australische Kuckuckskäuze und Neuhollandeulen, lat. Tyto novaeseelandiae ein (S.C.R.O.-Deutschland: „Jahresbericht 2012“), die den einheimischen Lord-Howe-Boobooks überlegen waren, so dass die Lord-Howe-Boobooks ausstarben (S.C.R.O.-Deutschland: „Jahresbericht 2012“) oder wahrscheinlich erloschen sind (König/Weick: „Owls of the World“ (2008)) oder jetzt erloschen sind (Mikkola: „Owls of the World“ (2012)) oder inzwischen ausgestorben sind (Mikkola: „Handbuch Eulen der Welt“ (2013)). Der genaue Aussterbe-Zeitpunkt „ist unbekannt“ (S.C.R.O.-Deutschland: „Jahresbericht 2012“).

Im Jahre 1991 wurde die Taliabueule oder Taliabu-Schleiereule oder Taliabu-Maskeneule oder Taliabu-Maskenschleiereule, lat. Tyto nigrobrunnea, (?oder Tyto novaehollandiae nigrobrunnea) wieder entdeckt (“S.C.R.O.-Deutschland-Jahresbericht 2012”) und neben der einen Sichtung gibt es nur ein Belegexemplar. Die auf der Insel Siau (50ha Wald) lebende Siau-Zwergohreule, lat. Otus siaoensis wurde seit 1998 (S.C.R.O.-Deutschland: Eulenbestand 2009”) nicht mehr gesehen.

Nur je ein einziges Belegexemplar existiert von der Vaurienachtschalbe oder Vaurien-Nachtschalbe, lat. Caprimulgus centralasicus und von der Prigoginenachtschalbe, lat. Caprimulgus prigoginei. 1990 entdeckte man in Süd-Äthiopien im Nechisar-Nationalpark einen Flügel einer Ziegenmelkerart neben einer Strasse, die noch nicht (Falke 09/1995) beschrieben war. Erst 1995 folgte nach langer wissenschaftlicher Analyse die Beschreibung der Art als Nachisar-Nightjar, lat. Caprimulgus solala (Falke 09/1995), wobei die Art selbst noch nicht lebend entdeckt wurde.

Als Verbreitungsgebiet wird für die Nubischen Ziegenmelker, lat. Caprimulgus nubicus in Israel das Gebiet „entlang des Rift-Valleys“ „auf der gesamten Nord-Süd-Ausdehnung“ und „das Gebiet um das Tote Meer die Mündung zahlreicher großer Wadis“ (FALKE 05/2012) angegeben. Ein Verbreitungsgebiet das vor Menschen aufgrund der Landmienen eigentlich sicher war, nun aufgrund der Anweisung zur Mienenräumung (FALKE 05/2012) vom Menschen genutzt werden wird. 80% des Gebietes soll für die landwirtschaftliche Nutzung der Salzmarsche genutzt werden und „die restlichen 20 Prozent reichen jedoch wohl nicht aus, um eine stabile Population zu sichern“ (FALKE 05/2012). Ein derzeitiger Bestand von 15 Brutpaaren (FALKE 05/2012) auf der israelischen Seite des Toten Meeres wird angegeben. Als Verbreitungsgebiet für die Unterart Caprimulgus nubicus tamaricis wird die jordanische und israelische Seite des Arava-Tals angegeben (FALKE 05/2012).

Nach einer umfangreichen Untersuchung des Mageninhalts an 2.690 Greifvögeln und Eulen des amerikanischen Landwirtschaftsministeriums kam heraus, dass die Ernährungsgrundlage der Menschen durch den "Wegfall" der Greifvögel und Eulen akut gefährdet ist. So verhindert beispielsweise ein Falke einen Nagetierschaden von ca. 110$ im Jahr in der Landwirtschaft (George: „Das grosse Readers Digist Tierbuch“ (1965)). Ein anderes Beispiel ist die Bolivianische Fleckkatze, die „so stark gejagt und im Bestand vermindert“ wurde, „dass sich eine Rattenart rapide vermehren konnte“ und die Ratten wiederum „verbreiteten ein aggressives Virus an dem über 2.000 Menschen starben(Bundesministerium der Finanzen: „Artenschutz“ (Dezember 2005)).

Weitere Probleme machen mit Mängeln behaftete künstliche Nisthilfen, „die sie zur ökologischen Falle werden ..., wenn sie nicht die erforderlichen Masse haben, die falsche Einstreu oder die Ästlingsphase der Jungen“ einschränken „und oft unmöglich“ machen. (Meyer: „Nisthilfen für Eulen – wer hat den Nutzen?“; Eulenrundblick 63).

In Deutschland gab es im Jahr 2006 2 Millionen Zuchttauben und im Vergleich dazu ca. 800 Wanderfalkenbrutpaare, die von einigen wenigen Taubenbesitzern mit Giftködern (mit Gift präparierte Tauben) und Fangeisen bekämpft wurden. So wurden die Nester der Wanderfalken (und auch der Habichte) und die Eier zerstört.

 

Die nachfolgenden Fotos zeigen einen Habicht, der durch eine Falle getötet wurde (aufgenommen im Naturmuseum Gotha; links) und einen Weisskopfseeadler, der durch eine Ölverschmutzung verstorben ist. (aufgenommen in der Deutschen Greifenwarte Bernolph Frhr. von Gemmingen, Burg Guttenberg (früher: Deutsche Greifenwarte Claus Fentzloff, Burg Guttenberg; mitte).

Andererseits könnte man bis zu 200.000 Jahre alte DNA verwenden, um ausgestorbene Tierarten wieder aufleben zu lassen (Sonntagsblitz vom 08.04.2013). Die Forscher der australischen Universität von New South Wales konnten so im März 2013 eine ausgestorbene Froschart für wenige Tage wieder ins Leben zurückholen, die kanadische McMaster-Universität rechnet mit einem Durchbruch bei ein oder zwei Jahren bei Fröschen, 20 oder 30 Jahre bei Mammuts und die britische Universität Oxford möchte die Dronte oder den Dodo, lat. Raphus cucullatus wieder ins Leben zurückholen (Sonntagsblitz vom 08.04.2013). Vielleicht wird dann auch der Riesen- oder Haast-Adler, lat. Harpagornis moorei ins Leben zurückgeholt, der bis zum 13. Jahrhundert auf den neuseeländischen Inseln vorkam...

 

 

02.06.02. des Menschen Begleiter Katze, Hund, Ratte
Laut einer US-Studie der American Bird Conservancy (FALKE 11/2006; 04/2013) wurden durch frei lebende verwilderte Hauskatzen 33 Vogelarten (allein in Neuseeland waren es bereits 8 Vogelarten) seit dem 17. Jahrhundert ausgerottet. 1,2 Millionen Seevögel (FALKE 04/2013) wurden von Katzen auf den Kerguelen (Südpolarmeer) in den 1970ern getötet.

Eingeschleppte Tierarten, vor allem die Hauskatze sind „auf den ozeanischen Inseln“ die Hauptursache, dass „dreiviertel aller gefährdeten Vogelarten“ bedroht sind (FALKE 02/2017). In „mindestens 14% der 238 weltweit bekannten Ausrottungen von Reptilien, Säugetieren und Vögeln“ sind Katzen laut einer spanischen Analyse verantwortlich (FALKE 02/2017). Katzen haben „auf mindestens 120 Inseln“ einen gravierenden Einfluss auf die natürlichen Verhältnisse „auf die einheimische Flora und Fauna“ und bedrohen „mindestens 175 Arten“, darunter 123 Vogelarten (FALKE 02/2017).

Katzen (FALKE 04/2013) verursachten für eine Bestandreduzierung der Russseeschwalben, lat. Sterna fuscata, von einer runden Million auf 150 000 Individuen. Untersuchungen/Studien (FALKE 04/2013) bei Amseln zeigten, dass eine Reduzierung der Futtermenge um 30% eine Verlängerung der Wachstumsgeschwindigkeit der Jungvögel um 40% bedeutet und durch die Warnrufe weitere Fressfeinde (Rabenvögel) angelockt werden. Aufgrund von Studien konnte man dokumentieren, dass Populationen von Haussperlingen oder Staren im Siedlungsraum „in den vergangenen Jahrzehnten bei gleichzeitigem Ansteigen der Katzendichte stark abgenommen“ haben (FALKE 02/2017). In einer weiteren amerikanischen Untersuchung von Bonnington/Gaston/Evans (FALKE 04/2013) stellte man fest, dass bereits der Anblick einer Katze oder eines Grauhörnchen Auswirkungen auf den Bruterfolg hat.

In einer amerikanischen Untersuchung von Loss/Will/Marra (FALKE 04/2013) werden jährlich „zwischen 1,4 und 3,7 Milliarden“ Vögel und „6,9 bis 20,7“ Milliarden Kleinsäuger in den USA von Katzen (davon sind 69 % herrenlose Katzen (Anzahl: 30 bis 80 Millionen)) getötet.

258 bis 1531 Millionen Vögel kommen durch Hauskatzen mit freiem Auslauf um (FALKE 04/2013). Eine britische Studie der Mammal Society brachte ans Licht, dass „auch wohlbehütete Hauskatzen mit Freigang“, genaugenommen „rund neun Millionen britische Hauskatzen in dem fünfmonatigen Untersuchungszeitraum (April bis August) 27 Millionen Vögel als Beute mit nach Hause brachten“; aber andererseits dürfte die Anzahl der „tatsächlich erbeuteten Vögel“ auch „deutlich darüber liegen, denn Untersuchungen gehen davon aus, dass nur zwischen einem Drittel und der Hälfte der erbeuteten Tiere überhaupt angeschleppt werden“ (FALKE 02/2017).

Die kanadisch staatliche Behörde für Wildtiere gibt an, dass „von den geschätzt jährlichen 269 Millionen“ getöteten Vögeln „200 Millionen auf das Konto von Katzen“ gehen (FALKE 02/2017). In den USA werden laut dem „Leiter der Zugvogelforschung am Smithsonian Conservation Biology Institute in Washington“ jährlich „zwischen 6,3 und 22,3 Milliarden Säugetiere und 1,3 bis 4 Milliarden Vögel von Katzen“, zum Grossteil verwilderte und streuende Katzen, getötet (FALKE 02/2017).

Des Weiteren (FALKE 04/2013) heisst es: „Es ist kaum anzunehmen, dass sich die Verhältnisse in Mitteleuropa davon wesentlich unterscheiden.“ Und: „Die Wirksamkeit der derzeit von Katzenfreunden praktizierten Methode des Einfangens, Sterilisierens und wieder Freilassens herrenloser Katzen auf die Entwicklung von Vogelpopulationen konnte bisher leider nicht belegt werden.

In Deutschland leben 12,3 Millionen Hauskatzen (JÄGER 09/2014). „Laut einem aktuellen Gutachten der Wiener Universität für Biodiversitätsforschung halbierten sich in den vergangenen 30 Jahren die städtischen Populationen von Star und Haussperling. Parallel wurde ein stetiger Anstieg von streunenden Katzen verzeichnet“ (JÄGER 09/2014).

Katzen jagen „meist nicht aus Hunger“, „sondern eher zum Zeitvertreib(LBV-Vogelschutz 02/2015) oder auch „gut genährte, satte Katzen“ jagen „bei entsprechender Gelegenheit“ aufgrund des natürlichen Jagdinstinkts, wobei „die Stärke des Jagdtriebs“ oft rasseabhängig ist und alte Katzen im Alter ruhiger werden und weniger ausdauernd jagen (LBV-Vogelschutz 02/2016). Vögel, die von Katzen erwischt werden, sterben meist nicht an den Verletzungen, sondern an den „damit verbundenen Infektionen“ und „fast jeder zehnte“ in der LBV-Vogelstation Regenstauf „abgegebene Vogel“ war im Jahr 2014 „ein Katzenopfer“ (LBV-Vogelschutz 02/2015).

Auch eine der „seltensten Vogelarten der Erde“, der Fatu-Hiva-Monarch, lat. Pomarea whitneyi, von dem es nur noch „25 erwachsene Individuen“ gibt, der „auf einer winzigen Insel im Marquesas-Achipel“ lebt, dessen Bestand „bis zu 1.000“ Individuen betrug, wird durch Ratten und „frei laufende Katzen“ bedroht (VÖGEL 02/2016).

Nebenbei bemerkt sei, dass in China jedes Jahr „Millionen von Katzen und Hunden getötet“ werden, die zuvor den Familien geraubt oder als streunende Tiere eingefangen wurden, „um auf dem Esstisch zu landen“ (AnimalsAsia: Jahresbericht 2014). Auf dem chinesischen Hundefleisch-Festival in Yulin wurden „in den vergangen Jahren jeweils bis zu 10.000 Hunde auf der Veranstaltung geschlachtet“, im Jahr 2014 wurden nur „2.000“ Hunde geschlachtet (AnimalsAsia: Jahresbericht 2014).

Im Hafengebiet von Cuxhaven nutzten bis zu 6 Sumpfohreulen zur Überwinterung „eine rund vier Hektar grosse Auslaufwiese für Hunde“ als Jagdterritorium (VÖGEL 01/2017) seit „Ende November 2015“ (S.C.R.O.-Deutschland: „Jahresbericht 2016“) oder von erstmalig „von Dezember 2015 bis März 2016“ (VÖGEL 01/2017). In diesem Zusammenhang wurde beobachtet, dass „freilaufende Hunde (Schäferhundgrösse) versuchten, eine vorbei fliegende Eule im Sprung zu fangen“ und „einige Tage später“ fand man „auf der Wiese eine gerissene Sumpfohreule ohne Kopf“ (S.C.R.O.-Deutschland: „Jahresbericht 2016“).

Andererseits konnte dokumentiert werden, dass brütende Eulen (Uhus, Fleckenuhus, Schnee-Eulen, Bartkäuze, Sumpfohreulen, Kanincheneulen) auch Hunde angreifen (Kauzbrief 24 (2012)).

Die Fotos der freilaufenden Katze wurden im Botanischen Garten Erlangen aufgenommen.                          .

Hinweisschilder für den Menschen, lat. Homo sapiens (aufgenommen in Nürnberg (links) und im Naturschutzgebiet: Tennenloher Forst (Erlangen); mitte)

Hinweisschilder sind für den Menschen, lat. Homo sapiens wie “Schall und Rauch”, bedeutungslos; ein Beispiel: (aufgenommen in Nürnberg (Marienbergpark)

02.06.03. des Menschen Jagd
Abschussprämien wurden in den Jahren 1705 bis 1800 im damaligen Königreich Hannover für 624.087 Greifvögel ("Greifvögel", Gensbol, Thiede, 2005), in den Jahren 1806 bis 1807 im Kurfürstentum Braunschweig-Lüneburg für 11.257 Greifvögel (Nill, Pröhl, Bezzel: „Adler“ (2013)), in der Mitte des 19. Jahrhunderts in 10 Jahren im Grossherzogtum Mecklenburg-Schwerin „für 32.369 Klauenpaare von Greifvögeln“ (Nill, Pröhl, Bezzel: „Adler“ (2013)), in den Jahren 1852 bis 1857 in den Niederlanden für 39.233 Greifvögel (Everett: „Raubvögel der Welt“ (1978)) gezahlt.

Des Weiteren wurden in den Jahren 1846 bis 1900 in Norwegen 223.487 Greifvögel, darunter 88.000 Steinadler und Seeadler getötet (Everett: „Raubvögel der Welt“ (1978)). Abschussprämien wurden in den Jahren 1900 bis 1966 in Norwegen für bald eine halbe Million getötete Greifvögel, darunter 2.173 Adler (Fischer: „Die Habichte“, NBB 158, 2004) oder(?) für 22.137 „Adler“ (Fischer: „Die Seeadler“, NBB 221, 1995), oder aber laut Glässgen sind es 22.137 Seeadler (“Expeditionen ins Tierreich, Begleitbuch zur Fernsehsendung im Ersten” (1998)) gezahlt.

Das grosse "Abschlachten" der Adler in der Neuen Welt „setzte bereits um die Jahrhundertwende“ ein, denn dort wurden „in 20 Jahren“ allein „nur in den Südweststaaten 20.000 Adler getötet“ und ein Pilot soll sich sogar gerühmt haben, „bis 1955 8.000 Steinadler abgeschossen zu haben“ (Fischer: „Stein-, Kaffern- und Keilschwanzadler“, NBB 500, 1995) oder „zwischen 1900 und 1920 wurden zwanzigtausend Steinadler und Weisskopfseeadler abgeschossen“, wobei es ein Prämie „zwischen 10 uns 25$“ gab (“Der Falkner” (2015)) und ein Pilot soll sich sogar gerühmt haben, „bis 1965 achttausend Adler getötet zu haben“ (“Der Falkner” (2015)). In den Alpen wurden 783 Steinadler im Jahre 1920 gezählt, die abgeschossen wurden. Für den grossen Rückgang der Bestände sorgten auch Gifte und Eiersammler. Auch die Population der Weisskopfseeadler brach vom ursprünglichen Bestand von 500.000(!!) im Jahre 1600 bald völlig zusammen, so dass beispielsweise nur noch 380 bis 450 Paare (von der südlichen Unterart) übrig blieben. Der Keilschwanzadler wurde genauso in den letzten Jahren aus Unkenntnis der Ernährungsgewohnheiten, aufgrund eines Kopfgeldes und auch aufgrund des Erbeutens kleiner Schaffe in den Jahren 1950 bis 1959 regelrecht abgeschlachtet. So verloren runde 120.000 Keilschwanzadler ihr Leben (Olsen: „Adler und Geier“,1991). 549.179 Greifvögel wurden in Deutschland in den Jahren 1935 bis 1939 erledigt (Fischer: „Die Habichte“, NBB 158, 2004). In Österreich wurden in den Jahren 1945 bis 1968 über 393.000 Greifvögel getötet (Everett: „Raubvögel der Welt“ (1978)). Im ersten Schongebiet der USA (in den Bergen von Pensyliviniens), wo sich der östliche Hauptflugweg vieler Greifvögel in den Bergen befindet, wurde festgestellt, dass bis zum Inkrafttreten von gesetzlichen Bestimmungen täglich 1500 Greifvögel abgeschlachtet wurden. In Grossbritannien wurde der Fischadler um 1900 ausgerottet.

Die Jagdstatistiken zwischen 1935 bis 1939 weisen „fast 550.000 geschossene Greifvögel und Eulen aus“, in der alten Bundesrepublik wurden im Zeitraum zwischen 1950 bis 1970 „zwischen einer halben und einer Millionen getötete Greifvögel angegeben“ (komitee, NABU, LBV: „Illegale Greifvogelverfolgung, Ein Leitfaden für Naturfreunde und Behörden“ (2014)).

Nach einer Untersuchung von 122 tot gefundenen Bartkäuzen aus Finnland, Schweden und Kanada in den Jahren 1959 bis 1977 kam heraus, dass der Prozentsatz der „geschossenen und erschlagenen Bartkäuze“ 41% beträgt (Mikkola: „Der Bartkauz“, NBB 538 (1981/1995)) oder „in den 60er und 70er Jahren” war der Mensch „in Finnland, Schweden und Kanada” „für 40% aller Todesfälle verantwortlich”, „allein 32% der gestorbenen Tiere wurden geschossen oder erschlagen” ("Lebendige Wildnis, Tiere der Nadelwälder" (1994)).

In den letzten 15 bis 20 Jahren vor 1970 wurden mehrere Millionen Greifvögel (Fischer: „Die Habichte“, NBB 158, 2004) abgeschlachtet. Setzt man das Jahr 1815 mit einem europäischen Greifvogelbestand von 100% an, stellt man fest, dass in 150 Jahren bis zum Jahre 1965 eine beispiellos gigantische Ausrottung von Greifvögeln von 99% erfolgte, so dass im Jahre 1965 nur noch ein (!!) Prozent übrig blieb (Fischer: „Die Habichte“, NBB 158, 2004).

Auf der Insel Malta, aufgrund der Vogelstrasse ein reines Jäger-Paradies, werden jährlich 50.000 bis 100.000 ungeschützte und geschützte Greifvögel einfach so von lizenzierten Vogeljägern (jede 20. Person ist lizenzierter Vogeljäger) abgeschossen (Carwardine: "Guinness-Buch der Tierrekorde" (2000)). In Malta werden über 16.000 lizensierte Vogeljäger und Fallensteller (FALKE 11/2010) oder 16.000 „Waidmänner“ (VÖGEL 02/2010) oder 15.000 „Flintenträger“ (“Der Falkner” ( 2013)) oder 15.000 „Jäger und Vogelfänger samt Familien” („artenschutzbrief“ 18 vom April 2014) angegeben. Zum „Beginn der 1990er-Jahre“ starben „jährlich drei Millionen Finken, je 500.000 Drosseln und Schwalben, 80.000 Pirole und 50.000 Greifvögel im Bleihagel“ (VÖGEL 02/2010). Auch die einheimische Greifvögel und Eulen (FALKE 08/2010) werden von nicht verschont, denn so wurden im Jahre 1982 wurden die letzten Wanderfalken, 1988 die letzten Schleiereulen und auch die Turmfalken abgeschossen und ausgerottet. Im Rahmen des EU-Beitritts im Mai 2004 (FALKE 11/2010) passte Malta die nationale Gesetzgebung an die EG-Vogelschutzrichtlinie bzw. die „Vogelschutzrichtlinie 79/409/EWG über die Erhaltung der wildlebenden Vogelarten“ an. Es wurden „zahlreiche Gesetze“, welche „die Jagd einschränken sollen“ von Malta erlassen, dessen ungeachtet wurden weiter „rund zwei Millionen Vögel“ abgeschossen, auf einem Vogelfriedhof fand man „mindestens 200 geschützte Tiere verscharrt”, „darunter 38 Rohrweihen, 18 Wespenbussarde, 36 Falken und die Skelette von 49 weiteren Greifvögeln“, so dass „Graham Madge von der britischen Royal Society for the Protection Birds“ angab: „>Ein schukischer Teil der maltesischen Jägerschaft ballert auf alles, was fliegt – Reiher, Schwarzstörche, Bienenfresser und viele Greifvögel. Das Ausmass des Abschlachtens spottet jeder Beschreibung<“ (VÖGEL 02/2010). Es heisst: „Das Verbot des Finkenfangs auf Malta im Jahr 2009 war eine der Bedingungen, die im Beitrittsvertrag des Landes mit der EU ausgehandelt wurden. Auf Druck der Jagdverbände und der Fängerlobby will die neue Regierung diese Entscheidung wieder aufheben...“ (Komitee gegen den Vogelmord e.V.: „Aktionen für Tier und Artenschutz“ (Herbst 2014)). Birdlife Malta beziffert den jährlichen Abschuss von jährlich 2 Millionen Vögel, unter anderem auch Greifvögel. Um die Zugvogeljagd in Malta zum Ende zu bringen (Falke 06/2008), begann die Europäische Kommission im Juni 2006 ein Vertragsverletzungsverfahren gegen Malta, verschickte im Oktober 2007 ein letztes Warnschreiben und leitete im Januar 2008 ein Klageverfahren vor dem Europäischen Gerichtshof in Luxemburg ein, das zum Ergebnis führte, dass der Regierung Maltas am 25. April 2008 die Jagd auf heimwärts ziehende Vögel untersagt wurde. Von September und Oktober 2009 (FALKE 01/2010) wurden im Jäger-Paradies Malta mehr als 900 Fälle von illegaler Jagd auf Fischadler, Wespenbussarde, Rohrweihen, Baumfalken und einem Schreiadler festgestellt. Nachdem zum Beispiel der Abschuss mehrere Rohrweihen gemeldet wurde, wurde das betreffende Gebiet abgesucht und man fand 213 tote Vögel, „darunter 38 Rohrweihen, 14 Wespenbussarde, sechs Baumfalken, fünf Turmfalken, eine Wiesen- oder Steppenweihe, 24 nicht näher bestimmbare Falken sowie 47 grössere Greifvögel“ (FALKE 01/2010). Daraufhin gab es „eine Protestversammlung gegen die Präsenz ausländischer Vogelschützer“ (FALKE 01/2010). Am 04.10.2010 wurde ein beringter aus Deutschland stammender Fischadler „auf seinem ersten Flug ins afrikanische Winterquartier“ (FALKE 11/2010) in Malta abgeschossen. Nach einer Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs stellte man zwar fest, dass die vergangenen Frühjahrsjagden nicht im Einklang mit der Vogelschutzrichtlinie waren (FALKE 06/2010), aber in einem Jäger-Paradies, wo die Regierung sich richtig für die Jägerschaft einsetzt, konnte man dann auch die Frühjahrsjagd auf Turteltauben und Wachteln wieder erlauben. In FALKE (11/2010) steht dazu: „Die Regierung Maltas setzte sich über die Proteste der Naturschutzverbände hinweg und erlaubte nach zweijähriger Unterbrechung einer auf 2.500 begrenzten Zahl von Vogeljägern den Abschuss von 3900 Turteltauben und 3600 Wachteln in der Zeit vom 24. bis 30. April 2010. … Die Vogelschützer registrierten in dieser Zeit mehr als 1.000 Verstösse gegen geltende Bestimmungen zum Schutz der Zugvögel.“ Innerhalb von 3 Wochen Frühjahrsjagd (FALKE 06/2010) registrierten Mitarbeiter des von BirdLife Malta 1.300 Gesetzwidrigkeiten. Im Zeitraum vom 22 bis 30. 04.2012 „wurden mehr als 530 Verstösse gegen die Vogelschutzgesetze registriert und an die Polizei gemeldet“ (Komitee gegen den Vogelmord e.V.: „Aktionen für Tier und Artenschutz“ (Herbst 2012)). Es sind 32 Arten, die in Deutschland geschützt sind, zur Jagd freigegeben (LBV-Prospekt: „Gejagd, vergiftet, verspeist?“ (2016))! Die Beschreibung der rücksichtslosen Zustände sprengen alles: „Es wird geballert, was das Zeug hält. Sogar ausserhalb der zugelassenen Zeiten der „Jagdsaison“ knallt es auf Malta“ (“Der Falkner” ( 2013)). Es scheint für Malta ohne jede Bedeutung zu sein, dass „viele europäische Staaten grosse Summen in Rettungs- und Forschungsprojekte” investieren, um gefährdete Arten zu retten, denn „bislang zeigte die EU wenig Interesse, die skandalösen Zustände auf Malta ernsthaft anzugehen“ (“Der Falkner” ( 2013)). Im Herbst 2013 wurden in Malta 39 „Ab- oder Beschüsse geschützter Arten -meist Greifvögel- dokumentiert und insgesamt 21 Vögel mit Schussverletzungen geborgen oder beobachtet“ („artenschutzbrief“ 18 vom April 2014). „Anfang September 2014“ wurden wieder „zahlreiche geschützte Greifvögel, Reiher, Flamingos und Störche getötet“ (“Der Falkner” ( 2015)).

Mit einer „gnadenlosen Bejagung und hemmungslosen Vergiftung“ (Falke 06/1998) werden Greifvögel als „Schädlinge“ eingestuft“ und von „mehr als 2100 Jägern“ in Nordzypern versucht auszurotten. Zypern bekam 2007 (Falke 06/2008), um die Zugvogeljagd zum Ende zu bringen, eine Verwarnung durch die Europäische Kommission. Ein Jahr später wurde auch die Jagd auf Turteltauben untersagt (Falke 06/2008), dafür wurde jedoch die Jagd auf Nebelkrähen und Elstern erlaubt, worauf dann BirdLife Zypern und BirdLife International Beschwerde bei der Europäische Kommission einreichten. Am 05.Oktober 2007 (Falke 06/2008) wurden 52 Rotfussfalken abgeschossen. Laut BirdLife Zypern (FALKE 06/2009) wurden 1,1 Millionen Zugvögel (Singvogel) im Jahre 2008 illegal gefangen und verspeist. 1,4 Millionen Singvögel, der grösste Teil davon auf der Militärbasis des Vereinigten Königreiches im Südosten von Zypern, wurden laut BirdLife Zypern (FALKE 02/2011) für teure Delikatessen für Restaurants gefangen. Die Tatsache, dass BirdLife Zypern (FALKE 02/2011) den Sachverhalt als „ökologische Katastrophe“ bezeichnet, weil es ein solches Ausmass seit fast 10 Jahren nicht gegeben hat, wird wohl keinen Gourmet oder Feinschmecker, der die leckeren Delikatessen (Singvögel) verspeisen will, interessieren! Im „Sonntagsblitz (vom 25.05.2014) ist zu entnehmen, dass in Zypern 4.000 Wilderer tätig sind, 150 Vogelarten betroffen sind und seit dem EU-Beitritt Zyperns 80% mehr Vögel getötet werden. Im Herbst 2013 stellte der Justizminister Zyperns klar, dass der „Vogelfang mit Leimruten als alte Tradition“ („artenschutzbrief“ 18 vom April 2014) in Zypern angesehen wird. Auf Zypern starben „im letzten Herbst mindestens zwei Millionen Zugvögel“, die „illegal gejagt wurden“, wobei „insgesamt 16 Kilometer“ Netze sichergestellt wurden (VÖGEL 03/2015). Des Weiteren wird angegeben, dass „ein Gericht aus zwölf Grasmücken oder Singdrosseln“ „bis zu 80Euro“ kostet, „der gesamte Handel“ mit einer Grössenordnung von „mindestens 15 Millionen Euro im Jahr“ eingeschätzt wird, der jedoch laut Birdlife Cyprus längst „>ausser Kontrolle<“ geraten ist (VÖGEL 03/2015). Birdlife International gibt an, dass „rund um das Mittelmeer jährlich über 25 Millionen Zugvögel geschossen oder gefangen“ werden und in Zypern sind dieses „allein 2,3 Millionen“ Zugvögel (gefiederte-welt.de am 19.10.2017: „Über 2,3 Millionen getötete Singvögel allein auf Zypern“; voegel-magazin.de vom 13.10.2017: „Mehr als 2,3 Millionen getötete Singvögel auf Zypern“).

Von den „mindestens 25 Millionen“ Zugvögeln, die jedes Jahr für „teure Delikatessen“, „als Trophäen“ oder „aus Spass“ abgeschlachtet werden, entfällt ein Drittel auf vier(!) „Staaten: Libanon, Ägypten, Syrien und Zypern“ (VÖGEL 03/2016). Andererseits findet man auch, dass Millionen von Zugvögeln „im Mittleren Osten, in Afrika oder in Südeuropa abgeschossen“ werden, aber es sterben Millionen auch „eines natürlichen Todes“ (Mackay: „Atlas der bedrohten Arten“, (2009)).

In Finnland und Schweden werden „immer noch jährlich 5.000(!) Sperber und 3.000(!) Habichte abgeschossen“, wobei aufgrund von Verwechslungen auch „ein Grossteil anderer Greifvögel darunter sein dürfte“ (Ortlieb “Die Sperber” (NBB 523)). Auf den Zugwegen werden durch die Jägerschaft „80% der europäischen Sperber“ und „in Spanien 90%“ der Sperber abgeschossen (Ortlieb “Die Sperber” (NBB 523)). Des Weiteren findet man, dass die Jägerschaft in den Pyrenäen (Orgambideska-Pass) jährlich eine Tonne Blei Zugvögel schiesst (Ortlieb “Die Sperber” (NBB 523)).

Im Jahre 1967 horstete ein deutscher Falkner 23 Lannerfalken in Italien aus. 70.000 italienische Jäger schiessen selbst bedrohte Arten, wobei dann zum Teil die Singvögel als Delikatesse in den Restaurants landen. 30 italienische Jäger (FALKE 07/1999) versuchten am 7. Oktober 1998 mehr als 18.500 geschossene Vögel und 29 geschützte Arten über die bulgarische Grenze zu bringen. In Italien kämpft die Jägerschaft um die Verlängerung der Jagdzeiten (so die Internetseite komitee.de im Beitrag vom 08.04.2010: „Italien: Verlängerung der Jagdzeiten in Italien vorerst vom Tisch!“), denn hier hat die italienische Regierung im Jahre 2008 drei mal versucht, 2010 erst einmal versucht, die Jagdzeiten auszubauen. Im Jahre 2012 haben Mitglieder des „Komitees gegen den Vogelmord e.V.“ 15.000 Vogelfallen in Zypern, Frankreich, Spanien und Italien abgebaut und 70 Wilderer vor Gericht gebracht (Komitee: „Tätigkeitsbericht“ 2012).

„Über 700 Kilometer versperren Fangnetze entlang der gesamten ägyptischen Mittelmeerküste, vom Gazastreifen im Osten bis zur libyschen Grenze im Westen“, die für den Tod von „mindestens zehn Millionen“ Zugvögeln im Herbst (FALKE 05/2013) sorgen. „Die meisten der in den Netzen gefangenen Vögel sind in den insgesamt neun internationalen Natur- und Vogelschutz-Konventionen, die Ägypten unterzeichnet hat, nicht gelistet“ (FALKE 05/2013). Gesetze zum Schutze der ägyptischen Natur „werden fast nirgendwo umgesetzt“, wenn man Wachteln für 5Euro und Singvögel für bis zu 3Euro verkaufen kann, ist es auch in Ägypten bedeutungslos, dass viele Arten „in Europa gefährdet sind“ und „mit grossem Aufwand“ in Europa geschützt werden (FALKE 05/2013). Auf diesen 700km werden in Ägypten laut neusten Berechnungen des NABU (gefiederte-welt.de vom 08.08.2013) jeder 17. europäische Zugvogel (im Klartext: 140 Millionen Zugvögel) im Herbst für den Kochtopf als Delikatesse gefangen und getötet. Ägypten gilt als „eine der grössten Todesfallen für Zugvögel im Mittelmeeraum”, da an der Küstenlinie von Libyen bis zum Sinai Fangnetze an der Küstenlinie auf 700km stehen, in denen sich „jährlich mehrere Millionen Zugvögel verfangen”, die dann „auf Märkten und Restaurants” landen (VÖGEL 04/2013). Laut einer Veröffentlichung von BirdLifeInternational (voegel-magazin.de vom 25.08.2015: Mittelmeer: 25 Millionen illegal getötete Zugvögel pro Jahr) werden in jedem Jahr rund 25 Millionen Zugvögel (darunter 20 Millionen Singvögel (darunter wiederum 2,9 Millionen Buchfinken; 1,8 Millionen Grasmücken) „gefangen oder geschossen“, wobei allein 5,7 Millionen Zugvögel durch Ägypten und 5,6 Millionen Zugvögel durch Italien jährlich getötet werden. Man geht davon aus, „dass während des Herbstzugs von Mitte August bis Ende Oktober etwa zwölf Millionen Zugvögel entlang der Mittelmeerküste gefangen werden, die einem Handelswert von etwa 40 Millionen Euro entsprechen“ (LBV-Vogelschutz 03/2016). In einer Untersuchung stellte man fest, dass „von 2008 bis 2012“ im Norden der Sinai-Halbinsel „bis zu 357 Wachteln pro Kilometer pro Tag“ im Jahr 2012 getötet wurden und „auch 54 andere Vogelarten aus 28 Familien, darunter in grosser Zahl Wachtelkönig, Steinschmätzer und Kurzzehenlerche“ (voegel-magazin.de vom 12.07.2016: „Schockierende Zahlen zum Vogelfang in Ägypten“).

In Spanien fallen „etwa zwei Millionen Zugvögel jährlich der Wilderei zum Opfer“, die mit riesigen Fanganlagen und Leimruten gefangen werden („artenschutzbrief“ 18 vom April 2014). „Besonders abstossend ist, dass trotz EU-Vogelrichtlinie eindeutig illegales Handeln einfach toleriert, willentlich ignoriert oder Schuldzuweisungen manipuliert wird (in der EU werden jährlich fast doppelt so viele Vögel illegal getötet wie in dem in diesem Zusammenhang meist genannten Ägypten)“ (VÖGEL 02/2017). Jährlich werden illegal in Frankreich 522.000 Vögel, in Italien 5.600.000 Vögel, in Zypern 2.300.000 Vögel, in Griechenland: 704.000 Vögel, in Ägypten 5.400.000 Vögel, in Libanon:2.600.000 Vögel, in Syrien 3.900.000 Vögel getötet (VÖGEL 02/2017) .

Prof. Reichholf gibt in einer 1995 veröffentlichten Ausführung an, dass in Deutschland für den Artenrückgang ca. 70% bis 75% die Landwirtschaft mit allen Neben- und Folgewirkungen verantwortlich ist. 12% entfällt auf die Scheuheit und die Störungsanfälligkeit der Arten (verursacht aufgrund der Jagd durch den Menschen). Nur ein verschwindend geringer Teil entfällt mit 4% bis 5% auf Industrie, Bebauung und Verkehr. Des Weiteren kritisierte Prof. Reichholf, dass Jagdbehörden in der Vergangenheit mit dem Argument "Störung des biologischen Gleichgewichts" Abschussgenehmigungen für Bussarde und Habichte freigaben, obwohl einerseits die Begriffe "ökologisches Gleichgewicht" und "ökologische Nische" unbrauchbar sind und andererseits professionelle Universitätsökologen das "ökologische Gleichgewicht" für einen bestimmten Raum überhaupt gar nicht ermitteln konnten!

Mit der Wortschöpfung „ökologisches Gleichgewicht“ wurden in Bayern im Jagdjahr 2010/2011 der „Abschuss bzw. Fang von mehr als einer Viertel Million Vögeln“, auch „mehrerer Arten der Roten Liste“ (z.B. Knäckente), auch von Arten mit einem Bestandsrückgang (z.B. Rebhühner), auch von Arten der Vorwarnliste (z.B. Graureiher; in der 6 wöchigen erlaubten Jagt wurden „täglich(!) über 100 Graureiher“ abgeschlachtet), auch von 5 Habichten, 2 Mäusebussarden und 2 Sperbern, begründet, „obgleich längst unstrittig ist, dass die Natur keine statistischen Gleichgewichtszustände kennt“ (LBV-Vogelschutz 03/2012). In Deutschland stieg die Anzahl der Inhaber der Jagdscheininhaber von rund 280.000 Inhabern (FALKE 11+12/1995) auf „etwa 340.000 Jäger” (animal-public: „Stoppt die Tierquälerei in Wald und Flur“) auf 350.881 Jagdscheininhaber im Jahr 2009 (PIRSCH 16/2012) auf 361.557 Jagdscheininhaber im Jahr 2013 (JÄGER 03/2014) auf 381.821 Jagdscheininhaber im Jagdjahr 2015/2016 (JÄGER 03/2017). Laut dem BJagdG, §2, Abs.1 sind Greifvögel (Habichtartige, lat. Accipitridae) und Falken, lat. Falconidae, jagdbare Tiere (Haseder, Stinglwagner: „Knaurs Grosses Jagdlexikon“, 2000; Seite 381f.), wobei die Greifvögel jedoch ganzjährig geschont und nicht gejagd werden sollen (§1 Abs. 2 BJagdG; JagdZVO vom 02.04.1977; Haseder, Stinglwagner: „Knaurs Grosses Jagdlexikon“, 2000; Seite 444f.). In einer Verordnung (FALKE 04/2009) der niederösterreichische Landesregierung wurde der jährliche „Abschuss von jeweils 200 Mäusebussarden und 40 Habichten“ im Winter bis 2013 erlaubt.

Eine Petition mit 12.000 Unterschriften mit einer Forderung einer Ermittlungseinheit zum Schutz vor Wilderei in Bayern wurde vom bayrischen Landtag abgeschmettert (Süddeutsche Zeitung vom 30.06.2014). Die Forderung geht zurück auf die Tatsachen (Süddeutsche Zeitung vom 30.06.2014), dass jeder(!) Luchs in Bayern spurlos verschwindet, man sogar von Wilderei ausgeht(!), Greifvögel in Bayern vergiftet wurden und entsprechende Spezialeinheiten auch in Österreich, England und Deutschland (Nordrhein-Westfalen) bereits existieren! Aus Mangel an „öffentlichem Interesse“(?) wurde bereits ein Verfahren gegen eine Person, die Greifvögel vergiftete, von der Staatsanwaltschaft eingestellt (Süddeutsche Zeitung vom 30.06.2014)!

Im Jahr 2013 („artenschutzbrief“ 18 vom April 2014) wurden in Nordrhein-Westfalen „58 Fälle mit rund 100 Opfern“ illegaler Greifvogelverfolgung festgestellt. Von 2004 bis 2014 sind 680 Verstösse bei denen „mindestens 1.130 Greifvögel und Eulen gefangen, verletzt, getötet, abgeschossen oder ihre Brut gestört oder vernichtet“ bekannt geworden (komitee, NABU, LBV: „Illegale Greifvogelverfolgung, Ein Leitfaden für Naturfreunde und Behörden“ (2014)) oder von 2004 bis 2014 sind 680 Verstösse gegen „die EU-Artenschutzverordnung, das Bundesnaturschutzgesetz und das Bundesjagdgesetz“, „in denen mindestens 1.130 Greifvögel und Eulen gefangen, verletzt, getötet, abgeschossen oder ihre Brut gestört oder vernichtet wurden“ dem Komitee gegen Vogelmord bekannt geworden (LBV-Vogelschutz 01/2015). Des Weiteren wird angegeben, dass zwischen 2004 bis 2014 18 Greifvogelarten („mindestens 559 Mäusebussarde, 126 Habichte, 103 Rotmilane, 33 Turmfalken, 32 Seeadler, 23 Sperber, … 12 Rohrweihen, 16, Wanderfalken, 10 Schwarzmilane, 5 Wiesenweihen, ...4 Fischadler, 3 Kornweihen und jeweils ein Baumfalke … und Gänsegeier“) und 3 Eulenarten (17 Uhus, 5 Waldohreulen, ein Waldkauz) betroffen waren und „in nahezu allen Fällen von Greifvogelverfolgung, bei denen bisher ein Täter verurteilt wurde oder in Verdacht geraten ist, handelte es sich entweder um Tauben- bzw. Geflügelhalter oder um Jagdscheininhaber“ (komitee, NABU, LBV: „Illegale Greifvogelverfolgung, Ein Leitfaden für Naturfreunde und Behörden“ (2014)) oder zwischen 2004 bis 2014 waren mindestens „556 Mäusebussarde und 126 Habichte“ unter den Opfern (LBV-Vogelschutz 01/2015). Ein schwedischer Eiersammler wurde „am 31. Januar 2014 … zu Geldstrafen und einer Haftstrafe bis zu einem Jahr verurteilt“ (FALKE 03/2014).

Bis zum Ende Oktober 2016 wurden an die Erfassungs- und Dokumentationsstelle Greifvogelverfolgung und Artenschutzkriminalität (E.D.G.A.R) „über 970 Fälle mit mehr als 1.500 gefiederten Opfern an die Erfassungsstelle gemeldet“, wobei allein 488 Fälle auf das Bundesland Nordrhein-Westfalen fielen (naturgucker: 28: Januar/Februar 2017).

Die deutschen Jäger (FALKE 06/2007) schiessen jährlich fast 2,1 Millionen Vögel (darunter auch jährlich 13.000 bis 15.000 Möwen; 15.000 Blässhühner; 10.000 stark gefährdete Rebhühner) laut den offiziellen Streckenergebnissen der Jahre 1994/1996 bis 2005/2006 in Deutschland. Die Zeitschrift JÄGER (03/2014) bringt als Argumentationshilfe bei Vegetariern: „Durch mein Handeln wird die Grausamkeit in der Tierwelt nicht vermehrt, sondern nur zeitlich verlagert auf einen Moment, an dem ich meine Beute noch nutzen kann, weil ich sie esse.“ Bereits als Kind erfährt man im Märchen „Der gestiefelte Kater“: „Damals regierte ein König in dem Land, der ass die Rebhühner so gern. Es war aber eine Not, dass keine zu kriegen waren. Der ganze Wald war voll, aber sie waren so scheu, dass kein Jäger sie erreichen konnte“ (“Die Kinder- und Hausmärchen der Gebrüder Grimm”; 1979). Im wirklichen Leben werden durch die Jägerschaft jährlich 10.000 leckere wohlschmeckende, wenn auch im Bestand stark gefährdete Rebhühner, im Zeitraum vom 01. September bis zum 15. Dezember (§1 Abs. 2 BJagdG; JagdZVO vom 02.04.1977; Haseder, Stinglwagner: „Knaurs Grosses Jagdlexikon“, 2000; Seite 444f.) geschossen, denn nach dem BJagdG, §2, Abs.1 sind Rebhühner jagdbare Tiere (Haseder, Stinglwagner: „Knaurs Grosses Jagdlexikon“, 2000; Seite 381f.). Die Schonzeiten und Jagdzeiten sind jedoch genaugenommen andererseits bundeslandbezogen, artbezogen und verschieden.

Schonzeiten: www.jagdschulatlas.de (genaugenommen auf www.jagdschulatlas.de/jagdzeiten-schonzeiten) Jagdschulen in Deutschland, Österreich und der Schweiz
Schonzeiten: www.schonzeiten.de

Aufgrund der landwirtschaftlichen Veränderungen „in den letzten 50 bis 150 Jahren“ sind die Bestände, wie beispielsweise der Rebhühner, Wiesenweihen, Baumfalken und Ziegenmelker „deutlich zurückgegangen“ („Vögel in Deutschland“: 2008). Andererseits profitieren Wiesenweihen und Wanderfalken „von langjährigen Artenhilfsprogrammen“ („Vögel in Deutschland“: 2008). In Europa leben aufgrund von Lebensraumvernichtung und intensivierter Landwirtschaft laut einer Untersuchung der University of Exeter rund 421 Millionen Vögel weniger „als noch vor 30 Jahren“ (voegel-magazin.de vom 10.11.2014: „421 Millionen Vögel weniger als vor 30 Jahren“) oder rund 400 Millionen Vögel in Europa weniger als vor 30 Jahren (FALKE 11/2016). Es handelt sich um „häufige Arten wie Haussperling, Star, Feldlerche oder Rebhuhn“ und es wird kritisiert, dass die teuren Schutzmassnahmen erst dann beginnen, wenn die Arten (z.B. Wiesenweihen) selten geworden sind oder es sich um Sympathieträger (z.B. Seeadler) handelt (voegel-magazin.de vom 10.11.2014: „421 Millionen Vögel weniger als vor 30 Jahren“). Allgemein findet man auch, dass seit 1980 „die Bestände sehr vieler Vogelarten, die vorwiegend auf den genutzten Flächen unserer Kulturlandschaft leben“, einen deutlichen europaweiten Rückgang aufweisen, wie „Wiesenpieper (-68%), Turteltaube (-79%), Ortolan (-88%)“, Rebhuhn (-94%) (FALKE Sonderheft „Vogelschutz“ (2017)).

Man findet gibt so einen Bestand von „derzeit noch 37.000-64.000“ Rebhuhn-Revieren in Deutschland an und einen Rückgang von über 90% im Zeitraum „zwischen 1990 und 2009“ aufgrund der intensiv genutzten Landwirtschaft (Natur+Umwelt 01/2015). Konkret bedeutet dieses den „Wegfall der Flächenstilllegungspflicht und die Umwandlung von Brachflächen für die Produktion nachwachsender Rohstoffe“ („Vögel in Deutschland“: 2008). Einen Zusammenbruch der Rebhuhn-Bestände „um mehr als 90%“ „über die letzten drei Jahrzehnte“ in Europa aufgrund der Veränderung der Landschaftsstruktur, intensiverer Feldbewirtschaftung und einer Erhöhung der Prädatoren (wie z.B. dem Fuchs) findet man auch in FALKE (02/2015). „In manchen Bundesländern ist der Rebhuhnbestand so klein, dass wir dort demnächst mit dem Aussterben der Art rechnen müssen“ (FALKE 02/2015) und in Niedersachsen hat sich der „Bestand innerhalb der letzten Jahre halbiert“ (FALKE 02/2015). Der europäische Bestand der Rebhühner brach „seit 1980 um 80%“ und „seit 1914 um 96%“ ein (PIRSCH 15/2015). Um 93% bezogen auf das Jahr 1980 ging der Rebhuhnbestand nach unten, wobei die Ursachen in der „Einengung der Fruchtfolgen auf wenige Feldfruchtarten,“ der „Zunahme der Herbsteinsaat von Wintergetreide auf Kosten des Anbaus von Sommergetreide,“ dem „Einsatz effektiver Pflanzenschutzmittel, durch den für die Ernährung wichtige Wildkräuter und die davon abhängigen Insektenarten weitgehend ausfallen“, liegen (voegel-magazin.de vom 17.09.2015: „Minus 93 Prozent: Bedrohtes Rebhuhn ...“). Der Bestand der Rebhühner ist laut dem European Bird Census Council „europaweit seit 1980 um 94 Prozent zurückgegangen“ (JÄGER 02/2016) bzw. ist seit 1984 um 94% zusammengebrochen (JÄGER 03/2017) bzw. ist europaweit „seit 1980 um 94 % eingebrochen“, da die Küken der Rebhühner „verhungern“, da der Nachwuchs sich „fast ausschließlich von tierischem Eiweiss“, „vor allem Ameisenlarven“ ernährt, was aufgrund der intensiven Landwirtschaft, die Ameisen und Insekten keine Chance mehr gibt und des häufigen Einsatzes „von Pestiziden in der Landwirtschaft“, fast nicht mehr gegeben ist (gefiederte-welt.de am 04.07.2017 „Junge Rebhühner ...“). Für das Jahr 2016 hat der Deutsche Jagdverband das Rebhuhn zum „Wild des Jahres“ gekürt (JÄGER 02/2016). Eine Aussetzung von Rebhühnern ist durch die Untere Naturschutzbehörde genehmigungspflichtig und problematisch, da es beispielsweise „auf der Insel Bornholm zur Etablierung eines Mischtyps zwischen osteuropäischen und westeuropäischen Rebhühnern“ gekommen ist oder da beispielsweise „die italienische Unterart des Rebhuhns“ aufgrund massiver Aussetzungen gezüchteter Rebhühner ausgestorben ist (JÄGER 03/2017). Das Ergebnis von Studien, die das „Zusammenspiel zwischen Lebensraum, Rebhuhndichte und Beutegreifer“ untersuchten, war „>Je weniger Beutegreifer, desto höher kann sich der Rebhuhnbestand entwickeln.< Die Verluste schwanken zwischen 25 und 65 Prozent der vorhandenen Hennen“ (UNSERE JAGD 02/2017) und „ganz ohne Räuber – im Fall einer Studie wurden Krähenvögel und Bodenräuber, nicht aber Greifvögel eliminiert – verdoppelte und verdreifachte sich die Hühnerdichte“ (UNSERE JAGD 02/2017) und bei einem ansteigenden Mäusebestand nahmen auch die Greifvögel zu „und schlugen öfter Hühner, die nun auch mit dem minderen Lebensraum zu kämpfen hatten“ und sobald der Mäusebestand dann wieder sank, stieg dann auch „der Druck auf die Hühner“ (UNSERE JAGD 02/2017).

Im BLASE-Lehr- und Grundlagenwerk „Die Jägerprüfung“ (29. Aufl., S.276 und S.665) heisst es zum Rebhuhn: „Das Rebhuhn wird nur noch vereinzelt bejagd, in Revieren in denen die Biotope intakt sind und die Bestände dies zu lassen“. Des Weiteren heisst es: „Das Betätigungsfeld der Jäger im Naturschutz erstreckt sich vom Biotopschutz über die Biotopvernetzung bis hin zu gezielten Artenschutzprogrammen für besonders gefährdete Arten. Die mit viel ehrenamtlichem Einsatz und zum Teil mit beträchtlichem finanziellem Aufwand durchgeführten Projekte dienen dem Erhalt einer artenreichen und landschaftstypischen Kulturlandschaft.“ Speziell zum Rebhuhn steht: „Das Rebhuhn unterliegt langfristigen Bestandsschwankungen und ist heute seltener als vor einigen Jahrzehnten. In höheren Lagen (oberhalb 500m) ist es meist ganz verschwunden.“ Im BLASE-Lehr- und Grundlagenwerk „Die Jägerprüfung“ ist kein Abschnitt enthalten, der Konsequenzen in den Kapiteln „Straf- und Bussgeldvorschriften“ (S. 749f.) und „Entziehung des Jagdscheins“ (S. 751f.) für den Teil behandelt, lehrt, schult oder gibt, wenn man sich als zukünftiger Jäger gegen ein abschiessen der „stark gefährdeten“ Rebhühner entscheidet.

Nach der Statistik der Jagdstrecken 2013/2014 (JÄGER 01/2015, S.6f) wird auch der Rückgang der Rebhuhn-Abschüsse in Gesamtdeutschland von 11.745 (Statistik 2004/2005) zu 13.181 (Statistik 2005/2006) zu 10.337 (Statistik 2006/2007) zu 11.618 (Statistik 2007/2008) zu 8.662 (Statistik 2008/2009) zu 6.770 (Statistik 2009/2010) zu 5.506 (Statistik 2010/2011) zu 4.440 (Statistik 2011/2012) zu 4.236 (Statistik 2012/2013) zu 2.516 (Statistik 2013/2014) dokumentiert. Für die Statistik 2013/2014 findet man auch 2.059 Abschüsse (PIRSCH 24/2014, S.57: Zur Differenz: PIRSCH gibt für Thüringen 0 Abschüsse und JÄGER für Thüringen 7 Abschüsse an. Korrekte Summe mit 0 thüringer Abschüssen 2.509 statt 2.059 (Zahlendreher!)! Es heisst zum Rebhuhn (JÄGER 01/2015, S.32) zwar einerseits „dass jedes Huhn, das der Fuchs reisst, eines zuviel ist“, aber andererseits wurden von den Rebhuhn-Abschüssen allein 1.016 (Statistik 2013/2014) lecker schmeckende Rebhühner in Bayern (JÄGER 01/2015, S.6f; PIRSCH 24/2014, S.57) abgeschossen. Die Rebhuhn-Abschüsse gingen dann auf 2.291 Abschüsse (Statistik 2014/2015) zurück (PIRSCH 01/2016) oder(!) auf 2.256 Abschüsse (Statistik 2014/2015) zurück (JÄGER 02/2016), weil in Thüringen entweder 0 Abschüsse (JÄGER 02/2016) oder 35 Abschüsse (PIRSCH 01/2016) erfolgten. Als „bedenklich“ wird die hohe Abschussanzahl kommentiert und es heisst: „wenn die Politik es nicht irgendwann einmal ernst meint mit dem Artenschutz, werden unsere Enkel dieses Wild nur noch aus Büchern kennen“ (JÄGER 02/2016). Im Folgejahr werden 2.657 Abschüsse in der Statistik 2015/2016 (PIRSCH 01/2017; UNSERE JAGD 02/2017) oder(!) 4.539 Abschüsse in der Statistik 2015/2016 (JÄGER 01/2017) angegeben, weil in Rheinland-Pfalz entweder 215 Abschüsse (PIRSCH 01/2017; UNSERE JAGD 02/2017) oder 2115 Abschüsse (JÄGER 01/2017 (Tippfehler?)) und in Thüringen entweder 18 Abschüsse (PIRSCH 01/2017; UNSERE JAGD 02/2017) oder 0 Abschüsse (JÄGER 01/2017) erfolgten.

Rebhühner aufgenommen im Zoo Dortmund (links, mitte) und im Tierpark Riesa (rechts)                             .

Auf die Frage „Warum Jäger jagen“ (JÄGER 09/2014) gab es unter anderen die Aussage eines Juristen: „> Wir Jäger haben einen gesetzlichen Auftrag zu erfüllen. Wir sorgen für Vielfalt und Gesundheit der Arten. Wir sichern ihre Lebensgrundlagen und fördern die Ziele des Umwelt-, Natur- und Tierschutzes.<“ Ein anderer gab an: „>Ich muss jagen, es ist für die langfristig ökologische Entwicklung des Waldes.<“ Im internationalen Massstab (JÄGER 05/2014) heisst es: „Theoretisch ist es ganz einfach: Ist die Jagd waidgerecht und nachhaltig, auch im sozio-kulturellen und sozio-ökonomischen Sinn, so gibt es grundsätzlich nichts gegen den trophäenlastigen Jagdtourismus einzuwenden – weder in Afrika noch anderswo. Nicht zuletzt auch deshalb, weil ein Jäger weniger Spuren hinterlässt und mehr Wert generiert als hundert Fototouristen.

In einer europäischen Abschussstatistik (Falke 08/2007) schossen unter anderem die französischen Jäger 25 Millionen Vögel, die britischen Jäger 21 Millionen Vögel und die italienische Jäger 17 Millionen Vögel ab. Von den 82 untersuchten Arten (Falke 08/2007) entfielen dabei 37,3 Millionen auf Singvögel, 33,5 Millionen auf Hühnervögel, 18,6 Millionen auf Tauben, 4,1 Millionen auf Watvögel, unter anderem pro Jahr. Die von Wissenschaftlern als „crippling loss“ bezeichnete Todesursache, nämlich die verwundeten Vögel, die dann nicht gefunden werden, wird mit einer Grössenordnung, die in jeder Statistik fehlt, von mehreren Millionen Vögel (Falke 08/2007) angegeben. Es ist die Freude und das Vergnügen einer Minderheit mehr als 100 Millionen Wildvögel in Europa abzuschiessen, weil es für diese Minderheit bedeutungslos ist, dass die Bestände der Feldlerchen, der Kibitze und der Bekassinen beispielsweise dramatisch abgenommen haben, denn was in Deutschland geschützt ist (die Bekassine steht auf der Roten Liste), wird in anderen Ländern mangels Schutz (82 Vogelarten sind im Anhang II der EU Vogelschutzrichtlinie aufgelistet; jagdbar sind zum Beispiel 61 Arten in Frankreich) abgeschossen (Falke 08/2007). 600.000 Feldlerchen werden „alleine in Frankreich“, auch wenn in Deutschland der Bestand der Feldlerchen bedroht ist, abgeschossen (LBV-Prospekt: „Gejagd, vergiftet, verspeist?“ (2016)).

„Zwischen Mitte August und Ende September“ werden „im Süden von Les Landes und im Norden des Département Pyrénées Atlantiques 30 000 bis 50 000 Ortolane“, was der „gesamten Brutpopulation der Beneluxstaaten, Deutschlands, Dänemarks, Österreichs, der Tschechischen Republik und der Slowakei“ entspricht, trotz des seit 1999 bestehenden Schutzes in Frankreich aus Tradition und für den Kochtopf illegal gefangen (FALKE 01/2010), so dass der Bestand der Ortolane seit 1980 um 80% in Europa nach unten sank (LfU: „Der Ortolan in Bayern” (2014)). Der Bestand der Ortolane in Deutschland beträgt 5.000 bis 6.000 Reviere (LfU: „Der Ortolan in Bayern” (2014)). „In Frankreich kann beispielsweise ein in einem Gourmet-Restaurant zubereiteter Ortolan bis zu 150 Euro einbringen“ (VÖGEL 02/2017), was dann auch dokumentiert, dass Gast und Gastgeber zur gehobenen (gebildeten?) Gesellschaft gehören und nicht aus lauter Verzweiflung und puren Hunger gezwungen sind, Ortolane zuzubereiten bzw. fürstlich zu geniessen.

Zum Vogelschutz (LBV-Vogelschutz 03/2014) heisst es: „Für die Kinder unserer Kinder ist es dann vielleicht einmal normal, nicht einmal mehr Feldlerchen zu hören, und Rebhühner, Kibitze und Feldhasen nur noch aus Kinderbüchern zu kennen.“ Trotz der Tatsache, dass weltweit „auf der Erde in den vergangenen 40 Jahren etwa 40% unserer Natur verloren“ wurde, haben sich die Bestände der Wanderfalken und Seeadler „in beeindruckender Weise“ erholt (LBV-Vogelschutz 03/2014).

Ein Naturschützer (FALKE 05/2011), der Jäger wiederholt bei Nebel in einem Naturschutzgebiet(!) beobachtete, die Jagd auf geschützte(!) Arten machten und hierfür auch Anzeigen erstattete, wurde nicht oder erst dann ernst genommen, als er vorausschauend beim nächsten Nebel ins Nebelhorn bliess und die Gänse verjagte. Ernst genommen heisst hier konkret (FALKE 05/2011), dass obwohl aufgrund des Nebels eine Verwechslung mit geschützten Arten (Zwerg-, Saat- oder Weisswangengänsen) nicht auszuschliessen war, wurde der Naturschützer zu einer Strafzahlung vorläufig verurteilt! Ernst genommen heisst dann auch (FALKE 05/2011), dass der Naturschützer von der Jägerschaft, weil „er während der Jagd einen roten Regenschirm getragen“ hat, eine weitere Anzeige bekam!

Im österreichischen Ötztal beobachtete eine Wandergruppe den Abschuss eines Steinadlers und stellte „wenig später“ dann „zwei Jäger“, „die gerade dabei waren, ein Gewehr in einem Auto zu verstauen“ zur Rede, die sich dann so verhielten, „als hätten sie nichts mit der Sache zu tun(“Der Falkner” (2013)). Eine polizeiliche Untersuchung, eine „Anzeige bei der Staatsanwaltschaft und bei der Bezirkshauptmannschaft“ waren die Folge (“Der Falkner” (2013)). Zum Sachverhalt heisst es: „Die Verantwortung des Schützen, er habe ein Rehkitz vor dem Adler retten wollen, zeigt von einer absoluten Unkenntnis der Biologie und von Naturverständnis“ und: „Kein Landesjägermeister kann so etwas gutheissen oder für das Märchen des Schützen Verständnis zeigen.“ (“Der Falkner” (2013)). Im Februar 2014 wurde ein Kaiseradler im österreichischen Burgenland abgeschossen und der betroffene Jäger zu einer „Geldstrafe von 3.000 Euro verurteilt(“Der Falkner” (2013)).

Zur Sichtweise der Jägerschaft, jedoch nur auf einen Elefantenabschusses bezogen, findet man aufgrund des Abschusses durch einen für Artenschutz im thüringischen Umweltministerium zuständigen Mitarbeiters, der seinen Posten verlor, folgendes: „Ein Elefant hat auf beiden Seiten seines Unterkiefers lediglich einen grossen Backenzahn. Dieser wächst fünfmal nach. Wenn der M6 ausgefallen ist, dann muss das Tier verhungern. … Wildbiologisch ist dieser Eingriff ohne jede Bedeutung. Im Gegenteil – es ist allgemeine Auffassung, dass Abschussgebühren dem Naturschutz in den betreffenden Ländern helfen, dass Fleisch im jeweiligen Dorf bleibt und dass auf diese Art der Wilderei vorgebeugt wird“ (JÄGER 04/2014). Auch König Juan Carlos verlor nach 44 Jahren im Jahr 2012 seinen Posten als Ehrenpräsident des spanischen WWF aufgrund eines Elefantenabschusses, wozu Lamine Sebogo, Leiter des WWF-Elefantenprogramms in einem Interview folgendes sagte: „>Ich weiss ..., dass dieses Thema in Europa sehr schwierig zu erklären ist: Wie man mit dem gezielten Töten einzelner Elefanten ihre Populationen schützen kann. … Diese Form der Jagd wird meist gut dokumentiert, beobachtet und bassiert auf wissenschaftlichen Errechnungen. Dort, wo es gestattet ist, sind die Populationen in der Regel stabil, und die Abschussquoten liegen mitunter im Promillebereich.<“ (JÄGER 05/2014).

Simbawe hat laut Schätzungen bezügl. der Trophäenjagd einen Lizenzerlös von rund 40 Millionen $, die in den „Schutz des Wildes und seiner Lebensräume, aber auch der einheimischen Landbevölkerung zugutekommen. Allerdings versickert wohl ein Grossteil des Geldes in den Taschen von bestechlichen Beamten und Politikern“ (PIRSCH 15/2015). Namibia hatte ältere 18 Nashörner, „die sich nicht mehr fortpflanzen und für die Bestände keine Rolle mehr spielen“, die „oft aggressiv“ sind und „jüngere und gesündere Nashörner“ nicht selten töten, „zur Jagd freigegeben“ (JÄGER 08/2015). So brachte eine Erlaubnis für den Abschuss eines Nashorns 350.000$, die in den „Kampf gegen Wilderer eingesetzt“ werden, bei einer Versteigerung ein (JÄGER 08/2015).

Zur Grosswildjagd reisen jährlich „rund 50.000 Deutsche“ ins Ausland (BILD: 30.07.2015 „Zahlen und Fakten zur Grosswildjagd“). Der Preis in Südafrika für das Erschiessen eines Elefanten sind 38.000Euro, eines Löwen sind 21.000Euro, eines Leoparden 14.000Euro und eines Büffels 13.000Euro (BILD: 30.07.2015 „Zahlen und Fakten zur Grosswildjagd“). In Namibia kostet der Abschuss eines Leoparden 5.000Euro (BILD: 30.07.2015 „Zahlen und Fakten zur Grosswildjagd“). Der Abschuss eines Löwen in Tansania kostet 9.000Euro (BILD: 30.07.2015 „Zahlen und Fakten zur Grosswildjagd“). Den Abschuss eines Nasshorns kann man ab 35.000Euro bekommen (BILD: 30.07.2015 „Zahlen und Fakten zur Grosswildjagd“).

02.06.04. des Menschen Handel
„Ganze Waldgebiete sind jetzt schon „verstummt“ – nach dem Gesang frei lebender Vögel lauscht man vergeblich“ in Indonesien, heisst es auf gefiederte-welt.de (02.09.2014; „Verheerender Diebstahl...“). Die Ursache hierfür ist, dass in Indonesien Ziervögel „als Statussymbol gelten und zu Hunderttausenden einzeln, in kleinen Käfigen eingesperrt, und wegen ihres Gesangs und ihres attraktiven Äusseren gehalten werden“ (gefiederte-welt.de; 02.09.2014; „Verheerender Diebstahl...“). Das Zuchtzentrum, Cikananga Conservation Breeding Center (CCBC), für bedrohte Arten im Westen Javas (in der Nähe von Sukabumi), dass von der „Zoologischen Gesellschaft für Arten und Populationsschutz e.V. (ZGAP) und den Zoos von Heidelberg und Köln sowie Zoos aus Grossbritannien, der Schweiz, der Tschechischen Republik und den USA“ unterstützt wird, wurde überfallen und es wurden 150 Schwarzflügelstare, „der in Freiheit ausgerotteten javanischen Unterart“ und „noch zwei Exemplare der balinesischen Subspezies, ein Balistar und drei Sumatra-Weisshaubenhäherlinge gestohlen. Der Verlust wirft das bislang ausserordentlich erfolgreiche Zuchtprogramm um Jahre zurück“ (gefiederte-welt.de; 02.09.2014; „Verheerender Diebstahl...“). Auf dem Vogelmarkt in Jakarta (gefiederte-welt.de; 02.09.2014; „Verheerender Diebstahl...“) sollen alle gestohlenen Vögel nach Gerüchten bereits am nächsten Morgen verkauft worden sein!

Der Mensch ist die hauptsächliche Ursache, dass jährlich mindestens 25.000 bedrohte Arten aussterben. Täglich „sterben weltweit 150 Tier- und Pflanzenarten aus(Bundesministerium der Finanzen: „Artenschutz“ (Dezember 2005); Bundesministerium der Finanzen: “Der Zoll: Im Einsatz für Bürger, Wirtschaft und Umwelt” (Febr. 2008); Bundesministerium der Finanzen: “Die Bundeszollverwaltung” (Oktober 2008)). Andererseits gibt es auf dem Planeten Erde 3 bis 10 Millionen Tier- und Pflanzenarten und von diesen sind nur „1,7 Millionen wissenschaftlich dokumentiert“, wobei jährlich 20.000 Arten neu beschrieben werden („Tiergartenzeitung“ des Vereins der Tiergartenfreunde Nürnberg und dem Tiergarten Nürnberg, Ausgabe 9 (11/2014)).

Nach einer BirdLife-Studie (FALKE 07/2004) gelten 1211 Vogelarten als gefährdet. Nach den Ausgaben Mai und Juni des Jahres 2006 der Zeitschrift "du und das Tier" werden jedes Jahr 3,5 Millionen Vögel (, von denen jedoch 40 bis 70% bis zum Käufer sterben,) illegal für die EU gefangen und eingeschmuggelt. Von den derzeit 9998 vorhandenen Vogelarten sind 137 Vogelarten ausgestorben, 192 „vom Aussterben bedroht, 362 stark gefährdet und 669 gefährdet“ (FALKE 01/2010) laut der Roten Liste von 2009. Am 13.09.2007 veröffentlichte die BILD eine Schockliste mit 60 bedrohten Arten, vielmehr ein Auszug aus der neuen Roten Liste der IUCN, die vom Aussterben bedroht sind. BILD nannte den Sperbergeier und den Wollkopfgeier.

In der Praxis gibt es nationale Exportquoten, eine Unkenntnis über die konkret gefangene Anzahl von Vögeln und Schätzungen aus denen hervorgeht, dass weit mehr für den Handel gefangen werden als man national festlegte. Die Dunkelziffer wird mit bis zu 20 Millionen Vögeln (zumeist Singvögeln, dann Papageien) pro Jahr angegeben. In den internationalen Fachhandel kamen zum Beispiel so 160 Greifvogelarten in den Jahren 1980 bis 1988. Nationale Exportstatistiken werden unsinnig, wenn bedrohte Arten illegal in ein benachbartes Land geschmuggelt werden und von dort legal(!) zur gut zahlenden Kundschaft exportiert werden können. Das Buch "Flieg Vogel oder stirb, vom Elend des Handels mit Wildvögeln" bringt es auf den Punkt: "Ein Großteil des Greifvogelhandels spielt sich heute in der Illegalität ab. Die Zahlen über Beschlagnahmungen in den Jahren 1990 und 1991 aus der WA-Statistik des Bundesumweltministeriums decken hier zweifellos zu die Spitze des Eisbergs. Ein Paar Beispiele: Bundesbehörden zogen 1990 93 präparierte Greifvögel und Eulen ein. Das Land ... Niedersachsen" zog im selben Jahr "150 Greifvögel, davon 114 Präparate" ein. "Nordrhein-Westfalen registrierte 1990 die Beschlagnahme oder Einziehung von 51 Kiefernteesas, 50 Mäusebussaren, 34 Sperbern, 22 Turmfalken und 42 weiteren Greifvögeln in mindestens 5 Arten. ... Eine weit verbreitete Methode des Greifvogelschmuggels ist die Aushorstung von Jungvögeln ... Gelingt es die Tiere unentdeckt nach Deutschland zu bringen, werden sie gerne als eigene Nachzuchten, d.h. als Junge der bereits vorhanden Greifvögel ausgegeben." Und im Oktober 1992 wurden "30 lebende Falken, 4 Uhus und 2 Adler ... bei Hausdurchsuchungen beschlagnahmt, in Schleswig-Holstein bei einer Person allein 300 Greifvogelpräparate sichergestellt. Die Zahl der in der alten Bundesrepublick gehaltenen Greifvögel dürfte 20.000 bis 40.000 betragen. ... Am 22. Juni 1992 konnten an der deutsch-österreichischen Grenze im Kofferraum eines tschechoslowakischen Wagen elf junge Kaiseradler beschlagnahmt werden ... Die Vögel waren in Kasachstan ausgehorstet worden und sollten in Deutschland einem Falkner gewinnträchtig verkauft werden." Die elf jungen in Kasachstan ausgehorsteten Kaiseradler, die von einem promovierten Wissenschaftler ausgehorstete wurden, wurden in Ungarn wieder ausgewildert. In Augsburg wurden 1995 Greifvogelhändler verurteilt, die Hunderte von Greifvögeln ausgehorstet und verkauft hatten. Ein britischer Verkäufer von Wanderfalken, wurde aufgrund einer DNA-Analyse bestraft, weil er Wanderfalkeneier aushorstete, ausbrütete und als eigene Nachzuchten verkaufte (Falke 02/1995). Trotz des seit 1981 bestehenden Schutzes aller Greifvögel und Eulen in Grossbritannien stellte man im Jahre 1995 der Royal Society for Protection of Birds (RSPB) 157 Vorfälle (Falke 12/1996) von getöteten Greifvögeln fest. Bei einem Frührentner beschlagnahmte das Zollfahndungsamt Köln 1.260 geschützte Vogeleier (Falke 04/1997). Aufgrund der Recherchen der Royal Society for Protection of Birds (Falke 08/1997) konnte ein Schmuggler (aus Wales) von Eleonorenfalken-Eiern verurteilt werden und ein Niederländer verhaftet werden, der einen illegalen Tierhandel mit Hunderten von geschützten Arten betrieb.

Im Juni 2001 wurden durch die Landeskriminalämter in Brandenburg und Sachsen bei einer Händlergruppe über 70 Greifvögel und Eulen beschlagnahmt, die so Ermittlungen über 80 Habichte, 66 Rotmilane, 19 Schwarzmilane und 14 Sperber ausgehorstete und verkaufte. Die Landeskriminalämter Sachsen und Brandenburg hoben einen Vogelhändlerring im gleichen Jahr (2001) aus, der 249 Greifvögel aushorstete. Im Bundesland Nordrhein-Westfalen stellte man fest, dass zwischen 2005 bis 2009 in 32 von 54 Kreisen und kreisfreien Städten über 360 Greifvögel und über 11 Eulen gefangen, verletzt oder getötet worden („Charadrius“, Heft 1-2/2010). In den 189 Fällen im Nordrhein-Westfalen waren die „üblichen“ Übeltäter Jäger und Tauben- und Geflügelhalter, die vergiftete Köder (die selbst für den Menschen bei Hautkontakt lebensgefährlich sind), Habichtfangkörbe, Krähenmassenfallen, Tellereisen auslegten („Charadrius“, Heft 1-2/2010). Oder die Greifvögel und Eulen wurden abgeschossen, die Nistbäume gefällt oder die Jungvögel aus den Nestern geholt, um sie zu verkaufen. Man verweist aber auch darauf, dass nicht alle Jäger und Tauben- und Geflügelhalter Übeltäter sind. Die 5 im Bundesland Nordrhein-Westfalen erwischten Täter, die Dunkelziffer ist hoch, bekamen Geldstrafen von 600 bis 3000 Euro. Die Zeitschrift FALKE 01/2011 schreibt, dass ein Falkner und Tierhändler am 15.10.2010 verurteilt wurde, der von 2001 bis 2007 illegal 16 geschützte Greifvogelarten und 3 Eulenarten nach Deutschland einführte und „legal“ aus Deutschland wieder ausführte. In Ungarn (FALKE 02/2009) kamen durch das hochgiftige Pestizid Carbofuran 35 Kaiseradler und 29 Seeadler um. Der Besitz und der Einsatz von Carbofuran wurde im Dezember 2008 (FALKE 02/2009) durch die EU verboten. In der Zeitschrift „LBV-Vogelschutz“ (4/2011) wird angegeben, dass im Landkreis Landshut am 19.02.2011 zuletzt wieder ein mit Carbofuran vergifteter Mäusebussard gefunden wurde. 260 Fälle illegaler Greifvogelverfolgung mit 466 Opfern wurden in den Jahren 2005 bis 2010 in Nordrhein Westfalen festgestellt, wobei 320 Greifvögel mit Fleischködern vergiftet wurden, 72 Greifvögel mit Fallen getötet wurden und 54 Greifvögel abgeschossen wurden (FALKE-Sonderheft Greifvögel 2011; Nill, Pröhl, Bezzel: „Adler“ (2013)). In den Jahren 2006 bis 2009 wurden 10 Täter (Taubenzüchter und Jagdscheininhaber) zu Geldstrafen verurteilt (FALKE-Sonderheft Greifvögel 2011).

In Falke 10/1995 wird angegeben, dass der ”Bund gegen den Missbrauch der Tiere” mitteilt, dass jährlich weltweit mindestens 5 Millionen Vögel gefangen werden und nur jeder 8 Vögel verkauft werden kann, weil alle anderen die brutalen Fangmethoden und den Transport nicht überleben. Über 89.000(!) eingesammelte Eier geschützter wildlebender Vögel, so auch von Fischadlern, Rotmilanen, Schwarzmilanen, Baumfalken, Eleonorenfalken, Ziegenmelker (Falke 09+10/2004), wurden bei einem Lehrer a. D. und anderen Personen sichergestellt, was dann zu Bewährungsstrafen ab dem 26.3.2003 führte. In Norditalien wurde gegen 274 „Jäger“ (Wilderer) Anzeige (FALKE 07/2006) erstattet. Im Jahre 2005 (FALKE 07/2006) fand man in der Gefriertruhe bei einem Wilderer einen tiefgekühlten Steinadler und tiefgekühlte geschützte Singvögel. Ein belgischer Greifvogelhändler (FALKE 09/2006) soll 2000/2001 insgesamt zehn Schelladler aus den Vereinigten Arabischen Emiraten vom Falkenhof eines Scheichs nach Belgien exportiert haben, wobei Schelladler noch nie nachgezüchtet wurden und die Vermutungen dem „üblichen“ illegalen Wildfängen im Winterquartier zuzuordnen wären, so dass der Sachverhalt zur Prüfung dem CITES-Sekretariat übergeben wurde. Die Royal Society for the Protection of Birds (RSPB) gibt an, dass 90% (über eine Million) der weltweit trotz häufig unter völliger Missachtung des Populationsstatuts genehmigten Importe von Stubenvögeln (FALKE 11/2006) für die EU bestimmt sind, wobei von den 90% (der über einen Million Stubenvögel) noch bis zu 60% bis zum Handel, auch wenn die Arten an der Rand der Ausrottung gebracht werden, sterben werden.

Als sich der Bestand des Spanischen Kaiseradlers auf 175 Paare im Jahre 2002 und sogar auf 182 Paare im Jahre 2004 vergrösserte, gibt es Meldungen über ausgelegte Giftköder und das Bekämpfen durch Abschießen. Genauso wie dem Spanische Kaiseradler ergeht es in Spanien dem dort überwinternden Rotmilan. Ende Mai 2004 wurden mehrere junge Seeadler bei Bad Doberan und Schwerin ausgehorstet. Nachdem seit 190 Jahren im Jahre 1999 wieder Kaiseradler in Österreich brüten, teilte der österreichische WWF im April 2005 mit, dass man bereits den zweiten vergifteten Kaiseradler (zuletzt wurde auch ein österreichischer Mäusebussard vergiftet) fand. In offiziellen Statistiken wird angegeben, „dass der internationale Handel mit wild lebenden Tieren und Pflanzen pro Jahr einen Umsatz von mehr als 200 Milliarden US-Dollar erreicht, beinahme dreissig mal so viel wie der Handel mit Rohdiamanten“ (greenpeace.de: am 22.10.2004: „CITIS 2004: Artenschutz oder Artenhandel“). Laut GEO 11/2010 wird der Markt mit bedrohten Tieren mit 20 Milliarden US-Dollarn von Interpol angegeben. In der WWF-Hintergrundinformation „Der illegale Artenhandel boomt“ vom Juni 2011 wird der Wert des illegalen Artenhandels mit bedrohten Tier- und Pflanzenarten, welcher grundsätzlich immer mit den wiederkehrenden Tricks (Behältnisse mit doppeltem Boden, falsche Artenbezeichnung, gefälschte Dokumente, Versand per Post oder sogar als Diplomatengepäck) gekennzeichnet ist, mit über 14 Milliarden Euro angegeben. Einen „geschätzten jährlichen Umsatz von 18 bis 26 Milliarden Euro“ wird dem illegalen Wildtierhandel zugeschrieben (Stiftung Artenschutz: „Illegaler Wildtierhandel: Tatort Tier“ (2013; Prospekt im Rahmen einer Ausstellungsaktion im Tiergarten Nürnberg)). Interpol gibt den jährlichen Schwarzmarkthandel von Tieren und Pflanzen mit einem „Wert von über 13 Milliarden Euro“ an (BILD: 30.07.2015 „Zahlen und Fakten zur Grosswildjagd“).

Aufgrund der vielen (auch gezüchteten) Wanderfalken soll der Schwarzmarkt (für ein Ei soll bis zu 10.000€ bezahlt worden sein) für diese Falkenart zusammengebrochen sein. Laut dem Buch "Greifvögel" (von Gensbol, Thiede, 2005) werden jährlich 8.000 bis 10.000 Falken aus Deutschland laut dem deutschen Zoll in die Golfstaaten exportiert. Auch die Tatsache, dass allein das Bundesland Niedersachsen 170 Greifvogelhalter kennt, wovon einer über 130 Gerfalken hat, ist interessant ("Greifvögel", Gensbol, Thiede, 2005). Die Mongolische VR exportierte 285 Würgfalken für einen Stückpreis von 4.600 Dollar im Jahre 2003. Den Kopf eines Sperbergeiers gibt es für 20 Dollar in Nigeria (laut FALKE 09/2011), um sich vor Schwarzer Magie und Hexen schützen zu können.

In Indien werden nach einer Untersuchung der TRAFFIC und des WWF jedes Jahr tausende Eulen trotz Verbotes durch Wilderer für Strassenkünstler, zum Essen, für Kopfschmuck und für Wunderheiler gefangen und/oder getötet (wwf.de: „Indische Eulen durch Wilderei und lokalen Handel bedroht“ vom 05.11.2010). Laut BirdungAsia 11: 85-86 (2009) entdeckte und beschlagnahmte das Department of Wildlife and National Parks (Perhilitan) in Malaysia (ageulen.de: BirdungAsia 11: 85-86 (2009): An emerging Asian taste for owls? (April 2014; Übersetzung vom Oktober 2014)) bei einer Durchsuchung unter anderem 917 zum Verzehr bestimmte Eulen (796 Schleiereulen, lat. Tyto alba, 8 Malaien-Uhus oder Malayen-Uhus oder Pinseluhus oder Sumatra-Uhus, lat. Bubo sumatranus, 14 Sunda-Fischuhus oder Roter Fischuhus oder Malaien-Fischuhus oder Malayische Fischeulen oder Malayienfischeulen, lat. Bubo ketupu, 95 Pagodenkäuze oder Pagodenwaldkäuze oder Dunkle Waldkäuze, lat. Strix seloputo, 4 Malaienkäuze oder braune Waldkäuze, lat. Strix leptogrammica) und zwei Adler (Schlangenhabicht oder Schlangenweihe oder Indischer Schlangenhabicht, lat. Spilornis cheela). In einer weiteren 2 Monate später stattgefunden Durchsuchung in der Provinz Kuantan (ageulen.de: BirdungAsia 11: 85-86 (2009): An emerging Asian taste for owls? (April 2014; Übersetzung vom Oktober 2014)) wurden 319 gerupfte und nicht mehr zu identifizierende Eulenkadaver, die zum Verzehr bestimmt waren, beschlagnahmt.

Auch wenn in Indien „alle einheimischen Vögel inkl. Eulen unter Naturschutz (Wildlife Protection Act 1972)“ stehen, werden die Eulen „in grossen Mengen gefangen und gehandelt“ (S.C.R.O.-Deutschland: „Jahresbericht 2017“). Auch wenn die offiziellen Zoos „keine Wildfänge kaufen“ dürfen, private Eulenhaltung und Eulenzucht verboten ist, leben „in bestimmten Teilen Indiens“ ganze Volksstämme von dem lukrativen Geschäft, so dass man „auf den grossen Vogelmärkten“ Eulen „auf Nachfrage jederzeit bekommen bzw. in Hinterzimmern sehen“ kann (S.C.R.O.-Deutschland: „Jahresbericht 2017“). Für die verantwortlichen Behörden hat der Vogelhandel „keine besondere Priorität“, „Kontrollen sind selten“ und bei Beschlagnahmungen „hat das in der Regel keine Bestrafung zur Folge“ (S.C.R.O.-Deutschland: „Jahresbericht 2017“).

Der deutsche Zoll entdeckte in den letzten 5 Jahren „fast 500.000 geschützte Tiere, Pflanzen und daraus hergestellte Erzeugnisse“ (Bundesministerium der Finanzen: „Artenschutz“ (Nov. 2003)), deckte 2004 „1.150 Verstösse gegen den Artenschutz auf“ und beschlagnahmte 2004 „über 37.000 artengeschützte Tiere, Pflanzen oder Erzeugnisse daraus“ (Bundesministerium der Finanzen: „Artenschutz“ (Dezember 2005)), stellte 2006 allein „in Frankfurt am Main 14.346 lebende Tiere wegen Verstoss gegen das Artenschutzrecht sicher“ (animal-public: „Stoppt den Tierwildhandel“), entdeckte 2007 1.033 Verstösse, beschlagnahmte 2007 über „44.000 geschützte Tiere und Pflanzen oder daraus hergestellte Objekte” zu über 90% an deutschen Flughäfen von Touristen (Bundesministerium der Finanzen: “Der Zoll: Im Einsatz für Bürger, Wirtschaft und Umwelt” (Febr. 2008)). Die Anzahl der Sicherstellungen laut der “Jahresstatistik 2010” der Bundeszollverwaltung beliefen sich im Jahr 2008 auf 67.353 (84,5% über den Flughafen), im Jahr 2009 auf 162.969 (81,2% über den Flughafen) und im Jahr 2010 auf 93.010 (77,5% über den Flughafen). Im Ergebnis landen die beschlagnahmten Erzeugnisse in der Regel kostenlos als Leihgaben an wissenschaftlichen Einrichtungen oder Schulen. Lebende Tiere werden zurücktransportiert, getötet oder in einer geeigneten Einrichtung untergebracht. Das Bundesamt für Naturschutz teilte aufgrund einer entsprechenden Nachfrage mit, dass im Zeitraum 2008 bis 2010 in Deutschland keine lebenden Greifvögel, Eulen oder Schwalmartige vom Zoll beschlagnahmt worden. Beschlagnahmt wurden dagegen im Zeitraum 2008 bis 2010 6 Greifvogel-Präparate, 5 Eulen-Präparate und keine Präparate der Schwalmartigen. Als Sonstige Produkte wurden einerseits von den Greifvögeln 127 Federn, ein präparierter Schädel, ein präparierter Fuss, von den Eulen je ein Fuss, ein Schnabel und ein Flügel und andererseits auch hier nichts von den Schwalmartigen vom Zoll gefunden und eingezogen.

In der Jahresmitte von 2012 wurden 250 Geier „in der Umgebung des Kwando in Botswana“, in der ersten Hälfte des Jahres 2013 wurden 300 Geier im „Caprivi sowie im Norden Botswanas“ und im Juli 2013 wurden 600 Geier „in Bwabwata im Caprivistreifen von Namibia“ durch Wilderer vergiftet (FALKE 10/2013), nur umzuverhindern, dass die Anti-Wilderer-Einheiten aufgrund der über den Kadavern kreisenden Geier die Wilderer entdecken.

Zwei Albino-Habichte mit einem „geschätzten Gesamtwert von einer Million Euro“ wurden Anfang September am Hamburger Flughafen „offiziell zur Abfertigung angemeldet“ und doch beschlagnahmt, weil für die Nachzuchten „die Besitzer die für die Abfertigung nötigen Papiere nicht wie verlangt vorlegen konnten“ (focus.de: 27.09.2013: „Ein Vogel für 500 000 Euro ...“). Des Weiteren findet man, dass die Albino-Habichte „in der freien Wildbahn als ausgestorben“ gelten und „dem höchsten Schutzstatus des Washingtoner Artenschutzabkommens“ unterliegen (focus.de: 27.09.2013: „Ein Vogel für 500 000 Euro ...“). In einer Stellungsnahme des Deutschen Falknerordens heisst es, dass es sich nicht um Albino-Habichte, sondern um die helle Unterart Accipiter gentilis albidus handelt, dass der Wert „auf maximal 6.000 bis 8.000 Euro pro Habicht“ beziffert wird und dass durch „Behauptungen wie den angeblichen Millionenwert“ nur „Anreize für kriminelle Handlungen und den illegalen Handel“ geschaffen werden („Greifvögel und Falknerei“ 2014). Des Weiteren findet man, dass die Unterart Accipiter gentilis albidus „nicht ausgestorben“ ist und der Habicht im Washingtoner Artenschutzabkommen (Anhang II) aufgeführt und damit „handelbar“ ist („Greifvögel und Falknerei“ 2014). In der Stellungsnahme des Hauptzollamts Itzehoe heisst es, dass es sich wahrscheinlich doch um die Unterart Accipiter gentilis albidus handelt, dass nicht der höchste Schutzstatus des Washingtoner Artenschutzabkommen vorliegt und dass am „Tag der Abfertigung“ die „Einfuhrgenehmigung“ nicht vorlag („Greifvögel und Falknerei“ 2014). Das Ganze wird zur Lehrstunde, wenn sich die Importeurin vor dem „Import von Russland nach Grossbritannien über Deutschland“ bei der Zollstelle am Flughafen Hamburg „über die notwendigen Dokumente für die Einfuhr von Greifvögeln aus Russland nach Deutschland“ erkundigte und der Zollbeamte „keine Auskunft geben“ konnte und am Ende alles nur aufgrund eines Anwalts aufgrund der fehlenden „CITIS-Einfuhrgenehmigung des Bundesamtes für Naturschutz“, dem fehlenden „Falknerjagdschein (obwohl die Vögel für England bestimmt waren)“ und erheblichen Mehrkosten zum Guten Ende kam („Greifvögel und Falknerei“ 2014).

„280 Internetplattformen in 16 Ländern“ und davon 13 Webseiten in Deutschland bieten laut dem Internationalen Tierschutzfonds (IFAW) „insgesamt 33.006 bedrohte Wildtiere, -teile oder -produkte“ an (JÄGER 01/2015).

Aus der „Kampagne „Tatort Tier“- gemeinsam gegen den illegalen Wildtierhandel“ der Stiftung Artenschutz in Zusammenarbeit mit der TRAFFIC, dem deutschen Zoll und dem WWF. Eine Ausstellung in 19 internationalen Partnerinstitutionen der Stiftung Artenschutz. (Aufgenommen im Tiergarten Nürnberg)

Die nachfolgenden Fotos zeigen einige Beschlagnahmungen des Zolls vom Flughafen Düsseldorf-International. (Aufgenommen auf der Orithea.)

02.06.05. des Menschen chemische Erfindungen
Die Umweltgifte DDT und PCB sind „in Industrieländern verboten, in anderen Ländern, darunter Indien, Argentinien, Russland oder Mexiko werden sie weiter hergestellt und eingesetzt“ und „viele geächtete Substanzen wurden nicht durch umweltverträgliche Alternativen, sondern ebenso gefährliche Nachfolger ersetzt“, wie zum Beispiel „PCB in Dichtungsmassen etwa durch Chlorparaffine, DDT durch synthetische Pyrethroide“ (Greenpeace: "Argumente Chemie: Wenn die Chemie nicht stimmt").

Die Umweltgifte, Pestizide, Dioxine, wie DDT, PCB oder Quecksilber, die die guten Bestände von Uhus, Steinadlern, Fischadlern, Weisskopfseeadlern, Seeadlern, Schreiseeadlern, Sperbern, Rotschulterbussarden, Rotfußfalken, Präriefalken, Wanderfalken, Mauritiusfalken, Lannerfalken, Eckschwanzsperbern, Rundschwanzsperbern und indischen Geiern zerstör(t)en, sind ebenso Entwicklungen des Menschen, die dafür sorg(t)en, das die Eierschalen durch das Gewicht des Vogelweibchens schon beim Ausbrüten zerbrachen und in Ländern wie Argentinien, Russland und Mexiko weiter zerbrechen, da dort die Gifte weiter eingesetzt werden. 4.000 Tonnen DDT (so geht es im 1993 gedruckten Buch "Falken" hervor) wurden in Mexiko auf Plantagen, Wälder, Acker und Sümpfe jährlich versprüht. Andererseits "genügen" dann bei einer derartigen Vergiftung schon die Vibrationen, die vorbeifliegende Flugzeuge oder Hubschrauber bewirken, um die Eierschalen zu zerbrechen.

Die „von BirdLife Schweiz koordinierte Arbeitsgruppe Wanderfalke“ fand heraus, dass seit „2009 an verschiedenen Orten der Schweiz Brutplätze des Wanderfalken unerklärlicherweise verwaisten, vor allem in der Nähe von Siedlungen und in Städten“, vor allem fand man tote Wanderfalken „zum Teil mit Tauben in den Fängen“ „in der Region Zürich“, so dass ein Strafanzeigendossier zusammengestellt wurde und den „Staatsanwaltschaften der Kantone St. Gallen und Zürich“ überreicht wurde (BirdLife Schweiz: „Vorsätzliche Vergiftung ...“ (August 2016)). Am Ende wurde 2015 „nach aufwändigen polizeilichen Ermittlungen“ „durch die Kantonspolizei Zürich ein Taubenzüchter“ überführt (BirdLife Schweiz: „Vorsätzliche Vergiftung ...“ (August 2016)). Des weiteren wurde die Öffentlichkeit gebeten, Verdachtsfälle in denen man Greifvögel (Wanderfalken o.a.) zusammen mit toten Tauben oder anderen verdächtigen Ködern findet, umgehend der Polizei und BirdLife Schweiz zu melden und keinesfalls „die toten Vögel nicht mit blossen Händen zu berühren, zum einen wegen der Spurensicherung, aber auch deshalb, weil das Nervengift für Menschen, insbesondere für Kinder, lebensgefährlich sein kann“ (BirdLife Schweiz: „Vorsätzliche Vergiftung ...“ (August 2016)).

An Bleivergiftung (Falke 08/1995) sind 2 Steinadler im Werdenfelser Land gestorben (Ursache sind mit Bleimunition geschossene Tiere, deren liegen gelassene Teile gefressen wurden). In einer kanadischen Dokumentation (Falke 10/1995) gab man an, dass 70 bis 80% der 2.400 bis 2.700 Tonnen bleihaltiger Jagdmunition in den Jahren 1988 bis 1993 durch Jäger, Angler und Sportschützen in die kanadische Umwelt kamen. Im Ergebnis stellte man durch Hochrechnungen fest (Falke 10/1995), dass jährlich 200.000 bis 360.000 der kanadischen Wasservögel, 15% der kanadischen Steinadler, 15% der kanadischen Weisskopfseeadler durch Bleivergiftungen sterben. Aus einer Untersuchung von 145 Seeadler- und 62 Habichtenorganen (Falke 02/2004) kam einerseits heraus, dass die DDT-Belastung geringer wurde, jedoch wurde eine Vielzahl von Bleivergiftungen (Ursache sind mit Bleimunition geschossene Tiere, die gefressen wurden) festgestellt. Bei einer Untersuchung an 61 deutschen und österreichischen sterbenden und toten Seeadlern bezüglich der Bleivergiftung (Falke 12/2001) stellte man fest, dass bei 28% der Seeadler der Bleigehalt in der Leber so hoch war, dass diese sterben mussten (Ursache sind mit Bleimunition geschossene Tiere, die gefressen wurden). Im Zeitraum 1979 bis 2003 wurden 215 Seeadler mit Bleivergiftungen ((FALKE 07/2006) in Deutschland gezählt. In Bayern wurden 4 Steinadler und ein Seeadler (FALKE 07/2006) als Opfer von Beivergiftung angegeben. Auch Österreich (FALKE 07/2006) meldete 2004 einen an Bleivergiftung gestorbenen Steinadler. Das Problem (FALKE 07/2006, FALKE Sonderheft Greifvögel 2011), dass Aas gefressen wird, welches zuvor mit bleihaltiger Munition erschossen wurde, besteht weltweit, so auch bei den Weisskopfseeadlern und den (wiedereingebürgerten) kalifornischen Kondore im Amerika (zwischen 1997 und 2003 kamen 5 kalifornischen Kondore an Bleivergiftung um) und den Riesenseeadlern in Hokkaido. Das Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung untersuchte die Bleivergiftung an 218 Seeadlern und stellte nach einem Röntgen bei 23 Seeadlern Metallsplitter aus Teilmantelgeschossen und bei 4 Seeadlern typische Schrotkugeln fest (Faltblatt Bleivergiftungen des Leibniz-Instituts, 2007). Mittels Isotopenvergleich (Falke 03/2007) bei freilebenden Kalifornischen Kondore konnte festgestellt werden, dass eine Gefährdung der freilebenden Kalifornischen Kondore aufgrund des mit Bleimunition belasteten angeschossenen oder erlegten Wildes, das gefressen wird, vorliegt. Die Hälfte der gesamte Population der Kalifornischen Kondore (von den Individuen in Gefangenschaft abgesehen) wurde seit 1997 gegen Bleivergiftung behandelt und ein fünftel der Kalifornischen Kondore benötigt die Behandlung jährlich (2011: www.gefiederte-welt.de). Die Ursache sind mit Bleimunition geschossene Tiere, die gefressen wurden (2011: www.gefiederte-welt.de). „Die Kalifornischen Kondore (Gymnogyps californianus) werden zwar stetig überwacht, ihr Blut wird zweimal pro Jahr getestet, und wenn notwendig, werden sie behandelt. Trotzdem sterben regelmäßig Tiere an Bleivergiftung.“ Die Toxikologin Myra Finkelstein von der University of California bringt es auf den Punkt: "Wir werden nie eine frei lebende und sich selbst erhaltende Kondor-Population haben, wenn wir das Problem nicht lösen" (2011: www.gefiederte-welt.de). Die Population der Kalifornischen Kondore wird mit „noch nicht stabil“ aufgrund der Behandlungen von „etwa die Hälfte der frei lebenden Kalifornischen Kondore“ aufgrund der Bleibelastung im Blut und in den Federn (FALKE 11/2012) beschrieben. In Deutschland ist „die wichtigste nicht natürliche Todesursache von Seeadlern“ die Bleikontamination, weil sie das Schwermetall über das Aas aufnehmen (VÖGEL 02/2016). Wissenschaftler des Leibnitz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung fanden andererseits auch heraus, dass Seeadler beim kröpfen der Beute „grosse Metallpartikel“ nicht mitfressen (JÄGER 02/2016).

Am 31. Januar 2005 (PIRSCH 10/2012) verbot das Brandenburger Ministerium für Ländliche Entwicklung, Umwelt und Verbraucherschutz den Forstbetrieben in Brandenburg die Verwendung bleihaltige Munition. Die Ursache ( PIRSCH 10/2012) hierfür war die festgestellte Bleivergiftung von Seeadlern vom Institut für Zoo- und Wildtierfoschung. PIRSCH (10/2012) gibt des Weiteren an, dass Naturschutzverbände im Vorfeld die Jäger gebeten hatten, im Winter die Aufbrüche (Eingeweide, innere Organe) den Seeadlern zum fressen liegen zu lassen bzw. hinzulegen. Aufgrund eines Briefes (PIRSCH 03/2009) der Deutschen Versuchs- und Prüf-Anstalt für Jagd- und Sportwaffen e.V. (DEVA), der als Diskussionsgrundlage dienen sollte, in dem man sich auf einen uralten Jagdunfall zum Ende der 1990er Jahre bezog und eine Warnung aufgrund des Rückprallverhalten bleifreier Solidgeschosse aussprach, nahm das Brandenburger Ministerium für Ländliche Entwicklung, Umwelt und Verbraucherschutz die Gelegenheit war, um den Forstbetrieben in Brandenburg nun wiederum die bleifreie Munition zu untersagen (Rückkehr zur bleihaltigen Munition). Die deutsche Versuchs- und Prüf-Anstalt für Jagd- und Sportwaffen e.V. (DEVA) stellte mit allen Beteiligten am 17.05.2011 die Ergebnisse des Gutachtens zur „Gefährdung durch abgeprallte bleihaltige und bleifreie Jagdgeschosse“ der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung in Bonn (PIRSCH 24/2011) vor. Im Ergebnis (PIRSCH 24/2011; 10/2012) ist die Reichweite bleifreier Geschosse grösser, haben bleifreie Geschosse eine leicht erhöhte Abprallgefahr und die Gefährdung zwischen bleihaltiger und bleifreier Munition ist „vergleichbar“. PIRSCH (10/2012) ist für eine wissensbasierte Entscheidung hinsichtlich der Sicherheit, der Tauglichkeit, der Systemverträglichkeit (Präzision, Gasdruck, Verschleiss usw.), der Verfügbarkeit, der Ökotoxikologischen und der Toxikologischen Eigenschaften bleifreier Munition, denn die Messing-Legierungen bleifreier Munition enthalten hauptsächlich Kupfer und Zink. Mit einer Versuchsanordnung an der TU München wurde „die Ökotoxizität von Geschossen vergleichend und reproduzierbar“ untersucht, wobei im Ergebnis herauskam, dass die „als >bleifrei<“ gehandelten Messinggeschosse „unter sauren Bedingungen sogar eine höhere Menge Blei“ abgaben „als die konventionellen Bleigeschosse“ und dieses „bei jedem Hersteller“, „der sogenanntes Automatenmessing verwendet“ und des Weiteren lagert sich das Kupfer im Gewehrlauf ab, was zu einer regelmässigen Reinigung „mit ammoniakhaltigen Lösungen“ führt, die dann kupferverseucht ist und Sondermüll ist (PIRSCH 01/2016). Auch wenn der Bundesbürger einerseits durchschnittlich nur 700 Gramm Wild im Jahr (PIRSCH 10/2012) isst, wurden andererseits 1,2 Tonnen Hasenkeulen (die Bleibelastung war 1000fach grösser als wie beim Schweinefleisch zugelassen) im Oktober 2011 (LVB-Vogelschutz 2/2012) aus dem Lebensmittel- und Wildbretthandel genommen. „Reis, Getreide, Butter, Nüsse, Käse, Pilze, Wurzelgemüse, Schokolade, Gewürze und frische Kräuter“ enthalten „im Median zum Teil mehr Blei als Fleisch“ (PIRSCH 15/2015). PIRSCH (10/2012) gibt an, dass sich der Bestand der Seeadler trotz der Bleivergiftungsfälle vergrösserte und der Seeadler auch von der „Roten Liste“ gestrichen wurde. Andererseits frisst der Seeadler auch bleibelasteten Fisch (PIRSCH 24/2011). Ein Bestand von 730 Brutpaaren in Deutschland wird im Jahr 2012 (“unsere Jagd” 01/2013) angegeben. In einem Interview mit dem Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) in PIRSCH (20/2012) stellt sich heraus, dass nach Auffassung des BMELV jeder Jäger „bereits bei der Vorbereitung auf die Jägerprüfung“ lernt, „dass Geschosse im ungünstigsten Fall mehrere Kilometer weit fliegen und Schaden anrichten können“ und dabei ist es bedeutungslos ob es bleihaltige oder bleifreie Geschosse sind. Auch sind dem BMELV, das „eine wissensbasierte Entscheidung“ (PIRSCH 20/2012) anstrebt, keine sicherheitsrelevanten Probleme (eine Vielzahl von deutschen und ausländischen Jägern verwendet bleifreie Munition) bekannt geworden.

In einer Übersicht der Todesursache von 390 Seeadlern, wird angegeben, dass 145 Seeadler Kollisionsopfer („Windräder, Bahnopfer Strommasten“) waren, 75 Seeadler an allgemeiner Vergiftung starben, 61 Seeadler an einer unklaren Todesursache starben, 60 Seeadler aufgrund einer natürlichen Todesursache starben, 39 Seeadler aufgrund einer „Bleivergiftung Büchse“ starben, 7 Seeadler an einer „Bleivergiftung Schrott“ starben und 7 Seeadler mit der Angabe „erschossen“ in die Statistik eingingen (unsere Jagd 05/2018). Des Weiteren findet man „im Jahresbericht 2015 >Jagd und Artenschutz<“, dass „im Zeitraum 2008 bis 2015“ „70 aasfressende Vögel verschiedener Arten“, darunter 12 Seeadler untersucht wurden und im Ergebnis feststand, dass kein Seeadler „an einer Bleivergiftung, die durch bleihaltige Jagdmunition verursacht wurde“, starb (unsere Jagd 05/2018) und des Weiteren findet man, dass „im Informationsblatt des Leibnitz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung (IZW) über die Bleivergiftung von Greifvögel“ steht, dass „die Bedeutung von Bleischroten in den Beutetieren für die Bleivergiftungen von Greifvögeln … noch unklar“ ist (unsere Jagd 05/2018). Man findet andererseits, dass der Bleigehalt einer Rehkeule bei 0,000006g/kg liegt, aber auch dass der Bleigehalt von Schokolade mit 1.100%, dass der Bleigehalt von Rindfleisch mit 500%, dass der Bleigehalt von Spinat mit 433%, dass der Bleigehalt von Reis mit 333%, dass der Bleigehalt von Kalbfleisch mit 266%, dass der Bleigehalt von Karotten mit 200% höher liegt als bei einer Rehkeule (unsere Jagd 05/2018). Aber man findet auch, dass das Umweltamt den „Grenzwert für Trinkwasser“ auf „0,01mg/l bzw. kg“ herabgesetzt hat und damit „als bleifrei“ gilt (unsere Jagd 05/2018).

Die Bestände der „See-, Stein- und Kaiseradler oder Mönchs-, Gänse- und Bartgeier über Europa“ haben sich aufgrund von „Jagdverbot, massiven Schutz und Verbesserung der Biotop-Bedingungen“ in „fünf bis zehn Jahren verdoppelt“ (www.sueddeutsche.de: 19.05.2010: „Raubvögel, Rückkehr in die Todesfalle“). Andererseits ist jeder 4. von 320 Seeadlern, die seit 1996 vom Instituts für Wildtierforschung (IZW) seziert wurden, „an einer Bleivergiftung durch Munitionsreste gestorben, weitere 29 waren nachweislich vergiftet worden“ (www.sueddeutsche.de: 19.05.2010: „Raubvögel, Rückkehr in die Todesfalle“). Von 65 in Österreich gefundenen toten Greifvögeln seit dem Jahre 2000 sind laut dem WWF-Österreich fast 80% an einem mit Carbofuran vergifteten Köder gestorben (www.sueddeutsche.de: 19.05.2010: „Raubvögel, Rückkehr in die Todesfalle“).

In den 50er Jahren starben in Grossbritannien die Schleiereulen fast aus, da sie sich von Ratten und Mäusen ernährten, die sich wiederum von "vergifteten" oder mit Pflanzenschutzmitteln bearbeiteten Kulturpflanzen ernährten. Die Schleiereulen wurden durch die so "vergifteten" Ratten und Mäuse unfruchtbar. Der deutsche Gesamtbestand der Wanderfalken sank bis auf 25 bis 30 Brutpaare (Mitte der 70er Jahre) durch den Einsatz von Pestiziden in der Landwirtschaft, weil diese sich von Singvögeln ernährten, die die "verseuchten" Körner oder Insekten zuvor selbst frassen.

Der Winterbestand der Bengalgeier ging von 1985/1986 von fast 2.000 Individuen „auf wenige Dutzend Individuen im Winter 1997/98“ (FALKE 06/2003) zurück. Aufgrund einer durchgeführten Untersuchung (FALKE 06/2003) stellte man fest, dass der Bestand (1991/1993) der Bengalgeier von 21.000 gezählten Individuen auf vier(!) Prozent (1.000 Individuen) und der Bestand der Dünnschnabelgeier, lat. Gyps indicus (irrtümlich falscher deutscher oder lateinischer Name laut dem Buch von Ferguson-Lees, Christie „Die Greifvögel der Welt“) von 6.500 gezählten Individuen auf acht(!) Prozent (500 Individuen) zurückging. Um weitere 51% ging der Bestand der Bengalgeier zwischen 2000 bis 2002 zurück. Das Geiersterben in Indien, Pakistan und Nepal (FALKE 07/2003) deutet auf eine Infektionskrankheit aufgrund von Blut- und Gewebeanalysen von erkrankten und toten Geiern hin. Ein Forscherteam des US-Peregrine-Fund (FALKE 04/2006) fand in einer Studie heraus, dass die indischen Geier infiziertes Fleisch frassen. Aufgrund des Geiersterbens (FALKE 04/2006) stieg dann die Anzahl der verwilderten Hunde und der Ratten, was wiederum zur Risikoerhöhung bezüglich Tollwut und Beulenpest führte.

Durch die Benutzung vom nichtsteroiden Entzündungshemmer Diclofenac bei den kranken Rindern und kranken Wasserbüffeln durch die asiatischen Farmer sorgten die Farmer indirekt für einen 95%igen Rückgang der Bengalengeier und der Dünnschnabelgeier. In Indien (Falke 06/2007) versucht man durch „Geier-Restaurants“ die verschiedenen Geier mit regelmässigen Kadavern, die nicht mit dem Entzündungshemmer „Diclofenac“ belastet sind, zu retten. In einer Untersuchung (FALKE 06/2007) von 50 toten Geiern wurden bei 29 von 30 toten Geiern Anzeichen, die auf den Entzündungshemmer „Diclofenac“ hinweisen, entdeckt und bei mindestens fünf weiteren Geiern wurde Eingeweidegicht festgestellt. In den letzten 15 Jahren (Stand 2008; FALKE 11/2008) ging der Bestand verschiedener Geierarten, wie zum Beispiel der Bengalgeier um 99,9% zurück, der „Dünnschnabelgeier (Gyps indicus)“ (irrtümlich falscher deutscher oder lateinischer Name laut dem Buch von Ferguson-Lees, Christie „Die Greifvögel der Welt“) um 97,0% zurück und auch der „Schmalschnabelgeier (Gyps tenuirostris)“ (irrtümlich falscher deutscher oder lateinischer Name laut dem Buch von Ferguson-Lees, Christie „Die Greifvögel der Welt“) um 97,0% zurück. All die Geier starben an Nierenversagen aufgrund der mit dem Wirkstoff Diclofenac behandelnden Rinder und Wasserbüffel, die dann wiederum von den Geiern als Aas gefressen wurden. Trotz des Verbots von Diclofenac in Indien, Nepal und Pakistan „wird das Medikament nach mehr als vier Jahren noch immer in großem Maße illegal eingesetzt“, so das Ergebnis einer Untersuchung toter Geier (FALKE 06/2012).

Nach dem der Bestand der Bengalgeier, lat. Gyps bengalensis, „auf weniger als 0,1 % der ursprünglichen Größe zusammengebrochen“ ist, konnte man aufgrund einer komplizierten Studie eine leichte Zunahme der Lebensdauer und auch des Bruterfolgs dokumentieren (FALKE 01/2013).

Des Weiteren findet man, dass die verbliebenen Geierbestände sich um 2010 stabilisierten und „lokal teilweise sogar“ zunahmen („Greifvögel und Falknerei“ (2016)). Für die Stabilisierung waren einerseits die „Einrichtung von Futterplätzen mit unkontaminierten Atzungsangebot, Einrichtung von Schutzzonen, Gefangenschaftszuchten zur Wiedereinbürgerung etc.“ und andererseits „der forcierte Tigerschutz“ mit den 48 landesweit verteilten Tigerreservaten wichtig („Greifvögel und Falknerei“ (2016)). In einer 2011 in einigen nordwestindischen Bundesstaaten durchgeführten Linientaxierung zeichnete sich ab, dass der Rückgang der Bengalgeier und der Indiengeier für 2011 sich einerseits stabilisierte und andererseits die Bengalgeier wieder 0,15% und die Indiengeier wieder „2.29% des Bestandes von 1992“ erreichten („Greifvögel und Falknerei“ (2016)).

Die Vulture Conservation Foundation (Falke 04/2014) gab am 03.03.2014 bekannt, dass das Tierarzneimittel Diclofenac, das die „überwiegende und teilweise alleinige Ursache“ für das 97 bis 99-prozentige Aussterben der Bengal-, Langschnabel- und Dünnschnabelgeier (Gyps bengalensis, Gyps indicus, Gyps tenuirostris) war, nach Bekanntwerden der Erkenntnisse in verschiedenen Ländern verboten wurde! In Spanien leben 25.000 Gänsegeierpaare, die aufgrund massiver Schutzmassnahmen bereits heute schon „mit giftfreien Tierkörpern“ (Falke 04/2014) gefüttert werden müssen. Trotzdem reichte die Tierarzneimittel-Industrie die erneute Zulassung für das Tierarzneimittel Diclofenac ein und bekam die Zulassung „in Spanien, Italien, Estland, Litauen und eventuell weiterer Länder“, wobei man weiss, dass die „in ganz Europa etablierte Alternative: Meloxicam“ (Falke 04/2014) ist. Aufgrund von zwei neuen Studien (FALKE 07/2014) geht man nun auch davon aus, dass das Medikament Diclofenac, das die Ursache für die Ausrottung von „mehreren zehn Millionen“ Geiern war, nun auch für die weltweite Ausrottung der Adler (14 Aquila-Arten) sorgen soll. Auch die Zeitschrift VÖGEL (04/2014) informiert: „Das in der Tierhaltung als entzündungshemmendes Medikament eingesetzte Diclofenac wirkt auch auf Adler tödlich, wenn diese den Wirkstoff über Aas aufnehmen.“ Trotzdem wird das Medikament auch in Afrika (VÖGEL 04/2014) verkauft. Auch bekam die Tierarzneimittel-Industrie trotz all dem in verschiedenen europäischen Staaten für Diclofenac die Vertriebs-/Verkaufsgenehmigung durch, vor allem in Spanien und Italien, den „zwei Staaten mit bedeutenden Adler- und Geierpopulationen“ (VÖGEL 04/2014). Für Italien und Spanien (PIRSCH 24/2014) wurde der Wirkstoff Diclofenac freigegeben. Eine „Entscheidung der EU-Behörden“ (PIRSCH 24/2014), die dokumentiert, dass es bedeutungslos ist, wenn Geier „der Chemikalie zum Opfer“ fallen, „wenn ihre Beute, Tierkadaver und Schlachtabfälle, damit verseucht sind.“ Des Weiteren heisst es einerseits, dass „EU-Millionen in Schutzprojekte für die Wiederkehr und den Erhalt der grossen Aasfresser geflossen sind“ (PIRSCH 24/2014) und andererseits, dass „sich die EU-Behörden bei der Zulassung des umstrittenen Wirkstoffs über eigene Bestimmungen und Regeln hinweggesetzt haben“ (PIRSCH 24/2014).

In den letzten 30 Jahren sind laut einer Studie „unter Leitung des Hawk Conservancy Trust, der Universität St. Andrews und der Universität York“ „die Bestände von acht in Afrika weit verbreiteten Geierarten vor allem aufgrund von Vergiftungen“ beim Bartgier um bis zu 70%, beim Ohrengeier um bis zu 80%, beim Kappengeier um bis zu 83%, beim Zwerggänsegeier um bis zu 90%, beim Kapgeier um bis zu 92%, beim Schmutzgeier um bis zu 92%, beim Wollkopfgeier um bis zu 96% und beim Sperbergeier um bis zu 97% zurückgegangen (voegel-magazin.de vom 18.06.2015: „Katastrophale Bestandseinbrüche bei Geiern in Afrika“). „Wenig wirkungsvoll“ ist laut der Studie der Schutz in den Nationalparks und den Reservaten (FALKE 08/2015).

In einer Untersuchung (FALKE 08/2011) der Rodentiziden Diphacinon und Diphacinon kam heraus, dass die Belastung und Gefährdung für „Greifvögel wesentlich stärker als bislang angenommen“ ist. „Einschlägige Monitoring- und Überwachungsprogramme in Frankreich, Großbritannien und Westkanada haben den Einfluss von Rodentiziden auf Vögel hinreichend belegt und vor allem auch deutlich gemacht, dass einige Rodentizide der zweiten Generation unspezifische Todesursachen mit möglichen Folgen für den Populationsstatus zur Folge hatten“ (FALKE 08/2011). Die tödliche Dosis von Diclofenac ist „um mehr als den Faktor 100 giftiger als bei den bisher untersuchten Labortier- oder Haustierspezies und auch deutlich giftiger als die giftigsten in der Landwirtschaft eingesetzten Pestizide“ (FALKE 10/2012). Durch Experimente an Nierenzellen von Geiern kam heraus, „dass Diclofenac und/oder seine im Tierkörper entstehenden Stoffwechselprodukte die in die Ausscheidung von Harnsäure involvierten Transportmoleküle in den Nierenröhrchen irreversibel blockierten“ (FALKE 10/2012).

Zur Rettung der Geier auf dem indischen Subkontinent begann man mit der „Einrichtung von Sicherheitszonen (vulture safe zones) … mit einem Radius von mehr als 100 km“ (FALKE 10/2012), wobei Nepal 2011 einen Grossteil seiner Fläche ausgewiesen hatte und Indien im Jahre 2011 mit den Ausweisungen begann. Mit dem Aufbau von „Zuchtpopulation in Gefangenschaft“ mit dem Ziel der Auswilderung von „Nachzuchten der 2. Generation“ in „einer Zeit, in welcher die Gefährdung durch Diclofenac ausgeschlossen werden kann“ an fünf verschiedenen Orten in Indien, Nepal und Pakistan startete man mit „circa 220“ Bengalgeiern, „circa 80“ Langschnabelgeiern „und circa 50“ Dünnschnabelgeiern (FALKE 10/2012).

In Bulgarien (FALKE 10/2009) reduzierte sich der Bestand der Schmutzgeier von 2003 bis 2008 um die Hälfte (22 Brutpaare). Die Ursache für den Rückgang des Schmutzgeiers im Balkangebiet (FALKE 10/2009) sind Infektionen (laut einer 2008 durchgeführten toxikologische Studie an 15 jungen Schmutzgeiern). Diclophenac (FALKE 03/2010) wird nun (illegal) weiter auch in Kenia und Tansania (mit ähnlichen Folgen nun für die afrikanischen Geier) verkauft. Nach einer weiteren Untersuchung (FALKE 04/2010) ist nicht nur Diclofenac die Ursache für das Geiersterben, sondern auch das Tierarzneimittel Ketoprofen.

Seit Jahrhunderten (FALKE 11/2010) sorgten die Gänse-, Mönchs-, Schmutz- und Bartgeier (über 24.000 Paare zusammen) in Spanien für die hygienische Beseitigung der verendeten Rinder, Schafe und Ziegen. Die Geier beseitigten innerhalb weniger Stunden (FALKE 06/2009) eine tote Kuh oder einen Schafkadaver. Im Jahr 2002 kamen Veterinäre und Politiker auf die Idee, aufgrund der BSE-Krise mit einer EU-Verordnung (Beseitigung des toten Viehs aus der Landschaft) alle offene Sammelstellen für Tierkadaver zu verbieten (FALKE 06/2009; 11/2010). Über 90% (FALKE 11/2010) der spanischen Sammelstellen wurden geschlossen. Die Geier flogen daraufhin ins Ausland zur Futtersuche, kamen aufgrund von Unterernährung in Pflegestationen, sorgten für weniger Nachwuchs und der Bestand verringerte sich (FALKE 11/2010). Erst als am 24.04.2009 die Neuregelung (VO EC No. 1069/2009) verabschiedet wurde (FALKE 06/2009; 11/2010), konnten die Mitgliedsstaaten wieder selbst entscheiden, wie verendete Tiere, auch zu Gunsten der Geier, „entsorgt“ werden. Inzwischen machen die ausgewiesenen Schutzgebiete in Spanien „60% der Landesfläche aus“ und es sind jährlich „rund 33.000 Tonnen Nutztierkadaver für die Geier verfügbar“ (FALKE 08/2017). In einer Analyse stellte man fest, dass einerseits „Gänse-, Bart- und Mönchsgeier“ sehr gut davon profitieren und andererseits für die Spanischen Kaiseradler, Schmutzgeier und Rotmilane Anpassungen aufgrund der Aktionsräume vorgenommen werden sollten (FALKE 08/2017).

Durch das Nervengift Furadan starben in Österreich 15 Seeadler und 71 Greifvögel unter anderen (WWF-Österreich: Prospekt: „Vorsicht Gift!“), wobei das Nervengift zu „Bewegungsstörungen, Krämpfe, Erbrechen, Herzstörungen und Erstickungstod“ führt und „innerhalb von Minuten tödlich“ endet (WWF-Österreich: Prospekt: „Vorsicht Gift!“).

Die Weltnaturschutzunion IUCN gibt an, dass „ein Drittel von gut 200 rund um den Globus betrachteten Insektenarten rückläufige Bestände“ aufweisst (34: Januar/Februar 2018). Des Weiteren findet man, dass „auf Magerrasen, an Waldrändern oder in Heidelandschaften“ die Fluginsektenbiomasse seit 1989 in 63 Schutzgebieten in Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Brandenburg „im Schnitt um drei Viertel“ zurückging (34: Januar/Februar 2018). Als Ursache findet man den Einsatzes von Vernichtungsmitteln („Neonicotinoide, kurz Neonics“) in der Landwirtschaft, dessen Handelsvolumen sich „allein von 2006 bis 2012“ verdreifachte und mit dem man als Zielgruppe nur „bestimmte Laus- oder Käferarten“ vergiften wollte (34: Januar/Februar 2018 ). Andererseits wirken oder beeinträchtigen die Vernichtungsmittel („Neonicotinoide, kurz Neonics“) auch „andere Insekten und selbst Vergiftungen bei Vögeln sind denkbar“ (34: Januar/Februar 2018 ). Das Problem ist, dass 9 von 10 „wild wachsenden Blütenpflanzen“ zumindest „in ihrer Fortpflanzung“ zum Teil „auf tierische Bestäubung angewiesen ist“ und „viele Vogelarten würden schlagartig aussterben, denn sie ernähren sich von Insekten und brauchen sie besonders während der Aufzuchtsphase ihrer Jungen als eiweissreiches Futter“ (34: Januar/Februar 2018 ).

02.06.06. des Menschen Bauwerke
Man findet auch, dass in Deutschland an Glasscheiben jährlich „mindestens 20 Millionen Vögel“ (LBV-Vogelschutz 03/2016) oder dass „jedes Jahr über 18 Millionen Vögel“ (VÖGEL 02/2018) oder dass pro Jahr „geschätzt über 18 Millionen Vögel“ („naturgucker“: 34: Januar/Februar 2018) verunglücken oder verenden. Das Problem ist, dass einerseits die Vögel transparente Glasscheiben „nicht als Hindernis wahrnehmen“, weil die Vögel nur die Landschaft hinter der Glasfront sehen und andererseits, dass die Glasfronten „die Umgebung oder den Himmel“ widerspiegeln und „so einen attraktiven Lebensraum oder freien Flugraum“ vortäuschen (LBV-Vogelschutz 03/2016) oder dass die Vögel „lediglich die Spiegelung der Umgebung in der Scheibe“ wahrnehmen und „diese anfliegen“ wollen oder „durch eine transparente Scheibe ein dahinter liegendes Ziel erreichen“ wollen (VÖGEL 02/2018) oder „die Spiegelung eines Busches im Fenster sehen oder durch die transparenten Scheiben einen Baum erspähen, den sie erreichen möchten“ („naturgucker“: 34: Januar/Februar 2018).

In Nordamerika sterben „jährlich 900 Millionen Vögel in den USA und in Kanada“ an Zusammenstössen mit „Freileitungen, Autos und Gebäuden“ (FALKE 11/2016). In einer von 1978 bis 1981 durchgeführten Untersuchung an 300 toten Weisskopfseeadlern kam heraus, das 15% durch elektrischen Strom starben (Penny Olsen: "Adler und Geier, Grosstiere der Welt", 1991).

Das Hamburger Zoologische Institut ermittelte in einer Untersuchung, dass jährlich über 30 Millionen Vögel mit einem Hochleitungsdraht zusammen stossen und umkommen. In einer anderen dreijährigen Recherche von 2001 bis 2003 (Poster auf der AG Eulen-Tagung der ÖKOTOP GbR) wurde bezüglich des „Verlustes“ von Greifvögeln und Eulen an einer 2,3 km langen Eisenbahnlinie bei Halle festgestellt, dass von allen dort im Gebiet lebenden Greifvögel- und Eulenarten an dieser Bahnstrecke durch Stromschlag oder Kollision mit Zug und / oder Oberleitung 73% (27) Mäusebussarde, 10% (4) Rotmilane neben weiteren Greifvogelarten und einer Schleiereule tödlich verunglückten. Durch den Strom starben 26,2% der Uhus an Mittelspannungsmasten und 6,3% der Uhus an den Bahnoberleitungen (Eulenrundblick 61) in Nordwestdeutschland im Zeitraum 1965 bis 2008. 17% der jungen Uhus fanden den Stromtod (Eulenrundblick 61) in den ersten 3 Monaten in Norditalien. Das Problem besteht in der Überbrückungen von unterschiedlichen Spannungspotentialen (Eulenrundblick 42/43) und beim Aufprall gegen die Oberleitungen bei schlechter Sicht und Dunkelheit. In einer schweizer Untersuchung („Eulenrundblick“ 59) stellte man bei 116 todgefundenen Uhus fest, dass 86% der Uhus in den ersten 3 Lebensjahren starben. In einer zweiten schweizer Untersuchung von 228 todgefundenen Uhus („Eulenrundblick“ 59) fand man heraus, dass 82% direkt oder indirekt (zum Beispiel: 33% durch Stromtod) durch den Menschen starben. In einer dritten schweizer Untersuchung brachte man an 41 jungen Uhus Sender an und bekam heraus, dass 45% durch einen Stromtod („Eulenrundblick“ 59) umkamen.

In einer Studie bezüglich der „Auswirkungen des Stromschlags auf eine Population von Habichtsadlern“ wurden in Katalonien von 1990 bis 2014 „150 tote Habichtsadler“ gefunden (S.C.R.O.-Deutschland: „Jahresbericht 2016“). Von den 150 toten Habichtsadlern waren 61% durch einen Stromschlag umgekommen und im Ergebnis stand fest, dass Nicht-territoriale Habichtsadler „wesentlich häufiger an Stromschlag (69%) als territoriale Adler (50%)“ starben und dass aufgrund mathematischer Modelle „die Population mit diesen Verlusten nicht nachhaltig lebensfähig ist“ (S.C.R.O.-Deutschland: „Jahresbericht 2016“).

Mechanische Unfälle an Freileitungen „sind bei Greifvögeln relativ selten, weil die Leitungsdrähte“ am Tag sichtbar sind („Greifvögel und Falknerei“ (1991)). Andererseits kommen bei Eulen und in der Nacht wandernden Zugvögeln öfters Zusammenstösse vor („Greifvögel und Falknerei“ (1991)). Elektrische Unfälle aufgrund von Kurzschlüssen „kommen bei wilden Greifvögeln“ „immer wieder vor“ („Greifvögel und Falknerei“ (1991)). Am 01.08.2011 trat die VDE-Anwendungsregel „Vogelschutz an Mittelspannungsfreileitungen“ des Verbandes der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik e.V. in Kraft mit der Massgabe, dass bis zum 31.12.2012 gemäss dem §41 BNatSchG (Vogelschutz an Mittelspannungsmasten) die Mittelspannungsmasten flächendeckend vogelsicher umgebaut oder vogelsicher erbaut werden müssen (Eulenrundblick 62). Man gibt an, dass in Deutschland „noch mit mehr als 350.000 vogelgefährlichen Masten gerechnet werden“ muss, dass die Opferzahlen „jährlich in die Zehntausende gehen“, dass auch „Uhus, Schleiereulen, Waldkäuze, alle Greifvögel und Störche“ zu den Opfern zählen („EGE-Artenschutz-Information Nr. 4: Stromkonzerne ...“). Am 14.10.2013 steht auf der Webseite gefiederte-welt.de, dass noch rund 65.000 ungesicherte Strommasten vorhanden sind und dass man in einer bayerischen Vereinbarung der Industrie weitere vier Jahre Zeit gibt. In diesem Zusammenhang hatten sich die Netzbetreiber „in den 1980er Jahren zu einer Entschärfung gefährlicher Masten und zum Einsatz ungefährlicher Masten selbstverpflichtet“ (Eulenrundblick 66). In Stichproben stellte die Gesellschaft zur Erhaltung der Eulen e.V. (EGE) fest, dass die Maßnahmen „entweder schon damals unzureichend“ waren oder „sich zwischenzeitlich als unwirksam herausgestellt“ haben und ansonsten wird sich auf eine Altfallregelung des Verbandes der Elektrotechnik vom August 2011 berufen, die aussagt, dass ein Mast „ausreichend entschärft“ ist, wenn „vor August 2011 Umrüstungsmassnahmen durchgeführt wurden“ (Eulenrundblick 66). Die Folge ist, dass die Netzbetreiber und Landesumweltminister die „beanstandeten Masten kurzerhand zu Altfällen, deren Umrüstung nicht mehr zur Debatte stünde“ erklären, denn „der Bundesgesetzgeber hat nämlich von Sanktionsmöglichkeiten für den Fall unterlassener Entschärfungsmassnahmen oder auch verbotswidrig neu errichteter gefährlicher Masten abgesehen“ und daher können auch die Netzbetreiber „nicht durchgreifend belangt werden“ (Eulenrundblick 66). Entgegenkommend ist zwar der Netzbetreiber nach entsprechenden Todesfunden bereit „den Todesmast zu entschärfen, die anderen Masten gleicher Bauart lassen sie aber zumeist so gefährlich wie sie sind“ (Eulenrundblick 66).

Ansonsten benötigen die Fleckenkäuze nach der Störung 10 – 15 Minuten zur Beruhigung. Im Mittel laut 15 Untersuchungen in 7 Ländern Europas (FALKE 12/2006) lagen die Todesursachen beim Uhu bei 24% bei Überlandleitungen, bei 25% bei Verfolgungen und bei 6 % durch den Verkehr.

Auf einer 50m langen Eisenbahnbrücke (FALKE 03/2009) wurden Anfang Februar 2009 ein Fuchs und ein Dachs überfahren mit der Folge, dass die Kadaver Mäusebussarde anlockten. Da die Triebfahrzeugführer (FALKE 03/2009) die Wildunfälle nicht meldeten, kamen 23 Mäusebussarde durch Zugunfälle um, und ein geretteter verletzter Mäusebussard starb im Zoo Halle am kommenden Tag.

In einer 18-monatigen Untersuchung im Zeitraum von „Anfang Dezember 2001 bis Juni 2003, ohne Mai 2003“ „wurden die Vogel- und Säugetierverluste an einem 43 km langen Teilstück der Bundesautobahn 8 zwischen München und Augsburg während der Fahrt protokolliert“, wobei man 403 Verkehrsopfer, die sich in 52% Säugetiere, 36% Vögel und 12% Unbestimmte aufteilten, fand (ORNITHOLOGISCHER ANZEIGER: Band 51, Heft 1 (2012)). Unter den Vogelopfern befanden sich 59 Mäusebussarde, lat. Buteo buteo, 10 Waldohreulen, lat. Asio otus, 4 Turmfalken, lat. Falco tinnunculus, 3 Schleiereulen, lat. Tyto alba, 1 Waldkauz, lat. Strix aluco und 16 unbestimmte Eulen (ORNITHOLOGISCHER ANZEIGER: Band 51, Heft 1 (2012)). Es wird angegeben, dass die Verluste „fast ausschliesslich im Winterhalbjahr“ anfallen, „wenn sich die Vögel an den Strassen einfinden, wo ständig Nahrung in Form von Aas oder verletzten Tieren anfällt“, aber auch „in Zeiten gesteigerter Aktivität durch Balz und Jungenaufzucht“ (ORNITHOLOGISCHER ANZEIGER: Band 51, Heft 1 (2012)). Allgemein findet man auch zur Untersuchung, dass in Deutschland geschätzt 10 Millionen Vögel „durch den Strassenverkehr ums Leben“ kommen, dass „59 Mäusebussarde und 30 Eulen – hauptsächlich Waldohreulen – registriert“ wurden, die umkamen (VÖGEL 04/2015).

Das Institut für terrestrische Ökologie Monks Wood in England (Falke 09/1999) stellte fest, dass von 1962 bis 1997 mehr Sperber durch Zusammenstösse mit Glasscheiben und Turmfalken „in“ Verkehrsunfällen starben, als durch Abschuss oder Vergiftung (Organochlorverbindung). Ca. 240.000 Vögel verunglücken in Europa täglich (Falke 07/2003) an Fenstern und anderen Glasflächen tödlich. Im Bundesland Brandenburg sterben (Falke 06/2004) jedes Jahr ca. 1000 bis 1500 Mäusebussarde an Autobahnen.

In einer in den Jahren 1974 bis 1986 gemachten Untersuchung bezüglich des Strassentodes von Eulen auf einer Fläche von 125km² in Westfalen zählte man 74 tote Schleiereulen, 46 tote Steinkäuze, 20 tote Waldohreulen und 11 tote Waldkäuze. Von all den gefundenen oder verletzten Eulen gibt man die Zahl mit 54 bis 60% an, die direkt durch den menschlichen Einfluss ("Strassentod") starben. 

Im Sterblichkeitsbericht 2015 (VulPro: Issue 3 December 2015: „Mortality report 2015: Jan - Dec 2015“) gefundener verstorbener afrikanischer Geier in Südamerika (Lowveld) musste man im Ergebnis angeben, dass 7 Kapgeier oder Fahlgeier, 120 Zwerggänsegeier oder Weissrückengeier und 2 Ohrengeier vergiftet gefunden wurden, 48 Kapgeier oder Fahlgeier, ein Zwerggänsegeier oder Weissrückengeier und ein Ohrengeier durch einen Stromschlag umkamen, 25 Kapgeier oder Fahlgeier, 2 Zwerggänsegeier oder Weissrückengeier und ein Ohrengeier durch Kollisionen umkamen.

Die Deutsche Wildtierstiftung, NABU und das Komitee gegen den Vogelmord „registrierten bereits 42 Fälle illegaler Verfolgung von Grossvögeln“, d.h. z.B. Seeadler, Schreiadler und Baumfalken „im Umfeld von neuen oder geplanten Windparks“ (FALKE 03/2016). So wurde beispielsweise ein Schreiadler-Horstbaum im Frühjahr 2014, der „dicht an einem geplanten Windpark“ lag „samt Nest komplett aus dem dichten Wald entfernt“ (FALKE 03/2016). Eine durch das Forstamt erstattete Anzeige brachte „kein Ergebnis“ und das Ermittlungsverfahren wurde in „ein paar Monaten später“ eingestellt (FALKE 03/2016).

370 Wildräder in 7 Windparks gibt es einerseits aufgrund der starken Winde in Gibraltar, andererseits (Falke 02/2000) wurden innerhalb eines Jahres 43 tote Gänsegeier und bald 40 andere tote Greifvögel gefunden. Die EU-Leitlinie „Windenergie-Entwicklung und NATURA 2000“ listet im Anhang II Greifvogelarten auf, bei denen man mit Kollisionen mit Windenergieanlagen rechnen muss. Zu den aufgeführten Arten zählen Gänsegeier, Schmutzgeier, Seeadler, Steinadler, Rotmilan und Turmfalke. Der „Eulenrundblick 62“ listet in diesem Zusammenhang auch die weltweiten Untersuchungsergebnisse auf. 1291 Greifvögel (18 Arten; unter anderen Gänsegeier, Schlangenadler, Zwergadler, Wiesenweihen, Wespenbussarde, Schmutzgeier) und 30 Eulen (insgesamt waren es 2132 Vögel) wurden als Kollisionsopfer zwischen 1993 bis 2010 in den verschiedenen Windparks in Südwestspanien gezählt. Runde 1000 Gänsegeier kollidieren jährlich (Stand: 2011) in Gesamtspanien mit Windenergieanlagen. 10 Seeadler wurden 2010 auf der norwegischen Insel Smola durch Windenergieanlagen getötet. 15 Greifvögel wurden als Kollisionsopfer zwischen 2004 bis 2010 in Nordostgriechenland (127 Windenergieanlagen) gefunden.

Im Altamont-Windpark in Kalifornien kamen durch die rund 3000 Windenergieanlagen „jährlich bis zu einhundert Steinadler und andere Greifvögel um“ (FALKE 12/2011). In einer Einschätzung (FALKE 01/2014) der Zahlen aus dem Jahr 2009 und 2012 bezüglich der Verluste an Windenergieanlagen in Nordamerika, stellte man eine 30%ige Erhöhung fest. Zu den im Jahr 2012 durch Windenergieanlagen umgekommen 573.000 Vögeln (FALKE 01/2014) zählten 83.000 Greifvögel, auch Steinadler und Kalifornischer Kondore.

In einer Fallstudie zum Thema "Rotmilan und Windkraft" (Poster auf der AG Eulen-Tagung 2006) kam man zu den Schlussfolgerungen, dass selbst ortstreue Brutvögel an Windenergieanlagen verunglücken, so dass man schlussfolgert, dass allein aus Gründen des Vogelschutzes die untersuchten Windparks nie hätten genehmigt werden dürfen. In der Broschüre „ LBV-Kompakt Greifvögel“ steht, dass mehr als 50 Fälle dokumentiert wurden, bei denen Rotmilane als Verluste zu beklagen waren. Auch für die Seeadler wurden Untersuchungen bezüglich der Windkraftanlagen („Seeadler: Bericht 2005 und 2006 für Brandenburg und Berlin“) durchgeführt, bei denen man auf die Verluste der Seeadlern aufmerksam macht. Eine Studie des Michael-Otto-Instituts im NABU (Falke 07/2007) besagt das Windkraftanlagen eine Stör- oder Unfallquelle für Vögel und Fledermäuse sind. Eine weitere Studie, die das Landesamtes für Natur und Umwelt des Landes Schleswig-Holstein in Auftrag gegeben hat (Falke 07/2007), wertet 45 Untersuchungen aus, und im Ergebnis steht fest, dass weniger die Anlagengrösse entscheident ist, vielmehr der Standort, weil in Wäldern und an Gewässern die meisten Unfälle zu verzeichnen sind. Die ersten getöteten Wiesenweihen und Rohrweihen aufgrund von Windenergieanlagen (FALKE 06/2011) wurden im Frühjahr 2010 in einem ostfriesischen Windpark festgestellt. In FALKE (12/2011) steht: Es „wurden bundesweit 146 Rotmilane, 57 Seeadler und 11 Uhus als Kollisionsopfer gefunden, in Norwegen und Schwden weitere 51 Seeadler und in Spanien 11 weitere Uhus (Stand Januar 2011; Zentrale Funddatei der Staatlichen Vogelschutzwarte Brandenburg). Da es nur wenige systematische Untersuchungen mit gezielter Suche nach kollidierten Vögeln gibt, ist eine hohe Dunkelziffer anzunehmen.“ Das Michael-Otto-Institut im NABU, das Leibnitz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung und BioConsult SH bekamen im Forschungsvorhaben >Windkraft & Greifvögel< heraus, „dass beim Rotmilan bis zu einem Drittel der Flugbewegungen im Bereich der Rotoren, also in Höhen zwischen 100m und 200m erfolgen“ (LBV-Vogelschutz 03/2012). In einer Analyse (VÖGEL 03/2014) gibt man an, dass von allen Kollissionsopfern mit Windenergie-Anlagen Rotmilane mit 89% am häufigsten (davon wieder 86% in der Zeitspanne „zwischen Revierbesetzung und selbständig werden der Jungvögel“) betroffen sind.

In 2 Fällen (FALKE 06/2012) entschied das Verwaltungsgericht Oldenburg „zum Schutz der Wiesenweihe“ mit den „Beschlüssen vom 10.6.2011 (5B1246/11) und 7.7.2011 (5B1433/11)“, dass „der Betrieb einer Windkraftanlage nachträglich eingeschränkt werden“ kann. Der Verwaltungsgerichtshof in Kassel entschied am 17.12.2013 (Aktenzeichen: 9A1540/12.Z-), dass zum „Ausschlussbereich von 1.000m um ein Rotmilanhorst … auch ein Nahrungshabitat für mehrere Rotmilanpaare im Prüfbereich von 6.000m“ dazu zählen kann (erhöhtes Tötungsrisiko nach §44 Abs.1 Nr.1 BNatSchG) „und damit zum Ausschluss der Genehmigungen für Windenergieanlagen führen“ (FALKE 11/2014) kann.

In einer in Nord- und Nordostdeutschland von 2012 bis 2014 durchgeführten Studie zur Vogelkollissionen an Windkraftanlagen wird angegeben, dass Mäusebussarde „zu den häufigsten Opfern an Windkraftanlagen“ zählen (FALKE 08/2016).

Im Zeitraum von 2005 bis Ende Januar 2014 wurden auf der norwegischen Insel Smøla mindestens 56 tödlich verunglückte Seeadler unter den 68 Windenergieanlagen (WEA) gefunden (ageulen.de: Illner: „Auswirkungen von Windenergieanlagen auf Vögel“ (April 2014)).

In Südspanien „verendeten einer >Fundacion Migres<-Statistik zufolge bisher fast 1.900 Gänsegeier“ an Windenergieanlagen (naturgucker: 25: Juli/August 2016).

Laut einer Analyse der Deutschen Wildtier Stiftung „werden in den Brutgebieten der letzten Schreiadler zahlreiche neue Flächen für Windenergieanlagen“ in Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg“ geplant (www.gefiederte-welt.de: 13.11.2015 „Ausbau der Windenergie gefährdet Schreiadler“). Schreiadler-Kollisionen mit Windenergieanlagen sind auch „aus Polen, Rumänien und Griechenland bekannt“ (www.gefiederte-welt.de: 13.11.2015 „Ausbau der Windenergie gefährdet Schreiadler“).

Zu den Auswirkungen von Windrädern auf Zugvögel fehlen andererseits derzeit „wirklich aussagekräftige Zahlen“, weil einfach bisher gar keine hinreichend seriöse Erforschung vorgenommen wurde (naturgucker: 25: Juli/August 2016). Um den Schaden auf der Zugstrasse von Gibraltar zu begrenzen, hat RWE Innogy neben den 2 Windparks mit 20 WEA auch eine Vogelwarte eingerichtet, wo eine Beobachterteam das Kontrollzentrum kontaktiert, „um die Windräder zu stoppen, bis die Tiere den Luftraum der Parks sicher verlassen haben“ (naturgucker: 25: Juli/August 2016).

In einer 85 tägigen Studie der Schweizerischen Vogelwarte Sempach „von Ende Februar und Mitte November 2015“ über den „Einfluss von Windenergieanlagen auf vorbeiziehende Vögel“ kam heraus, dass auf den Rötgenbildern „bei einem Großteil der genauer untersuchten Schlagopfer“ „Knochenfrakturen sichtbar“ waren (voegel-magazin.de vom 21.12.2016: „Einfluss von Windrädern ...“) und dass die Kollisionsereignisse „hauptsächlich in der Zugzeit im Frühling und Herbst festgestellt“ wurden (voegel-magazin.de vom 21.12.2016: „Einfluss von Windrädern ...“; FALKE 03/2017) und dass pro Windenergieanlage ein „Medianwert von 20,7 Vogelopfern pro Jahr ermittelt“ wurde (FALKE 03/2017).

Die Staatliche Vogelschutzwarte Brandenburg führt seit dem Jahr 2002 „eine zentrale Verlustdatei über Vögel und Fledermäuse als Windkraftopfer in Deutschland“ (FALKE 05/2014). Durch eine Untersuchung der staatlichen Vogelschutzwarte Brandenburg bezüglich der Totfunde von Rotmilanen aufgrund von Windenergieanlagen (WEA) im Bundesland Brandenburg stellte sich heraus, dass ab dem Jahre 2012 etwa 300 Rotmilane an den rund 2860 Windenergieanlagen (WEA), „was rund 3 % der nachbrutzeitlich vorhandenen Individuenzahl Brandenburgs entsprach“ tödlich verunglückten (ageulen.de: Illner: „Auswirkungen von Windenergieanlagen auf Vögel“ (April 2014)). Mittlerweile sind 3100 laufende Windenergieanlagen in Betrieb und man geht von etwa 308 Rotmilanen in Brandenburg aus (Grundlage ist einerseits die Methode zur Schätzung der Kollisionsraten des Bundesumweltministeriums und andererseits die Methode zur populationsbiologischen Folgenabschätzung; die „in den USA Bestandteil des Bundesrechts („Marine Mammal Protection Act“)“ ist), die jährlich durch Windenergieanlagen umkommen werden (FALKE 05/2014).

In Deutschland stehen „mehr als 26.000 Windenergieanlagen“ (Tagungsbroschüre 2016 der AG Eulen; Eulenrundblick 67; „EGE-Artenschutz-Information Nr. 8: … Windenergiewirtschaft ...“) und „im ersten Halbjahr 2016 kamen 782 hinzu“ (Eulenrundblick 67). Genaugenommen wurden im Jahr 2016 „in Deutschland mehr als 1.600 neue Windkraftanlagen“ errichtet, zusammen sind es „27.270 Windkraftanlagen“ (FALKE 03/2017). Man findet auch, dass jährlich „bis zu 1.800“ neue Windenergieanlagen gebaut werden und „die Liste der Todesopfer führt der Rotmilan an“ („EGE-Artenschutz-Information Nr. 8: … Windenergiewirtschaft ...“). Die Rotmilane zählen „zu den häufigsten Schlagopfern“, da sie nicht „bei den Jaddausflügen“ ausweichen und „oft von den Rotorblättern erschlagen“ werden, was am Ende auch oft zum „Ausfall des ganzen Geleges“ führt (“Der Falkner” (2016)). Es sind in Österreich „auch Steinadler und Wanderfalke“ betroffen (“Der Falkner” (2016)), so dass zusammenfassend „Windparkanlagen nicht viel ausser direkte Tötung von Vögeln, Verlust von Brut-, Rast- und Nahrungshabitat, den Verlust an Lebensraum für Wildtiere, die Reduktion der Biodiversität, keinen Beitrag zum Klimaschutz, denn die CO2-Emmissionen steigen nach wie vor, reduzierte Attraktivität der Landwirtschaft, aber eine finanzielle Besserstellung von Grossinvestoren“ bringen (“Der Falkner” (2016)).

Seeadler durch Stromschlag gestorben. (aufgenommen in der Deutschen Greifenwarte Bernolph Frhr. von Gemmingen, Burg Guttenberg (früher: Deutsche Greifenwarte Claus Fentzloff, Burg Guttenberg)

Die nachfolgenden Fotos zeigen Windräder oder Windenergieanlagen (WEA), Strommasten.                             .

Der NABU erstattete „wegen des Verstoßes gegen geltendes Naturschutzrecht“, weil „zwei Männer minutenlang mit Stöcken gegen den Stamm des traditionellen Brutbaumes schlugen, um“ „Rotmilane vom Brutplatz zu vertreiben“ „gegen einen Betreiber und den Flächenverpächter eines Windenergieparks im nordhessischen Landkreis Waldeck-Frankenberg Anzeige“, weil sie „den Betreiber und den Flächenverpächter dabei erwischt“ hatten, „wie sie die Ansiedlung eines Rotmilan-Brutpaars in der Nähe ihrer Windenergieanlagen durch massive Störung zu verhindern versuchten(gefiederte-welt.de am 25.05.2017: „... Rotmilan-Paar wird von Windbauern vertrieben“). Des Weiteren gibt der NABU an, „dass allein für den Zeitraum 2010 bis 2015 in 42 Fällen dringender Verdacht auf die illegale Zerstörung von Großvogelhorsten in Zusammenhang mit bestehenden und geplanten Windenergieanlagen bestand(gefiederte-welt.de am 25.05.2017: „... Rotmilan-Paar wird von Windbauern vertrieben“).

In einer Analyse „tot oder verletzt aufgefundener bayerischer Uhus in den Jahren 2004–2007“ kam heraus, dass 48% dem Strom aufgrund der Mittelspannungsmasten, 20% dem Strassenverkehr, 6% dem Bahnverkehr, 2% den Windenergieanlagen zum Opfer fielen oder geschätzt jährlich „bis zu 20%“ der bayrischen Uhus oder „rund 50 Uhus durch menschliche Einwirkung“ umkommen (LBV-Projekt-Report Felsbrüterschutz 1/2007).

Gebäudebrüter, „die ihren Brutplatz an menschlichen Bauwerken errichten“, wie Turmfalken und Schleiereulen, „seit Jahrhunderten mit“ den „Menschen in friedlicher Koexistenz gemeinsam unter einem Dach“ leben, „sind heute gefährdet“ (LBV-Vogelschutz 02/2017). Die Ursachen hierfür sind, dass „bei der energetischen Sanierung von Altbauten“ „die für Gebäudebrüter so wichtigen Nischen und Öffnungen“ in den Dächern und Fassaden verschlossen werden, „die sie zum Brüten brauchen“ und dass die „Grünanlagen und Gärten häufig naturfern gestaltet und bewirtschaftet sind und als Naturbiotope für Vögel kaum noch geeignet sind“ (LBV-Vogelschutz 02/2017).

 

 

02.06.07. des Menschen Lärm
Aufgrund einer Untersuchung (Falke 04/1999) des Fleckenkauzes, lat. Strix occidentalis lucida, wurden in einem Waldgebiet von New Mexico militärische Übungsflüge stark eingeschränkt, so dass herauskam die Schallquelle mehr als 105 Meter entfernt sein muss, damit sie die Fleckenkäuze und den Bruterfolg nicht mehr stören.

In einer Untersuchung bezügl. der Auswirkungen des Feuerwerks auf die Vogelwelt zum Jahreswechsel 2007/2008 wurden an 4 Nächten vom 30.12 bis 03.01. mit Hilfe niederländischer Wetterradarmessungsanlagen, die Mikrostrahlen aussenden, die (auch) von den Vögeln reflektiert werden und somit herausgefiltert werden können, Aufzeichnungen vorgenommen, aus denen hervorgeht, dass die Vögel in Panik „in Höhen, die sie sonst nie erreichen“ fliegen (FAZ: 29.12.2012: „Panik zum Jahreswechsel“). Des Weiteren findet man bezügl. der niederländischen Studien, dass „die stärksten Fluchtbewegungen bei Feuerwerken an Gewässern und Feuchtgebieten zu erkennen gewesen“ seien und es wird darauf verwiesen, dass es „nach dem Bundesnaturschutzgesetz verboten“ ist, „wild lebende Tiere der europäischen Vogelarten unter anderem während der Überwinterungszeit erheblich zu stören“. (Süddeutsche Zeitung: 27.12.2012: „Schock am Vögel“). In FALKE (01/2013) steht dazu, dass die Silvesterknallerei nach einer niederländischen Studie „in einem länderübergreifenden Forschungsprojekt der meteorologischen Institute der Niederlande, Belgiens und Frankreichs mit der Schweizerischen Vogelwarte Sempach“, untersucht wurden die Jahreswechsel 2007-2008, 2008-2009 und 2009-2010, zu Schockerlebnissen in der Vogelwelt führt. Wenige Minuten nach 0Uhr (Falke 01/2013) schreckten in allen 3 Jahreswenden „Tausende von Vögeln“ von ihren Schlafplätzen auf und flogen in Höhen von fast 1000m. Damit ist die Silvesterknallerei (Falke 01/2013) „nachweislich eine erhebliche, mitunter lebensbedrohliche Störung“ und im Bundesnaturschutzgesetz steht dazu „in §39 Abs.: „es ist verboten, [1.] wild lebende Tiere mutwillig zu beunruhigen“.“ Obwohl Feuerwerke zu Schockerlebnissen für die Vogelwelt mit Todesfolge führen können, werden trotzdem in unmittelbarer Nähe von Natur- und Vogelschutzgebieten“ Feuerwerke veranstaltet (voegel-magazin.de vom 29.12.2013: „Silvesterknallerei schädigt Vogelwelt).

Des Weiteren konnte man „am telemetrierten Gänsegeier des Tiergarten Hellbrunn in Salzburg” dokumentieren, dass Gänsegeier auf visuelle Reize, wie Lichtblitze, und auch auf akustische Reize, wie Böller und Pfeifen, reagieren („Berichte zum Vogelschutz“ (52/2015)). Der Herzschlag des freifliegenden Gänsegeiers erhöhte sich aufgrund des Silvesterfeuerwerks „von 50 auf 170“ Herzschläge „pro Minute, während sie bei den gewohnten Störungen durch nächtliche Kontrollfahrten nur auf ca. auf 100 Schläge/min anstieg“ („Berichte zum Vogelschutz“ (52/2015)). Der telemetrierte Gänsegeier zeigte trotz der Erregung keine „äussere Reaktion“ und beruhigte sich „eine Viertelstunde“ nach dem Silvesterfeuerwerk wieder („Berichte zum Vogelschutz“ (52/2015)). Auch konnte man dokumentieren, dass Greifvögel „weniger lärmempfindlich zu sein“ scheinen „als etwa Wasservögel“, auch wenn mit 4 „Greifvögeln in der Auswertung“ die Datenbasis sehr klein ist („Berichte zum Vogelschutz“ (52/2015)). Eulen zählen ebenso zu den Vögeln, die vor dem nächtlichen Feuerwerk fliehen („Berichte zum Vogelschutz“ (52/2015)).

Die Stressbelastung von Turmfalken, die Nistkästen in Strassennähe benutzen ist so hoch, „dass sie zehn Mal häufiger die Brut verlassen wie ihre Artgenossen, die unter vergleichbaren Biotopbedingungen abseits von Straßen und Wegen auf dem Land brüten“ (FALKE 10/2013).

Zu den Auswirkungen menschlicher Lärmquellen („anthropogener“ Lärm (vor allem Verkehrslärm)) auf Tiere (ageulen.de: Illner: „Auswirkungen anthropogenen Lärms“; April 2014) gibt es unter anderem bereits erste amerikanische Untersuchungen (zum Beispiel bezüglich des Fleckenkauzes in den alten Mischwäldern Nordkaliforniens und zum Beispiel bezüglich rastender Zugvögel im Südwesten von Idaho an einem Bergkamm mit Nadelbäumen und Schlehengebüsch). Dazu heisst des direkt: „Zu den möglichen direkten und indirekten oder versteckten Effekten zählen die Verminderung von Bestandsdichten, die Veränderung der Populationsstruktur (z.B. Ansiedlung von weniger fitten Individuen), Veränderung der räumlichen und zeitlichen Aktivitätsmuster und der Räuber-Beute-Beziehungen, Verminderung der Effizienz der Nahrungssuche, Störung der akustischen Kommunikation sowie der Beute- oder Feindwahrnehmung, Veränderungen der Fähigkeit zur Partneranlockung und Revierabwehr sowie physiologischer Stress, die einzeln oder im Zusammenwirken zu verminderten Verpaarungserfolg, Bruterfolg oder Überlebensrate einzelner Individuen führen können, was wiederum kumulativ betrachtet negative Auswirkungen auf Populationen von Arten oder Artengemeinschaft haben kann“ (ageulen.de: Illner: „Auswirkungen anthropogenen Lärms“; 2014).

In einer amerikanischen Untersuchung bezüglich der „Auswirkungen von permanentem Kompressorlärm auf den Vogelgesang“ im Norden New Mexicos kam im Ergebnis heraus, dass einerseits einige Vogelarten „den Gesang ändern“ und „mit dem Umgebungslärm zurechtkommen“ und dass andererseits „sehen sich weniger flexible Vögel genötigt, verlärmte Gebiete zu verlassen“ (FALKE 01/2012).

In einer weiteren amerikanischen Untersuchung bezüglich der Auswirkungen auf Kompressorlärm wurden 31 Sägekäuze, lat. Aegolius acadicus, dem Lärm ausgesetzt und man bekam heraus, dass „Sägekäuze keine Beute schlagen können, weil die von der Beute verursachten Geräusche vom Hintergrundlärm überdeckt wurden“, genaugenommen „pro Dezibel Lärmzunahme sinkt der Jagderfolg um 8%, ab 61dB wurden keine Mäuse mehr erbeutet“ (S.C.R.O.-Deutschland: „Jahresbericht 2016“).

In einer japanischen Untersuchung bezüglich der Auswirkungen von Stassenlärm auf Waldohreulen, lat. Asio otus, und Sumpfohreulen, lat. Asio flammeus, kam heraus, dass „bei einem Verkehrslärm von 40dB“ die Wahrnehmung der Beute „um 17% reduziert“ wurde und bei einem steigenden Lärm weiter reduziert wurde (S.C.R.O.-Deutschland: „Jahresbericht 2016“).

 

 

02.06.08. des Menschen Sport, Freizeitvergnügen
Bekanntgeworden sind des Weiteren Störungen, die bis zu Brutaufgaben aufgrund fanatischer Fotografen (Eulenrundblick 63) zur Erlangung brillanter Fotos führten. Als eine Sperbereule am 03. Dezember 2013 in Stollberg im Erzgebirge entdeckt wurde, einige rücksichtslose Fotografen (Ornithologen?) reisten mehrere Hundert Kilometer eigens dafür an, musste sogar die gesamte Streuobstwiese zum Schutze der Sperbereule gesperrt werden („Eulenwelt 2014“). Eine Eskalation in Stollberg, weil an einigen Tagen bis zu 50 Fotografen (VÖGEL 03/2014) oder im Maximum „zwei Reisebusse mit 100 >Eulenfreunden<“sich um die besten Plätze stritten, weil einige der Fotografen sogar verbotenerweise lebende „weisse Mäuse“ zum anlocken für entsprechende Sperbereulen-Fotos mitbrachten und verfütterten, weil die durch die Berichterstattung der Medien (MDR, BILD, Freie Presse) weitere Interessierte angelockt wurden, weil aufgrund von Handgreiflichkeiten mit den Anwohnern „mehrfach die Polizei“ verständigt werden musste, so dass am Ende das Ordnungsamt Stollberg die Sperrung des Aufenthaltsortes der Sperbereule „Ende Januar 2014“ veranlassen musste (VÖGEL 03/2014).

Das Geocaching ist die elektronische Schatzsuche mit Hilfe eines GPS-Empfängers. Auf diese GPS-Schnitzeljagd, um den Cache (Schatz) oder die Caches (Schätze) zu finden, gingen 2009 rund 25.000 Menschen (Eulenrundblick 61) in Deutschland. Das Problem ist, dass sich die Caches (Schätze) „nun zunehmend auch an Brutplätzen von Uhu & Co.“ (Eulenrundblick 61), nämlich an Felsen, Steinbrüchen und Höhlen, befinden und „dass ein Grossteil der Caches in den Habitaten störungsempfindlicher Pflanzen- und Tierarten platziert wird. Dort kann bereits die blosse Anwesenheit von Personen schwere Störungen dieser Arten verursachen“ (Eulenrundblick 62). Die Folgen (Eulenrundblick 61) sind aufgrund der Störungen ein geringer Uhu-Bruterfolg bis zum Ausbleiben der Uhu-Brut in Naturschutzgebieten. Das Problem der Revier- und Brutaufgaben (der Cache (Schatz) wird einfach in Steinkauznisthöhlen deponiert bzw. versteckt), trifft auch auf die Steinkäuze (Eulenrundblick 62) zu. Das „Geocaching“ mit über 164.000 Schatzverstecken (weltweit: 1,2 Millionen Schatzverstecke; Stand Dezember: 2010) führt zu einer qualitativen Entwertung der Uhu-Lebensräumen bis hin zu völligem Brutgebietsverlust (FALKE 03/2011).

Eine Studie zur Untersuchung des Konfliktfelds „zwischen Geocaching und den Brutstätten der felsbrütenden Vogelarten Uhu und Wanderfalke“ im Altmühl- und Donautal ergab, dass „rund 58 % aller bekannten Brutplätze beider Arten mindestens einen potenziell kritischen Geocache im Umkreis von 500m um den jeweiligen Horst“ hatten (LBV-Jahresbericht 2014/2015). Im Ergebnis wurde die „besonders konfliktträchtige Caches“ den „Eigentümern mit Bitte um Aufhebung angezeigt“, „Kooperationsmöglichkeiten mit aktiven Geocachern ausgelotet sowie ein Handlungsleitfaden zum Umgang mit kritischen Geocaches erarbeitet“ (LBV-Jahresbericht 2014/2015).

Die Rücksichtslosigkeit von Klettersportlern und Fotografen bezugnehmend einer Bartgeierbrut findet man auch in Österreich. „Die Verbotsschilder mit den Hinweisen auf die Brut hielten leider nicht alle Klettersportler davon ab, in den Eisfall einzusteigen“ und „nach dem Abschmelzen des Eises versuchten zudem zahlreiche Fotografen, sich dem Horst zu nähern, und die Parkförster mussten mehrmals mahnend und auch strafend einschreiten” (“Der Falkner” (2017)).

 

 

02.06.09. des Menschen mittelalterliche Traditionen
Das Gehirn der Schmutzgeier wird von einigen afrikanischen Eingeborenen aufgrund der Einbildung des "Erhaltens hellseherischer Fähigkeiten" ("Lebendige Wildnis, Tiere der Baumsavanne", Verlag Das Beste Stuttgart, 1995) gegessen. Auf den Märkten in Südafrika gibt es Geierknochen, Geierskelette, Geierfedern und fein gemahlenes Geierhirn und zu kaufen (FALKE 06/2010). Das gemahlene Geierhirn wird wie Schnupftabak eingenommen und soll „einstellende Visionen beispielsweise Lotteriegewinnnummern“ bringen (FALKE 06/2010). Im Sterblichkeitsbericht 2015 (VulPro: Issue 3 December 2015: „Mortality report 2015: Jan - Dec 2015“) ist zu entnehmen, dass in Südamerika (Lowveld) 32 Zwerggänsegeier oder Weissrückengeier für die traditionelle Medizin „Muti“ getötet wurden. Für die traditionelle Medizin „Muti“, für Zauberei und Weissagungen werden in West- und Südafrika Geier gejagt bzw. „durch Gifteinsatz erbeutet“, wobei allein nach Schätzungen für die traditionelle Medizin „Muti“ Geierverluste von ca. 29% „verantwortlich gemacht werden müssen“ (FALKE Sonderheft: „Geier“ (2016)).

An mehr als 50 Orten Perus, die das Yawar-Fest praktizieren, „das an die Befreiung von der spanischen Besatzung im 16. Jahrhundert erinnern soll“, in dem ein zuvor eingefangener Andenkondor mit seinen Füssen auf einen Bullen gebunden wird, wobei im „blutigen Zweikampf“ der Bulle einerseits versucht sich vom Andenkondor zu lösen und der Andenkondor auf den Rücken des Bullen einhackt, um sich ebenso zu befreien, ist bedeutungslos, wenn die Andenkondore dabei umkommen (FALKE 03/2017).

nach oben

.                                                                                                                 .

Klick zum externen Fotoalbum
Klick ...
Klick zum Leser-E-Mail-Archiv