meine rein persönlich private Internetseite

Denkmäler Sachsens
01. Die Frauenkirche in Dresden ( www.frauenkirche-dresden.de )
02. Der Zwinger in Dresden ( www.schloesser-dresden.de )
03. Das Schloss von Dresden ( www.schloesser-dresden.de )
04. Die Brühlsche Terrasse in Dresden ( www.schloesser-dresden.de )
05. Friedrich August I (August der Starke), Kurfürst von Sachsen und Friedrich August II, König von Polen
06. Das Schloss Moritzburg ( www.schloss-moritzburg.de )
07. Das Schloss Pillnitz ( www.schloesser-dresden.de )
08. Das Cosel-Palais in Dresden
09. Dresden: Skyline, Japanisches Palais, Grünes Palais (Albertinum), Kirche, Blaues Wunder
10. Die Semperoper in Dresden ( www.semperoper.de )
11. Die Burg Meissen ( www.albrechtsburg-meissen.de )
12. Das Schloss Diesbar-Seuslitz
13. Die Burg Stolpen ( www.burg-stolpen.de )
14. Die Festung Königstein ( www.festung-koenigstein.de )
15. Das Schloss Augustusburg ( www.augustusburg-schloss.de )
16. Das Völkerschlachtdenkmal in Leipzig ( www.voelkerschlachtdenkmal.de )

Zurück zum Inhaltsverzeichnis “Schlösser, Burgen, Ruinen, Denkmäler”

Hiermit untersage ich (Jens Wolf, www.kaiseradler.de) jede weitere Verbreitung, Vervielfältigung, Verwertung meiner Fotos in welcher und / oder durch welche Art und / oder Weise auch immer. Bezüglich der wissenschaftlichen Ausführungen / Ausarbeitungen verweise ich -um Wiederholungen bei den einzelnen Denkmalsbeschreibungen zu vermeiden- auf das Literaturverzeichnis, das sich auf der Seite „Denkmäler Inhalt“ befindet. Genauso untersage ich hiermit jede weitere Verarbeitung, Vervielfältigung, Verwertung meiner wissenschaftlichen Ausführungen / Ausarbeitungen oder Teilen daraus.

01. Die Frauenkirche in Dresden

Die Kirche “Unserer Lieben Frauen“ entstand im 11. Jahrhundert im Dorf Dresdany. Die erste amtliche Erwähnung der Kirche erfolgte im Jahr 1366. Im Jahr 1547 wurde die Kirche, die sich zuvor außerhalb der Stadt befand, eingemeindet. Bis zum Jahr 1539 war diese Frauenkirche die einzige Pfarrkirche in Dresden. Diese Kirche wurde später zusätzlich zur Begräbniskirche. Im Laufe der Zeit zerfiel die Kirche immer mehr, so dass der letzte Gottesdienst am 9.2.1727 statt fand. Am nächsten Tage wurde die Kirche abgerissen.

Bereits im Jahre 1722 wurde George Bähr beauftragt einen Entwurf für die neue Frauenkirche zumachen.

Nachdem der erste und zweite Entwurf von Bähr abgelehnt wurden, wurde ebenfalls Johann Christoph Knöffel, der zur damaligen Zeit die Ritterakademie (Palais Wackerbarth) baute, mit einem Entwurf für die neue Frauenkirche beauftragt. Da auch sein Entwurf zu teuer erschien, machte Bähr einen 3. Entwurf. Dieser wurde am 26.7.1726 genehmigt. Bähr übernahm dann selbst die Aufsicht und Direktion. Bis zum Jahr 1729 war die Kirche bis zum Hauptgesims hochgezogen worden. Der Innenausbau begann im Jahre 1732.

Am 28.2.1734 wurde die Kirche geweiht und es begannen die regelmäßigen Gottesdienste. Bis zum Jahre 1736 gab es große bautechnische Probleme, da sich einige der 8 Pfeiler gesetzt hatten und sich Risse bildeten. Der Grund hierfür war die schwere Belastung durch die Steinkuppel.

Erst Bährs Nachfolger und Schüler Johann Georg Schmidt beendete den Bau nach 17 Jahren. In dieser Kirche gab es mehrere Stockwerke, ca. 3500 Sitzplätze und u.a. 48 mit Fenstern versehende Betstübchen. Im Jahre 1768 stieg sogar Johann Wolfgang von Goethe bis zur Kuppel hinauf. Aber auch Johann Sebastian Bach gefiel die Frauenkirche sehr.

Bis zum Jahr 1819 wurden in ihren Grabkammern, die als Katakomben bezeichnet werden, 244 Beisetzungen durchgeführt. Dann stellte man dieses aus hygienischen Gründen ein. Erst im Jahre 1878 wurde die Frauenkirche wieder eine selbständige Pfarrkirche. Eine größere Restaurierung fand zwischen 1924 bis 1932 statt.

Aufgrund des großen Gewichtes der Kuppel traten im Laufe der Zeit schwere Beschädigungen bei den Tragpfeilern auf. In den Jahren 1938 bis 1942 wurden weitere Sicherungsmaßnahmen des Baus durchgeführt. Vieles überstand die Frauenkirche. Im siebenjährigen Krieg wurde Dresden in Asche verwandelt. An der Frauenkirche jedoch prallten die Kugeln einfach ab. Als der zweite Weltkrieg dem Ende zu ging, warfen die Amerikaner und Briten am 13. und 14. Februar 1945 über Dresden weitere Bomben ab und zerstörten über 12 Tausend Gebäude und viele der großen Denkmäler. Bis auf die Frauenkirche! Doch dann griff das Feuer über und die Kirche brannte aus, so dass sie am 15. Februar 1945 einfiel. So wurde die Ruine für einige Generationen zum Mahnmal.

Der Wiederaufbau begann vor einigen Jahren und dieser wird mit Sicherheit noch einige Jahre andauern. Bis zur 800. Jahresfeier der Stadt Dresden im Jahre 2006 soll die Frauenkirche wieder aufgebaut sein.

Im Jahre 1993 wurde mit dem Wiederaufbau begonnen. Circa 8.000 wieder verwendbare, großenteils profilierte Werksteine von der Außenarchitektur und 80.000 Sandstein-Grundstücke von der Hintermauerung wurden gefunden, die in den Wiederaufbau mit eingebracht werden sollten. Weitere 2.000 Einzelteile von der Ausstattung des Altarprospektes, des figürlichen und ornamentalen Schmuckes wurden ebenso gefunden und standen dem Wiederaufbau zu Verfügung. Der erste Stein zum Wiederaufbau wurde am 27.05.1994 gesetzt.

Die Unterkirche konnte nach dessen Aufbau bereits 1996 wieder genutzt werden. Im Jahre 2001 war der Innenraum "als Rohbau" fertig gestellt. Im Mai 2003 wurde der letzte Stein in die Kuppel eingesetzt. Am 22.06.2004 wurde die kupferverkleidete hölzerne Kuppelhaube mit dem goldenen Kreuz auf die Frauenkirche aufgesetzt. Im Juli 2004 fielen die letzten Baugerüste und somit war die Frauenkirche 59 Jahre nach der Zerstörung zumindest äusserlich wieder aufgebaut. Der Altar wurde aus tausenden von Bruchstücken wieder zusammengesetzt. Die Weihe der Frauenkirche wurde am 30. Oktober 2005 durchgeführt. Es folgte die Wiedereröffnung.

02. Der Zwinger in Dresden

Matthäus Daniel Pöppelmann wurde 1709 von Kurfürst Friedrich August I (August der Starke) mit dem Bau des Zwingers beauftragt. Der Name “Dresdner Zwinger“ geht auf die “Zwing“-Anlage, die an dieser Stelle stand, zurück.

Die Galerien und Pavillions an der Wallseite entstanden im Jahre 1710. Ursprünglich wurde der Zwinger für Hoffeste gebaut. So wurden beispielsweise die Obergeschosse der beiden westlichen Seitenpavillions als Festsäle verwendet. Das Kronentor entstand im Jahre 1714. Im Jahre 1728 wurde aus dem “Dresdner Zwinger“ ein Aufbewahrungsort verschiedener Sammlungen des Königlichen Hauses.

Der gesamte Bau wurde 1732 beendet. Damit war er nach dem Palais im Großen Garten der erste reine Sandsteinbau des Barocks in Dresden.

Im Zwinger befanden sich der mathematisch-physikalische Salon, die Porzellangalerie und die Gemäldegalerie “Alte Meister“. Diese Gemäldegalerie gehört zu den bedeutendsten Sammlungen der Welt. Aber auch nach 1728 wurden noch Feste im Zwinger gefeiert und Opern aufgeführt.

Besonders fällt der quadratische Hof im Zwinger auf, der sich in zwei spiegelsymmetrische Flächen aufteilt. In dieser Anlage befinden sich Grünanlagen und Springbrunnen.

Genau 40 Glocken aus Meißner Porzellan sind im Glockenspielpavillon enthalten. Diese spielen nur zu bestimmten Zeiten. Der Zwinger ist gekennzeichnet durch eine Vielzahl von Skulpturen. Diese befinden sich entweder auf den Gebäuden oder an den Treppen. Der Bildhauer Balthaser Permoser schuf den Skulpturenschmuck.

Aufgrund der starken Beschädigungen und durch die Zerstörungen im 7-jährigen Krieg wurde der Zwinger von 1783 bis 1795 restauriert.

Im Zweiten Weltkrieg wurde der Zwinger am 13. Februar 1945 in einer einzigen Nacht völlig zerstört. Von 1946 bis 1964 wurde der Zwinger wieder aufgebaut. Zur Zeit wird er wieder einmal an verschiedenen Stellen renoviert bzw. restauriert. Der Dresdner Zwinger ist und bleibt ein einzigartiges Meisterwerk europäisch höfischer Barockbaukunst.

03. Das Schloss von Dresden

Das “heutige“ Schloss entstand im 16. Jahrhundert und ging aus einer markgräflichen Burg hervor. Der älteste Bauteil der Burg ist der Hausmannsturm, der zu einem Wahrzeichen Dresdens wurde. Dieser Turm soll bis vor 1500 datieren. Die ältesten Mauerteile stammen aus dem Ende des 12 Jahrhunderts. Am Ende des 15. Jahrhunderts entstand eine Vierflügelanlage. Im Jahre 1547 wurde damit begonnen das Schloss auf das doppelte zur ersten einheitlichen Vierflügelanlage auszubauen.

Eine große Mitverantwortung für das Aussehen der Burg hatte das Fürstenhaus Wettin. Dieses Fürstenhaus regierte zuerst die Mark Meißen, anschließend das Kurfürstentum und dann das Königreich Sachsen. Über 400 Jahre regierte dieses Haus. Zwar verlagerte sich die Landsherrschaft der Wettiner nach Thüringen bis zum 15. Jahrhundert, aber der Herrschaftsschwerpunkt blieb Dresden.

In den Jahren zwischen 1518 bis 1535 wurden unter Herzog Georg umfangreiche Bauarbeiten durchgeführt. Um 1530 wurde das Georgentor gebaut.

Die Sammlungen des ersten Kurfürsten entstanden nach 1550. So entstand die Bibliothek 1556 und die Schatzkammern um 1560. Im Jahre 1587 soll es in den Schatzkammern bereits über 10.000 Ausstellungsstücke gegeben haben.

Im Jahre 1550 wurde der Hausmannsturm umgebaut. Im selben Jahr wurde ebenfalls mit der Dekorierung der Außenseiten des Schlosses begonnen.

Zwischen 1548 und 1553 entstand der große Festsaal im Ostflügel. Groß ist: Knapp 60 Meter lang und ca. 13 Meter breit und 5 Meter hoch. Neben der wunderschönen Ausstattung gab es ein großes Schlachtgemälde. Wobei auch hier groß heißt: 20 Meter lang und 4 Meter breit. In den Jahren zwischen 1590 bis 1594 wurde der kleine Schlosshof gebaut.

Im Jahre 1602 wurde das Schloss von außen und innen neu bemalt. Der Schlossturm wurde 1620 renoviert. Zwischen 1676 und 1678 wurden die gesamten Hoffassaden neu gestaltet.

Im Jahre 1701 brannte das Georgentor, der Ostflügel und auch Teile des Nordflügels aus. Das Georgentor wurde jedoch 1717 wieder aufgebaut.

Die weltberühmte Schausammlung des Grünen Gewölbes (, welches sich heute im Albertinum befindet), die sich in der Nordwestecke des Schlosses befand, und zwischen 1721 bis 1725 gebaut wurde, war für die Kunstwerke der Schatzkammer gedacht. Im grünen Gewölbe (es war damals grün angestrichen) befinden sich eine Vielzahl von Juwelenschmuckstücken und Kostbarkeiten.

Jedes Schlossteil wurde für seinen entsprechenden Zweck gebaut. So gab es Teile, die als Gerüstkammer, Gemäldegalerie oder als Gewehrgalerie genutzt wurden.

Im Jahre 1745 wurde das Stallgebäude zur Gemäldegalerie umgebaut. Im nächsten Jahr erhielt der Schlossturm eine neue Turmuhr. Den ersten Blitzableiter brachte man im Jahre 1775 am Schlossturm an. Im Jahre 1833 wurde das Schloss wiedereinmal erneuert. So wurde besonders das Georgentor umgebaut. Die Fassaden wurden abgefärbt. In der Zeit zwischen 1889 bis 1901 wurde die letzte der vielen grundlegenden Schlosserneuerungen, Erweiterungen, Vergrößerungen, Renovierungen oder Verbesserungen durchgeführt. Dieser letzte Umbau wurde endgültig im Jahre 1902 abgeschlossen.

Der Stallhof, d.h. das Stallgebäude wurde im Jahre 1586 unter Kurfürst Christian I begonnen. Im Stallhof gab es eine Rampe. Auf dieser Rampe wurde früher in den ersten Stock des Stallgebäudes geritten. Im ersten Stock befanden sich einige Pferdestelle und im Obergeschoss (!!!) gab es weitere Pferdestelle. Oder einmal mit anderen Worten: Was heute das Autohaus ist, war früher das “Pferdehaus“ in diesem Schloss. Zusätzlich befand sich im Obergeschoss eine Rüst- und Harnischkammer. Unter August III wurde aus dem Obergeschoss ein weiterer Teil der Gemäldegalerie. Auch beim Stallhof fällt auf, dass er, genau wie das Schloss, zum Teil schwarz / weiß bemalt wurde. Auf dem Stallhof befindet sich eine Pferdeschwemme, d.h. ein “Wasch- und Badeplatz“ für Pferde. Ein Turnierplatz ist ebenfalls enthalten.

Der Türkenbrunnen entstand nach dem Sieg Johann Georgs III üben die Türken im Jahre 1683. Im Jahre 1833 wurde der Stallhof erweitert und ein weiteres Geschoss daraufgesetzt.

An der Außenfassade des Stallhofes befindet sich der Fürstenzug. Wilhelm Walter malte von 1870 bis 1876 die Auflistung der Herrscher des Hauses Wettin an die Außenseite des Schlosshofes, was dann auch als Fürstenzug bezeichnet wurde. Alle bis auf einen sind sie aufgemalt wurden. Auch ihre Namen wurden dazugeschrieben. Nur der letzte sächsische König fehlt. Das Haus Wettin machte im Jahre 1485 Dresden zu seinen Residenz. Hinter den Fürsten sind einige ausgewählte Persönlichkeiten aus der Wissenschaft und der Kunst verewigt. Der Fürstenzug ist 102 Meter lang. Im Jahre 1906 wurde dieser auf 25000 Meißner Porzellanfliesen übertragen, da eine Renovierung notwendig wurde. Bereits zu dieser Zeit war dieses Kunstwerk eines der bekanntesten Denkmäler Dresdens.

Das im Zeitraum zwischen 1706 bis 1711 entstandene Taschenberg-Palais, welches zum Schloss gehörte, war das erste Barockpalais. Das Palais gehörte einer lange Zeit Gräfin Cosel. Das Schloss wurde mehrfach umgebaut, erweitert oder umgestaltet. Der Colerabrunnen, der sich von diesem Palais befindet, wurde 1843 gebaut. Gebaut wurde dieser aus Dank dafür, dass Dresden von der Colera verschont geblieben war.

Im zweiten Weltkrieg wurde der größte Teil des gesamten Schlosses und der dazugehörenden Bauten zerstört, fast alles bis auf sehr wenige Ausnahmen. Eine der Ausnahmen war den Fürstenzug.

Langsam, sehr langsam -aber sicher- wird das Schloss und seine Teile wieder aufgebaut. Das Georgentor, das meiste des Stallhofs sowie der Schlossturm wurden (teilweise) schon wieder aufgebaut.

Die albertinische Linie der Wettiner hatte bis zur Abdankung in der Novemberrevolution im Jahre 1918 in Dresden ihre Hauptresidenz.

Heute befindet sich in den Schlossräumen eine ständige Ausstellung. Das Taschenberg-Palais wurde unten dem Einbezug alter Steine wieder aufgebaut. Aus ihm wurde ein Grand-Hotel.

04. Die Brühlsche Terrasse in Dresden

Die Anfänge zur Brühlschen Terrasse reichen bis in die Mitte des 16. Jahrhunderts. Die Terrasse bietet einen wunderschönen Ausblick auf die Elbe. Ein Schiffsanlegeplatz befindet sich gleich in der Nähe.

Graf Heinrich von Brühl, Minister und Vertrauter von August II und August III bekam ab dem Jahre 1738 von diesen Fürsten das Gelände auf der ehemaligen Festungsmauer bis zum Jahre 1747 stückchenweise geschenkt. Aber nach von Brühl‘s Tod im Jahre 1763 ging die Brühlsche Terrasse wieder in das Eigentum des Besitzers (des Königs) über.

Der Architekt Knöffel bekam vom Grafen von Brühl den Auftrag einen Lustgarten mit Palais, Pavillons und Kunstwerken zum feiern von Festen daraus zu machen. Von all dem blieb jedoch nur der Delphinbrunnen erhalten.

Im Inneren der Brühlschen Terrasse, was auch als Kasematten bezeichnet wird, erfand 1708 der kursächsische Rat und Naturwissenschaftler Ehrenfried Walther von Tschirnhaus in einem geheimen Laboratorium und unter scharfer Bewachung das echte Meißner Porzellan und stellte den ersten Becher aus Porzellan her. Friedrich Böttger, der erst 1707 mit der Erforschung des Prozellans begann, startete seine Arbeit als Gehilfe des im Oktober 1708 verstorbenen von Tschirnhaus.

Das älteste Denkmal Dresdens, das Kurfürst August zur Erinnerung an seinen gefallenen Bruder an der Nordostecke der Brühlschen Terrasse errichten lies, ist das Moritzdenkmal.

Erst im Jahre 1814 entstand eine 41 stufige Freitreppe, so dass man nun nicht nur von der Rückseite auf die Terrasse gelangen konnte, sondern nun auch von der Seite. Die 4 von Johannes Schilling im Jahre 1868 geschaffenen Figuren, welche die Treppe verzieren, stellen die vier Tageszeiten dar.

nach oben

05. Friedrich August I (August der Starke), Kurfürst von Sachsen und Friedrich August II, König von Polen

Richtig, er war alles in einer Person. Geboren wurde August am 12. Mai 1670 als zweiter Sohn von Johann Georg III und Anna Sophia von Dänemark. Sein Bruder war Johann Georg IV. In seiner Ausbildung beschäftigte sich August besonders mit dem Militärwesen und der Architektur.

Im Jahre 1694 wurde er als 24-jähriger Mann Kurfürst von Sachsen. Und nun mischte der junge Kurfürst alles auf. Dresden wurde eine ständige Baustelle. Dresden hatte bis zu ihm nur Holzhäuser. Nun baute man eine Straßenreinigung, eine Beleuchtung, sorgte für eine Feuerwehr und baute sogar Hospitäler. Und aus den Holzhäusern wurden Steinhäuser. August brachte es sogar einmal fertig, aus Portugal Neger zu ordern, die alle die gleiche Größe hatten.

Er förderte das französische Theater und die italienische Oper und kümmerte sich persönlich um die Kunst. August sorgte mit 40 Millionen Talern (teilweise durch Bestechung), dass er zum polnischen König gekrönt wurde. Stets bemühte er sich, die Interessen des Adels in Sachsen und Polen zu schützen. Und doch wurde er gerade von diesen am eigenen Hofe betrogen.

August war ein Genießer. Er hatte mehr Schmuck, Gemälde, Kitsch als jeder anderer Herrscher. Er hatte zahllose Mätressen. Von den 12 verbürgten Mätressen war er am längsten mit der Grafin Anna Constanzia von Brockdorf (Gräfin von Cosel) zusammen. Sie erhielt von ihm das Taschenberg-Palais und das Schloss Pillnitz geschenkt. Nur mischte sie sich in die Politik ein, was ihr Fehler war. So wurde sie auf die Burg Stolpen verbannt und lebte die letzten 49 Jahre (von 84) dort. Gerüchte, dass August 365 Kinder haben soll, von denen er 8 (uneheliche) Kinder anerkannte, haben sich bis heute gehalten. August heiratete die Christiane Eberhardine von Brandenburg-Bayreuth. Sein Sohn, Friedrich August II, wurde 1696 geboren.

Seinen Reichtum verschwendete August zum Großteil in Festen. Er war einer der bedeutendsten Förderer von Wissenschaft, Handel und Wirtschaft. Sachsen hatte damals das am besten entwickelte Manufakturwesen. August beschäftigte Böttger, der das Meißner Porzellan erfand. Im Jahre 1710 fand das Meißner Porzellan internationale Beachtung. Tatsache ist jedoch auch, dass sich das Elend der Armen stets vergrößerte.

August beschäftigte die bedeutendsten Architekten, wie Matthäus Daniel Pöppelmann, der im Team für viele der Barock-Bauten (Residenzschloss, Zwinger, Schloss Moritzburg etc.) mit verantwortlich war. Es wurden in der Regel überall neue Maßstäbe und neue Trends gesetzt, die aus Dresden eine Weltstadt machten.

Jakob Heinrich von Flemming sagte über ihn einmal: “Die Fehler seiner Erziehung tragen Schuld daran, dass er einen schlechten Gebrauch von der Geschichte machte; er war geneigt, die schönen Seiten der Geschichte für die wahre Geschichte zu halten, und dies hatte zur Folge, dass es in seinem Tun viel Romanhaftes gab.“ August träumte stets von einem Großreich und scheiterte stets an der Realität, wie beispielsweise am 19. Juli 1701 in der Schlacht an der Düna (beim spanischen Erbfolgekrieg) und nach dem Einfall des schwedischen Heers in Warschau kam die nächste Niederlage bei Klissow.

August starb am 1.2.1733 in Warschau. Er wurde in der Kathedralkirche des Krakauer Schlosses am 15.1.1734 beigesetzt.

06. Das Schloss Moritzburg

Der Herzog Moritz von Sachsen ließ im Jahre 1542 ein dreistöckiges Jagdhaus mit 4 runden (Wirtschafts)türmen bauen. Im 16. Jahrhundert wurde dieses Haus erweitert. Eine Schlosskapelle wurde zwischen 1661 und 1672 angebaut. Piere Mercier brachte im Jahr 1714 in mehreren Räumen seine Ledertapete an.

Im Jahre 1719 wurden zum Anlass der Hochzeit des Kurprinzen große “Seeschlachten“ auf den Moritzburger Teichen durchgeführt. Dafür wurden zuvor die Schiffe von der Elbe nach Moritzburg gebracht. Das Schloss, das sich schon damals “in“ einem der großen Seen befand und in weiß und ocker gehalten ist, war die Seefestung, die August 1 schon immer haben wollte.

Umgebaut wurde das barocke Schloss in den Jahren 1723 bis 1733. Selbst ein Leuchtturm wurde gebaut. Auffallend sind die 4 vergrößerten runden Türme. Die Ausstattung des Schlosses -mit Ausnahme der Möbel- blieb vollständig erhalten. Gleich 3 Architekten waren für den Umbau des Schlosses verantwortlich. Dieses waren Pöppelmann, Knöffel und Longuelune. Diese 3 sorgten nicht nur für den Schlossbau, sondern legten auch gleichzeitig über 20 Seen und Teiche an. Auch sorgten die 3 für die entsprechenden Tiere und siedelten somit der Einfachheit halber gleich noch verschiedenste Wildtiere mit an. Etwa 139 verschiedene Vogelarten haben in den letzten 100 Jahren bei Moritzburg gebrütet. Es gibt hier ca. 40 verschiedene Säugetierarten. Aber auch verschiedene Fische und Reptilien leben hier. Endgültig waren die Bauarbeiten im Jahre 1736 beendet.

Im späten 18. Jahrhundert wurde an einem der Teiche das “Fasanenschlösschen“ gebaut. Dieser Rokokobau wurde besonders von August III benutzt.

Wie auch immer, am Besten fährt man mit der Schmalspurbahn von Radebeul nach Moritzburg. Und diese fährt Winter (s.o.) wie Sommer.

nach oben

07. Das Schloss Pillnitz

Die Sommerresidenz Pillnitz der sächsischen Könige wurde um 1700 gebaut. Erweitert wurde das alte Schloss zwischen 1720 - 1723 vom Baumeister Matthäus Daniel Pöppelmann. Pöppelmann baute nun ein Wasserpalais an die Elbe. So konnte man nun vom Schiff über eine Treppe an das Palais gelangen.

Dieses Schloß schenkte Johann Georg IV seiner Mätresse Sibylle von Neitschütz. Nach ihrem Tod eignete er es sich wieder an. Anschließend schenkte es “August der Starke“ seiner Mätresse Gräfin Cosel, die es jedoch nicht lange behielt.

In den Jahren 1778 bis 1780 wurde ein englischer Garten angelegt. Das besondere des Gartens war und ist es, dass er Pflanzen und Bäume aus der gesamten Welt enthält. So blüht beispielsweise immer noch die seit 1770 gepflanzte Kamelie. Diese Kamelie ist die älteste Kamelie Europas. Sie (siehe rechts) besitzt ein eigenes Gewächshaus, welches über den Winter über den jährlich blühenden bald 10 Meter hohen Baum gefahren wird. Die Kamelie stammt aus Japan.

Zu diesem Park gehören ebenfalls ein Chinesischer und noch ein Holländischer Garten.

Im Jahre 1818 brannte das barocke Schloss vollständig aus. Nun wurde Christian Friedrich Schuricht mit dem Bau eines neuen Palais beauftragt. So entstand ein neues klassizistisches Schloss in den Jahren 1822 bis 1826.

Zusammenfassend kann man sagen, dass hier mehr als ein Jahrhundert deutscher Stilgeschichte vom Barock bis zum Klassizismus vorzufinden ist. Beispiele hierfür sind der englische, der chinesische Pavillion oder die Schlosswache.

Vom Schloss blieb durch den 2. Weltkrieg nur ein Innenraum erhalten. Der Rest wurde zerstört und wieder aufgebaut. Heute ist in dem Schloss ein Museum für Kunsthandwerk.

Die Schaluppe -das Boot- von August 1 ist überdacht.

08. Das Cosel-Palais in Dresden

09. Dresden: Skyline, Japanisches Palais, Grünes Palais (Albertinum), Kirche, Blaues Wunder

nach oben

10. Die Semperoper in Dresden

Die Opern und die grossen Feste fanden bis zum 17. Jahrhundert auf den öffentlichen Plätzen oder vor der Fassaden des Zwingers statt. Das erste Opernhaus in Dresden wurde von Wolf Kaspar von Klengel in den Jahren 1664 - 1667 gebaut. "Das kleine Hoftheater" wurde im Jahre 1755 gebaut. Die Bedeutung der Oper gewann im letzten Drittel des 18. Jahrhunderts immer mehr an Bedeutung.

Gottfried Semper erhielt im Jahre 1838 den Auftrag ein königliches Theater zu bauen. Vorgängerbauten an denen sich Semper beweisen konnte, waren das Dresdner Schloss und der Zwinger. Das Theater, das Opernhaus, wurde 1838-1841 errichtet. Nach der Fertigstellung fanden verschiedene Uraufführungen, wie "Der fliegende Holländer" statt. Im Jahre 1869 brannte das Theater durch die Unachtsamkeit zweier Mitarbeiter aus.

Der Wiederaufbau des zerstörten Hoftheaters erfolgte 1871-1878. Für diesen Aufbau konnte man erneut Gottfried Semper gewinnen, der damals in Wien am Kaiserforum beschäftigt war. Bauleiter des Wiederaufbaus wurde sein Sohn Manfred Semper. Im Jahre 1878 wurde die zweite Semperoper wieder eröffnet. Seit dem Jahre 1895 wurde das Haus nur noch für Oper und Konzerte genutzt. Die Semperoper gelangt zur damaligen Zeit zu Weltruhm. Die letzte Opernvorstellung fand am 31.08.1944 statt. Danach fanden nur noch Konzerte, bis die Oper in der Nacht am 13.2.1945 durch die Bomben im zweiten Weltkrieg zerstört wurde, statt. In den Folgejahren wurde die Ruine nur gesichert.

In den Jahren 1977-1985 begann der erneute und dritte Wiederaufbau der Semperoper. Der Chefarchitekt war Wolfgang Hänisch. Der Wiederaufbau entspricht weitgehendst dem Original. Die festliche Wiedereröffnung geschah mit dem Werk "Der Freischütz" am 13.2.1985. Heute bietet die Semperoper 1323 Personen Platz. Die Bühne inkl. der Seiten- und Hinterbühnen wurde vollständig modernisiert. Es gibt sogar eine Drehscheibe. Die Klangqualität ist so gut, dass man sie mit einem Aufnahmestudio vergleichen könnte. Die phantasievollen Treppenhäuser haben eine mit Stuckmarmor versehene Ausstattung. Die Gewölbedekorationen sind entsprechend originell. Die verschiedenen Bemalungen an der Decke sowie an den Wänden sind beeindruckend.

11. Die Burg Meissen

Heinrich I, der erste deutsche König seit 919 liess im Winter 928/929 zwischen den Mündungsenden der Flüsse Tribisch und Meissa, die in die Elbe fliessen, die erste Burganlage nach dem Sieg über die slawischen Daleminzier anlegen. Die Burganlage liegt auf einem dreieckigen Felsplateau. Heinrich I gab ihr den Namen "Misni" und gilt daher als Gründer der Stadt Meissen. Diese uralte Burganlage entwickelte sich im Laufe der Zeit zu einer Landesburg der Markgrafen von Meissen. Die Sächsischen Zeitung schreibt am 26.04.1994, dass der Kaiser Otto I im Jahre 965 „einen Markgrafen über das eroberte Land“ einsetzte und dass er 968 „das Bistrum Meissen mit dem Bischofssitz gleich neben der Burg“ gründete. „Meissen wird nicht zu Unrecht die >Wiege Sachsens< genannt, denn die Markgrafschaft kam 1089 erblich an das Haus Wettin. Die Burg wurde so für mehrere Jahrhunderte zur Residenz der Wettiner, die bis 1918 das Land regierten." Die alten Traditionen, wie Liederabende und Weinbau begannen. So heisst es einerseits: "Konzerte auf der Albrechtsburg haben eine lange Tradition. Schon Walter von der Vogelweide schlug hier 1212 die Laute, und Heinrich der Erlauchte betätigte sich selbst als Minnesänger. Heute sind die historischen Räume eine von Solisten und Ensembles aus dem In- und Ausland gern genutzte Spielstätte" und andererseits heisst es: "Der Weinbau im Meissner Umland hat eine über 800 jährige Tradition, erstmals 1161 urkundlich erwähnt. Heute werden in der sächsischen Weinstrasse zwischen Pirna und Seusslitz auf etwa 400 Hektar die unterschiedlichsten Rebsorten angebaut. ... Für viele Gäste Meissens gibt es oft nur einen Grund für den Besuch der Stadt: das Meissner Porzellan. Seine Geschichte begann in Dresden, wo Kurfürst August der Starke (1694-1733) den Alchemisten Johann Friedrich Böttger unter Aufsicht des sächsischen Universalgelehrten Graf Ehrenfried Walther von Tschirnhaus in den zu Labor und Brennhaus ausgebauten Kasematten unter der Brühlschen Terrasse nach Gold forschen liess. Das gelang nicht, doch 1707 legte Böttger dem König zunächst braunes, später weisses Porzellan vor, das dieser als Goldschatz anerkannte. Im Jahre 1710 gründete August de Starke auf der Albrechtsburg die erste europäische Porzellanmanufaktur."

Auf das Felsplateau baute man so u.a. die Albrechtsburg, den Dom, das Bischofsschloss und das Kornhaus. Im Jahre 1471 begann der Bau der Albrechtsburg. Die endgültige Fertigstellung verhinderten Brände und 1645 ein Krieg mit den Schweden, der schwere Schäden hinterlies. Es folgten viele Ausbauten und Restaurierungen in den Jahren 1671 - 1676. Im Jahre 1710 wurde die Porzellanmanufaktur eingerichtet. Erst in den Jahren 1873 – 1885 wurden die historische Möblisierung und die Ausmalung beendet. Der Meissner Dom mit den drei Türmen (Ev. Dom St. Johannes Evangelista und Donatus) ist das bedeutendste Bauwerk des Mittelalters in Sachsen. Seine Entstehung geht zurück bis ins 12. Jahrhundert. Im Jahre 1296 wurde der Dom fertiggestellt. Weitere Ausbauten erfolgten beispielsweise 1300 – 1320 und 1904 – 1908. Das mehrgeschossige Bischofsschloss wurde im 10. Jahrhundert gebaut. Ein Neubau erfolgte in den Jahren 1476 – 1487 und in den Jahren 1518 – 1537. Zum Gerichtsgebäude wurde das Bischofsschloss im Jahre 1844. Das Kornhaus beinhaltet in 3 Etagen Wohnappartements und wurde von 1866 – 1870 gebaut.

nach oben

12. Das Schloss Diesbar-Seuslitz

13. Die Burg Stolpen

nach oben

14. Die Festung Königstein

Die Burg Königstein, die seit dem 1200 Jahrhundert besteht, wurde vom Markgrafen Wilhelm I von Meissen erobert und ist seit 1408 in sächsischem Besitz.

Die erste Burg auf dem Königstein wurde zur Grenzsicherung der böhmischen Könige um 1200 angelegt. Die Burgkapelle existiert schon seit dem 12. Jahrhundert und ist der älteste Teil der Burg. Der „tiefe Brunnen“ der Festung Königstein ist 152,5 m tief. Das zum Brunnen gehörende Brunnenhaus entstand 1735 - 1736. Die Befestigungen wurden um 1600 angelegt. Als Zugangssicherung zur Westseite wurde das Medusentor mit dem polnisch-kursächsischen Wappen gebaut. Die Geschützbatterien wurden zwischen 1766 bis 1832 ausgebaut bzw. später ergänzt. Die „alte Kaserne“, die die Unterkunft für die Familiensoldaten war, wurde zwischen 1589 bis 1590 gebaut. Im Jahre 1594 entstand das „alte Zeughaus“, das einen grossen Saal beinhaltet. Das „neue Zeughaus“ mit dem Johannissaal wurde 1631 gebaut und im Jahre 1816 als Zeughaus eingerichtet. Im Jahre 1589 wurde ein grosser zweigeschossiger Flanken- und Beobachtungsturm, die „Friedensburg“, gebaut. Das Torhaus entstand 1589 bis 1591. Dieser zweigeschossige Bau enthält Geschützstellungen und Wohnräume im Obergeschoss. In den Jahren 1621 bis 1622 wurde das Brauhaus gebaut. Eine umfangreiche Neubebauung erfolgte im Jahre 1806 nach einem Brand. Seitdem Ende des 18. Jahrhunderts wurde diese Anlage zur größten Burganlage Deutschlands mit einem Gebiet von fast 10 Hektar ausgebaut. Die Festung erhielt eine 1,7 km lange Festungsmauer. So entstand auch ein Staatsgefängnis. Das Proviantmagazin entstand zwischen 1811 bis 1812. In den Jahren 1854 bis 1855 wurde das Schatzhaus gebaut. Zusammenfassend kann man sagen, dass seit dem Jahre 1588 der Ausbau der Festung begann, der bis zum 19. Jahrhundert andauerte.

Als Museum wird die Festung seit 1955 genutzt.

nach oben

15. Das Schloss Augustusburg

Die Augustusburg befindet sich auf dem Schellenberg, die schon 1206 ein Herrensitz der Wettiner war. Die damalige Burg wurde durch zwei Brände in den Jahren 1528 und 1547 schwer beschädigt. Der Wiederaufbau begann im Jahre 1568. So diente die Burg als Gästequartier mit "standesgemässer Unterbringung der höfischen Gesellschaft" bei Hofjagden.

Die ersten Falken wurden ab dem 16. Jahrhundert gehalten und so begann man auf dieser Burg mit der Falknerei. Den ersten Falkner bestellte die Kurfürstin Anna von Sachsen. Vom 16. bis zum 18. Jahrhundert war dieses Schloss der Ausgangspunkt vieler Jagden.

16. Das Völkerschlachtdenkmal in Leipzig

nach oben

.                                                                                                                 .

Klick zum externen Fotoalbum
Klick ...
Klick zum Leser-E-Mail-Archiv