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Block 1: Ein zusammenfassender Überblick über die Welt der Greifvögel und Eulen
04.01. Die Greifvögel und Eulen, von Stimmen, Lauten und Rufen
04.02. Die Greifvögel und Eulen, die „Sinnesorgane“: Augen
04.03. Die Greifvögel und Eulen, die „Sinnesorgane“: Ohren
04.04. Die Greifvögel und Eulen, die „Sinnesorgane“: Geruchssinn
04.05. Die Greifvögel und Eulen, die „Arbeitsorgane“: Schnabel
04.06. Die Greifvögel und Eulen, die „Arbeitsorgane“: Füsse

Um Wiederholungen bei den einzelnen Abschnitten meiner wissenschaftlichen Ausführungen / Ausarbeitungen zu vermeiden, verweise ich auf das Literaturverzeichnis, das sich auf der Seite “Greifvögel / Eulen 1” befindet. Hiermit untersage ich (Jens Wolf, www kaiseradler.de) jede weitere Verbreitung, Vervielfältigung, Verwertung meiner Fotos in welcher und / oder durch welche Art und / oder Weise auch immer. Genauso untersage ich hiermit jede weitere Verarbeitung, Vervielfältigung, Verwertung meiner wissenschaftlichen Ausführungen / Ausarbeitungen oder Teilen daraus. Das Inhaltsverzeichnis befindet sich auf der Seite “Greifvögel / Eulen A”. Es sei darauf hingewiesen, dass die Möglichkeit besteht, dass im Lauf der Zeit aufgrund von Veränderungen im Bestand der in den Falknereien und/oder (zoologischen) Einrichtungen gehaltenen Arten, die fotografierten Arten nicht mehr gezeigt werden oder nun andere Arten zu sehen sind.

04.01. Die Greifvögel und Eulen, von Stimmen, Lauten und Rufen
Der Pistolenkrebs oder Knallkrebs (Wilhelma-Magazin: 02/2013) macht mit seinen Scheren „Knallgeräusche, die 240 bis 250 Dezibel erreichen“ (im Vergleich: „ein Rasenmäher erreicht 70 Dezibel“; ein startender „Düsenjet auf der Rollbahn“ erreicht „130 Dezibel“).

Zur Erzeugung von Lauten haben die Vögel ein eigenes Organ, den Singmuskeltapperat oder Syrinx. Dieses befindet sich an der Verzweigung der Luftröhre zu beiden Lungenflügeln. Die Syrinx-Muskulatur kann für zwei verschiedene Klangquellen (je Bronchie eine) bei den Vögeln sorgen. In diesem Zusammenhang werden Zunge und Mundraum nicht genutzt. Der Teichrohrsänger kann so gleichzeitig beispielsweise zwei verschiedene Lieder singen. Derartige Leistungen sind von den Greifvögeln und Eulen nicht bekannt. Die Gesänge einiger Eulenarten können jedoch melodisch sein. Auch ist beobachtet worden, dass einige Männchen die Nächte durchsangen. Die Männchen und die Weibchen haben das gleiche Repertoire. Auch wenn nur wenige Laute der Eulen geschlechtsspezifisch sind, lassen sich Männchen und Weibchen durch die Klangfarbe und die Häufigkeit der Einzellaute unterscheiden.

Der ziemlich schweigsame Kaiseradler hat einen an den Kohlraben erinnernden (grrr grrr) Ruf. Dieser schnell im Sekundenrythmus wiederholende Ruf ist laut schellend, scheltend, rauh und einem tiefen oder dunklen Bellen gleichzusetzen. Der Ruf des Kaiseradlers soll mitunter auch "schwarzspechtartig" sein. In Buchstaben gefasst, findet man in der Literatur „auk auk“ oder „krock krock“ (Ist „krock krock“nur der Balsruf des östlichen Kaiseradlers?) oder „krau krau“ und „kroch, kroch, kroch“ oder „kjau krau“. Heisser klingt der Ruf, wie "jef jef" oder "gäb gäb". "Krächzend" ist der Ruf des Männchens, wenn es das Weibchen zur Verteidigung des Nachwuchses ruft. Der Warnlaut wird mit „go gok“ beschrieben. Bei Erregung gibt es vom Kaiseradler schrille auf- und absteigende "Triller" zu hören.

Am lautesten schreien die Vertreter der Gattung Seeadler. Der Weisskopfseeadler schreit nach oben oder nach vorn (und nach unten für die letzten Töne "bevor die Luft ausgeht"). Der Bindenseeadler hält (so die Beobachtung) beim Schreien den Kopf nach oben. Der Schreiseeadler schreit (imponierend) nach vorn und geht dann in einer Bewegung mit dem Kopf nach hinten, so dass der Oberkopf kurz auf den Rücken auftrifft oder ihn berührt bevor der Kopf wieder nach vorn geht. Der Riesenseeadler schreit mit seinen zum Teil tiefen Tönen nach oben oder nach vorn.

Die oberen Fotos des Weisskopfseeadlers wurden im Tiergarten Nürnberg, im Vogelpark Irgenöd (unten: links, mitte) und in der Falknerei Adlerhorst (unten: rechts) gemacht.

Das linke Foto des Bindenseeadlers wurde in der Deutschen Greifenwarte Claus Fentzloff, Burg Guttenberg (heute: Deutsche Greifenwarte Bernolph Frhr. von Gemmingen, Burg Guttenberg) gemacht.

Die unteren Fotos des Riesenseeadlers wurden im Tiergarten Nürnberg gemacht.                                       .

Die nachfolgenden Fotos des Schreiseeadlers wurden im Falkenhof Schütz (Kranichfeld) gemacht.

Die nachfolgenden Fotos des Schreiseeadlers wurden in der Sächsischen Jagdfalknerei Schloss Augustusburg gemacht.

Die nachfolgenden Fotos des schreienden Seeadlers wurden im Tierpark Berlin (Friedrichsfelde) gemacht.

Die nachfolgenden Foto einer rufenden Harpyie wurden im Tiergarten Nürnberg gemacht.

Die nachfolgenden Fotos eines rufenden Kampfadlers wurden in der Falknerei Bergisch Land in Remscheid gemacht.

greifgreifH78KampfadlerBergischLand

Das Foto eines rufenden Mäusebussards wurde im Greifvogelpark / Falknerei Katharinenberg gemacht.

Die Altweltgeier gackern dumpf und fauchen.

Das Foto eines fauchenden Gänsegeiers wurde in der Sächsischen Jagdfalknerei Schloss Augustusburg gemacht.

Die nachfolgenden Fotos des fauchenden Gänsegeiers wurden im Falkenhof Schloss Rosenburg (Riedenburg) gemacht.

Die Falklandkarakaras (Seger: „Der Falklandkarakara“, NBB 644, 1997) haben 5 verschiedene Rufe und heben zum Teil den Kopf beim Rufen nach oben. Der Schopfkarakara wirft zum Teil beim Rufen seinen Kopf auf den Rücken.

Die Neuweltgeier besitzen keinen ausgebildeten Singmuskeltapperat (Syrinx) im Gegensatz zu den Greifvögeln und können somit nur zischen, grunzen, tuckern, schnarren, fauchen oder klappern. Andenkondore geben zischende, knappende und fauchende Laute von sich.

 

Die Laute der Eulen sind vollständig angeboren, auch wenn es geringfügige Variationen (aufgrund eines grossen Verbreitungsgebietes) auftreten können. Dialekte treten bei den Eulen nicht auf. Nach den Forschungen von Prof. König (Museum für Naturkunde in Stuttgart: „Stuttgarter Beiträgen zur Naturkunde“, Serie A; Biologie, Nr. 511 vom 04.09.1994; Nr. 534 vom 30.11.1995) werden die Lautintervalle oder Lautäusserungen der Gattung Otus bei den neuweltlichen Eulen in den Kontinenten Nord- und Südamerika) beispielsweise unterschieden in den Reviergesang („Gefiederte Welt“ 05/2001), der zum Anlocken des Weibchens, also der Partnerfindung ("A-Gesang") und in die aggressive Revierverteidigung (für die Balz und die Drohung ("B-Gesang")). Aufgrund dieser und weiterer Forschungen mussten von den Eulen viele Unterarten in den Art-Status erhoben werden (Staatliches Museum für Tierkunde Dresden: „Zoologische Abhandlungen“, Band 50/Suppl., Nr. 4, 10.12.1998).

Der Steinkauz (Schön, Scherzinger, Exo, Ille: „Der Steinkauz“, NBB, Band 606) kann bis zu 40 verschiedene unterschiedliche Laute (18 Laute, 2 jungendspezifische Laute, 2 Sonderformen, 17 Kombinations- und Übergangslaute und das Knappen) bilden, die alle in der Klangfarbe, im Rhythmus und der Lautstärke verschieden sind.

Aufgrund einer „langjährigen umfassenden Populationsuntersuchung im Harz“ von Rauhfusskäuzen wurden „100 Tonaufnahmen, deren Sänger teilweise gefangen wurden, anhand von graphischen Oszillogrammen und Sonagrammen miteinander verglichen“, so dass man feststellen konnte, dass beim Rauhfusskauz-Männchen „nur der persönliche Rhythmus, mit dem die einzelnen Elemente einer Strophe aufeinanderfolgen“ konstant bleiben, was auch „jeweils bei verschiedenen Aufnahmen desselben Männchens festgestellt werden“ konnte, „ja sogar in mehreren Jahren“ (Eulenrundblick 66). Damit kann einerseits ein Rauhfusskauz-Männchen am Gesang identifiziert werden und andererseits zeigen die Gesänge „eine hohe inter- und intraspezifische Variabilität in der Anzahl der Elemente einer Strophe, der Lautstärke- und Tonhöhenveränderung in den Strophen sowie der Zeitdauer der Pausen zwischen den Strophen“ (Eulenrundblick 66).

Vom Waldkauz wird neben den 2 häufigen Rufen ein enormes Lautrepertoire, welches sich schwer beschreiben lässt (Melde: „Der Waldkauz“, NBB 564), angegeben. Selbst im Winter hört man die Revierrufe des Waldkauzes. Waldkäuze werden als „recht ruffreudig“ beschrieben (Eulenrundblick 66). Um die Rufe und die Rufaktivität der Waldkäuze zu untersuchen, wurden in einem Waldkauzrevier von 2001 bis 2015 in mindestens „3.000 Nächten nach den Eulen gelauscht“ und „Notizen zu 1.061 Kontakten“ oder Verhören angefertigt bzw. 1.111 Wahrnehmungen oder Verhöre aufgrund von „Kombinationen einzelner Rufformen“ angefertigt (Eulenrundblick 66). Im Ergebnis waren einerseits die häufigsten Lautäusserungen mit 487 Kontakten der >Kjewick<-Ruf, mit 275 Kontakten die Heulstrophe und mit 216 Kontakten die Bettelrufe der Jungeulen und andererseits konnten auch Warnrufe „des Männchens an das brütende Weibchen bzw. der Eltern an die Jungen“ dokumentiert werden, Rufreihen („>Kollern<, >Rollern<, Schnurren<, >Trillern<“) dokumentiert werden und es konnten „schneidend hohe, kreischende, laute“ Rufe bzw. das „>Greinen<“ dokumentiert werden (Eulenrundblick 66). Des Weiteren konnten als Höhepunkte der Rufaktivität die Monate „Mai bis September“ angegeben werden und festgestellt werden, dass die Waldkäuze kaum stimmaktiv in den Monaten „von November bis Februar“ waren (Eulenrundblick 66).

Die Russeule schnalzt mit der Zunge zur Einschüchterung der Feinde und bei der Balz.

Die nachfolgenden Fotos zeigen einen rufenden Bartkauz (aufgenommen im Tiergarten). Ein “aufreisen” des Schnabels wie bei den Greifvögeln ist nicht zu sehen. “Eigentlich” sieht man nur die Federn am Bereich des Vorderhalses bis ca. oberhalb der Brust sich “bewegen” (was wie ein “schnelles Luft holen” ausschaut).

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Das linke Foto (im Harzfalkenhof Bad Sachsa aufgenommen) zeigt eine rufende Waldohreule mit weit geöffneten Schnabel.

Die nachfolgenden Fotos zeigen eine rufende Schnee-Eule mit zum Teil weit geöffneten Schnabel (im Vogelpark Abensberg aufgenommen).                .

Um das Rufverhalten zur Herbst- und Hauptbalz der Uhus zu untersuchen, wurden bis zu 17 Uhu-Reviere aufgesucht, im „1. Quartal 2014 insgesamt 7.255“ Minuten „Beobachterzeit vor Ort aufgewendet, im 4. Quartal 8.280“ Minuten „und im 1. Quartal 2015 7.760“ Minuten (Eulenrundblick 66). Im Ergebnis konnte festgestellt, dass die Rufaktivität des Männchens deutlicher ausgeprägt ist, dass die Rufe des Männchens während der Herbstbalz der Reviersicherung dienten und zu 30% mit den Weibchen einen Wechselgesang durchführten (Eulenrundblick 66). Des Weiteren wurde festgestellt, dass während der Hauptbalz „die Antreffwahrscheinlichkeit rufender Männchen und ebenso der Paarnachweis in einem Revier … fast doppelt so hoch“ ist, „wie während der Herbstbalz“ (Eulenrundblick 66). Um zu Untersuchen, ob die Witterung und die Mondphasen zusätzlich einen Einfluss auf das Rufverhalten der Uhus haben, wurden die Auswertungen entsprechend analysiert und man stellte fest, dass Mondphasen für das Rufverhalten der Männchen bedeutungslos sind, dass Starkwind oder Windstille bedeutungslos ist, bei klarem Himmel „tendenziell häufiger gerufen“ wurde und „in der Regel bei bedeckten Himmel 5-6 Minuten früher mit dem Rufen“ angefangen wurde (Eulenrundblick 66).

 

Die dämmerungs- und nachtaktiven Schwalmvögel haben markante, pfeifende, trillernde und (mechanisch) schnurrende Gesänge.

Zu den Ziegenmelkern oder Nachtschwalben und Falkennachtschwalben: Beim nächtlichen Fliegen geben die Ziegenmelker oder Nachtschwalben hallende Rufe von sich und am Boden sitzend werden gegenbenenfalls vom Poor-Will raschelnde Laute gemacht, um sich vor Feinden zu schützen. Die Ziegenmelker geben nach dem Sonnenuntergang (zum Teil stundenlang) schnelle aufeinander folgende und ständig wiederholende dumpfe Töne von sich und meistens sind diese Tonfolgen am Ende langsam abfallend. Bei den Ziegenmelkern wurden auch manchmal mechanisch klingende Laute gehört. Als „grillenartiges Zirpen“ der werden die Laute des Ziegenmelkers auch bezeichnet. Die Laute des Rothalsziegenmelkers werden mit rhythmisch und minutenlang und mit regelmässig "kutock-kutock-kutock" beschrieben. Die Höhlenschwälme geben am Tage und zu Nacht tiefe Triller von sich oder schnurren oder geben hohe Pfeiftöne von sich. Die Tagschläfer geben Pfeiftöne und dumpfe oder schrille Laute von sich. Die Laute des Eulenschwalms beschreibt man mit einem tiefen "uuhm-uuhm" und dumpf sind die Laute beim Kampf der Männchen um die Weibchen vor der Paarung.

Damit die nachaktiven Fettschwälme (oder Guacharos) in oder aus der Höhle hinein- oder hinausfliegen können, schnalzen sie mit der Zunge, machen schnell aufeinander folgende metallische Klicklaute (genau genommen in 1/50 Sekunde 6 Klick-Laute), die von den Felswänden als Echo zurückgeworfen werden, um so mittels Echolotung oder Echopeilung den Weg sicher finden oder fliegen zu können. Die Frequenz von durchschnittlich 1,5 bis 2,5 kHz (Burton: „Das Leben der Vögel“, 1985) oder(?) „etwa 7“ kHz („Brehms neue Tierenzyklopädie“, Band 6: Vögel 2) ist sogar für den Menschen hörbar. Ansonsten sind von den Fettschwälmen noch Schnarchlaute und heisse Schreie vernommen worden.

04.02. Die Greifvögel und Eulen, die „Sinnesorgane“: Augen
In der Dokumentation „Wunder der Evolution: Augen“ auf N24 wird die grösste Waffe, die grösste Errungenschaft der Evolution, eine Mutation, eine einzigartige Fähigkeit, die das Verhältnis zwischen dem Jäger und Gejagtem für immer veränderte, behandelt.

Vor 600 Millionen von Jahren gab es keine gefährlichen Individuen und die Anfänge gehen auf weiche und langsame Tiere (Quallen) zurück, die Augenflecken am Rand hatten und so je nach Licht ausruhen oder fliehen konnten. Vor 544 Millionen von Jahren fand eine „Explosion des Lebens“ statt. Es entstanden auf einmal tausende von Arten, die alle Augen, Kiefern, Krallen und Panzer entwickelten. Die ersten Fassettenaugen waren aus dem selben Mineral aus dem auch der Panzer gebildet wurde.

Von den lichtempfindlichen Zellen auf der Hautoberfläche entwickelten sich die Grubenaugen, welche durch eine Vertiefung geschützt wurden und richtungsgebunden arbeiten konnten. Das Auge wurde verbessert, angepasst und verfeinert. Vor 230 Millionen von Jahren entwickelte sich bei den Dinosauriern das räumliche sehen, was zur verbesserten Einschätzung des Raumes notwendig war.

Die Augen der Reptilien, der Säugetiere und der Vögel gehen auf den gleichen Vorfahren zurück. Im Laufe der Zeit sind 99% aller Gattungen der Tierwelt ausgestorben. Die Millionen der verschiedenen Augentypen haben sich alle getrennt entwickelt. 95% aller Tiere haben Augen. Die Augen unterscheiden sich aufgrund der unterschiedlichen Lebensweise hinsichtlich der Grösse und der Anordnung.

Die „Adlernetzhaut ist bis zu 4-mal grösser als“ beim Menschen (Glaeser, Paulus, Nachtigall: „Die Evolution des Fliegens“ (2017)). Da auch die Linse des Adlers einen grösseren Abstand zu Netzhaut hat, wird das Bild drei mal mehr vergrössert als beim Menschen, was der Verbesserung des Anvisierens der Beute dient. Habichte (Bright: „Tiere auf Jagd, Fressen und gefressen werden“), Bussarde („Buch der Vogelwelt, Mitteleuropas“, 1973; Campbell, Reece: „Biologie“) und auch andere Greifvögel (Campbell, Reece: „Biologie“) haben mit einer Millionen lichtempfindliche Zellen pro mm² auf der Augenrückseite eine 5x grössere Bildauflösung als der Mensch (mit 200.000 lichtempfindlicher Zellen pro mm²).

Die Augen werden in drei Augenformen (Wink: „Ornithologie für Einsteiger“) unterschieden, die abgeflachten Augen mit normaler Sehschärfe, die globulären Augen mit guter Sehschärfe (bei den Greifvögeln) und die tubulären Augen mit exzellenter Sehschärfe bei nachtaktiven Arten (, wie beispielsweise der Eulen oder der Schwalmvögel).

Die Augen der Eulen sind „extrem lichtempfindlich und gross“ bzw. „nehmen rund ein Drittel des Eulenkopfes ein“ (Glaeser, Paulus, Nachtigall: „Die Evolution des Fliegens“ (2017)). Für „eine sehr gute räumliche Auflösung“ sorgt die bis zu 70%ige Überschneidung der beiden Sehfelder der Eulenaugen (Glaeser, Paulus, Nachtigall: „Die Evolution des Fliegens“ (2017)).

Die Vögel haben sich im Rahmen der Evolution „alle 4 Zapfensysteme bewahrt“ (Spektrum der Wissenschaft (01/2007)) bzw. Vögel haben „Rezeptoren für vier „Farben“ in der Netzhaut“ (FALKE 03/2008) bzw. die Vögel besitzen 4 Zapfensysteme, Menschen haben im Vergleich dazu 3 Zapfensysteme, „die jeweils für blaues, grünes und rotes Licht sensibel sind“, mit denen sie auch kurzwelliges ultraviolettes Licht wahrnehmen (VÖGEL 03/2016) bzw. den vierten Zapfentyp „(tetrachromatisches Sehen)“ haben Forscher „bei über 35 Vogelarten aus neun Ordnungen“ gefunden, auch bei den Falken nachgewiesen und es heisst, „dass wohl alle Vögel ultraviolettes Licht wahrnehmen, ausgenommen nachtaktive Arten wie Eulen“ (FALKE 05/2009) bzw. die Augen der Greifvögel haben 4 bis 5 Rezeptortypen, um Farben besser sehen zu können (Glaeser, Paulus, Nachtigall: „Die Evolution des Fliegens“ (2017)). Man findet auch, dass Vögel „noch über einen Rezeptor für violett, dessen Empfindlichkeit bis in den UV-Bereich hineinreicht“ verfügen und auch einen fünften Rezeptor, einen Doppelrezeptor, der „bei der Wahrnehmung von Bewegungen hilft“, besitzen (FALKE 05/2010). Des Weiteren sind „die Rezeptoren zudem mit einem Öltröpfchen ausgestattet, das als Farbfilter bestimmte Wellenlängenbereiche des Lichtes aussondert“ (FALKE 05/2010). Andererseits findet man auch, dass Vögel „Farben und Details bis zu drei Mal deutlicher sehen als Säugetiere“, „sechs Typen von Zapfen (Farbrezeptoren)“ besitzen, wobei „der fünfte und sechste Rezeptor“ zur „Wahrnehmung von ultraviolettem Licht (UV-Licht)“ dient und Nachtvögel „weitgehend farbenblind“ sind (Wink: „Ornithologie für Einsteiger“ (2014)).

In einer Untersuchung von „960 Arten aus allen Ordnungen“, ob die „Federn Ultraviolett reflektieren“ stellte man fest, dass „für nachtaktive Gruppen, wie Eulen und Nachtschwalben“ „UV-Wahrnehmung keine Rolle spielen“ dürfte, „denn die Menge an UV-Licht bei Nacht ist viel geringer als am Tag“ und „für Nachtvögel geht es auch mehr um die Wahrnehmung von Kontrasten als von Farben“ (FALKE 03/2008). Des Weiteren ergaben sich „bei allen untersuchten Arten“ „keine kryptischen Unterschiede zwischen den Geschlechtern, die nur im UV-Bereich erkennbar wären“ (FALKE 03/2008).

Untersuchungen der Universität von Minnesota ergaben, dass bei „139 Vogelarten, deren Männchen und Weibchen für uns völlig gleich aussehen“, aufgrund von Gefiederreflexionen „über neun Zehntel der geprüften Arten“ das andere Geschlecht „schon allein an der Farbe erkennen können, ob sie ein Weibchen vor sich haben oder ein Männchen“ (Spektrum der Wissenschaft (01/2007)). Eine Studie der australischen Universität Brisbane an 108 australischen Vogelarten ergab, dass „jene Federn , die ein Vogelmännchen beim Balzen besonders vorzeigt, reflektieren UV-Licht tatsächlich öfter als Federn anderer Körperpartien“ (Spektrum der Wissenschaft (01/2007)). Vogelweibchen können aufgrund der UV-Reflexion den Gesundheitszustand des Männchens erkennen, weil dieses „von der mikroskopischen Feinstruktur der Federn“ abhängt (Spektrum der Wissenschaft (01/2007)).

Die Turmfalken können so erleichtert den Aufenthalt von Wühlmäusen, Mäusen oder Nagetieren erkennen, die gerade uriniert haben, weil der Urin das ultraviolette Licht reflektiert („Vögel - Die grosse Bild-Enzyklopädie“, 2007; „Abenteuer Erde: Unbekannte Tierwelt“, 1977; FALKE 05/2009; Wink: „Ornithologie für Einsteiger“ (2014)). Des Weiteren findet man zum Nutzen der Wahrnehmung von ultraviolettem Licht, dass „einige geschlechtsspezifische Federfarben“ nur so erkennbar sind und dass Früchte, Blüten „häufig Saftmale“ haben, „die nur im UV zu sehen sind“ (Wink: „Ornithologie für Einsteiger“ (2014)).

In einer Beobachtung (Eulenrundblick 61) stellte sich heraus, dass Waldkäuze und Steinkäuze auf infrarotes Licht (Zuschaltung von IR-Leuchtdioden am Nachtsichtgerät) reagieren.

Zum Farbensehen stellte man fest ("Zum Fliegen geboren; Das Weltreich der Vögel", 1988), dass Turmfalken rund 1000 Sehzellen je mm² (der Mensch hat 160 Sehzellen je mm²) hat. In einer Studie des Farbensehens (Falke 07/2008) von 67 Vogelarten stellte man in 26 Fällen bezüglich der Farbenpracht und der Kontrastwirkung deutliche Unterschiede in einer Nachahmung des Sehvorgangs in der Netzhaut im Vergleich zum Menschen fest.

Eine vorhandene reflektierende Schicht (Tapetum lucidum) hinter der Netzhaut im Auge ermöglicht eine bessere Sicht in der Dämmerung. Dabei wird das eintreffende Licht zurückspiegelt, so dass es erneut auf die Netzhaut trifft. Andererseits haben Eulen keine reflektierende Schicht Tapetum lucidum (Vortrag von Prof. Dr. Wolfgang Scherzinger: „Faszination aktueller Fragen und Befunde aus der Eulenforschung“ auf der 32. Jahrestagung der AG Eulen; FALKE 01/2017). Die nachtaktiven Ziegenmelker jedoch haben wiederum ein Tapetum lucidum (FALKE 01/2017) oder die Nachtschwalben jedoch besitzen die reflektierende Schicht Tapetum lucidum, die „aus mikroskopischen Öltröpfchen besteht, die die Lichtempfindlichkeit der Netzhaut verstärken“ (Perrins: "Die BLV Enzyklopädie, Vögel der Welt" (2004)).

Ein Blick in die Augen des Sunda-Fischuhus oder Roten Fischuhus oder Malaien-Fischuhus oder Malayischen Fischeule oder Malayienfischeule, lat. Bubo ketupu (aufgenommen im Vogelpark Niendorf (Timmendorfer Strand), zum Teil vergrössert).   

Beobachtet man die Greifvögel und Eulen zur „richtigen Sonneneinstrahlung”, dann ist die Farbe der Augen je nachdem ob der Greifvogel oder die Eule direkt in die Sonne schaut oder nicht, unterschiedlich.

Beispiel: Die Farbe der Augen der Harpyie ist weissgraubraun, wenn die Harpyie direkt in die Sonne schaut oder die Sonne direkt in die Augen scheint. (aufgenommen im Tiergarten Nürnberg)

greifgreifJ01HarpyieNbg1

Beispiel: Die Farbe der Augen der Harpyie ist blauschwarz bis schwarz, wenn die Harpyie nicht direkt in die Sonne schaut. (aufgenommen im Tiergarten Nürnberg)

Beispiel: Die Farbe der Augen des Habichtskauzes ist dunkelrot bis rotbraun, wenn der Habichtskauz direkt in die Sonne schaut oder die Sonne direkt in die Augen scheint. (aufgenommen im Tiergarten Nürnberg)

Beispiel: Die Farbe der Augen des Habichtskauzes ist sehr dunkelbraun bis schwarzbraun, wenn der Habichtskauz nicht direkt in die Sonne schaut. (aufgenommen im Tiergarten Nürnberg)

In Massachusetts, auf Amherst Island können einerseits in den Wintermonaten bis zu 11 Eulenarten beobachtet werden, andererseits ist dort „das Blitzen verboten“ (FALKE 02/2017). Andererseits lassen sich „strikt nachtaktive Arten“ „nur mithilfe künstlicher Lichtquellen fotografieren“ (FALKE 02/2017). Dr. Luther gibt an, dass man auf Fotos, die mit Blitzlicht fotografiert wurden, „keine Pupillenverengung“ sehen kann, weil „der Reflex der Pupillenkonstuktion erst 0,1 bis 0,2 Sekunden nach dem Blitz einsetzt“, dass „Unfälle bei der Vogelfotografie mit Einfachblitzen“ nun „sehr selten“ sind, wobei die konkreten sehr seltenen Beispiele nicht aufgeführt werden, jedoch angegeben wird, dass „auch“ einige Vogelberinger Schreckreaktionen durch Blitze „nachts zum Treiben von Vögeln in Fangnetze“ auslösen (FALKE 02/2017).

Der Sachverhalt der „roten Augen“ ist in Fachliteratur nicht(?) zu finden.

Beispiel: Ausschnitt des Zooschildes im Zoo Dortmund zur Schleiereule (aufgenommen im Zoo Dortmund)

Die Erklärung oder der Hintergrund, warum roten Augen aufgrund von Blitzlichtfotos bei Eulen entstehen, ist der Sachverhalt, dass man dann „den stark durchbluteten Augenhintergrund“ „durch den Glaskörper des Auges hindurch den roten Blutfarbstoff an der Augenrückwand in den feinsten Gefässen“ (Kartheuser, per Mail am 03.06.2014) sieht.

Auf WIKIPEDIA findet man dazu, dass die „roten Augen“ auftreten, wenn „das Blitzgerät fast achsengleich mit dem Objektiv montiert ist, sich also in Nähe der optischen Achse befindet“. Der Effekt der „roten Augen“ wird durch moderne Kameras aufgrund von Vorblitzen versucht zu verringern, was auch laut WIKIPEDEA nur funktioniert, „wenn die Person nicht direkt in das Objektiv oder auf den Blitz blickt“. Laut WIKIPEDEA tritt bei „einer Reihe von Tierarten … ein ähnlicher Effekt“, besonders bei Katzen, auf.

Beispiele bezüglich der Greifvögel bezüglich der “leuchtenden” / reflektierenden Augen:                             .

Riesenseeadler bei einbrechender Dunkelheit.
(aufgenommen im Tiergarten Nürnberg)

 

 

 

 

 

 

 

Weisskopfseeadlers bei einbrechender Dunkelheit.
(aufgenommen im Tiergarten Nürnberg)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Harpyie (Blitzlichtfoto??)
(aufgenommen im Tiergarten Nürnberg)

 

 

 

 

Gaukler
(aufgenommen im Vogelpark Walsrode (heute: Weltvogelpark)

Beispiele bezüglich der Eulen bezüglich der “leuchtenden” / reflektierenden Augen:                               .

Schleiereule
(aufgenommen im Zoo Gotha)

 

 

 

 

 

Uhu
(aufgenommen im Zoo Halle)

 

 

 

Milchuhu (links)
(aufgenommen im Zoo Heidelberg)
Westkreischeule (rechts)
(aufgenommen
auf der Vogelausstellung Ornithea)

 

 

 

Bartkauz bei einbrechender Dunkelheit.
(aufgenommen im Tiergarten Nürnberg)

 

 

 

 

 

Brillenkauz
(aufgenommen im Zoo Dortmund)

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Waldkauz (links)
(aufgenommen im Zoo Gotha)
Habichtskauz (rechts) bei einbrechender Dunkelheit.
(aufgenommen im Tiergarten Nürnberg)

 

 

 

 

 Sprenkelkauz oder Gebänderter Tropenwaldkauz oder Südamerika-Sprenkelkauz
(aufgenommen auf der Vogelausstellung Ornithea)

 

 

 

Brasilkauz oder Brasilianischer Waldkauz oder Rostkauz
(aufgenommen
auf der Vogelausstellung Ornithea)

Um die Beute besser lokalisieren zu können, wird der Kopf gedreht, gewippt, verrenkt oder gewendet. Beim Blick auf die Beute geht der Kopf dann nach unten und oben, nach links und rechts oder wird zum Teil völlig zur Seite verdreht oder gedreht.

Nachfolgend am Beispiel einer Harpyie (aufgenommen im Tiergarten Nürnberg).

Das Beispiel eines jungen Kaiseradlers, der seinen Kopf nach oben streckt (aufgenommen im Bayerischen Jagdfalkenhof Schloss Tambach).

Das Beispiel eines Kaiseradlers, der seinen Kopf nach oben streckt (aufgenommen in der Greifvogelstation Hellenthal)

Das Beispiel eines Steppenadlers, der seinen Kopf nach oben streckt (aufgenommen im Wildgehege Hundshaupten in der Falknerei Kolitsch)

Das Beispiel eines Weisskopfseeadlers, der seinen Kopf nach oben streckt (aufgenommen im Bayerischen Jagdfalkenhof Schloss Tambach).

Das Beispiel eines Weisskopfseeadlers, der seinen Kopf nach unten und oben bewegt (aufgenommen im Tiergarten Nürnberg).

Das Beispiel eines Rotschwanzbussards (aufgenommen im Greifvogelpark / Falknerei Katharinenberg).

Das Beispiel eines Steinadlers, der seinen Kopf zur besseren Fixierung dreht (aufgenommen in der Falknerei Rabenstein (Fläming).

Das Beispiel eines Steppenadlers, der seinen Kopf zur besseren Fixierung dreht (aufgenommen im Wildgehege Hundshaupten in der Falknerei Kolitsch).

Das Beispiel eines Kampfadlers, der seinen Kopf zur besseren Fixierung dreht (aufgenommen in der Falknerei Bergisch Land in Remscheid).

Das Beispiel eines Turmfalken, der den Kopf zur besseren Fixierung dreht (aufgenommen im Wildpark Eekholt)

Das Beispiel einer Waldohreule, die den Kopf zur besseren Fixierung verdreht.

Mit freundlicher Genehmigung von Hugo Grossenbacher, www.natur-foto.ch, konnte dieses Foto verwendet werden.

Die nachfolgende Fotos zeigen einen jungen Habichtskauz (aufgenommen im Tiergarten Nürnberg), der nachdem er gelandet ist, zuerst einmal “alles” neugierig anschaut oder sich entsprechend umschaut.

Die nachfolgende Fotos zeigen einen Bartkauz (aufgenommen im Tiergarten Nürnberg), der den Kopf zur besseren Fixierung dreht.

Fixierung mittels ruckartiger Bewegungen durch “Vertikalknicksen” beim Steinkauz, wobei der Steinkauz jeweils in den geduckter und gestreckter Stellung Augenblicke verbleibt. (aufgenommen im Greifvogelpark / Falknerei Konzenberg)

Auch das drehen des Kopfes nach hinten ist wichtig, zum einen zum Beobachten oder zum putzen. Der Habichtsadler kann seinen Kopf zum Beispiel auch um 180 Grad drehen (Rheinwald: „Atlas der Vogelwelt“ (1994); Burton: „Das Leben der Vögel“ (1985)).

Weitere Beispiele in Bildern:
Links: Harpyie (aufgenommen im Tiergarten Nürnberg)
Mitte: Weisskopfseeadler (aufgenommen im Tiergarten Nürnberg)
Rechts Rotschwanzbussard (aufgenommen in der Falknerei Bergisch Land im Remscheid).

Die nachfolgenden Fotos (aufgenommen im Greifvogelpark Grafenwiesen) zeigen einen Kronenadler, der Kopf nach hinten und nach oben dreht.

Den Gerfalken genügt das Stern- und Mondlicht in den Polarnächten bei der Jagd. Gerfalken fliegen dann jagend in den Polarnächten bis zu 160 km/h (Dröscher: „Sonderberichte aus der Tierwelt“, 1992) schnell.

Der Schwarzachselaar jagt ebenso nachts nach Ratten.

Die Greifvögel („Buch der Vogelwelt, Mitteleuropas“, 1973) besitzen kugelförmige runde Augen, die das Bild, welches auf die Netzhaut fällt, vergrössern, so dass am Endeffekt mehr lichtempfindliche Zellen angesprochen werden, was dazu führt, dass der Greifvogel die Beute in grosser Entfernung erkennen kann. Selbst die kleinsten Bewegungsabläufe erkennen Greifvögel. So werden noch 150 aufeinander folgende Bilder erkannt. Im Vergleich dazu der Menschen sieht bereits nach 24 aufeinander folgenden Bilder einen Film und erkennt so die Einzelbilder nicht mehr. („Geheimnis Tier – Die Bildbände über das Wissen und die Welt“, 1978)

Bei Messungen oder Untersuchungen bezüglich des Wanderfalken wurde festgestellt, dass dieser eine sitzende Taube auf 1000 m und eine fliegende Taube auf 1600 m erkennen kann. Laut einer anderen Untersuchung kam man beim Wanderfalken auf 8 km, wo er noch die Taube (Carwardine: „Guinessbuch der Tierrekorde“, 2000) erkennt. Andererseits, so ein anderes Resultat, soll der Wanderfalke aus 3000 m Entfernung noch Kaninchen- und Taubenfleisch unterscheiden können. Wanderfalken (FALKE 11/2006) führen um das Empire State Building in New York Nachtjagden durch. In einer Beobachtungsstudie vom 4. August bis zum 13. November wurden in 41 von 77 Nächten (FALKE 11/2006) Wanderfalken gesehen, die in 111 Jagdflügen 37 Vögel (Erfolgsrate: 33%) erbeuteten.

Aus ca. 1.500 m Höhe erkennt ein Turmfalke eine Maus („Abenteuer Erde: Unbekannte Tierwelt“, 1977).

Mäusebussarde können in „etwa achtmal besser“ sehen als der Mensch („Faszination Tier & Natur“ (Loseblatt-Sammelwerk)).

Steppenadler erkennen ein Kaninchen auf 1.000m und ein Insekt auf 100m (Varnhorn: "Altantica: Erlebnis Erde: Tierparadiese unserer Erde: Savannen" (2008)). Das Sehvermögen des Steppenadlers ist im Vergleich zum Menschen „bis zu achtmal stärker“ (Varnhorn: "Altantica: Erlebnis Erde: Tierparadiese unserer Erde: Savannen" (2008)). Ein Keilschwanzadler erkennt auf 1500 m ein Kaninchen (National Geographic Deutschland: „Die grosse Enzyklopädie der Tiere“, 2006).

Ein Kampfadler erkennt seine Beute (ein Perlhuhn) bereits in einer Entfernung von 6,5 km („Abenteuer Erde: Unbekannte Tierwelt“, 1977).

Der Weisskopfseeadler erkennt aus 800 m einen Fisch im Wasser. Ein Steinadler kann auf 2 km (Carwardine: „Guinessbuch der Tierrekorde“, 2000) ein bewegtes Kaninchen, in 1,6 km (Olsen: "Adler und Geier, Grosstiere der Welt", 1991) ein Kaninchen und auf 1 km einen sitzenden Hasen ("Lebendige Wildnis, Tiere der Taiga", 1993) erkennen.

In einer Höhe von 3000 bis 4000 m können Geier tote Tiere oder Aas entdecken. Die Augen einiger Geierarten erkennen aus 3.650m Höhe ein 23,5 bis 30,4cm langes Objekt („Geheimnis Tier – Die Bildbände über das Wissen und die Welt“, 1978). Schmutzgeier erkennen aus einem Kilometer einen Gegenstand mit einer Grösse von 4 mm ("Lebendige Wildnis, Tiere der Baumsavanne", Verlag Das Beste Stuttgart, 1995).

Die Greifvögel und Eulen besitzen für das Auge 3 Augenlieder. Das untere Augenlied schliesst das Auge in dem es dem oberen Augenlied entgegen geht. Das dritte (innere) Augenlied ist die Nickhaut, die dem Schutz des Auges dient und die durch Blinzeln für die Reinigung des Auges sorgt. Bei den Adlern ist beim Füttern der Jungvögel beobachtet worden, dass sie die Nickhaut zum Schutz vorziehen, um ein versehentliches verletzen zu verhindern.

Ein Schneegeier, der sein unteres Augenlied nach oben zieht (aufgenommen im Bayerischen Jagdfalkenhof Schloss Tambach)

 

 

 

 

Ein Riesenseeadler, der sein unteres Augenlied nach oben zieht (aufgenommen im Tiergarten Nürnberg)

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Eine Harpyie, die die Augenlieder hochgezogen hat.
aufgenommen im Weltvogelpark (früher: Vogelpark Walsrode)

 

 

 

 

aufgenommen im Tiergarten Nürnberg

 

 

 

 

Sekretär, der das befiederte Augenlied hochgezogen hat (linkes Bild; im Tiergarten Berlin Friedrichsfelde aufgenommen)

Uhu, der die befiederten Augenlieder hochgezogen hat (rechts Bild; im Tierpark Riesa aufgenommen)

 

 

Rauhfusskauz, der die befiederten Augenlieder hochgezogen hat (Harzfalkenhof Bad Sachsa)

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Beispiele zur Nickhaut:

Mit freundlicher Genehmigung von Herbert Henderkes, www.taxidermy-natureart.de , wurde das Fotos der Nickhaut eines Riesenseeadlers (vergrösserter Ausschnitt) verwendet.

 

 

 

Nickhaut eines Bartgeiers (linkes Bild)

... nur im Vergleich dazu einmal das Auge eines jungen Bartgeiers (rechtes Bild; bei de Bilder im Tiergarten Nürnberg aufgenommen)

HenderkesNickhaut16616787AUSSCHNITT

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Nickhaut der Harpyie im Tiergarten Nürnberg,

 

 

 

 

Nickhaut der Harpyie im Tiergarten Berlin Friedrichsfelde (links)

Nickhaut des Wespenbussards in der Falknerei im Wisentgehege Springe (rechts)

 

 

 

Nickhaut eines Raubadler (in der Adlerwarte Kreuzenstein)

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Nickhaut eines jungen Kaiseradlers (im Bayerischen Jagdfalkenhof Schloss Tambach)

 

 

 

 

Nickhaut eines Keilschwanzadlers (in der Adlerwarte Berlebeck)

 

 

 

 

 

Nickhaut eines Kampfadlers (in der Falknerei Bergisch Land in Remscheid)

 

 

 

Nickhaut eines Eurasischen Seeadlers (im Falkenhof Schloss Rosenburg (Riedenburg)

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Nickhäute eines Schwarzen Kanadauhus (aufgenommen in der Greifvogelwarte Feldatal) (auch bezeichnet als: Dunkler Kanada-Uhu, lat. Bubo virginiauns saturatus)

Eine Vielzahl von Eulen (z.B: Malaienkauz, Woodfordkauz) haben hellblaue bis blaue Nickhäute. Die anderen Eulen haben transparente trübe Nickhäute. Die Augenlieder der Michuhus oder Blassuhus sind rosa.

Zu den nachfolgenden Fotos:

Milchuhu oder Blassuhu (aufgenommen im Zoo Heidelberg)

 

 

 

Bartkauz (aufgenommen in der Greifvogelwarte Feldatal)

 

 

 

 

 

Malaienkauz (aufgenommen im Zoo Neunkirchen)

 

 

 

 

 

 

Ceylon-Malaienkauz (aufgenommen im Zoo Berlin (Tiergarten))

Die nachfolgenden Fotos zeigen das Schliessen des Augenliedes eines Bartgeiers (aufgenommen im Tiergarten Nürnberg)

Beim putzen werden zum Schutze der Augen die Augenlieder geschlossen. Die Fotos zeigen eine Harpyie (links, aufgenommen im Tiergarten Nürnberg), einen Sekretär (mitte; aufgenommen im Tiergarten Berlin Friedrichsfelde) und einen Aguja (rechts; aufgenommen im Tierpark Hofgeismar-Sababurg).

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Andererseits zeigen die nachfolgenden Fotos eines jungen Bartgeiers, dass dieser die Augenlieder beim putzen offen hat. (aufgenommen im Tiergarten Nürnberg)

Auch der Königsgeier (aufgenommen Tierpark Cottbus) putzt das Gefieder mit offenen Augen.

Des Weiteren kann die Eule auch ein Auge geöffnet und das zweite geschlossen haben. Oder je nach Situation werden die Augen der Eulen ganz aufgemacht oder die Eule schaut nur “durch einen Schlitz”.

Die nachfolgende linke Aufnahme eines Rauhfusskauzes und das mittlere und rechte Foto der Sunda-Zwergohreulen wurden auf der Vogelausstellung Ornika gemacht.

Dieser junge Habichtskauz hat die Augen “zusammengekniffen” (aufgenommen im Tiergarten Nürnberg)

Papua-Adler oder Neuguinea-Würgadler besitzen, wie Eulen, eine Gesichtskrause, die ihnen im dichten Urwald bei der Jagd / der Ergreifung der Beute hilft. Weihen haben hinter den Ohren die Federn "schuppenartig überlappend" angeordnet, so dass sich ein "Schalltrichter" bildet, der ihnen bei der Ortung der Beute, die sich zum Beispiel unter dem Gras versteckt bewegt, hilft. Andererseits brüten Turmfalken auch in Kirchtürmen und dabei stört nicht einmal das laute läuten der Glocken.

Die Augen der Eulen sind nach vorn gerichtet und sehr gross. Die Augen selbst sind röhrenförmig, haben eine grosse Pupille und eine fast kugelförmige Linse. Der Lidschlag ist wie beim Menschen. Die Augen sind fest mit dem Schädel verbunden. Sie sind also nicht beweglich sondern starr nach vorn gerichtet. Die Iris ist in i.d.R. gelb oder gelbrot. Sie kann jedoch auch bis schwarz gestaltet sein. Die meisten Eulen können in der Nähe fast nichts erkennen. Die Eulen können andererseits mit Hilfe ihrer Tastborsten, d.h. der Schnabelborsten und der Zehen die Umgebung "erkennen". Die Tastborsten helfen den Elternvögeln, die mit Futter locken bei der Futterübergabe an den Jungvogel, der sich mit Bettellauten bemerkbar macht.

Turmfalke haben einen Blickwinkel von 220 Grad. Die Greifvögel können -mit jedem Auge unabhängig voneinander- jeweils im Winkel von 150 Grad, sehen.

Eulen haben ein Gesichtsfeld von 110° (FALKE 01/2017) oder der Blickwinkel der Eulen ist i.d.R. 160 Grad, der durch Drehung des Kopfes vergrösserbar ist.

Man findet, dass Eulen ihren Kopf bis zu 270° drehen können („Nachts sind auch Eulen blind“, 16.11.1977; Hanzak: "Das große Bilderlexikon der Vögel" (1965); Stinglwagner, Haseder: „Knaurs Grosses Jagdlexikon“ (1999, 2000); Allert, Göring: "Eulen und Landkreis Gotha" (2001); „1000 Fragen, 1000 Antworten: Wunderbare Tierwelt“, Readers Digest Wissenswelt; 2006); „Wunder der Tierwelt“ 01/2017; VÖGEL 01/2013 ; VÖGEL 04/2017; „Parkguide“ des Vogelparks Walsrode, 37. Auflage; FALKE 01/2017) oder „um 180-270° drehen“ können (Veselovsky: „Illustriertes Lexikon der Vögel“ (1998)).

Einzeln findet man auch, dass Schleiereulen den Kopf um 270° drehen können („Bunte Wissenswelt für Kinder: Greifvögel“), dass Waldkäuze den Kopf bis zu 270° drehen können (Landlust: Januar/Februar 2017), dass Sibirische Uhus den Kopf um bis zu 270° drehen können (Kraus: „Faszination Eulen“ (2012)), dass Streifenohreulen oder Streifen-Waldohreulen oder Schreieulen den Kopf um 270° drehen können („De Agostini: Falcons & Co. Maxxi Edition“: Schreieule), dass Sumpfohreulen den Kopf um 180° drehen können („Faszination Tier & Natur“ (Loseblatt-Sammelwerk)), dass Sperbereulen den Kopf um 180° drehen können (Thiede: „Greifvögel und Eulen“, 3.Aufl. (2005))

Aber man findet auch, dass Bartkäuze den Kopf bis zu 270° (Tiergarten Nürnberg: Zooschild; „Tierparadiese unserer Erde: Polargebiete“ (2008)) oder „um mehr als 180°“ drehen ("Lebendige Wildnis, Tiere der Nadelwälder" (1994)) oder um 180° (Kraus: „Faszination Eulen“ (2012)) drehen.

Des weiteren findet man auch, dass Waldohreulen „um 270 Grad drehen” können (de la Fuente: „fauna Das grosse Buch über das Leben der Tiere“, Band 5 Eurasien und Nordamerika (1971)) oder „manchmal um mehr als 180°“ drehen können („Brehms Neue Tierenzyklopädie“, Band 6 (Vögel 2)).

In einer Untersuchung von „verendeten Eulen, darunter Streifenkäuzen und Virginia-Uhus“ haben Biomediziner „das Adernetzwerk, das den Kopf versorgt, mit Kontrastmittel deutlich sichtbar gemacht und geröntgt“, um herauszubekommen, warum Eulen ihren Kopf um bis zu 270° drehen können und im Ergebnis kam heraus, dass die Arterien sich am Kopfansatz vergrössern, „je mehr sie sich verästeln“, eine Hauptschlagader „durch einen Knochenkanal in den Halswirbeln“ geht, die „erst an höherer Stelle in das Knochengerüst“ eintritt und dass sich zwischen der Halsschlagader und der Wirbelarterie „zahlreiche Kanälchen“ befinden, „die einen Blutaustausch selbst dann noch ermöglichen, wenn eine der Arterien blockiert“ werden würde (FALKE 05/2013). In einer Untersuchungsstudie von „Fabian de Kok-Mercado vom Johns Hopkins Hospital in Balitimore“ an natürlich gestorbenen Virginia-Uhus, Schnee-Eulen und Streifenkäuzen, denen man Färbemittel injizierte und sie danach in ein Röntgengerät legte, kam heraus, dass sich bei den Eulen am Kopfansatz die Arterien vergrössern „je mehr sie sich verzweigen“, dass „eine der Hauptschlagadern“ „durch einen Knochenkanal in den Halswirbeln“ geht, der einen 10x grösseren Durchmesser wie die Arterie hat, dass sich zwischen Halsschlagadler und Wirbelarterie „zahlreiche Kanälchen, die einen Blutaustausch selbst dann ermöglichen, wenn eine der Arterien blockiert wurde“ (VÖGEL 03/2013). Des Weiteren findet man, dass durch die Untersuchung an den 12 toten Eulen herauskam, dass die Blutgefässe „an manchen Stellen Reservoirs bilden“, die sicher stellen, „dass das Gehirn auch während einer extremen Kopfdrehung durchblutet wird“ (www.sueddeutsche.de: 01.02.2013: „Wie die Eule ihren Kopf verdreht“).

Auf dem Foto hat eine Schnee-Eule den Kopf “nur” nach hinten gedreht. (aufgenommen im Tierpark Gotha)

Auf den Fotos verdreht ein Sumatra-Uhu den Kopf (aufgenommen im Zoo Berlin Tiergarten).

Auf den Fotos verdreht ein Jakutischer Uhu den Kopf (aufgenommen auf der Vogelausstellung Ornika).

Auf den nachfolgenden Fotos schauen ein Rauhfusskauz (links, mitte; aufgenommen im Harzfalkenhof Bad Sachsa) und ein Bartkauz (rechts; aufgenommen im Tiergarten Nürnberg) senkrecht nach oben.

Eulen sehen jedoch „bei völliger Dunkelheit“ nichts (Glaeser, Paulus, Nachtigall: „Die Evolution des Fliegens“ (2017)) oder „bei völliger Dunkelheit sind Eulen ebenso blind wie Menschen“ (DIE ZEIT: „Nachts sind auch Eulen blind“, 16.11.1977) oder „bei völliger Dunkelheit können auch Eulen nichts sehen – sie benötigen immer ein wenig Restlicht in ihrer Umgebung“ („Parkguide“ des Vogelparks Walsrode, 37. Auflage).

Die Eulen sehen selbst bei schwachem Sternenlicht ausgezeichnet. Die Eule kann eine Maus bei einer Beleuchtungsstärke von 0,000.002 Lux erkennen. Viele Tagvögel können noch nicht einmal mit einer 46.000 mal stärkeren Lichteinheit gut sehen.

Die Schleiereule hat die besten Augen unter den Eulen. Ihr abgebildetes Netzhautbild ist das hellste. Die Lichtempfindlichkeit ist sehr gross, die Farbwahrnehmung dafür gering.

In einer Untersuchung (FALKE 05/2011) bezüglich der Kollisionen von Vögeln mit Bauwerken aller Art heisst es: „Der fliegende Vogel richtet den Blick nach unten entweder mit binokularem Gesichtsfeld oder seitlich partiell mit dem von einem Auge ausgehenden Sehfeld. Dieses Verhalten zeigt sich bei bestimmten Arten mehr oder weniger, die dann zumindest zeitweise in Flugrichtung „blind“ sind. Die Sicht nach vorne ist zudem stärker auf die Wahrnehmung von Bewegung ausgerichtet als auf die räumlicher Details.

 

 

04.03. Die Greifvögel und Eulen, die „Sinnesorgane“: Ohren
Es ist festgestellt worden, dass Schleiereulen in absoluter Dunkelheit nur allein aufgrund ihres Gehörs Feldmäuse erbeuten können (Carwardine: „Guinessbuch der Tierrekorde“, 2000; „Abenteuer Erde: Unbekannte Tierwelt“, 1977). In einem Experiment kam heraus, dass Schleiereulen bei vollständiger Dunkelheit in einem Zimmer bei 13 von 17 Jagdversuchen erfolgreich waren ("Lebendige Wildnis, Tiere der Heide und Mischwälder" (1995)).

Der Bartkauz kann eine Maus „unter einer 45cm dicken Schneedecke“ (Gefiederte Welt 11/1992) oder „unter einer 50cm dicken Schneeschicht(Kraus: „Faszination Eulen“ (2012); Mikkola: „Der Bartkauz“, NBB 538 (1981/1995)) oder unter einer 60cm hohen Schneelage („Vögel, Die grosse Bild-Enzyklopadie“ (2007)) oder „unter einer 20-50cm hohen Schneelage“ (Mebs/Scherzinger: "Die Eulen Europas" (2000)) aufgrund der Gehörs lokalisieren (Mebs/Scherzinger: "Die Eulen Europas" (2000); Gefiederte Welt 11/1992; Kraus: „Faszination Eulen“ (2012)).

Sperbereulen können ihre Beute von einer Sitzwarte durch den Schnee orten (Gefiederte Welt 11/1992) oder hören auch Nagetiere unter einer Schneedecke („Vögel, Die grosse Bild-Enzyklopadie“ (2007)).

Die Eulen besitzen ein „extrem gutes Hörvermögen“, das ihnen „bei tiefer Nacht die akustische Ortung und den Fang von Beutetieren“ ermöglicht („Parkguide“ des Vogelparks Walsrode, 37. Auflage). Die Eulen haben das von allen Vögeln am besten und am höchst entwickelte Richtungshörvermögen, d.h. den Schall zu Orten bzw. zu lokalisieren. Es kann eine Frequenz von 50.000-21.000 MHz gehört werden. Die Ortung mit Hilfe der Ohren ist so gut, dass nur eine Abweichung von einem Grad vorkommt. Im Vergleich haben Fledermäuse eine Abweichung von vier Grad. Ortet z.B. eine Eule eine Beute in 20 m Entfernung, so ist die Beute in einer Abweichung von 35 cm lokalisierbar. Bei einer Entfernung von nur 10 m beträgt die Abweichung nur 17 cm. Dieses genügt für einen unbeirrbar sicheren Angriff. Eine "Kurskorrektur" während des Angriffsflugs ist ebenfalls zusätzlich noch möglich. Man hat herausbekommen, dass einer Eule 2 Geräusche genügen, um eine erfolgreiche Jagd in der Nacht durchführen zu können. Die Schleiereule (Carwardine: „Guinessbuch der Tierrekorde“, 2000) kann sogar zusätzlich die Lautstärke und Geräusche zum Zeitpunkt des Hörens (Ankunft in den Ohren) zurückverfolgen und so die Geräusche bis auf 100 Mikrosekunden genau einschätzen, um so "perfekt" jagen zu können. Bei der Schleiereule ist das linke Ohr höher als das rechte Ohr. Des Weiteren ist das linke Ohr nach schräg unten gerichtet, so dass die Schleiereule den Schall von unten mit dem linken Ohr besser hört und den Schall von oben mit dem rechten Ohr besser hört. In Untersuchungen stellte man fest, dass die Fluggeschwindigkeit bei Nacht bei Rauhfusskäuzen, Schleiereulen und Waldohreulen bis zur Hälfte zur Jagd halbiert wird, gegenüber dem Tag. Durch weitere Untersuchungen stellte man fest, dass eine 90%ige Trefferquote bei sich nicht bewegender Beute vorliegt. Bewegt sich die Beute gerade von der Eule weg (Eulenrundblick 61), sinkt die Trefferquote auf 50% und sogar auf 0%, wenn die Beute seitlich flieht.

Für das Richtungshörvermögen von Schleiereulen sind 62 Nervenzellen (FALKE 02/2008) verantwortlich. In einer Untersuchung der räumlichen Hörschärfe wurde die Erweiterung der Pupille gemessen, die auftritt, wenn die Schleiereule einem Reiz mittels beweglicher Schallquellen ausgesetzt wurde (FALKE 02/2008).

Damit die nachaktiven Fettschwälme (oder Guacharos) in oder aus der Höhle hinein- oder hinausfliegen können, schnalzen sie mit der Zunge, machen schnell aufeinander folgende metallische Klicklaute (genau genommen in 1/50 Sekunde 6 Klick-Laute), die von den Felswänden als Echo zurückgeworfen werden, um so mittels Echolotung oder Echopeilung den Weg sicher finden oder fliegen zu können (Fisher/Peterson: „Das bunte Buch der Vögel“, 1979). Die Frequenz von durchschnittlich 1,5 bis 2,5 kHz (Burton: „Das Leben der Vögel“, 1985) oder(?) etwa 7 kHz („Brehms neue Tierenzyklopädie“, Band 6: Vögel 2) ist sogar für den Menschen hörbar. Im Buch „Das bunte Buch der Vögel“ (von Fisher/Peterson von 1979) heist es allgemein nur „beträchtlich niedrigerer Frequenz wie die“ der Fledermäuse. Ansonsten sind von den Fettschwälmen noch „Schnarchlaute“ und „heisse Schreie“ vernommen worden.

Das Gesicht der Eule ist gekennzeichnet durch einen Schleier, einen Kranz starrer Federchen, der das Gesicht einrahmt. Dieser Gesichtsschleier dient als Hörverstärker. Die Eulen sind so in der Lage in der nächtlichen Beute jagt allein durch ihr Gehör die Beute zu orten. Der Gesichtsschleier, der willkürlich aufgestellt werden kann, wird benutzt, um die Schallwellen aufzunehmen (bzw. zu reflektieren). Die Ohren, die "Ohrmuscheln", in Form von Hautfalten, auf denen die besonders steifen -jedoch bewegbaren- Federn stehen, nehmen oft die gesamte Seitenfläche des Schädels ein. Im Vergleich zu Tagvögeln haben Eulen riesige Ohröffnungen. Das genaue Orten der Beute geschieht durch das Drehen des Kopfes, so dass dann die Lautstärke an beiden Ohren gleich stark ist. So ist die Beute in gerader Linie vor der Eule. Sie fliegt beim Fangen direkt auf die Beute zu, dann streckt sie die Krallen nach vorn und danach zieht sie kurz vor dem Greifen den Kopf zur Sicherheit zurück. Vor dem Greifen der Beute werden zusätzlich die Augen geschlossen. Ist die Beute gefasst, beugt sich die Eule blitzschnell vor und beisst sie in das Genick, um sie zu töten.

 

 

04.04. Die Greifvögel und Eulen, die „Sinnesorgane“: Geruchssinn
Die Greifvögel haben fast keinen Geruchssinn. Die Ausnahme sind die Neuweltgeier, die wiederum ein gutes Riech- oder Geruchsvermögen haben. Der Geruchssinn der Fettschwälme ist ebenso ausgezeichnet entwickelt.

Die Königsgeier sind tagsüber „stundenlang in der Luft auf Nahrungssuche“ („De Agostini: Falcons & Co. Maxxi Edition“: Königsgeier (2017)) und finden das Aas durch ihren Geruchssinn (Bechtel: "Bunte Welt im Zoo", (1970); „Vogelpark Walsrode“, 31.+33. Auflage).

Die Truthahngeier haben ebenso einen guten oder ausgeprägten Geruchssinn („Vögel, Die grosse Bild-Enzyklopadie“ (2007); Schöber/Harland: „1000 Tierbabys“; Bechtel: "Bunte Welt im Zoo", (1970); „Lebendige Wildnis, Tiere der Gebirge“ (1994); Dierschke: „1000 Vögel“), mit dem sie das Aas „über weite Strecken orten können“ (Dierschke: „1000 Vögel“) oder mit dem sie „frisch verendete Tiereausfindig machen (Greifvogelstation Hellenthal: Zooschilder) oder mit dem sie „offensichtlich in der Lage“ sind, „das Aas zu riechen“ (Baehr: „Tier- und Pflanzenführer Westliche USA“, (2006)).

Die Fettschwälme finden abends die Bäume mit den „öligen Früchten“, ihre Nahrung, aufgrund des hervorragenden Geruchssinns (Dierschke: „1000 Vögel“) oder des gutentwickelten Geruchssinns („Grzimeks Tierleben, Enzyklopädie des Tierreichs“, Band 8 (Vögel 2); Whitfield: „Das grosse Weltreich der Tiere“) oder des sehr gut entwickelten Geruchssinns (Coomber: "Vögel" oder "Vögel; Enzyklopädie der Familien und Arten" (1992)) oder des ausgeprägten Geruchssinns („Lebendiges Tierreich, die neue Enzyklopädie in Farbe“, Band 21 (1988)) oder des „exzellenten Geruchssinns“ (Perrins: „Die grosse Enzyklopädie der Vögel“).

04.05. Die Greifvögel und Eulen, die „Arbeitsorgane“: Schnabel
214 verschiedene Vogelarten (FALKE 08/2010), von den Tukanen über die Pinguine bis zu den Prachtfinken, wurden bezüglich des Schnabels analysiert. Im Ergebnis (FALKE 08/2010) stand fest, dass die „Vögel in warmen Gebieten … eher lange, in kalten Regionen eher kurze Schnäbel“ besitzen.

Das Kennzeichen der Greifvögel ist der gewaltige Schnabel, dessen Oberschnabel mit einer scharfen Kante über den Unterschnabel reicht und am Ende hakenförmig nach unten gebogen ist. Bei einigen Arten ist der Oberschnabel nur ein wenig gewölbt und andere Arten haben 2 Hornzähne. An der Schnabelbasis befindet sich die Wachshaut, die auch die Nasenlöcher einschliesst. Der Hakenschnabel ist das wichtigste „Werkzeug“, da er zum putzen eingesetzt wird, als Waffe zur Verteidigung benutzt wird, als Arbeitswerkzeug zum Sammeln von Ästen und dem Bau des Nestes notwendig ist und zu guter letzt zum „Aufsammeln“ der Beute wichtig ist. Beide Schnabelseiten schliessen scherenartig, sobald der Schnabel geschlossen wird.

Eine Harpyie, die einen Zweig im Schnabel hat (aufgenommen im Tiergarten Berlin (Friedrichsfelde).

Die Beute der Greifvögel (, wie beispielsweise Hasen, Tauben oder Fische) wird durch den Schnabel von den Schuppen oder Federn befreit, anschliessend zerteilt und in Stücken aufgefressen. Die Eulen, die einen habichtartigen Schnabel haben und die Beute mit einem Genickbiss töten, würgen in der Regel die Beute, die wie zum Beispiel Mäuse einfach kleiner sind, ganz hinunter oder zerteilen sie mit dem Schnabel und halten sie dabei mit den Füssen fest.

So wie der Mensch Werkzeuge benutzt, die ihm helfen, verwendet der Schmutzgeier Steine zum Öffnen von Eiern. Zur Nahrung zählen Eier bis zur Grösse von Strausseneiern. Die Eier öffnet der Schmutzgeier unter Verwendung von Steinen („Vögel, Die grosse Bild-Enzyklopädie“ (2007); Perrins: „Die grosse Enzyklopädie der Vögel“). Entweder wird das Ei in den Schnabel genommen und mehrfach auf einen Stein fallen gelassen bis es zerbricht („Das moderne Tierlexikon (in zwölf Bänden)“ Band 4 (Geb-Heri); Bright: „Tiere auf Jagd; Fressen und gefressen werden“ (1993); „Überlebenskünstler im Tierreich“ (1998); Baumgart: „Europas Geier“; „Lebendige Wildnis, Tiere der Baumsavanne“ (1995); Olsen: "Adler und Geier, Grosstiere der Welt" (1991); Mebs: „Greifvögel Europas“ (2012); "Grosses Lexikon der Tiere", Band 1, (1989)) oder bei grossen Eiern (Stausseneiern) wird meist ein „etwa 45 Gramm“ schwerer Stein (Olsen: "Adler und Geier, Grosstiere der Welt" (1991)) oder ein „200 bis 300g“ schwerer Stein („Lebendige Wildnis, Tiere der Baumsavanne“ (1995)) in den Schnabel genommen und mehrfach auf das Ei geschlagen oder auf das Ei geworfen oder mit dem Stein nach oben geflogen und aus grosser Höhe auf das Straussenei fallen gelassen („Urania Tierreich, Band Vögel“ (1995); Bright: „Tiere auf Jagd; Fressen und gefressen werden“ (1993); „Geheimnisvolle Welt der Vögel“; Tomus-Verlag; Fischer: „Die Geier“, NBB 311 (2005); „Bunte Wissenswelt für Kinder: Greifvögel“; "Grosses Lexikon der Tiere", Band 1, (1989); Baumgart: „Europas Geier“; Olsen: "Adler und Geier, Grosstiere der Welt" (1991); „Vögel in Wald und Flur, die Welt der Wilden Tiere" (1980); Mebs: „Greifvögel Europas“ (2012); Lebendiges Tierreich, die neue Enzyklopädie in Farbe“, Band 18 (1988); „Das moderne Tierlexikon (in zwölf Bänden)“ Band 4 (Geb-Heri); „Vögel, Die grosse Bild-Enzyklopädie“ (2007); Perrins: „Die grosse Enzyklopädie der Vögel“; „Lebendige Wildnis, Tiere der Baumsavanne“ (1995); de la Fuent: "fauna Das grosse Buch über das Leben der Tiere", Band 1 Afrika (1971)). Es gibt Beobachtungen, nach denen ein „900g“ schwerer „Brocken“ wiederholt verwendet wurde (Burton: „Das Königreich der Tiere“ (1997). Man findet ebenso einen „knapp ein Kilogramm schweren Stein“ („Überlebenskünstler im Tierreich“ (1998)), den ein Schmutzgeier verwendete. Es gibt Beobachtungen bei denen Schmutzgeier nach über 70 Steinwürfen aufgaben, wenn das Ei nicht geknackt wurde und andere Beobachtungen bei denen Schmutzgeier mit „64 Versuchen 38 direkte Treffer“ erlangten (Bright: „Tiere auf Jagd; Fressen und gefressen werden“ (1993)).

Ein Beispiel des “Knackens” einer Straussenei-Attrappe.

Mit freundlicher Genehmigung von Pierre GABRIELE, www.pierre-gabriele.com konnte das Foto verwendet werden.

Die Schnäbel: (links: Harpyie; mitte: Riesenseeadler) aufgenommen im Tiergarten Nürnberg

Im linken Foto wird die Beute dem jungen Milchuhu mit den Schnabel in den Schnabel übergeben. Auf dem rechten Foto wird die Beute mit den Krallen festgehalten und “versucht”, mit dem Schnabel ein Stück abzureisen. (aufgenommen im Zoo Heidelberg)

Die Fotos unterhalb dieser Zeilen wurden in der La Volerie des Aigles, Château de Kintzheim (Greifvogelwarte Burg Kintzheim) gemacht und zeigen einen Schmutzgeier, der ein Straussenei (Straussenei-Attrappe) knackt.

Es gibt Beobachtungen wonach einerseits Schmutzgeier nach über 70 erfolglosen Versuchen ein Straussenei mit einem Steinwurf zu knacken aufgaben (Bright: „Tiere auf Jagd; Fressen und gefressen werden“) und andererseits andere Schmutzgeier 38 direkte Treffer bei 64 Versuchen verzeichnen konnten (Bright: „Tiere auf Jagd; Fressen und gefressen werden“).

Die nachfolgenden Fotos wurden im Falkenhof Schloss Rosenburg (Riedenburg) gemacht und zeigen einen Schmutzgeier, der einen Stein suchte, der ein Hühnerei knackte, in dem er es immer wieder auf einen Stein warf.

In Bulgarien (FALKE 08/2010) wurde beobachtet, dass Schmutzgeier mit einem Holzstückchen Schafwolle aufsammeln, mit Zweigen Schafwolle aus der Vegetation zusammenkratzen oder zusammenrechen, um sie zur Auspolsterung des Nestes mitzunehmen bzw. zu verwenden.

Auch die Schwarzbrustmilane oder Bussardmilane oder Haubenmilane oder Australischen Schwarzhalsmilane, lat. Hamirostra melanosternon (früher Hamirostra melanosterna) nehmen einen Stein mit den Fängen auf und werfen ihn aus 3-4m Höhe auf die Emu-Eier, um die Schale aufzubrechen und um an den Inhalt zu kommen („Urania Tierreich, Band Vögel“ (1995)) bzw. schleudern „Steine gegen Vogeleier“, „um sie zu öffnen (Dierschke: „1000 Vögel“) oder lassen „im Flug Steine auf die Gelege des Emus fallen“, so dass die Eischalte „zerbricht“ (Gilliard/Steinbacher: "Knaurs Tierreich in Farben", Band "Vögel" (1969)). Die Eier bodenbrütender Vögel, wie Kraniche und Emus werden aufgebrochen und deren Inhalt gefressen (Felix: „Die Tiere Australiens“) bzw. Emu-Eier werden dazu „mit einem Stein geknackt“ (Lloyd/Lloyd: „Greifvögel und Eulen“ (1980)) bzw. Emu-Eier werden mit Steinen mit den Schnabel beworfen (Ferguson-Lees/Christie: „Die Greifvögel der Welt“).

Auch Raubadler brechen Strausseneier auf.

Im Schnabel befindet sich die Zunge. Auf den unteren Fotos sieht man die Zunge eines schreienden Weisskopfseeadlers (links oben), eines schreienden Riesenseeadlers (links unten), einer hechelnden Harpyie (mitte oben) aufgenommen im Tiergarten Nürnberg, eines gähnenden Gauklers (mitte unten), aufgenommen im Harzfalkenhof Bad Sachsa, eines gähnenden Uhus (rechts oben) aufgenommen im Zoo Heidelberg und eines hechelnden Steppenadlers aufgenommen in der Falknerei im Erlebnis-Wildpark “Alte Fasanerie” in Klein-Auhein (bei Hanau).

Auf dem Oberschnabel befinden sich die Nasenlöcher. Die Falken besitzen ein gut
sichtbares Zäpfchen in jedem Nasenloch. Die Zäpfchen sorgen bei hohen
Geschwindigkeiten für Luftwirbel und ermöglichen ein besseres Ahmten.

Die nachfolgenden Fotos wurden in der Falknerei Ronneburg gemacht.                                        .

04.06. Die Greifvögel und Eulen, die „Arbeitsorgane“: Füsse
Die Fänge („Füsse“) bei den Greifvögeln haben 4 Zehen, wovon 3 nach vorn und eine nach hinten gebogen ist. Allein der Fischadler kann die Innenzehe zurückschlagen. Die Greifvögel besitzen scharfe Krallen, um so am besten in Beute einzudringen beziehungsweise um sie zu ergreifen und zu töten. Die Seeadler sind nur im oberen Drittel der Läufe befiedert und der untere Teil ist mit einem Hornschild oder Schuppen versehen. Vor allem jedoch dienen die Krallen der Greifvögel und Eulen zum „ergreifen“, „festhalten“ und töten der Beute.

Fischadler suchen in einer Entfernung von 10 bis 30m Höhe („Atlas der Vogelwelt“, 1994; "Vögel der Meere, Küsten und Ströme, die Welt der Wilden Tiere", 1979) oder 20 bis 30m Höhe (Gensbol, Thiede: „Greifvögel“, 2005; „Faszination Tier & Natur“, Loseblatt-Sammelwerk) oder „bis zu 30m Höhe“ (Perrins: „Die grosse Enzyklopädie der Vögel“) oder 10 bis 40m Höhe (Dierschke: „1000 Vögel“) oder 10 bis 50m Höhe (Moll: „Die Fischadler“, 2004 (1962)) oder 15 bis 60m Höhe (Perrins: "Die BLV Enzyklopädie, Vögel der Welt", 2004) nach ihrer Beute, den Fischen (wie beispielsweise Karpfen, Forellen, Brachsen, Hechte). Der Sturzwinkel beträgt 45° bis 90° (Moll: „Die Fischadler“, 2004 (1962)). Eine Messung ergab einmal, dass ein Fischadler aus 40m Höhe mit einer Geschwindigkeit von bis zu 70 km/h (Dröscher: „Sonderberichte aus der Tierwelt“, 1992) auf den Fisch -dem Wasser entgegen- zustürzte. (Kein angeschnallter Autofahrer würde einen solchen Aufprall im Vergleich überleben.) Die Nasenlöcher werden beim Eintauchen ins Wasser geschlossen. Der Fischadler taucht mit den Füssen ins Wasser, ergreift den Fisch mit seinen Zehen / spitzen Krallen, auch wenn er kurz untertauchen muss. Beim zupacken oder ergreifen des glitschigen Fisches helfen ihm seine spitzen Krallen und die stachelartigen Schuppen (, die mit Harken versehen sind) auf den Zehensohlen. Sobald er ihn sicher ergriffen hat, fliegt er davon. So wie der Fischadler beim ergreifen des Fisches notfalls tief ins Wasser eintaucht, tut dieses ebenso der Schreiseeadler. Die anderen Seeadler und Fischeulen ergreifen nur die Fische, die an der Oberfläche schwimmen. Beim zugreifen mit den Fängen hat der Weisskopfseeadler die doppelte Durchschlagskraft einer Gewehrkugel.

Die Fänge der Harpyie (links: aufgenommen im Tiergarten Nürnberg), des Riesenseeadlers (mitte: aufgenommen im Tiergarten Nürnberg) und des Kampfadlers (rechts: in der Falknerei Bergisch Land in Remscheid)

Die gelben Fänge des Turmfalken (links, mitte) aufgenommen im Zoo Halle

Die Fänge des Sakerfalken können sich auch im Laufe der Zeit farblich ändern. So haben die Jungvögel hellblaue Fänge (links; aufgenommen in der Falknerei Herrmann (Plauen)) und die Altvögel gellgelbe Fänge (mitte; aufgenommen im Jagdfalkenhof Schaaf im Wildgehege Moritzburg).

Die befiederten Fänge der Schneeeule wurden im Tiergarten Nürnberg aufgenommen.

Die Harpyien, Affenadler und Kronenadler töten die Beute mit ihren starken und scharfen Krallen, die tief in das Opfer in den Rücken und den Kopf eindringen, weil sich manche, so zum Beispiel die Affen mit Händen und Füssen verteidigen.

Der Schlangenadler oder Schlangenbussard oder Natternbussard oder Natternadler, lat. Circaetus gallicus täuscht oder verwirrt die Schlange mit seinen ausgebreiteten Flügeln. Die Federn oder auch seine Beine sind weitgehend unempfindlich gegenüber dem Gift einiger Beuteschlangen. Die Schlange wird mit einem Fuss gefasst und anschliessend wird das Rückgrad durch einen schnellen Angriff mit dem Schnabel hinter dem Schlangenkopf durchgebissen.

Der Sekretär stampft auf die zu erbeutende Schlange ein bis sie tot ist. Mitunter versperrt er auch mit einem Flügel, der oder die unempfindlich gegenüber (giftigen) Schlangenbissen sind, den Weg, während er mit dem „gegenüberliegenden“ Fuss auf die Schlange einstampft und ihr das Rückrad bricht. Oder er hält sie mit den Füssen fest, um auf sie mit dem Schnabel einzuhacken bis sie tot ist. Sofern dieses dem Sekretär nicht weiterhilft, nimmt er sie mit seinen Füssen, fliegt mit ihr in die Höhe und lässt sie fallen, so dass die Schlange, wenn sie mit dem Aufschlag nicht getötet wird, zumindest betäubt ist. Nun wird die Schlange erneut bearbeitet, auf sie eingestampft oder eingehackt und anschliessend entweder ganz oder (weil sie zu gross ist) zerteilt verschlungen.

Das Verhalten des Sekretärs, auch wenn er hier nur auf ein Blatt einstampft. (Aufgenommen im Tiergarten Berlin Friedrichsfelde).

Das nachfolgende Foto zeigt die Füsse des Sekretärs. (Aufgenommen im Tiergarten Berlin Friedrichsfelde).

Das nachfolgende Foto zeigt die Füsse des Mönchsgeiers (oder Kuttengeiers). (Aufgenommen im Vogelpark Niendorf (Timmendorfer Strand).

Der Bartgeier jagt mitunter kranke und schwache Tiere. Landschildkröten hebt er in die Luft, um sie aus der Luft auf einen Felsen fallen zulassen, um an das Fleisch zu kommen. Anlog oder vielmehr trifft dieses für die Knochen zu. Diese lässt er aus 25 bis 80 m Höhe auf ausgesuchte Steine oder Flächen fallen, um sie zerschellen oder zerbrechen zu lassen, um so die Knochenstücke, seine Hauptnahrung, besser fressen zu können. Gerne frisst er das Knochenmark, an das er durch seine Zunge bei den zerbrochenen Knochen gelangt. Andererseits, so Beobachtungen, dauert das Zerbrechen lassen der Knochen mitunter 30 Minuten, da mancher Knochen erst nach dem 20. oder 50. Fallen lassen kaputt geht. Aufgrund des bis zu 7 cm dehnbaren Schlunds können bis zu 25 cm lange Rippenstücke verschluckt werden. Die Verdauung des Knochen im Magen beginnt, auch wenn dieser aufgrund der Grösse noch im Hals steckt oder gar aus dem Schnabel schaut.

Der Wanderfalke fliegt mit der hohen Geschwindigkeit auf die Beute zu, ergreift sie am Rücken und reisst sie nach vorn mit, so dass durch die Wucht das Rückgrad bricht. Mitunter schafft der Wanderfalke auch noch Korrekturen, um sich der Beute anzupassen. Aufgrund der hohen Geschwindigkeit und aufgrund der Fehlgriffe ist nur durchschnittlich jeder 7. Angriff (Mebs: „Greifvögel Europas“, 2012) oder nur 8% der Angriffe ("Das Leben im Gebirge", 2006) oder nur einer von 10 Angriffen („Tiere auf Jagd; Fressen und gefressen werden“, 1993) oder auch 33% (FALKE 11/2006: US-Untersuchung von Nachtjagden um das Empire State Building) erfolgreich. Gensböl/Thiede („Greifvögel“, 2005) geben aufgrund einer schwedischen Untersuchung einen Jagderfolg von nur 7,5% an, da den Wanderfalken ein üben unterstellt wird, denn in weiteren Untersuchungen von „hungrigen“ Wanderfalken kam eine Erfolgsrate von 60% raus. Die verletzte oder getötete Beute fällt zu Boden oder der Wanderfalke greift sie fest mit den Krallen und geht mit ihr gemeinsam zu Boden. Eine weitere von vielen verschiedenen Jagdvarianten ist zum Beispiel, wenn der Wanderfalke gegen den Wind fliegt, „ergreift“ er nur die Beute am Rücken und gleitet mit ihr zu Boden. Wanderfalken jagen auch bei normalem Regen oder bei Schneefall, wenn die Sicht gut ist, erfolgreich (, ganz im Gegenteil zu vielen / anderen Greifvogel- und Eulenarten).

 

Das nachfolgende Foto zeigt die Füsse des Andenkondors. (Aufgenommen im Tiergarten Nürnberg).

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