meine rein persönlich private Internetseite

Block 1: Ein zusammenfassender Überblick über die Welt der Greifvögel und Eulen
09.01. Die Greifvögel und Eulen, von weltweitem Naturschutz, Roten Listen, etc.
09.02. Die Greifvögel und Eulen, von Zoologischen Einrichtungen und Falknereien
09.03. Die Greifvögel und Eulen, von Vereinen, Organisationen, Sonstigem
09.04. Die Greifvögel und Eulen, vom Vogelring bis zur Videoüberwachung
09.05. Die Greifvögel und Eulen, von gefundenen Wildvögeln
09.06. Die Greifvögel und Eulen, Exemplare für die Ewigkeit
09.07. Die Greifvögel und Eulen, die Evolution, vom Ende der Letzten
09.08. Die Greifvögel und Eulen, von Eulen, die Schmetterlinge sind
09.09. Die Greifvögel und Eulen, die Pilze sind

Um Wiederholungen bei den einzelnen Abschnitten meiner wissenschaftlichen Ausführungen / Ausarbeitungen zu vermeiden, verweise ich auf das Literaturverzeichnis, das sich auf der Seite “Greifvögel / Eulen 1” befindet. Hiermit untersage ich (Jens Wolf, www kaiseradler.de) jede weitere Verbreitung, Vervielfältigung, Verwertung meiner Fotos in welcher und / oder durch welche Art und / oder Weise auch immer. Genauso untersage ich hiermit jede weitere Verarbeitung, Vervielfältigung, Verwertung meiner wissenschaftlichen Ausführungen / Ausarbeitungen oder Teilen daraus. Das Inhaltsverzeichnis befindet sich auf der Seite “Greifvögel / Eulen A”. Es sei darauf hingewiesen, dass die Möglichkeit besteht, dass im Lauf der Zeit aufgrund von Veränderungen im Bestand der in den Falknereien und/oder (zoologischen) Einrichtungen gehaltenen Arten, die fotografierten Arten nicht mehr gezeigt werden oder nun andere Arten zu sehen sind.

09.01. Die Greifvögel und Eulen, von weltweitem Naturschutz, Roten Listen, etc.
Im 800 Jahrhundert n.u.Z wurden unter Karl dem Grossen (LBV-Broschüre „Der Habicht, Vogel des Jahres 2015“) Habicht-Diebe bereits mit Geldbussen bestraft. Prinzessin Eleonora d’Arborea von Sardinien verfasste 400 Jahre bevor die Eleonorenfalken im Jahre 1839 von Guiseppe Géné (der Eleonorenfalke wurde von ihm nach ihr benannt) beschrieben worden, „die ersten Gesetze zum Greifvogelschutz mit strengsten Strafen für das Ausnehmen von Falkennestern“ (Falke 11/2008). „Eduard III. von England verurteilte Habicht-Diebe im 14. Jahrhundert gar zum Tode“ (LBV-Broschüre „Der Habicht, Vogel des Jahres 2015“)

Ca. 10 Prozent aller Vogelarten, genau sind es 971 Vogelarten, sind laut der IUCN (International Union for Conservation of Nature, www.iucn.org) vom Aussterben bedroht. Das Buch "Bedrohte Tiere" (gedruckt 1994) hat die folgenden bedrohten Greifvogelarten, aus der IUCN-Liste aufgeführt:
01 Affenadler oder philippinischen Affenadler oder Philippinenadler, lat. Pithecophaga jefferyi
02 Mauritiusfalke oder Mauritius-Turmfalken, lat. Falco punctatus
03 Kalifornischer Kondor oder Kalifornienkondor, lat. Gymnogyps californianus
04 Madagaskar-Seeadler oder Madagaskar-Schreiseeadler, lat. Haliaeetus vociferoides
05 Seeadler, lat. Haliaeetus allicilla
06 Madagaskarschlangenhabicht oder Schlangenhabicht oder Madagaskar-Zwergadler, lat. Eutriorchis astur
07 Javaadler oder Java-Haubenadler oder Bartelsadler, lat. Spizaetus bartelsi
08 Graurückenbussard oder Graukopfbussard, lat. Leucopternis occidentalis
09 Grundlachsperber oder Grundlach-Habicht oder Kubasperber, lat. Accipiter grundlachii
10 Grauer Waldfalk oder Einbindenwaldfalke oder Bleiwaldfalke, lat. Micrastur plumbeus

In der „Roten Liste für alle Vogelarten der Erde“, die BirdLife International „im Auftrag der IUCN (International Union for Conservation of Nature)“ erstellte, kamen 361 Vogelarten hinzu, weil sie vom Status der Unterart in den Status einer Art erhoben wurden (voegel-magazin.de vom 29.07.2014: „Es gibt mehr Vogelarten als bisher bekannt“). Auf der Roten Liste von Birdlife International, die „gemeinsam mit der Europäischen Kommission und der Weltnaturschutzunion IUCN“ veröffentlicht wurde, stehen „82 von 451 Arten“, die vom Aussterben bedroht sind und weitere 11 Arten, „darunter die Schnee-Eule“ werden „als kritisch gefährdet eingestuft“ (www.sueddeutsche.de: 03.06.2015: „Viele Fisch- und Vogelarten in der EU in Gefahr“). Zum Gefährdungsgrad neotropischer Eulenarten wird angegeben, dass „40% der von der IUCN als >nicht gefährdet< eingestuften“ Eulenarten „sich bezüglich des Populationstrends auf dem Weg der Abnahme“ befinden (Kauzbrief 27 (2015)). Des weiteren gibt man an, dass „aufgrund mangelnder Verfügbarkeit von Studien die Kategorie >nicht gefährdet< durch >ungenügende Datengrundlage<“, weil nur für 22% der „Arten die Populationsgrösse bekannt ist“ korrigiert werden sollte (Kauzbrief 27 (2015)). BirdLife International gab auf der 13. „Vertragsstaatenkonferenz der UN-Konvention über die Biologische Vielfalt (CBD) in Cancún/Mexiko die jährliche Aktualisierung der Roten Liste“ bekannt und erkannte „weltweit 11.121 Vogelarten“ an, „742 Vogelarten“ wurden „neu anerkannt“ und „20 Prozent dieser erstmals beurteilten neuen Arten mussten sofort auf die Liste der global vom Aussterben bedrohten Arten bzw. auf die Vorwarnliste der bedrohten Arten gesetzt werden(gefiederte-welt.de am 03.01.2017 „... Globale Rote Liste gefährdeter Vogelarten“). BirdLife International stuft insgesamt 23% der gelisteten Arten als gefährdet ein, „davon zehn Prozent Arten der Vorwarnliste“ (gefiederte-welt.de am 03.01.2017 „... Globale Rote Liste gefährdeter Vogelarten“).

In einer Empfehlung der Umweltkonferenz der Vereinten Nationen im Jahre 1972 wurde im Jahre 1973 das „Washingtoner Artenschutzübereinkommen“ unterzeichnet. Im „Washingtoner Artenschutzübereinkommen“ (WA, engl. CITES, www.cites.org) werden alle geschützten Tiere und Pflanzen, je nachdem wie schutzbedürftig sie sind, aufgeführt. Zum Schutz vor der Ausrottung wurde der Import und Export bis zum kommerziellen Handelsverbot von ca. 8.000 Tierarten, ca. 40.000 Pflanzenarten und auch von Teilen davon, die aus bedrohten Arten entnommen oder gefertigt wurden, in verschiedenen internationalen Schutzkategorien (Anhangslisten) festgeschrieben und festgeregelt. Der erste Anhang betrifft die von der Ausrottung bedrohten Arten, der zweite Anhang betrifft die Arten, die „nur“ in bestimmten Ländern gefährdet sind, der dritte Anhang betrifft die Arten, für die ein internationaler Schutz als notwendig erachtet wird und im “vierten” Anhang sind die Arten enthalten, die noch nicht unter die internationalen Schutzkategorien fallen, aber dennoch bei der EU-Einführung überwacht werden. Der „vierte“ Anhang ist eigentlich die EU-Verordnung VO (EG) Nr. 338/97 und kein eigentlicher Anhang des „Washingtoner Artenschutzübereinkommen“. Die Einordnung des Schutzstatuses bei den Schwalmartigen erfolgt artbezogen.

Im „Washingtoner Artenschutzabkommen, Erkennungsbuch“ Band 2 und 3 (aus dem Jahre 1993 (ff.?)) findet man im Anhang I aus der Welt der Greifvögel / Eulen:
01 Affenadler oder philippinischen Affenadler oder Philippinenadler, lat. Pithecophaga jefferyi
02 Mauritiusfalke oder Mauritius-Turmfalken, lat. Falco punctatus
03 Madagaskar-Turmfalke der Unterart, lat. Falco punctatus albabranus

04 Weihnachtsinsel-Buschkauz oder Molukkenkauz oder Molukken-Buschkauz, lat. Ninox squamipila
05 Norfolk-Kuckuckskauz oder Norfolk-Kuckuckseule oder Norfolk-Insel-Kuckuckskauz, lat. Ninox boobook royana (inzwischen ausgestorben?)
06 Mindanao-Ohreule oder Rotohreule oder Riesenzwergohreule, lat. Mimizuku gurneyi (früher: Otus gurneyi)


Auf der Internetseite der
www.cites.org findet man den aktuellen Stand aller bedrohten / geschützten Greifvogel- und Eulenarten. (Stand: 22.12.2011 (unverändert seit dem März 2005))
Im Anhang I bezüglich der Greifvögel enthalten:
01 Kalifornischer Kondor oder Kalifornienkondor, lat. Gymnogyps californianus
02 Andenkondor, lat. Vultur gryphus
03 Spanischer Kaiseradler oder Westlicher Kaiseradler oder Prinzenadler, lat. Aquila adalberti (früher: Aquila heliaca adalberti)
04 Östlicher Kaiseradler oder Kaiseradler, lat. Aquila heliaca (früher: Aquila heliaca heliaca)
05 Affenadler oder philippinischen Affenadler oder Philippinenadler, lat. Pithecophaga jefferyi
06 Harpyie, lat. Harpia harpyja
07 Seeadler, lat. Haliaeetus allicilla
08 Kuba-Langschnabelmilan oder Langschnabelmilan oder Langschnabelweih oder Kuba-Langschnabelweih, lat. Chondrohierax wilsonii (früher: Chondrohierax uncinatus wilsonii
09 Mauritiusfalke oder Mauritius-Turmfalken, lat. Falco punctatus
10 Wanderfalke, lat. Falco peregrinus
11 Gerfalke oder Jagdfalke, lat. Falco rusticolus
12 Laggarfalke, lat. Falco jugger
13 Wüstenfalke oder Berberfalke oder Schahin, lat. Falco pelegrinoides
14 Madagaskarfalke oder Malegassen-Turmfalke, lat. Falco newtoni (nur die auf den Seychellen lebende Unterart)
15 Seychellenfalke oder Seychellen-Turmfalke, lat. Falco araea

Im Anhang II sind alle anderen Greifvögel (mit einer Ausnahme) enthalten. Die eine Ausnahme im Anhang III ist:
Königsgeier, lat. Sarcorhamphus papa

Im I. Anhang sind bezüglich der Eulen enthalten:
01 Madagaskar-Schleiereule oder kleine Madagaskar-Schleiereule oder Malegasseneule, lat. Tyto soumagnei
02 Blewittkauz oder Bänder-Steinkauz oder Waldfleckenkauz, lat. Athene blewitti
03 Rotohreule oder Riesenzwergohreule, lat. Mimizuku gurneyi (früher: Otus gurneyi)
04 ??, Unterart vom Neuseelandkuckuckskauz oder Kuckuckssperbereule, lat. Ninox novaeseelandiae (dass heisst die Unterart Ninox novaeseelandiae undulata)
05 ??, Unterart vom Weihnachtsinsel-Buschkauz oder Molukkenkauz oder Molukken-Buschkauz, lat. Ninox squamipila (dass heisst die Unterart Ninox squamipila natalis)

Alle anderen Eulen befinden sich im Anhang II des Washingtoner Artenschutzabkommens.

 

In den Jahren 1980 bis 1987 wurden als lebende Wildvögel in die Bundesrepublik Deutschland 52 Steppenadler, 49 Gaukler, 33 Schopfkarakaras, 31 Buntfalken, 28 Falklandkarakaras, 25 Sperbegeier, 24 Kappengeier, 23 Steinadler, 15 Sakerfalken, 15 Schreiseeadler, 13 Habichte eingeführt („Greifvögel und Falknerei“ (1989)).

In den Jahren 1980 bis 1986 wurden als tote Wildvögel in die Bundesrepublik Deutschland 4270 Habichte, 4108 Mäusebussarde, 1580Turmfalken, 1139 Sperber, 1036 Rauhfussbussarde, 157 Baumfalken eingeführt („Greifvögel und Falknerei“ (1989)).

 

Das 2007 erschienene Buch "Brehms verlorenes Tierlebens" listet von den Greifvögeln, Eulen und Schwälmen folgende bedrohte Arten auf:
Kalifornischer Kondor oder Kalifornienkondor, lat. Gymnogyps californianus
Kragenweih, lat. Leptodon forbesi (laut anderer Auffassung handelt es sich hier nur um das Immaturkleid des Cayenneweih oder Cayennemilan, lat. Leptodon cayanensis)
Kuba-Langschnabelmilan oder Langschnabelmilan oder Langschnabelweih oder Kuba-Langschnabelweih, lat. Chondrohierax wilsonii (früher: Chondrohierax uncinatus wilsonii)
Madagaskar-Seeadler oder Madagaskar-Schreiseeadler, lat. Haliaeetus vociferoides
Bengalgeier oder Begalengeier, lat. Gyps bengalensis (früher: Pseudogyps bengalensis)
Indischer Gänsegeier oder indischer Geier oder Langschnabelgeier oder Indiengeier oder Dünnschnabelgeier, lat. Gyps indicus
Schmalschnabelgeier oder Schlankschnabelgeier oder Dünnschnabelgeier, lat. Gyps tenuirostris (früher: Gyps indicus tenuirostris)
Haitibussard oder Ridgway-Bussard oder Hispaniolabussard, lat. Buteo ridgwayi
Affenadler oder philippinischen Affenadler oder Philippinenadler, lat. Pithecophaga jefferyi

Anjouan-Zwergohreule, lat. Otus capnodes
Moheli-Zwergohreule, lat. Otus moheliensis
Comoren-Zwergohreule, lat. Otus pauliani
Siau-Zwergohreule, lat. Otus siaoensis (früher: Otus magicus siaoensis)

Jamaika-Nachtschwalbe oder Jamaikanachtschwalbe oder Kleine Jamaika-Nachtschwalbe, lat. Siphonorhis americanus (früher: Siphonorhis americana oder Caprimulgus americanus)
Unterart: Puerto-Rico-Ziegenmelker oder Puerto-Rico-Nachtschwalbe, lat. Caprimulgus vociferus noctitherus oder(?) lat. Caprimulgus noctitherus
Schwarzrückenschwalm, lat. Aegotheles savesti


1976 setzte die BRD als
erste EG-Staat das „Washingtoner Artenschutzübereinkommen“ um. 179 Staaten (laut www.cites.org; Stand Dezember 2013) traten dem Abkommen bei und setzten es um.

Am 23.06.1979 wurde die „Bonner Konvention“ (Übereinkommen zur Erhaltung der wandernden Tierarten (Convention on Migratory Species, CMS) in Bonn unterzeichnet, die dem Schutz wandernder wild lebender Tierarten (Gesamt- oder Teilpopulationen von denen ein bedeutender Anteil regelmässig mindestens eine Staatsgrenze überschreitet) dienen soll. Die „Bonner Konvention“, die 1983 in Kraft trat, reicht vom Schutz vor Ort bis zur Wiederherstellung der Lebensräume. 119 Staaten (Stand 1. April 2013) sind dem Abkommen aus Europa, Asien, Afrika, Zentralamerika, Südamerika und Ozeanien beigetreten. Wandernder Tierarten sind neben den Zugvögeln auch Säugetiere (z.B. Wale, Antilopen), Reptilien (z.B. Meeresschildkröten) und Fischarten (z.B. Aale und Lachse).

Am 02.04.1979 trat die Vogelschutzrichtlinie (Richtlinie 79/409/EWG) als erster „Rechtsakt der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft im Naturschutz“ in Kraft (DDA: „Vögel in Deutschland“ (2009)). Die Vogelschutzrichtlinie (Richtlinie 79/409/EWG) „verpflichtet die Mitgliedstaaten, alle erforderlichen Maßnahmen zu ergreifen, um für sämtliche wildlebenden Vogelarten, die im Gebiet der Mitgliedstaaten heimisch sind, Lebensräume in ausreichender Größe und Vielfalt zu erhalten oder wieder herzustellen“ (DDA: „Vögel in Deutschland“ (2009)). Aus der Richtlinie 79/409/EWG wurde nach der „Konsolidierung im Jahr 2009“ die Richtlinie 2009/147/EG (FALKE Sonderheft „Vogelschutz“ (2017)). Nachdem man 30 Jahre Vogelschutzrichtlinie (FALKE 03/2010) zusammengefasst hat, stellte man fest, dass zwischen 1990 und 2007 der Bestand der „64 häufigsten Brutvogelarten Deutschlands“ um 20% zurückging. Von den 109 häufigsten europäischen Brutvogelarten (FALKE 03/2010) ging der Bestand bei 28% nach oben und bei 45% nach unten.

Im Statusreport des Bündnisses >Partners in Flight< kommt man zum „Ergebnis, dass in Nordamerika heute mehr als eine Milliarde Vögel weniger leben als noch vor vierzig Jahren (FALKE 11/2016). 

CMS Sekretariat in Bonn: www.cms.int (ENGLISCH !?)
Artenschutz-Datenbank: www.wisia.de
Weltregister: www.groms.de
Internationale „Rote Liste“: www.redlist.org (ENGLISCH, Recherche mit lateinischem Namen)
Partners in Flight: www.partnersinflight.org (ENGLISCH)

Auf der deutschen Roten Liste mit dem Stand 1994 (Heft 42 von 1994, "Rote Liste gefährdeter Tiere Deutschlands", Schriftenreihe für Landschaftspflege und Naturschutz) standen bezüglich der Greifvögel und Eulen:
in der Kategorie "Ausgestorben oder Verschollen": Gänsegeier, Schlangenadler und Habichtskauz
in der Kategorie "Vom Aussterben bedroht": Kornweihe, Wiesenweihe und Schreiadler
in der Kategorie "Stark gefährdet": Steinadler, Seeadler, Fischadler, Baumfalke, Wanderfalke, Sperlingskauz, Steinkauz, Europäischer Ziegenmelker und Sumpfohreule
in der Kategorie "Gefährdet": Wespenbussard, Schwarzmilan, Rotmilan, Rohrweihe, Schleiereule, Uhu
in der Kategorie "Vermehrungsgäste": Steppenweihe, Rotfussfalke, Habichtskauz und Zwergohreule
in der Kategorie "Gefährdete Wandertiere": Merlin

Auf der deutschen Roten Liste (Stand 1996) standen (laut Steinbach, Bezzel, Roché: „Greifvögel und Eulen“) bezüglich der Greifvögel und Eulen:
in der Kategorie "Ausgestorben oder Verschollen": Gänsegeier und Schlangenadler
in der Kategorie "Vom Aussterben bedroht": Kornweihe, Wiesenweihe und Sumpfohreule
in der Kategorie "Stark gefährdet": Steinadler, Schreiadler und Steinkauz
in der Kategorie "Gefährdet": Seeadler, Fischadler, Wanderfalke und Baumfalke
in der Kategorie "Arten mit geografischer Restriktion": Habichtskauz

Auf der deutschen Roten Liste mit dem Stand 1998 (Heft 55 von 1998, "Rote Liste gefährdeter Tiere Deutschlands", Schriftenreihe für Landschaftspflege und Naturschutz und Richarz, Bezzel, Hormann: "Taschenbuch für Vogelschutz“, 2001) standen bezüglich der Greifvögel und Eulen:
in der Kategorie "Ausgestorben oder Verschollen": Gänsegeier und Schlangenadler
in der Kategorie "Vom Aussterben bedroht": Kornweihe, Wiesenweihe und Sumpfohreule
in der Kategorie "Stark gefährdet": Steinadler, Schreiadler, Europäischer Ziegenmelker und Steinkauz
in der Kategorie "Gefährdet": Seeadler, Fischadler, Wanderfalke und Baumfalke
in der Kategorie "Arten mit geografischer Restriktion": Zwergohreule und Habichtskauz

Auf der deutschen Roten Liste (Stand 2002) standen bezüglich der Greifvögel und Eulen:
in der Kategorie "Ausgestorben oder Verschollen": Gänsegeier und Schlangenadler
in der Kategorie "Vom Aussterben bedroht": Kornweihe
in der Kategorie "Stark gefährdet": Steinadler, Schreiadler, Steinkauz und Wiesenweihe
in der Kategorie "Gefährdet": Seeadler, Fischadler, Uhu, Wanderfalke und Baumfalke
in der Kategorie "Arten mit geografischer Restriktion": Habichtskauz
in der „Vorwarnliste“: Rotmilan

Auf der vierten deutschen Roten Liste (veröffentlicht im September 2008 auf der Webseite www.nabu.de) standen bezüglich der Greifvögel, Eulen und Schwälme:
in der Kategorie 0 - “Bestand erloschen”: Gänsegeier, Schlangenadler
in der Kategorie 1 - “vom Aussterben bedroht”: Schreiadler, Sumpfohreule
in der Kategorie 2 - “stark gefährdet”: Kornweihe, Steinadler, Steinkauz, Wiesenweihe
in der Kategorie 3 - “gefährdet”: Baumfalke, Fischadler, Ziegenmelker
in der Kategorie R - “Arten mit geografischer Restriktion in Deutschland”:
Habichtskauz, Schelladler
in der Kategorie V - “Vorwarnliste”: Wespenbussard
Weitere Arten: Unregelmäßig brütende Arten (früher „Vermehrungsgäste“): Raufussbussard, Rotfussfalke, Steppenweihe, Würgfalke, Zwergadler, Zwergohreule

Auf der „Roten Liste gefährdeter Tiere Bayerns“ des Bayrischen Landesamts für Umweltschutz 2003 standen im Heft 166 bezüglich der Greifvögel und Eulen:
in der Kategorie "Ausgestorben oder Verschollen": Schreiadler, Sumpfohreule, Zwergohreule
in der Kategorie "Vom Aussterben bedroht": Kornweihe, Steinkauz, Wiesenweihe, Europäischer Ziegenmelker
in der Kategorie "Stark gefährdet": Steinadler, Fischadler, Habichtskauz, Rotmilan, Schleiereule
in der Kategorie "Gefährdet": Uhu, Wanderfalke, Habicht, Rohrweihe, Schwarzmilan, Wespenbussard
in der „Vorwarnliste“: Baumfalke, Waldohreule, Rauhfusskauz

Auf der Blauen Liste stehen alle lokal erfolgreich erhaltenen Arten aus der Roten Liste, die durch Natur und Umweltschutz gefördert worden sind.

„Rote Liste der Brutvögel Deutschlands“ (5. Fassung, 30.November 2015: „Berichte zum Vogelschutz“ (52/2015) standen bezüglich der Greifvögel, Eulen und Schwälme:
Kategorie 0: Ausgestorben oder Verschollen: Schlangenadler, Gänsegeier
Kategorie 1: Vom Aussterben bedroht: Schreiadler, Kornweihe, Sumpfohreule
Kategorie 2: Stark gefährdet: Wiesenweihe
Kategorie 3: Gefährdet: Fischadler, Wespenbussard, Baumfalke, Steinkauz, Europäischer Ziegenmelker oder Ziegenmelker
Kategorie R: Extrem selten: Schelladler, Steinadler, Zwergohreule, Habichtskauz
Kategorie V: Vorwarnliste: Rotmilan

 

Vom Naturschutzbund NABU, auch vom LBV, sind zum "Vogel des Jahres" bezüglich der Greifvögel und Eulen gewählt worden: www.vogel-des-jahres.de:
Wanderfalke (1971)
Steinkauz (1972)
Schleiereule (1977)
Rotmilan (2000,
www.rotmilan.de)
Uhu (2005)
Turmfalke (2007)
Habicht (2015)
Waldkauz (2017)

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Der Habicht, der Vogel des Jahres 2015, schafft es auf die Titelseiten der ornithologischen Fachpresse, die ihn mit entsprechenden Beiträgen mit dem aktuellen Wissensstand vorstellt.

Auch der Waldkauz, der Vogel des Jahres 2017, schafft es auf die Titelseiten der ornithologischen Fachpresse, die ihn mit entsprechenden Beiträgen mit dem aktuellen Wissensstand vorstellt. Bei 2 weiteren Zeitschriften landete der Waldkauz ebenfalls unter anderem auf der Titelseite.

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Seit 1998 wählt die schweizer Organisation Pro Natura (www.pronatura.ch) das Tier des Jahres:
Jahr: 2001 Steinadler

 

In Korea wurden laut dem Buch „Vögel Koreas“ 2007 folgende Greifvögel und Eulen
1. als „Naturdenkmal“ durch das „Gesetz zum Schutz der Kulturgüter in Korea“ festgelegt:
Mönchsgeier, Steinadler, Kornweihe, Mangrovenweihe, Seeadler, Riesenseeadler, Wanderfalke, Turmfalke, Habicht, Froschsperber oder Grauer Froschhabicht oder Chinesenschikra oder Chinesenhabicht, Zwergohreule, Halsband-Zwergohreule, Uhu, Schildkauz oder Zugkauz oder Falkenkauz
2. als „Geschützte Art“ eingestuft: Mönchsgeier, Kornweihe, Mangrovenweihe, Schwarzmilan, Merlin, Baumfalke, Uhu, Habichtskauz,
3. „als vom Aussterben bedrohte Art“ festgelegt: Steinadler, Seeadler, Riesenseeadler, Wanderfalke

In der 2013 erschienen BMU-Broschüre „Erstellung einer Warnliste in Deutschland noch nicht vorkommender invasiver Tiere und Pflanzen“ werden als Gefangenschaftsflüchtlinge der Falknereien Lannerfalken, Sakerfalken und Gerfalken angegeben.

 

Damit die Gebiete, dass heisst Landschafts- und Naturschutzgebiete, geschützt bleiben, damit sie nicht „übersehen“ werden, sind sie auch mit entsprechenden Hinweisschildern gekennzeichnet. Auf diesen befinden sich Adler (in den alten Bundesländern) oder Eulen (in den neuen Bundesländern). Zu den Hinweisschildern mit den Adlern, die von den Mitarbeitern des damaligen Bundesministeriums für Landwirtschaft der BRD entwarfen wurden, sei noch darauf verwiesen, dass diese sich am Vorbild eines amerikanischen Nationalparkschildes, die einen Weisskopfseeadler beinhalten, orientiert haben. Die Hinweisschilder mit den Eulen zeigen eine Waldohreule.

Seltener sind die Hinweisschilder „Geschützter Landschaftsbestandteil“ (mit Eule) und “Naturpark-Schutzzone“ (mit Adler). Auch ganz alte grüne Hinweisschilder „Landschaftsschutzgebiet“ (ohne Adler und Eule) existieren. Im Vogelpark Marlow gibt es die Hinweisschilder “Naturpark” mit “Eule”. Die Eule ist mit dem Hinweis “Naturdenkmal” nicht nur an Bäumen sondern auch an Häusern zu finden.


Aus dem „Gesetz über Naturschutz und Landschaftspflege (Bundesnaturschutzgesetz – BNatSchG)“:
§23 BNatSchG: Naturschutzgebiete
„(1) Naturschutzgebiete sind rechtsverbindlich festgesetzte Gebiete, in denen ein besonderer Schutz von Natur und Landschaft in ihrer Ganzheit oder in einzelnen Teilen erforderlich ist … zur Erhaltung, Entwicklung oder Wiederherstellung von Lebensstätten, Biotopen oder Lebensgemeinschaften bestimmter wild lebender Tier- und Pflanzenarten ...

Etwa 4% der Fläche in Deutschland sind Naturschutzgebiete (Eulenrundblick 66). Etwa 8.700 Naturschutzgebiete mit einer durchschnittlichen Grösse von ca. 150ha, wobei 60% kleiner als 50ha gross sind, 13% 200ha oder grösser sind , gibt es in Deutschland (Eulenrundblick 66).

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§24 BNatSchG: Nationalparke...
„(1) Nationalparke sind rechtsverbindlich festgesetzte einheitlich zu schützende Gebiete, die
1. großräumig, weitgehend unzerschnitten und von besonderer Eigenart sind,
2. in einem überwiegenden Teil ihres Gebiets die Voraussetzungen eines Naturschutzgebiets erfüllen ...

0,6% der Fläche in Deutschland sind Nationalparks und davon gibt es 16, die mehr als 1 Million ha gross sind (Eulenrundblick 66).

§25 BNatSchG: Biosphärenreservate
„(1) Biosphärenreservate sind einheitlich zu schützende und zu entwickelnde Gebiete, die
1. großräumig und für bestimmte Landschaftstypen charakteristisch sind,
2. in wesentlichen Teilen ihres Gebiets die Voraussetzungen eines Naturschutzgebiets, im Übrigen überwiegend eines Landschaftsschutzgebiets erfüllen ...

 

§26 BNatSchG: Landschaftsschutzgebiete
„(1) Landschaftsschutzgebiete sind rechtsverbindlich festgesetzte Gebiete, in denen ein besonderer Schutz von Natur und Landschaft erforderlich ist ...

28% der Fläche in Deutschland sind Landschaftsschutzgebiete (Eulenrundblick 66).

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§27 BNatSchG: Naturparke
„(1) Naturparke sind einheitlich zu entwickelnde und zu pflegende Gebiete, die
1. großräumig sind,
2. überwiegend Landschaftsschutzgebiete oder Naturschutzgebiete sind,

3. sich wegen ihrer landschaftlichen Voraussetzungen für die Erholung besonders eignen und in denen ein nachhaltiger Tourismus angestrebt wird ...

§28 BNatSchG: Naturdenkmäler
„(1) Naturdenkmäler sind rechtsverbindlich festgesetzte Einzelschöpfungen der Natur oder entsprechende Flächen bis zu fünf Hektar, deren besonderer Schutz erforderlich ist ...

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§29 BNatSchG: Geschützte Landschaftsbestandteile
„(1) Geschützte Landschaftsbestandteile sind rechtsverbindlich festgesetzte Teile von Natur und Landschaft, deren besonderer Schutz erforderlich ist … wegen ihrer Bedeutung als Lebensstätten bestimmter wild lebender Tier- und Pflanzenarten. ...

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§30 BNatSchG: Gesetzlich geschützte Biotope
„(1) Bestimmte Teile von Natur und Landschaft, die eine besondere Bedeutung als Biotope haben, werden gesetzlich geschützt …

In der Umgebung der Deutschen Greifenwarte Bernolph Frhr. von Gemmingen, Burg Guttenberg (früher: Deutsche Greifenwarte Claus Fentzloff, Burg Guttenberg) wurden 2 weitere Hinweis-Schilder aufgenommen.

11,2% der Landfläche in Deutschland sind EG-Vogelschutzgebiete, wovon es rund 740 gibt (Eulenrundblick 66). Des Weiteren findet man, dass „es in Deutschland 742 EU-Vogelschutzgebiete, die etwa 14,5% der Gesamtfläche Deutschlands (inklusive Meergebiete) einnehmen(FALKE Sonderheft „Vogelschutz“ (2017)), gibt und dass es in Deutschland „742 Europäische Vogelschutzgebiete“ gibt und in diesen erreichen 95% der Brutvogelarten „innerhalb der Schutzgebietskulisse Anteile von mindestens einem Fünftel hiesigen Brutbestands, immerhin knapp die Hälfte sogar mehr als 60%“ (DDA: „Vögel in Deutschland“ (2014)). In den Europäischen Vogelschutzgebieten brüten „rund 30% der Schwarzmilan-Paare in Deutschland“ (DDA: „Vögel in Deutschland“ (2014)). Profitiert haben „in Deutschland in den letzten 25 Jahren“ von der EU-Vogelschutzrichtlinie die Schwarzstörche um 1.655% , die Seeadler um 393%, die Wiesenweihen um 238%, die Wanderfalken um 215% und die Kraniche um 415% (FALKE Sonderheft „Vogelschutz“ (2017)).

9,3% der Landfläche in Deutschland sind FFH-Gebiete aufgrund der Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie (Eulenrundblick 66). Es gibt aktuell ca. 4.600 FFH-Gebiete und seit dem Jahr 2010 sind 2.600 „FFH-Gebiete nicht ausreichend unter gesetzlichen Schutz gestellt und mit Managementplänen versehen“ (Eulenrundblick 66). Man findet auch, dass die Natura 2000-Gebiete „in Deutschland 15,4% der terrestrischen und 45% der maritimen Fläche“ umfassen, wo bei diese Anteile auf „teils überlagernde 4.557 FFH- und 742 EG-Vogelschutzgebiete“ entfallen (FALKE Sonderheft „Vogelschutz“ (2017)).

Im „Rahmen der Konvention zum Erhalt der Biologischen Vielfalt“ haben sich die Regierungen weltweit bis zum Jahr 2020 verpflichtet, „das Artensterben aufzuhalten und für Natur bedeutende Flächen unter Schutz zu stellen“ (FALKE 11/2012). Eine von der Cambridge Initiative Collaborative Fund for Conservation and Arcadia finanzierte Studie ermittelte, „dass zur Verminderung des Artenschwundes und der Verbesserung des Zustandes aller als weltweit bedroht geltenden Tier- und Pflanzenarten jährlich 3,41 bis 4,76 Milliarden US-Dollar investiert werden müssen“ (FALKE 11/2012). Des Weiteren werden die Investitionen „zum Schutz und sinnvollen Management eines weltweiten Netzwerkes von Naturschutzflächen auf jährlich 76,1 Milliarden US-Dollar geschätzt“ (FALKE 11/2012).

Das nachfolgende Foto wurde im Naturschutzgebiet Fürth Hainberg aufgenommen.

09.02. Die Greifvögel und Eulen, von Zoologischen Einrichtungen und Falknereien
Zurückgehend bis in das 5. und 4 Jahrtausend vor unsere Zeitrechnung („Zoo: von der Menagerie zum Tierpark“) wurden heilige Tiere in und bei den Tempeln im alten Ägypten gehalten. Andererseits findet man, dass die ersten zoologischen Gärten um ca. 1800 v.u,Z. in Ägypten entstanden, die Pharaonen hielten Tiere in Käfigen in der Nähe ihrer Paläste (Dolder/Dolder: „Wunderland Zoo“ (1978); „Gärten für Tiere“ (2012)) und um 1500 v.u,Z. errichtete die „Königen Hatschepsut bei der grossen Tempelanlage Deir el Bahri in Theben den >Garten des Ammon<“ (Dolder/Dolder: „Wunderland Zoo“ (1978)). Oder es heisst, dass bis in das 3. Jahrtausend vor unsere Zeitrechnung („Gärten für Tiere“, 2012) Hinweise auf Tierparks im Gebiet zwischen Euphrat und Zentralchina gibt. Den ersten dokumentierte Tiergarten gab es um das 2. Jahrtausend vor unsere Zeitrechnung (Kleina, Flock: „Die Aufgaben der Zoologischen Gärten in Deutschland im Rahmen des Artenschutzes“, 2010) in China.

Der Aztekenherrscher Montezumas besass den „wahrscheinlich grössten“ Tiergarten mit „ungeheuren Ausmassen“, „der je bestanden hat“ (Dolder/Dolder: „Wunderland Zoo“ (1978)). Der Tiergarten Montezumas beinhaltete „nahezu alle Tiere der mittelamerikanischen Region“, „alle Schmuckvögel des Kontinents“ waren „in einem riesigen Vogelhaus“ untergebracht und es soll auch Bisons, Schlangen, Huftiere und Raubtiere gegeben haben (Dolder/Dolder: „Wunderland Zoo“ (1978)).

Im Jahre 1150 vor unsere Zeitrechnung („Gärten für Tiere“, 2012) findet man, dass auch der Chinesische Kaiser ebenfalls verschiedene Tiere hielt. Kaiser Augustus (63 bis 14 vor unsere Zeitrechnung) soll 3500 Tiere und Kaiser Trajans (59 bis 117 unsere Zeitrechnung) soll 11000 Tiere („Gärten für Tiere“, 2012) besessen haben. Friedrich II baute erste Tiergärten („Gärten für Tiere“, 2012). Es entstanden Menagerien in Stuttgart (erste Erwähnung 1350), 1399 in Frankfurt, 1448 in Solothurn und 1552 durch Kaiser Maximilian II beim österreichischem Schloss Ebersdorf („Gärten für Tiere“, 2012). In Europa wurde die Haltung wilder Tiere unverzichtbarer Luxus der Aristokratie im 16. und 18 Jahrhundert. Informationen zu Wandermenagerien, die von Stadt zu Stadt zogen, um die Tieren zu präsentieren, findet man im 19. Jahrhundert (Dittrich: „Zootierhaltung, Tiere in menschlicher Obhut“, 2004). In Europa entstanden die ersten Zoos Paris im Jardin des Plantes 1793 (aufgrund der Auflösung der königlichen Menagerie von Versailes), in London 1828, in Amsterdam 1838, in Antwerpen 1843 und in Berlin 1844 (Dolder/Dolder: „Wunderland Zoo“ (1978)).

Die „EU-Zoo-Richtlinie 1999/22/EG des Rates über die Haltung von Wildtieren in Zoos“, die Rahmenbedingungen für die Mitgliedsstaaten liefert (animal-public.de: „DER EU ZOO REPORT 2011“), trat 1999 in Kraft und wurde im April 2002 in Deutschland umgesetzt. In der EU wird der Bestand auf „mindestens 3.500“ genehmigte zoologische Einrichtungen und auf „ungefähr 600“ deutsche zoologische Einrichtungen (mangels Prüfung bezügl. einer Zulassung nach § 42 (1) BNatSchG; sonst wären es vielleicht mehr) geschätzt (animal-public.de: „DER EU ZOO REPORT 2011“). In Deutschland (animal-public.de: „DER EU ZOO REPORT 2011“) gibt es keine zentrale Erfassung oder Datenbank der genehmigten Zoos.

Zu den 100 häufigsten Tierarten, die in zoologischen Einrichtungen in Deutschland (BMU: „Erstellung einer Warnliste in Deutschland noch nicht vorkommender invasiver Tiere und Pflanzen“, 2013) gehalten werden, zählen der Reihe nach folgende Greifvögel und Eulen:
Platz: 04. Europäischer Uhu
Platz: 06. Schnee-Eule
Platz: 36. Schleiereule
Platz: 37. Waldkauz
Platz: 49. Bartkauz
Platz: 57. Gänsegeier
Platz: 61. Mäusebussard
Platz: 63. Steinkauz
Platz: 71. Turmfalke

Die Zoos beteiligen sich heute an Forschungsaktivitäten, fördern die Aufklärung und das Bewusstsein der Öffentlichkeit besonders für die gehaltenen Tiere. Durch Veröffentlichungen werden die Forschungsaktivitäten verbreitet.

Da sich die verschiedenen Einrichtungen auch mit der Zucht beschäftigen gibt es auch entsprechende Welt-Erst-Zuchterfolge. So gab es Welt-Erstzuchterfolge im Jahre 1981 vom Tierpark Berlin (Friedrichsfelde) bei den Keilschwanzadlern. Die ersten Kuttengeier wurden 1980 im Tierpark Berlin (Friedrichsfelde) gezüchtet. Dem Vogelpark Walsrode (heute: Weltvogelpark) gelang im Jahre 1981 der Welterstzuchterfolg bei den Sekretären.

Der Tiergarten Nürnberg beteiligt sich an verschiedenen Auswilderungsprogrammen. Seit 2003 hat auch der Tiergarten Nürnberg 17 Habichtskäuze in den Nationalpark Bayrischer Wald und im „Biosphärenreservat Wienerwald“ (ausgehangene Presseinformation vom 29.05.2012 im Tiergarten) ausgewildert bzw. seit 2003 20 Habichtskäuze „im Nationalpark Bayerischer Wald, im Biosphärenreservat Wienerwald und im Wildnisgebiet Dürrenstein“ ausgewildert und 5 Habichtskäuze an österreichische Zuchtstationen gegeben (tiergarten.nuernberg.de: 22.05.2015: „Wieder Eulen für die Natur“). Im Buch „Tiergarten Nürnberg, Der Landschaftszoo am Schmausenbuck und seine Direktoren“ (von 2014) heisst es, dass 14 Habichtskäuze in den Nationalpark Bayrischer Wald und 4 Habichtskäuze nach Österreich ausgewildert wurden. Die erste Nachzucht bei den Bartgeiern gelang dem Tiergarten Nürnberg im März 1997, wobei das Kücken gleich nach einem Tag zur Eulen- und Greifvogelstation Haringsee bei Wien geschafft wurde und es einem Ammenelternpaar untergelegt wurde („Tiergarten Nürnberg, Der Landschaftszoo am Schmausenbuck und seine Direktoren“, 2014), so dass es später in den Westalpen ausgewildert werden konnte. Bisher wurden im Laufe der Zeit im Tiergarten Nürnberg elf Harpyien geboren und aufgezogen. Die Jungvögel kamen an andere Zoos und Zuchtprojekte in Südamerika. ("Wegweiser durch den Tiergarten Nürnberg“, 32. Auflage (2007), 35. Auflage (2011); E-Mail (Antwort) vom 14.03.2011 vom Tiergarten Nürnberg). Auch wurden mehrere im Tiergarten Nürnberg geschlüpfte Uhus ("Wegweiser durch den Tiergarten Nürnberg" (35. Auflage (2011)) ausgewildert. 43 junge Weisskopfseeadler wurden im Tiergarten Nürnberg („Wegweiser durch den Tiergarten“, 36. Auflage; Dr. Mägdefrau per Mail am 01.10.2014) grossgezogen, die anschliessend an Zoos und Falknerein weitergegeben wurden. 14 Andenkondore (Pressemitteilung vom 14.10.2014 auf der Webseite des Tiergartens Nürnberg) wurden von einem per Hand aufgezogenen Andenkondorpaar im Tiergarten Nürnberg im Rahmen des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms grossgezogen.

Die nachfolgenden Fotos zeigen vom Tiergarten Nürnberg ein Werbeplakat (links oben), ein Hausgemälde (links unten), die Strassenbahn “zum” Tiergarten Nürnberg (rechts).

Werbeprospekt der Zooschule des Tiergartens Nürnberg

Die Harpyien-Welterstzucht gelang dem Tierpark Berlin (Friedrichsfelde) im Jahre 1981. Von den 4 aufgezogenen Jungvögeln aus den Jahren 1981, 1982, 1984 und 1985 wurden einige Jungvögel wieder in Brasilien ausgewildert („Tiergarten Nürnberg, Wegweiser durch den Tiergarten der Stadt Nürnberg“, 24. Auflage (1989); E-Mail (Antwort) vom 17.12.2010 vom Tierpark Berlin (Friedrichsfelde); „Tierpark Berlin; Wegweiser durch den Tierpark“ 48. Auflage). Aus dem Tiergarten Berlin (Friedrichsfelde) wurden 25 junge Bartgeier, davon 16 an verschiedenen Stellen der Alpen, ausgewildert (Gefiederte Welt 07/2016). Derzeit „haben sich in den Alpen bereits mehr als 20 aktive Brutpaare etabliert und es sind über 100 Jungvögel ausgeflogen“ (Gefiederte Welt 07/2016).

Ausgewildert wurden jedoch auch aus dem Tiergarten Berlin (Friedrichsfelde) 2009 und 2013 je ein Bartgeier im „Nationalpark Sierra de Cazorla, Andalusien“ und ein Bartgeier 2012 im „Nationalpark Cevennen, Südfrankreich“ (Gefiederte Welt 07/2016). Des Weiteren findet man, dass im Jahr 2013 der Tiergarten Nürnberg und der Tierpark Berlin (Friedrichsfelde) jeweils einen Bartgeier in Südspanien in der Sierra Segura und Cazorla (manati 02/2013) auswilderten.

Im Zoo Stuttgart (Wilhelma) wurde im Jahre 1989 der erste Seeadler-Jungvogel, weitere folgten, grossgezogen (Prof. Jauch: „Wilhema, der zoologisch-botanische Garten in Stuttgart“, 2013/2014). Die Jungvögel der Seeadler (Prof. Jauch: „Wilhema, der zoologisch-botanische Garten in Stuttgart“, 2013/2014) wurden alle ausgewildert. Im Jahre 2011 schlüpften zwei Gänsegeier-Küken (Wilhema-Magazin: 02/2011) im Zoo Stuttgart (Wilhema). Im Zoo Stuttgart (Wilhema) wurden insgesamt bereits „über dreissig“ Gänsegeier grossgezogen (Wilhema-Pressemitteilung vom 21.05.2014: „Neues aus dem Greifvogelrevier ...“). Im Jahre 2014 wurden 3 Gänsegeier, die 2 im Jahr 2011 geschlüpften Gänsegeier-Küken und ein Gänsegeier-Küken aus dem Jahr 2012 in den Bergen Bulgariens im Rahmen eines Auswilderungsprojektes mit Hilfe der Organisation „Green Balkans“ ausgewildert (Wilhema-Pressemitteilung vom 21.05.2014: „Neues aus dem Greifvogelrevier ...“). Bisher wurden 26 Gänsegeier seit 2010 freigelassen / ausgewildert (Pressemitteilung vom 21.05.2014: „Neues aus dem Greifvogelrevier ...“).

Der Zoo Krefeld wilderte in den 90er Jahren in der Eifel europäischen Uhus, lat. Bubo bubo, der Zoo Neuwied wilderte Schleiereulen, lat. Tyto alba, der Tierpark Berlin wilderte 15 junge Bartgeier, lat. Gypaetus barbatus und der Zoo Leipzig wilderte europäischer Uhus, lat. Bubo bubo (animal-public.de: „DER EU ZOO REPORT 2011“) aus. Der Zoo Leipzig unterstützt seit über 10 Jahren (“Leipziger Volkszeitung”: Zoo Live vom 24.09.2011) ein Auswilderungsprojekt für Steinkäuze. Vier Steinkäuze konnten so beispielsweise 2010 ausgewildert werden.

Einem privaten deutschen Züchter gelang in Deutschland 1888 die Nachzucht der Zwergohreule. Der Zoo London züchtete als erster Zoo den Kap-Uhu im Jahre 1905 nach. Die erste Zucht der Halsring-Zwergohreulen gelang 1943 dem Zoologischen Garten Dehiwela (Sri Lanka). 1961 gelang die Erstzucht der Madagaskar-Zwergohreule im Tierpark Krefeld. Der Habichtskauz wurde im Jahre 1965 zuerst im Tiergarten Nürnberg (zuvor hatte nur Herrn Brehm einen Zuchterfolg im Jahre 1904 bezüglich der Habichtskäuze vermeldet) gezüchtet. Die Erstzucht des Afrika-Waldkauzes gelang dem Zoo London (Grossbritannien) im Jahre 1968-1969. Den Milchuhu züchtete zuerst der Zoo Amsterdam im Jahre 1971 nach. Die Welt-Erstzucht des Kamerun-Uhus gelang dem niederländischen Vogelpark Wassenaar im Jahre 1971. Der Brasilkauz wurde im Tierpark Berlin (Friedrichfelde) im Jahre 1972 zuerst gezüchtet. Die Erstzucht des Bartkauzes gelang 1974 dem Zoo Kopenhagen in Dänemark. Im Jahre 1976 gelang die Erstzucht des Elfenkauzes im Nationalzoo Washington (USA), des Malaienkauzes im Tiergarten Heidelberg und des Perlkauzes im Zoo Stuttgart (Wilhema).
www.zoodirektoren.de, www.zoo-ag.de, www.zootierliste.de, www.zoo-infos.org

Zur ältesten Form der Jagd findet man, dass „die nomadisch lebenden Reitervölker in Zentralasien“ als erstes „die Beizjagd ausgeübt haben“ und sich „die Technik der Beizjagd“ „im Laufe von 4.000 Jahren kaum verändert“ hat („ORDEN DEUTSCHER FALKONIERE“ (2010)). Die Beizjagd ist „die Jagd mit dem abgetragenen“ Greifvogel, wobei vor allem mit „Falken, aber auch mit Habichten, Sperbern und Adlern (Stein-, Kaiser- und Habichtsadler)“ gejagt wird (Stinglwagner, Haseder: „Knaurs Grosses Jagdlexikon“ (1999, 2000)). Zu den Ursprüngen der Falknerei findet man des Weiteren in Kasachstan „zwischen 2.500 bis 1.800 Jahre“ alte Zeichnungen von Adlerjägern oder Falknern mit Sakerfalken aus der Broncezeit (“Der Falkner” (2005)), man findet auch „Bestattungen einer Oberschicht, die mit Falknerei zu tun“ hatte, die vor „rund 2000“ Jahren in China stattfanden und die vor „rund 1500“ Jahren in „Korea, Japan, Schweden und Norwegen“ stattfanden („ORDEN DEUTSCHER FALKONIERE“ (2014-2015)), man findet aber auch, dass „die Ursprünge der Falknerei“ umstritten sind und die Anfänge „im vorderen oder mittleren Orient, vielleicht auch im fernen Osten (Japan, China)“ liegen sollen (Blase: „Die Jägerprüfung“ (2007)).

Karl der Grosse „regelte die Falkenjagd durch Gesetze und verbot sie allen Unfreien“ (Stinglwagner, Haseder: „Knaurs Grosses Jagdlexikon“ (1999, 2000)) und es wird angegeben, dass man mitteleuropäische Gesetzestexte „bis zu 1500 Jahre“ bezüglich der Falknerei zurückverfolgen kann („ORDEN DEUTSCHER FALKONIERE“ (2014-2015)). Kaiser Friedrich II aus dem 13. Jahrhundert („ORDEN DEUTSCHER FALKONIERE“ (2014-2015)) bzw. „der Hohenstaufenkaiser Friedrich II (1194-1250)“ (“Der Falkner” (2013)) schrieb sein Buch „De arte venandi cum avibus“ - „Die Kunst, mit Vögeln zu jagen“, welches „erstmals 1596 erschien“ (Stinglwagner, Haseder: „Knaurs Grosses Jagdlexikon“ (1999, 2000)) oder schrieb „zusammen mit seinem Sohn Manfred das 6 Bände umfassende berühmte und wohl beeindruckenste ornithologische und falknerische Werk „De arte venandi cum avibus“ (Die Kunst, mit Vögeln zu jagen)“ (Trommer: „Greifvögel“) oder schrieb sein 7-bändiges Werk „De arte venandi cum avibus“ (Von der Kunst, mit Vögeln zu jagen)“ in dem er auf das Gefieder, den Flug („Ruder-, Segel- und hüpfender Flug“), die Mauser, die Anatomie, das Zugverhalten, die Nahrung einging (Busching: „Einführung in die Gefieder- und Rupfungskunde“ (2005)).

Am 18.08.2009 schlugen die 12 Staaten Belgien, Frankreich, Katar, Marokko, Mongolei, Slowakei, Saudi-Arabien, Spanien, Südkorea, Syrien, Tschechische Republik und die Vereinigten Arabischen Emirate in Abu Dhabi die Falknerei zur Aufnahme in die "Repräsentativen Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit“ der UNESCO vor (BEIZjagd 01/2010). Die Falknerei wurde am 16.11.2010 „von der UNESCO als immaterielles Kulturerbe anerkannt“ (www.falknerei.de). Im Jahre 2010 wurden die Länder Belgien, Frankreich, Katar, Marokko, Mongolei, Saudi-Arabien, Spanien, Südkorea, Syrien, Tschechische Republik und die Vereinigten Arabischen Emirate in die Weltliste eingetragen (“Der Falkner” ( 2013)), im Dezember 2012 kamen die Länder Österreich und Ungarn hinzu (“Der Falkner” (2013); BEIZjagd 9 (01/2012)) und im Jahre 2014 kam Deutschland hinzu (PIRSCH 01/2015) bzw. am 11.12.2014 kam Deutschland hinzu („Greifvögel und Falknerei“ (2015)).

Die heutigen Falkenhöfe sind heute „vor allem“ Bildungsstätten „für Falknerei- und Greifvogelkunde, um die Gesellschaft für den Schutz der Greifvögel und Falknerei zu gewinnen“ (“Der Falkner” (2013)).

 

Um gefährdete Tierarten vor dem Aussterben zu schützen, entstanden mehrere grosse Zusammenschlüsse für eine koordinierte Erhaltungszucht. Laut Wikipedia sind dieses:

Europa:
European Association of Zoos and Aquaria EAZA (www.eaza.net; ENGLISCH)

Amerika:
American Zoo and Aquarium Association AZA (www.aza.org; ENGLISCH)

Asien:
Japanese Association of Zoos and Aquariums JAZA (www.jaza.jp; www.jaza.jp/english.html‎; ENGLISCH)
South Asian Zoo Association for Regional Cooperation SAZARC (www.waza.org; ENGLISCH)
South East Asian Zoo Association SEAZA (www.seaza.org; ENGLISCH)

Australien/Ozeanien:
Australasian Species Management Program ASMP (www.zooaquarium.org.au; ENGLISCH)

Afrika:
African Association of Zoological Gardens and Aquaria PAAZAB (www.cango.co.za/PAZAAB-Accreditation.php; ENGLISCH)

Die European Association of Zoos and Aquaria EAZA startete 1985 mit den ersten Projekten im Rahmen des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms EEP. Derzeit gibt es 150 Tierarten, die in EEP-Projekten betreut werden. Mit den Europäischen Erhaltungszuchtprogrammen (EEP) versucht man, „in Gefangenschaft gezielt und koordiniert möglichst viele Jungvögel zu erzeugen, um so auf Wildfänge zur Erhaltung einer genetisch gesunden Zoopopulation verzichten zu können und zugleich einen Überschuss“ an Zootieren zu erhalten, wobei der Überschuss wiederum „Auswilderungsprogrammen zugeführt werden“ können (FALKE 07/2013). Weitere 140 Tierarten werden in kleineren Projekten (Europäische Zuchtbuchprogramme (ESB)) gezüchtet und betreut.

In europäischen Zoos werden rund 300 Tierarten, für die es nationale und internationale Zuchtprogramme (Wilhelma-Magazin: 03/2014/2015) gibt, gehalten. Mittels der Datenbank „“Zims“ (Zoological information management system)“ werden die Daten bezüglich Herkunft, Altersstruktur der Population, verwandtschaftliche Beziehungen von „derzeit über 650 Zoos aus 70 Ländern von fünf Kontinenten … für über zwei Millionen Tiere in 10.000 Arten“ (Wilhelma-Magazin: 03/2014/2015) gespeichert.

Die amerikanische American Zoo and Aquarium Association AZA betreut über 500 Tierarten in verschiedenen Programmen (SSP: Species Survival Plan® Program, Zuchtbücher: AZA Regional Studbook, TAG: AZA Taxon Advisory Group).

In Form von Zuchtbüchern, deren Geschichte (laut Wikipedia) bis ins 2. Jahrtausend vor unserer Zeitrechnung zurückreicht, wird die Abstammung von Zuchttieren beglaubigt dokumentiert und zusammengefasst. Ziel ist es in allen Projekten, eine gesunde sich selbst erhaltene Population durch Verpaarungsempfehlungen, unter Vermeidung von Inzucht, aufzubauen und Auswilderungen vorzunehmen, um die wildlebende Population zu stärken bzw. zu vergrössern.

Zuchtprogramme / Zuchtbücher bezügl. der Greifvögel und Eulen:
Ordnung Greifvögel, lat. Accipitriformes
Familie 1: Habichtartige, lat. Accipitridae
Unterfamilie Gleitaare, lat. Elaninae
Unterfamilie Wespenbussarde, lat. Perninae
Unterfamilie Milane, lat. Milvinae
Unterfamilie Habichte, lat. Accipitrinae
Unterfamilie Bussardartige, lat. Buteoninae
Kaiseradler oder östlicher Kaiseradler, lat. Aquila heliaca (früher Aquila heliaca heliaca)
Europa: Start/Beginn: 2012: ESB-Zuchtbuchinhaber: Zoo Liberec, www.zooliberec.cz
ESB-Stand 2013: ca. 20 beteiligte Institutionen

Harpyie, lat. Harpia harpyja
Amerika: Start/Beginn: 2006: Zuchtbuchinhaber, San Diego Zoo, www.sandiegozoo.org, (Raptor TAG)

AZA-Stand 30.09.2014 laut Webseite www.aza.org: 9 AZA-Zoos mit 14 Individuen

Seeadler, lat. Haliaeetus allicilla
Europa: Start/Beginn: 1995: EEP-Zuchtbuchinhaber: Belfast Zoological Garden, www.belfastzoo.co.uk
Stand: EAZA Jahrbuch 2007/2008: 56 beteiligte Institutionen

Riesenseeadler oder Meeradler, lat. Haliaeetus pelagicus
Europa: Start/Beginn: 1995: ESB-Zuchtbuchinhaber: Zoo Moskau, www.moscowzoo.ru
Stand: EAZA Jahrbuch 2007/2008: 31 (+15) beteiligte Institutionen
ESB-Stand 31.12.2012: 73 beteiligte Institutionen 
Amerika: TAG-Programm: Program Officers: Binder Park Zoo: www.binderparkzoo.org und Disney’s Animal Kingdom park: https://disneyworld.disney.go.com/destinations/animal-kingdom

Unterfamilie Altweltgeier, lat. Aegypiinae
Sperbergeier, lat. Gyps rueppellii
Europa: Start/Beginn: 2012: ESB-Zuchtbuchinhaber: Fondazione Bioparco di Roma, www.bioparco.it
ESB-Stand 2014: 28 (+5) beteiligte Institutionen
Amerika: Start/Beginn: 2006: Zuchtbuchinhaber: Disney’s Animal Kingdom park: https://disneyworld.disney.go.com/destinations/animal-kingdom (Raptor TAG)

Gänsegeier (oder Weisskopfgeier), lat. Gyps fulvus
Europa: Start/Beginn: 1993: ESB-Zuchtbuchinhaber: Zoobotánico Jerez, www.zoobotanicojerez.com
Stand: EAZA Jahrbuch 2007/2008: 59 beteiligte Institutionen

Mönchsgeier (oder Kuttengeier), lat. Aegypius monachus
Europa: Start/Beginn: 1989: EEP-Zuchtbuchinhaber: Zoo Planckendael, www.planckendael.be (KMDA (Koninklijke Maatschappij voor Dierkunde van Antwerpen) bzw. RZSA (Royal Zoological Society of Antwerp): www.kmda.org)
Stand: EAZA Jahrbuch 2007/2008: 50 beteiligte Institutionen
EEP-Stand 2013: ca. 53 beteiligte Zoos
Amerika: Start/Beginn 1993: Zuchtbuchinhaber: Denver Zoological Gardens, www.denverzoo.org, (Raptor TAG)

Wollkopfgeier, lat. Aegypius occipitalis (früher: Trigonoceps occipitalis)
Europa: Start/Beginn: 2011: ESB-Zuchtbuchinhaber: Vogelpark Avifauna, www.avifauna.nl

Schmutzgeier, lat. Neophron percnopterus
Europa: Start/Beginn: 2002: EEP-Zuchtbuchinhaber: Zoo Prag, www.zoopraha.cz
Stand: EAZA Jahrbuch 2007/2008: 30 (+10) beteiligte Institutionen (Schmutzgeier, lat. Neophron percnopterus percnopterus
Stand: EAZA Jahrbuch 2007/2008: 11 beteiligte Institutionen (Gelbschnabel-Schmutzgeier, lat. Neophron percnopterus ginginianus)
Stand: EAZA Jahrbuch 2007/2008: 14 (+2) beteiligte Institutionen (nicht festgestellter Unterart)
Stand: EAZA Jahrbuch 2007/2008: 2 (+1) beteiligte Institutionen (Hybrid-Schmutzgeier)

Bartgeier (oder Lämmergeier), lat. Gypaetus barbatus
Europa: Start/Beginn: (1978) 1993: EEP-Zuchtbuchinhaber: Universität Wien, EGS Eulen- und Greifvogelzuchtstation Haringsee: www.egsoesterreich.org (Vulture Conservation Foundation Zürich www.4vultures.org)
Stand: EAZA Jahrbuch 2007/2008: 34 beteiligte Institutionen (Gypaetus barbatus barbatus)
EEP-Stand 2013: ca. 35 beteiligte europäische Zoos

Bengalgeier oder Begalengeier, lat. Gyps bengalensis (früher: Pseudogyps bengalensis)
Europa: Start/Beginn: 2002: EEP-Zuchtbuchinhaber: Zoo Prag, www.zoopraha.cz
Stand: EAZA Jahrbuch 2007/2008: eine beteiligte Institution

Zwerggänsegeier oder Weissrückengeier, lat. Gyps africanus (früher: Pseudogyps africanus)
Amerika: Start/Beginn: 2006: Zuchtbuchinhaber: Los Angeles Zoo and Botanical Gardens, www.lazoo.org, (Raptor TAG)

Kapgeier oder Fahlgeier, lat. Gyps coprotheres
Amerika: Start/Beginn: 2006: Zuchtbuchinhaber: Los Angeles Zoo and Botanical Gardens, www.lazoo.org, (Raptor TAG)

Ohrengeier, lat. Aegypius tracheliotus (früher: Torgos tracheliotus)
Amerika: Start/Beginn: 2006: Zuchtbuchinhaber: Dallas Zoo, www.dallaszoo.com, (Raptor TAG)

Kappengeier, lat. Necrosyrtes monachus
Amerika: Start/Beginn: 2009: Zuchtbuchinhaber: Detroit Zoological Society, www.detroitzoo.org, (Raptor TAG)

Unterfamilie Weihen, lat. Circinae
Unterfamilie Schlangenadler, lat. Circaetinae
Familie 2: Fischadler, lat. Pandionidae
Familie 3: Sekretäre, lat. Sagittariidae
Sekretär, lat. Sagittarius serpentarius
Europa: Start/Beginn: 2011: ESB-Zuchtbuchinhaber: Safari Park Beekse Bergen, www.safaripark.nl
ESB-Stand 2014: 18 beteiligte Zoos
Amerika: Start/Beginn: 2006: Zuchtbuchinhaber: Binder Park Zoo: www.binderparkzoo.org und Disney’s Animal Kingdom park: https://disneyworld.disney.go.com/destinations/animal-kingdom (Raptor TAG)

Familie 7: Neuweltgeier, lat. Cathartidae
Andenkondor, lat. Vultur gryphus
Europa: Start/Beginn: 1993: EEP-Zuchtbuchinhaber: Bioparc de Doué la Fontaine, www.zoodoue.fr
Stand: EAZA Jahrbuch 2007/2008: 38 beteiligte Institutionen
EEP-Stand 2013: 47 beteiligte Zoos
Amerika: Start/Beginn: 1988: Zuchtbuchinhaber, Virginia Zoo, www.virginiazoo.org; (SSP; Raptor TAG)

Kalifornischer Kondor oder Kalifornienkondor, lat. Gymnogyps californianus
Amerika: Start/Beginn: 1988: Zuchtbuchinhaber: San Diego Zoo Safari Park www.sandiegozoo.org (SSP; Raptor TAG)

Königsgeier, lat. Sarcoramphus papa
Europa: Start/Beginn: 1996: ESB-Zuchtbuchinhaber: Burgers' Zoo, www.burgerszoo.nl, www.burgerszoo.de
Stand: EAZA Jahrbuch 2007/2008: 32 (+7) beteiligte Institutionen
ESB-Stand 2014 (Jahresbeginn): 39 beteiligte Zoos
Amerika: Start/Beginn: 1988: Zuchtbuchinhaber: Fort Worth Zoo, www.fortworthzoo.org, (SSP; Raptor TAG)

 

Ordnung Falken, lat. Falconiformes
Familie 13: Falken, lat. Falconidae
Unterfamilie Lachhabichte / Waldfalken, lat. Herpetotherinae
Unterfamilie Geierfalken, lat. Polyborinae
Unterfamilie Zwergfalken, lat. Polihieracinae
Halsband-Zwergfalke, lat. Polihierax semitorquatus
Amerika: Start/Beginn: 1996: Zuchtbuchinhaber, San Diego Zoo, www.sandiegozoo.org, (Raptor TAG)

Unterfamilie eigentliche Falken, lat. Falconinae
Rötelfalke, lat. Falco naumanni
Europa: Start/Beginn: 2011: EEP-Zuchtbuchinhaber: Zoobotánico Jerez, www.zoobotanicojerez.com

 

Ordnung Eulen, lat. Strigiformes
Europa: keine EEP- und auch keine ESB-Projekte / Zuchtbuchinhaber des Europäischen Zoo- und Aquarienverbandes vorhanden.

Familie 1: Schleier- und Maskeneulen, lat. Tytonidae
Familie 2: Eulen, lat. Strigidae
Milchuhu oder Blass-Uhu, lat. Bubo lacteus
Amerika: Start/Beginn: 2006: Zuchtbuchinhaber: Sacramento Zoo, www.saczoo.org, (Raptor TAG)

Uhu oder Eurasischer Uhu, lat. Bubo bubo
Amerika: Start/Beginn: 2006: SSP: Species Survival Plan® Program: Sacramento Zoo, www.saczoo.org, (Studbook, Raptor TAG)

Schnee-Eule, lat. Bubo scandiacus (früher: Nyctea scandiacus)
Amerika: Start/Beginn: 2006: Zuchtbuchinhaber: Tulsa Zoo and Living, www.tulsazoo.org, (Raptor TAG)

Brillenkauz oder Grosser Brillenkauz, lat. Pulsatrix perspicillata (früher: Strix perspicillata)
Amerika: Start/Beginn: 1992: SSP: Species Survival Plan® Program: National Aviary, www.aviary.org, (Studbook, Raptor TAG)

Kanincheneule oder Kaninchenkauz oder Präriekauz oder Höhleneule, lat. Athene cunicularia (früher: Speotyto cunicularia)
Amerika: Start/Beginn: 1996: Zuchtbuchinhaber: Peoria Zoo, www.peoriazoo.org, (Studbook, Raptor TAG)

Neuseelandkuckuckskauz oder Kuckuckssperbereule oder Neuseeland-Boobook oder Kuckuckskauz, lat. Ninox novaeseelandiae novaeseelandiae
Australien/Ozeanien: Zuchtbuchinhaber (ZAA Morepork/Ruru Programm): Orana Wildlife Park www.oranawildlifepark.co.nz/
Stand 2014: 10 beteiligte Zoos

 

Ordnung der Stelzvögel oder Schreitvögel, lat. Ciconiiformes
Goliathreiher, lat. Ardea goliath
Start/Beginn: 2005: EEP-Zuchtbuchinhaber: Hilvarenbeek
Stand: EAZA Jahrbuch 2007/2008: 6 beteiligte EAZA-Institutionen

Schwarzschnabelstorch, lat. Ciconia boyciana
Start/Beginn: 2001: EEP-Zuchtbuchinhaber: Fuengirola
Stand: EAZA Jahrbuch 2007/2008: 11 beteiligte EAZA-Institutionen

Schwarzstorch, lat. Ciconia nigra,
Start/Beginn: 1996: ESB-Zuchtbuchinhaber: Lodz
Stand: EAZA Jahrbuch 2007/2008: 66 beteiligte EAZA-Institutionen und 38 Nicht-EAZA- Institutionen

Abdimstorch oder Regenstorch, lat. Ciconia abdimi
Start/Beginn: 2002: ESB-Zuchtbuchinhaber: London
Stand: EAZA Jahrbuch 2007/2008: 12 beteiligte EAZA-Institutionen

Sattelstorch oder Afrika-Sattelstorch, lat. Ephippiorhynchus senegalensis
Start/Beginn: 2001: ESB-Zuchtbuchinhaber: Twycross
Stand: EAZA Jahrbuch 2007/2008: 24 beteiligte EAZA-Institutionen und 1 Nicht-EAZA- Institutionen

Marabu oder Afrika-Marabu, lat. Leptoptilos crumeniferus
Start/Beginn: 2002: ESB-Zuchtbuchinhaber: Fuengirola
Stand: EAZA Jahrbuch 2007/2008: 86 beteiligte EAZA-Institutionen und 17 Nicht-EAZA- Institutionen

Waldrapp, lat. Geronticus eremita
Start/Beginn: 1988: EEP-Zuchtbuchinhaber: Jerez-Frontera
Stand: EAZA Jahrbuch 2007/2008: 66 beteiligte EAZA-Institutionen

Nimmersatt oder Afrika-Nimmersatt, lat. Mycteria ibis,
Start/Beginn: ?: ESB-Zuchtbuchinhaber: Fuengirola
Stand: EAZA Jahrbuch 2007/2008: ? beteiligte EAZA-Institutionen

Hammerkopf, lat. Scopus umbretta
Start/Beginn: ?: ESB-Zuchtbuchinhaber: Fuengirola
Stand: EAZA Jahrbuch 2007/2008: ? beteiligte EAZA-Institutionen

 

Internationaler Geierjahrestag oder Welt-Geier-Tag (International Vulture Awareness Day):
Seit dem September 2009 wurde der jeweils erste Samstag im September zum Internationalen Geierjahrestag oder Welt-Geier-Tag (The Hawk Conservancy Trust: www.hawk-conservancy.org; www.vultureday.org (ENGLISCH)) erklärt.

Teilnehmer in/aus Deutschland
Zoo Dresden (erstmals 2016)
Weltvogelpark Walsrode (erstmals 2016)
Alwetterzoo Münster (erstmals 2017)

 

 

09.03. Die Greifvögel und Eulen, von Vereinen, Organisationen, Sonstigem
Die 1858 gegründete Zoologische Gesellschaft Frankfurt von 1858 e.V. (ZGF; eigentlich gegründet, um als Aktiengesellschaft einen Zoo in der Stadt Frankfurt einzurichten) fördert den Schutz bedrohter Tierarten und den Lebensraum in derzeit über 80 Projekten in 30 Ländern und kämpft gegen Wilderei, Wildtierkrankheiten und führt Tierzählungen durch. Seit 1978 setzt sich die ZGF für die Wiederansiedlung der Bartgeier in den Alpen und im Mittelmeeraum ein. Von den in den Alpen freigelassenen 150 Bartgeiern wurden zwar einige in der Schweiz und in Österreich (wie üblich illegal) abgeschossen, aber es wurden 2008 zuletzt 123 "sicher" gezählt. Die ZGF engagiert sich ebenso für den Schutz, die Erhaltung, die Entwicklung (, und die Wiederansiedlung) der Gänse-, Mönchs, Bart- und Schmutzgeier im Balkan in den entsprechenden 8 Ländern seit 2002 ein. Auch bezüglich des Schutzes der Schelladler und der Schreiadler (mittels Überwachung in der Brutphase) ist die ZGF in Litauen tätig. Schliesslich wird sich für Sicherung und den Schutz des Bestands der Wanderfalken und der Uhus eingesetzt. www.zgf.de

Freiherr von Gebsattel gründete im Jahr 1909 die Staatlich autorisierte Vogelschutzkommission für Bayern aus der dann später der Landesbund für Vogelschutz LBV wurde (LBV-Vogelschutz 04/2014). Der LBV trat dem NABU im Jahre 2001 bei, betreut über 5000 Schutzgebiete und ca. 100 (auch internationale) Naturschutzzentren und wählt den „Vogel des Jahres“, der seit 1971 vom NABU gewählt wird, mit (www.vogel-des-jahres.de; www.rotmilan.de). Aufgrund der starken Bedrohung des Schreiadlers durch die Zerstörung seiner Lebensbedingungen, wie Entwässerung und Land- und Forstwirtschaft, setzt sich der NABU für dessen Arterhaltung (Kauf von 11 Hektar „Brutwald“; Überwachung der Brutpaare in Deutschland) ein (www.schreiadlerschutz.de). Seit über 10 Jahren „sorgt“ die Arbeitsgemeinschaft Wanderfalkenschutz für eine Steigerung des Bruterfolgs bei den Wanderfalken. (www.ag-wanderfalken.de; www.wanderfalkenschutz-rlp.de; www.agw-bw.de) Circa 550 Hektar Wald wurden um den Stechlinsee gekauft, um so auch dem Fischadler und dem Seeadler eine bessere Überlebenschance zu geben. Über die Zeitschrift „Naturschutz-heute“ wird man regelmässig informiert. www.nabu.de. (www.stunde-der-gartenvoegel.de; (Mitmachaktion des NABU (auch des LBV))

Der seit 1909 (gegründet als „Staatlich autorisierte Vogelschutzkommission in Bayern“) für die Vogelwelt tätige Landesbund für Vogelschutz in Bayern (LBV) e.V. vertritt die Interessen auf allen Ebenen der Politik, der Wirtschaft und der Verwaltung. Circa 350 örtliche LBV-Gruppen allein in Bayern (und viele weitere LBV-Gruppen bundesweit) setzen sich flächendeckend einerseits für die Natur und andererseits für die Vogelwelt im Besonderen ein. Durch Vorträge, Exkursionen, Seminare und Bildungsangebote bietet der LBV die Möglichkeit die Natur (auch in der Natur), soll heissen im konkreten die Vogelwelt kennen zu lernen. So wurde beispielsweise 2001 aufgrund des Bestandsrückgangs des Uhus in Zusammenarbeit mit dem Bayerischen Landesamt für Umweltschutz ein Artenhilfsprogramm beschlossen und begonnen umzusetzen. Ein weiteres Artenschutzprogramm beschäftigt sich mit dem Steinadler (www.steinadlerschutz.de.) Mit dem stark gefährdeten Schleiereulen, es sind (waren) kaum Nistmöglichkeiten vorhanden, beschäftigt man sich seit 1992. Ein viertes Artenhilfsprogramm, das 1982 beschlossen wurde, wurde dem Wanderfalken (damals im Jahre 1982 wurden nur noch ca. 60 Brutpaare in Bayern und Baden-Württemberg gezählt) gewidmet. So versechsfachte sich der Bestand und in 20 Jahren wurden circa 800 Wanderfalken flügge. Durch das Wiesenweihen-LBV-Artenhilfsprogramm vergrösserte sich die Wisenweihenpopulation in Mainfranken von 2 Brutpaaren im Jahr 1994 auf 173 im Jahr 2012. Der LBV wählt den Vogel des Jahres (www.vogel-des-jahres.de; www.rotmilan.de) zusammen mit dem NABU (der den Vogel des Jahres bereits seit 1971 wählt). www.lbv.de. (www.stunde-der-wintervoegel.de; Mitmachaktion des LBV (auch des NABU))

Die oberen Fotos wurden über den Zugang in die Falknerei Reichsburg Cochem gemacht.

Das obere Foto wurde im Greifvogelpark / Falknerei Katharinenberg aufgenommen.

Wanderfalke mit Haube (aufgenommen in der Falknerei Lindl (in Oberfrauenau (bei Zwiesel))

Das nachfolgende Foto wurde im Zoo Vivarium Darmstadt aufgenommen und zeigt die Titelseite des EEP-Jahrbuchs 1991-1992.

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LBV Werbeplakate in Nürnberg (oben) und LBV Musterfutterstelle für Wildvögel im Winter (Erlangen Botanischer Garten; unten)

Im Jahr 1968 begann der WWF mit dem Projekt Seeadlerschutz in Schleswig-Holstein und erweiterte es auf „Schweden, Finnland und Norwegen“ („Das Leben an Bächen und Seen“, (2006); Hansen, Hauff, Spillner: „Seeadler, gestern und heute“). Es wurden im Rahmen des Projektes ausgewählte Gebiete in Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg aufgekauft (Hansen, Hauff, Spillner: „Seeadler, gestern und heute“). Der Bestand der Seeadler wird in Schleswig-Holstein und Niedersachsen mit 37 Seeadler-Paaren, die 49 Jungvögel grosszogen, später in Schleswig-Holstein mit 39 Seeadlerpaaren, die 53 Jungvögel grosszogen, angegeben (Hansen, Hauff, Spillner: „Seeadler, gestern und heute“). In den Jahren 1994 und 1996 wurde damit begonnen, grosse trockengelegte Teile des Donau-Deltas in Rumänien, die zu Salzsteppen wurden, wieder zu renaturalisieren, in dem man „die ersten Dämme für den Einlauf des Wassers“ öffnete (WWF-Deutschland: Prospekt: „Seeadler-Paradies Donau-Delta“). Mehrere Feuchtgebiete konnte sich die Natur „an der Donau-Mündung am Schwarzen Meer“ so zurückerobern (WWF-Deutschland: Prospekt: „Seeadler-Paradies Donau-Delta“) und bietet damit einen Lebenraum „für über 60 Fischarten und 300 Vogelarten, darunter den seltenen Seeadlern“ (WWF-Deutschland: Prospekt: „Seeadler-Paradies Donau-Delta“). Der WWF unterstützte die Wanderfalkenschützer von Skandinavien über Deutschland bis nach Südfrankreich mittels Nestüberwachung, Nesthilfen, Auswilderung gezüchteter Wanderfalken, Untersuchungen und Geld. Auch wenn beim WWF-Deutschland aufgrund der Projekte in Deutschland einzelne Tierarten in der Regel nicht besonders hervorgehoben werden können (A. Rentschler; 30.01.2014), konnte unter anderem ein Fischadlerhorst wiederhergestellt werden (Naturschutzgrossprojekt Mittlere Elbe in Dessau), wurde unter anderem ein Jagdgebiet für den Seeadler und den Milan wiederhergestellt/erweitert (LIFE-PLUS-Projekt: Elbaue bei Vockerode) und wurde ein Wanderfalken-Kunsthorst erreichtet (A9 bei Pegnitz). Der österreichische WWF, über 30 Zoos in 13 Ländern, verschiedene Gesellschaften, der Sponsor Ford engagieren sich für den 1880 in Österreich ausgerotteten Bartgeier, die seit 1986 wieder eingebürgert wurden und seit 1996 wieder brüten. Auch für den Seeadler und die Habichtskäuze engagiert sich der österreichische WWF. Nach 50 Jahren brüten die Seeadler in Österreich seit dem Jahre 2001 wieder. Der 1925 in Österreich ausgestorbene, zuletzt 1893 brütende, Habichtskauz wird seit 2001 versucht, wieder „anzusiedeln“. Ein weiteres Habichtskauz-Projekt begann 2003. Mit dem Projekt „Juruena-Nationalpark“, ein Teil des ARPA-Programmes (Naturschutzprogramm: „Amazon Region Protected Areas Programme“ mit dem Ziel mindestens 10% des brasilianischen Regenwaldes unter dauerhaften Schutz zu stellen) setzt sich der österreichische WWF seit 2007 für den Erhalt aller bedrohten Tier- und Pflanzenarten des Amazonas, so auch der Harpyien, ein. Weltweit setzte sich der WWF in verschiedenen Projekten unter anderem für die Sakerfalken in Ungarn, die Greifvögel in Israel, die Wanderfalken in den USA und die Affenadler auf den Philippinen ein. www.wwf.de, www.wwf.at, www.wwf.ch

WWF Werbeplakate in Nürnberg                                                                      .

Seit 1977 (die Anfänge gehen bis zu den 50er und 60er Jahren zurück) schützt / forscht / fördert die Deutsche Arbeitsgemeinschaft zum Schutz der Eulen e.V. (AG Eulen), der Dachverband deutschsprachiger Eulenfachleute mit vielen ehrenamtlichen Helfern, in dem sie Wissen und Erfahrungen sammelt, bewertet und veröffentlicht. Am 05.02.2009 wurde der Vereinsname ins Vereinsregister eingetragen. Die Arbeitsgemeinschaft betreibt Natur- und Artenschutz (anbringen von entsprechenden Nistkästen mit dem Grundgedanken: Erhaltung der Artenvielfalt, Wiedergutmachung von Bestandszerstörungen aufgrund menschlichen Einflusses und aus Forschung) und kämpft für die Erhaltung des Lebensraums europäischer Eulenarten. Die AG Eulen übernimmt die Aufgaben der Bundesarbeitsgruppe BAG Eulenschutz im Fachausschuss Ornithologie des Naturschutzbundes NABU. Den neusten Stand der Eulenforschung erfährt man in Form von Fachvorträgen auf internationalen Symposien (oder auch durch die Veröffentlichung im „Eulenrundblick“). www.ageulen.de

Zurückgehend bis ins Jahr 1973 (Gründung der Aktion zur Wiedereinbürgerung des Uhus (AzWU) lässt die Geschichte der Gesellschaft zur Erhaltung der Eulen e.V. (EGE) zurückverfolgen. Im Jahre 1990 wurde daraus die gemeinnützige EGE, ein Zusammenschluss engagierter Praktiker und Wissenschaftler im Naturschutz, die für den Schutz der 13 europäischen Eulenarten eintritt / eintreten. www.egeeulen.de

Der 1981 gegründete Landesverband Eulen-Schutz in Schleswig-Holstein e.V. hängt mit der Wiedereinbürgerung des Uhus nach 150 Jahren Abwesenheit in Schleswig-Holstein und der Bestandsstabilisierung der Schleiereulen und Steinkäuze nach dem Winter 1978/1979 zusammen. Begonnen hat alles mit Uhu-Zucht- und Auswilderungsvolieren. Die ersten Uhu-Freilandbruten gab es 1984, die Einstellung der Uhu-Auswilderung aufgrund des Erfolgs kam im Jahre 2003 und mit rund 400 Uhu-Brutpaaren (Jahre: 2010 und 2011) hat man in Schleswig-Holstein nun derzeit die höchste Uhu-Dichte in Mitteleuropa. Es wurden Tausende von Nisthilfen für die Schleiereulen (2008: 518 Brutpaare; 2009: 349 Brutpaare; 2010: 166 Brutpaare; 2011: 143 Brutpaare) und Steinkäuze (Bestandsstabilisierung bei derzeit 120 Steinkauz-Brutpaaren („EulenWelt“: 2012)) angebracht. Neu in Schleswig-Holstein haben sich seitdem Rauhfusskäuze (Anbringung von Marderschutz und Schutz der Höhlenbäume) und Sperlingskäuze angesiedelt. Auch Waldkäuze, Waldohreulen, Sumpfohreulen und Sperlingskäuze brüten in Schleswig-Holstein. Jährliche Publikation „EulenWelt“: www.eulen.de

Im Jahre 1988 begann das Projekt „Monitoring Greifvögel und Eulen“ am Institut für Zoologie der Universität Halle (Saale). Hier untersuchen Forscher / Wissenschaftler gemeinsam mit Studenten die Greifvögel und Eulen. Die Greifvögel- und Eulendaten (im Jahre 2002 wurden 128.500 Brutpaare, wovon 27.200 Mäusebussardpaare, 16.600 Turmfalkenpaare, 13.100 Schleier-Eulenpaare darunter waren, kontrolliert) werden aus 540 Kontrollflächen in 18 europäischen Ländern zusammengetragen, ausgewertet und veröffentlicht. Der im Jahre 2002 gegründete Förderverein für Ökologie und Monitoring von Greifvogel- und Eulenarten e.V. koordiniert / unterstützt das „Monitoring Greifvögel und Eulen Europas“ und ist beratend tätig. www.greifvogelmonitoring.de.

Eine genaue Anzahl (welche und wie viele) aussereuropäische Greifvogel, Eulen- und Schwalmarten von rein privaten Züchtern in Deutschland gehalten werden, (Einrichtungen, wie Falknereien, Vogelparks, Zoos, Wildparks etc. sind nicht gemeint) kann nicht einmal angegeben werden, da einerseits in Deutschland derzeit 238 „untere Naturschutzbehörden“ (Kreisbehörden, Regierungspräsidien oder Zentralbehörden in den jeweiligen Bundesländern (Stand Dezember 2011) ) für den Vollzug der Artenschutzbestimmungen zuständig sind und andererseits es keine zentrale Datenbank (für eine entsprechende Gesamtauskunft) gibt.

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Die seit 2001 existierende Stiftung Artenschutz (www.stiftung-artenschutz.de / www.zgap.de) kämpft für den Erhalt hochbedrohter Tierarten. Auf der philippinischen Insel Negros wurden am Anfang des Jahres 2000 erste Volieren für eine Auffangstation im Rahmen eines gezielten Zuchtprojektes für philippinische Eulenarten, wie z.B. die Philippinen-Zwergohreulen, Negros-Ohreulen, lat. Otus (megalotis) nigrorum, Visayas-Käuze, Ninox philippensis centralis, Cebu-Käuze, lat. Ninox reyi spilonota (mindestens 30 Eulenarten leben auf den Philippienen), gebaut. Die Welt-Erstzuchterfolg des Philippinen-Uhus oder Streifenuhus, lat. Bubo philippensis konnte im Jahre 2005 vermeldet werden. Bisher konnten 11 junge Philippinen-Uhus oder Streifenuhus, lat. Bubo philippensis grossgezogen werden, http://magazin.naturspot.de/text/philippinen-uhu.html; www.stiftung-artenschutz.de/projekte/philippinen-uhu. Erst 1998 (ZGAP Mitteilungen 02/2000) wurde nachgewiesen, dass es bei den auf allen grösseren Inseln der Philippinen (ausser Palawan) vorkommenden Philippinen-Haubenadlern es sich um 2 verschiedene Arten (ca. 320 - 340 Paare des Südlichen Philippinen-Haubenadlers, lat. Spizaetus (philippensis) pinskeri und ca. 200 - 220 Paare des Nördlichen Philippinen-Haubenadlers, lat. Spizaetus (philippensis) philippensis handelt. (Philippinisches Artenvielfalt-Bewahrungsprogramm (Philippine Biodiversity Conservation Foundation (PBCFI): www.pbcfi.org.ph (ENGLISCH)). Im Rahmen des im Jahre 2003 gegründeten ACCB-Projekts (Angkor Centre for Conservation of Biodiversity; www.accb-cambodia.org; (ENGLISCH)) in Kambodscha wird sich seit 2007 als Partner des „Cambodia Vulture Conservation Project“ für den Schutz und die Wiederansiedlung der Geierpopulationen durch Futterstellen („Geier-Restaurants“) einerseits und andererseits auch für die Bengalgeier in der Provinz Preah Vihear eingesetzt; www.save-vultures.org(ENGLISCH).

 

Webseiten der und auch anderer/weiterer Vereine/Organisationen: "Webseiten bezüglich der Greifvögel und Eulen …"

Infotafel der Stiftung Artenschutz (aufgenommen im Tierpark Straubing)

Aus der „Kampagne „Tatort Tier“- gemeinsam gegen den illegalen Wildtierhandel“ der Stiftung Artenschutz in Zusammenarbeit mit der TRAFFIC, dem deutschen Zoll und dem WWF. Eine Ausstellung in 19 internationalen Partnerinstitutionen der Stiftung Artenschutz. (Aufgenommen im Tiergarten Nürnberg)

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So wie Privatpersonen ihre Berufung im Schutz der Greifvögel und Eulen sehen, initiieren Universitäten Forschungsprojekte und sponsern oder unterstützen Wirtschaftsunternehmen das Engagement für den Erhalt der Greifvögel und Eulen.

Im von der Ruhr-Universität Bochum initiierten Panay Eco-Social Conservation Project (PanayCon) wird versucht, „die bedrohte Artenvielfalt“ auf den philippischen Inseln Panay und Negros „vor der Ausrottung“ durch 2 Ausrichtungen „>Schutz mit und durch den Menschen<“ und „>Forschung für den Schutz<“ zu bewahren (S.C.R.O.-Deutschland: „Jahresbericht 2015“). Im Rahmen einer Exkursion „konnten v.a. Rufe des Philippinenkauzes (Ninox philippensis) und des Philippinen-Froschmauls (Batrachostomus septimus menagei) identifiziert und aufgezeichnet werden“, wobei beide Arten öfters gehört wurden und die Zeit und der Ort des Auftretens sehr variabel war (S.C.R.O.-Deutschland: „Jahresbericht 2017“). Des Weiteren konnte man zu einer „Exkursion zum trockenen Bett des Balunao-Flusses“ eine Philippinen-Ohreule (Otus nigrorum) identifizieren (S.C.R.O.-Deutschland: „Jahresbericht 2017“). Auch an einem weiteren Tag konnten „Rufe des Philippinenkauzes (Ninox philippensis) und der Philippinen-Ohreule (Otus nigrorum)“ vernommen werden (S.C.R.O.-Deutschland: „Jahresbericht 2017“).

„Eigentlich“ begann es mit Uhu (www.uhu.de) im Jahre 1900. Im Jahre 1932 erfand Herr Fischer einen Klebstoff. Er nannte ihn „Uhu -der Alleskleber“. Zu seiner Zeit waren Vogelnamen für Erfindungen „in“. Im Jahre 1982 engagierte sich Uhu für die Wiedereinbürgerung des Uhus in Deutschland bis zum Jahre 1986. Uhu unterstützte die 1973 gegründete AZWU (Aktion zur Wiedereinbürgerung des Uhus; vergl. www.egeeulen.de). Durch dieses Wiederansiedlungsprojekt konnten im Zeitraum 1974 bis 1993 von 2.608 jungen Uhus (in 1.192 Bruten) etwa 1.900 junge Uhus (davon wurden 1.500 beringt) gezüchtet, aufgezogen und ausgebürgert werden. Allein 117 Uhus wurden in den ersten 10 Jahren freigelassen. Der grösste Teil der Uhus hat die Auswilderung durch den strengen Schutz und die Sicherung der Brutplätze überlebt bzw. sich vermehrt / fortgepflanzt.

Herr Adler gründete im Jahre 1948 sein gleichnamiges Unternehmen Adler, ein Mode- und Bekleidungsunternehmen (www.adler.de). Seit dem Jahre 1989 investierten das Unternehmen Adler und deren Kunden „weit über“ eine halbe Million Mark und unterstützten das Singer Forschungsteam vom Institut für Landwirtschaftsökologie und Naturschutz (Adler Modemärkte GmbH: „10 Jahre Projekt Fischadler“). Die Forscher statten die „Fischadler mit Farbringen und Miniatursendern“ aus und entnahmen unbefruchtete Eier den Nestern und den Fischadlern Blutproben (Adler Modemärkte GmbH: „10 Jahre Projekt Fischadler“). Es wurden Resteier, „die im Fischadlernest bei der Beringung von Nestlingen gefunden“ wurden, vermessen, dann wurde „der Ei-Inhalt aus der Schale gelöst, damit die Analyse im Hinblick auf Rückstände von Umweltgiften möglich“ war und dann wurde die Eischale rasterelektronenmikroskopisch untersucht (Adler Modemärkte GmbH: „10 Jahre Projekt Fischadler“). Im Zeitraum „von 1995 bis 1999 wurden knapp 2.000 Fischadlernestlinge mit Farbkennringen beringt“ (Adler Modemärkte GmbH: „10 Jahre Projekt Fischadler“).

Die Allianz (www.allianz-umwelt.de) führt aktuell bei Ihren Kunden die Aktion „E-Mail statt Brief“ durch und engagiert sich bei einer Umstellung des Kommunikationswegs zur E-Mail mit einem Engagement in verschiedene Umweltprojekte. Dazu zählen als Wunschprojekte „Die Jagdgründe des Rotmilans erhalten“ in der Uckermark/Brandenburg, einem aus „über 590 Seen“, naturnahen Wäldern „und landwirtschaftlich genutzte Flächen“ bestehenden Gebiet, welches zu über 60% unter Natur- oder Landschaftsschutz steht, in dem „Blühstreifen und Brachflächen“ zugelassen werden sollen, um den Lebensraum vor allem der Kleinsäuger zu verbessern, die wiederum die Beute der Greifvögel bzw. der Rotmilane sind (www.allianz-umwelt.de)) und „Nistmöglichkeiten für den Steinkauz bereitstellen“ in der Rhön, weil in der Rhön werden oft ältere Bäume oder Totholz entfernt werden, so dass die Gefahr besteht, „dass sich einzelne Populationen des Steinkauzes isolieren“, was man mit zusätzlichen Brutalternativen oder Nistkästen verhindert möchte und eine Erschliessung neuer Steinkauz-Lebensräume ermöglichen möchte (www.allianz-umwelt.de).

09.04. Die Greifvögeln und Eulen, vom Vogelring bis zur Videoüberwachung
Die wissenschaftliche Vogelberingung begann im Herbst 1899. Hans Cornelius Mortensen begann in Dänemark mit der Beringung von 165 Staren und 2 Haussperlingen (Falke 09/1999). Jedes Jahr werden so beispielsweise in Deutschland ca. 250.000 Vögel von ca. 1000 ehrenamtlichen Vogelberingern und in Grossbritannien ca. 750.000 Vögel von 2000 Personen beringt (FALKE 10/2003). Die Anzahl der ehrenamtlichen Vogelberinger wird 10 Jahre später im FALKE Sonderheft “Vogelzug” (2013) mit etwa 800 Vogelberingern in Deutschland und 8600 Vogelberingern in Europa angegeben.

Die Vogelringe (Metallringe) enthalten Zahlen und Buchstaben, wodurch eine individuelle Identifizierung möglich wird. Seit 1939 (FALKE Sonderheft „Vogelzug“ 2013) werden zur besseren Erkennbarkeit von der Ferne zusätzlich Buntringe (European Colour-Ring Birding: www.cr-birding.org) verwendet. Seit 2003 werden verschiedene Greifvögel, wie Milane und Geier auch mit Flügelmarken, die eine Haltdauer von 5 Jahren haben, gekennzeichnet, um so ein schnelles und gutes wieder erkennen aus grosser Entfernung zu ermöglichen.

Es gibt im deutschsprachigen Raum die vier Vogelwarten „Helgoland“ (zweitälteste Vogelwarte der Welt laut Falke 09/1999; www.vogelwarte-helgoland.de oder www.ifv-vogelwarte.de) in Wilhelmshaven, „Hiddensee“ (www.beringungszentrale-hiddensee.de; www.lung.mv-regierung.de/beringung) in Stralsund, „Radolfzell“ (www.orn.mpg.de; auch für Österreich zuständig) in Radolfzell und „Sempach“ (www.vogelwarte.ch) in der bzw. für die Schweiz zuständig in Sempach. Bei den Beringern (Falke 09/1999) der Vogelwarte Helgoland zählt zu den 5 häufigsten beringten Nichtsingvögeln die Schleiereule und die Schleiereule zählt auch zu den 5 häufigsten Nichtsingvögeln, die gefunden wird. Bei den Beringern der Vogelwarte Hiddensee zählt zu den 5 häufigsten beringten Nichtsingvögeln der Turmfalke und die Schleiereule zählt zu den 5 häufigsten Nichtsingvögeln, die gefunden wird. Bei den Beringern der Vogelwarte Radolfzell zählen zu den 5 häufigsten beringten Nichtsingvögeln die Schleiereule und der Turmfalke, gefunden jedoch werden die Schleiereule, der Mäusebussard und der Turmfalke am meisten (3 von 5, der am häufigsten gefundenen Nichtsingvögeln. Runde 17 Millionen Vögel (Falke 09/1999) wurden seit dem Beginn des Jahrhunderts durch die Beringer der Vogelwarten Helgoland, Hiddensee und Radolfzell beringt. Jedes Jahr werden in Europa 3,8 Millionen Vögel (Falke 09/1999) beringt. Die heutige Grössenordnung bezüglich der Beringung mit „Helgoland Ringen“ findet man in FALKE (04/2010): „Seit 1909 wurden 8.958.725 Vögel aus insgesamt 585 Arten (oder unterscheidbaren Unterarten) mit Helgoland-Ringen markiert (Stand 31.12.2008), von denen etwa 250.000 wiedergefunden worden sind. Dabei machen nur 50 Arten allein über 81 % aller Wiederfunde aus.“ Mittlerweile sind über 120 Millionen Vögel in Europa und mehr als 20 Millionen Vögel in Deutschland („Vögel in Deutschland“: 2012) beringt.

Im Zeitraum 1909 bis 1998 (FALKE 02/2011) wurden in zehn europäischen Ländern 5720 Baumfalken (allein schon über 1000 in Berlin und Brandenburg) beringt. Von weltweit 20.000 bis zum Jahre 2000 beringten Wanderfalken wurden allein in Deutschland 6.500 Wanderfalken beringt. In Baden Württemberg wurden 4250 Wanderfalken beringt. Nur so konnten und können auch heute noch wertvolle Erkenntnisse bezüglich der Bestandsentwicklung herauskommen, zusammengefasst und dokumentiert werden. Schliesslich bekommt man die Erkenntnisse erst, wenn man die Vögel auch wieder einfängt oder findet. So findet man beispielsweise nur jeden 2000-sten Teichrohrsänger und jede 5-te Schleiereule wieder (FALKE 10/2003). Die ersten Fischadler wurden in Deutschland 1928 beringt (naturgucker: 25: Juli/August 2016).

Im Zeitraum von 1964 bis 2015 wurden laut der Vogelwarte Hiddensee 17.940 Waldkäuze beringt und von diesen wurden 2.241 Waldkäuze wiedergefunden (Gefiederte Welt 03/2017).

In den Jahren 1955 bis 1996 wurden in Schweden 1715 Bartkäuze beringt und von diesen wurden 217 Bartkäuze „entweder tot wiedergefunden oder lebend, meist als Brutvogel zum Teil mehrmals kontrolliert“ (Mebs/Scherzinger: "Die Eulen Europas" (2000)).

Nach dem Jahre 1945 wurden eine Vielzahl von Greifvögeln und Eulen einerseits beringt und andererseits gab es auch entsprechende Wiederfunde, „Fernfunde nach 1945” (Bairlein, Dierschke, Dierschke, Salewski, Geiter, Hüppop, Köppen, Fiedler: „Atlas des Vogelzugs; Ringfunde deutscher Brut- und Gastvögel“ (2014)).
000.155 beringte Merline und die Wiederfundquote lag bei 4,5%
000.378 beringte Rauhfussbussarde und die Wiederfundquote lag bei 2,9%
000.544 beringte Kornweihe und die Wiederfundquote lag bei 5,0%
000.633 beringte Schreiadler und die Wiederfundquote lag bei 2,5%
002.196 beringte Wespenbussarde und die Wiederfundquote lag bei 3,3%
003.368 beringte Seeadler und die Wiederfundquote lag bei 17,3%
004.543 beringte Baumfalken und die Wiederfundquote lag bei 2,3%
006.579 beringte Wiesenweihen und die Wiederfundquote lag bei 1,6%
011.337 beringte Fischadler und die Wiederfundquote lag bei 10,4%.
011.363 beringte Schwarzmilane und die Wiederfundquote lag bei 2,9%
014.372 beringte Wanderfalken und die Wiederfundquote lag bei 5,4%
030.696 beringte Habichte und die Wiederfundquote lag bei 4,6%
031.124 beringte Rotmilane und die Wiederfundquote lag bei 4,9%
038.390 beringte Rohrweihen und die Wiederfundquote lag bei 1,9%
052.269 beringte Sperber und die Wiederfundquote lag bei 3,6%
071.749 beringte Mäusebussarde und die Wiederfundquote lag bei 5,9%
174.240 beringte Turmfalken und die Wiederfundquote lag bei 2,4%

001.444 beringte Sumpfohreulen und die Wiederfundquote lag bei 3,4%
300.126 beringte Sperlingskäuze und die Wiederfundquote lag bei 1,6%
015.889 beringte Uhus und die Wiederfundquote lag bei 3,4%
019.480 beringte Waldohreulen und die Wiederfundquote lag bei 2,8%
029.276 beringte Rauhfusskäuze und die Wiederfundquote lag bei 1,2%
032.466 beringte Waldkäuze und die Wiederfundquote lag bei 1,2%
114.938 beringte Steinkäuze und die Wiederfundquote lag bei 1,2%
184.603 beringte Schleiereulen und die Wiederfundquote lag bei 6,6%

794 beringte Ziegenmelker und die Wiederfundquote lag bei 1,9%

Zusätzlich dokumentierte man die Ringfunde (Bairlein, Dierschke, Dierschke, Salewski, Geiter, Hüppop, Köppen, Fiedler: „Atlas des Vogelzugs; Ringfunde deutscher Brut- und Gastvögel“ (2014)).
1 Ringfund zum Steinadler
1 Ringfund zum Würgfalken
1 Ringfund zum Rötelfalken
2 Ringfunde zum Gänsegeier

Länderarbeitsgemeinschaft der Vogelschutzwarten (LAG VSW): www.vogelschutzwarten.de
Datenbank / Studien (i.d.R. ENGLISCH): www.movebank.org
Europäische Union für Vogelberingung EURING (ENGLISCH): www.euring.org
Pro Ring e.V.: www.proring.de

Laut Naturschutzgesetz darf nur der Ring (den man wie abbekommt, um den Fund zu melden?) mitgenommen werden, der tote Vogel muss liegen bleiben. Selbst bei einem Jäger, der einen toten Mäusebussard findet, ist die rechtliche Situation umstritten. In der Zeitschrift JÄGER 04/2014 heisst es dazu: „Während das nach §1 Bundesjagdgesetz gewährte ausschliessliche Aneignungsrecht des Jagdausübungsberechtigten den Inbesitznahmeverboten des Naturschutzrechts grundsätzlich als spezielle Regelung vorgeht, so dass ein tot im Revier gefundener Mäusebussard mitgenommen werden darf, wird dies teilweise (wenn auch mit wenig überzeugenden Argumenten) bei EU-rechtlich streng geschützten Wildarten anders gesehen.
Meldung von „gefundenen Ringen“: www.ring.ac

In den späten 60er und den frühen 70er Jahren wurden die ersten Geier in Namibia beringt, so dass inzwischen Ohrengeier, lat. Torgos tracheliotos, Kapgeier oder Fahlgeier, lat. Gyps coprotheres, Zwerggänsegeier oder Weissrückengeier, lat. Gyps africanus und Wollkopfgeier, lat. Aegypius occipitalis beringt wurden (E-Mail (Antwort) vom 23.11.2015 von H. Kolberg). Im Durchschnitt werden in Namibia ca. 8000 Vögel, hauptsächlich Sperlingsvögel, beringt (E-Mail (Antwort) vom 23.11.2015 von H. Kolberg).
THE SOUTH AFRICAN BIRD RINGING UNIT: SAFRING, Animal Demography Unit (ENGLISCH): http://safring.adu.org.za

Nach einer US-Studie (FALKE 10/2011) kommt es beim wissenschaftlichen Vogelfang mittels Japannetzen bei 620.997 Fängen durch erfahrene Beringer, das „Datenmaterial stammte von 22 Vogelberingungsorganisationen quer über die USA und Kanada aus über zwanzig Jahren von 188 Vogelarten“, kaum (0,59 % Verletzungen; 0,23 % Todesfolge) für die Vögel zu Verletzungen.

Durch eine Auswertungen von „Langzeitberingungsprogrammen von zwei Gebieten“ der Zeiträume von 1971 bis 2010 und von 1983 bis 2009 aufgrund von „Daten von 14.735 bzw. 18.052 Vögeln aus der Coyote Creek Field Station“ kam heraus, dass in Zentralkalifornien „die Vögel größer und kräftiger“ werden (FALKE 06/2012).

In den Jahren 1984 und 1995 (Falke 05+06/1997) begann man in den USA in Pionierversuchen mittels Satelliten-Telemetrie Untersuchungen zum Vogelzug beim Weisskopfseeadler (am 19.03.1985 angebracht), beim Riesensturmvogel, beim Trompeterschwan und beim Pfeifschwan durchzuführen. Drei Streckenmessungen von Schleiereulen haben ergeben, dass Schleiereulen weite Strecken fliegen können, denn Messungen ergaben Strecken von 1650 km, von 1832 km und 1778 km (Falke 02/1995). In einer spanischen Untersuchung (Falke 08/1995) wurde festgestellt, dass sich junge Schleiereulen im ersten Jahr nur bis zu 50 km vom Nest entfernen. Aufgrund einer Besenderung eines Schreiadlers (Falke 09/1995) stellte man fest, dass ein Schreiadler (neben dem genauem Flugweg) von seinem Brutrevier in Mecklenburg-Vorpommern bis zum Winterquartier im südlichen Sambia und wieder zurück 17.880 km flog. Aufgrund einer Analyse des kompletten Herbstzugs wurde ein Schlangenadler (Falke 06/1999) am 29. Juli 1996 eingefangen und mit einem Satelliten-Sender mit Solarbetrieb „ausgerüstet“. Der Sender des Schlangenadlers wurde 78 Tage lang bis zu 10x täglich (zusammen insgesamt 506x) geortet, so dass man zum ersten Mal alle Übernachtungsplätze geortet hat und die Tagesleistungen, die zwischen 17 und 467km (im Mittel 234km) lagen, dokumentieren konnte. Im Vergleich dazu (Falke 06/1999) legen Fischadler und Schreiadler Tagesleistungen von über 500km zurück. 16 Steppenadler (Falke 01/2005) wurden in den Durchzugs- und Überwinterungsgebieten mit Satelittensendern im Zeitraum November 1992 bis November 1997 versehen und wurden bis zu 13,5 Monaten und bis zu 17.100 km weit mit über 3700 Ortungen beobachtet, um die Zugrouten aufzeichnen zu können. Des Weiteren gab man an, dass die Satelittensender keine Haut- oder Gefiederschäden verursachten (Falke 01/2005).

Bei der Satellitentelemetrie / Sattelitenortung (FALKE 07/2006; 07/2009) wird der Sender am Vogel befestigt und die Signale werden dann über den Satelliten zur Bodenstation gesendet. Als einen der ersten Vögel erforschte man den Storch, genau genommen wurden über 120 Störche mit entsprechenden Sendern ausgestattet.

Im Jahre 2004 (FALKE 07/2009) wurde eine Vielzahl an Fischadlern, Schreiadlern und Schelladlern mit Satellitensendern ausgestattet. Inzwischen gibt es auch entsprechende Projekte mit Steppenadlern, Westlichen Kaiseradlern, Seeadlern, Weisskopfseeadlern, Harpyien, Schwarzmilanen, Rotmilanen, Schlangenadler, Wespenbussarde, Baumfalken, Bartgeiern (zum Beispiel: www.bartgeier.ch oder www.wild.uzh.ch/bg/index.htm), Wiesenweihen (zum Beispiel: www.grauwekiekendief.nl) und Uhus.

In den Jahren von 2005 bis 2008 wurden 20 nordwesteuropäische Wiesenweihen („aus den Niederlanden, Deutschland und Dänemark“) und 10 nordosteuropäische Wiesenweihen („aus Polen und Weißrussland“) mit Satelitensendern ausgestattet (FALKE 07/2009), um die Zugrouten zu analysieren. Im Ergebnis stellte man fest, dass etwa ¾ der nordwesteuropäische Wiesenweihen (FALKE 07/2009) über Frankreich und Spanien und das andere ¼ zog über Italien und Sardinien in ihr Überwinterungsgebiet (südliches Mauritanien, Senegal und Mali: Binnendelta des Niger) hin- und wieder zurückzog. Die nordosteuropäische Wiesenweihen (FALKE 07/2009) fliegen im Herbst zum Überwinterungsgebiet (westlicher „Niger und NW-Nigeria, westlich bis Burkina Faso“) über Griechenland und Kreta und kommen im Frühjahr über Italien und Sardinien zurück.

14 Wiesenweihen wurden zwischen 2006 und 2008 in den „Brutgebieten in Nordostspanien mit Satellitensendern versehen“ und man stellte aufgrund der Aufzeichnungen fest, dass die Zugwege im Frühjahr und im Herbst „zwischen Europa und Westafrika in einem relativ engen Korridor zwischen der Küste Marokkos und der westlichen Sahara und der Westgrenze von Algerien“ stattfanden und der Zugweg im Herbst westlicher stattfand (FALKE 11/2012).

Die Weltarbeitsgruppe Greifvögel stattete seit 1992 im „Rahmen eines internationalen Langzeitprojekts“ fast 200 Greifvögel (2001-2011: 12 Wespenbussarde, seit 1992 über 100 Schreiadler und des Weiteren Fischadler, Rotmilane, Schwarzmilane und Baumfalken) mit Satellitensendern („Vögel in Deutschland“: 2012) aus. Die mit Satellitensendern ausgestatteten Greifvögel können „nahezu punktgenau“ geortet werden und die Jahresrouten werden mittlerweile vollständig und „sogar in mehreren aufeinanderfolgenden Jahren“ dokumentiert („Vögel in Deutschland“: 2012).

In der Zwischenzeit gibt es die GPS-Satelitten-Telemetrie mit solarbetriebenen Sendern, die auch schon erfolgreich bei Fischadlern, Kaiseradlern, Schelladlern, Schreiadlern und Schwarzmilanen eingesetzt werden. Durch die Satelliten-Telemetrie (FALKE 07/2006) lassen sich die Abflugdaten vom Geburtsort und auch Ankunftsdaten bei Rastplätzen und Winterquartieren überwachen. Des Weiteren (FALKE 07/2006) werden Kenntnisse über die genaue Flugroute, die Geschwindigkeit und die Verweildauer gewonnen.

Wildtierbeobachtung aus dem All (Icarus Initiative: International Cooperation for Animal Research Using Space): www.icarusinitiative.org (ENGLISCH)

Aus den neusten Forschungserkenntnisse über Harpyien wurden am 14.11.2011 auf dem „IX CONGRESO DE ORNITOLOGIA NEOTROPICAL“ und gleichzeitig dem „VIII CONGRESO PERUANO DE ORNITOLOGÍA“ wurde bekanntgegeben: In den Jahren 2006 bis 2009 wurden (Ruth Muñiz López u.a.) im nordöstlichen Ecuador 2 wilde Harpyien (Jungvögel unter 3 Jahren) mit GPS-Sendern versehen, um zu analysieren, welche Wanderungen durch die Jungvögel unternommen werden. Man stellte fest, dass sich die Jungvögel in den ersten 2 Lebensjahren nur ca. 3 km vom elterlichen Nest entfernten, da sie erst nach über 2 Jahren selbständig werden. Im Nationalpark PARQUE NACIONAL SOBERANÍA in Panama wurden 24 junge Harpyien mit Sendern (Edwin, Campbell-Thompson u.a.) ausgestattet, um die Wanderungen und Verbreitungen unter Beachtung des Geschlechts zu analysieren. Im Resultat gab es keine grossen Unterschiede zwischen den Geschlechtern.

Speziell entwickelte reiskorngrosse Mikrochips (Transponder), die in das Bindegewebe der Vögel eingebracht wurden, brachten auch gute Ergebnisse. Nur wer wusste schon beim wiederfinden (oder erneutem Einfangen) welcher Vogel bereits einen Mikrochip unter der Haut hat?

Aus einer Studie über „im Bauch implantierte Satellitensender“ geht hervor, dass die Satellitensender einerseits keinen Einfluss auf den Vogelzug haben und andererseits „bei großen Watvögeln ... die Überlebensraten um 16 % niedriger lagen und die Nistbereitschaft deutlich reduziert war sowie missgebildete Eier zu beobachten waren“ (voegel-magazin.de vom 02.05.2014: „Satellitensender im Bauch von Vögeln“).

Aufgrund der Satellitentelemetrie ist es bei einzelnen Individuen möglich, die genauen Zugrouten, die Rastgebiete, die Überwinterungsgebiete festzustellen („Greifvögel und Falknerei“ (2013)). Gemessen wird ebenso die Zugdauer, die Zuggeschwindigkeit, die Flughöhe, die genaue Entfernung zum und vom Überwinterungsgebiet („Greifvögel und Falknerei“ (2013)). Des Weiteren können eventuell Unterschiede, je nachdem ob ein Jungvogel oder ein Altvogel mit einem Sender ausgestattet wurde, je nachdem ob ein Weibchen oder ein Männchen mit einem Sender ausgestattet wurde, je nachdem ob der Vogel ins Überwinterungsgebiet fliegt oder zurückkommt, ermittelt werden („Greifvögel und Falknerei“ (2013)). Auch können die Ergebnisse tagesgenau und über mehrere Jahre hinweg analysiert werden („Greifvögel und Falknerei“ (2013)). Analysiert kann dann auch werden, ob alle Individuen zum gleichen Zeitpunkt ziehen, ob es Veränderungen im Brutgebiet bzw. im Überwinterungsgebiet gibt, ob es Umverpaarungen gibt („Greifvögel und Falknerei“ (2013)).

 

Mit freundlicher Genehmigung von Bettina Boemans, www.geierwelt.blogspot.de, wurden die nachfolgenden Fotos der Kapgeier mit Flügelmarkierungen und ggf. mit Sendern bei "VulPro" (Vulture Conservation Programme (Südafrika)), www.vulpro.com, verwendet.

Weisskopfseeadler mit Vogelring
(aufgenommen im Tiergarten Nürnberg)

Falklandkarakara mit Vogelring
(aufgenommen in der Adlerwarte Berlebeck)

Sperbergeier mit Vogelring
(aufgenommen im Wildparadies Tripsdrill)

Keilschwanzadler mit einer Kennung an einer Kralle
(aufgenommen in der Adlerwarte Berlebeck)

Eine weitere Option ist die Erfassung sind die Greifvogelzählungen beim Flug ins oder vom Überwinterungsgebiet an den Vogelzugstrassen. Man begann mit „sporadischen Zugvogelzählungen“ in den 1970ern und setzte die Zugvogelzählungen von Wespenbussarden, Falkenbussarden, Steppenadlern, Schreiadlern, Schelladlern, Rohrweihen, Wiesenweihen, Steppenweihen jährlich und standardisiert 2008 mit der Gründung des Batumi Raptor Count fort (FALKE 03/2016).

Batumi Birding Ltd. (ENGLISCH): www.batumibirding.com
Batumi Raptor Count BRC (ENGLISCH; Greifvogelzählung): www.batumiraptorcount.org

In den Jahren 1989 bis 2010 wurden in der Zentralschweiz „auf über 25km² intensiv genutzter Kulturlandschaft Reviere von Waldohreulen“ mit und ohne Klangattrappen ermittelt (FALKE 02/2015). Im Ergebnis stellte man fest, dass es ohne Klangattrappen eine Beobachtungswahrscheinlichkeit von 28,2% und mit Klangattrappen eine Beobachtungswahrscheinlichkeit von 52,4% gibt (FALKE 02/2015). Des Weiteren werden mindestens 2 Kontrollgänge zur Balz und am Besten 3 Kontrollgänge zur „Feststellung von Ästlingen“ empfohlen (FALKE 02/2015).

Forscher der Universität Newcastle (FALKE 12/2014) stellten fest, dass durch eine „automatische Erfassung mithilfe bioakustischer Methoden … eine um mehr als das Doppelte höhere Erfassungsrate … im Vergleich zum Monitoring durch Ornithologen ohne besondere elektronische Hilfsmittel“ beim Ziegenmelker, lat. Caprimulgus europaea, ermöglicht wird.

Online-Erfassung der Vogelwelt:
Dachverband Deutscher Avifaunisten: www.ornitho.de; www.ornitho.ch

Online-Einblick in das Zuggeschehen der Vogelwelt:
Europaen Bird Census Council (EBCC): www.eurobirdportal.org/ger/de/

WebCams (Kameras), die Live alles ins Internet übertragen
WebCams: Greifvögel: www.panoraama.com/live/maakotka/
WebCam: Fischadler: www.friendsofblackwater.org/camhtm.html
WebCam: Weisskopfseeadler: www.friendsofblackwater.org/camhtm2.html

In einer finnischen Videoüberwachung (Falke 09/2007) von Mäusebussarden, Rauhfussbussarden und Habichten konnte man trotz Video aufgrund der schwierigen Gattungs-Bestimmung nur eine grobe Bestimmung der Beute vornehmen.

Aufgrund einer WebCam konnte live dokumentiert werden, dass eine Schleiereulenbrut, dessen Weibchen „von der nächtlichen Jagd nicht mehr zurückgekommen“ war, nun mittels Zufütterung „von Hand “ erfolgreich grossgezogen wurde (LBV-Projekt-Report (2016)).

Als weitere Option zur Nestkontrolle von Wiesenweihen werden mitunter bereits ferngesteuerte Fluggeräte „Kopter“ (FALKE 05/2014) verwendet.

Und dann gibt es noch Filme über die Lebensgewohnheiten der Vögel, die man dann im Fernsehen, auf Video und auf DVD ansehen kann.

Mit dem Anbringen von Nisthilfen bieten man den Greifvögel und Eulen zusätzliche Nistgelegenheiten.

Im Positionspapier der AG Eulen zur Nisthilfen für Eulen „Eulen und Nisthilfen“ findet man, dass Sperlingskäuze nur „ausnahmsweise“ Nistkästen nutzen, dass Nistkästen für Zwergohreulen einen Ersatz bei einem Fehlen von Baumhöhlen und Hohlräumen bieten, dass zur vorübergehenden regionalen Bestandsstabilisierung der Rauhfusskäuze das Anbringen von Nistkasten helfen kann, dass bei Steinkäuzen bei fehlenden Brutmöglichkeiten ein Nistkastenangebot angebracht ist, dass bei Waldohreulen eine Förderung durch Kunstnester im Einzellfall zielführend ist, dass bei Sumpfohreulen „Artsicherungsmassnahmen über künstliche Nisthilfen nicht möglich“ sind, dass Schleiereulen als Kulturfolger auf grosse Scheunen, Kirchtürme und auch auf Nistkästen angewiesen sind, dass bei Waldkäuzen nur „in Einzellfällen“ „ein Nistkastenangebot sinnvoll“ ist, dass aufgrund der Wiederansiedlungsprojekte der Habichtskäuze auch Nisthilfen angebracht werden und dass bei den Uhus einerseits eine intensive Förderung „nicht mehr erforderlich“ ist und andererseits in Einzellfällen Optimierungsmassnahmen zweckmässig sind (Eulenrundblick 67).

Nistkästenbeispiele für Greifvögel
Turmfalken (aufgenommen im Bayerwald-Tierpark Lohberg (links), im Erlebnis-Wildpark Hanau „Alte Fasanerie“ (mitte))

Nistkästenbeispiele für Eulen
Eulenhöhle (aufgenommen im Zoo Karlsruhe)

Nistkästenbeispiele für Eulen
Schleiereulen (aufgenommen im Bayerwald-Tierpark Lohberg (links), auf der Vogelausstellung Ornika (mitte))

Schleiereulen (aufgenommen im Wildparadies Tripsdrill)

Nistkästenbeispiele für Eulen
Waldkäuze (aufgenommen im Erlebnis-Wildpark Hanau „Alte Fasanerie“ (links), im Naturkundemuseum Coburg (mitte; rechter Kasten)) und im Zoo Stuttgart (Wilhelma); (rechts))

Nistkästenbeispiele für Eulen
Waldkäuze (aufgenommen in Nürnberg im Sebalder Reichswald (Erlenstegen: Tiefgraben))

Nistkästenbeispiele für Eulen
Rauhfusskäuze (aufgenommen im Naturkundemuseum Coburg (links; linker Kasten), im Erlebnis-Wildpark Hanau „Alte Fasanerie“ (mitte; Kästen mit und ohne Marderschutz) und im Naturkundemuseum Gotha (rechts))

Rauhfusskäuze (aufgenommen im Bayerwald-Tierpark Lohberg (links))

Nistkästenbeispiele für Eulen
Steinkäuze (aufgenommen im Erlebnis-Wildpark Hanau „Alte Fasanerie“ (links), im Naturkundemuseum Gotha (mitte) und auf der Vogelausstellung Ornika (rechts))

Steinkäuze (aufgenommen im Zoo Karlsruhe (links))

Nistkästenbeispiele für Eulen
Sperlingskäuze (aufgenommen im Bayerwald-Tierpark Lohberg (links))

09.05. Die Greifvögel und Eulen, von gefundenen Wildvögeln
Die negativen Auswirkungen, die zu Verletzungen, Unfällen oder Erkrankungen durch den Menschen führen, wurden bereits im Kapitel "Die Greifvögel und Eulen, dem Menschen "ausgeliefert" und die Feinde" behandelt.

Am besten fängt man mit dem "Gesetz über Naturschutz und Landschaftspflege (Bundesnaturschutzgesetz - BNatSchG)"; www.gesetze-im-internet.de an und dort heisst es unter anderem:
"§ 42 Vorschriften für besonders geschützte und bestimmte andere Tier- und Pflanzenarten
(1) Es ist verboten,
1.wild lebenden Tieren der besonders geschützten Arten nachzustellen, sie zu fangen, zu verletzen oder zu töten oder ihre Entwicklungsformen aus der Natur zu entnehmen, zu beschädigen oder zu zerstören,
2.wild lebende Tiere der streng geschützten Arten und der europäischen Vogelarten während der Fortpflanzungs-, Aufzucht-, Mauser-, Überwinterungs- und Wanderungszeiten erheblich zu stören; eine erhebliche Störung liegt vor, wenn sich durch die Störung der Erhaltungszustand der lokalen Population einer Art verschlechtert,
3.Fortpflanzungs- oder Ruhestätten der wild lebenden Tiere der besonders geschützten Arten aus der Natur zu entnehmen, zu beschädigen oder zu zerstören ... (Zugriffsverbote)
(2) Es ist ferner verboten,
1.Tiere und Pflanzen der besonders geschützten Arten in Besitz oder Gewahrsam zu nehmen, in Besitz oder Gewahrsam zu haben oder zu be- oder verarbeiten (Besitzverbote)"


Turmfalken und Wanderfalken nisten auch in menschlicher Umgebung in hohen Gebäuden zum Beispiel in Mauerlöchern. Auch Rötelfalken wurden schon unter Dächern brütend beobachtet. Von Uhus und Waldkäuzen sind Gebäudebruten bekannt. Schleiereulen kann man in Gebäuden, in Bauernhöfen und in Scheunen finden. Andererseits ist es bezüglich der Eulen eine Tatsache, dass die Jungvögel von Waldohreulen und Waldkäuzen flugunfähig als Ästlinge das Nest verlassen und weiter laut in der Umgebung nach Futter schreien bzw. rufen, oder wie die Waldkäuze sogar auf dem Boden herumkrabbeln, bis sie an einem schrägen Baum wieder in die Höhe gelangen oder hinaufklettern können. Auch bei Sperbereulen und Steinkäuzen wurde bereits beobachtet, dass flugunfähige Jungvögel das Nest verliessen und in den Ästen herumkletterten. Auch der (noch) flugunfähige Nachwuchs der Schnee-Eulen und der Sumpfohreulen krabbelt am Boden herum und junge Kanincheneulen verlassen die Höhle und sind somit am Höhleneingang beobachtet worden. In den meisten Fällen sind die Elternvögel gut versteckt in der Nähe. Dennoch kommt es vor, dass junge Greifvögel und Eulen aus dem Nest fallen. Und selbst wenn sich unerfahrene junge flügge (oder flugfähige) Greifvögel und Eulen in menschliche Nähe verirren und so in Gärten, Garagen oder Schuppen gelangen, werden diese mit Bettelrufen von den Elternvögel, die sich in der Regel in sicherer geschützter und versteckter Entfernung befinden, beobachtet. Am meisten hilft man, wenn man die verirrten Jungvögel am selben Ort möglichst auf einen Ast oder auf einen Busch setzt und sich wieder entfernt, um die "Mutter-Kind-Beziehung" nicht zu zerstören.

Noch flugunfähige junge Waldkäuze (Ästlinge), die auf dem Waldboden sitzen, die auch auf die Bäume wieder hochkletten können, werden unsinnigerweise „besonders gerne mit nach Hause genommen“ (Polaschek: „Elternlose Jungvögel“), wobei es hilfreicher wäre „so wenig wie möglich in das Naturgeschehen“ einzugreifen und erst nächsten Tag wieder zukommen, um „nachzuschauen, ob die junge Eule noch da sitzt“ (Eulenrundblick 62). Hunde sollten aus der Umgebung „entfernt“ werden, da der Beutetrieb oder Jagdtrieb sofort durchbricht, wenn die Eulen am Boden sitzen. Trotzdem wird angegeben, dass ein junger am Boden sitzender Waldkauz einfach „von Spaziergängern im Jenischpark in Hamburg“ dreist oder „leider mitgenommen“ wurde, der dann wieder „zurück in den Jenischpark gebracht“ werden musste (voegel-magazin.de vom 20.03.2017: „Hände weg von Eulenkindern!“). Man konnte dann den „Rufkontakt mit den Elterntieren“ wieder beobachten und des Weiteren wird angegeben, dass man „diese kleinen Kerle auch aufheben und auf einen erhöhten Punkt setzen“ kann, „um sie vor freilaufenden Hunden zu schützen“ (voegel-magazin.de vom 20.03.2017: „Hände weg von Eulenkindern!“)!

Junge Greifvögel werden nur in grösseren Abständen gefüttert und junge Eulen oft nur nachts gefüttert (Polaschek: „Elternlose Jungvögel“). Auch zum Verdauen braucht der Jungvogel Zeit. In der freien Natur wurde beobachtet, dass junge Harpyien zum Teil tagelang keine Nahrung (Diesselhorst, Fechter: „Lexikon der Tiere in zwei Bänden“, 1. Band, 1970) bekommen.

Wie auch immer oder trotz alldem heisst es im § 43 im Punkt (6) des "Gesetz über Naturschutz und Landschaftspflege (Bundesnaturschutzgesetz - BNatSchG)":
"1 Abweichend von den Verboten des § 42 Abs. 1 Nr. 1 und 3 sowie den Besitzverboten ist es vorbehaltlich jagdrechtlicher Vorschriften ferner zulässig, verletzte, hilflose oder kranke Tiere aufzunehmen, um sie gesund zu pflegen.
2 Die Tiere sind unverzüglich in die Freiheit zu entlassen, sobald sie sich dort selbständig erhalten können.
3 Im Übrigen sind sie an die von der nach Landesrecht zuständigen Behörde bestimmten Stelle abzugeben.
4 Handelt es sich um Tiere der streng geschützten Arten, so hat der Besitzer die Aufnahme des Tieres der nach Landesrecht zuständigen Behörde zu melden.
5 Die nach Landesrecht zuständige Behörde kann die Herausgabe des aufgenommenen Tieres verlangen."

Es dürfen nur kranke, verletzte oder tatsächlich verlassene Jungvögel oder Vögel aufgenommen werden (LBV-Info: „Hilfe für Jungvögel“; LBV-Vogelschutz 02/2015) oder „gemäss Bundesnaturschutzgesetz dürfen Jungvögel übrigens nur vorübergehend und nur dann audgenommen werden, wenn sie verletzt oder krank, und somit hilflos sind” (Zoo Neuwied: „Tiergeflüster“: Ausgabe 17). Bei verletzten oder bedrohten Greifvögeln und Wasservögeln ist „umgehend die Untere Naturschutzbehörde am Landesamt zu informieren“ (LBV-Info: „Hilfe für Jungvögel“; LBV-Vogelschutz 02/2015) und man findet auch, dass „in Not geratene junge Eulen und Greifvögel … in fachkundige Hände“ gehören (Polaschek: „Elternlose Jungvögel“)!

Die Jungvögel der Greifvögel, die Nesthocker oder Nestlinge sind, benötigen, wenn Sie aus dem Nest gefallen sind, „tatsächlich“ Hilfe, da wenn man weiss, „wo sich das Nest befindet“, „das Kleine unbedingt wieder“ zurückgesetzt werden sollte (VÖGEL 02/2014). Andererseits werfen „Altvögel kranke Junge aus dem Nest“ (VÖGEL 02/2014); aber welcher Laie weiss dann auch, ob das Junge wirklich krank ist oder welcher Laie klettert dann mal schnell in die Baumkrone des Baumes, um das Junge zurückzubringen? Andererseits heisst es auch direkt: „Erst wenn Sie sicher sind, dass ein Jungvogel verletzt ist, beide Eltern getötet wurden oder das Nest zerstört wurde, dürfen Sie eingreifen. Am besten holen Sie Hilfe von erfahrenen Mitarbeitern einer Aufzuchtstation“ (VÖGEL 02/2014). Oder man findet auch, dass „in den allermeisten Fällen“ die Jungtiere nur auf die Eltern warten oder „dass die Elterntiere durch die Anwesenheit des Beobachters erst vom Jungtier vertrieben worden sind oder daran gehindert werden, es wieder aufzusuchen“ (Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz Mecklenburg Vorpommern: „Hände weg von Wildtieren! (2016)).

Eine Eule fängt oder fässt man mit den Händen von oben nachdem sie z.B. mit einer Jacke zugedeckt wurde oder zum Schutz der Hände vor den Krallen mit einem Tuch (Eulenrundblick 62). Zum Transport des verletzten, verunglückten oder erkrankten Wildvogels verwendet man einen mit Löchern versehenen Pappkarton, auch wenn die Vögel in der Regel dann aufgrund der Gefangennahme und des Transports in Stress geraten und als Folge einen Flüssigkeitsverlust erleiden und einen entsprechendem Handschutz zum Schutz vor infizierten kranken Wildvögeln ((Eulenrundblick 62); Aber welcher Finder oder Laie hat einen Handschutz immer dabei?). Eulen können in einem Leinensack transportiert werden oder mit den verletzten angelegten Flügeln vorsichtig mit einem Tuch eingewickelt werden (Eulenrundblick 62).

Am Ende folgt die Klärung des Verbleibs des Wildvogels mit dem Ziel der Auswilderung, vor allem da der Finder oder Laie weder in der Regel eine artgerechte Unterkunft noch in der Regel eine artgerechte Nahrung anbieten kann, ohne dass der Wildvogel Schaden nimmt und so mit falschen Futter, wie „Hackfleisch“, „gewürztem“ Futter („Hilflose Vögel“ (2000); Polaschek: „Elternlose Jungvögel“) "zu Tode gefüttert" wird. Zum richtigen Futter gehören täglich „frischtote Mäuse, Ratten, Spatzen, Tauben und Eintagskücken“ (Plass: „Tierfindlinge: Aufzucht, Pflege, Auswilderung“ (2001)); was aber kaum ein Finder oder Laie stets zu Hause hat...). Junge Wespenbussarde „gehören unbedingt in Spezialistenhände“ (Plass: „Tierfindlinge: Aufzucht, Pflege, Auswilderung“ (2001)) und die Zwangsfütterung der Jungvögel setzt zudem Fachkenntnis voraus (Plass: „Tierfindlinge: Aufzucht, Pflege, Auswilderung“ (2001)). Eine einseitige Ernährung führt oft zu starken Verhaltensstörungen, die an den Federn nicht zu erkennen sind (Plass: „Tierfindlinge: Aufzucht, Pflege, Auswilderung“ (2001)). Auch ist die Handaufzucht von Jungvögeln „sehr zeitintensiv und erfordert gewisse Grundkenntnisse im Umgang mit diesen Tieren“ (LBV-Vogelschutz 02/2015) oder anders formuliert muss am Ende der Wildvogel wieder ausgewildert werden und darf nicht zum Haustier umgewandelt werden (Polaschek: „Elternlose Jungvögel“) oder die Aufzucht muss tiergerecht sein und darf nicht zur „Fehlprägung auf den Menschen“ führen (Zoo Neuwied: „Tiergeflüster“: Ausgabe 17) oder genaugenommen: „Greifvögel und Eulen müssen lernen, lebende Beute zu schlagen. Dies ist sehr aufwändig, so dass man sich am besten um die Aufnahme in professionelle Pflegestationen bemüht.“ (LBV-Info: „Hilfe für Jungvögel“). Vergessen sollte man dann auch nicht den Aufwand und die (Tierarzt-)Kosten (, die wer bezahlt?)!

Die ehrenamtlich geführten Auffangstationen für verletzte Greifvögel und Eulen, die zum Teil nicht alle von den Bundesländern (teilweise) staatlich gefördert werden, pflegen die Greifvögel und Eulen gesund, um sie wieder auszuwildern. Meist genügt dann der Anruf, so dass sich die Auffangstationen um den gefundenen Greifvogel oder die Eule kümmern. Die einen Auffangstationen bieten die Besichtigung der verletzten / kranken Greifvögel und Eulen an, für die anderen Auffangstationen ist dieses eine (erneute) Störung in der Genesung, so dass eine Besichtigung nicht in Frage kommt.

Neben den Auffangstationen nehmen sich u.a. auch die Falknereien, Vogelparks, Zoos etc. pflegebedürftiger Greifvögel und Eulen an. Der Tiergarten Nürnberg steht zum Beispiel als Auffang- und Pflegestation für entkräftete, verletzte, erkrankte, von den Eltern verlassene und beschlagnahmte Tiere zur Verfügung und hat so unter anderem auch Baumfalken, Wanderfalken, Rohrweihen und Ziegelmelker aufgenommen.

Der Tiergarten Nürnberg wilderte 2 gefundene Wanderfalken, die „in der Auffangstation des Tiergartens rehabilitiert“ wurden, aus („Tiergarten Nürnberg: Das Jahr 2016: Weltweit gut vernetzt“).

Tierärzte oder Tierkliniken findet man am einfachsten über die Internet-Suchmaschinen, in dem man zum Beispiel das Recherche-Wort "Tierklinik" eingibt oder über die Datenbanken www.tieraerzteverband.de für Deutschland, www.tierarzt.org für Deutschland, Österreich und Schweiz und www.vet-look.ch für die Schweiz. (Oder siehe auch in Abu Dhabi: www.falconhospital.com).

Im Eulen-Rettungszentrum Brinzal bei Madrid (The Brinzal Recovery Centre for nocturnal birds of prey: http://brinzal.org) werden seit 6 Jahren Eulen mit Akkupunktur behandelt. „70 Prozent der etwa 1200 Tiere, die jedes Jahr in das Zentrum gebracht werden, erholten sich wieder“ (stern.de: 11.04.2015: „Eule kann dank Akupunktur wieder fliegen“).

Deutschland:
01689 Weinböhla:
www.greifvogelhilfe-sachsen.de
34431 Marsberg-Essentho: www.essenthoer-muehle.de
41...... Mönchengladbach: www.greifvogelhilfe-mg.de / www.greifvogelhilfe.de
51503 Rösrath: www.bergischegreifvogelhilfe.de
76131 Karlsruhe: www.falknerei-karlsruhe.de
91583 Diebach/Unterostheim: Greifvogel Auffangstation Mittelfranken e.V.: www.gam-ev.de
93128 Regenstauf: LBV Vogelauffang- und Pflegestation Regenstauf: www.oberpfalz.lbv.de
97080 Würzburg: www.jagd-wuerzburg.de/vogelauffangstation oder
www.jagd-wuerzburg.de/uploads/media/Greifvogelauffangstation_Leporello_01.pdf
Auffangstationsliste: www.nabu.de/ratgeber/aufzuchtstationen.pdf
Auffangstationsliste: www.wildvogelhilfe.org/aufzucht/auffangstationen.html
Allgemeines: www.uni-protokolle.de/nachrichten/id/93920/

Bund für Falknerei, Greifvogelschutz und Greifvogelkunde e.V.:
Empfehlungen in der Tierärztlichen Praxis Kleintiere (5/2010):

http://d-f-o.de/Publikationen/articles/Empfehlungen_Greifvogelhaltung.html (genaugenommen: http://d-f-o.de/tl_files/downloads/Bestandsbetreuung_Greifvoegel.pdf)

Schweiz:
Infos / Auffangstationen: www.praeparator-falkner.ch
Infos / Auffangstationen: www.vogelpflegestation.ch

Österreich:
Infos / Auffangstationen:
www.egsoesterreich.org
Infos / Auffangstationen: http://members.aon.at/gvz-lobau-wien-austria/willkommen.html

Grossbritannien
Auffangstation (Kent):
www.manyhoots.org (ENGLISCH)
Auffangstation Raptor Rescue: www.raptorrescue.org.uk (ENGLISCH)

Spanien:
The Brinzal Recovery Centre for nocturnal birds of prey: http://brinzal.org (ENGLISCH)

Vereinigte Arabische Emirate:
Abu Dhabi: www.falconhospital.com (ENGLISCH)

Südafrika:
Vulture Conservation Programme ("VulPro"): www.vulpro.com (ENGLISCH)

In den Jahren 2009 bis 2015 konnten von "VulPro" (Vulture Conservation Programme (Südafrika)) von 304 Kapgeiern, die in Pflege genommenen wurden, 124 wieder ausgewildert werden („VulPro ANNUAL REPORT 2015“). An anderen Geierarten wurden im gleichen Zeitraum 63 Geier zur Pflege aufgenommen und 9 konnten wieder ausgewildert werden („VulPro ANNUAL REPORT 2015“). Auch wurden in den Jahren 2009 bis 2015 von "VulPro" (Vulture Conservation Programme (Südafrika)) 108 andere Greifvogelarten zur Pflege aufgenommen, von denen 45 wieder ausgewildert werden konnten („VulPro ANNUAL REPORT 2015“).

 

Mit freundlicher Genehmigung von Kerry Wolter von der "VulPro" (Vulture Conservation Programme (Südafrika)), www.vulpro.com, konnte das linke Foto des Flecken-Uhus, lat. Bubo africanus (aus dem Nest gefallenes Kücken) verwendet werden.

 

Mit freundlicher Genehmigung von Kerry Wolter von der "VulPro" (Vulture Conservation Programme (Südafrika)), www.vulpro.com, konnte das linke Foto des verletzten und in Behandlung befindenden Kaffernadlers oder Verreaux-Adlers, lat. Aquila verreauxii verwendet werden.

 

Mit freundlicher Genehmigung von Kerry Wolter von der "VulPro" (Vulture Conservation Programme (Südafrika)), www.vulpro.com, konnten das linke Foto des verletzten und in Behandlung befindenden Sekretärs, lat. Sagittarius Serpentarius und das rechte Foto des wieder frei gelassenen Sekretärs, lat. Sagittarius Serpentarius verwendet werden.

Mittlerweile können voll funktionsfähige Prothesen des Oberschnabels („Ein Herz für Tiere“ 11/2012) mit 3D-Druckertechnologie hergestellt werden (bebildert dokumentiert am Beispiel eines Weisskopfseeadlers in den USA (Idado)).

 

Die nachfolgenden Fotos eines Sekretärs mit Beinprothese wurden im Weltvogelpark (früher: Vogelpark Walsrode) aufgenommen.

09.06. Die Greifvögel und Eulen, Exemplare für die Ewigkeit
Bis zu 4.500 Jahre alte Tiermumien fand man in Ägypten als Grabbeigaben. Auch Tierfriedhöfe wurden gefunden.

Viele Forscher sammelten im letzten Jahrhundert Tiere und präparierten sie. Viele Präparate sind in den Museen untergebracht. Wichtig sind in diesem Zusammenhang die Präparate, die als "Holotypus" gelten. Der "Holotypus" stellt eine Art "Beweis" oder "Grundlage und Definition" für eine neu entdeckte Art dar und rechtfertigt so einen neuen Namen. Auch heute werden (noch) Präparate hergestellt. Für die Museumsbesucher oder die Öffentlichkeit sind die ausgestellten Schau-Präparate am interessantesten. In der Regel ist jedoch der grösste Teil der Sammlungen für die Wissenschaft und daher der Öffentlichkeit verschlossen. Die beste (Platz sparende) Aufbewahrung für die Wissenschaft geschieht in Form von Bälgen.

Aus den Arbeitsschritten der Präparation: Entfernung von Fleisch und Fett (links), waschen und die Füllung mit Kunststoff und Glasauge (rechts). Anschliessend werden die Beine und die Flügel mit Drähten fixiert und mehrere Wochen getrocknet.

Aufgenommen im Naturkundlichen Museum Mauritianum in Altenburg.

Das Foto der Kanincheneule wurde im Industriemuseum Lauf (Sonderausstellung „Aug in Aug mit 1000 Tieren“) aufgenommen.

Einen „Holotypus“ durch Fotos oder Filmaufnahmen zuersetzen ist eigentlich nicht zulässig (Schilling, per Mail am 19.06.2014), genaugenommen ist der „Holotypus“ seit 1999 für neue Erstbeschreibungen auch dann noch notwendig, wenn genügend andere Individuen vorhanden sind und die neu zu beschreibende Art nicht hoch gefährdet ist (Schilling, per Mail am 19.06.2014 mit Verweis auf die FAQ der Webseite der ICZN). Andererseits entdeckte man im Jahre 2013 im Al Hajdar Gebirge in Oman die als Omanfahlkauz, lat. Strix omanensis, beschriebene neue Eulenart (FALKE-Sonderheft Eulen (2014)). Die Beschreibung erfolgte mit Hilfe von Tonaufnahmen der Rufe und von Fotos schnell, um die omanischen Behörden beim Schutz der Art zu unterstützen (FALKE-Sonderheft Eulen (2014)). Bezüglich eines Holotypus heisst es im FALKE-Sonderheft Eulen (2014): „Von einer Sammlung eines Eulenexemplars wurde -trotz der Restzweifel an der Existenz eines bislang nicht entdeckten Taxons, bei dem die Einstufung als eigene Art gerechtfertigt ist- abgesehen, da derzeit immer noch keine Informationen über die Populationsgrösse der Eulenart vorliegen und man den womöglich kleinen Bestand nicht gefährden wollte.

09.07. Die Greifvögel und Eulen, die Evolution, vom Ende der Letzten
In einer TV-Miniserie über das Leben in Millionen von Jahren wurde das Leben wissenschaftlich untersucht (gesendet im ZDF; Begleitbuch: Emmert: "Wilde Welt der Zukunft, Das Leben in Millionen Jahren“ (2003)). Eine Eiszeit wird „in fünf Millionen Jahren“ kommen und viele Tiere und Menschen werden „ausgestorben“ sein (Emmert: "Wilde Welt der Zukunft, Das Leben in Millionen Jahren“ (2003)). In fünf Millionen Jahren wird „der schnellste und gefährlichste Raubvogel der Savanne Amazoniens“ der flugunfähige Renngreif sein, der rot-schwarze „Federn am Hinterkopf“ haben wird, einen kahlen Kopf und Hals haben wird und „im Rudel“ jagen wird (Emmert: "Wilde Welt der Zukunft, Das Leben in Millionen Jahren“ (2003)). Weiter in der Zukunft werden „in 200 Millionen Jahren“ auch „die Vögel ausgestorben“ sein (Emmert: "Wilde Welt der Zukunft, Das Leben in Millionen Jahren“ (2003)).

09.08. Die Greifvögel und Eulen, von Eulen, die Schmetterlinge sind
Ordnung Schmetterlinge, lat. Lepidoptera
Familie Eulen, lat. Noctuidae

Die Familie, der Eulen, lat. Noctuidae, besteht aus 25.000 Arten („Das moderne Tierlexikon (in zwölf Bänden)“ Band 3 (Els-Gaz); Pott: „Das grosse Ravensburger Tierlexikon von A-Z“ (2002)) oder rund 30.000 Arten („Lebendige Wildnis, Tiere der Taiga“ (1993)).

In Europa werden „rund 950“ Arten („Das moderne Tierlexikon (in zwölf Bänden)“ Band 3 (Els-Gaz)) angegeben.

In Mitteleuropa werden „über 450“ Arten („Das moderne Tierlexikon (in zwölf Bänden)“ Band 3 (Els-Gaz)) angegeben.

Die Familie, der Eulen, lat. Noctuidae, hat „kleine Ohren an den Seiten ihrer Körpermitte, durch die sie Ultraschall hören können und sich dann einfach aus dem Flug heraus fallen lassen“ können (LBV-Vogelschutz 02/2015).

Dieser Rieseseulenfalter, lat. Thysania agrippina wurde im Tiergarten Nürnberg (Sonderausstellung) aufgenommen.

Das rechte Foto wurde im Forschungsinstitut und Naturmuseum Senckenberg (Frankfurt) aufgenommen.

Die nachfolgenden Fotos der Messingeule, lat. Diachrysia chrysitis (links) und der Aprileule oder Grünen Eicheneule, lat. Griposia aprilina (mitte) wurden im Bayerischen Jagdfalkenhof Schloss Tambach gemacht.

Die nachfolgenden Fotos der ?(Gammaeule, lat. Autographa gamma) wurden in Nürnberg (Lorenzer Reichswald (Valzner Weiher)) aufgenommen.  

Familie Sichelflügler, lat. Drepanidae
Das nachfolgende Foto der Roseneule, lat. Thyatira batis wurde im Bayerischen Jagdfalkenhof Schloss Tambach gemacht.

09.09. Die Greifvögel und Eulen, die Pilze sind
Die Deutsche Gesellschaft für Mykologie e.V. (www.dgfm-ev.de) ernennt unter den heimischen Pilzen seit dem Jahre 1994 den „Pilz des Jahres“. Die Gesellschaft macht so auf die Gefährdung aufmerksam.

Jahr 1996: Habichtspilz oder Habichts-Stacheling oder Rehpilz, lat. Sarcodon imbricatus, (L.) P. Karst
Der Habichtspilz (ein Speisepilz mit einer schuppigen Hutoberseite und einem Hutdurchmesser von 5 bis über 30cm) ist ein ein Vertreter, der aus einem guten Dutzend Arten existierenden Gattung der Stachelinge oder Braunspor-Stachelinge, lat. Sarcodon in Mitteleuropa.

Jahr 2010: Schleiereule oder Blaugestiefelter Schleimkopf, lat. Cortinarius praestans (Cord.) Gill
Die Schleiereule (ein Speisepilz mit einem Hutdurchmesser von 10 bis über 20cm) ist der grösste Vertreter, der aus weit über 700 Arten existierenden Gattung der Schleierlinge oder Haarschleierlinge, lat. Cortinarius in Mitteleuropa.

Mit freundlicher Genehmigung von Edmund Garnweidner konnte das Foto einer Schleiereule verwendet werden.

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